„Hope’s End“ von Riley Sager

October 8, 2023|vonPocketbook
„Hope’s End“ von Riley Sager

Wie wir es von Bestsellerautor Riley Sager gewohnt sind, überzeugt auch sein neuer Thriller Hope’s End mit düsterer Grundatmosphäre, fesselnden Figuren und jeder Menge Plot-Twists. Eine große Leseempfehlung von uns – lest hier mehr!

Hope’s End – Riley Sagers neuster Thriller

Die 17-jährige Lenora Hope soll 1929 ihre Eltern und ihre Schwester kaltblütig ermordet haben. Nachgewiesen werden konnte es ihr jedoch nicht, sodass sie auch 50 Jahre später noch immer in ihrem Elternhaus wohnt – und das, obwohl ihre Geschichte in der Umgebung zu einer wahren Horrorstory mutiert ist.

Da Lenora inzwischen beinahe am ganzen Körper gelähmt ist, gibt es neben vier weiteren Hausangestellten nur noch eine Pflegekraft, die rund um die Uhr in Hope’s End lebt und arbeitet. Doch genau diese Pflegerin, Mary, verschwindet eines Nachts spurlos – sodass unsere Protagonistin Kit nun in ihre Fußstapfen tritt.

„Hope’s End ist kein normales Haus. Hier drin ist was Finsteres. Das spüre ich. Und Mary hat es auch gespürt.“

Hätte Kit eine Wahl, würde sie diesen Job wohl niemals antreten. Das große, immer weiter verfallende Haus und dessen Geschichte lassen ihr eiskalte Schauer über den Rücken laufen. Auch Lenora ist ihr zu Beginn unheimlich; eine mutmaßliche Mörderin wollte Kit eigentlich sowieso niemals betreuen.

Doch es gibt eine erschreckende Parallele, die Kit dazu zwingt, diesen Job anzunehmen. Nachdem sie nämlich selbst des Mordes an einer ihrer Patientinnen verdächtigt wurde, ist es für sie praktisch unmöglich geworden, eine Anstellung zu finden. So zieht sie kurzerhand nach Hope’s End und scheint schon bald die einzige Person zu sein, die den damaligen Mordfall vielleicht noch aufklären könnte. Mit Hilfe einer Schreibmaschine und ihrer einen, noch funktionierenden Hand will Lenora Hope nun endlich ihre Sicht der Dinge darstellen, nachdem sie so viele Jahrzehnte lang geschwiegen hat.

 „Nach lebenslangem Schweigen will Lenora Hope plötzlich alles erzählen.

Und ich muss mich entscheiden, ob ich es hören will.“

 

Würdet ihr in Hope’s End leben wollen?

Schon bald erfahren wir, dass Lenoras Kindheit und Jugend nicht so schön waren, wie es für manch Außenstehende vielleicht den Anschein hatte. Nur weil man in einem prachtvollen Haus lebt und die Eltern Geld haben, ist das Familienleben eben nicht immer perfekt – oft sogar das genaue Gegenteil.

Riley Sager spielt in Hope’s End damit, dass sowohl Protagonistin Kit als auch wir Lesende unsere Moral hinten anstellen und uns fragen, ob wir es so schlimm fänden, wenn Lenora wirklich die Schuldige wäre.

Kann ihre Geschichte uns davon überzeugen, dass diese Morde gerechtfertigt waren? Was ist in dieser schrecklichen Nacht vor so vielen Jahren wirklich geschehen?

„Als meine Schwester und ich klein waren, bestand eines der Lieblingsspiele meines Vaters darin, uns in unseren Zimmern einzusperren. Diejenige, die es länger aushielt, ohne darum zu betteln, herausgelassen zu werden, gewann einen Preis. Gewöhnlich etwas Geld oder eine besondere Leckerei, einmal auch ein goldenes Armband. Außerdem durfte die Gewinnerin bestimmen, wie lange die Verliererin noch in ihrem Zimmer bleiben musste.“

Auch wenn Kit nach und nach beginnt, die alte Dame ins Herz zu schließen, kann das ihr Misstrauen und ihre Neugier nicht stoppen. Sie muss unbedingt herausfinden, was damals geschehen ist.

Dass sie gedanklich immer wieder die Parallele zu ihrer eigenen Geschichte zieht, macht es für uns Lesende ganz besonders spannend. Denn genau genommen halten viele Menschen Kit ebenso für eine Mörderin, wenn auch auf eine weitaus weniger grausame Weise. Kann ihr Aufenthalt in Hope’s End auch die Pflegerin in ihrem eigenen Leben voranbringen?

„Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass der Schlüssel zu meiner Zukunft dieses Haus ist, wo sich zwei Tragödien ereignet haben.

In zwei verschiedenen Nächten.

Durch Jahrzehnte getrennt.“

 

Hope’s End hat uns begeistert

Die schaurige Atmosphäre, die Riley Sager hier bereits auf den ersten Seiten erzeugt, hat es in sich. Das einst prachtvolle Anwesen an der Steilküste, welches nach und nach verfällt, und auch die grausame Familiengeschichte, die sich in Hope’s End abgespielt hat, lesen sich beinahe wie ein Horrorroman.

Nach und nach tauchen wir gemeinsam mit Kit immer tiefer in die Vergangenheit ein und haben genau wie sie den unbändigen Drang, Licht ins Dunkle zu bringen.

„Gestern sagte mir Mrs. Baker, Hope’s End sei ein Ort, wo man bei jungen Damen, die schrecklicher Taten beschuldigt werden, davon ausgehe, dass sie unschuldig sind. Anderswo ist das nicht so. Eigentlich fast nirgends.“

Welche Wendungen der Autor zum Ende seines Thrillers dann noch zum Besten gibt, ist eine große Kunst. Nachdem wir schon das ganze Buch über fleißig Vermutungen angestellt haben, wurden diese schließlich komplett über den Haufen geworfen und wir zutiefst verblüfft.

Hope’s End ist ein großartiger Thriller, den wir allen von euch, die sich gern auf düstere Familiengeschichten, Geheimnisse und große Überraschungen einlassen, ans Herz legen.

Ganz, ganz großes Kino!

„Es ist möglich, jemandes Taten zu verurteilen und ihn trotzdem zu mögen.“

 


Über Riley Sager

Riley Sager ist neben Alan Finn eins der Pseudonyme des Autors Todd Ritter. Bevor er sich vollkommen dem Schreiben seiner Thriller widmete, arbeitete der Autor als Journalist und Grafikdesigner.

In der Anfangszeit machte der Autor noch ein echtes Geheimnis aus seiner Identität. Da er zuvor auch unter seinem bürgerlichen Namen Bücher veröffentlichte, wollte er so eine klare Trennung und gewissermaßen eine Art Neustart erreichen, was ihm äußerst erfolgreich gelungen zu sein scheint.

Sein Debüt als Riley Sager, Final Girls, wurde inzwischen in 30 verschiedenen Ländern veröffentlicht und vielfach hoch gelobt. Die Filmrechte wurden ebenfalls bereits vergeben, wir dürfen also gespannt auf eine Verfilmung hoffen.

Mehr über seine früheren Veröffentlichungen findet ihr hier bei uns im Blog!

 

Weitere Bücher von Riley Sager

  

E-Book
Hope's End
Preis
9,99 €