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Nr. 603

 

Der Plan des Rächers

 

Ein Toter kehrt zurück

 

von Peter Terrid

 

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Hidden-X ist nicht mehr! Und somit haben Atlan und die fast hunderttausend Bewohner der SOL die bislang gefährlichste Situation auf dem an Gefahren reichen Weg des Generationenschiffs fast unbeschadet überstanden.

Doch was ist mit dem weiteren Weg der SOL?

Die Verwirklichung von Atlans Ziel, das schon viele Strapazen und Opfer gekostet hat – das Ziel nämlich, in den Sektor Varnhagher-Ghynnst zu gelangen, um dort den Auftrag der Kosmokraten zu erfüllen –, scheint nun außerhalb der Möglichkeiten des Arkoniden zu liegen. Denn beim entscheidenden Kampf gegen Hidden-X wurde Atlan die Grundlage zur Erfüllung seines Auftrags entzogen: das Wissen um die Koordinaten von Varnhagher-Ghynnst.

Doch Atlan gibt nicht auf! Im Bemühen, sich die verlorenen Koordinaten wieder zu besorgen, folgt der Arkonide einer vagen Spur, die zu Anti-ES führen soll.

Für die SOL bedeutet das den Einflug in die Randgebiete der Galaxis Xiinx-Markant und neue, erbitterte Kämpfe, denen man sich schließlich entzieht, indem man den Ortungsschutz einer blauen Riesensonne aufsucht.

Doch der Schutz erweist sich als illusorisch, als die Riesensonne plötzlich verrückt spielt. So sieht es der Plan vor – DER PLAN DES RÄCHERS ...

Die Hauptpersonen des Romans

 

 

Gusthar Irrido – Ein junger Terver.

Juccan Bresalph – Tangmeister von Astarnam.

Hallam Blake – Ein »lebendes Warnschild«.

Breckcrown Hayes – Seine SOL ist in Nöten.

Anti-Homunk – Ein Fremder unter den Tervern.

Chart Deccon – Ein Toter kehrt zurück.

1.

 

Er spürte das leise Vibrieren an den Füßen. Es zeigte ihm an, dass sich Astarnam in Bewegung gesetzt hatte. Die Pilzstadt suchte sich wieder einmal einen neuen Standort.

Gusthar Irrido nahm es mit Freude wahr. Jede Bewegung der Pilzstadt half ihm in seinem Beruf weiter, und er war gewillt, es sehr weit zu bringen – mindestens zum Tangmeister.

Innerlich aufgeregt, äußerlich aber sehr ruhig, löffelte Gusthar weiter seine Algensuppe. Neben ihm saßen mehr als einhundert andere Terver, die ihre Mahlzeiten einnahmen. Ein paar Privilegierte saßen hinter einer gläsernen Sperre und bekamen wohl richtigen Fisch serviert. Nun, in ein paar Jahren konnte auch Gusthar ein Privilegiertenabzeichen tragen und dort Platz nehmen. Man musste nur hart arbeiten, sich richtig anstrengen und sich niemals schonen, dann war ein Aufstieg durchaus möglich.

»Kannst du noch ein Stück rücken?«

Gusthar bejahte mit einer Kopfbewegung und machte Platz. Der Neuankömmling setzte sich neben ihm auf die lange Bank. Sie bot zwanzig Tervern Platz, und der Speisesaal war wie immer überfüllt. Man hatte Gusthar gesagt, in anderen Pilzstädten sähe es manchmal anders aus, da wäre frischer Fisch an der Tagesordnung, es gäbe genügend Platz und Freizeitmöglichkeiten und was dergleichen Versprechungen mehr waren. Gusthar glaubte nicht daran – reine Zweckpropaganda des Feindes, der Zwietracht in die Reihen der Terver säen wollte.

Er konnte überall lauern, jederzeit zuschlagen, das war das Schreckliche an diesem Gegner. Das Allerschlimmste aber war, dass kein Terver diesen Gegner jemals gesehen hatte. Möglicherweise verstand er sich auf die Kunst, anderer Wesen Gestalt anzunehmen und so in die Reihen der Verteidiger einzusickern – obwohl sich Gusthar ein solches Phänomen in der Praxis nicht vorzustellen vermochte.

Seit undenklichen Zeiten lebten die Terver so – stets zur Gegenwehr bereit, in angespannter Wachsamkeit. Jeder einzelne, der seinen Dienst verrichtete, wusste, worauf es ankam – nicht mehr und nicht weniger als der vollständige Triumph über den Gegner, wie immer der auch aussehen mochte.

Gusthar fischte eine Knorpelgräte aus der Suppe. Das Essen wurde immer scheußlicher, es lag wohl an der Jahreszeit. In diesem Winkel von Terv starben die Algen in unregelmäßigen Abständen beinahe ab, und der Sud, der in diesen Zeiten aus ihnen hergestellt wurde, war alles andere als wohlschmeckend. Immerhin sättigte er, und für einen Kämpfer auf Posten war es wichtig zu wissen, dass er auch für die gute Sache zu leiden und zu darben verstand.

An den Nachbartischen wurden die üblichen Gespräche geführt – über verbesserte Waffen, über die schandbare Qualität des Essens, die Launen und Marotten der Vorgesetzten, und selbstverständlich wurden auch die unvermeidlichen Weibergeschichten durchgekaut. Gusthar hörte nicht hin. Er wusste aus privaten Gesprächen, dass die meisten, die lautstark mit ihren Eroberungen prahlten, in Wirklichkeit eher verzagt und schüchtern waren. Das hinderte etliche aber nicht, prahlerische Geschichten zum Besten zu geben, obwohl fast jeder im Kreis der Zuhörer es besser wusste.

An einer Wand des Raumes – Gusthars Blick blieb bei nahezu jeder Mahlzeit kurz darauf haften – war die glatte Metalloberfläche ausgebeult. Dort hatte einmal ein schweres Massivgeschoss eingeschlagen. Astarnam war eine kriegserprobte Pilzstadt, und das konnte beileibe nicht jeder der zahlreichen Städte auf dem Meeresgrund von sich behaupten. Die Sache lag zwar schon ein paar Generationen zurück, aber immerhin – irgendein angriffslustiges Volk war gelandet und war erfolgreich zurückgeschlagen worden. Leider hatte sich damals niemand die Mühe gemacht, einen der Angreifer genauer zu beobachten – daher war außer der Form der angreifenden Raumschiffe kaum etwas bekannt. Es waren angeblich eiförmige Körper gewesen, mehr wussten die Archive nicht zu liefern.

Gusthar schob die leere Schüssel von sich. Für heute reichte es. Morgen sollte es Frischgemüse aus den Tanks geben – hieß es jedenfalls. Es würde sich zeigen müssen, was an diesen Parolen war. Irgendein Verrückter hatte angeblich auch eine Vision gehabt, dass der nächste Angriff des Feindes unmittelbar bevorstünde. Gusthar hielt das Ganze für albern.

Im Grunde seines Herzens hielt er all den Aufwand für lächerlich übertrieben. Er gehörte nicht zu den Verblendeten, die sich selbst in maßloser Selbstüberschätzung für den Nabel des Universums hielten; Gusthar wusste, wenn auch nicht aus eigener Erfahrung, dass es in den Weiten der Himmelsschwärze zahllose andere Sonnen mit Planeten und Bewohnern gab. Warum, so fragte er sich, sollte eines dieser Völker ausgerechnet über die Terver herfallen wollen? Was gab es auf Terv schon zu holen – außer sehr viel Wasser?

»Hast du's schon gehört?«, sprach jemand Gusthar von der Seite an. Kerban, ein Klotz von einem Terver, ein Kämpfertyp, wie er von den Vorgesetzten immer gern gesehen wurde.

»Was?«, fragte Gusthar zurück. Er war sicher, wieder ein neues, unbeweisbares Gerücht zu hören zu bekommen.

»Es heißt, wir würden Besuch bekommen«, plapperte Kerban drauflos. Wenn er sein Mundwerk erst einmal in Gang gebracht hatte, war er meist zu faul, es wieder abzustellen. »Wir sollen aus dem All angegriffen werden, sagt man. Zuverlässige Quelle, du kannst mir glauben. Es wird heiß hergehen in den nächsten Tagen. Die beste Gelegenheit für uns, an eine Auszeichnung herankommen zu können. Du könntest Privilegierter werden, und für mich wird sicher auch etwas abfallen.«

Gusthar grinste still in sich hinein.

Kerban wartete immer auf die Gelegenheit zum Kampf; es war für ihn die einzige Möglichkeit, nach vorn zu kommen.

Dabei war Kerban ein Terver von Gemüt, ein aufrichtiger Kamerad ohne Falsch und Furchtsamkeit. Man konnte sicher sein, dass er sich lieber würde in Stücke reißen lassen, als im Ernstfall einen verletzten Kameraden im Stich zu lassen. Ob er mit dieser kühnen Rechtschaffenheit Karriere machen würde, war mehr als zweifelhaft. Juccan Bresalph, zur Zeit Tangmeister der Pilzstadt, zog Typen vor, die eine gehörige Portion Schlitzohrigkeit aufwiesen; sie waren im Ernstfall wirksamer als die offenherzigen Streiter vom Schlage Kerbans.

Gusthar ließ den Gefährten weiterreden, ohne ihm zuzuhören. Für die nächsten Tage war eine Großübung angesetzt, vielleicht gab es dabei für Gusthar eine Chance, sich auszuzeichnen. Er hatte sich da ein paar neue Kommandoimpulse für den Schweißtang einfallen lassen. Wenn er die Aufmerksamkeit der Prüfer darauf lenken konnte, stand seinem Aufstieg nicht mehr viel im Weg. Dann konnte er sogar an die Gründung einer eigenen Familie denken. Einem Privilegierten stand mehr Wohnraum zu, besseres Essen und freier Besuch aller Vergnügungsstätten. Wenn er allerdings Pech hatte, wurde er in eine andere Stadt versetzt – und da konnte es ganz anders aussehen als in Astarnam.

Der Antigravlift brachte die beiden hinauf in ihre Dienststelle. Beide arbeiteten in der Zentrale von Astarnam. Kerban als Wache und Gusthar als einer der Stellvertreter des Tangmeisters, dem die Verteidigung der Stadt oblag. Ihm übergeordnet war nur der so genannte Senkmeister, der gewählte Repräsentant der Stadt, der sie auch im Kontakt mit anderen Städten vertrat. Es gab Städte, in denen die Senkmeister das Sagen hatten, in Astarnam war es der Tangmeister, der letztlich die Befehle gab.

Juccan Bresalph sah nur kurz auf, als die beiden die Zentrale betraten. Kerban bezog sofort seinen Posten neben dem Lift. Er hatte im Ernstfall die Aufgabe, Besucher daran zu hindern, die Besatzung durcheinander zu bringen.

Gusthar nahm auf seinem Sessel Platz. Ein Handgriff aktivierte die Schirme.

Rasch ging Gusthar die Kontrollen durch.

Astarnam war eine der größeren Pilzstädte. Die Bodenfläche durchmaß zehn Kilometer, der höchste Punkt der Kuppe lag in fünftausend Metern Höhe. Die Versorgungseinrichtungen, Maschinenanlagen, Lufterneuerungssysteme und andere, waren in der Regel in den Stielen der Pilzstädte untergebracht. Im Fall von Astarnam war dieser Pilzstängel einen Kilometer dick und drei Kilometer lang.

Gusthar musterte die Kontrollen. Alle Anlagen arbeiteten einwandfrei. In Sektion 180 der Wasseraufbereitung hatte es eine undichte Stelle gegeben, durch die in den letzten Tagen einige Tonnen Wasser eingesickert waren. Befriedigt stellte Gusthar fest, dass die Lecks abgedichtet waren und die fragliche Station wieder trockengepumpt worden war.

»Alle Werte einwandfrei«, gab Gusthar an den Tangmeister weiter. Bresalph nickte nur knapp.

Er selbst hatte drei Wochen zuvor den Standort für Astarnam ausgesucht – eine Mulde im Meeresboden, die nur knapp eintausend Meter unter der Oberfläche lag. In regelmäßigen Abständen wechselten Pilzstädte ihre Standorte, meistens in einer Art Ringtausch mit anderen Städten. So kam jede Einwohnerschaft im Lauf der Zeit in den Genuss der verschiedenen Standortvorteile – mal waren die Fischgründe besser, mal konnten Rohstoffe aus dem Boden gefördert werden, mal war es möglich, Energie zu sparen, indem ein unterseeischer Vulkan angezapft wurde.

Überaus unbeliebt – und das stand Astarnam in den nächsten zwei Monaten bevor – war der Wachdienst.

»Klar zum Steigen!«, befahl der Tangmeister.

Die Zentralbesatzung, knapp einhundert Terver unterschiedlichen Alters, war gut eingespielt. Durch Schaltung wurden die Klammern gelöst, die die Stadt am Meeresboden fixiert hielten. Gleichzeitig wurden die größeren Schotte dicht gemacht. Dadurch zerfiel die Stadt in knapp fünfzig voneinander getrennte Sektoren, die einzeln gute Überlebensaussichten hatten, falls es zu einer technischen oder sonstigen Panne kommen sollte.

»Schwebezustand erreicht!«

Astarnam schwebte jetzt, von Antigravpolstern gehalten, frei im Wasser.

»Strömung nicht merkbar.«

Das erleichterte die Arbeit merklich. Es war immer recht unangenehm, wenn Pilzstädte kippten. Zwar sorgte die künstliche Schwerkraftregelung dafür, dass auch dann alles blieb, wo es stand – aber es gab Orientierungsschwierigkeiten in Fülle, wenn man die Städte verließ.

»Kurs Südsüdost«, bestimmte der Tangmeister.

Jemand in der Zentrale stieß einen leisen Seufzer aus. Gusthar kannte den Grund, Juccan ebenfalls.

»Hat jemand Einwände? Dann Ruhe in der Zentrale!«

Der Dephner-Graben war eine der tiefsten Stellen des Meeresbodens, eine Senke von fast zwölf Kilometern Tiefe und unerfreulicherweise auch noch breit genug, um selbst eine so große Stadt wie Astarnam aufzunehmen.

Noch ragte die Pilzkuppel weit über die Oberfläche des Meeres hinaus, aber damit würde es bald vorbei sein.

»Was sagt das Lot?«

Das war ein harter Tadel für den Loter, der eigentlich unaufgefordert seine Werte hätte durchgeben müssen. Der fragliche Terver durfte von einigen Privilegpunkten Abschied nehmen.

»Zweitausend.«

»Kurs bleibt!«, erklärte Juccan.

Vergleichsweise gemächlich driftete das Riesengebilde durch das Meer. Zum Glück war die See an diesem Tag ruhig, der Himmel zeigte ein paar weiße Wolken auf blauem Grund. Die Luft, die einstweilen noch unmittelbar von draußen hereingepumpt wurde, war frisch und kühl.

»Langsam absenken!«

Zahlreiche Schaltvorgänge waren zu beachten. Die Stadt musste gleichmäßig sinken. Wehe dem Tarierer, der die Stadt über eine Kante abschmieren ließ. Gusthar hatte das einmal als kleiner Junge miterlebt und eine Woche in Schräglage gelebt, als ein Narr die Stadt querkant in eine riesige Schlammbank gesetzt hatte. Die Hilfe von drei anderen Städten war vonnöten gewesen, um diesen Patzer wieder auszubügeln. Der fragliche Tarierer hatte Selbstmord verübt, um der Schande zu entgehen.

Auf den Kontrollschirmen war zu sehen, wie das blaugrüne Wasser an den Metallwänden der Stadt in die Höhe zu steigen schien. Dann war das leise Knacken zu hören, mit dem die Luftzufuhr umgestellt wurde, und schon nach kurzer Zeit füllte sich die Atemluft mit dem unverkennbaren Maschinenmief. Nach ein bis zwei Stunden hatte man sich an diese seltsame Ausdünstung gewöhnt, aber beim jähen Übergang von Frischluft auf Bewetterung war die Umstellung doch unangenehm spürbar.

»Stadt unter!«

Jetzt lagen die ersten Zentimeter Wassertiefe über der Stadt. In ihrem Innern ging das Leben weiter seinen normalen Gang. Es verstand sich von selbst, dass alle Besucher ihre Gleitfahrzeuge und Wellensprinter eingedockt hatten. Kontakt zu anderen Städten war jetzt nur noch per Langwellenfunk oder über das Transmitternetz möglich – letzteres natürlich nur in begründeten Ausnahmefällen, also für den Normalterver praktisch nie.

»Einhundert.«

Der Meeresboden schien unter Astarnam gleichsam wegzusacken. Die Kante des Dephner-Grabens war erreicht.

In langsamem Sinken bewegte sich Astarnam weiter vorwärts, auf die Mitte des Grabens zu. Nur dort hatte sie in ihrer ganzen Ausdehnung Platz, und auch das nur, wenn die U-Lotsen höllisch aufpassten.

»Tarierer, aufgepasst!«

Juccan Bresalph war mit Sicherheit ein Scheusal von einem Terver – mit gleicher Sicherheit aber war er ein Könner seines Fachs. Er hatte die otterflinken Augen überall, nichts entging ihm. Auch das unmerkliche Verkanten der Stadt um einen halben Meter hatte er mitbekommen. Durch Fluten beziehungsweise Leerpumpen von Tanks wurde der Fehler ausgeglichen. Der Tarierer veränderte etwas die Hautfarbe.

Gusthar überprüfte die Druckfestigkeit der unteren Stadtteile. Der Pilzstiel wurde bei solchen Fahrten in den Stadtkörper hineingefahren, und an diesen Kontaktstellen kam es leicht zu Wassereinbrüchen. Und in zweihundert Metern Tiefe kam aus einem fingerstarken Loch ein Strahl hervorgeschossen, der einen kräftigen Mann glatt hinwegfegen konnte.

»Stillstand!«

Jetzt schwebte Astarnam über seinem neuen Bestimmungsort.

»Sinken, rasch!«

Unwillkürlich leckte sich Gusthar die Lippen. Die Terver waren an ein Leben auf dem Wasser und im Wasser gewöhnt, aber diese Tieftauchunternehmungen wirkten auch auf die Abgebrühten recht bedrohlich.

Alles kam jetzt darauf an, dass die Terver und Maschinen mit der gleichen Zuverlässigkeit funktionierten. Jenseits von zwei Kilometern Tiefe konnte der kleinste Fehler lebensgefährlich für die gesamte Einwohnerschaft werden. Manch eine Pilzstadt war eines Tages spurlos verschwunden – der ungeheure Wasserdruck hatte dafür gesorgt, dass kaum verwertbare Spuren übriggeblieben waren.

Der Tiefenanzeiger kroch langsam in die Höhe. Drei Kilometer Tiefe. Gusthar hatte sich einmal den Spaß gemacht und den Druck ausgerechnet, der in einer solchen Tiefe auf einem Terverkörper lastete – er hatte es sehr bald aufgegeben. In dieser Tiefe war Überleben nur möglich, wenn eine perfekte Technik bereitstand.

Eine Stunde später waren sieben Kilometer erreicht. Einigen in der Zentrale stand die Angst in den Gesichtern geschrieben.

In den Wänden knarrte und knackte es. Es waren simple Spannungen, die sich da entluden, aber die Geräusche zerrten an den Nerven der Besatzung. Sie saß der Außenhaut am nächsten, wenn sie riss, waren sie als erste an der Reihe ... niemand machte sich Gedanken, dass eine Katastrophe, sofern sie überhaupt eintrat, so schnell vonstatten gehen würde, dass keiner mehr Zeit zum Reagieren würde finden können.

»Kontakt zum Boden!«