„Das Lächeln der Königin“ von Stefanie Gerhold

February 18, 2024|vonPocketbook
„Das Lächeln der Königin“ von Stefanie Gerhold

Von der preisgekrönten Übersetzerin zur Buchautorin: Das Lächeln der Königin ist das packende Debüt der Berlinerin Stefanie Gerhold. Mit einer gelungenen Mischung aus Fakten und Fiktion bietet sie uns hier ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte.



Worum es in Das Lächeln der Königin geht

Das Lächeln der Königin ist ein packender historischer Roman, der das Schicksal des bedeutenden Sammlers und Mäzens James Simon darstellt. Als vermögender Inhaber einer florierenden Berliner Textilfirma setzt Simon nicht nur sein Vermögen für soziale Projekte ein, sondern begeistert sich auch für Kunst.

Die Geschichte entfaltet sich vor allem im Berlin der Zwanzigerjahre, einer Ära des Aufbruchs und der kulturellen Blüte, in der Simon nicht nur als erfolgreicher Unternehmer, sondern auch als großzügiger Kunstmäzen und Sammler agiert.

Finanzielle Unterstützung für Ausgrabungen in Ägypten führt 1913 zu der sensationellen Entdeckung der Büste der Nofretete, die Simon nach Deutschland holen lässt. Doch der Triumph wird ab Ausstellungsbeginn 1924 von Rückgabeforderungen überschattet, während politische Unruhen, die Weltwirtschaftskrise und aufkommender Nationalismus Simons Geschäft und Einfluss bedrohen.

Im Mittelpunkt stehen nicht nur die zeitlose Schönheit der Nofretete-Büste, sondern auch die faszinierenden Persönlichkeiten von James Simon und dem Ägyptologen Ludwig Borchardt. Die Erzählung entführt die Lesenden in einen kolonialen Grabungsrausch in Tell el-Amarna, spiegelt die glanzvollen Hoffnungen der Zwanzigerjahre wider und beleuchtet die tragische Entwicklung von Simons Leben angesichts politischer Turbulenzen.

 

Das Lächeln der Königin – Fiktion und Fakten verschmelzen

In Stefanie Gerholds fesselndem Roman verschmelzen Fiktion und Realität auf großartige Weise. Die sorgfältig recherchierten Fakten fügen sich nahtlos in die fiktive Erzählung ein.

Protagonist James Simon ist ein vielschichtiger Charakter, der als bedeutender Teil des kulturellen Lebens der Zwanzigerjahre dargestellt wird.

Die lebhafte und spannende Sprache von Stefanie Gerhold entführt uns Lesende in die Welt der archäologischen Ausgrabungen in Ägypten, und das pulsierende gesellschaftliche Leben im Berlin der Zwanzigerjahre.

Das Lächeln der Königin beleuchtet die jüdische Familie Simon, das kulturelle und politische Zeitgeschehen in Deutschland und die bahnbrechenden Ausgrabungen von Nofretete durch den Archäologen Ludwig Borchardt.

Stefanie Gerhold verwebt geschickt die politischen Wirren des Ersten Weltkriegs mit dem Schicksal von James Simon. Der einst vermögende Unternehmer verliert nicht nur seinen Besitz, sondern auch seinen Einfluss. Die Autorin zeichnet dabei ein einfühlsames Bild von Simon, der nicht nur als bedeutender Akteur in der deutschen Geschichte, sondern auch kulturell interessiert und selbstlos hervorsticht.

Der Epilog rundet die Geschichte mit historischen Daten und Fakten ab, was uns ein beeindruckendes und zugleich lehrreiches Leseerlebnis bietet.

 

Für wen Das Lächeln der Königin genau das Richtige ist

Stefanie Gerhold besticht mit ihrer Darstellung der historischen Ereignisse und ihrer einfühlsamen und authentischen Beschreibung der Charaktere und Handlungsweisen.

Der flüssige Schreibstil treibt uns gekonnt durch die Seiten und macht Gerholds Debütroman zu einem gelungenen Stück Zeitgeschichte.

Das Lächeln der Königin ist nicht nur ein fesselnder Einblick in die Welt der Kunst und Archäologie, sondern auch eine eindrucksvolle Darstellung einer ganz besonderen Ära.

Die eingewobene Spekulation über zwei Büsten der Nofretete und der informative Epilog, der einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Charaktere und Ereignisse bietet, runden das Buch ab.

Taucht ein in diese mitreißende Geschichte, die die Fragen nach kulturellem Erbe, Identität und nationaler Zugehörigkeit aufwirft und uns bis zur letzten Seite in Atem hält.

Ein Muss für Geschichtsliebhaber und alle, die sich für Kunst und Kultur interessieren.

 


Über Stefanie Gerhold

Stefanie Gerhold, Jahrgang 1967, hat sich als Übersetzerin spanischsprachiger Werke, darunter Texte von Max Aub und Elsa Osorio, einen Namen gemacht. Für ihre herausragende Übersetzung von Juan Mayorgas "Himmelweg" wurde sie 2023 mit dem Eurodram-Preis ausgezeichnet. Neben ihrer Übersetzungstätigkeit verfasst sie Essays zu Themen der interkulturellen Begegnung und konnte mit dem Hörspiel "Come Back" bei Deutschlandfunk Kultur Erfolge feiern. "Das Lächeln der Königin" ist ihr erster Roman. Die Autorin lebt und arbeitet in Berlin.

  

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