„Cursed for Good“ von Amy Coombe

June 15, 2026|vonPocketbook
„Cursed for Good“ von Amy Coombe

Worum geht es in Cursed for Good? 

Prinzessin Tanadelle verbringt den Großteil ihres Lebens in Kutschen. Während sich ihre Familienmitglieder meist nur zwischen den verschiedenen Schlössern des Königreichs hin- und herbewegen, obliegt es Tandy, die offiziellen Termine wahrzunehmen – Babys küssen, Bankette besuchen, Bänder durchschneiden und alles andere, was dazu beiträgt, die Königsfamilie beim Volk beliebt erscheinen zu lassen. 

Am Tag ihrer Abreise nach einem solchen Termin besucht sie die örtliche Buchhandlung, um sich mit neuem Lesestoff einzudecken. Denn das Einzige, was Tandy am Reisen wirklich mag, ist die viele Zeit zum Lesen. Wobei auch sie ein gutes Buch lieber in einem gemütlichen Sessel oder einem warmen Bett vor dem Kamin genießen würde als in einer unbequemen Kutsche, die über holprige Schotterwege rattert. 

 

Bücher versprechen einem, dass das eigene Leben sich von einem Moment auf den anderen ändern kann. Und Buchläden? Buchläden bieten einem eine Zuflucht, ein Zuhause in der Fremde. Wie weit auch immer man reist, in einem Buchladen kann man immer ein kleines Stückchen Heimat finden. 

(Cursed for GoodAmy CoombeKYSS) 

 

Gerade als ihre Begleitung sie abholt, um zur nächsten Verpflichtung aufzubrechen, wird Tandy von der Buchhändlerin verflucht. Erst wenn sie ihren wahren Herzenswunsch erkennt, wird es ihr möglich sein, die Buchhandlung wieder zu verlassen. 

Während sich Tandy nach und nach in ihrem neuen Zuhause einrichtet und kleinere Zauber erlernt, um ihren Alltag besser zu meistern, verfolgen ihre Eltern ganz andere Pläne. Nach und nach schicken sie verschiedene Prinzen und Prinzessinnen zu ihr, in der Hoffnung, dass eine*r von ihnen den Fluch mit einem Kuss brechen kann. Doch obwohl Tandy ihre Familie mehrfach darum bittet, dieses Vorgehen zu unterlassen, findet auch diesmal niemand Gehör für ihre Wünsche. 

So sieht sie sich immer wieder mit neuen Prinzen und Prinzessinnen konfrontiert, obwohl sie viel lieber ihre Buchhandlung zum Erfolg führen, mehr über die Magie lernen und den mysteriösen Piraten kennenlernen würde, der regelmäßig in ihrem Laden auftaucht. 

 
 

Meine Meinung 

Als großer Cozy-Fantasy-Fan war ich sehr gespannt auf Cursed for Good. Ich mag Geschichten, die etwas ruhiger erzählt sind und ihren Fokus auf Atmosphäre und Charaktere legen. 

Eine bücherliebende Prinzessin, die eine magische Buchhandlung nicht verlassen kann, eine süße Katze als Companion und ein geheimnisvoller Pirat, der immer wieder in ihrem Laden auftaucht. Allein beim Schreiben bekomme ich wieder Lust auf diese Geschichte. Ich hatte mir allerdings erhofft, dass Tandy sich in ihre Rolle als Buchhändlerin verliebt, eine enge Bindung zu ihrer Katze aufbaut und sich zwischen ihr und Bash eine spürbare romantische Spannung entwickelt.  

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre. Die magische Buchhandlung wurde so gemütlich beschrieben, dass ich sofort dort einziehen wollte. Die Regale voller Bücher, die kleinen magischen Kreaturen und die insgesamt warme Stimmung haben genau das Cozy-Fantasy-Gefühl vermittelt, das ich mir von dem Buch erhofft hatte. Auch die Märchenelemente fand ich sehr gelungen. Die Idee, statt der klassischen sieben Zwerge sieben Prinzen und Prinzessinnen auftreten zu lassen, war ein charmantes Detail, das gut zur Geschichte passte. 

Mit dem Romance-Anteil bin ich dagegen nicht ganz warm geworden. Zwar wurde deutlich, dass Interesse zwischen Tandy und Bash bestand, für mich fehlte jedoch etwas das Knistern zwischen den beiden. Auch die Dorfgemeinschaft hätte ich gerne noch etwas besser kennengelernt. Viele der Figuren wirkten interessant und hatten Potenzial, bekamen aber nur wenig Raum. Besonders Tandys junge Aushilfe fand ich sympathisch und ich mochte die Dynamik zwischen den beiden. Gleichzeitig hätte ich mir gewünscht, dass ihre Beziehung und ihre Entwicklung etwas mehr Tiefe bekommen hätten. 

Etwas gemischte Gefühle hatte ich zudem bei der queeren Repräsentation. Grundsätzlich fand ich es schön, dass ein queeres Paar ganz selbstverständlich Teil der Geschichte war und ihre Beziehung ohne großes Aufheben dargestellt wurde. Das wirkte natürlich und authentisch. Gleichzeitig hinterließ eine andere Szene bei mir einen etwas zwiespältigen Eindruck: Eine Prinzessin wird ebenfalls geschickt, um Tandy durch einen Kuss vom Fluch zu befreien, und dieser Kuss wird von den anderen Figuren deutlich positiver und „heißer“ bewertet als die Küsse mit den Prinzen, die eher als chaotisch oder unspektakulär beschrieben werden. Vermutlich war das nicht mit einer bestimmten Absicht geschrieben, dennoch wirkte es auf mich etwas unglücklich, wenn man bedenkt, dass lesbische Beziehungen in Medien häufig sexualisiert oder weniger ernst genommen werden. 

Trotzdem gibt es vieles, das ich daran mochte: die gemütliche Buchhandlungs-Atmosphäre, die märchenhaften Elemente und die liebevollen Ideen, die in der Geschichte stecken.

 
 

Fazit – Lohnt sich Cursed for Good?

Auch wenn Cursed for Good für mich persönlich nicht alle Erwartungen erfüllen konnte, sehe ich durchaus, warum viele Leser*innen Freude an dieser Geschichte haben. Die gemütliche Buchhandlungs-Atmosphäre, die märchenhaften Elemente und die insgesamt ruhige, warme Stimmung machen das Buch zu einer klassischen Cozy Fantasy, bei der das Wohlfühlgefühl klar im Vordergrund steht. 

Besonders empfehlen würde ich das Buch allen, die magische Buchhandlungen, märchenhafte Flüche, gemütliche Settings und eher sanfte Geschichten ohne viel Drama oder Action mögen. Wer vor allem wegen der Atmosphäre liest und gerne Zeit in einer liebevoll gestalteten Welt verbringt, dürfte hier gut aufgehoben sein. 

Trotzdem bleibt Cursed for Good für mich eine charmante Cozy Fantasy mit einigen schönen Ideen und einer Buchhandlung, in die ich jederzeit gerne selbst einziehen würde. 

 

 

 

Über die Autor*in: Amy Coombe

Amy Coombe steht für charmante, fantasievolle Geschichten voller Magie, Abenteuer und liebenswerter Charaktere. In ihren Romanen verbindet sie Cozy Fantasy mit humorvollen Dialogen, romantischen Entwicklungen und einer warmen Atmosphäre, die sich oft wie eine kleine Flucht aus dem Alltag anfühlt. Mit viel Feingefühl für zwischenmenschliche Beziehungen, skurrile Figuren und magische Welten erschafft Amy Coombe Geschichten, die gleichermaßen leicht und emotional wirken. Ihre Bücher vereinen märchenhafte Elemente, Found Family, leise Romantik und eine große Liebe zu Büchern und Geschichten. Dabei stehen oft Figuren im Mittelpunkt, die ihren eigenen Weg finden müssen – zwischen Erwartungen, Selbstfindung und einer Prise Chaos. 

 

 

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Text von Anna @xthelittlerose.books