Sven Jacobs im Interview – Unser Autor des Monats April

Er ist nicht nur einer meiner liebsten Buchblogger, sein Buch ist auch eine meiner heißersehntesten Neuerscheinungen für 2026 – die Rede ist natürlich von Sven Jacobs und seinem Thrillerdebüt Letzte Stunde Tod.
Lest hier Svens Antworten zu meinen kniffligen Fragen…
Sven Jacobs über sein Debüt:
Lieber Sven, jetzt, wo wir dieses Interview mit dir führen, liegt die Veröffentlichung deines ersten Thrillers Letzte Stunde Tod noch ein wenig in der Zukunft. Auf einer Skala von 1-10: Wie aufgeregt bist du? Auf wessen Reaktionen bist du am gespanntesten?
12 – mindestens. Weil es einfach mein Traum seit über fünfundzwanzig Jahren ist.
Ich freue mich auf jede Reaktion, Familie, Freunde, Arbeitskollegen und die große Welt der Buchblogger.
Was ist dein Hauptziel, was möchtest du bei Lesenden mit deinem Buch auslösen? Sollen sie sich gruseln, möchtest du schocken, eher nachdenklich machen, …?
Ich habe beim Lesen immer gern eine gute Zeit, und genau das möchte ich mit meinem Buch auch erreichen. Die Leser*innen sollen mit meinem Protagonisten mitfiebern, den Plot spannend finden und einfach eine gute Zeit beim Lesen haben.
Du schreibst ja schon lange, doch wie kam es jetzt dazu, dein erstes Buch zu veröffentlichen? Wie bist du bei Ullstein als Verlag gelandet?
Meine erste Kurzgeschichte habe ich mit zehn oder elf geschrieben, danach immer wieder Geschichten, Romane. Es war immer ein Traum, irgendwann mein eigenes Buch in den Händen zu halten, ich habe aber tatsächlich nichts daraus gemacht.
Dass ich bei Ullstein gelandet bin, ist eher ein Zufall. Auf einem Event habe ich meine jetzige Lektorin getroffen, die ich vor Ort angesprochen habe und spontan meinen Thriller pitchen durfte. Nach ein paar Monaten hin und her habe ich letztlich meinen Vertrag unterschreiben dürfen.
Hattest du Mitspracherecht beim Titel und bei der Covergestaltung? Hattest du einen anderen Arbeitstitel?
Ja, es gab einen anderen Arbeitstitel, aber diesen gab es schon in unzähligen Büchern, deshalb musste ein neuer her. Beim Titel hatte ich aber Mitspracherecht, auch meine Cover-Vorschläge bezüglich Schrift und Farben sind mit zum Grafiker gegangen. Das Ergebnis ist bis auf Farben und Schrift nun ziemlich anders, aber ich bin sehr zufrieden.
Wer durfte die Rohfassung von Letzte Stunde Tod als erstes lesen?
Wie das immer so ist, müssen als erstes Freunde dran glauben. Zunächst mein bester Freund, den ich seit über fünfundzwanzig Jahren kenne und dem ich blind vertraue, der mir aber auch gesagt hätte, wenn ich da Murks gebaut hätte. Und dann noch ein guter Freund und Drehbuchautor aus der Schweiz, der nicht viel liest, aber für mich eine Ausnahme gemacht hat und das Buch filmisch unter die Lupe genommen hat.
Meinst du, das viele Lesen und Rezensieren hat deine eigene Art zu schreiben über die Jahre stark beeinflusst?
Schwierig. Ich würde nicht sagen, dass mein Schreiben durch bestimmte Werke beeinflusst wurden, aber ich glaube, dass sich bestimmt im Unterbewusstsein etwas getan hat. Vielmehr würde ich aber sagen, dass mich meine Zeit als absoluter Filmjunkie (zu meinen besten Zeiten habe ich es über 120 Mal im Jahr ins Kino geschafft) beeinflusst hat, weil ich sagen würde, dass mein Schreiben ziemlich rasant ist und ich mir immer vorstelle, wie diese Szene wohl im Kino aussehen würde.
Die Frage, die sich sicherlich viele stellen: Wie bekommt man das alles neben dem Brotjob noch unter einen Hut? Hast du bestimmte Routinen oder Regelzeiten oder wird einfach jede Lücke zum Lesen, Rezensieren und jetzt auch Buch schreiben genutzt?
Die Frage bekomme ich ziemlich häufig gestellt. Es ist einfach so, dass das Lesen mein größtes Hobby ist. Wenn andere zwei Stunden Sporteln, im Garten sind, Wandern oder ähnliches machen, lese ich. Wenn andere vorm TV sitzen, lese ich. Und so mache ich das auch mit dem Schreiben. An meinem Buch habe ich nicht durchgehend gesessen, wenn ich schreibe, dann muss ich zwangsläufig weniger lesen.
Sven Jacobs über das Bloggen:
Weißt du noch, was dazu geführt hast, dass du vom „reinen Lesen“ zum aktiven Bloggen übergegangen bist? Gab es eine Person, die dir den letzten Stups gegeben hat?
Tatsächlich war es die Corona-Zeit. Ich habe wieder mehr gelesen und habe festgestellt, dass in meiner Familie und Freundeskreis sehr wenig gelesen wird, ich mich aber austauschen wollte. Da habe ich von Bookstagram erfahren und mich einfach mal angemeldet. Dass so etwas Großes daraus entstehen würde, hat mich dann aber auch selbst überrascht.
Du schreibst nicht nur spannend, du liest auch spannend. Magst du uns ein paar deiner Lieblingsautorinnen und -autoren nennen und erzählen, was dich an ihren Büchern am meisten begeistert?
Da gibt es super viele. Chris Carter schreibt rasant, blutig und unfassbar spannend, das ist immer ein Blindkauf. Ähnliches gilt aber auch für Andreas Gruber, Stephen King, die alten Dean Koontz-Bücher. Zu meinen Lieblingen gehören aber auch Jean-Christoph Grangé, Hjorth & Rosenfeldt, Anna Schneider und viele weitere.
Wenn ich aber auch das Genre wechsle, dann liebe ich die Bücher von Diana Gabaldon, Miriam Georg oder Rebekka Frank – wenn es historisch spannend werden darf oder emotionale Familiengeschichten Spannung erzeugen.
Was schätzt du an deiner Community am meisten? Was stört dich manchmal?
Ich schätze einfach den Umgang miteinander. Alle sind so lieb, zuvorkommend, es gibt keine Vorurteile, wie man es in anderen Bereichen dieser Welt bereits erleben musste. Auf jeder Messe erlebe ich so viel Herzlichkeit, immer wieder ein Highlight. Aber auch so, wie viele spannende Gespräche ich mit so vielen Menschen geführt habe, die mir eigentlich fremd sind, sich aber nicht fremd anfühlen.
Leser, Buchblogger, Autor – Was davon bist du am liebsten und worauf würdest du als erstes verzichten, wenn du müsstest (ja, wir sind so fies und stellen diese Frage!)?
Die Frage ist wirklich fies… und schwierig. Wenn ich mich aber entscheiden müsste, dann wäre es wohl das, was ich erst seit „kurzem“ mache: Das Bloggen. Ich lese schon mein Leben lang und darauf kann ich nicht verzichten, meine erste Kurzgeschichte habe ich auch schon mit zehn oder elf geschrieben – und so kurz vor meinem ersten Buch könnte ich das Schreiben einfach nicht aufgeben.
Last, but not least: Die typische PocketBook Frage!
Wie stehst du zum digitalen Lesen? Wie oft kommt dein Reader im Alltag wirklich zum Einsatz?
Ich muss ja hier ehrlich sein. Ich liebe physische Exemplare, was man an meiner großen hauseigenen Bibliothek erkennen kann. Den Geruch, die Haptik, das Blättern. Das digitale Lesen kommt bei mir zum Einsatz, wenn ein Buch unhandlich wird – auf langen Fahrten, Urlaub oder tatsächlich auch, wenn ich mal freie Minuten im Nachtdienst finde.
Über Sven Jacobs
Sven Jacobs, Jahrgang 1988, aufgewachsen und wohnhaft in Bonn. Nach seinem Abitur und einem Freiwilligen Sozialen Jahr machte er 2013 sein Staatsexamen als Gesundheits- und Krankenpfleger. Bereits in seiner Jugend schrieb er Kurzgeschichten und Romane, die er jedoch nie veröffentlichte. Neben dem Schreiben liest er gern und lebt dieses Hobby seit 2020 als Buch-Blogger unter den Namen books_of_sven auf Instagram aus.
(Quelle: Ullstein Verlag)
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Interview geführt von Sanni @sound.of.closing.doors
