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© Verlag Friedrich Oetinger GmbH, Hamburg 2013

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Cover und farbige Illustrationen von Erhard Dietl

E-Book-Umsetzung: 2014

ISBN 978-3-86274-242-4

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1.

Die dichten Pflanzgewächse waren ein gutes Versteck.

Ich bewegte mich nicht und spürte die Spitze meines Rüssels vor Anspannung zittern. Was sich da vor meinen Augen abspielte, war kein schöner Anblick.

Ein Erdlings-Tier war in fürchterliche Raserei geraten.

Es rammte seinen massigen Körper mit voller Wucht gegen unser Raumschiff. Die glänzende Hülle des gorkyanischen Raumgleiters war zwar aus unverwüstlichem Tantal und würde sicher standhalten. Trotzdem war ich äußerst besorgt.

Die Kreatur, die eine Höhe von mindestens vier Erdlings-Metern hatte, stieß ein wütendes Fauchen aus. Ich zoomte das Vieh etwas näher heran und sah, dass seine mächtigen Kiefer mit einer großen Zahl spitzer Zähne bewaffnet waren. Ein Biss mit diesen Hauern konnte meinem gorkyanischen Körper den größten Schaden zufügen.

Dies war wirklich keine schöne Vorstellung.

Natürlich war ich für Extremsituationen gut ausgebildet, hatte schon viele Planeten besucht und auf meinen Reisen einige lebensgefährliche Situationen überstanden. Trotzdem war die Lage hier etwas Besonderes.

Denn nicht nur ich war in Gefahr, sondern auch mein Erdlings-Freund Bruno Bröselmann. Der stand drinnen im Raumschiff am Fenster der Schaltzentrale und kreischte um sein Leben.

Ich sah die Angst in seinen Augen und überlegte fieberhaft, wie ich ihm helfen konnte.

In Notfällen arbeiteten meine Prozessoren automatisch auf Höchstleistung. Deutlich spürte ich, wie die elektronischen Impulse mein Denkgehirn erwärmten.

Inzwischen war es dem rasenden Koloss gelungen, durch die offen stehende Einstiegsluke ins Innere des Raumschiffs vorzudringen.

Wieso hatte Bruno die Luke nicht geschlossen? Ich hörte ein hitziges Grunzen, als das Monstrum mit seiner ganzen Körperkraft versuchte, die Tür zur Schaltzentrale aufzubrechen, hinter der es Bruno gewittert hatte.

Mir war klar, dass nicht nur Bruno in höchster Gefahr war, sondern auch der Computerraum. Direkt hinter der Innentür befanden sich das Betriebssystem, die Navigationsgeräte und der hochempfindliche Akku.

Doch was konnte ich tun?

Sollte ich in meinem geschwächten Zustand den Transformator noch einmal zum Einsatz bringen? Das würde mich meine gesamte Restenergie kosten. Und wenn die Transformation nicht erfolgreich verlaufen würde, wäre ich diesem rasenden Monster hilflos ausgeliefert.

Die Kopfplatte über meinem Denkgehirn war heiß geworden.

Ich wagte mich nun doch aus meinem Pflanzenversteck, schwebte hinüber zur Einstiegsluke und blickte vorsichtig ins Raumschiff. Ich sah, wie das Monster seinen massigen Körper wutschnaubend gegen die Tür des Computerraums rammte. Plötzlich drehte es sich ruckartig zu mir um und starrte mir finster in die Augen.

 

Diese schreckliche Situation ereignete sich bei meinem dritten Besuch auf dem Blauen Planeten, und den hatte ich mir eigentlich ganz anders vorgestellt.

Aber am besten erzähle ich dir die Geschichte von Anfang an.

Ich wohne auf dem Planeten Gorky und arbeite als Reporter für das Nachrichten-Magazin DER URKNALL. Das ist ein guter Job, denn meine Chefin schickt mich oft auf andere Planeten, und so komme ich viel rum. Obwohl ich allein lebe und auch ganz gern meine Ruhe habe, machen mir die Ausflüge in fremde Galaxien und Sonnensysteme immer großen Spaß.

Als Nahrungsexperte bin ich in unserer Urknall-Redaktion verantwortlich für GRUMPF, die Seite für den gorkyanischen Feinschmecker. Aber ich schreibe nicht nur über Nahrung, ich erforsche sie auch. Unter anderem habe ich flüssiges GUZTE, knackiges FRAX und erfrischendes TREWI entwickelt: synthetische und äußerst wohlschmeckende Energie-Nahrung. Auch die Geschmacksstoffe von Erdlings-Spaghetti-Nahrung habe ich nach Gorky importiert, und darauf bin ich heute noch stolz.

Mein gorkyanischer Name ist Y3. Nur Erdlinge nennen mich Gustav Gorky.

Diesen Namen haben mir die Bröselmann-Erdlinge gegeben, als ich das erste Mal bei ihnen zu Besuch war.

Wie du sicher gemerkt hast, spreche ich die Sprache der Erdlinge inzwischen perfekt. Vielleicht ein wenig zu schnell, aber das liegt an einem alten Programmierfehler.

Die Erdlings-Sprache ist nicht besonders schwer. Ich kenne sogar seltene Wörter wie Mülltrennungsvorschrift, Landratsamt oder Steuererklärungsformular. Interessant, dass die Erdlinge mit nur wenigen sogenannten Buchstaben alles Notwendige ausdrücken können. Und das sogar in mehreren Sprachen.

Auf dem Planeten Gorky gibt es nur eine einzige Sprache: Gorkyanisch.

Gorkyanisch sieht so aus:

.nebeg eslu pmievit isop stetsne nriheg kned neresnu smusre vinu sed thcil sade göm

Das heißt übersetzt:

Möge das Licht des Universums unseren Denkgehirnen stets positive Impulse geben.

So verabschieden wir uns auf Gorky gern voneinander. Gorky ist nämlich ein äußerst friedlicher Planet.

2.

Doch jetzt willst du natürlich wissen, was genau bei meinem dritten Besuch auf der Erde geschah.

Es war am frühen Morgen, die drei Monde unseres Planeten standen noch hell am Horizont. Ich war gerade auf dem Weg zur Redaktionssitzung und machte noch einen kleinen Abstecher in die Technikstation.

Als ich in den hell erleuchteten Raum schwebte, sah ich unsere Chef-Technikerin Hoyu am PERLATOR arbeiten. Die gelben Zacken auf ihrem Kopf glänzten im Licht der Scheinwerfer, ihre grünliche Körperhaut schimmerte und wirkte fast transparent. Hoyu zu sehen erfreute mich immer.

»Hallo, Hoyu!«, begrüßte ich sie. »Na? Wieder mal viel zu tun?«

Sie hob kurz den Kopf.

»Momentchen«, meinte sie. »Ich überprüfe gerade ZOFF 387 auf defekte Partikel im GROPP-System!«

»Oh, ich will dich nicht stören. Wollte nur fragen, ob du heute nach Sonnenuntergang schon etwas vorhast.«

»Heute wird es leider spät«, meinte sie. »Muss noch die Software für den FLUXATOR überarbeiten und mich um den Beamer kümmern. Das Ding klemmt mal wieder.«

Konnte das nicht ein Mal jemand anders tun? Aber nein, ich wusste ja, dass Hoyu unsere beste Technikerin war und die komplizierten Aufgaben leider immer an ihr hängen blieben.

»Schade«, murmelte ich. »Na, dann vielleicht ein andermal.«

»Ja, das wäre schön. Ich melde mich, sobald ich kann!«

Ich sah die Finger ihrer drei Hände geschickt über die Tastaturen huschen, und es gefiel mir, wie sie mit ihrem dünnen Gesichts-Rüssel hin und her wackelte.

»Na dann«, sagte ich. »Bis bald also!«

Ich schwebte weiter zum Konferenzraum und ließ mich in meiner Magnetschale nieder. Mir gegenüber hing das Hologramm-Bild unseres bedauernswerten Kollegen Y11. Vor Jahren war er Opfer eines Meteoriten geworden, und das Bild an der Wand sollte uns immer an die Gefährlichkeit des Weltalls erinnern.

Meine Kollegen saßen bereits in ihren Schwebsesseln und bereiteten sich auf die Sitzung vor. Aus den Düsen an der Kristalldecke rieselten feinste Partikel Sternenstaub auf uns herab. Dies war eine neue Erfindung unserer Technikabteilung. Die Wirkung von Sternenstaub war auf alle Lebewesen äußerst positiv, und geriet man in Kontakt mit größeren Mengen, dann verursachte das eine fröhliche Heiterkeit. Natürlich kam aus den Sprühdüsen an der Decke gerade so viel, dass man in eine ruhige, entspannte Stimmung versetzt wurde. Gute Laune ist nämlich sehr wichtig für positive Arbeitsergebnisse, das wissen auf Gorky alle Chefs.

Unsere Chefin schien heute allerdings besonders gute Laune zu haben. Sie schwebte in den Raum, breitete ihre vier Arme weit aus und flötete uns zu: »!egäl hcsrov erhinreg hci etra wre uzad !gulfsuas beirteb nere snurüf tiez redeiw lamosla tsise .snru tassed rhaj sad riwnebah ,nes siw ella eiseiw !thcirh caneviti soptsre ßuä enie etu eh ebah hci ,nege llok ebeil«

In der Sprache der Erdlinge hießt das:

»Liebe Kollegen, ich habe heute eine äußerst positive Nachricht! Wie Sie alle wissen, haben wir das Jahr des Saturns. Es ist also mal wieder Zeit für unseren Betriebsausflug! Dazu erwarte ich gern Ihre Vorschläge!«

Danach sagte sie noch eine ganze Menge mehr, und wie immer duckte ich mich, denn sie hatte eine ziemlich nasse Aussprache.

Sie lobte unsere Arbeit, sprach ausführlich über gutes Betriebsklima und über unsere Pläne für das nächste Jahrzehnt. Drei Erdlings-Stunden lang redete sie ohne Unterbrechung. Drei Erdlings-Stunden sind für Gorkyaner zwar nur ein Klacks, aber trotzdem. Nach einer Weile hörte ich ihr nicht mehr zu, denn das Wesentliche hatte ich längst verstanden.

Als sie endlich fertig war, schaute sie fragend in die Runde.

»Nun aber zurück zu unserem Betriebsausflug. Wohin soll die Reise denn diesmal gehen?«

Alle Kollegen überlegten.

Y1, der Redakteur aus dem Bereich Wissenschaft, klimperte mit seinen neun Augen und meinte: »Schlage vor, wir besuchen Planet 565721. Würde dort gern ein paar Wasserproben nehmen!«

Y2, die Redakteurin der Technikseite, wollte den Ausflug lieber zu Hause auf Gorky machen und bei der Gelegenheit die Lichtleitbahnen der Flugmaschinen inspizieren.

»Hm«, meinte die Chefin wenig begeistert. »Sonst noch Vorschläge?«

Ich schlürfte ein Schlückchen GUZTE. »Ich würde den Blauen Planeten vorschlagen«, warf ich dann in die Runde. »Kenne dort sehr angenehme und friedliche Erdlinge. Sie werden uns sicher äußerst freudig empfangen!«

Ich dachte, dies wäre eine gute Gelegenheit, die Bröselmann-Erdlinge endlich wiederzusehen.

Bruno Bröselmann, Bröselmann-Mutter, Bröselmann-Vater und Opa Hermann hatte ich bei meinem ersten Besuch auf der Erde kennengelernt. Zusammen hatten wir schon einige Abenteuer erlebt, und das letzte Mal war ich sogar mit ihnen im Urlaub in Italien gewesen.

»Du willst ja nur wieder deine doofen Bröselmänner besuchen«, kam prompt ein schlecht gelauntes Brummeln von Y9.

Ich hatte es geahnt. Der alte Widersacher musste mir natürlich widersprechen. Er hatte mich noch nie leiden können.

»Na und?«, sagte ich. »Was spricht denn dagegen, lieber Kollege Y9

»Na, was wohl!«, rief er. »Ich selbst habe auf dem Blauen Planeten schon die schlimmsten Erfahrungen gemacht. Die Erdlinge sind kein friedliches Volk, und ihre unterentwickelten Denkgehirne sind voller Aggressionen! Manchmal töten sie sich sogar gegenseitig!«

Da hatte er natürlich recht. Die vielen Streitereien auf der Erde verstörten uns Gorkyaner sehr. Im Gegensatz zu den Erdlingen waren wir nämlich Kinder des Lichts. Wir kämpften nicht mehr gegeneinander und hatten unsere negativen Gefühle längst überwunden.

Na ja, fast zumindest. Beim Kollegen Y9 habe ich nach wie vor Schwierigkeiten, immer nur positiv zu denken. Er hat ein rein mathematisches Denkgehirn, ist ein schrecklicher Angeber und will ständig der Beste sein, um unserer Chefin zu imponieren.

Ich versuchte, ruhig zu bleiben, und sagte: »Tja, die Denkgehirne der Erdlinge sind kompliziert. Sie haben naturgemäß ihre Emotionen nicht immer unter Kontrolle und stecken deshalb voller Überraschungen. Aber gerade das macht sie doch so interessant und spannend für uns!«

Y4 und Y5, die beiden Klatschnachrichten-Reporter, klopften zustimmend auf die Kristalltischplatte.

Y6, der gelangweilte Geologe, knabberte an einem TREWI-Riegel und meinte: »Mir egal, was wir machen. Ich fahr überallhin.«

Y8, unser ältester und erfahrenster Kollege, hob seinen dicken Rüssel und brummte: »Ich hatte eigentlich an die Venus gedacht. Aber Planet Erde ist mir auch recht.«

Y1 blinzelte mit seinen neun Augen in die Runde. »Planet Erde finde ich gut. Ich habe keine Bedenken, dorthin zu reisen. Ich habe gehört, auch dort gebe es interessante Gewässer, aus denen ich Proben entnehmen kann.«

Y7, die Abenteurerin, hatte sich schon in den gefährlichsten Winkeln des Weltalls herumgetrieben. Sie schniefte durch ihren zackigen Rüssel und sagte: »Ich war noch nie auf dem Planeten Erde. Das klingt doch spannend! Ich fände es aufregend, diese Bröselmann-Erdlinge kennenzulernen, von denen Y3 schon so viel erzählt hat.«

»Also ist es beschlossen?«, fragte die Chefin.

»Mir gefällt das gar nicht«, brummte Y9, und ich sah, wie er mir einen bösen Blick zuwarf.

»Die Bedenken unseres verehrten Kollegen Y9 haben wir zur Kenntnis genommen«, räumte die Chefin ein. »Doch die Mehrheit findet den Vorschlag unseres Kollegen Y3 positiv. Wir fliegen also zum Planeten Erde. Ich will nur noch Folgendes zu bedenken geben: In der Milchstraße werden wir unter Umständen auf gefährliche Gasplaneten treffen. Hier muss in jedem Fall beachtet werden, dass …«

Was jetzt kam, kannte ich längst. Ständig warnte sie uns vor Gasplaneten, vor schwarzen Löchern, Weltraumschrott und Meteoriten. Das alles hatte ich schon tausend Mal gehört. Was glaubte sie eigentlich? Dass wir noch nie im All gewesen waren? Na ja, man durfte es ihr nicht übel nehmen. Es ging hier um einen Betriebsausflug, und sie hatte die Verantwortung für uns.

Hätte sie geahnt, was wir auf der Erde erleben würden, hätte sie sicher auf Y2 und Y9 gehört, und wir wären einfach daheimgeblieben.

Aber damals konnten wir noch nicht in die Zukunft sehen.

3.

Auf unserer Reise benutzten wir den neuen Raumgleiter HOYU-ZAPP. Unsere Technikerin Hoyu selbst hatte ihn entwickelt und deshalb nach sich benannt. Sie ist eine unserer besten Arbeitskräfte und bekannt für ihre erstklassigen Erfindungen.

Ich mag Hoyu sehr. Schon oft hatte ich sie in meine Behausung eingeladen, doch leider hatte es noch nie geklappt. Sie musste immer so schrecklich viel arbeiten!

Wie gern hätte ich mal eine kleine Reise mit ihr gemacht. Doch auch an diesem Betriebsausflug konnte sie nicht teilnehmen. Als technische Kraft gehörte sie nun mal nicht zur URKNALL-Redaktion.

Alle Kollegen bestiegen den Raumgleiter HOYU-ZAPP und machten es sich bequem.

Unser Fluggerät war sehr komfortabel ausgestattet. Es gab vier Sternenstaub-Duschen und ein Bordkino, bei dem man die Handlung der vierdimensionalen Filme mithilfe seiner Gedanken beeinflussen konnte. Wundersame Sphärenklänge breiteten einen sanften Schallteppich über uns, und aus dem Fußboden schossen helle Lichtbündel, die uns angenehm wärmten und mit ihren intergalaktischen Farben unsere Denkgehirne positiv beeinflussten.

Auf den Korridoren standen rote, weiße und schwarze Pflanzgewächse, die von weit entfernten Planeten stammten. Sie konnten mit uns kommunizieren und winkten uns mit ihren Blätterarmen freundlich zu.

Interessant war auch der behagliche Genuss-Raum, in dem man im Schwebezustand mit Energie-Nahrung versorgt wurde. Mit Energie-Nahrung, die aus meinem Labor stammte und die ich selbst entwickelt hatte.

Natürlich hatten wir auch einen Entspannungsraum, wo man in Lichtbündeln schweben konnte und die allerpositivsten Ruhe-Impulse genießen durfte.

Der Raumgleiter war außerdem mit einem Radar- und einem Verteidigungssystem ausgerüstet, das feindliche Attacken zuverlässig abwehren konnte. Seine glänzende Außenhaut bestand aus unzerstörbarem Tantal. Im HOYU-ZAPP konnte man sich absolut sicher fühlen.

Gerade als ich mich auf meinem Magnetsessel niederließ, erreichte mich eine Nachricht von Hoyu. Mit einem freudigen Gefühl las ich ihre guten Wünsche an mich:

Hoyu

!timsen öhcs saw rimg nirb dnu

tug hcid lohre

thcin hcimssi grev

esier etu genie rid hcs nüw hci

,Y3 rebeil

Auf meiner Körperhaut fühlte ich ein angenehmes Prickeln. Der Sessel hatte sich mir perfekt angepasst. Auch meine Kollegen und die Chefin hatten inzwischen neben mir Platz genommen.

Nur Y9 fehlte. Er sollte auf dieser Reise die Navigation und die technische Leitung übernehmen und bereitete bereits drüben im Computerraum den Abflug vor.

Gut so, dachte ich, das erspart mir erst mal seinen unangenehmen Anblick.

Völlig geräuschlos verließ das Raumschiff im nächsten Augenblick die Lichtleitbahn und tauchte ein in das Dunkel des Alls.

Es flog naturgemäß mithilfe von Antimaterie, und die Beschleunigung auf vierfache Lichtgeschwindigkeit war kaum zu spüren. Vierfache Lichtgeschwindigkeit war eigentlich nicht besonders schnell, aber wir hatten Zeit und wollten unsere Reise genießen.

»Lieber Kollege Y3