Victor Flec

Angela Kirchner

Victor Flec

Auf der Spur der Geistertiere

Band 2

FISCHER E-Books

Inhalt

Über Angela Kirchner

Angela Kirchner hat als gelernte Buchhändlerin mehrere Jahre lang Bücher verkauft, bis sie eines Tages beschlossen hat, lieber welche zu schreiben. Behilflich dabei ist ihr der blaue Laptop Harvey, der manchmal ein seltsames Eigenleben führt. Wahrscheinlich ein Geist, dachte Angela, und so kam die Idee auf die Welt, über blaue Menschengeister und leuchtende Geistertiere zu schreiben.

Ihre Freizeit verbringt Angela am liebsten mit ihrer Familie und dem besten Müllschlucker-Hund der Welt in der freien Natur. Irgendwann will sie mal am Meer leben. Oder an einem See.

›Victor Flec – Auf der Spur der Geistertiere‹ ist die temporeiche Fortsetzung von ›Victor Flec – Jagd durch die Stadt der Geister‹. 

 

Weitere Informationen zum Kinder- und Jugendbuchprogramm der S. Fischer Verlage finden Sie unter www.fischerverlage.de

Über dieses Buch

Geheimnisvolle Geistertiere und mysteriöse Machenschaften 

Mit Menschengeistern kennt Victor Flec sich aus. Immerhin hat er im Ghostend mit dem waschechten Geisterjungen Nemo schon ein gefährliches Abenteuer erlebt. Aber plötzlich tauchen überall Geistertiere auf! Ob die Lupen-Kuh und die flammende Harpyie wirklich so harmlos sind? Vorsichtshalber werden die Tiere erstmal in einem streng bewachten Basislager beobachtet. Doch bald merken Victor und seine Freundin Ciel, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Ein haarsträubendes Abenteuer beginnt!

Spannend, magisch und mit leuchtendem Gecko!

Impressum

Erschienen bei FISCHER E-Books

 

© 2021, Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag GmbH, Hedderichstrasse 144, D - 60385 Frankfurt am Main

 

Covergestaltung und -abbildung: Tobias Goldschalt unter Mitarbeit von Dahlhaus & Blommel Media Design GmbH

 

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt.

ISBN 978-3-7336-0345-8

Für die besten ehemaligen Kolleginnen und Kollegen die ich mir hätte wünschen können.

Ohne euch wäre das alles nicht möglich.

Victor

Victor Flec saß auf einem Drehstuhl hinter dem Verkaufstresen von Alberts achtsam ausgewählte Antiquitäten und langweilte sich. Zum zweiundsiebzigsten Mal drehte er sich nun bereits um die eigene Achse. Dann schielte er zur Tür, gähnte und drehte sich in die entgegengesetzte Richtung, damit ihm nicht schwindelig wurde.

Seit fast zwei Stunden hatte jetzt schon niemand mehr den Laden betreten. Zwei Stunden! So lange herumzusitzen und nichts zu tun, außer zu warten, das war für Victors dreizehnjährigen Körper die reinste Folter. Am liebsten wäre er aufgesprungen und nach hinten ins Lager gerannt, wo seine beste Freundin Ciel Moon gerade eine riesige Kiste mit wertvollen Glaskaraffen, Trinkgläsern und anderem Geschirr auspackte. Aber er durfte nicht. Albert, der Besitzer des Ladens, hatte es ihm strengstens verboten. Stattdessen sollte Victor hier vorne Kunden bedienen und dabei am besten nichts anrühren. Klasse, richtig große Klasse.

Deren Glas hatte sogar schon die Druckwelle eines explodierenden magischen Steins ausgehalten, doch gegen Nemo Cordicios Dickschädel hatte die Vitrine nicht den Hauch einer Chance gehabt. Sie war zersprungen wie eine Seifenblase, die auf einer Nadelspitze landet. KLIRR – Splitterregen.

Aber das war nicht der Grund, warum Victor seitdem nur noch unter strenger Bewachung ins Hinterzimmer durfte. Das eigentliche Problem waren die neunzehn höchst angriffslustigen Wandelinge gewesen, die bis dahin in der Vitrine verwahrt worden waren. Sie hatten ihre plötzlich gewonnene Freiheit hemmungslos ausgenutzt und waren über alles und jeden im Laden hergefallen. Das Ergebnis ein heilloses Chaos zu nennen, traf die Sache nicht mal annähernd. Denn so interessant und manchmal sogar hilfreich diese Geisterdinge auch waren, die es zurück in die Welt der Lebenden geschafft hatten, so unberechenbar konnten sie sein. Ursprünglich als Grabbeigaben gedacht, hatten sie sich bei ihrem

Gähnend drehte Victor die nächste Runde auf seinem Stuhl. Wahrscheinlich würde ihn die Langeweile bis Ladenschluss längst umgebracht haben, und auffallen würde es nur dadurch, dass das Licht die ganze Nacht brannte. Oder weil er mit dem Kopf auf der Kasse landete. Dieser monströsen, altmodischen Kasse, die direkt vor ihm stand – und neben der ganz eindeutig ein Comic lag, halb begraben unter einem Stapel vollgeschriebener Zettel.

Schlagartig besserte sich Victors Laune. Selbst wenn er die Geschichte schon kannte, versprach sie zumindest für ein paar Minuten Ablenkung. Also beugte er sich erwartungsvoll nach vorne und zupfte an der freiliegenden Ecke des Comics – jedoch ohne Erfolg.

»Komm schon!«, schimpfte Victor. »Wenn sogar Lex Cordicio vor mir kuscht, wirst du ja wohl …«

»Victor?«, schallte Ciels Stimme aus dem Lager herüber. »Redest du wieder mit dir selbst?«

»Nein, mit einem Comic.«

»Ach so. Und ich dachte schon, ich muss mir Sorgen machen.«

»Nicht nötig.« Wild entschlossen packte Victor das Heft fester, zog mit mehr Kraft, und der Comic schoss

»Victor Flec!« Schon wieder Ciel, diesmal mit einem strengen Unterton in der Stimme. »Wehe, du räumst den Laden um!«

»Mach ich nicht«, versicherte Victor. »Mir sind nur ein paar Zettel und Notizbücher runtergefallen, als ich …« Ein Knall unterbrach ihn. »Oh, und der Stiftehalter aus Blech. Da sind übrigens ganz schön viele Stifte drin.«

Ciels Kopf erschien im Durchgang zum Lager. Sie hatte ihre roten Haare zu einem Knoten zusammengebunden und mit einem silbernen Brieföffner festgesteckt. Außerdem trug sie die Fliegerbrille mit getönten Scheiben, die früher mal ihrem Großvater gehört hatte und das Einzige war, das ihr von ihm geblieben war. »Irgendwelche Verletzten?«

»Der Stiftehalter sieht nicht mehr ganz frisch aus«, gab Victor zerknirscht zu. »Wenn du mir den Hammer gibst, der …«

»Nie im Leben.« Ciel tippte sich lachend an die Stirn. »Räum das lieber auf, sonst lässt dich Albert bald nicht

Missmutig grummelnd stieg Victor von seinem Drehstuhl herunter und machte sich daran, die Unordnung zu beseitigen. Doch als er seine Hand nach einem der unzähligen Blätter ausstreckte, wanderte es plötzlich wie von selbst ein paar Zentimeter weiter.

Erschrocken wich Victor zurück.

Irgendetwas – oder irgendjemand – verbarg sich darunter. War etwa schon wieder einer der Wandelinge aus der Vitrine entkommen? Wenn ja, musste er dringend dorthin zurückgebracht werden, bevor er noch irgendwelchen Unsinn anstellen konnte!

Eilig krabbelte Victor dem streunenden Papier hinterher und drückte seinen Finger auf eine der Ecken. Das Ding unter dem Blatt marschierte unbeeindruckt weiter, bis es schließlich … ganz langsam … zum Vorschein kam.

»Woah!«, hauchte Victor beim Anblick des blau leuchtenden Geckos, der jetzt neugierig seinen Kopf nach oben reckte. Victor hatte zwar schon einige Geistertiere gesehen, bisher allerdings bloß in der Zeitung oder auf dem Bildschirm, nie von Angesicht zu Angesicht. Und nun kroch tatsächlich eins direkt vor ihm über den Boden!

Er rückte seine Brille zurecht, die ihm auf die

Dieser Gecko war eine kleine Sensation, eins von wer weiß wie vielen Geistertieren, die durch das Tor der Totenwelt entkommen waren, als Victor es vor drei Wochen versehentlich aufgestoßen hatte. Eigentlich hatte er ja nur Lex Cordicio, den gefährlichsten Gangster der Stadt, von den Beinen pusten wollen. Doch der Stein, den er dafür verwendet hatte, war ein uraltes, magisches und obendrein sehr mächtiges Artefakt gewesen. Der Stein des Osiris, um genau zu sein. Und dummerweise hatte der nicht bloß alle Leute im Umkreis von etwa einem Kilometer von den Beinen gepustet, sondern auch zum zweiten Mal seit Menschengedenken die sogenannte Lücke geöffnet.

Das erste Mal lag inzwischen gut fünfzig Jahre zurück. Damals waren wie aus dem Nichts an unzähligen Orten der Welt etwa zwanzigtausend Menschen – oder besser gesagt deren unsterbliche Überreste – aufgetaucht. Geister. Wie genau das Ganze vonstattengegangen war, wusste bis heute niemand. Und genauso wenig, warum es seither nicht noch einmal passiert war. Zumindest nicht, bis Victor Flec die Bühne betreten hatte …

Doch so anders ihre Ankunft auch gewesen sein mochte, in vielen Dingen ähnelten sich Geistertiere und menschliche Geister sehr. Allesamt besaßen sie bläuliche Haut, blaue Augen und weiße Haare. Außerdem bezogen die Geistertiere ihre Energie ebenfalls aus sogenannten Geiststeinen und wurden niemals älter. Diesbezüglich hatten die Wissenschaftler also keinerlei Unterschiede feststellen können. Umso erstaunter waren sie deshalb gewesen, als die ersten Mischwesen auftauchten.

Während die menschlichen Geister nämlich – abgesehen von der Haut und den Haaren – wie ganz normale Menschen aussahen, gab es bei manchen Tieren Besonderheiten, auf die sich niemand einen Reim machen konnte. Wie die Wandelinge auch, hatten sich diese Exemplare offenbar durch ihren Aufenthalt in der Lücke verändert, weshalb man ihnen ziemlich schnell die Bezeichnung Wandeltiere verpasst hatte. Und die waren

So war das erste Wandeltier, das man gefunden hatte, beispielsweise eine Mischung aus Giganotosaurus und Statue gewesen, mit einer Haut so kalt, fest und schimmernd wie Marmor. In der Nacht nach der zweiten Lückenöffnung hatten viele Menschen in der Stadt das Brüllen dieses Giganten gehört und vor Aufregung kein Auge zugetan, bis man das Tier unter Kontrolle gebracht hatte.

Kurz darauf war eine Mischung aus Kuh und Lupe aufgetaucht, durch die man hindurchgucken konnte und dabei das, was dahinter war, stark vergrößert wahrnahm. Außerdem gab es da noch einen Mix aus Papagei und Radiowecker, einen Fisch, der durch die Luft schwebte wie ein Jahrmarktballon, den nimmersatten Mülleimerhund und andere sonderbare Kreaturen.

Da war der blau leuchtende Gecko, der Victor inzwischen mit riesigen Augen musterte, noch verhältnismäßig normal.

»Hallo, kleines Kerlchen«, flüsterte Victor und streckte seinen Zeigefinger nach dem Geistertier aus. »Komm her, du musst keine Angst haben.«

Der Gecko krabbelte ein Stück näher, hielt bei Victors Fingerspitze kurz inne und flitzte dann im Affentempo seine Hand hinauf. Am Handgelenk legte das Tierchen

»Hey, Ciel!«, rief Victor nach hinten in Richtung Lager. »Schau mal, was ich gefunden habe!«

»Wieso, ist es was Ekliges?«, fragte Ciel misstrauisch zurück.

»Nein.«

»Ist es tot?«

»Na ja, technisch gesehen schon … Jetzt komm einfach her und sieh es dir an!«

Ein Rascheln ertönte, gefolgt von einem leisen Klirren. Kurz darauf konnte Victor Ciels näher kommende Schritte hören und schließlich ihr überraschtes Luftholen, als sie neben ihm in die Hocke ging.

»Ein Wandeltier!«, japste sie und stupste den Gecko vorsichtig an. »Wahnsinn, wie es strahlt. Als hätte es eine Taschenlampe verschluckt.«

»Cool, oder?« Ein zufriedenes Grinsen erschien auf Victors Gesicht. »Und ich glaube, es mag mich.« Er drehte sein Handgelenk ein paarmal hin und her, doch die kleine Echse machte keine Anstalten, sich zu bewegen. »Sitzt zumindest wie angegossen.«

Ciel lachte. »Na, dann herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten leuchtenden Leguan.«

»Sie?«, hakte Ciel nach.

»Allerdings. Ihr Name ist Hilda.« Victor wusste nicht, warum, doch auf einmal war er sich hundertprozentig sicher, dass es sich bei der Echse um ein Weibchen handelte. Und dass sie Hilda hieß. Der Name war ihm in dem Moment eingefallen, als er ihn ausgesprochen hatte.

»Okay, entschuldige bitte, Hilda«, sagte Ciel und deutete eine Verbeugung an. »Darf ich dich mal genauer anschauen?« Sie lehnte sich von der anderen Seite über die Theke, streckte Daumen und Zeigefinger nach dem Gecko aus und wollte ihn behutsam von Victors Handgelenk pflücken – allerdings ohne Erfolg. Hilda klebte bombenfest.

»Hm«, machte Ciel und zog etwas kräftiger. Doch abgesehen davon, dass Victor das Gefühl hatte, jemand würde ihm seine Haut abziehen, passierte nichts.

»Tja, du hättest sie eben nicht beleidigen sollen«, brummte er. Dann schob er Ciels Hand zur Seite und versuchte selbst sein Glück. Aber egal welchen Trick er auch anwandte, um das Geistertier abzulösen, keiner

Unschlüssig kratzte sich Victor den Nacken. »Nicht dass ich grundsätzlich was gegen ein Geistertierchen am Handgelenk auszusetzen hätte«, sagte er. »Aber ein bisschen Sorgen mache ich mir schon, dass sie ab jetzt für immer dort hockt.«

Das wäre vielleicht anders gewesen, wenn er mehr über Geistertiere gewusst hätte, doch dem war leider nicht so. Hilfreiche Erfahrungsberichte gab es bisher nämlich kaum, nur jeden Tag neue Sensationsgeschichten über weitere Funde. Victor musste sich wohl oder übel an jemanden wenden, der sich besser mit solchen Dingen auskannte. Jemanden wie …

»Albert!«, platzte er heraus. Im nächsten Moment waren er und Ciel bereits auf dem Weg zu dem Treppenaufgang, der versteckt weiter hinten im Laden lag und zu Alberts Büro führte.

Aber kaum hatte Victor einen Fuß auf die erste Stufe gesetzt, polterte ihnen der alte Geist bereits mit schnellen Schritten entgegen. Wie üblich murmelte Albert dabei leise vor sich hin, und seine schlohweißen Haare standen kerzengerade vom Kopf ab. Dadurch wurde seine ohnehin schon bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem bekannten Physiker Albert Einstein noch unterstrichen.

»Okay«, sagte Victor. »Wo ist er denn?«

Ciel versuchte vergeblich, sich ein Lachen zu verkneifen. Sie stieß Victor ihren Ellbogen in die Seite, doch er blickte sie nur achselzuckend an.

»Also … ähm …« Albert deutete auf seine Brust. »Ich natürlich, ich bin der …«

»Ich weiß. Das war ein Scherz«, unterbrach Victor den verdutzt dreinschauenden Geist. »Herzlichen Glückwunsch. Und hier wartet auch schon die erste Aufgabe auf Sie.« Mit ausgestrecktem Arm trat er einen Schritt auf den Alten zu. »Können Sie Hilda da abmachen? Ciel und ich schaffen es nämlich nicht.«

»Hatte ich dir nicht gesagt, du sollst mich … Oh!« Albert quietschte regelrecht vor Begeisterung, als er den blau leuchtenden Gecko auf Victors Handgelenk entdeckte, und auch Hilda schien urplötzlich aus ihrer Starre zu erwachen. Während sich der alte Geist zu ihr hinunterbeugte, hob sie ihren Kopf, nickte ein paarmal heftig und … summte. Ja, Victor war sich ganz sicher, dass sie summte! Er konnte es im ganzen Körper spüren, und es fühlte sich an wie ein glückliches Summen. Eine Begrüßung vielleicht?

Zögerlich strich der Antiquitätenhändler der kleinen Geckodame über den Rumpf. Aber als sie sich erneut flach an Victors Handgelenk schmiegte, zog Albert seine Finger sofort wieder zurück.

»Ich fürchte, ich kenne mich mit Geistertieren noch genauso wenig aus wie du, mein Junge«, sagte er und klopfte Victor auf die Schulter. »Doch wie es der Zufall will, bin ich gerade auf dem Weg zu jemandem, der dir ganz sicher behilflich sein kann.«

Argwöhnisch runzelte Victor die Stirn. »Ah ja. Und wer soll das sein?«

»Das verrate ich dir nur, wenn du mir versprichst, endlich mit dem Siezen aufzuhören.«

 

»Du nimmst uns wirklich mit ins Basislager?«, fragte Ciel wenig später mit piepsiger Stimme. Sie war geradezu außer sich vor Freude. »Ehrlich, echt, echt wahr?«

»Ja, warum denn nicht?«, erwiderte Albert lachend. »Ich wollte mich heute sowieso dort vorstellen und bei der Gelegenheit auch gleich noch ein bisschen umsehen. Da kann ich euch doch mitnehmen.«

Er sperrte die Ladentür zu und hängte das Schild mit der Aufschrift

ins Fenster. Dann ließ er nacheinander alle Jalousien herunter.

Victor verstaute währenddessen den Inhalt der Kassenschublade in einer silbernen Geldkassette. Zu seiner Überraschung war einiges an Einnahmen zusammengekommen, obwohl er selbst heute nur ein paar alte Bücher, zwei Vasen und eine selbstentzündende Wandelkerze verkauft hatte. Aber gerade die Wandelinge versprachen jedes Mal guten Umsatz, weshalb Albert sich vor ein paar Jahrzehnten auf deren Verkauf spezialisiert hatte. Und seitdem Victor die Dinger spüren konnte, ohne sie erst anfassen zu müssen, sorgte er regelmäßig für Nachschub.

»Glauben Sie … ich meine, glaubst du denn, dass mir im Basislager jemand helfen kann?«, fragte er und überreichte dem alten Geist die gefüllte Kassette.

»Bestimmt. Wenn überhaupt jemand Ahnung von Geistertieren hat, dann die Leute, die dort arbeiten«, erklärte Albert. »Das sind alles Pfleger, Ärzte und Wissenschaftler, die sich rund um die Uhr mit den Tieren beschäftigen und sich bemühen, so viel wie möglich über sie herauszufinden. Einer von denen wird schon wissen,

Als hätte Hilda den Alten verstanden, explodierte plötzlich ein kleines Leuchtfeuerwerk aus den verschiedensten Blautönen auf ihrer Haut, und Victor kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Geckodame war wirklich eine Schönheit, so viel stand fest. Aber dass ausgerechnet er ein Geistertier finden musste, das sich als lebendige Klette herausstellte …

Na ja, dachte er, hätte auch schlimmer kommen können. Wenigstens war Hilda klein und leicht und kein zentnerschwerer Grizzlybär oder so was.

»Eins verstehe ich allerdings nicht«, sagte Ciel an Albert gewandt, als sie den Laden schließlich zu dritt über den mit Gerümpel vollgestopften Hinterhof verließen. »Warum nehmen sie dich als Qualitätssicherungsmanager, wenn du doch selbst noch keine Ahnung von Geistertieren hast?«

»Nicht bloß mich, sie haben auch deine Großmutter engagiert«, korrigierte der alte Geist. »Die Verantwortlichen vor Ort meinen zwar, sie kämen ganz gut ohne Aufpasser zurecht. Trotzdem hat der Geisterrat um Kontrollen gebeten. Und da ihnen auf die Schnelle niemand sonst eingefallen ist …«

Die Kongresse waren allerdings nicht der einzige Grund, warum Albert so ein hohes Ansehen innerhalb der Geisterschaft besaß. Obwohl er oftmals furchtbar zerstreut wirkte, zählte er zu den schlausten Personen überhaupt auf diesem Erdball, und Intelligenz hinterlässt nun mal Eindruck.

»Aber Oma ist gerade erst von ihrer Brasilienreise zurückgekehrt!«, protestierte Ciel. »Sie hat wahrscheinlich noch nicht mal ihre Koffer ausgepackt und soll schon irgendwelche Qualitätskontrollen übernehmen?«

»Ach, Ciel, du kennst sie doch«, gab Albert gutmütig zurück und lotste Victor und sie in Richtung U-Bahn-Haltestelle. »Beatrice wollte eben unbedingt dabei sein. Außerdem habe ich mich bereit erklärt, sämtliche

»Na, da bin ich ja mal gespannt«, entgegnete Victor. Er hatte zwar schon so eine Ahnung, warum der Alte geradezu dankbar für den unerwarteten Gecko-Zwischenfall zu sein schien. Aber vielleicht irrte er sich ja auch.

»Ich habe Nemo gesagt, dass wir uns dort treffen, und es wäre ganz großartig, wenn ihr ihn für mich bei Laune halten könntet«, gab Albert zu und bestätigte damit Victors Vermutung. Es ging also tatsächlich um Nemo, den Geisterjungen, der seit kurzem bei Albert wohnte.

Am Tag der zweiten Lückenöffnung war dessen Vater Lex Cordicio spurlos verschwunden, und nach wie vor wusste niemand, wo sich der Gangster versteckt hielt. Bloß seine beiden Handlanger Nick und Herbert hatte man geschnappt und im Hochsicherheitstrakt hinter Gitter geworfen. Aber die wussten entweder selbst nicht, wo ihr Boss untergetaucht war, oder sie hielten dicht.

Und Nemo? Der war innerhalb eines Wimpernschlages zum Fall für das Jugendamt geworden – oder wäre es vielmehr, hätte Albert nicht aus heiterem Himmel angeboten, den Jungen bei sich aufzunehmen.

»Was meinst du denn mit bei Laune halten?«, hakte

»Nun ja, ich fürchte, er ist noch immer nicht in seinem neuen Zuhause angekommen«, entgegnete Albert vage. »Zumindest macht er nicht den Eindruck, besonders zufrieden zu sein. Deshalb dachte ich, ihr könntet ihn etwas aufmuntern. Mal wieder.«

Victor warf Ciel einen vielsagenden Blick von der Seite zu. Seit Tagen versuchten sie jetzt schon, Nemo klarzumachen, dass er es mit Albert ausgesprochen gut getroffen hatte. Aber der Geisterjunge war und blieb skeptisch. Wahrscheinlich war das auch kein Wunder nach so vielen Jahren mit einem Kerl wie Lex und dessen aggressiven Handlangern unter einem Dach. Trotzdem hoffte Victor, dass seine Abwehrhaltung irgendwann ein Ende finden würde.

»Wir kümmern uns um ihn«, sagte er und nickte Albert aufmunternd zu. »Das kriegen wir schon hin, Sie werden … äh, du wirst sehen.«

Der alte Geist lächelte dankbar. Er hatte von Anfang an keinerlei Probleme damit gehabt, die Stimmungsschwankungen und den ständigen Argwohn des jungen Cordicio auszuhalten. Ja, er hatte ihn sogar seinen Freunden und Bekannten gegenüber verteidigt, als die Frage aufkam, warum er ausgerechnet den Sohn eines gesuchten Verbrechers beherbergen wollte.

»Im Ghostend behaupten sie wohl seit neuestem, dass er eines Tages doch noch in die Fußstapfen seines Vaters treten wird«, sagte Ciel in diesem Moment und wiederholte damit, was sie Victor erst vorhin im Laden zugeflüstert hatte. Wenn jemand darüber Bescheid wusste, was im Geisterviertel gemunkelt wurde, dann war es Ciel. Durch ihre Mutter Donna, die in der einzigen Spielhöhle des Ghostends arbeitete, saß Ciel sozusagen direkt am Eingang der Gerüchteküche.

Doch Albert wischte ihre Worte mit einer Handbewegung einfach beiseite. »Unsinn!«, polterte er. »Der Junge braucht bloß etwas Zeit, um seinen Platz zu finden. Die Leute sollten ihm Vertrauen entgegenbringen, keine Vorurteile.« Umständlich zwängte er sich durch das Drehkreuz am Ende der Treppe. Und noch bevor Ciel oder Victor etwas dazu sagen konnten, lenkte der Alte das Gespräch zurück auf den leuchtenden Gecko, der sich unverändert hartnäckig an Victors Handgelenk krallte.

Ciel

Als sie endlich das Gebiet erreichten, auf dem das Basislager seit zweieinhalb Wochen aus dem Boden gestampft wurde, schien es Ciel, als hätten sie die Stadt Hunderte von Kilometern hinter sich gelassen. Dabei lag das alte Zoogelände nur etwas mehr als einen Steinwurf vom Stadtkern entfernt. Aber die Anbindung hierher war so ziemlich die schlechteste, die man sich vorstellen konnte, denn mittlerweile gab es einfach keinen Grund mehr herzukommen.

Nachdem Mitte des letzten Jahrhunderts das Ghostend eröffnet worden und innerhalb kürzester Zeit in den Fokus der Touristen gerückt war, hatte der Sonnen-Zoo nämlich immer mehr an Bedeutung verloren und war schließlich sogar stillgelegt worden. Seitdem gab es hier nur noch die riesigen Lagerhallen, die sich rechts von der Straße aneinanderreihten, und dazwischen erstrahlte Natur in sattem, sommerlichem Grün.

Das sah zwar beeindruckend aus, aber Ciels eigentliche Aufmerksamkeit galt dem Gelände auf der

Und damit sich niemand über dieses Gebot hinwegsetzte, hatte man oben auf der Mauer Suchscheinwerfer und Kameras angebracht.

Ciel fragte sich, wem die Warnungen wohl gelten mochten, bis sie sich nur wenig später dem Eingang näherten und damit auch den zahllosen dort parkenden Übertragungswagen vom Fernsehen. Vor den meisten saßen kleine Grüppchen von Leuten, die sich angeregt unterhielten oder auf andere Weise die Zeit vertrieben. Doch als einer der Reporter Albert erkannte, war es schlagartig vorbei mit der Ruhe. Wie auf Kommando wurden überall Kameras gezückt und auf die drei Neuankömmlinge gerichtet.

Ganz kurz zögerten Ciel und Victor beim Anblick des aufwallenden Aufruhrs, dann strafften sie ihre Schultern und liefen mit starr geradeaus gerichteten

»Hallo, Sonnenschein!«, flötete Ciel, als sie vor ihm stehen blieb. »Mächtig gut gelaunt heute, was?«

»Wir besuchen einen Zoo, was hast du erwartet?«, gab Nemo griesgrämig zurück. »Aber so, wie du grinst, gefällt dir das auch noch.«

»Natürlich, das ist doch irre aufregend! Endlich Geistertiere aus der Nähe sehen …«

»Und das hier wieder loswerden, bevor es endgültig an mir festwachsen kann«, fügte Victor hinzu und präsentierte verlegen sein geckobesetztes Handgelenk.

Nemo musterte das Tierchen einen Augenblick lang, dann wandte er sich kopfschüttelnd an Albert.

»Können wir bitte einfach reingehen? Wenn mich noch einer von den Verrückten hier fotografiert oder filmt oder um ein Interview anbettelt, flippe ich aus«, sagte er und deutete über seine Schulter hinweg auf den bulligen Wachmann mit Bürstenhaarschnitt, der das Eingangstor versperrte. »Der Typ da drüben hat sogar

»Wie charmant«, murmelte Ciel, während sie das Zelt hinter dem Tor inspizierte. »Was soll das sein?«, fragte sie. »Eine Schleuse?«

»Ich schätze schon«, erwiderte Albert. »Soviel ich weiß, sind Kameras im Inneren verboten, vielleicht muss man sie …«

Den Rest des Satzes bekam Ciel nicht mehr mit, denn urplötzlich wurde ihre gesamte Aufmerksamkeit von etwas anderem beansprucht. Genauer gesagt von jemand anderem: einem kleinen Kerl, der gerade hinter dem Wachmann aus dem Zelt und auf die Straße hinausschlüpfte.

Fassungslos schnappte Ciel nach Luft, als der schmächtige Junge einen Blick in ihre Richtung warf. Seine blonden Haare hatte er unter einer dünnen Mütze verborgen, und sein Körper steckte in einem lilafarbenen Jogginganzug aus Samt.

»Ich glaube, der Gecko ist giftig«, murmelte Victor in diesem Moment, und Ciels Kopf zuckte herum.

»Was? Wieso?«

»Weil ich Halluzinationen habe.« Er zeigte auf den Jungen, der mittlerweile ein gutes Stück entfernt war. »Ich dachte kurz, das wäre Rufus Handler.«

Ciel nickte blinzelnd. »Nicht nur du«, gab sie mit

»Vielleicht ist er es ja wirklich.« Selbst Nemo starrte dem Kleinen überrascht hinterher, und dabei schien er wie Ciel darüber nachzudenken, ob er lossprinten und ihn aufhalten sollte. Wenn das tatsächlich Rufus Handler war, ließen sie nämlich gerade nicht nur einen der meistgesuchten Menschen des Landes entwischen. Sie vermasselten sich möglicherweise auch die Chance darauf, herauszufinden, wo Nemos Vater steckte.

Aber was sollte Rufus ausgerechnet hierher geführt haben?

»Nee, Leute, entspannt euch. Das kann er gar nicht gewesen sein«, entschied Victor. »Der würde doch niemals am helllichten Tag so seelenruhig hier herumspazieren. Oder?«

Nemo und Ciel zögerten. Und noch ehe sie sich zu einem Entschluss durchringen konnten, bog der blonde

»Ja, Sie arbeiten hier, das hab ich verstanden. Aber Besucher kommen nur mit Sondergenehmigung rein!«, donnerte der Wachmann in diesem Moment wutentbrannt. »Ohne Genehmigung kann ich die Kinder nicht durchlassen, kapiert?«

»Das heißt, der kleine Junge gerade eben hatte eine Sondergenehmigung?«, fragte Ciel skeptisch, während sie gemeinsam mit Vic und Nemo auf die beiden Männer zulief. »Sie wollen uns doch veräppeln.« Erst jetzt konnte sie die tätowierte Träne auf der linken Wange des Wachmannes erkennen, ein Zeichen, das sich die Leute meistens im Gefängnis stechen ließen.

»Junge? Welcher Junge?«, blaffte der Kerl zurück, und auch Albert runzelte verwundert die Stirn.

»Na, der blonde Kerl im Jogginganzug«, entgegnete Nemo ungehalten. »Haben Sie den nicht gesehen?«

»Nein.« Der Wachmann verschränkte grimmig die Arme vor seiner breiten Brust. »Keinen Plan, von wem du sprichst.«

 

Ciel versuchte gar nicht erst, Albert zu erklären, dass es wahrscheinlich Rufus Handler gewesen war, der

»Der kleine Scheißer wusste, dass wir nichts unternehmen würden«, knurrte er aufgebracht. »Und er ist genau in dem Moment abgehauen, als Albert und unser Türsteherkumpel abgelenkt waren. Es war Rufus, ich bin mir sicher.«

»Fragt sich nur, was er hier wollte«, schloss Ciel und wälzte diesen Gedanken in ihrem Kopf herum, bis Victor sich irgendwann verlegen neben ihr räusperte.

»Sorry, dass ich vom Thema ablenke«, sagte er. »Aber Albert hat es irgendwie geschafft, dass wir jetzt doch mit ins Lager dürfen. Und wenn ich ehrlich bin« – zum x-ten Mal versuchte er, den Gecko von seinem Handgelenk zu zupfen –, »würde ich wirklich, wirklich gern mitgehen.«

Ciel nickte seufzend. Abgesehen davon, dass sie Victor helfen wollte, die anhängliche Echse wieder loszuwerden, war sie selbst irrsinnig gespannt darauf, welche Geistertiere wohl noch hinter den dicken Mauern auf sie warteten. Und wenn Nemo nicht weiter allein hier herumstehen wollte, blieb ihm gar nichts anderes übrig, als sich ihnen anzuschließen.

Dahinter tat sich eine fremde Welt für sie auf.

Wie die Strahlen einer Sonne, die dem ehemaligen Zoo seinen Namen verliehen hatte, zogen sich etliche Gänge vom Eingang aus bis weit nach hinten, und jeder Gang war an beiden Seiten von doppelt abgetrennten Gehegen gesäumt. In regelmäßigen Abständen waren Verbindungsgässchen angelegt worden, damit man zwischen den Reihen wechseln konnte, und überall huschten Menschen und Geister umher. Sie studierten Akten auf Klemmbrettern, sprachen in Diktiergeräte oder Walkie-Talkies und trugen Dinge durch die Gegend. Manche lehnten auch einfach mit entrücktem Gesichtsausdruck an der Absperrung und starrten in einen der Käfige.

Ciel konnte es ihnen nicht verdenken.

»Los doch, keine falsche Scheu!«, sagte Albert und schob sie in einen der Gänge hinein.

Dort waren viele Gehege nur noch von hüfthohen

Aber all das war natürlich nicht halb so interessant wie die Tiere. So. Viele. Tiere.

Der Großteil von ihnen besaß schneeweißes Fell, bei manchen schimmerte jedoch blaue Haut darunter hervor, was diesen Exemplaren das majestätische Aussehen von wandernden Eisbergen verlieh. So wie bei dem stattlichen Hirsch, der sich an die hüfthohe Mauer drängte und von einem Geist in Arbeitsoverall hinter den Ohren gekrault wurde. Ciel musste lächeln, als sie im Vorbeigehen den Namen Bambi aufschnappte.

Andere Tiere wiederum waren regelrecht blau-weiß gescheckt, weil sich Fell oder Gefieder mit freiliegender Haut abwechselte. Dazu gehörten die Vögel und auch die beiden Affen, die Ciel entdeckte. Und ein paar einzelne Vertreter waren komplett blau gefärbt, weil sie gar keine Körperbehaarung besaßen. Das kleine Schuppentier zum Beispiel oder die gewaltige Schlange, die sie kurz darauf passierten. Oder der …

»Ist das etwa ein … ein …« Victors Stimme überschlug sich beinahe, als er mit ausgestrecktem Arm auf das Geistertier zeigte, das sich im nächsten Käfig

»Nur ein kleines Exemplar«, ertönte plötzlich eine Stimme hinter ihnen, und sie alle blickten sich überrascht um. »Ein Stygimoloch, um genau zu sein. Wir schätzen ihn auf ein Alter von etwa drei Jahren – wenn man die 66 Millionen Jahre wegrechnet, die er in der Lücke zugebracht hat. Erstaunlich, nicht wahr?«

Der Mann, der nun vor ihnen stand und sie mit unverhohlenem Stolz angrinste, trug einen Laborkittel, da-runter dunkle Stoffhosen und abgelaufene Lederschuhe. Seine leicht gelockten Haare waren pechschwarz, seine Haut goldbraun, und auf dem Schild an der Brusttasche seines Kittels prangte der Name Prof. Dr. Rahul Kumar.

Ciel erkannte ihn auf Anhieb. Wann immer jemand im Fernsehen oder einer Tageszeitung über das Basislager interviewt wurde, war es Kumar.

»Willkommen im Basislager A«, sagte der Professor und reichte jedem von ihnen die Hand. »Lust auf eine Tour?«

 

Eine geschlagene Stunde lang führte Professor Kumar sie durch den ehemaligen Zoo und gab sich Mühe, dabei all ihre Fragen zu beantworten. Er erzählte, dass das

Das kleinste mit bloßem Auge erkennbare Geistertier dagegen war ein Frosch, der in lebendigem Zustand das gesamte Basislager hätte ausrotten können. Seit seiner Rückkehr aus der Lücke war sein ursprünglich hochgiftiges Hautsekret aber harmlos – zumindest glaubten das die zuständigen Pfleger. Vorsichtshalber hatten sie das Tierchen trotzdem in einem ausbruchsicheren Terrarium untergebracht.

Außerdem berichtete Kumar von zwei gewaltigen prähistorischen Stechmücken, die nachts die Bürgermeisterin angefallen hatten, um das zu tun, was Stechmücken eben so taten. Einer der Mücken war es auch tatsächlich gelungen, etwas Blut zu saugen, aber kurz darauf hatte sie sich schwallartig erbrochen. Und bei jedem neuen Versuch war dasselbe passiert. Diese Stechmücke hatte laut Kumar also den Beweis dafür erbracht, dass Geistertiere genau wie menschliche Geister keine normale Nahrung mehr zu sich nehmen konnten.

Während sie über das alte Zoogelände schlenderten, wies der Professor sie auch auf einige bauliche Besonderheiten hin: Für den Panda hatte man beispielsweise einen Tunnel aus Bambuspflanzen angelegt, das

»Und das haben Sie alles innerhalb von ein paar Tagen auf die Beine gestellt?«, fragte Ciel mit großen Augen. »Der Zoo stand die letzten Jahrzehnte doch komplett leer, oder?«