Markus Heitz
Weihnachtsmarkt
Ein Winterthriller
Knaur e-books
Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Kein anderer Autor wurde so oft wie er mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet, weshalb er zu Recht als Großmeister der deutschen Fantasy gilt. Mit der Bestsellerserie um »Die Zwerge« drückte er der klassischen Fantasy seinen Stempel auf und eroberte mit seinen Werwolf- und Vampirthrillern auch die Urban Fantasy. Markus Heitz lebt in Homburg.
Herbert Nonnenmacher ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und als solcher sich der Verantwortung und Gefahren bewusst, die Status und Neid mit sich bringen – besonders wenn man in einem kleinen Ort wohnt, wo alle alles wissen und nichts vergessen wird. Trotzdem will er es sich nicht nehmen lassen, zum alljährlichen Weihnachtsmarkt zu gehen, und die Feststimmung zu genießen. Wer konnte damit rechnen, dass – selbst in Begleitung zweier Bodyguards – das Fest der Liebe zu seinem Verhängnis werden würde?
eBook-Ausgabe 2013
Knaur eBook
© 2013 Droemer Verlag
Ein Unternehmen der Droemerschen Verlagsanstalt
Th. Knaur Nachf. GmbH & Co. KG, München
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise –
nur mit Genehmigung des Verlags wiedergegeben werden.
Redaktion: Johannes Engelke
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München
Umschlagabbildung: FinePic®, München
ISBN 978-3-426-43135-1
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Es war klirrend kalt, als Herbert Nonnenmacher gegen frühen Abend seine Villa verließ und mit langen Schritten über die schwach beleuchtete Straße zum Marktplatz eilte.
Ihm folgten zwei Leibwächter, groß gebaut, kräftig und bewaffnet, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Die langen schwarzen Mäntel ließen sie noch breiter erscheinen, als die Männer es ohnehin schon waren.
Herbert verließ die eigenen Wände, die wesentlich mehr als vier und auf der ganzen Welt verteilt waren, in den letzten Jahren nur noch mit Bodyguards. Zum einen fürchtete er eine Entführung, denn die vielen Millionen auf seinem Konto weckten bei skrupellosen Seelen Begehrlichkeiten, zum anderen konnte er nicht von sich behaupten, ein besonders beliebter Mann zu sein.
Sein Vermögen hatte er nicht geschenkt bekommen. Es gab Menschen, die ihm Bomben schickten, es gab Menschen, die ihm vergiftete Pralinen sandten, und es gab sogar Menschen, die ihn mit Benzin übergießen und anstecken würden, bekämen sie die Gelegenheit dazu.
Aber es gab nun mal diesen einen Termin im Jahr, den er niemals und unter keinen Umständen verpasste: der Weihnachtsmarkt von Sankt Nikolaus.
Es war nicht einer von diesen neumodischen Märkten, die seelenlos und beliebig pünktlich zum ersten Advent aus dem Boden schossen, um den rührselig gestimmten Besuchern das Geld mit billigem Glühwein und Plätzchen aus dem Ramschladen aus der Tasche zu ziehen.
Sein Heimatdorf Sankt Nikolaus, in dem er stets Weihnachten verbrachte, zelebrierte die Veranstaltung seit hundert Jahren, an einem bestimmten Wochenende.
Sicherlich hatte sich das Umfeld im Laufe der Jahre geändert, aber die Stände wurden seit jeher von den örtlichen Vereinen besetzt, die Kinderchöre von Schule und Kita sangen, jeder kannte jeden auf dem großen Platz mit dem gewaltigen, geschmückten Baum in der Mitte – kurz gesagt: Tradition.
Und dafür stand eben auch Herbert, mit seinen vierundsechzig Jahren, seiner Ahnengalerie und seinem Erfolg. Und natürlich für seine harte Linie.
Schon von weitem roch es nach Glühwein, nach dem Feuer, auf dem Maronen gegart wurden, nach Zimt und gebrannten Mandeln. Die zarten Stimmchen eines Kinderchors erfüllten die Luft, und die benachbarte Kirche ließ die Glocken dazu erklingen, so dass Herbert von oben bis unten von adventlichen Glücksgefühlen durchströmt wurde.
Deswegen liebte er Sankt Nikolaus!
»Meine Herren, mit was fangen wir a–«
Sein Handy fuhr bimmelnd mitten in seine heimelige Stimmung und brachte sie fast um. Herbert riss das Smartphone regelrecht aus dem Mantel. Die Nummer gehörte Paschulke, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der PRAKTIKA AG, der hochpreisigen Baumarktkette, die zur MYTRO-Gruppe gehörte. Wenn »Big Pee« anrief, war die Kacke am Dampfen.