Alle Ratschläge in diesem Buch sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlags für jegliche Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

INHALT

Das erwartet Sie in
diesem Buch

Sie haben noch nicht viel über den Dreißigjährigen Krieg gehört oder wissen vielleicht gar nicht, was genau das ist und was hier passierte? Dann bleiben Sie dran, denn dieses Buch beschäftigt sich genau mit der politischen Ausgangslage, dem eigentlichen Auslöser und dem genauen Verlauf dieses so lange andauernden Krieges. Zudem werden die Folgen für die Bevölkerung in dieser Zeit aufgegriffen, das Ende durch den Westfälischen Frieden geklärt und die Bedeutung eines Krieges mit solchem Ausmaß analysiert.

Der Dreißigjährige Krieg gilt als der längste Krieg im europäischen Raum. Die meisten Kämpfe fanden auf heute deutschem Boden statt, er erzog sich über den Zeitraum von 1618 bis 1648, spielte sich also im 17. Jahrhundert ab. Damals hieß Deutschland allerdings noch Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation und bestand aus vielen großen und kleinen Teilgebieten. Der Krieg resultierte aus einem dreifachen Konflikt: Auf der einen Seite standen Auseinandersetzungen zwischen den Katholiken und den Protestanten. Beide Glaubensrichtungen wollten ihre jeweilige Religion durchsetzen und hielten nur diese für die richtige. Sie akzeptierten den anderen Glauben nicht.

Auf der anderen Seite standen einige Konflikte zwischen dem deutschen Kaiser Ferdinand und den ihm unterlegenen Ständen. Diese Streitigkeiten gehen auf die Unstimmigkeiten beim Thema der vermeintlich richtigen Konfession zurück. Des Weiteren gab es auch Auseinandersetzungen deutscher Territorien mit außerdeutschen Mächten, in denen es sich hauptsächlich um die Vormachtstellung in Europa drehte. So begann das Ganze als Religionskrieg, weitete sich aber zu einem Territorialkrieg aus.

Die verschiedenen Abschnitte des Dreißigjährigen Krieges lassen sich in vier große Phasen einteilen, die nach den jeweils beteiligten Streitmächten benannt wurden. So unterscheidet man zwischen dem Böhmisch-Pfälzischen Krieg, dem Niedersächsisch-Dänischen, Schwedischen und dem Schwedisch-Französischen Krieg.

Bei den Schlachten wurden viele deutsche Gebiete zerstört, die Bevölkerung ausgeraubt und teilweise sogar fast gänzlich vernichtet. Ungefähr jeder dritte Deutsche kam um sein Leben, in manchen Gebieten dauerte es fast über 100 Jahre bis zur Erholung der Bevölkerungsdichte. Auch Krankheiten und Seuchen wie die Pest verbreiteten sich rasend schnell. Die Folgen waren noch lange präsent.

Die Ausgangssituation
in Europa

Bereits vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges war die politische Lage in Europa und besonders im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation schon im Vorfeld sehr angespannt. Es herrschten konfessionelle beziehungsweise religiöse Konflikte, innen- und auch außenpolitische Gegensätze und Streitigkeiten schlossen dynastischen Auseinandersetzungen an.

DIE MACHTVERHÄLTNISSE IN
EUROPA UND DEM DEUTSCHEN
KAISERREICH

Europa wurde damals in drei wesentliche große Gebiete eingeteilt: West- bis Nordwesteuropa, Oberitalien und der Ostseeraum wurden von unterschiedlichen großen Mächten beherrscht.

Im west- und nordeuropäischen Raum entstand aus bereits lange bestehenden, dynastischen Streitigkeiten zwischen dem Adelsgeschlecht der Habsburger und dem König Frankreichs ein größerer Konflikt zwischen Spanien, welches damals unter einem habsburgischen Herrscher stand, und Frankreich. Spanien hatte damals große Gebiete in Süditalien, einen Großteil Norditaliens und auch in den Niederlanden.

In diesen Territorien verteilten sie einzelne Stützpunkte und galten so als europäische Großmacht. Infolgedessen konnte es im west- und nordwesteuropäischen Raum keine Kämpfe und Kriege ohne spanisches Interesse geben. Die Franzosen fühlten sich durch diese große Ausbreitung Spaniens bedrängt, so kam es zu militärischen Auseinandersetzungen beider Länder.

Im Ostseeraum kämpften neben Schweden und Dänemark auch die Polen um die Macht. Damals wurde Polen und Schweden vom gleichen Herrscher regiert, welcher die Ausbreitung der Protestanten verhindern wollte. Im Jahre 1599 wurde er jedoch durch die Adelsrevolte als König Schwedens abgesetzt und vom Thron gedrängt. So konnte sich das Evangelium mit lutherischen Gedanken im Land ausbreiten, zwischen Polen und Schweden brach ein territorialer und konfessioneller Krieg aus. Der neue Schwedenkönig Karl IX. konnte erst keine Erfolge für sich verzeichnen, brachte aber seinen Rivalen, den Dänenkönig Christian IV., zu einem Angriff durch Dänemark auf polnische Gebiete.

Das Land war zwar bevölkerungsärmer als Schweden und Polen, hatte aber größere wirtschaftlich gute Gebiete in Norwegen und Südschweden in seinem Besitz, wodurch es hohe Zolleinnahmen für sich beanspruchen konnte. Der schwedische König gründete 1603 die neue Stadt Göteborg und hoffte so auf den Erhalt eines Teils dänischer Zolleinkünfte. Als die Dänen 1611 einen Krieg begannen, war Karl IX. deshalb auf einen Angriff auf Göteborg vorbereitet. Doch das dänische Heer von Christian IV. nahm stattdessen die schwedische Stadt Kalmar ein.

Im selben Jahr verstarb der schwedische König, sein Sohn Gustav II. Adolf trat die Thronfolge an. Für die Wiederherstellung eines Friedens überließ er Kalmar wieder den Schweden und gab Gebiete in Nordnorwegen ebenfalls an diese ab. Zusätzlich musste er noch die Kriegskontributionen, eine Steuer zur Deckung der Kriegskosten, zahlen, welche bei einer Million Reichsmark lagen. Dafür verschuldete sich der neue schwedische König bei den Niederlanden, wodurch Schweden in seiner außenpolitischen Stellung geschwächt wurde. Die Dänen waren durch den Krieg zur Großmacht im Ostseeraum geworden.

RELIGIÖSE KONFLIKTE

Augsburger Religionsfrieden