INKA LOREEN MINDEN

Ins Herz gestohlen

Zwei heiße Quickies

 

Ein Shorty aus »Touch of Sin«

plus längere Bonusgeschichte

Inhalt

Die Sicherheitsbedienstete Samantha träumt schon lange davon, den um einige Jahre jüngeren Studenten Tyler lustvoll zu unterwerfen. Als sie ihn beim Ladendiebstahl erwischt und zur Durchsuchung abführt, bemerkt sie, dass es der schüchterne Mann faustdick hinter den Ohren hat.

 

Enthält die Bonusgeschichte:


Englisch im Garten
Ein heißer Morgen im Englischen Garten: Die junge Sonja sonnt sich nackt auf der Wiese, als ein Mann sie anspricht, ein paar Handschellen zückt und sie in den Wald zerrt. Dort fesselt er sie an einen Baum. Hilflos ist sie den lustvollen Spielen des Entführers ausgeliefert.


Ca. 52 Taschenbuchseiten

Ins Herz gestohlen

 

Tyler arbeitet immer noch hier!, dachte Samantha Brooks erfreut. In ihrem Magen kribbelte es jedes Mal, wenn sie ihn sah, und ihr Herz vollführte wilde Sprünge – was sie total albern fand. Schließlich war sie kein Teenager mehr.

Wie an jedem Nachmittag betrat sie das nostalgische Shopping Center an der ehemaligen Route 66, in dem gleich ihre Schicht als Sicherheitsbedienstete begann. Tyler Jennings stand am Eingang, um ihr die Tür aufzuhalten. Es war die Pflicht der Angestellten, falls sie sich in der Nähe des Eingangs befanden, jedem Kunden die Türe zu öffnen. Tyler hatte wohl bemerkt, dass es kein Besucher des Ladens, sondern Samantha war, da er auf seine Füße starrte.

»Hi, Tyler«, begrüßte sie den jungen Mann.

Er brachte nur ein gekrächztes »Sam« heraus, als sie an ihm vorbeiging, wobei er sich durch sein braunes Haar fuhr und es noch mehr verstrubbelte.

Samanthas Puls legte an Tempo zu. Es fiel Tyler offensichtlich schwer, sie anzusehen – wahrscheinlich war er ihr wegen früher noch nachtragend. Er musste acht gewesen sein und sie vierzehn. Damals hatten sie alle Kinder »Sam Bang« genannt, weil sie als Anführerin ihrer Bande einen fantastischen Aufwärtshaken beherrscht hatte. Tyler war der Jüngste im Bunde gewesen. Er hatte einiges einstecken müssen, sich jedoch immer behauptet. Aber er hatte sich oft ihren Befehlen widersetzt und sich geweigert, jeden Streich mitzuspielen, den Sam ihrer Bande abverlangt hatte.

Sie seufzte innerlich. Das war schon eine tolle Zeit gewesen. Sie hatte sich sorgenlos und frei gefühlt. Jetzt war alles anders …

Warum hatte Tyler überhaupt den Aushilfsjob im Supermarkt angenommen, wenn ihm hier anscheinend alles missfiel, so gequält, wie er oft guckte? Oder lag das wirklich nur an ihr?

Allerdings kam er ihr verändert vor. Erwachsener, ernster – was wahrscheinlich daran lag, dass er kein Junge mehr war.

In diesen Semesterferien verdiente sich Tyler etwas Geld als Regaleinräumer, obwohl er das nicht nötig hatte, da er aus einer gut situierten Familie stammte. Er studierte Medizin an einer Elite-Universität in New York. Seine Eltern mussten stolz auf ihn sein, denn er würde einmal ihre Arztpraxis übernehmen.

Es war schon gut so, dass Tyler nichts von ihr wollte – was eventuell auch an dem Altersunterschied lag, immerhin war er erst zweiundzwanzig und sie ein paar Jährchen älter als er. Tyler würde sich bestimmt entsetzt von ihr abwenden, wenn er erfuhr, wie sie es wollte. Und das würde sich in diesem Kaff im Hinterland von Illinois verdammt schnell herumsprechen. Samantha wäre geliefert, würde gewiss ihren Job verlieren und von keinem mehr angesehen werden.

Seufzend marschierte sie zwischen den Regalen hindurch bis zu einer Tür ganz hinten im Kaufhaus, wo ihr Arbeitsplatz lag. Dabei bildete sie sich ein, im Nacken ein Kribbeln zu spüren, oder besser gesagt: auf ihrem Hintern. Ihre schwarze Hose spannte sich ein wenig zu straff über ihr Gesäß, das war ihr bewusst; leider war bisher die neue Lieferung mit der Arbeitskleidung noch nicht eingetroffen. Es war ja nicht so, dass sie dick war, sondern sie machte im Moment einfach zu viel Sport. Das schien die einzige Möglichkeit zu sein, ihre Triebe zu unterdrücken. Zudem schadete es nicht, durchtrainiert zu sein, wenn man im Sicherheitsdienst arbeitete.

Ihr Herz wurde schwer, als sie an Tylers Rehaugen dachte, die er immer vor ihr verbarg. Das Verlangen, sich umzudrehen, um zu sehen, ob er sie beobachtete, wurde übermächtig. Doch als sie einen Blick über die Schulter riskierte, studierte er eine Reklametafel.

Ein Mann wie er wäre genau ihr Kaliber: sein Unschuldsblick, der schlanke Körper und das Jungenhafte an ihm machten Sam an. Außerdem war er verdammt süß. Aber so wie er sich verhielt, würde sie weiterhin anonyme Sex-Mails austauschen oder sich mit irgendwelchen Kerlen treffen, die sie im Internet kennenlernte und die möglichst nicht in der Nähe ihres Kaffs wohnten.

Mit zitternden Fingern sperrte sie die Tür auf und betrat einen karg eingerichteten Raum. Eine Jalousie dunkelte das einzige Fenster ab, damit die Hitze der Wüstensonne das kleine Zimmer nicht zu sehr aufheizte. Samantha schwitzte in ihrem hellen Hemd ohnehin genug, obwohl die Klimaanlage für angenehme Temperaturen sorgte. Oder lag es an Tyler, der sich ständig in ihre Gedanken stahl und ihr somit den Schweiß aus jeder Pore trieb? Von dem sanften Pochen in ihrem Schoß ganz zu schweigen.

»Hallo, Samantha«, begrüßte sie ein älterer Herr mit Schnauzbart, den sie nun hinter den Monitoren ablösen wollte. »Dann geh ich mal heim.«

»Alles klar, Cooper.«

Nur sie beide waren in diesem Shopping Center für die Sicherheit zuständig. Es verirrten sich einige Touristen und Nostalgiker in ihr Kaff, aber es gab nicht wirklich viel zu tun. Doch nach einem schlimmen Überfall vor zwei Jahren hatte die Stadt beschlossen, Wachpersonal zu beschäftigen.

»Hab einen schönen Tag und grüße Becky lieb von mir!«, rief Samantha ihrem Kollegen hinterher, als er den Raum verließ und sie hinter ihm absperrte.

Sie setzte sich in den Drehstuhl, in dem noch Coopers Wärme hing, um sich an die Arbeit zu machen. Zuerst überprüfte sie, ob in jedem Bereich die Kameras funktionierten, bevor sie nach der Tageszeitung griff, die ihr Kollege vergessen hatte. Mal sehen, was es in der weiten Welt Neues gab.

Gerade, als sie die erste Seite aufschlagen wollte, bemerkte sie aus den Augenwinkeln eine Bewegung auf einem der Monitore. Erst dachte sie, es wäre ein Kunde, aber es war Tyler.

Sam lehnte sich in ihrem Stuhl nach vorne. Was machte er in der Souvenir-Abteilung? Er sollte doch Lebensmittel einräumen?

Tyler stand vor einem Tisch mit verschiedenen Schlüsselanhängern: Oldtimern, Flaggen und winzigen Pokalen, die sich bei den Touristen großer Beliebtheit erfreuten.

Die Nachrichten waren vergessen, denn sie beschloss, ihn unbemerkt anzuhimmeln. Sam verfiel einem ihrer Tagträume, in dem sie Tyler an ihr Bett gefesselt sah. Nackt. Demütig würde er zu ihr aufschauen und sie anflehen, um Gnade winseln, wenn sie ihn lustvoll unterwarf, ihn mit heißem Wachs benetzte, ihn zwickte und ihm befahl, sie zu lecken. Er würde es genießen, weil er es liebte, von ihr in Besitz genommen zu werden …

Plötzlich nahm er einen Schlüsselanhänger, um ihn hektisch in seine Hosentasche zu stecken.

Ihr stockte der Atem. Jäh wurde sie aus ihrer Fantasie gerissen. »Mach keinen Scheiß, Junge!«

War Tyler nicht klar, dass er sich soeben seine erfolgreiche Zukunft versaute?

Ein weiterer Schlüsselanhänger wanderte in seine Jeans, doch diesmal nicht in die Hosentasche, nein, er ließ ihn im Bund verschwinden, um die Miniatur in seinem Slip zu verbergen.

Samantha kochte. Wie konnte ein intelligenter Mann von jetzt auf gleich zu einem Dummkopf mutieren?

Wütend erhob sie sich. Sie würde ein ernstes Wörtchen mit ihm reden müssen.

 

Als sie die Souvenir-Abteilung betrat, stand Tyler immer noch vor dem Tisch, mit dem Rücken zu ihr.

»Bist du von allen guten Geistern verlassen?«, zischte Samantha ihm von hinten ins Ohr.

Er zuckte zusammen, drehte sich jedoch nicht um.

»Du legst jetzt alles wieder zurück, dann drücke ich ein Auge zu.«

»Nein«, drang es wie ein Hauch durch das Rauschen ihres Blutes in ihren Kopf.

»Bitte?« Sie musste sich verhört haben.