Es war Anfang der 1950er Jahre, als plötzlich die kalifornische Jazzszene ins Zentrum des Interesses der Jazzliebhaber in aller Welt rückte. Ein neues Zauberwort war geboren: "West Coast Jazz", geprägt vom Jazzkritiker Stanley Dance. Die Fachleute sind sich heute noch nicht ganz einig, ob darunter ein eigener Jazzstil zu verstehen ist oder nur ein Ableger des "Cool Jazz", aber das ist eine rein theoretische Frage, ein Produkt des sogenannten "Kastldenkens", wenn man versucht, jedes Phänomen um j
Am Anfang der zwanziger Jahre war der beste Jazz eindeutig in Chicago zu hören, und doch war New York bereits im Begriff, der "Toddling Town" den Rang abzulaufen. Was New York den Musikern zu bieten hatte, war nicht so sehr musikalischer, sondern eher organisatorischer Natur. Hier waren die großen Konzertagenturen zuhause, von hier aus starteten die Tourneen durch die Staaten und hierher kehrten sie zurück. Hier gab es jede Menge an Lokalen, Clubs, Bars, Ballsälen, Varietétheatern, Restaurants,
Die amerikanische Musikszene wurde in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre eindeutig vom Swing-Stil beherrscht. Die Big Bands in den Tanzhallen und die kleinen Swing-Combos in den Clubs boten nicht nur stimmungsvolle Unterhaltungsmusik, dort wie da waren auch großartige Solisten am Werk. Die Arrangements in den großen Bands ließen immer wieder auch die Stars der Ensembles zu Wort kommen, und in den kleinen Gruppen stand ja überhaupt das solistische Spiel im Mittelpunkt. Im Publikum dominierten
Die Geschichte des Jazz war von ihren Anfängen im Süden der USA bis zur Hochblüte des Swing-Stils eng mit dem Begriff "hot" verbunden, dem englischen Begriff für "heiß" und auch "scharf". Übersetzt in die musikalische Sprache bedeutete das: emotional, ungestüm, expressiv, und was die Tonbildung betrifft: rauh, unrein, mit viel Vibrato, der menschlichen Stimme angenähert. Auch der Bebop entsprach noch diesen Idealen, und dennoch begannen die Musiker dafür ein Adjektiv anzuwenden, das sprachlich s
Jazz - für viele ein Zauberwort, für manche vielleicht eine Drohung. Ein vielfach missbrauchtes Wort, nicht nur in unseren Tagen. Ein Sammelbegriff, unter dem man sich sehr Verschiedenes vorstellen kann: rhythmische Tanzmusik, wilde Klänge aus den schwarzen Ghettos amerikanischer Großstädte, fröhlichen Sound an einem warmen Sommerabend, coole Atmosphäre an der Bar zu später Stunde, laszive Begleitmusik zu schwüler Erotik, ausgeflippten Sound für schräge Typen, aber auch hochkonzentrierte Kammerm
"Things To Come" - so war eine Aufnahme des Trompeters Dizzy Gillespie mit seiner Big Band vom Juli 1946 benannt: "Die Dinge, die da kommen sollten", das war nicht bloß ein beliebiger Titel, sondern eher schon eine programmatische Ansage. Der neue musikalische Stil, den man Bebop nannte, bedeutete den Aufbruch in eine neue Ära des Jazz. Dessen waren sich die namhaften Vertreter dieser Stilrichtung sehr wohl bewusst. Erstmals betrachteten sich Jazzmusiker nicht mehr nur als Unterhalter des Publik
Wir hören das Wort "Swing" und verbinden es automatisch mit den Big Bands, die in den dreißiger Jahren die Szene beherrschten. Der Begriff "beherrschen" stimmt dann, wenn wir unter Szene die Dance Halls und die Ballsäle der großen Städte verstehen und die breite Masse des Publikums, der es um das Tanzen und um die Unterhaltung ging. Daneben etablierte sich aber auch eine andere Szene: in den kleinen Clubs von New York, aber auch in anderen Städten. Dort spielten kleine Gruppen, vor einem Publiku
New Orleans, um die Wende zum 20. Jahrhundert der Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen im Südosten der Vereinigten Staaten, gilt einigermaßen unbestritten als der Geburtsort eines neuartigen Musikstils, der sich später unter der Bezeichnung Jazz in den USA verbreitete und in seinen mannigfaltigen Formen die zivilisierte Welt eroberte. Man muss allerdings unterscheiden: zwischen dem Entstehungsort - der ist in weiten Teilen der Südstaaten anzusiedeln - und dem Geburtsort, wo die neue Musik zu
Wir schreiben das Jahr 1932. Cab Calloway, der Bandleader und Sänger, ist einer der bekanntesten Persönlichkeiten in der amerikanischen Musikszene. Das breite Publikum kennt ihn weniger wegen der Qualität seiner Band, sondern als den "Hi-De-Ho-Man", der in seine Gesangstexte immer wieder diese paar charakteristischen Silben einbaut...
Trompeten und Posaunen, nicht exakt der Tonleiter zuordenbare "Blue notes" - alles was in der sogenannten "klassischen" Musik verpönt ist, ist im Jazz gang und gäbe. Doch da gibt es ein Instrument, auf das all das nicht zutrifft. Das Klavier mit seinen 88 Tasten in unveränderbarer Tonhöhe und Tonqualität dürfte eigentlich in der Jazzgeschichte gar keine Rolle spielen. Noch dazu, wo es im frühen New Orleans Jazz, als die Bands durch die Straßen zogen und an den belebten Plätzen der Stadt ihre "cu
Wir blenden zurück in die Zeit um 1940. Der Jazz ist für viele Amerikaner und auch für so manchen Europäer kein unbekannter Begriff mehr. Die Jazzmusiker haben sich einen festen Platz in der Unterhaltungsmusik erkämpft. "Swing" heißt das neue Zauberwort, und es steht für eine rhythmisch aufregende, mitunter aber auch süßlich-sanfte Tanzmusik. Die Auftritte der Bands in den Dance Halls werden von den Radiostationen gesendet und machen die Swingnummern in ganz Amerika bekannt und populär. Die Chef
New York war in den späten zwanziger Jahren der Sammelpunkt von Musikern, die nicht nur aus Chicago, sondern aus allen Teilen des amerikanischen Südens und des mittleren Westens gekommen waren und im reichen Musikleben der Stadt ihr Betätigungsfeld gefunden hatten. Genau betrachtet war es nur die Band von Fletcher Henderson, die hier im "Big Apple" entstanden war und auch zeit ihres Bestehens hier tätig blieb. Alle anderen Bands hatten ihre Wurzeln anderswo, und man darf nicht übersehen, dass es
This is the story of Buddy Bolden, inventor of jazz, who was celebrated as king in New Orleans at the beginning of the 20th century. It tells of his life, his career, and of the effect he had on the music of our time. From eyewitness accounts, published information, and early photographs,
The Loudest Trumpet describes how he played the cornet and how his band introduced a new syncopated sound to popular music. It also explains how he influenced the music of his contemporaries