Dr. med. Elisabeth Raith-Paula

Was ist los in meinem Körper?

Alles über Zyklus, Tage, Fruchtbarkeit

Mit Illustrationen von Yo Rühmer

Knaur e-books

Inhaltsübersicht

Über Dr. med. Elisabeth Raith-Paula

Dr. Elisabeth Raith-Paula, 1955 geboren, promovierte an der Universität München in Medizin. Seit 1992 ist sie als Dozentin an der Fachhochschule für Sozialpädagogik zu den Themen Menstruationszyklus, Kinderwunsch und Verhütung tätig. Sie publiziert zu den Themengebieten Natürliche Familienplanung und Zyklus der Frau. 1999 gründete sie das mehrfach preisgekrönte »My Fertility Matters-Programm« zur sexualpädagogischen Präventionsarbeit für Mädchen und Jungen in der Pubertät. 2010 erhielt sie dafür das Bundesverdienstkreuz.

Impressum

© 2019 der eBook-Ausgabe Knaur eBook

© 2003, 2008, 2019 Knaur Verlag

Ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit

Genehmigung des Verlags wiedergegeben werden.

Redaktion: Anke Schenker

Covergestaltung: ZERO Werbeagentur, München

Coverabbildung: Shutterstock.com/© Irina Bg (Mädchen), © ARTvektor (grafische Elemente)

Illustrationen von Yo Rühmer

Grafiken von Wilhelm Vornehm, München

Elisabeth Raith-Paula Privatarchiv: S. 50, 59, 62, 85, 152, 153, 154;

Shutterstock.com: S. 18, 36 großes Bild, 41 o., 48, 76, 83, 97, 149 und alle Klebezettel, Klebestreifen und Pinnnadeln;

Getty Images Plus/iStock: S. 10 jacoblund, S. 11 Vasyl Dolmatov, S. 13 olga_d, S. 16 alex-mit, S. 21 Smitt, S. 24 TatyanaMishchenko, S. 29 nd3000, S. 30 Vasyl Dolmatov, S. 32 o. Dr Microbe, S. 32 u. Deagreez, S. 33 ASIFE, S. 34 BorupFoto, S. 35 iLexx, S. 36 (Einklinker) olesiabilkei, S. 41 Gill Kennett, S. 42 u. Cineberg, S. 44 German-skydiver, S. 45 NosUA, S. 47 Dash med, S. 54 monkeybusinessimages, S. 57 jacoblund, S. 64 g-stockstudio, S. 66 paylessimages, 67 r. ArleneGap, S. 67 l. monkeybusinessimages, S. 68 dolgachov, S. 69 master1305, S. 73 AnnaElizabethPhotography, S. 79 doble-d, S. 80 g-stockstudio, S. 88 Blair witch, S. 92 somchaij, S. 99 macniak, S. 101 TolikoffPhotography, S. 112 o. Wavebreakmedia, S. 112 u. YanLev, S. 118 razyph, S. 123 AndreyPopov, S. 126 Vanda9, S. 132 vladans, S. 137 FancyTapis, S. 144 javi indy

ISBN 978-3-426-45771-9

Hinweise des Verlags

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.


Noch mehr eBook-Programmhighlights & Aktionen finden Sie auf
www.droemer-knaur.de/ebooks.


Sie wollen über spannende Neuerscheinungen aus Ihrem Lieblingsgenre auf dem Laufenden gehalten werden? Abonnieren Sie hier unseren Newsletter.


Sie wollen selbst Autor werden? Publizieren Sie Ihre eBooks auf unserer Akquise-Plattform www.neobooks.com und werden Sie von Droemer Knaur oder Rowohlt als Verlagsautor entdeckt. Auf eBook-Leser warten viele neue Autorentalente.


Wir freuen uns auf Sie!

Widmung

Dieses Buch ist meiner Tochter Marion und allen Mädchen gewidmet, die ich auf dem Weg vom Mädchen zur Frau begleiten darf.

Dank

Viele haben mich unterstützt, dass dieses Buch Wirklichkeit werden konnte. Ihnen/euch allen herzlichen Dank. Mein ganz besonderer Dank gilt meinem lieben Mann und meinen beiden wunderbaren Kindern für ihre Toleranz, Geduld und liebevolle Nachsicht. Besonders danken möchte ich Herrn OA Dr. S. Baur für seine kritischen und konstruktiven Verbesserungsvorschläge sowie Prof. Dr. Hilpert für seinen engagierten Kommentar zu den letzten beiden Kapiteln. Kirsten Danelzik, Angelika Schmitt und Claudia Wiesner, vielen Dank für die freundschaftliche Unterstützung.

Ein Begleitbuch – vom Mädchen zur Frau

Dieses Buch möchte dich in den aufregenden Jahren, in denen du vom Mädchen zur Frau wirst, begleiten.

 

Zu Beginn, in den ersten Kapiteln, erfährst du mehr über die Veränderungen deines Körpers. Wie ist das, wenn man zum ersten Mal »seine Tage bekommt«? Was sagt dir dein Körper damit? Wie lernst du seine Signale besser verstehen? Wie kannst du dich mit deinem Körper anfreunden?

 

Vielleicht seid ihr euch im Augenblick ziemlich fremd, könnt noch nicht viel miteinander anfangen, und du willst gar nicht, dass er sich verändert. Dieses Buch hilft dir bei der Entschlüsselung der geheimen Zeichen deines Körpers.

Es möchte dir zeigen, wie stolz du darauf sein kannst, eine Frau zu werden.

 

Wenn es dir einmal nicht so gut geht, wenn du Stress hast und meinst, mit deinem Körper und deinem Zyklus sei etwas nicht in Ordnung, dann werden die nächsten Kapitel des Buchs für dich interessant. Sie können dir erklären, welchen Einflüssen der weibliche Zyklus ausgesetzt ist.

 

Wenn du dich später einmal mit Fragen zu Fruchtbarkeit und Empfängnisverhütung beschäftigst und dazu viele Infos sammelst von Freundinnen, aus dem Internet, aus Broschüren und vom Frauenarzt, dann ist es Zeit, dieses Buch wieder hervorzuholen: Die letzten Abschnitte beschreiben dir, wann eine Frau fruchtbar ist und wann sie schwanger werden kann, wie die verschiedenen Verhütungsmethoden im Körper der Frau wirklich wirken und welche Möglichkeiten es gibt, im Einklang mit seinem Körper zu leben. So wird es dir immer gelingen, eine Entscheidung zu treffen, die dir guttut.

 

Denn du weißt, was los ist in deinem Körper!

1 Geheime Signale

Das »Drei-Ecken-Spiel« – schwierige Fragen

Stell dir vor, du stehst in einem leeren Raum. Man stellt dir ein paar Fragen, statt einer Antwort gehst du in eine bestimmte Ecke.

Es gibt dort eine »Ja-«, eine »Nein-« und eine »Ich-weiß-nicht-Ecke«. Es geht los.

Die erste Frage lautet: »Hast du gerade Hunger?«

»Was soll diese läppische Frage?«, denkst du, »vorhin gut gefrühstückt, nein, keinen Hunger.« Du stellst dich in die »Nein-Ecke«. Wie würdest du denn merken, dass du hungrig bist? Klar, der Magen knurrt, ein dumpfes Gefühl, das einen zum Kühlschrank treibt.

Die nächste Frage: »Hast du jetzt gerade Durst?«

»Oh ja«, denkst du und gehst in die »Ja-Ecke«, denn durstig bist du immer. Wo hat man dir das beigebracht, zu wissen, wann du Durst hast? Im Kindergarten, in der Schule?

Zugegeben, das braucht man natürlich nicht zu lernen: Der Mund ist trocken, die Zunge klebt am Gaumen, ganz einfach. Selbst Babys wissen das von Anfang an.

Die nächste Frage. »Schwärmst du für einen Popstar?«

»Klar, da gibt es einen ganz bestimmten!«, denkst du.

Dann stehst du jetzt in der »Ja-Ecke«. Was würde passieren, wenn jetzt die Tür aufginge, und er käme herein, dein Star käme auf dich zu und … Was ginge in dir vor?

»Oh Gott«, sagst du, »allein beim Gedanken daran kriege ich Gänsehaut, Schmetterlinge im Bauch, feuchte Hände, weiche Knie und Herzrasen.«

Der Traum wird dir hier leider nicht erfüllt, aber merkst du, wie dein Körper reagiert? Allein schon bei der Vorstellung? Seine Botschaften sind eindeutig: Hunger, Durst, Aufregung, Nervosität. Aber noch bist du nicht fertig. Noch einmal zurück auf den Boden der Wirklichkeit, zum ganz banalen Alltag und zur vorletzten Frage:

»Musst du gerade mal?« Du hast richtig verstanden: »Musst du gerade mal auf die Toilette?«

Du gehst sofort in die »Ja-Ecke«. Stimmt, du musst jetzt.

Aber halt, sag zuerst, woran du das merkst.

»Wieder so ’ne doofe Frage, ist doch klar, die Blase drückt ganz fürchterlich.« Seltsam, da weiß man plötzlich ganz genau, wo im Körper sich die Blase befindet, ganz ohne medizinische Kenntnisse. Warum? Weil sie ein Signal aussendet, bei dem jeder versteht: Jetzt »muss ich mal«.

So ist es bei unzähligen Signalen, die unser Körper täglich sendet: Wir schwitzen, Schweißperlen treten auf die Stirn, und wir wissen genau, es ist uns zu heiß. Durch Zähneklappern und Gänsehaut meldet unser Körper, wir sollten uns schnellstens wärmer anziehen.

Bist du heute fruchtbar?

Nun die letzte Frage: »Bist du heute, jetzt gerade, in diesem Augenblick fruchtbar«?

»Wie bitte, was soll denn das? Wie soll ich das wissen? Was heißt das überhaupt: fruchtbar? Ob ich heute schwanger werden könnte? Kinder kriegen? Eine merkwürdige Frage ist das. Kann man das wissen?«

Du stellst dich in die »Ich-weiß-nicht-Ecke«, zum ersten Mal, dabei waren die anderen Fragen doch ganz leicht zu beantworten.

Dabei sendet der Körper, ähnlich wie bei Hunger oder Durst, deutliche Signale aus, die mitteilen: »Heute bin ich fruchtbar« oder »Heute bin ich unfruchtbar!«

Diese Botschaften haben mit deinem weiblichen Körper zu tun und mit den Veränderungen, die jeden Monat aufs Neue in dir vorgehen. Diese Signale können dir außerdem eine ganze Menge über dich selbst mitteilen. Wenn du sie richtig entschlüsseln kannst, erkennst du, was gerade in deinem Körper abläuft.

Seltsam ist nur, dass diese Signale meistens gar nicht bemerkt werden. Und wenn wir es doch tun und etwas spüren, wissen wir nicht, was es zu bedeuten hat. Deshalb kann es passieren, dass wir die Zeichen, mit denen unser Körper mitteilt: »Alles in bester Ordnung!«, völlig missverstehen.

 

Höchste Zeit, den Geheimcode unseres Körpers neu und richtig zu entschlüsseln – eine spannende Sache!

Woran denkst du beim Wort »Fruchtbarkeit«?

Mit diesem altmodischen Begriff verbinden viele einfach nur »Kinderkriegen«. Manche stellen sich auch eine schwangere Frau mit einem dicken Bauch vor, eine Geburt, kleine Babys.

Bei dem Wort »Fruchtbarkeit« stellt man sich eine schwangere Frau vor.

Wieder anderen fällt dazu vielleicht ein Baum ein, voll beladen mit Früchten kurz vor der Ernte, oder die Früchte des Feldes oder die Göttin der Fruchtbarkeit, die dafür sorgt, dass das Leben auf Erden immer weitergeht, Generation um Generation. So wie in der Bibel steht: »Seid fruchtbar und vermehrt Euch.«

Befragt man Statistiker, dann sagen sie, dass Fruchtbarkeit heutzutage die absolute Ausnahme sei. Im Gegensatz zu früher, als es keine Seltenheit war, dass Frauen zehn Kinder und mehr zur Welt brachten, passiert das in der Gegenwart durchschnittlich nur noch weniger als zweimal im Leben einer Frau.

Oder doch?

Hattest du schon zum ersten Mal deine Tage? Hat man dir erzählt, dass du nun eine richtige Frau bist und Kinder bekommen kannst? Das ist für dich im Moment sicher nicht von Bedeutung. Vielleicht denkst du dir, es wäre äußerst praktisch, sich diese »Fruchtbarkeit« später einmal, wenn du dir ein Kind wünschst, einfach »herunterladen« zu können. Ein Klick mit der Maus, schon bin ich fruchtbar! Dann aber wieder ganz schnell weg damit, wenn das Baby da ist.

Das geht nicht. In der Pubertät entwickelt sich im weiblichen Körper die Fähigkeit, »fruchtbar« zu sein, neues Leben zu schenken. Ein echtes Wunder! Diese großartige Fähigkeit gehört zum Frausein, sie gehört zum Leben wie das Atmen, Gehen, Denken und Lieben. Sie begleitet dich etwa 35 bis 40 Jahre lang, ganz unabhängig davon, ob du jemals ein Kind bekommst oder nicht.

Fruchtbarkeit gehört zum Leben einer Frau wie Atmen, Gehen, Denken und Lieben.

Manche Frauen empfinden diese Fähigkeit als Belastung, anderen Frauen, die sich vergeblich ein Kind wünschen, bedeutet Fruchtbarkeit ein großes, unerreichbares Glück. Vieles, was sich in der Pubertät in deinem Körper verändert, dass beispielsweise deine Brust wächst, dass du ab der Pubertät immer wieder deine Tage bekommst, hat letztlich mit dieser Gabe zu tun.

»Fruchtbarkeit« im Leben einer Frau, von der Pubertät bis in die Wechseljahre. Die Zeitspanne, in der eine Frau wirklich ein Kind bekommt, ist nur sehr kurz im Vergleich zu der Zeit, in der sie potenziell fruchtbar ist.

Fakt:

Auch wenn es uns nicht bewusst ist, so ist der weibliche Körper auf die »Fruchtbarkeit« hin angelegt: Allein schon die Körperformen einer Frau – die breiteren Hüften, die Brüste zum Stillen eines Babys –, all das hat mit ihrem Fruchtbarkeitspotenzial zu tun. Selbst die weiblichen Hormone werden vorwiegend nur in dem Lebensabschnitt gebildet, in dem sich der Körper immer wieder darauf vorbereitet, ein neues Leben zu empfangen. So hat die Tatsache, dass Frauen einen Zyklus und eine Blutung haben, mit ihrem Fruchtbarkeitspotenzial zu tun – unabhängig davon, ob sie jemals ein Baby bekommen oder nicht.

2