Veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, Oktober 2015
Copyright © 2015 by Rowohlt · Berlin Verlag GmbH, Berlin
Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt, jede Verwertung bedarf der Genehmigung des Verlages
Umschlaggestaltung Frank Ortmann
Umschlagabbildung Los Alamos National Laboratory/Time & Life Pictures/Getty Images
Schrift DejaVu Copyright © 2003 by Bitstream, Inc. All Rights Reserved.
Bitstream Vera is a trademark of Bitstream, Inc.
ISBN Printausgabe 978-3-87134-816-7 (1. Auflage 2015)
ISBN E-Book 978-3-644-12111-9
www.rowohlt.de
ISBN 978-3-644-12111-9
Zu einigen dieser Stellvertreterkriege im Kalten Krieg vgl. Bernd Greiner u.a. (Hgg.), Heiße Kriege im Kalten Krieg; speziell zum Afghanistankrieg der Sowjets S. 291–314.
Vgl. dazu auch Herfried Münkler, Der Wandel des Krieges, S. 320–354; eine sozialwissenschaftliche Erklärung dafür bietet Barbara Kuchler in ihrer durch die Systemtheorie Niklas Luhmanns angeleiteten Studie über den Ort des Krieges in den unterschiedlichen Typen der Gesellschaft, indem sie zeigt, dass in stratifizierten Gesellschaften die Orientierung an heroischen Dispositionen zu den Organisationsprinzipien der Gesellschaft gehört, während in funktional differenzierten Gesellschaften Kriegführung einer instrumentellen Rationalität unterworfen ist, in der das Heroische zur Ideologie, wenn nicht zur Selbsttäuschung wird; vgl. Kuchler, Kriege, S. 182ff. und 189ff.
Zur Theorie der Neuen Kriege vgl. Mary Kaldor, Neue und alte Kriege, sowie Herfried Münkler, Die neuen Kriege; zur Debatte darüber vgl. das Kapitel «Was ist eigentlich neu an den Neuen Kriegen?» in diesem Band, S. 208–228.
Bernd Hüppauf, Was ist Krieg?, S. 385ff.
Dazu Julija Bogoeva/Caroline Fetscher (Hgg.), Srebrenica, wo Zeugenaussagen aus den Verfahren in Den Haag gesammelt sind.
So auch Ian Morris, Krieg, S. 82–139.
Morris Janowitz, The Professional Soldier, S. 419ff.
Martin van Creveld, Die Zukunft des Krieges, S. 42ff.
Dazu Jacques Derrida, Schurken, S. 15ff.
Zur Grausamkeit als Wesensmerkmal des Krieges finden sich bei Hüppauf (Was ist Krieg?, S. 424ff.) einige wichtige Passagen, in denen freilich nicht zwischen Staatenkrieg und Bürgerkrieg unterschieden wird. Der Bürgerkrieg übertrifft den Staatenkrieg hinsichtlich der Grausamkeit. Staatenkriege können reguliert werden; Bürgerkriege grundsätzlich nicht.
Vgl. Peter Krüger, «Der Erste Weltkrieg als Epochenschwelle», S. 76ff.
Zur Charakterisierung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Ära der Avantgarden vgl. Klaus von Beyme, Das Zeitalter der Avantgarden.
Eric Hobsbawm hat den Begriff geprägt, nachdem er seine Darstellung des 19. Jahrhunderts geschrieben hat; vgl. Franz J. Bauer, Das «lange» 19. Jahrhundert; tatsächlich hatte sich das «lange» 19. Jahrhundert komplementär aus Hobsbawms Begriff vom «kurzen» 20. Jahrhundert ergeben, das nur von 1914 bis 1991, dem Ende der Sowjetunion, gedauert habe.
Dazu eingehend Herfried Münkler, Der Große Krieg, S. 229–288.
Henri Bergson, La Signification de la Guerre, S. 19ff.
Dazu Bernd Sösemann, «Die sog. Hunnenrede Wilhelms II.», S. 342ff.
Dazu ausführlich John Horne/Alan Kramer, Deutsche Kriegsgreuel 1914, S. 17–136.
Vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 60ff.
Zur Interpretation des Ersten Weltkriegs als «Krieg der Mittelschichten» vgl. Modris Eksteins, Tanz über Gräben, S. 270ff., sowie das Kapitel «Der Erste Weltkrieg und das Ende der bürgerlichen Welt», unten S. 84–111.
Für eine zusammenfassende Darstellung der Fischer-Thesen und der an sie anschließenden Debatte vgl. Wolfgang Jäger, Historische Forschung und politische Kultur, S. 132–196.
Christopher Clark, Die Schlafwandler; die Heftigkeit der über Clarks Buch ausgetragenen Kontroversen hat auch mit der skizzierten Inversion von politischen und moralischen Fragen zu tun. Aus der Fülle der Rezensionen in Fachzeitschriften sind zwei besonders erwähnenswert: Friedrich Kießling, «Vergesst die Schulddebatte», S. 5ff., sowie Hans-Christof Kraus, «Neues zur Urkatastrophe», S. 43ff.
Vgl. Enzo Traverso, Im Bann der Gewalt, S. 40ff.
Vgl. Martin Heckel, Deutschland im konfessionellen Zeitalter, S. 189f.
Es gehört zu den blinden Flecken der jüngeren Kriegsursachenforschung, dass demographische Faktoren in ihr so gut wie keine Rolle spielen; vgl. dagegen Gunnar Heinsohn, Söhne und Weltmacht, auch wenn der in Heinsohns Argumentation angelegte Determinismus gelegentlich über das Ziel hinausschießt.
Als Julikrise bezeichnet man den Zeitraum vom 28. Juni 1914, dem Tag des Attentats auf den österreichischen Thronfolger in Sarajevo, bis zur Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli und zu den deutschen Ultimaten an Russland, seine Mobilmachung einzustellen, sowie an Frankreich, sich für neutral zu erklären. Beide Ultimaten wurden am 31. Juli verkündet. Als sie verstrichen waren, folgten am 1. August die Generalmobilmachung und die Kriegserklärung.
Vgl. Paul M. Kennedy, Aufstieg und Verfall der britischen Seemacht, S. 227ff.
Vgl. Sönke Neitzel, Kriegsausbruch, S. 54ff. und 94ff.
Dazu Alexandra Bleyer, Das System Metternich, S. 15ff.
Fritz Fischer, Griff nach der Weltmacht, S. 27ff. Während Fischer die eskalierende Rolle des Deutschen Reichs in der Vorgeschichte des Sommers 1914 herausgestellt hat, hat Friedrich Kießling in einer neueren, in der Tradition der klassischen Diplomatiegeschichte stehenden Arbeit (Gegen den ‹großen Krieg›?, S. 77ff. und 149ff.) die Bemühungen um Entspannung und Annäherung gerade im Verhältnis zwischen Deutschland und Großbritannien herausgearbeitet. Danach hatte der Rüstungswettlauf zur See im Jahre 1911, als Reichskanzler Bethmann Hollweg auf Annäherungskurs zu den Briten ging, seinen Höhepunkt bereits überschritten. Großbritannien konnte sich sicher sein, dass seine Marine überlegen war.
Vgl. Alfred Thayer Mahan, Der Einfluß der Seemacht auf die Geschichte; zum Einfluss Mahans auf die Vorstellungen von Seeherrschaft und Seekriegführung vgl. Beatrice Heuser, Den Krieg denken, S. 249ff.
Kießling, Gegen den ‹großen Krieg›?, S. 224ff.
Finanztechnisch und steuerpolitisch war das Deutsche Reich denkbar schlecht auf einen großen Krieg eingestellt: Die Finanzierung der Landheere war Länderangelegenheit; nur die Flotte war aus dem Etat des Reichs zu finanzieren, aber das Reich hatte nur Zugriff auf indirekte Steuern. Würde das von Fischer und anderen angenommene systematische Hinarbeiten auf einen großen Krieg seitens der deutschen Politik zutreffen, so hätte dies in einer entsprechenden Veränderung der Finanzverfassung seinen Niederschlag finden müssen.
Volker Ullrich hat in seinem Buch Die nervöse Großmacht diese Unruhe als ein wesentliches Charakteristikum der deutschen Politik herausgestellt. Tatsächlich lässt sich die Nervosität aber auch bei anderen europäischen Großmächten beobachten, vor allem bei Österreich-Ungarn und dem Zarenreich bzw. bei relevanten Teilen ihrer militärisch-politischen Eliten, in deren politischem Kalkül der Krieg ein Mittel war, um den Reputationsverlust in der Vergangenheit wieder wettzumachen; zur Kriegsfraktion in Österreich-Ungarn vgl. Manfried Rauchensteiner, Der Tod des Doppeladlers, S. 58ff., zur Kriegsfraktion im Zarenreich vgl. Sean McMeekin, Russlands Weg in den Krieg, S. 23ff., und ders., Juli 1914, S. 76ff.
Zur Dynamik des Nationalismus und zu seinen Folgen in Mittel- und Ostmitteleuropa vgl. Eric Hobsbawm, Nationen und Nationalismus, S. 147ff., sowie Ernest Gellner, Nationalismus und Moderne, S. 83ff.; zum Imperium als alternativem Modell der politischen Ordnung vgl. Herfried Münkler, Imperien, insbes. S. 41ff.
Clark, Die Schlafwandler; McMeekin, Russlands Weg in den Krieg, S. 159ff.; zur Rolle Russlands auf dem Weg in den Krieg vgl. auch Konrad Canis, Der Weg in den Abgrund.
Speziell im Lichte dieser Frage haben die deterministischen Positionen, die Imperialismus, Militarismus oder auch bloß die europäische Mächtekonkurrenz als Kriegsursache herausstellen, einen Großteil ihrer bisherigen Überzeugungskraft verloren. Die ungehaltene Reaktion einiger Anhänger Fischers oder der verbliebenen Vertreter von Sozialimperialismustheorien zeigt, wie sehr sie selbst ihre Positionen als erschüttert ansehen.
Ausführlich dazu Stephen Schröder, Die englisch-russische Marinekonvention, passim.
Zur britischen Außenpolitik vor 1914 vgl. jetzt auch Andreas Rose, Zwischen Empire und Kontinent.
Die jüngere Forschung über den Schlieffen- bzw. Moltkeplan findet sich zusammengefasst bei Hans Ehlert/Michael Epkenhans/Gerhard P. Groß (Hgg.), Der Schlieffenplan.
Carl von Clausewitz, Vom Kriege, S. 613–617.
Vgl. Carl Alexander Krethlow, Generalfeldmarschall Colmar von der Goltz; zur möglichen Anlage einer Defensivplanung und deren Problemen vgl. Münkler, «Clausewitz im Ersten Weltkrieg», S. 73ff.
Dazu ausführlich Münkler, Der Große Krieg, S. 292ff.
Tatsächlich haben weder Frankreich noch Großbritannien auf eine der seit 1916 von Seiten der Mittelmächte unternommenen Friedensinitiativen positiv geantwortet; vgl. Hans Fenske, Der Anfang vom Ende des alten Europas. Das lag kaum daran, dass die deutsche Seite nicht entgegenkommend genug war, sondern am Vertrauen der Ententemächte, dass sie den Krieg gewinnen und die Mittelmächte dann um den Waffenstillstand bitten würden.
Vgl. Holger Afflerbach, Falkenhayn, S. 9ff.; die Sicht auf Falkenhayn weicht in der nachfolgenden Darstellung deutlich von der Afflerbachs ab.
Zum Kriegsverlauf 1915 im Osten vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 342ff.
Bei den Krisenzonen vom mittleren Balkan bis zum Kaukasus sowie der zwischen Mittelmeer und Mesopotamien handelt es sich um postimperiale Räume, die im Gefolge des Ersten Weltkriegs entstanden sind und in denen es nicht zur Entstehung konsolidierter Nationalstaaten gekommen ist.
In Jörg Friedrichs umfänglichem Buch über den Ersten Weltkrieg (14/18) spielen Gallipoli und die Meerengen so gut wie keine Rolle, umso mehr dagegen Griechenland, das erst nach dem britisch-französischen Scheitern bei Gallipoli als zweite Option auftauchte; zu Gallipoli Münkler, Der Große Krieg, S. 333ff., und McMeekin, Russlands Weg in den Krieg, S. 193ff.
Vgl. Gerd Koenen, Der Russland-Komplex, S. 95–97, 105, 110 und 119.
Vgl. Alan K. Wildman, The End of the Russian Imperial Army, Bd. 2.
Dazu Klaus Hildebrand, «Das deutsche Ostimperium 1918», S. 109ff.
Eksteins, Tanz über Gräben, S. 25–92.
Zit. nach ebd., S. 93.
Der Mythos der Schlacht von Langemarck geht auf ein Kommuniqué der Obersten Heeresleitung zurück, in dem es heißt: «Westlich von Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Gesange ‹Deutschland, Deutschland über alles› gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie.» Zit. nach Bernd Hüppauf, «Schlachtenmythen», S. 55ff.
Orlando Figes, Nataschas Tanz, S. 304.
Ebd., S. 380–449.
Zum Begriff des «Geschichtszeichens», der von Kant im Hinblick auf die Französische Revolution beziehungsweise die enthusiastische Teilnahme des nichtfranzösischen Publikums am Geschehen in Frankreich verwendet worden ist, vgl. Heinz Dieter Kittsteiner (Hg.), Geschichtszeichen.
Stellvertretend für viele, wenngleich mit ganz unterschiedlicher Argumentation: David Fromkin, Europe’s Last Summer; Jürgen Angelow, Der Weg in die Urkatastrophe, sowie Clark, Die Schlafwandler.
Sicherheit, Vertrauen, Friede und Fortschritt sind die Merkmale, die Zweig dem alten Europa zuschreibt, wobei er freilich zugesteht, dass es sich dabei um ein Traumschloss gehandelt haben könnte, in dem seine Eltern mitsamt den Kindern gelebt haben. Stefan Zweig, Die Welt von Gestern, S. 14–23.
George Kennan, Bismarcks europäisches System in der Auflösung, S. 12.
Das bestätigen auch die von Steven Pinker zusammengestellten Statistiken (Pinker, Gewalt, S. 190ff.). Sehr viel skeptischer ist hingegen Peter Gay, der die fortbestehende Gewalt und deren Feier im bürgerlichen Zeitalter herausarbeitet – freilich anhand literarischer Quellen und nicht sozialstatistischer Daten (Gay, Kult der Gewalt).
Johannes Kunisch, «Von der gezähmten zur entfesselten Bellona», S. 203–226.
Wilhelm Grewe schreibt über das 19. Jahrhundert, es könne «im ganzen als ein Zeitalter der Vertragstreue gelten» (ders., Epochen der Völkerrechtsgeschichte, S. 604).
Vgl. Anita und Walter Dietze (Hgg.), Ewiger Friede?, passim.
Auguste Comte, Die Soziologie, S. 384–448.
Herbert Spencer, Die Principien der Sociologie, Bd. 2, S. 165–177.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Phänomenologie, S. 143–150.
Diese Interpretation von Hegels Phänomenologie ist nicht unumstritten; sie folgt den Vorschlägen von Alexandre Kojève, Hegel, S. 62ff.
Georges Sorel, Über die Gewalt, S. 90f.
Michael Freund schreibt über Sorels Réflexion sur la violence: «Sie müssen als einer der ersten Kanonenschläge des Weltkriegs aufgefasst werden. Sie sind einer der Schatten, welche die Katastrophe von 1914 vorauswarf.» Freund, Georges Sorel, S. 194.
Vgl. Heinrich Ryffel, Metabolē politeiōn.
Sallust, Werke, S. 12f.; zum Thema der politischen Nützlichkeit äußerer Feinde vgl. auch Marco Walter, Nützliche Feindschaft?.
Georges Sorel, Les illusions du progrès.
Politisch irrlichterte Sorel in der Zwischenkriegszeit zwischen den Fronten und vermochte sich nicht recht zu entscheiden, ob die Ideen seines Buchs von Lenin oder doch eher von Mussolini verwirklicht wurden (Freund, Georges Sorel, S. 237ff.). Zur Rezeption Sorels im italienischen Faschismus und der Transformation des «Mythos vom Generalstreik» in den «Mythos vom revolutionären Krieg» vgl. Zeev Sternhell/Mario Sznajder/Maia Asheri, Die Entstehung der faschistischen Ideologie, S. 53ff. und S. 204ff.
Thomas Mann, Essays, Bd. 1, S. 193.
Ebd., S. 192; zu dieser Art der Sinnstiftung des Krieges vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 223ff.
Wenn Armin Mohler den jungen Thomas Mann der «konservativen Revolution» zurechnet, so kann er auf die Distanz gegenüber Fortschrittsvorstellungen und die Nähe zur zyklischen Geschichtstheorie verweisen. Mohler, Die konservative Revolution, passim.
Mann, Essays, S. 199.
Bezugspunkt sind hier Werner Sombarts zwischen 1902 und 1926 erschienenes dreibändiges Werk Der moderne Kapitalismus sowie das Buch Der Bourgeois. Zur Geistesgeschichte des modernen Wirtschaftsmenschen, vgl. dazu Michael Appel, Werner Sombart, S. 25–88.
Werner Sombart, Händler und Helden, S. 64.
Ebd., S. 67.
Ebd., S. 91.
Ebd., S. 95.
Darstellung und Interpretation des Sacre folgen Volker Scherliess, Igor Strawinsky, S. 5–12, und Helmut Kirchmeyer, Strawinskys russische Ballette, S. 103–105.
Sigmund Freud, Kulturhistorische Schriften, S. 287–444; «Totem und Tabu» ist zugleich die Antwort Freuds auf die Mythenkonzeption seines Antipoden Carl Gustav Jung; vgl. Eli Zaretsky, Freuds Jahrhundert, S. 149ff.
Einige Jahre nach der Niederschrift von «Totem und Tabu» ließ Freud «die Vorstellung eines einzigen Vaters fallen und nahm stattdessen eine historische Periode an, datierte sie um die Eiszeit, in der ‹tyrannische Urväter› herrschten. Diese hätten dem Sohn tatsächlich ‹die Genitalien geraubt, wenn er ihnen als Rivale bei einer Frau in die Quere gekommen sei›» (Zaretsky, Freuds Jahrhundert, S. 150).
Roger Caillois’ L’Homme et le sacré ist erstmals 1939 erschienen (dt. Der Mensch und das Heilige); Georges Batailles Théorie de la religion entstammt den späten 1940er Jahren (dt. Theorie der Religion), und René Girards La Violence et le sacré ist 1972 veröffentlicht worden; es erschien 1992 auf Deutsch unter dem Titel Das Heilige und die Gewalt.
Timothy Snyder hat in seinem Buch Bloodlands diesen Entsublimierungsvorgang auf erschütternde Weise beschrieben.
Für eine Beschreibung und Analyse dieser Praktiken vgl. George L. Mosse, Gefallen für das Vaterland, und Reinhart Koselleck/Michael Jeismann (Hgg.), Der politische Totenkult. Die Beiträge in letztgenanntem Band sind jedoch nicht auf die Ära der Weltkriege beschränkt, sondern greifen bis weit ins 19. Jahrhundert zurück.
Eine gewisse Ausnahme stellt hier René Girard dar, der den Opfertod Jesu und die sich darum rankenden Erzählungen als Durchbrechung und Beendigung des mimetischen Opferzwangs begreift; vgl. ders., Ich sah den Satan.
Caillois, Der Mensch und das Heilige, S. 163ff.
Ebd., S. 153ff.
Zur mythischen Vorstellung von den Kreisläufen der Zeit und dem Erfordernis der Erneuerung vgl. Mircea Eliade, Kosmos und Geschichte, S. 64ff., und ders., Mythos und Wirklichkeit, S. 36–58.
Caillois, Der Mensch und das Heilige, S. 141.
Ebd., S. 138.
Ebd., S. 134.
René Girard, Die verkannte Stimme, S. 36f. und 95.
Girard, Das Heilige und die Gewalt, S. 104ff.; ders., Die verkannte Stimme, S. 152ff.
Die Unterscheidung zwischen Menschen- und Tieropfern ist nach Girard ein leitendes Ordnungsprinzip des Opferkults; ders., Das Heilige und die Gewalt, S. 23ff.
Hierzu und zum Folgenden: Bataille, Theorie der Religion, S. 39–53, und ders., Die psychologische Struktur des Faschismus, S. 45–86.
Batailles Interpretation des Herr-Knecht-Kapitels steht im Widerspruch zu der in Frankreich hegemonialen Deutung durch Kojève, Hegel, S. 22–47.
Marcel Mauss, Die Gabe, S. 77ff. und 166ff.; vgl. dazu Iris Därmann, Theorien der Gabe, S. 12–35.
Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung, S. 56.
Ebd., S. 58.
Ebd., S. 60.
Georges Bataille, Die psychologische Struktur des Faschismus, S. 59f.; dazu Därmann, Theorien der Gabe, S. 36–68.
Bataille, Theorie der Religion, S. 46ff.
Ebd., S. 51f. Hier zeigt sich einmal mehr Batailles Umkehrung des Hegel’schen Herr-Knecht-Modells, bei der der kriegerische Herr durch seine Abkehr von den Dingen und der Knecht durch die Hinwendung zu den Dingen in Form der Arbeit gekennzeichnet sind.
Ebd., S. 116.
Caillois, Der Mensch und das Heilige, S. 116f.
Ebd., S. 224.
Ebd., S. 228; zum Zusammenhang der religionstheoretischen Opferkonzeptionen mit dem klassischen Republikanismus vgl. Herfried Münkler, «Die Tugend, der Markt, das Fest und der Krieg», S. 295–329.
Pierre Clastres, Archäologie der Gewalt, S. 76.
Ebd., S. 69ff.
Vgl. Gabriel Kolko, Das Jahrhundert der Kriege, S. 107.
Diese These ist eingehend entwickelt bei Eksteins, Tanz über Gräben, insbes. S. 270ff.
Vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 563ff.
So heißt es in Kants Metaphysik der Sitten (§ 46): «Diese Abhängigkeit von dem Willen anderer, und Ungleichheit, ist gleichwohl keineswegs der Freiheit und Gleichheit derselben als Menschen, die zusammen ein Volk ausmachen, entgegen; vielmehr kann, bloß den Bedingungen derselben gemäß, dieses Volk ein Staat werden, und in eine bürgerliche Verfassung eintreten. In dieser Verfassung aber das Recht der Stimmgebung zu haben, d.i. Staatsbürger, nicht bloß Staatsgenosse zu sein, dazu qualifizieren sich nicht alle mit gleichem Recht.» Was das heißt, hat Kant wenige Zeilen zuvor erläutert: «Der Geselle bei einem Kaufmann, oder bei einem Handwerker; der Dienstbote (nicht der im Dienste des Staats steht); der Unmündige (naturaliter vel civiliter); alles Frauenzimmer, und überhaupt jedermann, der nicht nach eigenem Betrieb, sondern nach der Verfügung anderer (außer der des Staates) genötigt ist, seine Existenz (Nahrung und Schutz) zu erhalten, entbehrt der bürgerlichen Persönlichkeit, und seine Existenz ist gleichsam nur Inhärenz.» (Immanuel Kant, Werke, Bd. 7, S. 433.)
Hier ist vor allem das Institut des «Einjährigfreiwilligen» zu nennen, durch das Söhne aus bürgerlichen Familien einen verkürzten Wehrdienst ableisteten und sich außerhalb ihrer Dienstzeit nicht in der Kaserne aufhalten mussten, sondern private Unterkünfte beziehen konnten; vgl. Ute Frevert, Die kasernierte Nation, S. 207ff.
Vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 62–71.
Heinz Dieter Kittsteiner, Die Stabilisierungsmoderne, S. 24.
Vgl. dazu das vorangegangene Kapitel über reale Tote und mythische Opfer, S. 60–83.
Dazu im Hinblick auf den Ersten Weltkrieg Münkler, Der Große Krieg, S. 267ff. sowie 459ff.
Vgl. ebd., S. 222ff.
Vgl. Wildman, The End of the Russian Imperial Army, Bd. 2, passim.
Münkler, Der Große Krieg, S. 292f.
Dazu ausführlich ebd., S. 215–288, sowie Kurt Flasch, Die geistige Mobilmachung, und Karl Hammer, Deutsche Kriegstheologie, S. 37ff.; weiterhin Matthias Schöning, Versprengte Gemeinschaft, und Steffen Bruendel, Zeitenwende 1914.
Clausewitz, Vom Kriege, S. 214ff.
Eine pointierte Analyse dieses Scheiterns findet sich bei Fritz Ringer, Die Gelehrten, S. 169ff. und öfter.
Vgl. Wolfgang Mommsen, Max Weber und die deutsche Politik, S. 206ff.
Vgl. dazu die Beschreibung des akkumulierten Reichtum zerstörenden Fests bei den französischen Religionssoziologen im vorangegangenen Kapitel über reale Tote und mythische Opfer.
Thomas Mann, «Gedanken im Kriege»; in: ders., Essays, Bd. 1, S. 188–205.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in einer für das Regime aussichtslosen Situation noch einmal die Parallele zu Friedrich im Siebenjährigen Krieg gezogen: Anlass war der Tod Theodore Roosevelts, der von Joseph Goebbels mit dem Tod der Zarin Katharina parallelisiert wurde. Nach deren Tod war Russland aus der antipreußischen Koalition ausgeschieden; dazu Herfried Münkler, Die Deutschen und ihre Mythen, S. 252ff.
Dazu ausführlich Münkler, «Die Antike im Krieg», S. 55–70.
Thukydides, Der Peloponnesische Krieg, Buch I, S. 140–144.
Dazu ausführlich Herfried Münkler, Der Große Krieg, S. 289ff. und 403ff.; die Parallele zwischen Perikles und Bethmann Hollweg findet sich in unmittelbarer Zeitnähe (1919) bei Eduard Schwartz, Das Geschichtswerk des Thukydides, passim.
So berichtet es Hans Delbrück, Weltgeschichte, Bd. 1, S. 263f.
Für Einzelnachweise vgl. Münkler, «Die Antike im Krieg», S. 63f.
Vgl. Klaus Schwabe, Wissenschaft und Kriegsmoral, S. 28ff. und 54ff.
Zit. nach Klaus Böhme (Hg.), Aufrufe und Reden deutscher Professoren, S. 126 und 128. In dieser Weise argumentierte auch der Historiker Dietrich Schäfer: «Nicht zum zweiten Mal werden wir ähnlich erfolgreich in Belgien einrücken; im Gegenteil, es besteht die nicht leicht zu nehmende Gefahr, dass der Gegner durch einen raschen, vielleicht vor jeder Kriegserklärung ins Werk gesetzten Vorstoß, die Herzgegend deutschen Kriegführens überrennt und unsere Widerstandsfähigkeit lähmt. Sie liegt nun einmal am Niederrhein, an Mosel und Saar.» (Ebd., S. 189.)
Zit. nach Böhme (Hg.), Aufrufe und Reden deutscher Professoren, S. 131 und 133.
Vgl. Eduard Meyer/Victor Ehrenberg, Briefwechsel.
Vgl. Münkler, «Die Antike im Krieg», S. 57f., sowie Luciano Canfora, Politische Philologie, S. 176ff.
Etwa bei Philipp Blom, Die zerrissenen Jahre, S. 31ff.
Hierzu ausführlich Gerd Hardach, Der Erste Weltkrieg, S. 162ff.
Vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 566ff.
Ebd., S. 581ff.
Vgl. Mommsen, Max Weber und die deutsche Politik, S. 206ff.; weiterhin Dirk Kaesler, Max Weber, S. 737ff.
Am 16. Juli 1917 schrieb Weber an Herbert Ehrenberg: «Keinen Schuß Pulver würde ich tun und keinen Pfennig Kriegsanleihe zeichnen, wenn dieser Krieg ein anderer als ein nationaler wäre, wenn er die Staatsform beträfe, womöglich ein Krieg dafür, daß wir diese unfähige Dynastie und das unpolitische Beamtentum behalten.» Zit. nach Mommsen, Max Weber und die deutsche Politik, S. 264.
Vgl. Beyme, Das Zeitalter der Avantgarden, passim.
Vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 62ff.
Für einen Überblick zum Krieg nach dem Krieg vgl. Adam Tooze, Sintflut, S. 181ff., sowie Dan Diner, Das Jahrhundert verstehen, S. 195ff.
Vgl. Tooze, Sintflut, S. 273ff.
Zu den Wendungen der japanischen Politik und den innerjapanischen Auseinandersetzungen über die Frage, ob man eher eine Anlehnung an die USA oder den Konflikt suchen solle, vgl. ebd., S. 183ff., 322, 498f. und 605.
Zu Haushofer und seinen geopolitischen Vorstellungen vgl. Hans-Adolf Jacobsen, Karl Haushofer, passim.
Zu Hitlers Entschlussfassung, Krieg gegen die Sowjetunion zu führen, vgl. nach wie vor Andreas Hillgruber, Hitlers Strategie. In Hillgrubers Analyse spielt im Übrigen die japanische «Entfernung» vom Bündnis mit Deutschland (und Italien) für Hitlers Entscheidung zum Krieg gegen die Sowjetunion eine wichtige Rolle (S. 278ff. und 398ff.); außerdem geht Hillgruber davon aus, dass Hitler die Chancen einer deutschen Kriegführung gegen die Briten im arabisch-indischen Raum für nicht sonderlich aussichtsreich hielt (S. 473ff.); für eine Diskussion der Forschungspositionen zum Entschluss für das «Unternehmen Barbarossa» vgl. weiterhin Michael Salewski, Deutschland und der Zweite Weltkrieg, S. 157–168, sowie Rolf-Dieter Müller, Der Zweite Weltkrieg, S. 85–90. In der Forschung zu den Gründen für Hitlers Entschluss, Krieg gegen die Sowjetunion zu führen, haben sich zwei Schulen herausgebildet, von denen die eine strategische Aspekte, die andere ideologische Motive herausstellt (dazu Rolf-Dieter Müller/Gerd R. Ueberschär, Hitlers Krieg im Osten, S. 31ff.). An den Gründen für diesen Entschluss hängt auch die Antwort auf die Frage, ob Hitler einen europäischen Krieg oder einen Krieg um die Weltherrschaft habe führen wollen. Die Tiefe des Einschnitts, den der Überfall auf die Sowjetunion gegenüber dem vorherigen Kriegsgeschehen darstellt, wird von Arno J. Mayer u.a. darin zum Ausdruck gebracht, dass er seine Darstellung des Zweiten Weltkriegs (Der Krieg als Kreuzzug) von vornherein auf den «Krieg im Osten» beschränkt.
Vgl. dazu das Kapitel «Die Eskalation der Gewalt», oben S. 29–59.
Für eine zusammenfassende Darstellung der Vorstellung vom Dreißigjährigen Krieg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vgl. Traverso, Im Bann der Gewalt, insbes. S. 41ff.
Aus der Fülle der einschlägigen Literatur zu Thukydides vgl. Wolfgang Schadewaldt, Die Anfänge der Geschichtsschreibung bei den Griechen, S. 223–394, sowie Klaus Meister, Thukydides als Vorbild der Historiker, passim.
Vgl. Hanno Kesting, Geschichtsphilosophie und Weltbürgerkrieg, sowie Roman Schnur, Revolution und Weltbürgerkrieg.
Vgl. Tooze, Sintflut, S. 12f.
In der Geschichtswissenschaft wird zwischen dem böhmisch-pfälzischen, dem niedersächsisch-dänischen, dem schwedischen und dem schwedisch-französischen (oder auch europäischen) Krieg unterschieden, die alle durch ein Ruhen der Kampfhandlungen voneinander getrennt sind; vgl. Gerhard Schormann, Der Dreißigjährige Krieg, S. 25–59.
Vgl. John Keegan, Der Zweite Weltkrieg, S. 83–134; Michael Salewski, Deutschland und der Zweite Weltkrieg, S. 120–132; Rolf-Dieter Müller, Der letzte deutsche Krieg, S. 44–55; sowie Antony Beevor, Der Zweite Weltkrieg, S. 97–145.
Vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 342ff.
Vgl. ebd., S. 661ff.
Vgl. Keegan, Der Zweite Weltkrieg, S. 252–344; Salewski, Deutschland und der Zweite Weltkrieg, S. 181–210 sowie 237–261; Müller, Der letzte deutsche Krieg, S. 81–117 und 164–180; Beevor, Der Zweite Weltkrieg, S. 218–285, 376–394 und 409–428, sowie Richard Overy, Russlands Krieg.
Dazu Rolf-Dieter Müller, Der Bombenkrieg, S. 157ff., und Richard Overy, Der Bombenkrieg, S. 433ff.
Vgl. dazu oben, S. 29f.
Dazu Blom, Die zerrissenen Jahre, S. 31–54.
Dazu Karl-Heinz Frieser, «Die deutschen Blitzkriege», S. 182ff. Frieser vertritt die These, diese Form der Kriegführung sei von deutscher Seite gar nicht geplant gewesen, sondern habe sich aus dem Erfolg des «Sichelschnitt-Plans» im Frankreichfeldzug ergeben (Blitzkrieg-Legende), und als man dann gegen die Sowjetunion tatsächlich einen Blitzkrieg geplant habe, sei man damit gescheitert. Andererseits war die Zusammenstellung der Panzerverbände auf schnelle Vorstöße und nicht auf hinhaltende Gefechte angelegt. Das änderte sich erst im weiteren Verlauf des Krieges.
Zu Liddell Harts Begeisterung für den strategischen Bombenkrieg vgl. Müller, Der Bombenkrieg, S. 27f.; weiterhin Heuser, Den Krieg denken, S. 353ff.
Vgl. dazu das Kapitel über heroische und postheroische Gesellschaften, unten, S. 169–187.
Vgl. Kolko, Das Jahrhundert der Kriege, S. 107.
Vgl. Laura Engelstein, «Verhaltensweisen des Krieges in der Russischen Revolution», S. 149ff.
Kolko, Das Jahrhundert der Kriege, S. 107.
Vgl. dazu das Kapitel über mythische Opfer und reale Tote, oben, S. 60–83.
Vgl. Müller, Der Zweite Weltkrieg, S. 7–9.
Ebd., S. 69.
Dazu ausführlich Aram Mattioli, Experimentierfeld der Gewalt, S. 94ff. und 125ff.
Vgl. Blom, Die zerrissenen Jahre, S. 460ff.
Für eine ausführliche Darstellung von Churchills Kalkül in der Frage der Invasion vgl. Keegan, Der Zweite Weltkrieg, S. 449ff.
Zur Entstehung der Hoplitenphalanx vgl. Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst, Bd. 1, S. 34ff.
Zu Begriff und Analysemodell der Symmetrie vgl. Herfried Münkler, Der Wandel des Krieges, S. 256–274.
Thukydides, Der Peloponnesische Krieg I, 141, S. 107f.
Ebd., I, 142, S. 108f.; zur Strategie des Perikles im Krieg gegen Sparta vgl. Donald Kagan, Perikles, S. 313–336, sowie Gustav Adolf Lehmann, Perikles, S. 222–226.
Sombart hat diesen Gegensatz in seinem polemischen Kriegsessay Händler und Helden breit ausgefaltet und auf den Gegensatz zwischen Briten und Deutschen übertragen.
Thukydides, Der Peloponnesische Krieg, S. 251, 259, 533f.
Ebd., II, 18, S. 127.
Hegel, Phänomenologie, S. 144.
Friedrich Schiller, Werke, Bd. 4, S. 67 und 68.
Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, S. 142.
Schiller, Werke, Bd. 4, S. 68.
Vgl. dazu die Debatte in dem von der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebenen Heft High-Tech-Kriege; sowie Grégoire Chamayou, Ferngesteuerte Gewalt.
Hierzu ausführlich Herfried Münkler, «Goliath und David» sowie «Odysseus und Kassandra», beide in: ders., Odysseus und Kassandra, S. 25ff. und 78ff.
Dazu Bernd Seidensticker, «‹Ich bin Odysseus.› Zur Entstehung der Individualität bei den Griechen», S. 163–184.
Vgl. hierzu Georg Kreis (Hg.), Der «gerechte Krieg», sowie Skadi Krause, «Gerechte Kriege, ungerechte Feinde», S. 113ff.
Janowitz, The Professional Soldier, S. 420.
Vgl. Ulrich Bartosch, Weltinnenpolitik, S. 62ff.
Vgl. dazu nach wie vor Carl Schmitts kleines Buch Land und Meer.
Zu den symmetrischen beziehungsweise asymmetrischen Zeitrhythmen des Krieges vgl. Münkler, Der Wandel des Krieges, S. 169ff.
Dazu ausführlich Adam Zamoyski, 1812, wo auch von anfänglichen Gerüchten im Heer berichtet wird (S. 99–124), es werde gar nicht gegen Russland gehen, sondern man werde Britisch-Indien angreifen, um auf diesem Weg die Briten niederzuringen.
Dazu Münkler, Der Große Krieg, S. 563ff.
Dazu zusammenfassend Münkler, Die neuen Kriege, passim.
Vgl. die Beiträge von Kress, Hankel und Münkler in Gerd Hankel (Hg.), Die Macht und das Recht.
Vgl. dafür exemplarisch Tobias Debiel, UN-Friedensoperationen in Afrika.
Für eine Geschichte der Fehlschläge solcher Formen der Aufstandsbekämpfung vgl. William Polk, Aufstand.
Vgl. dazu das nachfolgende Kapitel «Neue Kampfsysteme und die Ethik des Krieges», S. 188ff.
Eric Voegelin, Die Politischen Religionen, S. 58ff.
Hegel, Phänomenologie, S. 143ff.
Vgl. oben, S. 159f.
Vgl. Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit, S. 9ff.
Vgl. Günter Eifler (Hg.), Ritterliches Tugendsystem; Arno Borst, Das Rittertum im Mittelalter, sowie Josef Fleckenstein, Rittertum, insbes. S. 123ff.
Michael Ignatieff, Die Zivilisierung des Krieges, S. 138ff.
Dazu Kaldor, Neue und alte Kriege, sowie Münkler, Die neuen Kriege; vgl. auch unten, S. 208–228.
Zu Sombart vgl. oben, S. 174f.
Ferdinand Tönnies, Gemeinschaft und Gesellschaft, S. 7ff. und 34ff.
Vgl. dazu Gisela Völger/Karin v. Welck (Hgg.), Männerbande, Männerbünde, Bd. 1, hier insbesondere die Beiträge von Jürgen Reulecke (S. 3ff.), Thomas Schweitzer (S. 23ff.) und Klaus v. See (S. 93ff.), sowie in Bd. 2 den Beitrag von Aloys Winterling (S. 15ff.).
Friedrich Schiller, Sämtliche Werke, S. 305f.
Dazu Ludgera Vogt, Zur Logik der Ehre in der Gegenwartsgesellschaft, S. 65ff.
Vgl. oben, S. 169ff.
Vgl. Pierre Bourdieu, «Ehre und Ehrgefühl», S. 11ff.
Schiller, Sämtliche Werke, S. 309.
Ebd.
Ebd., S. 311.
Vgl. Jakob Vogel, Nationen im Gleichschritt, passim, sowie Frevert, Die kasernierte Nation.
Die politisch-psychologische Verarbeitung von Niederlagen ist ein komplexes Thema, das erst in jüngster Zeit intensiver erforscht worden ist; vgl. zum Überblick Holger Afflerbach, Die Kunst der Niederlage, für einen Vergleich der amerikanischen Südstaaten, Frankreichs 1871 und Deutschlands 1918 vgl. Wolfgang Schivelbusch, Die Kultur der Niederlage; weiterhin Horst Carl u.a. (Hgg.), Kriegsniederlagen.
Dazu ausführlich Herfried Münkler, Über den Krieg, S. 227ff.
Vgl. oben, S. 139f.
Heinsohn, Söhne und Weltmacht, S. 16.
Ebd.; vgl. dazu auch unten, S. 198.
Zu einem Vergleich zwischen objektiven Risiken und subjektivem Risikoempfinden vgl. Cass R. Sunstein, Gesetze der Angst, S. 97ff.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, S. 283.
Ebd.
Der bekannteste Text dieser Art ist Günther Anders’ Werk Die Antiquiertheit des Menschen, das in den achtziger Jahren zu einem inspirierenden Dokument der Bewegung gegen die Nato-Nachrüstung wurde. Anders’ These lautete, dass die menschliche Sensibilität, was Schmerz und Leid des Gegenübers anbelangt, durch die Entwicklung von Distanzwaffen ausgehebelt werde. Anders hatte darauf vertraut, dass die physische Nähe der gegeneinander Kämpfenden eine Begrenzung ihrer Gewaltbereitschaft und Gewaltfähigkeit zur Folge habe. Es gibt jedoch wenige Anhaltspunkte, die für die empirische Validität dieser Annahme sprechen. Für eine Kurzfassung ähnlicher Argumente gegen die jüngsten Entwicklungen von Kampfdrohnen und Kampfrobotern vgl. Thomas Wagner, «Der Vormarsch der Robokraten», insbes. S. 118ff.
Zum Verbot des Einsatzes von Giften Haager Landkriegsordnung, S. 85; vgl. auch Jost Dülffer, Regeln gegen den Krieg?, S. 275ff.
Vgl. Münkler, Der Große Krieg, S. 526ff.
Die selektive Individualisierung der Gewaltanwendung wird von den Kritikern des Drohneneinsatzes nicht bestritten; ebenso wenig wird bestritten, dass durch den Einsatz von Kampfdrohnen im unmittelbaren Vergleich mit klassischen Bombern die Anzahl der Kollateraltoten deutlich gesunken ist, vgl. Krishnan, Gezielte Tötung, S. 136ff., Mazzetti, Killing Business, passim, sowie Jeremy Scahill, Schmutzige Kriege, S. 310ff. und 434ff. Die Kritik dreht sich im Wesentlichen nicht um die Zahl der Kollateralopfer, sondern um die Art des Tötens.
Zu den technischen Details vgl. Krishnan, Gezielte Tötung, S. 74ff., sowie Kai Biermann/Thomas Wiegold, Drohnen, S. 30–112.
Die Beschleunigung des Kampfgeschehens als Mittel zur Herstellung von Überlegenheit ist das große Thema Paul Virilios, das er unter der Überschrift «Dromologie» behandelt hat; vgl. ders./Sylvère Lotringer, Der reine Krieg, S. 47ff., Virilio, Ereignislandschaft, S. 162ff.; ders., Fluchtgeschwindigkeit, S. 37ff., sowie ders., Rasender Stillstand, S. 126ff.
Paradigmatisch dafür Chamayou, Ferngesteuerte Gewalt, insbes. S. 137ff.
Das ist die grundlegende These in der sonst eher journalistisch angelegten Darstellung Mazzettis, Killing Business, die einen Kampf zwischen Pentagon und CIA um Einfluss und Ressourcen schildert, in dem die Verfügung über die Drohne die entscheidende Frage ist.
Vgl. C.M. Bowra, Heldendichtung, insbes. S. 98–142.
Vgl. dazu oben, S. 155ff.
Vgl. Herfried Münkler, «Ältere und jüngere Formen des Terrorismus», insbes. S. 30f.
So Krishnan, Gezielte Tötung, S. 14.
Zum Wechselspiel von Vulnerabilität und Vulneranz vgl. Herfried Münkler/Felix Wassermann, «Von strategischer Vulnerabilität zu strategischer Resilienz», S. 81–86.
So vor allem Chamayou, Ferngesteuerte Gewalt, S. 137ff., ähnlich Krishnan, Gezielte Tötung, S. 120ff.
Die Schlacht von Azincourt ist als eine militärtaktische Wende häufig beschrieben und analysiert worden; vgl. hierzu insbesondere John Keegan, Die Schlacht, S. 89–134, sowie Hans-Henning Kortüm, «Azincourt 1915», S. 89–106.
Die von Michael Roberts («The Military Revolution») ins Gespräch gebrachte militärische Revolution in der Frühen Neuzeit, mit der er die militärische Überlegenheit der Europäer gegenüber ihren süd- und ostasiatischen Konkurrenten begründet hat, ging im Wesentlichen nicht von den Militärs aus, sondern von Handwerkern und Ingenieuren, die neue Metalllegierungen für den Guss von Kanonen und neue Schiffstypen für die Beherrschung der Weltmeere entwickelten; vgl. Geoffrey Parker, Die militärische Revolution, sowie Clifford J. Rogers (Hg.), The Military Revolution Debate.
Vgl. oben, S. 184ff.
Dazu ausführlich oben, S. 174ff.
Der Begriff «politische Religion» geht auf Voegelin zurück, der damit die Übertragung von Sinnstiftung und Opferbereitschaft aus dem Religiösen ins Politische bezeichnen wollte.
Vgl. Münkler/Wassermann, «Von strategischer Vulnerabilität zu strategischer Vulneranz», S. 81ff.
Dazu ausführlich Felix Wassermann, Asymmetrische Kriege.
Hegel, Phänomenologie, S. 276.
Neben der bekannten Arbeit von Peter Singer (Die Kriegs-AGs) sind hier Philip Utesch, Private Military Companies, Thomas Jäger/Gerhard Kümmel (Hgg.), Private Military and Security Companies sowie Laurent Joachim, Der Einsatz von «Private Military Companies» im modernen Konflikt zu nennen.
Aus der Überfülle der inzwischen entstandenen Literatur eine knappe Auswahl: Mit unterschiedlicher Akzentuierung ist diese Kritik vorgetragen worden von Klaus Jürgen Gantzel, «Neue Kriege? Neue Kämpfer?»; zurückhaltender Wolfgang Knöbl, «Krieg, ‹neue Kriege› und Terror: Sozialwissenschaftliche Analysen und ‹Deutungen› der aktuellen weltpolitischen Lage»; mit großem Nachdruck dagegen Martin Kahl/Ulrich Teusch, «Sind die ‹neuen Kriege› wirklich neu?», sowie Sven Chojnacki, «Wandel der Kriegsformen – Ein kritischer Literaturbericht»; inzwischen auch Dieter Langewiesche, «Wie neu sind die Neuen Kriege?», sowie Harald Kleinschmidt, «Wie neu sind die ‹Neuen Kriege›?». Dagegen eher zustimmend Michael Brzoska, «‹New Wars› Discourse in Germany», und Monika Heupel/Bernd Zangl, «Von ‹alten› und ‹neuen› Kriegen – Zum Gestaltwandel kriegerischer Gewalt».
Die Kritiker nehmen in der Regel Bezug auf John Keegans Buch Die Kultur des Krieges, in dem der Krieg weniger als ein politisches Instrument, sondern eher als eine spezifische Form des Lebens und der Ehrpflege beschrieben wird. Bekannt geworden ist Keegan freilich weniger als Kriegstheoretiker denn als Kriegshistoriker; zu nennen sind vor allem seine Bücher Die Schlacht, Der Erste Weltkrieg und Der Zweite Weltkrieg. Für die Theorie der Neuen Kriege bedeutsam ist hingegen Keegans weniger beachtetes Buch über militärische Führung, das unter dem Titel Die Maske des Feldherrn erschienen ist und die Differenz zwischen heroischer, unheroischer und postheroischer militärischer Führung entwickelt.
Martin van Creveld, Die Zukunft des Krieges.
Dazu eindringlich Raymond Aron, Clausewitz. Den Krieg denken, insbes. S. 413–415 und 730–735.
Zu den Problemen und Herausforderungen der Clausewitz-Interpretation vgl. Herfried Münkler, «Carl von Clausewitz», S. 92–103, sowie ders., Über den Krieg. Stationen der Kriegsgeschichte, S. 75–148; weiterhin Andreas Herberg-Rothe, Das Rätsel Clausewitz, S. 147ff.
Kaldor, Neue und alte Kriege.
Dazu Münkler, Die neuen Kriege, 2002, S. 33ff., und ders., «Die Privatisierung des Krieges. Warlords, Terrornetzwerke und die Reaktion des Westens», S. 7–22.
Dazu Münkler, Die neuen Kriege, S. 48ff. und 118ff., sowie ders., Der Wandel des Krieges, S. 151ff. und 209ff.
Münkler, Die neuen Kriege, S. 142ff.
Vgl. Tanja Bührer/Christian Stachelbeck/Dierk Walter (Hgg.), Imperialkriege, und Dierk Walter, Organisierte Gewalt in der europäischen Expansion.
Dazu Christopher Daase, Kleine Kriege – große Wirkung.
Dazu ausführlich Herfried Münkler, «Ist Krieg abschaffbar?», S. 347–375.
Diesen Aspekt hat vor allem van Creveld, Die Zukunft des Krieges, stark herausgestellt. Dass diese Entwicklung zu einer erhöhten Attraktivität des Partisanenkrieges geführt hat, ist schon früh gesehen worden; vgl. etwa Otto Heilbrunn, Die Partisanen in der modernen Kriegführung, S. 146ff.
Dazu Münkler, Über den Krieg, S. 128ff. und 149ff.
Robert Cooper hat in The Breaking of Nations, S. 26ff., die europäischen Konstellationen als «postmoderne Welt» bezeichnet, der er die prämoderne und die moderne Welt gegenüberstellt. Die moderne Welt ist die der klassischen Staaten, die mit anderen um Macht und Einfluss ringen und für die der Krieg ein Mittel der Politik ist und bleibt (vgl. John Mearsheimer, The Tragedy of Great Power Politics, S. 29ff.); die prämoderne Welt dagegen ist die des Staatszerfalls und der neuen Kriege; dazu auch Ulrich Menzel, Paradoxien der neuen Weltordnung, S. 93ff.
Eine zusammenfassende, auch statistisch aufbereitete Darstellung dieser Entwicklung findet sich bei Wolfgang Schreiber, «Die Kriege in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und danach», S. 11–46.
Clausewitz, Vom Kriege, S. 212.
Dies kann sowohl in der Form einer Niederwerfungs- als auch einer Ermattungsstrategie erfolgen. Erstere richtet sich ausschließlich gegen den Militärapparat der Gegenseite, Letztere bezieht auch deren allgemeine ökonomische Durchhaltefähigkeit ins strategische Kalkül ein. Diese Unterscheidung stammt dem Begriff nach von dem Kriegshistoriker Delbrück, geht der Sache nach aber auf Clausewitz zurück.
Vgl. Janowitz, The Professional Soldier, S. 420f.
Als einer der wenigen, die sich mit den Folgen dieser Entwicklung ernstlich beschäftigt haben, ist Ignatieff zu nennen: Die Zivilisierung des Krieges, S. 138ff. Er schlägt vor, nichtrechtliche Selbstbindungen der Gewaltakteure (wie etwa Ehre) zu kultivieren, um die Gewalt gegen Zivilisten zu begrenzen.
Vgl. Parker, Die militärische Revolution, sowie Clifford J. Rogers (Hg.), The Military Revolution Debate.
Am Beispiel des Gusses zuverlässiger, aber nicht zu schwerer Kanonen hat Carlo Cipolla (Segel und Kanonen) die Proliferation der jeweils modernsten Waffentechnik innerhalb Europas nachgezeichnet.
Dazu Münkler, Imperien, S. 224ff.
Zur Revolutionierung des Befestigungssystems und des Belagerungskrieges vgl. Simon Pepper/Nicholas Adams, Firearms and Fortifications; zur Entwicklung von Infanterie, Artillerie und Kavallerie sowie zum gefechtsverbundenen Einsatz der drei Waffengattungen vgl. Delbrück, Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte, Bd. 4, insbes. S. 3ff., 151ff., 188ff.
Max Weber, Der Sozialismus, S. 80ff.; ausführlich Hans Schmidt, «Staat und Armee im Zeitalter des ‹miles perpetuus›», S. 213ff.
Dazu Michael Pittwald, Kindersoldaten, neue Kriege und Gewaltmärkte, sowie Trutz von Trotha/Georg Klute, «Politik und Gewalt», S. 491–517.
Vgl. Astrid Nissen/Katrin Radtke, «Warlords als neue Akteure der internationalen Beziehungen»; in: Ulrich Albrecht u.a. (Hgg.), Das Kosovo-Dilemma, S. 141–155.
Dazu Werner Ruf (Hg.), Politische Ökonomie der Gewalt, Peter Lock, «Ökonomien des Krieges», S. 269–286, und Sabine Kurtenbach/Peter Lock (Hgg.), Kriege als (Über)Lebenswelten.
«Er [der Krieg] hat freilich seine eigene Grammatik, aber nicht seine eigene Logik.» Clausewitz, Vom Kriege, S. 991.
So in historischer Perspektive Johannes Burkhardt, «Die Friedlosigkeit der Frühen Neuzeit», S. 509–574; stärker ökonomietheoretisch ausgerichtet Jens Siegelberg, Kapitalismus und Krieg, S. 138f.
Vgl. Stefani Weiss/Joscha Schmierer (Hgg.), Prekäre Staatlichkeit und internationale Ordnung.
Vgl. Stig Förster u.a. (Hgg.), Rückkehr der Condottieri?, wo die Verbindungslinien zwischen den Condottieri der Renaissance und den Warlords der jüngeren Gegenwart untersucht werden.
Dazu ausführlich Münkler, Die neuen Kriege, S. 59ff.
Als «Westfälisches System» wird die politische Ordnung bezeichnet, die sich in Europa nach dem Frieden von Münster und Osnabrück, dem sogenannten Westfälischen Frieden, entwickelt hat. Diese Ordnung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Staaten nicht nur die rechtlichen Monopolisten des Krieges, sondern auch die faktischen Monopolisten der Kriegführungsfähigkeit geworden sind.
Eine ausführliche Auseinandersetzung damit findet sich bei Daase, Kleine Kriege – große Wirkung.
Grundlegend dazu Martin Löffelholz u.a. (Hgg.), Kriegs- und Krisenberichterstattung (mit Beiträgen vor allem von Praktikern der Berichterstattung), sowie Hermann Nöring u.a. (Hgg.), Bilderschlachten; weiterhin Christian Büttner u.a. (Hgg.), Der Krieg in den Medien, sowie insbes. Gerhard Paul, Bilder des Krieges, Krieg der Bilder; zu den beiden Irakkriegen der USA als Paradigmen staatlicher Mediennutzung vgl. ders., Der Bilderkrieg.
Guido Steinberg, Kalifat des Schreckens, S. 166.
Mit «neuen Kriegen» sind hier nicht wesentlich die Kriege der jüngsten Zeit gemeint, sondern damit soll ein Wandel im Typ des Krieges und der Kriegführung bezeichnet werden; vgl. dazu oben, S. 208–210.
Dazu Michael Strübel (Hg.), Film und Krieg, sowie Rainer Rother/Judith Prokasky (Hgg.), Die Kamera als Waffe.
Die Abfolge der Beschleunigungen und deren schließlicher Kollaps sind das Thema vieler Arbeiten Paul Virilios; unter anderem Krieg und Fernsehen, Informationen und Apokalypse. Die Strategie der Täuschung, sowie Rasender Stillstand.
Zum Begriff der Asymmetrie und dessen Anwendung auf Strategien der Kriegführung vgl. Wassermann, Asymmetrische Kriege.
Vgl. das Kapitel über heroische und postheroische Gesellschaften, oben, S. 169–187.
Clausewitz, Vom Kriege, S. 358f.
Aus der Fülle der einschlägigen Literatur vgl. zur Medienstrategie des Terrorismus die bereits ältere, aber nach wie vor wichtige Arbeit von Gabriel Weimann/Conrad Winn, The Theater of Terror; weiterhin Sonja Glaab (Hg.), Medien und Terrorismus, sowie Christian F. Buck, Medien und Geiselnahmen.
Zur Strategie des Terrorismus, die auf die Reaktion und Respondenz der angegriffenen Gesellschaft setzt, vgl. Peter Waldmann, Terrorismus, und Münkler, Der Wandel des Krieges, S. 221ff.
So kann man beispielsweise Jean Baudrillard, Der Geist des Terrorismus, verstehen.
Michael Geyer, «Von der Lust am Leben zur Arbeit am Tod», S. 28.
Zum Begriff der «anreisenden Macht» und deren erhöhtem Legitimationsbedarf vgl. Philipp von dem Knesebeck, Soldaten, Guerilleros, Terroristen, S. 145ff.
Vgl. Jeremy Scahill, Schmutzige Kriege, passim.
Zunächst handelt es sich um Regeln, die aus der Theorie des gerechten Krieges auf die Praxis der Militärinterventionen übertragen worden sind; vgl. Knesebeck, Soldaten, Guerilleros, Terroristen, S. 115ff.
Die Fälschung von Fotografien hat eine bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurückreichende Tradition, in der autoritäre und totalitäre Regime eine besondere Rolle gespielt haben (vgl. Alain Jaubert, Le Commissariat aux Archives). Diese Bildfälschungen waren jedoch wesentlich an die eigene Bevölkerung adressiert, um in Ungnade gefallene Personen aus deren Kollektivgedächtnis verschwinden oder die eigenen Führer als besonders heroisch erscheinen zu lassen. Die Fälschung diente legitimatorischen Zwecken. Davon unterscheidet sie sich von Filmsequenzen mit getöteten Frauen und Kindern, deren Zweck die Delegitimation des Gegners ist.
Vgl. Buck, Medien und Geiselnahmen.
Zur Beuteökonomie des IS vgl. Steinberg, Kalifat des Schreckens, S. 131ff.
Zur Beschreibung des Terrorismus als Kommunikationsstrategie vgl. Waldmann, Terrorismus.
Zur informationstechnologischen Revolution seit den 1970er Jahren vgl. Manuel Castells, Das Informationszeitalter