Albert Kitzler
Denken heilt!
Philosophie für ein gesundes Leben
Knaur e-books
Dr. Albert Kitzler, geb. 1955, studierte Philosophie und Jura in Freiburg i.Br. und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heidegger-Lehrstuhl tätig. Seit mehr als 20 Jahren ist er als erfolgreicher Medienanwalt und Filmproduzent (1994: Oscar für den Kurzfilm »Schwarzfahrer«) in Berlin ansässig. Seit 2000 beschäftigt er sich wieder intensiv mit der Philosophie im antiken Griechenland, in China und Indien. 2010 gründete er »MASS UND MITTE – Schule für antike Lebensweisheit«, wo er Seminare, Coachings sowie philosophische Matineen leitet und Vorträge hält. 2014 ist bei Pattloch sein erstes Buch »Wie lebe ich ein gutes Leben? Philosophie für Praktiker« und 2015 der Nachfolger »Philosophie to go. Große Gedanken für kleine Pausen« erschienen.
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ISBN 978-3-426-44184-8
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Platon, Staat 403 (Buch III 13); wörtlich: »Meiner Ansicht nach nämlich steht es nicht so, dass ein tüchtiger Leib durch diese seine Tüchtigkeit auch die Seele gut macht, sondern umgekehrt, dass eine weise Seele durch ihre Tüchtigkeit dem Leibe die denkbar beste Ausbildung gibt.« »Tüchtigkeit« meint Tugend. Diese aber kann mit Weisheit gleichgesetzt werden. Freilich wusste Sokrates auch, dass der Zustand des Körpers Einfluss auf das Denken hat. An anderer Stelle sagt er: »Wer weiß nicht, dass auch beim Denken, wo der Körper doch scheinbar nur ganz wenig vonnöten ist, nur deshalb viele schwer in die Irre gehen, weil dieser nicht gesund ist?« Xenophon, Erinnerungen an Sokrates, S. 107. Hier wie im Folgenden sind die Zitate häufig an die moderne Schreibweise angeglichen, manchmal auch sprachlich geringfügig geändert oder dem Satzbau angepasst, ohne dass dies immer vermerkt worden wäre. Nie jedoch wurde der Sinn verändert. Klammerzusätze stammen in der Regel vom Verfasser, sie sollen das Verständnis einzelner Textpassagen erleichtern.
Zur Weisheitstherapie: Kai Baumann/Michael Linden, Weisheitskompetenzen und Weisheitstherapie – Die Bewältigung von Lebensbelastungen und Anpassungsstörungen, Lengerich 2008; in diesem Zusammenhang kann auch auf die von Aaron Antonovsky entwickelte Salutogenese verwiesen werden.
»Neun von zehn Menschen schaden sich selbst. Deshalb sollte jeder die Kunst der Lebenspflege kennen.« Kaibara Ekiken, Regeln zur Lebenspflege, S. 35; »Länge und Kürze des Lebens hängen also nicht von der Stärke und Schwäche des Körpers ab, sondern von der Achtsamkeit oder Sorglosigkeit (im Umgang mit sich selbst). Das ist es auch, was Pai Chü-i (772–846, bedeutender Dichter der T'ang-Zeit) mit den Worten ›Glück und Unheil entsprechen Beherrschung und Unbeherrschtheit‹ zum Ausdruck bringt.« Ebd., S. 44; »Für alle Menschen ist der Geist der Führer ihres Körpers, auch zu Gesundheit und Krankheit und allem anderen.« (Antiphon der Sophist) Capelle, S. 373
Demandt, S. 116 (Erasistratos, 4. Jh. v. Chr.)
griech. saos, sôs und phronein
Witte, Bernd, Die Wissenschaft vom Guten und Bösen: Interpretationen zu Platons ›Charmides‹, Berlin 1970, S. 11
Diodorus Siculus, Bibliothec Historica 1,49, sie soll zum Zeitpunkt ihrer Zerstörung 700 000 Schriftrollen umfasst haben; zitiert nach Wikipedia, Liste griechischer Phrasen/Psi. Die Inschrift ziert heute den Eingang der Stiftsbiliothek St. Gallen (Hinweis von Dr. Hans-Ulrich Becker)
Plutarch, Von der Ruhe des Gemüts und andere philosophische Schriften, S. 137 f. (Über Kindererziehung)
Den anderen Weg einer positiven Bestimmung alles dessen, was die antiken Weisheitslehren unter einem »guten«, d.h. seelisch gesunden Leben, verstanden haben, geht mein Buch »Wie lebe ich ein gutes Leben. Philosophie für Praktiker«, München 2014
»Bei Aristoteles bereits findet sich die Ausgrenzung eines Praxisdenkens als Philosophie der menschlichen Dinge … sie ist in ihrer Artikulation an eine spezifische Methode des Nichtexakten, bloß Umrisshaften gebunden … (sie) hat sich nicht nach dem szientifischen Ideal exakter Wissenschaft zu richten.« Balmer, Weisheit der untröstlichen Tröster, in Aleida Assmann, S. 526. »Ein Wort lässt sich nicht auf alles anwenden. Jedes Ding hat seine besondere Weise.« Konfuzius, Schulgespräche, 44,10
Dies geschieht über die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter und Hormone, die über das immuno-neuroendokrine Netzwerk wesentliche körperlich-seelische Funktionen steuern und beeinflussen. Zum Ganzen: Christian Schubert, Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie, 2. Auflage, Stuttgart 2015; ferner die Bücher von Joachim Bauer. Es würde ein eigenes lohnenswertes Buch füllen, wollte man die Ergebnisse der modernen medizinischen Forschung mit dem Weisheitswissen der Antike vergleichen.
Plutarch, Moralphilosophische Schriften, S. 127 (Anime an corporis affectiones sint peiores); erster Satz geringfügig geändert
Für den Bereich seelischer Erkrankungen ist auf Karl Jaspers und Viktor E. Frankl zu verweisen.
Man spricht von einem »Desaster bei chronischen Erkrankungen«, unter Berufung auf Thure von Uexküll, der die Spaltung der Medizin in einen »kranken Körper ohne Seele und eine leidende Seele ohne Körper« angriff, Christian Schubert, Der verletzliche Mensch – biopsychosozial, Vortrag im Rahmen der Arbeitstagung der IGT 2014 vom 26.–30. Oktober 2014 in Lindau am Bodensee
Friedl, S. 17
Laotse, 64 (Wilhem), 63 (Schwarz); zur Erziehung zur Selbstwahrnehmung Friedl, S. 17
Ekiken, Regeln zur Lebenspflege (Yōjōkun), S. 32
Werner Jaeger, Paideia II 308 f, mit Verweis auf Platon, Staat 407 E ff; Jaeger: »Darin liegt die richtige Erkenntnis, die die hippokratische Medizin vertrat, dass die gesunde Natur im Krankheitsfall sich selbst hilft, wenn die Heilung ihr durch das richtige Mittel erleichtert wird.«
Platon, Laches 185
Seit 2007 haben einige Schulen in Deutschland das Schulfach »Glück« eingeführt. Dies geht auf eine Initiative des ehemaligen Schulleiters E. Fritz-Schubert zurück, die durchaus in diese Richtung weist. Dazu: Fritz-Schubert, Schulfach Glück: Wie ein neues Fach die Schule verändert, Freiburg 2012
Konfuzius, Gespräche XIX 17 (Wilhelm); geringfügig geändert
Die Gegenüberstellung von Glück und Leid im Zusammenhang mit richtigem (gesundem) und falschem (ungesundem) Denken findet sich auch an zentraler Stelle bei Buddha. Die ersten beiden Verse des Dhammapada lauten zusammengefasst: Der Geist bestimmt den Seelenzustand. Einem »unreinen« Geist folgt Leiden, einem reinen Glück. »Mind precedes all mental states. Mind is their chief; they are all mind-wrought. If with an impure mind a person speaks or acts suffering follows him like the wheel that follows the foot of the ox … with a pure mind a person speaks or acts happiness follows him like his never-departing shadow.« (Dhammapada 1-2, Acharya Buddharakkhita 1985, http://www.accesstoinsight.org/tipitaka/kn/dhp/dhp.26.budd.html)
Brüll, S. 55 (Miura Baien, ein Neokonfuzianer des 18. Jh.); im Text steht »des Elends« für »des Leidens«
Mong Dsi, VII A 18 (160)
Signifikante Fortschritte brachten erst Freud und die in der Folge sich entwickelnden tiefenpsychologisch orientierten Formen der Psychotherapie. Die praktischen Probleme unseres Lebens und die von der Antike angebotenen Lösungswege wurden in der Folgezeit, jedenfalls im Westen, in theoretischen, begrifflichen und systematischen Auseinandersetzungen teils zerredet, teils auf ein Abstraktionsniveau geführt, das für Menschen, die sich nicht professionell mit Philosophie beschäftigten, nicht mehr verständlich und vermittelbar war. Die Philosophie wandelte sich von einer Weisheitslehre zu einer akademischen Wissenschaft. Gleichzeitig wurde die Funktion der praktischen Seelenleitung und Handlungsorientierung von der christlichen Religion beansprucht und besetzt. An die Stelle einer grundsätzlich offenen Diskussion philosophischer Lebensweisheit, die vom kritischen Zweifel und einem ständigen Infragestellen lebt, trat die wesentlich rigidere Dogmatik des Christentums. So gerieten die Erkenntnisse und »Heilmethoden« der antiken »philosophischen Therapeutik« weitgehend in Vergessenheit.
Dies ist in den letzten Jahrzehnten von verschiedenen Philosophen kritisch bemerkt worden. Durch ihre Untersuchungen und Darstellungen haben sie zu einer »Renaissance« antiker praktischer Philosophie beigetragen. Sie haben dabei festgestellt, dass die Antworten der alten Denker zu den existentiellen Fragen menschlichen Lebens keineswegs veraltet, sondern aktueller denn je sind. Dadurch wurde nicht nur die Diskussion wichtiger philosophischer Themen und Beiträge wieder breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht. Die praktische Philosophie selbst hat sich wieder ihres wichtigsten Gegenstandes erinnert, der Bedeutung der Weisheit im alltäglichen Lebensvollzug. Zum letzteren Horn, S. 232 ff
Zitiert nach Reiner Wiehl, Weisheit und praktische Vernunft, in Assmann, Aleida (Hrsg.), Weisheit. Archäologie der literarischen Kommunikation III, München 1991, S. 96 (Kant, Logik. Ein Handbuch zu Vorlesungen …)
Kant, Kritik der praktischen Vernunft 302 (A 292) Schlussworte; a.a.O., S. 97. Einen Beleg und eine Frucht des Wiedererwachens antiker Weisheitslehre stellt der Erfolg dar, den seit einigen Jahrzehnten antike fernöstliche Weisheitslehren wie Yoga, Zen, Buddhismus, Konfuzianismus, Daoismus, Qi-Gong u.a. im Westen erzielt haben. Es verwundert auch nicht, dass antikes Weisheitsdenken Eingang gefunden hat in weite Bereiche allgemeiner wie spezieller Lebensberatung wie Coaching, Persönlichkeitstraining, Psychotherapie, Medizin, aber auch in Schulen und Universitäten. So reizvoll die Einbeziehung und Auseinandersetzung mit diesen Tendenzen auch wäre, so würde dies doch den Rahmen des vorliegenden Buches sprengen. Wichtiger war es mir, die Antike selbst zu Wort kommen zu lassen und den Reichtum ihrer philosophischen Überlegungen und psychologischen Beobachtungen unmittelbar und facettenreich darzustellen. Dem dienen die zahlreichen Zitate aus der antiken westlichen und östlichen Philosophie. Diese Zitate, die häufig den Charakter einer Spruchweisheit oder Sentenz haben, eröffnen eine historische Perspektive, die unseren Geist weit macht, indem sie die Verengung auf die Gegenwart durchbricht. Kaibara Ekiken, The Way of Contentment, S. 63: »Die Herzen von Menschen, deren Kenntnisse beschränkt sind auf die Gegenwart und die Dinge um sie herum, sind eng und dunkel.« (Übersetzung vom Verfasser)
Jaspers sprach von einer »Philosophie der appellativen Kommunikation, welche mit großer Kraft die Überzeugung vertrat, dass es bei allem, worauf es im Leben ankomme, mit klärenden Mitteln die Selbstbestimmung anzuregen und zu unterstützen gelte. Und eben dies, dass es neben analysierend-formalisierendem und abstrahierend-objektivierendem Denken ein andersartiges, indirektes, inexaktes, humanistisch-rhetorisches, der Literatur innig verbundenes Appellieren mit Recht, vielleicht sogar mit Vorrecht zu geben habe, dies allerdings scheint wie eh und je Zentralaxiom praktischen Philosophierens zu bilden.« Balmer, Weisheit der untröstlichen Tröster, in Aleida Assmann, Weisheit. Archäologie der literarischen Kommunikation III, München 1991, S. 527; zu Spruchweisheiten ebd., S. 527 ff
So verstehe ich folgende Stelle, Konfuzius, Gespräche, II 11: »Wer Altes bewahrt und zugleich neues Wissen und neue Erfahrungen zu gewinnen vermag, der kann den Menschen Lehrer und Vorbild sein.« Übersetzung Dawson: »… by keeping the old warm one can provide understanding of the new …«
Konfuzius, Schulgespräche, 11,2 ; auch Plato und Aristoteles »waren überzeugt, dass selbst ihre eigenen Ideen nur die Wiederentdeckung von Gedanken darstellten, die den Philosophen vorhergegangener Epochen schon bekannt waren.« Erich Frank, Saint Augustine and Greek Thought, 1942, zitiert nach Heinrich Zimmer, Mythen und Symbole in indischer Kunst und Kultur, Zürich 1951, S. 25; Zimmer: »Diese Überzeugung entspricht genau der indischen Überlieferung einer ewigen Philosophie, eine alterslose Weisheit, welche durch den Zyklus der Epochen enthüllt und wieder enthüllt, wiederhergestellt, verloren und wiederhergestellt wird.«
Konfuzius, Gespräche, I 1
Aristoteles, Nikomachische Ethik, II 1 1103b20 (Ü. Rolfes), wörtlich: »Aus gleichen Tätigkeiten erwächst der gleiche Habitus.« Platon, Gesetze 792: Durch die »Macht der Gewohnheit bildet sich die ganze Gemütsart«. Platon, Staat 395: »Fortgesetzte Nachahmungen werden zur Gewohnheit und (andern) Natur in Beziehung auf den Leib ebenso wie auf Rede- und Denkweise«
Maitri-Up. VI.34.3; »Darum sagt man, dass wir sind, was unser Begehren ist. Wie unser Begehren ist, so ist unser Wille. Wie unser Wille ist, so sind unsere Handlungen. Wie wir handeln, so werden wir.« Brihadaranyaka-Up. 4,4,5, beides zitiert nach Easwaran, Eknathan, S. 414, 70
Aristoteles, Eudemische Ethik, II 2 1220b1 ff: »Indem aber der Charakter … etwas ist, was sich von der Gewöhnung her ausbildet, der Gewöhnungsprozess aber vor sich geht durch eine Führung, die keine angeborene ist, vermittels häufigen, in bestimmter Art erfolgenden Bewegtwerdens, ist er (der Gewöhnungsprozess) auf diese Weise letzten Endes das aktivierende Element … Daher soll gelten: der Charakter ist eine Beschaffenheit des irrationalen Seelenelementes, das in der Lage ist, nach Maßgabe des befehlenden Rationalen dem Rationalen zu folgen.«
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 172
Siehe Fn. 30
Nestle, Die Nachsokratiker, II 139 (Poseidonios)
Ebd.
Seneca, IV 138 Brief 94 (nach Ariston von Chios); in diese Richtung weist auch Jaspers’ Philosophie der appellativen Kommunikation, dazu Balmer, Weisheit der untröstlichen Tröster, in Assmann, S. 527. Vgl. Wittgenstein, Bemerkungen über die Grundlagen der Mathematik, II § 23: »Die Krankheit einer Zeit heilt sich durch eine Veränderung der Lebensweise der Menschen und die Krankheit der philosophischen Probleme konnte nur durch eine veränderte Denkweise und Lebensweise geheilt werden …«, zitiert nach Horn, S. 243. Horn spricht von einer »gewissen Affinität Wittgensteins zur antiken Auffassung von philosophischer Therapie«, ebd., S. 242
Bhagavadgita, 6,35
Platon, Staat 604 C, Übersetzung leicht geändert
Ebd.
Luck, S. 74 (Antisthenes); wörtlich: »Wer ein tüchtiger Mann werden will, muss den Körper auf dem Sportplatz und die Seele durch Erziehung trainieren.«
Seneca, I 110 (Vom Zorn II 10)
Seneca, I 110 (Vom Zorn II 10)
Vgl. Mark Aurel, 2, 1 (Übersetzung Wittstock): »Ebensowenig kann ich dem, der mir verwandt ist, zürnen oder ihn hassen …«
Ebd.
Snell, Bruno, Leben und Meinungen der Sieben Weisen, S. 13; Philosophie war im Hellenismus weniger ein Bildungsfach als vielmehr eine Lebensform, dazu: Pierre Hadot, Philosophie als Lebensform, Frankfurt a.M. 2002
Konfuzius, Schulgespräche, 15,2
Die Psychologie spricht hier von »therapeutischer Allianz«
Die negative Bedeutung hat das Wort »Guru« erst in den letzten Jahrzehnten im Westen bekommen. In seiner ursprünglichen Bedeutung war damit der Lehrer gemeint, derjenige, »der die Finsternis beiseiteschiebt und Licht gibt«, Desikachar/Krusche, Das verborgene Wissen bei Freud und Patañjali, Stuttgart 2007, S. 156
»Das Vorbild anderer sei deine Erziehung«, Luck, S. 377 (Demonax); »Wer nicht in den Spuren anderer wandelt, kommt nicht ans Ziel«, Konfuzius, Gespräche, XI 20; »Edles (Gutes, Gesundes) lernst du von Edlen«, Theognis, 35 f
»Auch als gealterter Mann lern’ ich des Neuen noch viel« (Solon von Athen), Nestle, Griechische Lebensweisheit und Lebenskunst, S. 23. »Ich habe schon tage- und nächtelang über die rechte Art zu leben nachgedacht, das aber hat keinen Nutzen. Besser ist es, von anderen zu lernen.« Konfuzius, Gespräche, XV 31
Der Gelbe Kaiser, 1 (20)
Capelle, S. 444; Übersetzung »so sehr auf sich achtgeben« aus Nestle, Vorsokratiker, S. 159
Bhagavadgita, 6,17, Eknathan Easwaran, The Bhagavad Gita, Indien 1996: »Those who are temperate in … work … will come to the end of sorrow through meditation.«; Lin Yutang, The Wisdom of China and India, New York 1942, S. 77: »He who is … moderate in his efforts in work … Yoga becomes the destroyer of all misery.« »Jede Krankheit in den Gliedern ist eine Folge der Unmäßigkeit«, heißt es in einem ägyptischen Papyrus, Bissing, S. 95. Bei einem japanischen Teemeister lesen wir: »Wer seinen Körper übermäßig beansprucht, fällt irgendwann tot um.« Brüll, S. 136
Epikur, S. 102; Text geringfügig geändert. »Das Zurruhekommen der Triebkräfte, das ist das Glück«, Buddha, S. 72. »Durch Ruhe ruhig, wandelt man glückselig«, Upanishaden, S. 330, Maha-Narayana-Up. 63,4 f
Zhuangzi, XXVII 11 (295); Text geringfügig geändert
Buddha, S. 37
Laotse, 46; Satzfolge umgestellt
Xenophon, Erinnerungen an Sokrates, S. 12
Epikur, S. 111,59
Aristoteles, siehe Kap. I, Fn. 30
Aristoteles, Nikomachische Ethik, VI 2, 1139 a 31 ff: »Darum ist eine Willensentscheidung weder ohne Vernunft und Denken noch ohne ethisches (zweckgebundenes) Verhalten möglich … Denn ein rechtes Verhalten und das Gegenteil davon existiert nicht ohne Denken und Charakter. So ist denn die Willensentscheidung entweder strebende Vernunft oder vernünftiges Streben, und das entsprechende Prinzip ist der Mensch.«
Seneca, III 282 Brief 71
Platon, Protagoras 358b ff: Sokrates: »… zu dem Schlechten entschließt sich niemand freiwillig, noch auch zu dem, was er für etwas Schlechtes hält.«
Zitiert nach Friedlaender, Ludwig, Sittengeschichte Roms, Phaidon Verlag (ohne Jahresangabe), S. 925
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 153; im Text steht der »Edle« statt der »Weise«, ohne größeren Unterschied
Seneca, III 59 Brief 17
Zhuangzi, IV 1; für »der rechte Weg« steht im Text »SINN (Dào)«
Konfuzius, Gespräche, XVII 15 (Schwarz)
Demandt, S. 90 (309)
Brunner, S. 294 (Papyrus Louvre 2414)
Die moderne Gehirnforschung hat diese Feststellung bestätigt. Unser Gehirn könne maximal zwei Aufgaben zur gleichen Zeit gut und fehlerfrei bewältigen. Martin Korte, in »Die digitale Versuchung. Zerstreuen wir uns zu Tode?«, Sendung SWR2 »Wissen« vom 27.11.2015
Konfuzius, Schulgespräche, 7,7
Yamamoto Tsunetomo, S. 78 f
Leider konnte ich bisher nicht ermitteln, wo ich das gelesen habe
Straub, S. 87 (Archilochos); Bhagavadgita, 2,57: »Wer nicht frohlockt … ob Glück, ob Unglück ihn befällt … der heißt … ein Geistesheld.«
Pindar, zitiert nach Rüdiger, S. 164, Nem. 6, 127 ff (6. Nemeische Ode)
Liä Dsi, VIII 12
So eine andere Übersetzung von »welchen Takt das Leben hält«, Nestle, Griechische Lebensweisheit und Lebenskunst, S. 20
Schwarz, S. 334 (Buch der Riten, Sitten und Gebräuche)
Nestle, Die Vorsokratiker, S. 160 und Capelle, S. 442 f
Buddha, S. 36; Satz umgestellt
Bhagavadgita, 2,47 f
Schwarz, S. 233; im Text steht »edle« statt »weise«
Epiktet, Teles und Musonius, S. 201; statt »abhängen« steht im Text »hemmbar«
Trostschrift an seine Mutter Helvia, Kap 5; zitiert nach Fuhrmann, Manfred, Seneca und Kaiser Nero, Frankfurt a.M. 1999, 68, und Seneca, Philosophische Schriften, übersetzt von Manfred Rosenbach, Bd. 2, 305
Epiktet, Teles und Musonius, S.188 (II 5, 9–14); im Text steht für »der äußerlich materielle Ziele verfolgt«: »… der ganz in der Sorge für materielle Dinge aufgeht«
Vgl. Heideggers Empfehlung zum Umgang mit der Technik: »Wir können ›ja‹ sagen zur unumgänglichen Benützung der technischen Gegenstände, und wir können zugleich ›nein‹ sagen, insofern wir ihnen verwehren, dass sie uns ausschließlich beanspruchen und so unser Wesen verbiegen, verwehren und zuletzt veröden. Wenn wir jedoch auf diese Weise gleichzeitig ›ja‹ und ›nein‹ sagen zu den technischen Gegenständen, wird dann unser Verhältnis zur technischen Welt nicht zwiespältig und unsicher? Ganz im Gegenteil. Unser Verhältnis zur technischen Welt wird auf eine wundersame Weise einfach und ruhig. Wir lassen die technischen Gegenstände in unsere tägliche Welt herein und lassen sie zugleich draußen, d.h. auf sich beruhen als Dinge, die nichts Absolutes sind, sondern selbst auf Höheres angewiesen bleiben. Ich möchte diese Haltung des gleichzeitigen Ja und Nein zur technischen Welt mit einem alten Wort nennen: die Gelassenheit zu den Dingen.« Heidegger, Martin, Gelassenheit, Pfullingen 1959, S. 24 f
Der Ausdruck findet sich in einer Übersetzung eines Textes von Zhuangzi und ist vielleicht mehr dem Übersetzer Richard Wilhelm geschuldet als Zhuangzi
Liä Dsi, VIII 7
Xenophon, Erinnerungen an Sokrates, S. 35; »Als ich dies hörte«, fügt der Erzähler dieser Begebenheit hinzu, »schien mir Sokrates glücklich zu sein und auch die Zuhörer zum Schönen und Guten hinzuleiten.«
I Ging, S. 265 f mit Erläuterungen
Seneca, IV 105 Brief 92
Seneca, L. Annaeus, Philosophische Schriften, Über die Wohltaten VII, 2,1; Satzbau umgestellt
Leseempfehlungen am Ende des Buches
Seneca, III 272 Brief 71
Nestle, Die Nachsokratiker, II 51 (Chrysippos). Vgl. Lü Bu We: »Vorsichtig sollst du, fast ängstlich sein, und halt immer die Sinne gezügelt. Nicht über Berge strauchelt der Mensch, er stürzt über Ameisenhügel.« Schwarz, S. 274
Nestle, Die Nachsokratiker, I 220
Epikur, S. 120
Epiktet, S. 285, Handbüchlein 5; an anderer Stelle: »… die falschen Werturteile sind es, die den Menschen ängstigen«, Epiktet, Teles und Musonius, S. 123 (I 19)
Mark Aurel, 5,16
Upanishaden, S. 366, Kathaka-Up. 6,14 f
Shankara, S. 43
Seneca, II 211
Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 181 (De tranquillitate animi); im Text steht »vor einem anderen Ausgang« statt »vorm Anderswerden«
Ebd.
Nestle, Die Sokratiker, S. 117 (Krates); derjenige überwindet jede Furcht, der »jede sinnliche Begier von sich weist«, Bhagavadgita, 2,55
»Zeus hat bei jeglichem Tun das Ende vor Augen«, Pohlenz, Gestalten aus Hellas, S. 85. Der Gedanke findet sich in allen antiken Kulturen: »Der Mensch, der sich um Fernes nicht bekümmert, erwartet schon in nächster Nähe Kummer«, Konfuzius, zitiert nach Schwarz, S. 115. Der Unwissende, sagt Buddha, lebt »in Feindschaft mit sich selbst«, indem er Dinge tut, die er später bereut, weil sie ihm großes Leid verursachen; Dhammapada, 66
Im »Hortensius«, zitiert nach Iamblichos, Aufruf zur Philosophie, mit zweisprachiger Ausgabe von Ciceros »Hortensius«, übersetzt von Otto Schönberger, Würzburg 1984, S. 91
Vgl. Platon, Protagoras 358 (Loewenthal): »Zu dem Schlechten entschließt sich niemand freiwillig, noch auch zu dem, was er für etwas Schlechtes hält.«; Xenophon, Erinnerungen an Sokrates, S. 95 f
Platon, Protagoras 357 ff
Bhagavadgita, 2,55
Seneca, III 64, Brief 18; der chinesische Philosoph Xunzi drückt denselben Gedanken so aus: »Auch Menschen, die dem groben Reiz der Dinge verfallen sind und doch in ihrem Herzen nicht von Ärgernissen und Kummer geplagt werden, gibt es nicht … Ebenso wenig gibt es Menschen, die den Gefahren der Außenwelt schon verfallen sind und dennoch keine Furcht empfinden.« Schwarz, S. 236
Epiktet, Teles und Musonius, S. 252
Epikur, S. 163 (105)
Vgl. Rüdiger, S. 166 (Pindar, 5. Isthmische Ode)
Luck, S. 387 (Lukian über Demonax)
Seneca, II 213 (Trostschrift an seine Mutter Helvia)
Schwarz, S. 222; ähnlich in den Upanishaden, wo ein Weiser zum Tod sagt: »Wen lockte Reichtum, der dir sah ins Auge«, Upanishaden, S. 347, Kathaka-Up. 1,27
Epikur, S. 120; »Beachte den Tod nicht«, »sieh ihn als gleichgültig an«, meinte Seneca, denn – wie er zugespitzt formuliert – »haben wir uns der Furcht vor ihm entschlagen, so gibt es nichts Trauriges mehr.« Seneca, III 328 Brief 78
Seneca, III 336 Brief 78
Konfuzius, Gespräche, XIX 17
Liezi, zitiert nach Lin Yutang, Weisheit des lächelnden Lebens, Stuttgart 1979, S. 191 f
Etwa Archilochos, Straub, S. 87: »Weder freu dich in der Freude, noch zergräme dich im Leid übermäßig«; Bhagavadgita, 2,55-57; »Doch sei die Lust nicht Saus und Braus, zuerst bedenkt, was wehe tut.« Shijing (Buch der Lieder), zitiert nach Lyrik des Ostens, hrsg. von Wilhelm Gundert u.a., München 1965, S. 240 (Übersetzung Viktor von Strauß)
Nach Musonius, Nestle, Nachsokratiker II 203: »schöner Fluss des Lebens«
Seneca, I 66 (Vom Zorn I 1); Seneca, I 114 f (Vom Zorn II 12)
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 347
Seneca, I 114 f (Vom Zorn II 12)
Bhagavadgita, 16,21; für die alten Ägypter galt, »wer wegen etwas Unbedeutendem sehr zornig wird, dessen Tod wird hart sein«, Bissing, S. 94
Cicero, III 19
Schwarz, S. 192; »Wenn in der Persönlichkeit sich Zorn und Hass hervortun, so ist sie nicht in der rechten Verfassung«, Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 59
Der Gelbe Kaiser, 3 (26 f)
Bhagavadgita, 16,21
Ilias XVIII 107 ff, zitiert nach Straub, S. 50
Seneca, I 185 (Vom Zorn III 28); Formulierung geringfügig geändert
Snell, Bruno, Die Entdeckung des Geistes, S. 148 (Scholien: Athena selbst sei Sophrosyne); Homer, Il I 207, 210
Homer, Il I 212 ff
Ebd. 216 f
Seneca, I 44 (Von der Unerschütterlichkeit des Weisen)
Seneca, I 135 (Vom Zorn II 31)
»Jede Anwandlung … einer unzufriedenen Stimmung ist Zeichen einer eingetretenen Störung und tiefen inneren Zwietracht.« Seneca, III 242 Brief 66
Seneca, I 153 f (Vom Zorn III 5); statt »Soldaten« steht im Text »Männer«; ähnlich Theophrastos, der Nachfolger des Aristoteles in der Leitung seiner philosophischen Schule: »Verständige Menschen sollten nichts im Zorne tun; denn der Zorn ist etwas Unverständiges und tut nichts mit Bedacht, sondern trunken von Streitsucht überlässt er sich unwillkürlich jedem Triebe.« Nestle, Die Sokratiker, S. 254
Schwarz, S. 184
Seneca, I 153 f (Vom Zorn III 5); »Du zürnest bald dem, bald jenem … Von hier reißt dich die Wut dorthin, und dort wieder anderswohin … O du Unseliger, wann soll es einmal zur Liebe kommen?« Seneca, I 185 (Vom Zorn III 28)
Seneca, I 133 (Vom Zorn II 29)
Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 159
Isokrates, Werke, übersetzt von Adolph Heinrich Christian, Wien 1832, 37 (An Demonicos); Satzbau leicht geändert
Epiktet, Teles und Musonius, S. 190 (III 12); Satz leicht geändert
Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 95 (De capienda ex inimicis utilitate)
Vgl. Xenophon, Erinnerungen an Sokrates, S. 121; Platon, Apologie (Des Sokrates Verteidigung), 38A
Seneca, I 164 f (III 13); Plutarch deutet dasselbe Verhalten des Sokrates dahin, dass er »… übers ganze Gesicht lächelte und milder drein blickte; er schuf sich also ein Gegengewicht in Gestalt eines dem Affekt entgegengesetzten Gebarens.« Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 159 f
Seneca, I 125
Dhammapada, 221
Bissing, S. 94
Zhuangzi, XXIII 1
Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 167 (Rolfes)
Seneca, I 153 f (Vom Zorn III 5)
Seneca, I 116 (Vom Zorn II 14)
Seneca, I 135 (Vom Zorn II 31); Seneca, I 100: auf diese Weise werde »der Zorn durch vernünftige Vorstellungen und Mahnungen zum Weichen gebracht«, eben durch Gesunddenken
Mark Aurel, 2,16
Seneca, I 135 (Vom Zorn II 31)
Aristoteles, Nikomachische Ethik, III 3, VII 7 (Rolfes)
Seneca, I 78
Seneca, I 199 (Vom Zorn III 42)
Kaibara Ekiken, The Way of Contentment, S. 33
Seneca, I 200 (III 43) Vom Zorn (Schluss)
Konfuzius, Gespräche, IV 17
Mark Aurel, 10,30; das Gleiche scheint schon Platon im Auge gehabt zu haben: »Zitiert man sich obendrein immer wieder Platons Wort: ›Bin ich womöglich auch so?‹, wodurch man die Reflexion von außen nach innen kehrt und die Vorwürfe durch Behutsamkeit (aus-)balanciert, dann wird man nicht viel ›Sündenhaß‹ (Zorn) gegen andere aufbieten, wo man doch sieht, wie viel Nachsicht man selbst braucht.« Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 170
Seneca, I 131 (Vom Zorn II 28)
Epiktet, Teles und Musonius, S. 121 (III 20)
Mark Aurel, 9,27
Mark Aurel, 10,30
Seneca, I 85 f Vom Zorn
Seneca, I 109 (Vom Zorn II 10)
Dazu Joachim Bauer, Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone, Hamburg 2015
Mark Aurel, 9,27
Seneca, I 185 (Vom Zorn III 28); Text geringfügig geändert
Seneca, I 153 (Vom Zorn III 5)
Konfuzius, Gespräche, XII 22
Schwarz, S. 119
Das klingt in einem alten japanischen Sprichwort an: »Wenn dich einer beleidigt, so hast du ihn nicht genug geliebt.« Die Weisheit Japans, München 1979, o.S.
Konfuzius, Gespräche, VI 10 (Übersetzung Wilhelm), letzter Halbsatz wörtlich: »aber du beschränkst dich ja von vornherein selber.«
Schwarz, S. 99; sehr radikal und konsequent Buddha: »Den Zorn gib auf … Streif’ alle Daseinsfesseln von dir ab; denn wer nicht mehr an Geist und Körper haftet, dem nichts mehr anhängt, den befällt kein Leiden.« Dhammapada, 221
Mark Aurel, 10,14
Seneca, I 155 (Vom Zorn III 6)
Luck, S. 378
Konfuzius, Gespräche, V 26 (Wilhelm)
Konfuzius, Gespräche, VII 33
Seneca, I 187 (Vom Zorn III 29)
Wörtlich: »Wenn ich Fehler mache, dann wird das von den Leuten ganz sicher bemerkt: das ist mein Glück.« Konfuzius, Gespräche, VII 31
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 152; Konfuzius: Der Weise »denkt in seinen Zorneswallungen mit großem Ernst an das Ungemach, das er damit sich und anderen bereiten könnte.« Konfuzius, Gespräche, XVI 10 (Wilhelm), Satzbau umgestellt
Seneca, I 76
Seneca, I 113 (Vom Zorn II 12); Übersetzung geringfügig geändert
Ebd.
Seneca, I 114 (Vom Zorn II 12)
Seneca, I 165 f (Vom Zorn III 13)
Seneca, I 193 f (Vom Zorn III 36); ebenso schon die Pythagoreer ein halbes Jahrtausend vor Seneca: »Lass den Schlaf nicht zu deinen sanften Augen kommen, ehe du jedes der Werke des Tages dreimal durchdacht hast: »Worin habe ich gefehlt? Was habe ich getan? Was habe ich versäumt?« Sog. »Goldenen Verse«, http://www.zeitenschrift.com/news/sn-13704-goldeneverse.ihtml, Ebener Dietrich, Griechische Lyrik, Sonderausgabe, Bayreuth 1985
Musonius Rufus, zitiert nach Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 157 (De cohibenda ira, Therapie des Zorns)
Cicero, III 27; Satzbau geringfügig geändert
Schwarz, S. 297; vgl. Goethe: »Man hat mich immer als einen vom Glück besonders Begünstigten gepriesen; auch will ich mich nicht beklagen und den Gang meines Lebens nicht schelten. Allein im Grunde ist es nichts als Mühe und Arbeit gewesen, und ich kann wohl sagen, dass ich in meinen fünfundsiebzig Jahren keine vier Wochen eigentliches Behagen gehabt.« Eckermann 27.1.1824, zitiert nach Goethe erzählt sein Leben, hrsg. von Hans Egon Gerlach und Otto Herrmann, Hamburg 1949, S. 477
Christoph Horn, S. 24 (epimeleia tês psychês: Platon, Apologie 29e; 30b; psychês therapeia: Platon, Laches 185e f)
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 151; im Text steht der »Edle« statt der »Weise«. Anm. Wilhelm: »Hier haben wir das pädagogische Ideal des Konfuzianismus: 1. Übernahme des Traditionsstoffes in möglichster Umfassendheit. 2. Aktive Anwendung des Gelernten im engen Kreis (Üben). 3. Verständnisvolles Durchdringen zu den Prinzipien, die zugrunde liegen. 4. Nun kommt es darauf an, eine Stellung zu finden, um den so angeeigneten Lehren Einfluss auf die Menschheit zu verschaffen. 5. Zu dem ›fortiter in re‹ (hart in der Sache) kommt dann als Abschluss das ›suaviter in modo‹ (milde in der Form).« Ebd., S. 408
Mong Dsi, IV B 28 (94); Text geringfügig geändert
Luck, S. 112
Epikur, S. 82
Schwarz, S. 236 (Xunzi)
Cicero, IV 14
Dhammapada, 225
Konfuzius, Gespräche, XII 4; im Text steht statt der »Weise« der »Edle«
Seneca, I 50 (Von der Unerschütterlichkeit des Weisen); Cicero meint, dass der »schlimme Begriff des Kummers … in keiner Weise mit der Weisheit verbunden sein und, um es so zu sagen, nicht mit ihr zusammen wohnen kann.« Er hatte einen sehr weiten Begriff von Kummer und fasste darunter »Neid und die Eifersucht und die Missgunst, das Mitleid, die Sorge, das Leid, dann Traurigkeit, Grübeln, Jammern, Besorgnis, Schmerz, Ärgern, Niedergeschlagenheit und Verzweiflung.« Cicero, III 83
Brunner, S. 326 (Papyrus Insinger); ähnlich Seneca, der einmal davon spricht, dass die Kümmernisse »am Herzen nagen«, Seneca, III 345 Brief 80
Liä Dsi, VI 6; eine Seele, in der »sich Kummer und Sorge hervortun, ist nicht in der rechten Verfassung.« Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 59
Lukrez, Von der Natur der Dinge, übersetzt von Karl Ludwig von Knebel, nach der 2. Auflage, Leipzig 1831, Frankfurt am Main 1960, zitiert nach Buch (röm. Ziff.) und Vers (arab. Ziff.), II 7 ff ; im Text steht »entfernet« statt »entfernt«
Cicero, III 23
Cicero, III 24; »Meinen« übersetzt Kirfel mit »Vorstellungen«, im Original steht lat. opini
Cicero, III 72
Mark Aurel, 4,3
Upanishaden, S. 347, Kathaka-Up. 1,26–28
Luck, S. 378
Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 179 (De tranquillitate animi)
Hesiod, Werke und Tage, 174 ff
Zhuangzi, XVIII 1; und an anderer Stelle: »Unaufhaltsam wie das Sterben im Herbst und Winter zehren sie täglich immer mehr ihre Kraft aus. Sie ertrinken in ihren Taten, also dass jede Umkehr für sie unmöglich wird. Sie sind zur Unfreiheit verdammt, wie mit Stricken gebunden; so sind sie eingefahren in ihre alten Geleise.« Zhuangzi, II 2 (54)
Katha-Up. 1,3,1–5, zitiert nach Easwaran Eknathan, S. 127
Seneca, III 344 f Brief 80; obgleich unvorstellbar reich, hat Seneca das Übel der Welt am eigenen Leib schmerzhaft erfahren müssen, als er für sieben Jahre auf die seinerzeit sehr unwirtliche Insel Korsika verbannt wurde und von allem kulturellen Leben abgeschnitten war.
Epiktet, Teles und Musonius, S. 293 (Musonius Rufus)
Luck, S. 338
Cicero, III 33
Cicero, III 35
Bissing, S. 143; ähnlich Gilgamesch-Epos, 10. Tafel
Xenophon, Erinnerungen an Sokrates, S. 69 f
Plutarch, Lebensklugheit und Charakter, S. 184 (De tranquillitate animi)
Rüdiger, S. 108; Sokrates: »Ja, das Trinken ist mir auch recht, ihr Freunde, weil in der Tat der Wein, wenn ihm die Ziele gesetzt (maßvoll genossen wird!), alle Kümmernisse, wie Mandragora (Alraune) die Menschen, einwiegt und alle Herzlichkeit, wie Öl die Flamme, weckt.« Xenophon, Das Gastmahl, S. 19; die Alraune ist traditionell eine Ritual- und Zauberpflanze
Hesiod, Theogonie, 96 ff
Seneca, IV 201 f Brief 101
Luck, S. 237 (Bion von Borysthenes)
Brunner, S. 326 f (Papyrus Insinger)
Die Zeit ist »zwar eine langsam wirkende Medizin, aber doch eine bedeutende …«, Cicero, III 35
I Ging, S. 43 f
Zhuangzi, XXVI 9 (288)
Seneca, II 166 f (9) (Trostschrift für Polybius)
Seneca, III 64 Brief 18
Zhuangzi, XVI 4
Schwarz, S. 97 (Zhuangzi); nach modernen psychosomatischen Theorien lebt unser Organismus in ständigen Anpassungsprozessen. Je besser es uns gelingt, uns an die jeweilige Situation seelisch-körperlich anzupassen, »mitzuschwingen«, umso gesünder leben wir, Christian Schubert, Der verletzliche Mensch biopsychosozial – Erkenntnis der Psychoneuroimmunologie, Vortrag vor der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie, Lindau 26.–30.10. 2014
Upanishaden, S. 322, Maha-Narayana-Up. 10, 23; vgl. Chandogya-Up. 8,1
Mundaka-Up. 3,1,1–2, zitiert nach Easwaran Eknathan, S. 161
Chandogya 7,26.2, zitiert nach Easwaran Eknathan, S. 257
Paramanhamsa-Up. 1–2, zitiert nach Easwaran Eknathan, S. 325 f
Bissing, S. 83
Katha-Up. 1,2,20–21, zitiert nach Easwaran Eknathan, S. 125
Seneca, L. Annaeus, Philosophische Schriften, Über die Wohltaten VII, 2,4; Sätze umgestellt. Der Weise »sucht nicht dem Glück zuvorzukommen noch dem Unglück zu begegnen … er tut ab Vorsätze … Sein Leben ist wie Schwimmen … Er macht sich keine Sorgen und schmiedet keine Pläne …«, Zhuangzi, XV
Konfuzius, Schulgespräche, 20,2
Schwarz, S. 97 (I Ging)
Laotse, 19
Horaz, S. 193 (Briefe I 18, Verse 96 ff)
Konfuzius, Gespräche, XII 4; im Text steht statt der »Weise« der »Edle«; bei Schwarz heißt es »Fehl« für »Böses«
Horaz, S. 193 (Briefe I 18, Verse 96 ff)
Seneca, II 123 (Von der Kürze des Lebens, Kap. 7)
Epikur, S. 100
Cicero, III 74
Cicero, III 82
Patañjali, I 30-32
Seneca, II 106 f (Von der Gemütsruhe)
Zitiert nach Schadewaldt, III 336
griech. homologumenos zen
Platon, Staat 423 d
So auch Platon, Staat 444 d f; Gesetze 628 f
Pohlenz, Stoa und Stoiker, S. 158 f
Aristoteles, Nikomachische Ethik, IX 8; zum Ganzen Horn, Antike Lebenskunst, S. 230
Konfuzius, Schulgespräche, 37,1; statt »Weiser« steht im Text »Edler«
Zhuangzi, XXII 10; Text geringfügig geändert
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 95; statt »Weiser« steht im Text »Edler«
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 34; Text geringfügig geändert
Seneca, II 75 (Von der Gemütsruhe); das Dichterzitat stammt von Lukrez, Von der Natur der Dinge, III 1066
Seneca, III 303 Brief 74
Seneca, IV 283 Brief 115
Seneca, IV 219 Brief 104
Bissing, S. 124 f
Upanishaden, S. 251 f, Chandogya-Up. 8,1,1-6, Klammerzusätze vom Übersetzer
Easwaran Eknathan, S. 101, Kena-Up. 2,2-5
Nestle, Die Nachsokratiker, S. 217
Mark Aurel, 12,3
Seneca, IV 76 Brief 89
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 338
Seneca, IV 321 Brief 120. »Das ist die höchste Forderung an die Weisheit und zugleich ihr Kennzeichen … dass der Mensch also durchweg sich selbst gleicht und der nämliche sei … Was ist Weisheit?«, fragt Seneca. »Immer dasselbe wollen und dasselbe nicht wollen.« Seneca, III 69 f Brief 20, Letzteres nach Sallust; im Text steht »Mann« statt »Mensch«
Seneca, IV 76 Brief 89
Seneca, III 117 Brief 31
Seneca, IV 283 Brief 115
Mundaka-Up. 3,1,1–2, zitiert nach Easwaran Eknathan, S. 161
Deshalb liebte Schopenhauer die altindische Philosophie so sehr, weil sie die Welt und den Menschen – jedenfalls den unerleuchteten – auf sein Wollen und seine Vorstellungen reduzierte. Sein Hauptwerk: »Die Welt als Wille und Vorstellung«.
Patañjali, I, 2–4 (21)
In »Sein und Zeit« beschreibt Heidegger den gleichen Sachverhalt als ein Weltversinken und die Erfahrung des Nichts, die uns die Möglichkeit gibt, uns zu unserem »eigentlichen« Sein zu entschließen.
Patañjali, II 5, S. 89
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 202
Zhuangzi, XXIV 4 (261 f)
Zhuangzi, XXIII 2; Satzbau angepasst
Mong Dsi, VI A 10 (135)
Pohlenz, Stoa und Stoiker, S. 158 f
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 95
Schwarz, S. 213; Satzbau geändert
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 338
Zhuangzi, XXV, 6 (275)
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 95
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 56
Konfuzius, Gespräche, XV 27 (Schwarz)
Zhuangzi, XXVI 8 (288)
Seneca, I 52 (Von der Unerschütterlichkeit des Weisen)
Seneca, III 127 Brief 35
Aristoteles, Einführungsschriften, S. 112 f
Schwarz, S. 334 f
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 37
Pohlenz, Stoa und Stoiker, S. 159
Mark Aurel, 2,8 (Ü. Nickel)
Aristoteles, Nikomachische Ethik, II 9. »Denn die, welche sich selber kennen, wissen, was für sie gut ist … diejenigen aber, welche sich nicht selbst kennen … täuschen sich in allen, sie verfehlen das Nützliche und geraten ins Übel.« Xenophon, Erinnerungen an Sokrates, S. 121
Mong Dsi, VI B 15 (154)
Seneca, I 15 (Von der Vorsehung)
Ähnlich Horkheimer/Adorno, Dialektik der Aufklärung, Frankfurt a.M. 1971, S. 45 f
»Odysseus und seine Irrfahrten sind ein Bild für die von der Klugheit zu vermeidenden sittlichen Verirrungen des Menschenlebens«, Herakleitos von Lesbos, zitiert nach Nestle, Die Nachsokratiker, I 76; »Die Odyssee ist ein schöner Spiegel des menschlichen Lebens«, Alkidamas, in Nestle, Die Vorsokratiker, S. 195; ähnliche Bemerkungen finden sich bei Sokrates, Seneca, Stesimbrotos von Thasos u.a.
Homer, Od. 1,1 ff
Zitiert nach Schadewaldt, III 336
Ebd.
Pindar, Siegeslieder, Deutsche Übertragungen, zusammengestellt von Uvo Hölscher, Hamburg 1962, S. 53
Epiktet, Teles und Musonius, S. 168 (IV 1)
Katha-Up 1,2,9, zitiert nach Easwaran Eknathan, S. 122
Luck, S. 123
Buch der Riten, Sitten und Gebräuche, S. 298; ob sich die Formulierung auf die Freundschaft bezieht, ist allerdings nicht klar
Durant, 7,297
Brunner, S. 127
Zhuangzi, XI 3
Mark Aurel, 6,11
Upanishaden, S. 263, Chandogya-Up. 8,11,1
Kaibara Ekiken, in Brüll, S. 172. »Dann vor allem ziehe dich in dich selbst zurück«, meint Seneca, »wenn du genötigt bist, unter der Menge zu leben.« Seneca, III 96 Brief 25
Zhuangzi, XXIII 3
Seneca, III 15 ff Brief 7
Bhagavadgita, 5,21
Zhuangzi, XXII 5
Seneca, II 115 f (2)
Mark Aurel, 4,3
Luck, S. 22
Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), Artikel Leidenschaft
Ihre Grundgedanken haben der Stoa, nach Wilhelm Diltheys Wort, »den stärksten und dauerndsten Einfluss verschafft, den je eine philosophische Ethik hat erringen können«, Pohlenz, Stoa und Stoiker, S. VII
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