Carrie Fox


Im Jahr 1964 wurde Carrie Fox in Dinslaken, Nordrheinwestfalen geboren und lebte in der ersten Hälfte ihres Lebens in Duisburg.

Außer einer Eins in Deutsch und Kunst, zeichnete sich nie ab, dass sie einmal Romane schreiben würde. Ihr beruflicher Lebenslauf führte sie über eine handwerkliche Ausbildung zur Verkaufsberaterin in einem der führenden Baumärkte.

Seit 17 Jahren arbeitet sie für denselben Arbeitgeber und schafft sich ihren Ausgleich mit ihrem Hobby, dem Schreiben ihrer erotischen Romane.

Sie publizierte in früheren Jahren über 50 wissenschaftliche Artikel für eine historische Fachzeitschrift und wechselte 2010 das Thema.

Bei Juicybooks sind vier ihrer Titel erschienen, eine Neuauflage bei Elysion-Books ist in Planung.

2011 »Dauergeil«,

2012 »Beobachte mich!«,

2013 »Entfessle mich!«

2014 »Der Duft von Heu«.

www.Carrie-Fox.jimdo.com


Das haben wir uns verdient

Endlich war das neue Bett aufgebaut. Zusammen mit Eveline hatte es bloß eine halbe Stunde gedauert, bis es an seinem Platz stand. Daniel hatte sich für ein hölzernes Bett mit runden Pfosten und waagerechten Rundhölzern an der Front- und Rückseite entschieden. Es war weiß lackiert und sah bequem aus. Er rückte es mit dem Kopfende an die Wand und klopfte seine Hände ab, als hätte er ein gewaltiges Stück Arbeit geleistet. Er stellte sich neben Eveline und umarmte sie seitlich, drückte sie an sich und begutachtete ihr beider Werk. Als Antwort zog sie ihn anerkennend nahe zu sich heran und tätschelte seine Schulter.

»Danke, dass du mir geholfen hast«, sagte er liebevoll zu ihr.

»Für dich habe ich das gern getan.« Sie lächelte.

»Sieht es nicht wunderbar aus? Als wäre es nur für uns gemacht«, sagte er und konnte nicht verhindern, dass ein heißes Gefühl der Lust in ihm hochstieg, wie die Anzeige eines Thermometers im Hochsommer.

Eveline lehnte ihren Kopf an seine Schulter.

»Die große Fläche ist sagenhaft. Lass uns testen, ob es so weich ist, wie es aussieht.« Was dieses neue Möbel für eine Wirkung hatte. Vergessen war die Scham wegen seiner Bruchbude und auch Eveline wirkte viel gelöster und nicht mehr dermaßen schüchtern wie an dem Tag, an dem sie sich im Leuchtturm geliebt hatten.

Sie löste sich von ihm, zog ihre Schuhe blitzschnell im Stehen aus, nahm einen kurzen Anlauf und ließ sich im Sprung rückwärts auf die Matratze fallen. Ihre roten Haare flogen ihr ins Gesicht, sie bog den Rücken wie eine Stabhochspringerin und ihre Beine öffneten sich wie Scheren. Am liebsten hätte er diesen Moment mit einer Zeitlupenkamera festgehalten. Ihre Haare fielen weich und ihr noch bekleideter Körper sah wundervoll aus. Als sie federnd in den Kissen landete, lächelte sie ihn verheißungsvoll an. Sie spitzte andeutend ihre Lippen und blies ihm auf ausgestreckter Hand einen Kuss zu. Ihre Lider waren halb geschlossen, das Kinn leicht vorgeschoben und die rosa Lippen einen Spalt breit geöffnet. Wenn das keine Einladung war! Sie verbreitete eine bestimmte Gemütlichkeit in dem neuen Bett und lag da, wie eine Katze, die sich behaglich in die Kissen schmiegte. Ihre Haltung war sexy und wie sie ihn ansah, trug dazu bei, dass sein bestes Stück sich in der Hose aufrichtete und gegen den Reißverschluss drückte.

Ihr Kopf lag auf dem Kissen und ihre roten Haare sahen aus, wie ein kupfernes Schmuckstück, das in einer Watteverpackung eingebettet war. In Wellen fiel ihr Haar über die neuen, weißen Kissen. Daniels Erregung bekam einen neuerlichen Schub. Sie sah verdammt noch mal geil aus und er freute sich darauf, bald das von ihr zu bekommen, wonach er sich gesehnt hatte.

Er konnte es nicht abwarten, zu ihr in die Federn zu springen. Er zog seine Schuhe ebenfalls im Stehen aus, knöpfte sein Hemd auf, dass seine Brust entblößt war und landete sogleich mit einem raubtierartigen Sprung neben ihr.

Sie hatte sich jetzt seitlich hingelegt, sich mit dem Ellenbogen auf die Liegefläche gelehnt. Ihre Hand stützte ihr süßes Gesicht und war unter den roten Haaren verschwunden. Er sah sie an, ihre tiefblickenden Augen, ihre süßen Sommersprossen und ihre gut geformte Figur. Jede Kurve an ihr war formschön geschwungen und ihr Becken schien aus der Taille heraus Anlauf zu nehmen, einen Berg zu überwinden und in den weichen Oberschenkeln überzugehen. Ein Skifahrer hätte seine Freude an solchen kurvigen Hügeln gehabt.

»Danke, dass du mir geholfen hast«, sagte er leise und mit zärtlicher Stimme. Er war sehr froh, sie für sich gewonnen zu haben.

»Das habe ich gern gemacht. Bekomme ich nun meine Belohnung?«

Und ob sie die bekam. Daniel küsste sie zuerst auf die Stirn und weiter auf die Sommersprossennase. Schließlich auf den sinnlichen Mund. Sie umarmte ihn leidenschaftlich und küsste ihn begierig zurück. Es dauerte nicht lange, bis seine streichelnden Hände den Weg zu ihrem bebenden Busen fanden. Er zog ihr T-Shirt aus dem Hosenbund und ließ seine Finger darunter gleiten. Er ertastete ihre warme, weiche Haut, die sich um den Bauchnabel spannte und versenkte die Kuppe des Zeigefingers darin. Sie ließ sich auf den Rücken gleiten und stöhnte kurz voller Wohlgefallen auf. Er erkundete ihren flachen Bauch, glitt höher und erreichte bald die beiden formschönen Brüste. Den Stoff des Shirts nahm er in seiner Armbeuge mit nach oben. Ihr flacher Bauch lag frei. Als er ihre Nippel berührte und sie gleichzeitig voller Hingabe auf den Mund küsste, merkte er wie sie sich aufrichteten. Die kleinen, harten Stifte ragten auf und fühlten sich an, wie geriffelte kurze Holzdübelchen. Wow, das Gleiche passierte in seiner Hose, sein Schwanz fühlte sich an wie ein Holzknüppel.

»Wie ich deine Brüste liebe«, flüsterte er ihr ins Ohr. »Zieh dich aus. Ich will dich spüren, dich von oben bis unten verwöhnen.«

»Das haben wir uns redlich verdient«, flüsterte sie zurück.

Eveline wand sich unter ihm hervor und kniete sich vor ihn hin, um das Shirt über ihren Kopf zu ziehen. Daniel legte sich genießerisch auf das Laken und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. Was für eine Aussicht! Als sie ihre Arme hob, streckte sie ihren Busen in die Höhe. Zwei gewaltige Kugeln erhoben sich vor ihm. Er lag unter ihr und bewunderte die schöne und aufreizende Perspektive. Ihre wohlgeformten Softbälle schaukelten hin und her, als sie sich des Kleidungsstückes entledigte. Die Höfe um die stehenden Nippel herum waren rosabraun und leicht runzelig. Sie sahen appetitlich aus. Wie die Haut eines knusprigen Hähnchens. Er stellte fest, dass er Hunger hatte. Verstohlen sah er auf die Uhr an der Wand. Hoffentlich bemerkte sie seinen Seitenblick nicht, er wollte die aufgeheizte Stimmung nicht verderben. Es war kurz vor Mittag. Er könnte später essen, was der Kühlschrank bot. Er unterdrückte das Hungergefühl und widmete sich sexhungrig ihr. Sie zeigte aufreizend, was sie zu bieten hatte und deutete ihre schlüpfrige Fantasie damit an, dass sie ihre Hände unanständig über ihren Körper gleiten ließ und ihn währenddessen ansah, als wenn sie ihn hypnotisieren wollte. Er würde ihre Bemühungen und ihr erotisches Räkeln gleich reichlich belohnen.

»Du meine rothaarige Göttin. Wie ich dich verehre!« Sein Blick haftete an ihrer wunderschönen Figur.

»Willst du noch mehr sehen?«

»Oh ja.« Daniel ließ einen zischenden Laut durch seine Lippen entweichen. Selten hatte er so viel Erotisches auf einmal gesehen. Sie tat es speziell für ihn und er lechzte danach, sie endlich anfassen zu dürfen.

Er streckte eine Hand nach ihr aus und berührte zärtlich mit den Fingerspitzen ihre weiche Haut. Daraufhin kniete sie sich mit gespreizten Beinen über ihn, stellte sie sich auf die Knie, schob ihren Unterkörper vor und öffnete den Gürtel ihrer Jeans. Langsam zog sie das Leder durch die einzelnen Schlaufen, um ihn anschließend zu Seite zu legen. Provokant langsam öffnete sie den Reißverschluss. Ihr Unterkörper sah verlockend aus. Diese perfekten Rundungen. Ihr Bauchnabel sah aus, wie eine geheime Öffnung, in die man einen Smaragd stecken müsste, um eine verborgene Tür zu öffnen. Er genoss diesen Anblick wie einen guten Kinofilm. Anschließend schälte sie sich mit schlängelnden Hüftbewegungen aus der engen Hose und lag bald nur noch mit einem kessen Tanga bekleidet vor ihm. Hatte sie etwa geplant, heute Sex zu haben? Wenn sie nicht etwas Spezielles vorhatte, zöge sie solch ein erotisches Wäschestück doch nicht an? Es war sehr verführerisch anzusehen und passte ausgezeichnet zu ihrer Haarfarbe. Er war jedenfalls über den winzigen roten Slip erfreut. Wenn er ihn näher betrachtete, konnte er eine feine Netzstruktur erkennen, die mit Silberfäden durchwirkt war. Im Mittagslicht, das frühsommerlich durchs Fenster schien, glitzerte es ihm entgegen und schürte sein Verlangen.

»Das sieht schön aus«, gurrte er.

»Danke für das Kompliment«, erwiderte sie und sah ihn mit einem besonderen Lächeln an. Ohne den Blick von ihm zu lassen, öffnete sie ihre Schenkel. Ganz leicht und doch deutlich genug. Er konnte nicht anders, als der Aufforderung zu folgen und seine Fingerspitzen auf den Tanga zu legen. Der Stoff war weich, sein Finger folgte der Form, die ein »V« zwischen ihren Schenkeln und der Oberkante ihres Venushügels bildete. Die Kante war mit kleinen Glassteinchen besetzt. Er folgte den Erhebungen des Schmucks und landete bald am unteren Ende. Eveline öffnete ihre Schenkel noch mehr und seine Finger tauchten in den warmen Bereich zwischen ihnen ein.

»Oh«, entfuhr es ihm. »Was ist denn das?« Seine Finger glitten ungehindert zwischen ihren Schamlippen auf und ab. Kein Stoff war zu bemerken. Warme Feuchte benetzte seine Fingerspitzen. Sie lächelte ihn erneut verführerisch an und ihre Augen glitzerten auf besondere Weise.

»O, wie ouvert.« Sie kicherte leise.

»Unten offen, das ist eine schöne Überraschung.« Er näherte sich mit dem Gesicht ihrer einladenden Bikinizone und ließ seine Zunge über den Rand des Stoffes und gleichzeitig über ihre feuchten Schamlippen gleiten. Er spürte die winzigen Steinchen am Rand des Tangas und genoss die Weichheit ihrer feuchter werdenden Lippen.

»Damit schmeckst du nochmal so gut.« Ihr Geruch ließ sein starkes Verlangen nach Sex unerträglich werden. In seiner Hose pochte es bereits und unaufhaltsam erhärtete sich sein Schwanz und fühlte sich bald an, wie ein Betonpfahl.

»Es wird Zeit, dass du dich ausziehst«, flüsterte sie fordernd.

Er erhob sich, öffnete seine Hose genauso langsam und provozierend wie sie es eben noch für ihn gemacht hatte. Er stieg langsam heraus, erst das linke Bein, dann das rechte Bein. Sein Schwanz war auf das Maximum herangewachsen in der schwarzen Boxershorts, die er unter seiner Hose trug. Das Hemd, das er vorhin schon geöffnet hatte, streifte er ab, ließ es kurz in der Luft rotieren, wie es sich für einen Manstrip gehörte und schmiss es zum Schluss hinter sich. Ob ihr diese intime Darbietung gefiel? Ihrem Gesichtsausdruck nach war sie bestimmt begeistert. Sie streckte schon ihre Hände nach ihm aus. Als sie provokativ ihre Zunge über ihre rosa Lippen gleiten ließ, war es um ihn geschehen. Seine Boxershorts sahen aus wie ein Zelt im Jugendcamp. Eveline krabbelte auf ihn zu wie ein schleichender Gepard auf der Jagd und ließ währenddessen ihren hübschen Po schwingen. Wie schön dieser nackte Körper sich bewegte!

Dann war sie bei ihm und setzte sich auf die Bettkante.

»Bleib so stehen, Daniel. Ich will den Rest ausziehen.« Sie legte ihre geschmeidigen Finger an seinen Hosenbund und zog ihn sanft über den hochaufgerichteten Penis. Wie der Blitz durchfuhr ihn ein unsagbar heißes Gefühl und sein Strammer schnellte hervor, als bestünde er aus einem dicken Stück Gummi, das von einem Seil gehalten wurde, das nun von jemandem gekappt worden war. Die rote Eichel glühte förmlich. Was sie wohl vorhatte? Wenn er daran dachte, nachher in ihre weichen Schamlippen einzutauchen sie in dem neuen Ouvert-Tanga zu vögeln, zuckte sein Schwanz und ein prickelndes Gefühl breitete sich in seinen Lenden aus. Ob sie plante, ihn ausgiebig an der Wurzel zu lutschen? Allein die Vorstellung eines solchen schönen Vorspiels war zu geil für ihn, am liebsten hätte er sie sofort gepackt. Nein, er wollte sie noch ausgiebig verwöhnen, also sollte er sich lieber mehr Zeit lassen. Sie näherte sich ihm und formte ihren Mund zu einem »O«, während sie ihn verheißungsvoll öffnete. Er stemmte seine Beine fest auf den Boden und richtete sich auf, als wollte er den Kampf mit einem Ungetüm aufnehmen.

Nur noch wenige Zentimeter und sie ließ ihn in ihrem Mund verschwinden. Heiß wie ein brodelnder Geysir empfing ihn ihre Mundhöhle. Ihre Zunge führte tief im Inneren einen Tanz auf. Sie saugte und klopfte gleichzeitig mit ihrer Zunge gegen das Bändchen unterhalb der Eichel. Er warf den Kopf in den Nacken und stöhnte voller Wollust. Seine Finger vergruben sich in ihren Haaren und er streckte ihr seine Lenden langsam, und dennoch rhythmisch entgegen. Er spürte, wie sein Schwanz aus ihr herausglitt und sie ihn mit kräftigen Lippen ummantelte.

Schließlich saugte sie ihn wieder in sich und er verschwand erneut in ihr. Dieses gleitende Spiel wiederholte sie minutenlang und er genoss ihre lüsternen Saugaktionen. Wenn sich sexuelle Erregung in seinen Lenden breit machte, wurde das Denken unwichtig. Kein Gedanke galt dem Essen oder der Arbeit. Er sah bloß noch sie und fixierte nur noch ein Ziel. Heißen Sex. Heißen, wilden Sex.

Seine Knie knickten ab und zu ein, er fürchtete, bald den Halt zu verlieren und beschloss, sich neben seine Traumfrau zu legen, sich an dem Gefühl zu laben, sie zu berühren, zu verführen und schließlich in sie einzudringen. Die Vorfreude wurde übermächtig.

Doch jetzt war sie an der Reihe. Die pure Lust floss in ihr und in ihrem Lustzentrum unter dem Tanga bebte es. Sie war ebenso heiß wie er. Das merkte er an der Feuchtigkeit ihrer dunkelrosa gewordenen Schamlippen. Er hauchte seinen warmen Atem über ihr pulsierendes Geschlecht und gab sich größte Mühe, ihr Verlangen zu steigern. Sie dankte es ihm mit lustvollem Stöhnen. Er fühlte die heiße Nässe an seiner Zungenspitze und bohrte sich in sie hinein, fuhr wieder heraus und glitt zwischen den Lippen zu ihrer Liebesperle, die er unermüdlich mit seiner Zungenspitze umkreiste. Er nahm ihren Po in beide Hände, zog ihn genüsslich zu sich und versenkte sich erneut in ihrer heißen Höhle. Ihr Geruch verwandelte ihn in ein wildes Tier, das sie jetzt nehmen musste und aus reinem animalischen Instinkt zur Begattung überging. Er tauchte aus den Tiefen des nassen Deltas hervor und beugte sich über sie. Seine starken Armen stützen sich in den weichen Kissen ab und seine Haut rieb gleitend über ihre. Sie öffnete ihre Beine, sodass er keine Mühen hatte, sich in sie zu bohren. Jeder Stoß wurde von einem tiefen Stöhnen ihrerseits begleitet. Ihr Gesicht war angespannt, ihre Augen genießerisch geschlossen. Ihr Mund formte Laute der Lust, während sie den Kopf hin und her bewegte. Winzige Schweißperlen bildeten sich als Ausdruck der Gier auf ihrem Hals und er leckte sie wollüstig ab. Sie öffnete ihre Augen. Es machte ihn schier verrückt wie sie ihn ansah, als ob sie sich zwischen Flehen und Anfeuern nicht entscheiden konnte.

Sie lechzte nach jedem Zentimeter, den er in ihr ausfüllte. Er fühlte sich, als wäre er im freien Fall, aus einem Flugzeug geworfen worden. Ohne Fallschirm, schwerelos den stürmischen Winden der Lust ausgesetzt. Kurz vor dem vermeintlich endgültigen Aufprall war er wieder bei ihr. Beide stöhnten und waren wie miteinander verwoben und an einem Punkt, an dem es keine Rückkehr mehr gab. Die vollendete Sinnlichkeit brachte beide dem Höhepunkt näher. Ihre Hände glitten nach oben, suchten nach seinen Brustwarzen, spielten mit ihnen, kniffen frech hinein, was seine Erregung noch steigerte. Oh, würde dieser Genuss, den sie ihm bereitete, doch niemals enden! Daniels Blut sammelte sich in seinen festen Schwellkörpern, es begann zu rumoren, fast zu brodeln. Er öffnete die Augen wie im Rausch und beobachtete Eveline, in deren Gesicht er die Ekstase sah. Ihr Gesicht war gerötet und verschwitzt. Ihre heißen Wangen und ihre zuckenden Muskeln in ihrer Liebesgrotte zeigten ihm den nahenden Orgasmus an. Er zögerte nicht länger, dirigierte sein pochendes Glied tief hinein in ihr feuchtes Himmelreich. Dann ließ er seinen Gefühlen freien Lauf, ließ seinen heißen Saft in sie strömen und pumpte sie voll. Sein Schwanz drückte sich zuckend in sie hinein, berauscht bemerkte er bei ihr ebenfalls einen Orgasmus, der sich in wollüstiger Weise sehen und hören lassen konnte. Sie krallte ihre Finger, rückwärts fassend, um die waagerechten Holme des Kopfteils am Bett. Ihre Stimme wurde lauter, hechelnder, höher und als sie ganz oben angekommen war, drückte sie ihren Kopf in die Kissen und schrie hemmungslos ihren Höhepunkt hinaus.

Wie herrlich war das Gefühl, als sie übereinander zusammensanken. Schwer und hastig atmend vor wunderbarer Anstrengung und glücklich über so viel Liebe und Hingabe, ließ er sich von ihrem verschwitzten Bauch gleiten.

»Oh Gott, war das schön«, schwärmte sie.

»Das Bett haben wir standesgemäß eingeweiht.« Es dauerte eine Weile, bis sich sein Atem beruhigt hatte. Sein Herz pochte so laut, dass es auch sie bemerkte. Sie legte sich mit ihrer Wange auf seine Brust.

»Ich kann dein Herz hören«, sagte sie und streichelte zärtlich über seinen sich regelmäßig hebenden Brustkorb.

»Ich könnte jetzt einschlafen«, murmelte er zurück.

»Was hält dich davon ab?«

»Der Hunger.« Er sah auf die Uhr, die an der Wand gegenüber hing. »Es ist gleich halb zwei und ich muss heute Nachmittag bei Ebbe draußen sein.«

»Nach so einem schönen Morgen?«

»Ich kann nichts dafür, schließlich bin ich auf die Insel gekommen, um zu arbeiten«, versuchte er, sich zu entschuldigen.

»Das kann ich verstehen. Komm, lass uns essen, bevor du gehen musst.« Sie setzte sich auf und nickte. Sie verstand anscheinend, dass seine Mission hier im Wattenmeer nicht aufzuschieben war.

»Ich muss die Geräte heute setzen. Ich habe den heutigen Tag schon halb mit Möbelkaufen verplempert. Doktor Fliss wird sauer sein.«

»Nana!« Eveline hob den Zeigefinger und schimpfte lächelnd. Sie meinte es nicht ernst und sah aus wie eine Mutter, die mit ihrem Kind ein ernstes Wörtchen zu reden hatte. »Und die Zeit mit mir? Hast du die auch verplempert?«

»Nein, so etwas würde ich niemals denken! Im Gegenteil, ich nehme die Gedanken an die wunderschöne Bettgeschichte nachher mit, wenn ich meine Aufgaben erledigen muss.«

»Wann kommst du wieder zurück?«

»So schnell ich kann. Wenn die Flut da ist. Spätestens. Willst du hier auf mich warten, oder musst du zurück?«

»Ich möchte gern hier auf dich warten. Freut es dich?«

»Das freut mich sogar sehr, süße Eveline.« Er umarmte sie, küsste sie und stand auf, um sich fertig zu machen.

Er musste einen geeigneten Ort finden, um seine Messinstrumente aufzustellen. Ein Blick aus dem Fenster genügte ihm, um zu wissen, dass der frühsommerliche Sonnenschein das Watt mit angenehmen Temperaturen erwärmt hatte. Er brauchte keine Gummistiefel und beschloss, ohne Schuhe über den sandigen Untergrund zu laufen. Er krempelte seine Jeans hoch, gab ihr einen Kuss, schloss die Tür hinter sich und machte sich auf den Weg, hinunter über die Wiese. Was für eine Wohltat für seine Füße. Das weiche Gras fühlte sich angenehm an, leicht feucht und ein wenig kühl. Der Meeresboden, auf dem er gleich stehen würde, peelte seine Fußsohlen auf natürliche Weise. Auf dieser Insel war Wellness gleich mit inbegriffen. Er lächelte stumm. Um seine Schultern schmiegte sich ein breiter Tragegurt, der eine kofferartige Ledertasche hielt. Unter seinem Arm trug er ein Klemmbrett, auf dessen Papier er später die Messeinheiten notierte. An einigen Stellen des Küstenbereichs hatte er metallene Stäbe tief in den sandigen Boden getrieben. Darauf befanden sich kleine, elektronische Geräte, die aufzeichneten wie stark der Wind blies. Zusammen mit den Satelliten, die in den Sphären kreisten, konnte er die Berechnungen ablesen und an Doktor Fliss weitergeben. In den wenigen Tagen, die er schon auf der Insel verbracht hatte, war es ihm leicht gefallen, sich den Gezeiten anzupassen, aber zu den Menschen, die hier lebten, hatte er immer noch keinen Kontakt aufbauen können. Außer zu Eveline.

Er widmete sich den Ebbezeichnungen auf dem sandigen Boden. Wie ein Fährtenleser konnte er über die Kraft der Wellen urteilen, wenn er die Stärke der Wellenmuster im Sand sah. Alles schien normal zu sein. Er entdeckte keine ungewöhnlichen Erhebungen. Er hatte hin und wieder beobachten können, wie er von distanzierten Inselbewohnern observiert wurde. Was die wohl dachten, wenn sie ihn im Sand wühlen sahen oder wenn er seine Windmessgeräte ablas? Eveline hatte gesagt, man müsse sich mit ihnen beschäftigen, damit sie zutraulich werden. Aber wie sollte er es anstellen? Sobald er einen Schritt auf sie zumachte, drehten sie sich um. Waren diese Leute schwierig? Oder waren sie scheu? War alles bloß Zufall? Oder lag es an ihm? Zugegeben, viel Zeit hatte Daniel noch nicht investiert, um sich mit den Inselbewohnern zu beschäftigen. In Absprache mit dem zuständigen Amt hatte er sich nur um seine Arbeit gekümmert, ohne die Bewohner, die vielleicht gar nicht wussten, was er tat, zu beachten. Folglich konnte er nicht zu hundert Prozent sagen, dass sie ihn ablehnten. Ach verdammt, was sollte es? Warum dachte er überhaupt darüber nach? Er musste ja nicht für immer hier leben. Wenn seine Forschungsarbeiten hier abgeschlossen waren, hatte er sowieso vor, wieder zu verschwinden.

Seine Messinstrumente hatte er in einem extra dafür konzipierten Koffer dabei, den er auf den Deich schleppte, um von dort aus besser zu sehen, wohin er seinen Seismographen stellen sollte.

Er hatte eine Stelle entdeckt, die mitten im Watt lag. Seine Füße verursachten platschende Geräusche, als er über die weite, feste Sandfläche ging. Stellenweise hatte sich Wasser in verschieden großen Pfützen angesammelt. Weiter hinten entdeckte er eine steinige Erhebung. Sie war zur Messung optimal. Er steuerte auf den seichten Hügel zu und versank teilweise im Schlick, der zwischen seinen Zehen hindurch quoll und kitzelnd oberhalb der Zehen hervortrat. Es musste sich um einen alten Brunnen handeln. Die rund angeordneten Backsteine waren viele Jahrhunderte alt und vermutlich Reste einer Siedlung, die hier einmal gestanden hatte. Die Vertiefung in der Mitte des Brunnens war mit Schlick und Sand gefüllt. Er stellte seinen Koffer ab und begann, mit den Händen im matschigen Boden zu wühlen. Der Schlick war leicht zu durchdringen, aber die Sandschicht darunter war fest wie Beton. Er hatte es schwer, seinen Finger dort hinein zu bohren. Aber er war vorbereitet. Seine Erfahrungen in anderen Gegenden der Erde ließen ihn wissen, dass undurchdringlichen Stellen entweder mit einer Spitzhacke oder einem Buschmesser beizukommen war. Er trug eine Art Eispickel am Gürtel, der ellenlang und scharf geschliffen war. Er musste ein Loch in dem harten Untergrund schaffen, in denen er sein Instrument verankern konnte. Sobald er den Fuß des Gerätes in diesem Loch versenkte, würde ein Spreizdübel herausschnellen, der das Gerät mit drei pfeilartigen Geschossen im Boden verankerte. Dieses wasserdichte Hightech-Gerät hatte ihm Doktor Fliss mitgegeben. Bei Flut wäre an einem Ballon zu erkennen, wo es sich befand. Für diesen Zweck brachte Daniel am Schluss die stabile Nylonschnur an.

Er krempelte seine Ärmel hoch, packte den Stiel der Hacke mit beiden Händen, riss seine Arme nach hinten hoch, holte weit aus und schlug dann zu. Ein klimperndes Geräusch war zu hören, als wenn er mit dem Löffel auf einen Tellerrand geschlagen hätte. Er legte die Hacke zur Seite. Als er nachsah, was dieses Geräusch verursacht hatte, staunte er nicht schlecht. Eine alte, dunkelgrüne Motivkachel lag im Schlick-. Sie sah aus, als wenn sie von einem alten Kachelofen stammte. Er streifte mit den Fingern den festen, körnigen Schlamm herunter und wischte seine verschmierten Hände an seiner Jeans ab. Zum Vorschein kam das erhabene Reliefbild einer Frau, die beide Hände nach vorne gestreckt hielt. Leider konnte er nicht erkennen, was sie in ihren Händen gehalten hatte und wie das Bild sich fortsetzte. Die Kachel war zerbrochen. Wie es aussah, waren es ursprünglich zwei Hälften gewesen. Insgesamt kam die Kachel auf ein Maß von zwanzig mal dreißig Zentimeter. Wenn sie ganz geblieben wäre, hätte man sie als historisches Keramikbild aufhängen können. Eine folkloristische Frau mit langem, weiten Rock, einer Schürze und Haube auf dem Kopf konnte er erkennen. Sie trug die typische Bekleidung einer nordischen Dame aus längst vergangener Zeit. Wie alt diese große Scherbe wohl war? Er erinnerte sich an die Geschichte, die ihm Doktor Fliss erzählt hatte. Sechzehnhundertirgendwas hatte er als Datum genannt. Schade, dass die Kachel nicht komplett war. Sie war wunderschön verarbeitet, wie ein kleines Kunstwerk. Daniel beschloss sie mit nach Hause zu nehmen. Vorsichtig schob er sie in seine Gürteltasche, die zu seiner Standardausrüstung gehörte. Behutsam schloss er die Lederlasche, als trüge er einen echten Renoir nach Hause. In der Tasche hatte er schon viele nützliche oder rätselhafte Dinge transportiert, wenn sich nicht gerade ein anzubringendes Gerät darin befand. Nur etwas wirklich Wertvolles hatte er noch nicht gefunden. Bei der Kachelscherbe hatte er allerdings das Gefühl, dass sie ein besonderer Fund war. Er wollte Eveline danach fragen. Sie kannte sich mit der Geschichte der Insel gut aus. Er dachte an ihr rotes, wildes Haar, das aussah, als hätte sie es von ihren Vorfahren geerbt, die als Wikinger hierhergekommen waren. Ob sie wusste, wie entzückend sie aussah? Vielleicht war gerade das der Reiz an ihr, weswegen er sie so unheimlich betörend fand. Ihre Haut war zart wie die eines Pfirsichs und sie duftete lieblich nach Sommerblumen. Ihr Gesicht hatte einen gutmütigen Ausdruck. Schon am ersten Tag im Souvenirladen war ihm aufgefallen wie hilfsbereit und liebreizend diese hübsche Frau war. Sie war die Ruhe in Person und gleichzeitig erschien sie ihm spannend, als bliebe noch ein Geheimnis offen, das sie ihm bisher nicht erzählt hatte.

Während er über all dies nachdachte, hatte er den Seismographen befestigt und gekennzeichnet. Er erhob sich aus dem Schlick und sah auf seine Uhr. Es könnte gefährlich werden, gedankenverloren durch das Watt zu laufen. Doch es war noch Zeit genug, bevor das Wasser mit der Flut wieder anstieg. Daniel war gerade aufgestanden, wischte sich den Schlamm von den Händen und schlug den nassen Sand von seiner Jeans, als er in der Ferne die Stimme einer Frau vernahm, die ihm etwas zurief.

»Hallo, Sie!«

Er drehte sich um und sah ein Mädchen, das barfuß auf ihn zu eilte. Nein, es war eine Frau, wie er beim Näherkommen erkannte. Sie sah allerdings sehr jugendlich aus. Er hatte sie bisher noch nicht gesehen, sie musste neu auf der Insel sein. Das hübsche Mädchen wäre ihm nämlich sonst aufgefallen.

Bisher war noch niemand auf ihn zugekommen und jetzt war er im Begriff eine nette Bekanntschaft mit einer fremden Frau zu machen. Er verglich sie insgeheim mit Eveline. Sie war anders, zarter und sie wirkte auf ihn extrem sexy bereits aus dieser Entfernung. Er winkte ihr zurückhaltend zu und wartete ab, bis sie ihn erreicht hatte. Dieses Bild wollte er genießen, wie sie leichtfüßig auf ihn zukam.

Durch ihre blonden Haare fuhr eine Windböe und wehte sie nach hinten. Kurz erinnerte ihn ihr Gesicht an Audrey Hepburn, nur dass ihre Haare aus hellem Gold zu bestehen schienen. Sie hatte eine knackige Figur, wenn sie auch etwas flach obenherum war. Ihre grazilen Füße platschten durch die Pfützen im Watt. Das geringelte T-Shirt flatterte um ihren Oberkörper, wie das Segel eines Bootes bei Wind. Beim Laufen achtete sie darauf, wo sie hintrat und wahrscheinlich mied sie die matschigen Stellen auf dem Meeresboden, weil sie sich anfühlten, als trete man in einen Haufen glitschiger Schnecken. Daniel hatte es selbst erlebt, als er zum ersten Mal auf dem lehmigen Teilen des Wattbodens unterwegs war. Die junge Frau machte Laute, an denen er erkannte, dass sie sich ekelte.

»Iiih«, hörte er sie mehrmals rufen und wenn einer ihrer Füße im Schlick versank, zog sie ihren Fuß schnell heraus und suchte sich flugs eine andere Stelle. Er amüsierte sich köstlich. Es gab im Augenblick nichts Schöneres, als dieser jungen Frau zuzusehen, die wie bei einem Hüpfkästchenspiel hin und hertänzelte.

»Na hallo, hübsches Kind«, rief er ihr zu. Dann hatte sie ihn erreicht.

»Sie waren wohl noch nie im Watt?«, fragte er, als die junge Frau atemlos vor ihm stand.

»Nein, es ist mein erstes Mal.«

»Das merkt man. Warum laufen Sie denn auch über den glitschigen Meeresboden, wenn sie ihn so schrecklich finden?«

»Schrecklich? Wieso?«

»Es war unübersehbar, als Sie um die Pfützen herumliefen.«

»Ich habe gedacht, Ihnen wäre etwas passiert, da bin ich gleich losgelaufen.«

»Sie haben mich beobachtet? Durch das Fernglas? Wer sind Sie, dass Sie fremde Leute bei der Arbeit beobachten?«

Die junge Frau zog ihre Augenbrauen zusammen. War er zu weit gegangen? Hatte sich seine Frage unfreundlich angehört? Trotzdem fragte er sich, wie sie dazu kam, ihn zu beobachten. Eine Inselbewohnerin konnte sie nicht sein, wenn sie sich zum ersten Mal im Watt aufhielt. Wer war sie dann?

»Ich bin heute eingesetzt worden, diesen Küstenstrich zu beobachten. Der Vögel wegen.«

»Wegen welchen Vögeln? Ich sehe hier keine.« Er sah sich um. War sie eine Ornithologin? Sie erschien ihm zu jung für einen solchen wissenschaftlichen Beruf zu sein.

»Das wird daran liegen, dass Sie mit ihren Instrumenten hier herumfuchteln. Sie haben sie vermutlich verscheucht.« Jetzt war ihre Stimme ernst und sie machte den Eindruck, als wäre sie ebenfalls in einer wichtigen Mission unterwegs.

»Was, wieso?« Daniel sah sich um. Das graue Watt erstreckte sich, soweit sein Auge reichte, aber außer den schreienden Möwen über ihnen sah er tatsächlich keinen Vogel. Lag es wirklich an ihm, dass kein gefiedertes Tier in seiner Nähe war? Er versuchte, sich zu rechtfertigen.

»Ich war ganz leise, wirklich. Ich habe mein Messinstrument hier aufgestellt und war gerade dabei, wieder zu gehen.«

»Messinstrument?«, fragte die junge Frau erstaunt und sah aus, als würde es sie interessieren, was er hier machte.

»Meinen Seismographen. Ich habe ihn hier im Boden versenkt.«

»Was misst er denn? Hier ist doch kein Erdbebengebiet.«

»Ach wissen Sie, tief in der Erde und unter dem Meer verlaufen die Erdkrustenkanten und die gehen mit Verschiebungen einher.«

»Stimmt, das habe ich schon mal irgendwo gehört. Wissen Sie, ich muss hier auch die Landschaft erforschen«, erklärte sie. »Wie schon gesagt, wegen der Vögel.«

»Da haben wir ja was gemeinsam«, bemerkte er. Sie lächelte ihn an und betrachtete ihn eingehend. Ihr Blick fixierte sein Gesicht und versuchte wahrscheinlich zu ergründen, ob er Freund oder Feind war. Sollte er nicht auch skeptisch sein? Wie oft verbarg sich hinter einer Schönheit etwas unvermutet Anderes? Aber vielleicht war Voreingenommenheit hier fehl am Platz? Er senkte den Blick und beäugte sie von unten herauf. Aus Verlegenheit malte er mit den Zehen eine wellenförmige Linie in den Sand.

»Wohnen Sie auf der Insel? Ich meine, leben Sie schon lange hier?«, fragte sie. Er sah ihr ins Gesicht. Sie hatte hübsche blaue Augen, die ihn interessiert entgegen blickten. Vielleicht sollte er sich ihr besser vorstellen.

»Nein, nur so lange, wie meine Arbeit mich hier hält. Ich heiße Daniel und bin Meteorologe hier auf der Insel«, begann er und hoffte, sie würde sich auf die gleiche Art ihm vorstellen.

»Hallo, ich bin Marina und seit heute in der Schutzstation Wattenmeer eingesetzt.« Er war erfreut darüber, endlich eine andere Person außer Eveline kennenzulernen.

»Seit heute erst? Da sind Sie ja sozusagen ganz frisch. Was machen Sie denn mit den Vögeln, wenn Sie welche finden?«, fragte er neugierig.

»Katalogisieren. Wir sammeln Daten über das Brutverhalten und tragen ein, wie viele Tiere täglich hierherkommen.«

»Mit dem Datensammeln haben wir wieder etwas gemeinsam.«

Sie lächelte erfreut zurück. Dann hockte sie sich vor ihn in den Sand. Was hatte sie vor?

»Sehen Sie mal, das sieht aus wie …«. Sie steckte ihren Zeigefinger in seine Linien, die er mit dem Zeh gezogen hatte und vervollständigte die Sandzeichnung.

»Wie ein Schwan?«, fragte er, während er sich zu ihr hinunter beugte.

»Nein, wie eine Wildgans.« Daniel betrachtete die Skizze. Tatsächlich vervollständigte sie seine sinnlos dahingezogenen Linien zu einem Vogel.

»Das sieht sehr schön aus.«

»Danke.« Wie sie vor ihm im Watt kauerte und ihn ansah, hätte er meinen können, ihr schon einmal begegnet zu sein. Ihr fließend blondes Haar fiel über ihre Schulter. Dann streifte sie ihre sandigen Hände an ihrer Jeans ab und erhob sich.

»Aber leider kommt die Flut bald und dann ist das schöne Kunstwerk nicht mehr da«, bedauerte er.

»Ja, das ist wirklich schade. Darf ich Sie etwas fragen?«

»Natürlich.«

»Sie kennen sich doch gut mit der Datenübermittlung aus?«

»Es ist meine Hauptaufgabe, Daten zu übermitteln.«

»Wissen Sie, ich habe da nämlich ein Problem mit dem Anschluss des Computers in meiner Unterkunft und komme überhaupt nicht klar. Und ich kenne noch niemanden hier auf der Insel.« Er merkte, wie sie nach Worten suchte. Anscheinend brauchte sie Hilfe. Seine Hilfe.

»Brauchen Sie Hilfe?«, fragte er gerade heraus.

»Ja, würden Sie … ich meine, Sie kennen mich kaum. Aber, ich fände es toll, wenn Sie mir helfen könnten.«

»Ich kann es mir ja mal ansehen, aber versprechen kann ich nichts.«

Er bemerkte plötzlich, dass sie schon einige Zentimeter tief im Wasser standen. Die Flut eroberte den Meeresboden zurück. Langsam und fast unmerklich. Schleichend, wie eine unsichtbare Nebelwand, die sich in der Dunkelheit ausbreitete.

»Wir müssen los, die Flut kommt bald.« Er legte eine schnellere Gangart ein.

»Oh, ich hatte es nicht bemerkt«, sagte sie und sprang einen Schritt nach vorne.

»Es kann gefährlich werden, hier zu bleiben. Plötzlich ist das Wasser da und man kommt nicht mehr raus. Aber die paar Meter können wir gefahrlos überwinden, keine Sorge.« Sie gingen auf den Strand und den Deich zu.

»Wann soll ich zu Ihnen kommen, wegen des PCs?«

»Vielleicht morgen? Wissen Sie, wo die Vogelschutzstation ist?« Sie lächelte ihn nett an.

»Ja, die habe ich mir schon zeigen lassen. Gegen Nachmittag?«

»Um drei Uhr würde es gut passen.«

»OK, abgemacht. Ich versuche, Ihren PC anzuschließen und Sie machen mir einen Kaffee, ja?«

Marina freute sich. Ihre Augen leuchteten. Das Wasser war mittlerweile knöchelhoch und anscheinend fand sie es nicht mehr eklig, hindurch zu laufen.

Als sie den Deich erreicht hatten, verabschiedeten sie sich.

Ihre Wege trennten sich. Marina ging auf der linken Seite des Damms entlang und Daniel blieb noch ein Stück weit auf dem grünen Hügel, bevor er den Weg zu seinem Haus einschlug.