Erfolgreiche Lehre für Universitäten und Hochschulen

Ein Wegweiser für Dozenten
und Lehrkräfte aller Art

INHALT

WORUM GEHT ES HIER?

KAPITEL 1: BESTANDSAUFNAHME

ERHÄLTST DU INDIREKTES FFEEDBACK?

ZUSTAND DER LEHRE

WIE VIELE GUTE VORLESUNGEN HATTEST DU?

WIE KOMMT ES DAZU?

KAPITEL 2: LEHRE VERSTEHEN

WIE FUNKTIONIERT EIGENTLICH LERNEN?

LEHRE IM KONTEXT VON BERUF UND FORSCHUNG

DAS ERGEBNIS GELUNGENER LEHRE

LEHRE ALS ANGEBOT

KAPITEL 3: DEINE ROLLE ALS DOZENT UND LEHRER

SIND DOZENTEN EXPERTEN?

WAS HAST DU ALS DOZENT DAVON?

BEGEISTERUNG (WIEDER) ENTDECKEN

ÄNDERUNG DEINES BLICKWINKELS

GIB DIE LEHRE AUF…

KAPITEL 4: LEHRE NEU GESTALTEN

THEMEN ERARBEITEN

KOMMUNIKATION STATT VOR-LESUNG

EIN SOLIDES FUNDAMENT

KONTEXT ERMÖGLICHT VERSTÄNDNIS

SPEZIALFÄLLE SIND KEINE BEISPIELE

INTELLIGENTES WIEDERHOLEN

WERKZEUGE DER ABSTRAKTION: Fachbegriffe & FORMELN

ÜBERFLÜSSIGE SKRIPTE

UNTERSTÜTZUNG DURCH MATERIALIEN & MEDIEN

ZU VIEL DES GUTEN

PRÜFUNGEN DIE MAN GERNE KORRIGIERT

KAPITEL 5: EIN REALES BEISPIEL

DANKE!

Worum geht es hier?

Vorab lediglich eine kurze Bemerkung, was dich hier erwartet. Es klingt vielleicht überraschend, aber meine Intention ist nicht, dir zu erklären, wie du bei deiner Lehrtätigkeit vorgehen sollst. Ziel ist in erster Linie dir Zeit zu sparen. Zeit, die dazu nötig wäre, dich tiefgreifend mit dem Thema Lehre zu befassen und wofür im alltäglichen Hin und Her oft keine Zeit bleibt.

Doch aus dem, was ich erlebt und recherchiert habe, ergeben sich keine Regeln, keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, kein Versprechen oder Garantie, dass der ein oder andere Ansatz absolut immer funktionieren wird. Würde ich das behaupten, hätte ich einen entscheidenden Faktor ganz außer Acht gelassen. Nämlich dich als Dozent und was dir selbst bei deinen Lehrveranstaltungen Freude bereitet. Wenn dich der ein oder andere Punkt inspiriert etwas Neues auszuprobieren, hat dieses Buch seinen Zweck voll und ganz erfüllt.

Um es einmal ganz deutlich zu formulieren, mich interessiert nicht, was gebetsmühlenartig über Lehre und das Ziel davon erzählt wird. Die Behauptung: "Schüler und Studenten sollen lernen selbstständig zu denken", ist dabei wohl das markanteste Beispiel. Stattdessen gehe ich davon aus, was ich selbst erlebt habe, nahezu alle Studenten immer noch Tag für Tag in den Lehrveranstaltungen erleben – und was dabei herauskommt.

Allerdings plädiere ich nicht für einen Umsturz oder eine Revolution des gesamten Bildungssystems, wie einige andere Persönlichkeiten, die sich zu dem Thema äußern. Das größte Potential sehe ich darin, in den bestehenden Grenzen kleine Dinge auszuprobieren, neu zu gestalten und so Veränderungen anzustoßen. Was wirklich nachhaltig funktioniert dient als Vorbild und führt durch Nachahmer mit der Zeit auch zu Veränderungen in größerem Maßstab.

Als ich anfing mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, fand ich erstaunlich, dass es relativ wenig Literatur dazu gibt – und vor allen Dingen nur eine bestimmte Art davon. Teils hunderte Seiten lange Methodensammlungen und Anleitungen, was du machen sollst. Oft sind diese vergleichbar mit einem Vorlesungs-Skript und stark wissenschaftlich formuliert. Wer soll sich das alles merken und noch dazu während einer Veranstaltung anwenden können? Deshalb biete ich dir hier, vergleichbar mit einem einfachen Gespräch, eine Beschreibung ohne Fachterminologie, was erfolgreiche Lehre im Kern ausmacht. Zusätzlich gebe ich konkrete Beispiele, die dir als Inspiration dienen können.

Der ein oder andere überlegt jetzt wahrscheinlich, was mich dazu befähigt, über dieses Thema zu schreiben. Eine berechtigte Frage, die ich mir selbst gestellt habe. Ich bin kein Experte, habe keine eigene Methode entwickelt, von der ich dich überzeugen will. Meine Tätigkeit verstehe ich als eine Mischung aus Journalist und Wissenschaftler. Ein Teil der Arbeit war die Recherche von Erkenntnissen zu den Themen Lehre und Lernen. Ein noch größerer Teil war hingegen die direkte Beobachtung und Analyse unterschiedlicher Veranstaltungen und Dozenten. Dadurch konnte ich im Lauf der Zeit Muster erfolgreicher Lehre erkennen. Das habe ich schließlich hier in konzentrierter Form aufbereitet und zusammengefasst.

Jahrelange Erfahrung im Halten von Vorlesungen kann ich nicht vorweisen. Meine Praxis als Lehrer beschränkt sich auf die Leitung von Tutorien während des Studiums und Tätigkeiten als Nachhilfelehrer, insbesondere für Kommilitonen. Gerade dieser Blickwinkel von außen ermöglicht mir Aspekte zu sehen, die jemand, der täglich mit dem Thema konfrontiert ist, vielleicht gar nicht mehr wahrnimmt. Eine Betriebsblindheit gibt es auch bei der Lehre. Das Argument: "Man versteht etwas nur, wenn man es jahrelang gemacht hat und man darf erst dann Verbesserungsvorschläge dazu geben!", hat für mich daher kein Gewicht.

Abhängig vom Dozenten und Fachgebiet gibt es viele verschiedene Arten, Lehre erfolgreich umzusetzen. Statt eine Anleitung zu geben, geht es mir vielmehr darum, grundlegende Prinzipien zu verstehen (die übrigens nicht beschränkt sind auf Universitäten und Hochschulen) und beispielhaft Werkzeuge zu beschreiben, die darauf aufbauen. Nimm davon, probiere einfach aus, was dich anspricht und was du interessant findest. So werden nicht nur deine Schüler bzw. Studenten profitieren, sondern auch du selbst. Wie genau, dazu folgt später mehr.

Es interessiert mich sehr, welche Veränderungen diese Vorschläge auslösen. Lass mich also gerne daran Teil haben, was du ausprobierst, was das Ergebnis war oder welche eigenen Ideen du entwickelst. Bei Fragen, oder wenn du gerne direktes Feedback zu deiner Tätigkeit als Lehrer wünscht, kannst du ebenfalls gerne auf mich zukommen. Die entsprechenden Kontaktdaten findest du am Ende des Buches.

Bleibt nur noch mich zu bedanken, dass du diesem Buch deine Aufmerksamkeit schenkst und dir viel Spaß beim Lesen, Lernen und natürlich Lehren zu wünschen! Das ist meiner Ansicht nach eine der schönsten Erfahrungen, die wir alle machen können.