© 2022 Florian Fink 2. Auflage

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt.

Innenillustrationen: Florian Fink

Coverbild: Florian Fink

ISBN: 978-3-7562-6272-4

Inhaltsverzeichnis

Zurück in der Einhornwelt

In dieser Karte steckt mehr Magie, als euch lieb ist. Dies hatte Silberschweif, die Anführerin der Goldherde zu der Mysterietruppe gesagt, nachdem sie mit ihrem Horn die Karte berührt hatte und umgehauen wurde. Und diese Magie ist kalt und dunkel, sagte sie auch noch.

„Es ist wirklich reiner Selbstmord, was ihr vorhabt. Diese Karte steckt voller dunkler Magie. Ich habe sie gespürt. Wo habt ihr das Teil eigentlich gefunden?“, fragte Silberschweif dann. „Ach, das ist eine lange Geschichte. Sie war in einer Truhe verborgen, die auf einer unheimlichen Insel versteckt war. Und am Anfang war sie noch leer“, erzählte Florian. „Sie war noch leer? Verwundert euch das etwa nicht?“, fragte Silberschweif weiter. „Doch, das hat uns schon verwundert.“ „Diese magische Karte steckt auf jeden Fall voller dunkler Magie. Dunkle Magie macht uns fertig, wenn sie gegen uns eingesetzt wird und uns richtig trifft, sie schwächt uns und kann uns sogar töten bzw. vernichten; deswegen wurde ich auch weggeschleudert, als ich eure Karte mit meinem Horn berührt habe. Genau wie gute Magie die roten und schwarzen Einhörner fertig macht, macht dunkle Magie uns kaputt. Wir Einhörner haben ein Gespür für helle und dunkle Magie. Und glaubt mir, diese Karte ist voll von dunkler Magie und die ist wirklich sehr stark. Wir gehen jetzt mal am besten zu Diamanthufs Herde und suchen Diamanthuf, die Einfühlsame auf. Sie kann euch dann noch etwas mehr darüber sagen. Sie ist sehr einfühlsam und sie wird sich auch freuen, wenn sie euch wieder sieht, zumindest die, die sie von euch schon kennengelernt hat. Die anderen, die sie noch nicht kennengelernt hat, wird sie dann auch noch fröhlich begrüßen. Und sie lernt jetzt endlich eure komplette Truppe kennen. Steigt bitte auf“, sagte dann Silberschweif. „Und du kannst wirklich uns und die beiden Löwinnen tragen?“, stellte Florian in Frage. „Natürlich kann ich das. Ich bin ein sehr starkes Einhorn. Keine Sorge“, antwortete Silberschweif.

„Sitka, Seleni, ihr könnt auf mir reiten. Steigt schnell auf“, sagte Sternenschweif gut gelaunt und kniete sich hin. „Oh, das wird toll“, freute sich Seleni. Beide bestiegen jetzt Sternenschweif und die anderen bestiegen Silberschweif.

Anschließend ritten sie los und verschwanden hinter den Hügeln.

Zurück bei der Silberherde

Das, was Silberschweif zu der Mysterietruppe über die Karte gesagt hatte, beunruhigte sie. Sie wollten auf die Anführerin der Goldherde hören, aber sie wollten auch herausfinden, wohin die magische Karte sie noch führte.

Was sollten sie nun tun? Weiter der Karte folgen oder auf Silberschweif hören? Sie wusste schon, warum sie das zur Truppe gesagt hatte und die Karte hatte die Truppe schon von Anfang an vor ein Rätsel gestellt. War sie tatsächlich ein Werkzeug des Bösen? Steckte wirklich so viel schwarze Magie in der Karte?

Sie befanden sich auf dem Rücken von Silberschweif, die wirklich sehr schnell war und erreichten das Gebiet der Silberherde. Hinter ihnen befand sich Sternenschweif mit Seleni und Sitka auf dem Rücken. „Ich glaube, mir wird gleich schlecht“, sagte dann Sitka. „Bin ich etwa zu schnell?“, fragte dann Sternenschweif. „Ein wenig, aber wir sind ja jetzt da“, sagte Sitka, als er die Herde der Einhörner mit den silbernen Hörnern sah. Er konnte dann auch schon die kleine Liana sehen, mit der sie auch schon gespielt haben, als sie in der Einhornwelt waren.

„Schau mal, da ist Liana. Hey Liana! Wir sind wieder da!“, rief Seleni und winkte mit ihrer Pfote. Liana erhob dann ihren Kopf und blickte in Richtung Sternenschweif, Sitka und Seleni. Als sie sie sah, strahlte sofort ihr Gesicht. „Sternia, Sitka, Seleni! Ihr seid ja wieder da.“

Auch Diamanthuf strahlte, als sie Silberschweif mit den anderen sah. Florian sprang dann mit Niklas von Silberschweif runter und Tara und Talia taten es ihnen nach. „Ich glaube, ich werde nie wieder ein Pferd besteigen“, sagte dann Tara und taumelte ein wenig herum. „Tara, Einhorn. Wir sind auf einem Einhorn geritten“, erinnerte Talia. „Wie auch immer.“

Diamanthuf setzte sich sofort in Bewegung und begrüßte erst einmal Florian mit ihrer feuchten Zunge, indem sie ihm über die Wange leckte, dass dann kurz prickelte. Diamanthufs Spucke glitzerte sogar richtig in der Sonne, was die Magie zeigte, die in ihrer Spucke war. Florian streichelte dann kurz über ihren Hals. Sie hatte ihm geholfen, als er in Not war. Und zwar als die beiden Löwenkinder Sitka und Seleni in der Einhornwelt waren.

„Ich freue mich, dich wieder zu sehen, Florian. Wie geht es dir?“, fragte dann Diamanthuf. „Ganz gut. Ich habe ja gesagt, dass wir uns wieder sehen werden“, erinnerte Florian. „Und wie ich sehe, hast du Sitka und Seleni wieder mitgebracht.“

Danach ging ihr Blick zu Niklas, Tara und Talia. „Und ihr müsst dann wohl die anderen Freunde sein, von denen Florian erzählt hat. Seid alle willkommen“, grüßte dann Diamanthuf. „WOW! Sie sieht so wunderschön aus. Ob diese glänzende Mähne wirklich aus Gold besteht?“, stellte Talia in Frage. „Nein, unsere Mähne besteht nicht aus Gold. Unsere Magie sorgt dafür, dass sie so glänzt, denn auch in unserer Mähne steckt Magie“, beantwortete Diamanthuf. „Mama, an einem Einhorn ist alles magisch. Es sind magische und ganz besondere Wesen. Es ist wirklich eine große Ehre für dich, dass du so etwas sehen darfst“, erklärte Seleni. „Nun, was führt euch wieder zu uns? Habt ihr unsere Welt vermisst?“, fragte dann Diamanthuf. „Das Abenteuer führt uns wieder zu euch und außerdem hatten wir ja versprochen, dass wir uns wiedersehen werden“, antwortete Florian.

Diamanthufs Warnung

Anschließend erhob Silberschweif das Wort. „Diamanthuf, unsere Freunde folgen da einer magischen Karte, die voll von dunkler Magie ist. Ich habe diese dunkle Magie gespürt, sie hat mich weggeschleudert und mich eine kurze Zeit besinnungslos gemacht. Und es steckt dort sehr viel davon drinnen, aber sie wollen ihr trotzdem weiter folgen, weil sie unbedingt wissen wollen, wo sie hinführt.“

Diamanthuf warf dann einen Blick auf die Karte, sie schloss ihre Augen, schüttelte schnell ihren Kopf; dabei sprang sie dann schnell zurück. Einen kurzen Moment war auch sie besinnungslos, kam aber schnell wieder zu sich. Sie hatte die dunkle Magie auch schon ohne die Berührung mit ihrem silbernen Horn gespürt.

„Nein! Das dürft ihr auf keinen Fall. Silberschweif hat Recht! Sehr viel dunkle Magie steckt in dieser Karte drinnen. Sie führt euch quer durch den Wald der Schatten und endet hinter den Bergen der Verdammnis! Bevor ihr das Kreuz erreicht, seid ihr tot. Denn einem Einhorn des Todes entkommt niemand und diese Einhörner leben dort oben im Verborgenen“, warnte dann Diamanthuf. „Aber Diamanthuf.“ „Florian, du warst schon mal an der Schwelle des Todes. Wenn dich Kristallhuf nicht rechtzeitig mit ihrem Horn berührt hätte, wäre die dunkle Magie des schwarzen Einhorns in dich übergegangen und du wärst gestorben! Ich will nicht, dass noch mal so etwas passiert. Und ein schwarzes Einhorn des Todes tötet dich sofort und entzieht dir zusätzlich die ganze Seele. Und danach zerstückeln sie die leblosen Körper mit ihrem Horn“, warnte Diamanthuf.

Allen stockte der Atem. „WAS! Das ist ja grauenvoll und brutal!“, platzte es aus Florian heraus. „So sind diese Einhörner aber. Selbst die roten Einhörner fürchten sie, auch wenn sie selber zu den Bösen gehören. Einhörner des Todes sind dazu geboren, um zu töten. Sie sind absolute Ungeheuer. Ihre Augen sehen aus, wie eine endlose Leere“, erklärte Diamanthuf. „Woher weißt du, wie diese Einhörner aussehen? Hast du schon mal eins gesehen?“, fragte dann Niklas. „Wir wissen alle von diesen Einhörnern, weil man uns über sie belehrt hat, damit wir gewappnet und gewarnt sind. Kein Einhorn unserer Art darf die dunklen Berge der Verdammnis jemals betreten. Die dunkle Magie, die von den Bergen ausgestrahlt wird, bringt uns irgendwann um. Es ist sozusagen das Jenseits unserer Welt“, erklärte Diamanthuf. „Ist es schon mal vorgekommen, dass es Einhörner gab und damit meine ich abenteuerlustige Einhörner, die diesem Verbot getrotzt haben?“, fragte Sitka. „Ja, das ist es und sie sind nie mehr zurückgekehrt“, antwortete Diamanthuf.

„Das ist ja echt unheimlich“, sagte dann Sitka. „Ich dachte, du magst es wenn es so spannend wird?“, fragte Seleni. „Aber ich will auf keinen Fall einem Einhorn des Todes begegnen“, fuhr Sitka fort und schüttelte sich.

„An eurer Stelle, würde ich diese Karte zerstören und ihr nicht mehr weiter folgen“, warnte Diamanthuf weiter. „Wir müssen aber herausfinden, wo diese Karte uns noch hinführt“, widersprach Niklas. „Ich weiß euren Mut wirklich zu schätzen, aber wenn ihr dieser Karte weiter folgt, wird er euch verlassen und ihr werdet noch bevor ihr das Kreuz erreicht den qualvollen Tod finden und das darf nicht passieren“, warnte Diamanthuf und sie senkte ihren Kopf, schloss ihre großen Augen und eine Träne lief dort heraus. Auch Silberschweif senkte ihren Kopf, und ihre Tochter tat es ihr nach.

„Ich will euch nicht verlieren. Ihr seid doch meine besten Freunde“, sagte Sternenschweif traurig. „Du wirst uns nicht verlieren, keine Sorge. Wir sind doch Profis. Uns passiert schon nichts. Wir haben doch gemeinsam den Wald der Schatten gemeistert und wir werden aufpassen, dass wir diesem Einhorn des Todes auf keinen Fall begegnen“, beruhigte Sitka.

„Ihr wollt also dieser Karte weiter folgen.“ „Ja, wir müssen der Karte weiter folgen. Nur so kriegen wir heraus, wo sie uns hinführt“, bestätigte Niklas. „Also gut, wie ihr wollt. Aber bevor ihr aufbrecht …“ „Keine Sorge Silberschweif, heute brechen wir nicht mehr auf. Jetzt brauchen wir erst mal eine Nacht Ruhe. Bevor wir nämlich hierhergekommen sind, waren wir noch in zwei anderen magischen Welten und von denen müssen wir uns erst mal erholen“, sagte dann Florian. „Also gut. Aber bevor ihr aufbrecht, bekommt ihr noch etwas von uns und das ist wirklich sehr wichtig“, sagte dann Diamanthuf. „Und was bekommen wir?“, fragte Florian. „Das erfahrt ihr morgen früh. Aber jetzt erholt euch bitt erst mal von eurem Abenteuer und ruht euch aus“, sagte Diamanthuf zum Schluss.

Das neue magische Versteckspiel

Diamanthuf ging anschließend wieder zu ihrer Herde zurück, so tat es auch Silberschweif. Sternenschweif blieb aber noch bei ihnen und Liana ebenfalls. „Dürfen wir mit Liana und Sternenschweif noch etwas spielen?“, fragte Seleni. „Ja, natürlich dürft ihr das“, antwortete Florian.

Und so sprangen sie gemeinsam weg, während Niklas dann die Liste mit den Zutaten holte, um dort einen Blick darauf zu werfen. „Und, was müssen wir hier in der Einhornwelt für Zutaten besorgen?“, fragte dann Florian. Niklas ging dann die Liste durch und stieß dabei auf die Einhornwelt. Neben dieser Welt standen untereinander die Zutaten.

„Also, als erstes benötigen wir einen türkisfarbenen Kristall, der aus der Wiese wächst“, las Niklas ab. „Also von denen gibt es hier ja genug“, erwiderte Florian. „Silberstaub eines silbernen Horns.“ „Das ist auch kein Problem, denn den kann uns Diamanthuf geben“, sagte Florian. „Dann benötigen wir…“ Niklas erstarrte dann, denn die dritte Zutat ließ ihn erschaudern, „was! Oh nein! Das ist vollkommen unmöglich!“, sagte er geschockt. „Was ist vollkommen unmöglich?“, fragte Florian und wurde zusehend nervöser. „Es … ist vollkommen unmöglich … an diese Zutat zu kommen! Das kann uns Kopf und Kragen kosten“, antwortete Niklas. Er zeigte Florian die Liste und darauf stand in dicken schwarzen Buchstaben: Magie des roten Einhorns.

„Heilige Scheiße!“, erstarrte Florian. „Das ist vollkommen unmöglich, an diese Magie heranzukommen. Vorher bringen uns die roten Einhörner um.“ „Damit hast du Recht. Die Magie des roten Einhorns entzieht einem die gesamte Lebensenergie und das ist sehr qualvoll und schmerzhaft, bis man tot umfällt. Und die roten Einhörner mit den schwarzen Hörnern sind alle bösartig und kalt. Wir hatten ja schon die Begegnung mit einem Einhorn dieser Art; zumindest ich mit Sitka und Seleni. Todesschweif ist nämlich so ein rotes Einhorn. Sein Anblick war furchterregend. Aber wir haben bis jetzt keine weiteren roten Einhörner im Wald der Schatten gesehen, aber dafür sehr viele schwarze Einhörner mit brennendem Rücken und blutrotem Horn“, sagte dann Florian und erinnerte sich zurück. „Das hattest du ja erzählt, nachdem ihr hier aus dieser Welt zurück wart. Mit der Magie des roten Einhorns stehen wir jetzt auf jedem Fall vor einem sehr großen Problem und dieses Problem zu lösen ist eine heikle und schwierige Situation. Vorher können wir der Karte nicht weiter folgen. Wir müssen einen Weg finden, um an diese Magie heranzukommen und zwar ohne, dass wir zum Opfer werden und daran zu Grunde gehen“, sagte Niklas mit ernster Miene.

Während Niklas und Florian sich noch über die dritte Zutat auf der Liste unterhielten und sich einen Plan ausdachten, befanden sich Sitka, Seleni, Liana und Sternenschweif bei Sternenschweifs und Lianas Lieblingsplatz. Überall waren Kristalle und Blumen und es duftete süßlich. „Hier ist es einfach nur wunderschön“, sagte Seleni. „Wir können anfangen“, sagte Sternenschweif und lachte.