Arno Strobel – Autor des Monats März

Wie so oft kann man auch hier sagen, dass die sympathischsten Menschen sich der grausamsten und dunkelsten Themen annehmen. Strobels Bücher sind wirklich nur etwas für die ganz harten Thrillerfans. Lest hier mehr über den bekannten Autor!
Arno Strobels Weg zum Bestsellerautor
Arno Strobel hat in seinem Leben stets eher ungewöhnliche Wege bestritten. Schon seine schulische und berufliche Laufbahn sprechen da für sich. Zuletzt war er bis 2014 im IT-Bereich einer großen Bank tätig. Was jedoch viel spannender ist: sein untypischer Weg zum erfolgreichen Bestsellerautor.
Seine Freunde waren schon immer begeistert von seinen kreativen Einladungen, Briefen und Ähnlichem. Seine ersten Ambitionen in Richtung Schriftsteller hatte Strobel dann jedoch erst mit Anfang 40. Zu diesem Zeitpunkt schrieb er Kurzgeschichten, die zunächst im Internet und später auch in immer mehr Zeitschriften und Anthologien erschienen.
Arno Strobel und die Verlagswelt
Drei Jahre lang schrieb er daraufhin an seinem ersten Roman Magus – die Bruderschaft, für den er sogar in Rom recherchierte. Sein Manuskript wurde allerdings von allen ausgewählten großen Verlagen abgelehnt, denen er seine Seiten schickte. Also gründete Strobel kurzerhand mit Freunden einen eignen Verlag und verkaufte sein Buch zunächst hauptsächlich regional. Der Zufall wollte es, dass die richtigen Leute sein Buch in die Hände bekamen – sie waren begeistert und empfahlen ihn an verschiedene Verlage.
Dadurch hatte Strobel letztlich sogar die Wahl und entschied sich zunächst für dtv. Seine ersten zwei Romane erschienen dort; danach wechselte er. Seit 2010 schreibt er seine Psychothriller nun schon für den Fischer Verlag. Strobels Erfolg steigerte sich immer weiter, sodass er 2014 seinen Brotjob bei der Bank aufgeben konnte und seitdem hauptberuflich als Autor tätig ist.
Für den Loewe Verlag schreibt er mittlerweile auch Thriller für Jugendliche.
Was der sympathische Autor sonst noch so macht
Gemeinsam mit Andreas Winkelmann sendet Arno Strobel den Podcast 2 Verbrecher. Dort stellen sich die beiden Thrillerautoren gegenseitig immer wieder die Aufgabe, herauszufinden, welches von zwei Verbrechen wirklich stattgefunden hat und welches erfunden ist. Der Verlierer erhält am Ende der Staffel natürlich eine gerechte Strafe. Wie alle Fans hoffen auch wir auf eine dritte Staffel!
Wenn er neben der ganzen Arbeit und seiner Freizeit mit Partnerin und drei Kindern noch Zeit findet, liest Arno Strobel natürlich selbst gern. Auch Sport ist für ihn ein wichtiger Ausgleich, er geht meist drei bis vier Mal die Woche laufen.
Arno Strobels Bücher – eine Auswahl
Die Mörderfinder-Reihe
Fallanalytiker Max Bischoff ist eigentlich gar nicht mehr im Dienst. Er unterrichtet jetzt den Nachwuchs an der Polizeihochschule in Köln. Doch die Fälle holen ihn trotzdem ein. Beste Basis für eine neue spannende Reihe rund um Protagonist Max, der euch vielleicht schon aus der Im-Kopf-des-Mörders-Reihe bekannt ist. Aber keine Sorge, auch wenn ihr Tiefe Narbe, Kalte Angst und Toter Schrei nicht gelesen habt, könnt ihr an dieser Stelle ohne Probleme einsteigen.
- Mörderfinder – Die Spur der Mädchen (Band 1)
Als Rudolf Benz auf den ehemaligen Ermittler zukommt, will dieser ihm zunächst überhaupt nicht helfen. Ermittlungen? Damit hat er nichts mehr zu tun! Doch der Vater der bereits vor 6 Jahren spurlos verschwundenen Leni schafft es dann doch, Max quasi als Privatermittler für sich zu gewinnen. In seinem Haus sind ganz plötzlich Sachen des jungen Mädchens aufgetaucht, die damals mit ihm gemeinsam verschwunden sind. Lebt seine Tochter vielleicht doch noch und ist nun wieder nach Hause zurückgekehrt? Aber warum sollte sie sich dann weiterhin verbergen und nur durch gut platzierte Habseligkeiten und mysteriöse Nachrichten mit ihrem Vater kommunizieren?
Der Thriller ist ein Paradebeispiel für Arno Strobels psychologischen und nervenaufreibenden Stil. Die unfassbar abartigen Taten, die zum Glück nicht allzu ausführlich beschrieben werden, muss man als Leser*in erstmal aushalten können. Immer wieder erhält man zusätzliche Einblicke in die Welt des Täters und ist die gesamte Zeit über am Miträtseln. Welche erschreckenden Details kommen noch alle zum Vorschein?
Strobel gelingt ein guter Spagat zwischen einem wirklich heiklen und leider allzu realistischen Thema und einem fesselnden sowie unterhaltsamen Schreibstil. Hut ab dafür, sich an solch eine Thematik heranzutrauen!
- Mörderfinder – Die Macht des Täters (Band 2, erscheint am 09.03.2022)
Wir teilen vieles – unsere Autos, unsere Wohnungen, Einblicke in unser Privatleben. Doch was, wenn wir plötzlich gezwungen werden, das zu teilen, was uns am allerwichtigsten ist? Den Menschen an ihrer Seite wollen die wenigsten von uns teilen – und schon gar nicht auf so grausame Art und Weise.
Arno Strobel nimmt sich ein aktuelles und eigentlich schönes Thema wie das der Nachhaltigkeit und strickt daraus einen harten Psychothriller. Wir haben von der ersten bis zur letzten Seite mit dem Protagonisten gelitten und ihm einfach nur gewünscht, dass er aus diesem Albtraum erwachen kann.
Auch hier behandelt Bestsellerautor Arno Strobel mal wieder ein hochmodernes und aktuelles Thema: Eine App, mit der das wundervolle neue Smart Home gesteuert und überwacht werden kann. Klingt alles wirklich vorteilhaft und macht die neuen Hausbewohner Linda und Hendrik sehr glücklich. Bis Linda eines Nachts spurlos verschwindet und niemand weiß, was geschehen ist.
Brutal und detailreich wie eh und je zieht der Autor uns hier von der ersten Seite an in seinen Bann. Man kann und will Arno Strobels Bücher einfach nicht wieder aus der Hand legen, bis man am Ende endlich einen fulminanten Twist und dann die Auflösung präsentiert bekommt.
Fünf Tage ohne Internet, ohne Laptop, ohne Smartphone – könntet ihr das? Genauso eine Art von „Detox“ wagt in diesem Thriller eine Gruppe in einem abgelegenen ehemaligen Hotel in den Bergen. Doch schon in der ersten Nacht beginnt diese Reise zu einem wahren Horrortrip zu werden.
Klassische und bekannte Elemente – abgeschiedener Ort, kein Kontakt zur Außenwelt, begrenzte Anzahl an Personen – verwandelt Arno Strobel hier meisterhaft in einen seiner typisch fiesen und packenden Thriller. Toll!


