Cover

Manfred Geier

Aufklärung

Das europäische Projekt

Rowohlt Digitalbuch

Inhaltsübersicht

Über Manfred Geier

Manfred Geier, geboren 1943, lehrte viele Jahre Sprach- und Literaturwissenschaft an den Universitäten Marburg und Hannover. Jetzt lebt er als freier Publizist und Privatdozent in Hamburg. Buchveröffentlichungen: «Kants Welt. Eine Biographie» (2003), «Worüber kluge Menschen lachen» (2006), «Die Brüder Humboldt. Eine Biographie» (2009). Außerdem mehrere Bände in der Reihe rowohlts enzyklopädie sowie die Rowohlt-Monographien «Karl Popper», «Martin Heidegger» und «Der Wiener Kreis».

Über dieses Buch

Seit nunmehr dreihundert Jahren findet der Kampf um Aufklärung und Menschenrechte statt. Als Epochenbegriff im engeren Sinne umfasst die europäische Aufklärung nicht zufällig das Jahrhundert zwischen der Glorreichen Revolution in England und der großen Französischen Revolution. Sie ist eine philosophische und politische Programmidee, die bis heute nichts von ihrer kämpferischen Energie verloren hat.

In diesem Buch spannt Manfred Geier den Bogen von den Begründern der Aufklärung – John Locke, Immanuel Kant, Moses Mendelssohn, Jean-Jacques Rousseau und Denis Diderot – zu den Vertretern aufgeklärten Denkens in unserer Zeit wie Hannah Arendt und Karl Popper, Jürgen Habermas und Jacques Derrida.

Die ungebrochene Aktualität der Aufklärung dokumentieren nicht nur die grauenvollen totalitären Rückfälle, die vor allem im 20. Jahrhundert stattgefunden haben. Auch gegenwärtig hat das Projekt Aufklärung auf dramatische Weise an globaler Relevanz gewonnen – man denke nur an die fortdauernden Konflikte mit neuen Formen des religiös-politischen Fundamentalismus.

Eine dramatische Geschichte des aufklärenden Denkens – und ein Plädoyer für Toleranz und Vernunft in unserer Zeit.

Impressum

Rowohlt Digitalbuch, veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, Januar 2012

Copyright © 2012 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt, jede Verwertung bedarf der Genehmigung des Verlages

Lektorat Uwe Naumann

Umschlaggestaltung ANZINGER | WÜSCHNER | RASP, München

(Abbildungen: ddpimages/AP; akg-images; ullstein bild – Fondation Horst Tappe)

Schrift DejaVu Copyright © 2003 by Bitstream, Inc. All Rights Reserved. Bitstream Vera is a trademark of Bitstream, Inc.

ISBN Buchausgabe 978-3-498-02518-2 (1. Auflage 2012)

ISBN Digitalbuch 978-3-644-01611-8

www.rowohlt-digitalbuch.de

ISBN 978-3-644-01611-8

Anmerkungen

1

Als systematische Darstellungen der Aufklärung vgl.: Alt, Peter André: Aufklärung. Stuttgart–Weimar 1996; Cassirer, Ernst: Die Philosophie der Aufklärung. Tübingen 1932; Faulstich, Peter: Aufklärung, Wissenschaft und lebensentfaltende Bildung. Geschichte und Gegenwart einer großen Hoffnung der Moderne. Bielefeld 2011; Gay, Peter: Enlightenment. Two Volumes. London 1967; Hardtwig, Wolfgang (Hg.): Die Aufklärung und ihre Weltgeltung. Göttingen 2010; Hazard, Paul: Die Herrschaft der Vernunft. Das europäische Denken im 18. Jahrhundert. Hamburg 1949; Kondylis, Panajotis: Die Aufklärung im Rahmen des neuzeitlichen Rationalismus. Stuttgart 1981; Meyer, Annette: Die Epoche der Aufklärung. Berlin 2010; Möller, Horst: Vernunft und Kritik. Deutsche Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert. Frankfurt am Main 1986; Schneiders, Werner (Hg.): Lexikon der Aufklärung. Deutschland und Europa. München 1995; Schneiders, Werner: Das Zeitalter der Aufklärung. München 1997.

2

Zur Biographie von John Locke vgl. Peter King: The Life and Letters of John Locke. Two Volumes. London 1830. Reprint New York 1972; Henry Richard Fox Bourne: The Life of John Locke. London 1876. Reprint Aalen 1969; Maurice Cranston: John Locke. Oxford–New York 1985; Udo Thiel: John Locke. Reinbek bei Hamburg 1990; Roger Woolhouse: Locke. A Biography. Cambridge 2007. Einführungen in die Gedanken Lockes bieten: Rainer Specht: John Locke. München 2007, 2. Aufl.; Walter Euchner: John Locke zur Einführung. Hamburg 1996.

3

Zur Biographie vgl. Louise Fargo Brown: The First Earl of Shaftesbury. New York 1933.

4

Vgl. John Locke: An Essay on Toleration. In: Political Essays. Hg. von M. Goldie. Cambridge 1997, S. 134–159. Vgl. dazu Rainer Forst: Toleranz im Konflikt. Frankfurt am Main 2003, S. 283–286.

5

John Locke: Sendschreiben an den Leser. In: John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. Band I. Hamburg 1981, 4. Aufl., S. 7.

6

Vgl. Roger Woolhouse: Locke, a.a.O., S. 88.

7

John Locke: Drafts for the Essay Concerning Human Understanding and other Philosophical Writings. Hg. von Peter H. Nidditch und G. A. J. Rogers. Three Volumes. Vol. I: Draft A and B. Oxford 1990.

8

Vgl. zur politischen Philosophie bes. John Dunn: The Radical Thought of John Locke. A Historical Account of the «Two Treatises of Government». Cambridge 1969; Richard Ashcraft: Locke’s Two Treatises of Government. London 1987; Peter Laslett: Introduction. In: John Locke: Two Treatises of Government. Cambridge 1988, S. 3–126; Frank Hugelmann: Die Anfänge des englischen Liberalismus. John Locke und der first Earl of Shaftesbury. Frankfurt am Main – Bern – New York – Paris 1992.

9

John Locke: Zweite Abhandlung über die Regierung. Frankfurt am Main 2007, S. 11f. – Vgl. dazu Robert Filmer: Patriarcha and Other Writings. Hg. von Johann P. Sommerville. Cambridge 1991.

10

J. Locke: Zweite Abhandlung über die Regierung, a.a.O., S. 13.

11

Ebd., S. 103. Zu dieser naturrechtlichen Güterlehre vgl. Walter Euchner: Naturrecht und Politik bei John Locke. Frankfurt am Main 1979.

12

J. Locke: Zweite Abhandlung über die Regierung, a.a.O., S. 14. Zu Lockes Begründung der Menschenrechte vgl. Reinhard Brandt: Menschenrechte und Güterlehre. In: R. Brandt (Hg.): Rechtsphilosophie der Aufklärung. Berlin – New York 1982, S. 79–106; Siegfried König: Zur Begründung der Menschenrechte: Hobbes – Locke – Kant. Freiburg – München 1994. Zu Locke S. 117–185.

13

J. Locke: Zweite Abhandlung über die Regierung, a.a.O., S. 173. Vgl. Richard Ashcraft: Revolutionary Politics and Locke’s Two Treatises of Government. Princeton, N. J., 1986.

14

Zit. bei Udo Thiel: John Locke, a.a.O., S. 50.

15

John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. Band I. Hamburg 1981, 4. Aufl., S. 22.

16

Ebd., S. 23.

17

Ebd., S. 28.

18

Ebd., S. 24.

19

Ebd., S. 26.

20

John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. Band II. Hamburg 1988, S. 395.

21

Ebd., S. 401.

22

Ebd., S. 409.

23

Ebd., S. 407.

24

John Locke: Ein Brief über Toleranz. Übersetzt, eingeleitet und in Anmerkungen erläutert von Julius Ebbinghaus. Hamburg 1996, S. 3. Vgl. Günter Gawlik: Lockes Theorie der Toleranz. In: Lothar Kreimendahl (Hg.): John Locke. Aspekte seiner theoretischen und praktischen Philosophie. Hamburg 2006, S. 179–199.

25

John Locke: Ein Brief über Toleranz, a.a.O., S. 19.

26

Ebd., S. 11.

27

Ebd., S. 27.

28

Ebd., S. 107.

29

Ebd., S. 93f.

30

Ebd., S. 95.

31

John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. Band II. Hamburg 1988, S. 119–144.

32

Ebd., S. 123.

33

John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. Band I. Hamburg 1981, 4. Aufl., S. 9.

34

Ebd., S. 10.

35

John Locke: Zweite Abhandlung über die Regierung. Frankfurt am Main 2007, S. 194.

36

Ebd., S. 193.

37

John Locke: Gedanken über Erziehung. Stuttgart 2007, S. 4.

38

Ebd., S. 268.

39

Ebd., S. 7.

40

Ebd.

41

Ebd., S. 268.

42

John Locke’s Reasonableness of Christianity (Vernünftigkeit des biblischen Christentums). Hg. von Leopold Zscharnack. Gießen 1914, S. 1.

43

Ebd.

44

Ebd., S. 87.

45

John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. Band I, a.a.O., S. 11.

46

John Locke: Über den richtigen Gebrauch des Verstandes. Hamburg 1978, S. 4.

47

Zit. nach Udo Thiel: John Locke, a.a.O., S. 134.

48

Zu den frühen Ausformulierungen der Menschenrechte in den Verfassungen mehrerer amerikanischer Staaten vgl. die Sammlung von Bernard Schwartz: The Bill of Rights. A Documentary History. Two Volumes. New York 1971.

49

Die Abschnitte der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 und der französischen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte vom 26. August 1789 zit. nach den Übersetzungen in Karl Peter Fritzsche: Menschenrechte. Eine Einführung mit Dokumenten. Paderborn – München – Wien – Zürich 2009, 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage, S. 211 bzw. S. 217. Vgl. zur gesamten Problematik Roman Schur (Hg.): Zur Geschichte der Erklärung der Menschenrechte. Darmstadt 1964; Fritz Hartung: Die Entwicklung der Menschen- und Bürgerrechte von 1776 bis zur Gegenwart. Göttingen – Berlin – Frankfurt 1972, 4. Aufl.

50

John Locke: Über den richtigen Gebrauch des Verstandes, a.a.O., S. 59.

51

Ebd., S. 60.

52

Christian Wolff: Rezension zu den Posthumous Works of Mr. John Locke (1706). In: Acta Eruditorum (Leipzig). Januar 1708, S. 40–45. Erwähnt in Christian Wolff: Gesammelte Werke. III. Abteilung. Materialien und Dokumente. Band 1. 2. Hildesheim – New York 1977, S. 193. Vgl. Michael Albrecht: Kants Kritik der historischen Erkenntnis – ein Bekenntnis zu Wolff? In: Studia Leibnitiana 14 (1982), S. 1–24.

53

Diesen «Diskurs» hat Wolff seiner lateinischen Logik von 1728 vorangestellt. In: Christian Wolff: Gesammelte Werke. II. Abteilung. Lateinische Schriften. Band 1. 1. Philosophia rationalis sive Logica. Hildesheim – Zürich – New York 1983. Vgl. bes. §§ 8, 9, 50. Vgl. zur Unterscheidung zwischen historischer und philosophischer Erkenntnis auch Norbert Hinske: Aufklärung über Aufklärung. In: Studia Leibnitiana 8 (1976), S. 120–127, S. 123f.

54

Vgl. Alois Winter: Selbstdenken – Antinomien – Schranken. Zum Einfluß des späten Locke auf die Philosophie Kants. In: Aufklärung 1 (1986), S. 27–66. Erwähnt werden u.a. die «Vernunftlehre» (1752) von Georg Friedrich Meier; die «Vernunftlehre» (1765) von Hermann Samuel Reimarus; «Neues Organon oder Gedanken über die Erforschung und Bezeichnung des Wahren» (1764) von Johann Heinrich Lambert; die «Anleitung des menschlichen Verstandes» (1780) von Gotthilf Samuel Steinbart, der sein Buch 1781 mit einem Begleitbrief an Immanuel Kant überbringen lässt.

55

Ludwig Ernst Borowski: Leben und Charakter Immanuel Kants. In: Felix Gross (Hg.): Immanuel Kant. Sein Leben in Darstellungen von Zeitgenossen. Darmstadt 1993, S. 14. Zum Verhältnis zwischen Kant und Knutzen vgl. Manfred Geier: Kants Welt. Reinbek bei Hamburg 2003, S. 39ff.

56

Immanuel Kants neue Anmerkungen zur Erläuterung der Theorie der Winde, wodurch er zugleich zu seinen Vorlesungen einladet. In: Kant’s gesammelte Schriften. Hg. von der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften. Band I. Berlin 1910, S. 492. Zu Locke und Kant vgl. Martyn P. Thompson (Hg.): John Locke und Immanuel Kant. Historische Rezeption und gegenwärtige Relevanz. Berlin 1991.

57

Immanuel Kant: Werke in sechs Bänden. Hg. von Wilhelm Weischedel. Band VI, S. 53.

58

Kant: Werke III, S. 283. Noch in seiner «Anthropologie» wird Kant 1798 darauf hinweisen, dass für denkende Menschen die drei folgenden Maximen, die zur Weisheit führen, als unwandelbare Gesetze gelten: «1. Selbst denken; 2. Sich (in der Mitteilung mit Menschen) in die Stelle jedes anderen zu denken; 3. Jederzeit mit sich selbst einstimmig zu denken.» Werke VI, S. 549.

59

James L. Axtell (Hg.): The Educational Writings of John Locke. Cambridge 1968; John Locke: Gedanken über Erziehung. Stuttgart 2007.

60

Benjamin Rand (Hg.): The Life, Unpublished Letters, and Philosophical Regimen of Anthony, Earl of Shaftesbury. London 1900, S. 25. Zur Biographie vgl. Robert Voitle: The Third Earl of Shaftesbury. 1671–1713. Baton Rouge – London 1984.

61

John Locke: Gedanken über Erziehung, a.a.O., S. 5.

62

Ebd.

63

Ebd., S. 7.

64

Juvenal: Satiren. Hg. und mit Anmerkungen versehen von Joachim Adamitz. München 1993, S. 229.

65

John Locke: Gedanken über Erziehung, a.a.O., S. 33.

66

Zit. bei Roger Woolhouse: Locke. A Biography. Cambridge 2007, S. 97.

67

John Locke: Gedanken über Erziehung, a.a.O., S. 169.

68

Ebd., S. 172.

69

Ebd., S. 173.

70

Ebd., S. 175.

71

Vgl. John Locke: Über den richtigen Gebrauch des Verstandes (1697). Hamburg 1978.

72

John Locke: Gedanken über Erziehung, a.a.O., S. 89.

73

Zit. bei Benjamin Rand (Hg.): The Life, Unpublished Letters, and Philosophical Regimen, a.a.O., S. 274.

74

Lawrence E. Klein: Shaftesbury and the culture of politeness. Moral discourse and cultural politics in early eighteenth-century England. Cambridge 1994, S. 8.

75

Ashley to Locke. In: Esmond S. de Beer (Hg.): The Correspondence of John Locke. In Eight Volumes. Oxford 1976–1989. Vol. 5, S. 153.

76

Zit. nach F. A. Uehlein: Kosmos und Subjektivität. Freiburg–München 1976, S. 247.

77

Ebd.

78

Horaz: Satiren I, 1, 27. Zitiert von Shaftesbury in: Eine Untersuchung über Tugend und Verdienst. Unautorisierte Ausgabe London 1699. Erstausgabe, in korrigierter und vollständiger Fassung London 1711. In: Anthony Ashley Cooper. Third Earl of Shaftesbury. Standard Edition. Complete Works, selected Letters and posthumous Writings. Stuttgart 1981ff. Band II. 3, S. 43–162. Im Folgenden abgekürzt als SE (Standard Edition).

79

SE II. 3, S. 47.

80

SE II. 3, S. 70.

81

Vgl. B. Rand (Hg.): The Life, Unpublished Letters, and Philosophical Regimen, a.a.O., S. 403f.

82

Shaftesbury: Sensus Communis. Ein Versuch über die Freiheit von Witz und Laune. In: SE I. 3, S. 9–129.

83

Ebd., S. 19.

84

Lawrence E. Klein: Shaftesbury and the culture of politeness, a.a.O., S. 3.

85

John Locke: Gedanken über Erziehung, a.a.O., S. 176f.

86

John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand. Hamburg 1988, S. 403 (Viertes Buch. Kapitel XVIII).

87

Vgl. zur Wortgeschichte von «Enthusiasm» Susie I. Tucker: Enthusiasm. A study in semantic change. Cambridge 1972. In den religiösen Kontroversen im England des 17. Jahrhunderts wird das Wort zunächst negativ verstanden: unvernünftiger Eifer, irrtümlich angenommene übernatürliche Inspiration. Der spöttische Sinn wird in der deutschen Übersetzung «Schwärmerei» deutlich. Doch schon bei Shaftesbury deutet sich eine positivere Bewertung an. In seinen «Vermischten Betrachtungen» (Miscellaneous Reflections) geht er auch von der Erfahrung aus, «dass wir alle etwas von diesem Grundtrieb (principle) in uns haben», der uns produktiv über unsere Begrenzungen hinaus heben kann. Ohne einen solchen Enthusiasmus wäre die Welt nur eine trübe Angelegenheit und das Leben nur ein trauriger Zeitvertreib. Vgl. SE I. 2, S. 55.

88

J. Locke: Versuch über den menschlichen Verstand, a.a.O., S. 407.

89

Ebd., S. 407.

90

SE I. 1, S. 381.

91

SE I. 1, S. 387.

92

SE I. 1, S. 397.

93

SE I. 1, S. 413.

94

Ebd.

95

SE I. 1, S. 415.

96

Ebd.

97

SE I. 1, S. 417.

98

Ebd.

99

SE I. 1, S. 339.

100

Ebd.

101

Ludwig Tieck hat die blutige Geschichte der Kamisarden zum Anlass für einen historischen Roman genommen, mit dem er sich entschieden für Toleranz einsetzt: Der Aufruhr in den Cevennen (1826). Reinbek bei Hamburg 1987.

102

SE I. 1, S. 339.

103

SE I. 1, S. 341.

104

SE I. 1, S. 319.

105

Zu den Titeln dieser Gegenschriften vgl. Robert Voitle: The Third Earl of Shaftesbury. Baton Rouge – London 1984, S. 327, Anm.

106

Zum kulturpolitischen Streit über die aufklärerischen Versuche, mit religiösen Überzeugungen Spott zu treiben, vgl. John Redwood: Reason, Ridicule and Religion. The Age of Enlightenment in England 1660–1750. London 1976. Zur Stellung Shaftesburys in der langen Geschichte des philosophischen Humors, gegen den von Anfang an immer wieder philosophische Widerstandslinien gezogen worden sind, vgl. Manfred Geier: Worüber kluge Menschen lachen. Reinbek bei Hamburg 2006. Zu Shaftesburys Spott im Rahmen der Aufklärung S. 116–125.

107

SE I. 1, S. 345.

108

Als 1988 «Die satanischen Verse» des indisch-britischen Schriftstellers Salman Rushdie erschienen, verurteilte ihn der irakische Staatschef Khomeini mit einer Fatwa am 14. Februar 1989 zum Tode. Es wurde ein Kopfgeld von drei Millionen US-Dollar ausgesetzt. – Eine weltweit heiß umstrittene «Probe des Lächerlichen» stammt von dem dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard. Er zeichnete für die Tageszeitung «Jyllands-Posten» vom 30. September 2005 einen grimmigen Orientalen mit einer Bombe als Turban, um zu zeigen, wie Terroristen im Namen des Propheten Mohammed ihre geistige Munition basteln. Es kam zu Protesten und Gewaltaktionen in mehreren islamischen Ländern, bei denen mehr als 50 Menschen starben. Auf den Kopf des Karikaturisten ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Seitdem steht Westergaard unter Polizeischutz. Am Neujahrstag 2010 überlebte er einen Mordanschlag, der diesen witzigen und humorvollen Mann jedoch nicht aus der Ruhe zu bringen schien. – Auch die katholische Orthodoxie lehnt spöttische Karikaturen entschieden ab. So übte die Vatikan-Zeitung «L’osservatore Romano» (2. Mai 2007) scharfe Kritik am Komiker Andrea Rivera wegen seines Spotts über den Papst. «Es ist Terrorismus, die Kirche anzugreifen.»

109

Vgl. Erich Lobkowicz: Common sense und Skeptizismus. Weinheim 1989, bes. S. 18f. und S. 119. Schon in der protestantischen Spätaufklärung in Preußen kam es um 1784 zu einer Diskussion über die legitimen oder verwerflichen Mittel des Spottes und der Satire, wenn es um religiöse Schwärmerei geht.

110

SE I. 1, S. 335.

111

Ernst Cassirer: Die platonische Renaissance in England und die Schule von Cambridge. Leipzig – Berlin 1932, S. 118.

112

SE I. 3, S. 19.

113

SE I. 3, S. 23.

114

Ebd.

115

SE I. 3, S. 36f.

116

Vgl. Lawrence E. Klein: Shaftesbury and the culture of politeness. Cambridge 1994.

117

SE I. 3, S. 111.

118

John Locke: Gedanken über Erziehung. Stuttgart 2007, S. 5.

119

SE I. 3, S. 71.

120

Vgl. Philipp Blom: Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung. München 2010.

121

Vgl. Paul Hazard: Die Krise des europäischen Geistes. Hamburg 1939, französische Originalausgabe 1935. Hazard konzentriert sich auf die Zeit zwischen 1685 und 1715, der Aufhebung des Edikts von Nantes und dem Tod Ludwigs XIV.

122

Robert Darnton: Washingtons falsche Zähne oder Noch einmal: Was ist Aufklärung. München 1996, S. 6.

123

Noch in seinem letzten Werk, kurz vor seinem Tod, hat Collins den «Test of Ridicule» seines Freundes verteidigt. Vgl. Anthony Collins: A Discourse concerning Ridicule and Irony in Writing, in a Letter to Reverend Dr. Nathaniel Marshall. London 1729.

124

Anthony Collins: A Discourse of Free-Thinking. Faksimile-Neudruck der Erstausgabe London 1713 mit deutschem Paralleltext. Stuttgart 1965. Deutscher Titel: Eine Abhandlung über das freie Denken, veranlasst durch das Aufkommen und Anwachsen einer Sekte, die man Freidenker heißt.

125

Ebd., S. 5.

126

Ebd., S. 32.

127

Ebd., S. 104.

128

Vgl. Francis Bacon: On Superstition. In: Works VI (Neudruck Stuttgart 1963), S. 415f.

129

A. Collins: A Discourse of Free-Thinking, a.a.O., S. 105f.

130

Ebd., S. 5.

131

Zitiert nach Denis Diderot: Enzyklopädie. Philosophische und politische Texte aus der «Encyclopédie». München 1969, S. 343. Der Essay «le philosophe» soll um 1720 verfasst worden und unter den heimlichen Manuskripten, die im Umlauf waren, sehr gefragt gewesen sein. 1743 erschien er anonym in dem Sammelband «Nouvelles Libertés de penser»; 1765 wurde er gekürzt in den zwölften Band der «Enzyklopädie» übernommen. Später wurde er in veränderter Fassung von Voltaire publiziert und tauchte auch in den Gesammelten Werken Diderots auf. 1770 wurde zum ersten Mal der Grammatiker und Philosoph César Chesneau Dumarsais als sein Verfasser genannt, für dessen Autorschaft es jedoch keine strengen Beweise gibt. Vgl. zur problematischen Geschichte dieses Textes die Untersuchung von Herbert Dieckmann: «Le philosophe». Texts and Interpretation. Saint-Louis (USA) 1948.

132

Georg Holmsten: Voltaire. Reinbek bei Hamburg 1971, S. 18. Die große fünfbändige Biographie «Voltaire et son temps» wurde unter der Leitung von René Pomeau verfasst und erschien in Oxford 1985–1994. Zu Voltaires Leben und Werk vgl. als neuere Darstellungen: Jean Orieux: Das Leben des Voltaire. Zwei Bände. Frankfurt am Main 1985; Alfred J. Ayer: Voltaire. Eine intellektuelle Biographie. Frankfurt am Main 1987; Jürgen von Stackelberg: Voltaire. München 2006.

133

Pierre Lepape: Voltaire oder die Geburt der Intellektuellen im Zeitalter der Aufklärung. Frankfurt–New York 1996, S. 35.

134

Georg Holmsten: Voltaire, a.a.O., S. 35.

135

Voltaire: Correspondence. Hg. von Theodore Bestermann. Band 1. Paris 1977, S. 179.

136

Brief an Claude Thiérot vom 12. August 1726. In: Ebd., S. 201.

137

Zitiert nach Peter Gay: Voltaire’s politics. The poet as realist. Princeton 1959, S. 48.

138

Voltaire: Philosophische Briefe. Mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Jochen Köhler. Frankfurt am Main 1992, S. 7.

139

Ebd., S. 20.

140

Ebd., S. 13.

141

Ebd., S. 21. Dass Voltaire die Staatskirche Englands als eine «Sekte» bezeichnet, richtet sich ironisch gegen die Ketzerbekämpfung durch die katholische Orthodoxie in seinem Heimatland. Wenn alle christlichen Glaubensrichtungen «Sekten» sind, dann auch der Katholizismus. Gegen die Vormachtstellung eines Glaubens argumentiert Voltaire mit der Feststellung: England ist das Land der Sekten. «Wenn es in England nur einen Glauben gäbe, müßte man Despotismus fürchten; gäbe es zwei, schnitten sie sich die Hälse ab; aber es gibt dreißig davon, und sie leben glücklich und in Frieden.» Ebd., S. 24.

142

Ebd., S. 27.

143

Ebd., S. 27f. Der achte und der neunte Brief, in denen Voltaire über das Parlament bzw. die Regierung informiert, sind durch Bolingbrokes politische Philosophie angeregt worden. Eine tyrannische Regierung wird am besten verhindert durch eine systematische Gewaltenteilung, in der sich die drei monarchistischen, aristokratischen und demokratischen Teilgewalten (König, Oberhaus und Unterhaus) im Gleichgewicht befinden. «Oberhaus und Unterhaus sind die Richter des Volkes, der König ist der Oberrichter. Dieses Gleichgewicht fehlte den Römern.» Ebd., S. 28. Vgl. Henry St. John Bolingbroke: Political Writings. Ed. by David Armitage. Cambridge 1997.

144

Voltaire: Philosophische Briefe, a.a.O., S. 90.

145

Ebd., S. 46.

146

Ebd., S. 54.

147

Ebd., S. 51. Über Newtons «Lehre von der Anziehung» berichtet Voltaire in seinem fünfzehnten Brief, S. 56–63, in dem er Newtons Beweisverfahren folgt und zu dem Ergebnis kommt: «Also herrscht diese Kraft tatsächlich in der ganzen Materie und in den ganzen Teilchen der Materie. Und damit haben wir die Anziehungskraft, die die große Triebfeder ist und die ganze Natur in Bewegung hält.» (S. 61) Bemerkenswerterweise hat Newton über die Ursache und materielle Qualität dieser Anziehungskraft keine Spekulationen angestellt. Er beschränkte sich darauf, ihre universellen Effekte unbestreitbar nachgewiesen zu haben: Ihre Stärke ist umgekehrt proportional zum Quadrat der Entfernung zwischen den Körpern. «Eine theoretische Erklärung für diese Eigenschaften der Schwere habe ich aus den Naturerscheinungen noch nicht ableiten können, und bloße Hypothesen denke ich mir nicht aus (hypotheses non fingo, M. G.). Was immer sich nämlich nicht aus den Naturerscheinungen ableiten läßt, muß Hypothese genannt werden, und Hypothesen, sei es metaphysische, sei es physische, sei es solche über verborgene Eigenschaften, sei es solche über die Mechanik, haben in der experimentellen Philosophie keinen Platz.» Isaac Newton: Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie. Hamburg 1988, S. 230.

148

Voltaire: Philosophische Briefe, a.a.O., S. 45. Schon 1700 lag die erste französische Übersetzung (von Pierre Coste) von Lockes Essay vor, dessen Bedeutung für die Philosophie der Humanwissenschaften jedoch kaum gesehen wurde. Die erkenntnistheoretische Bedeutung der Thesen Lockes, vergleichbar mit der Experimentalphilosophie Newtons, wurde erst durch Voltaire erkannt und für die französische Philosophie des 18. Jahrhunderts fruchtbar gemacht.

149

Ebd., S. 46f.

150

Ebd., S. 154 (zit. im Nachwort von Jochen Köhler).

151

Martin Löpelmann: Der junge Diderot. Berlin 1934, S. 62.

152

Zur Biographie vgl. bes. Arthur M. Wilson: Diderot. New York 1972; Richard Friedenthal: Diderot. Ein biographisches Porträt. München 1984; Ralph-Rainer Wuthenow: Diderot zur Einführung. Hamburg 1994; Pierre Lepape: Denis Diderot. Frankfurt–New York 1994; Johanna Borek: Denis Diderot. Reinbek bei Hamburg 2000.

153

Vgl. Angélique de Vandeul: Erinnerungen zur Geschichte von Diderots Leben und Werken. In: Denis Diderot: Jakob und sein Herr. Hg. von Horst Günter. Frankfurt am Main 1999, S. 395–440. Diderot hat an «Rameaus Neffe» zwischen 1761 und 1774 geschrieben. Das Manuskript dieses literarisch-philosophischen Dialog-Romans wurde nicht veröffentlicht und landete in der St. Petersburger Eremitage. Goethe hat den Text übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen zuerst 1805 publiziert. Zu Beginn erzählt Diderot von seinen Spaziergängen im Palais Royal und seinen Besuchen im Café de la Régence, wo die meisten Schachspieler verkehren. Rameaus Neffe ist ein «Original», ein philosophierender Clochard, der den Ich-Erzähler in lange Gespräche über Musik und Schauspiel verstrickt. Vielleicht hat Rousseau als Vorbild gedient.

154

Zit. nach P. Lepape: Denis Diderot, a.a.O., S. 31.

155

Schon 1742 hat sich Diderot damit ein kleines Einkommen verschafft, indem er die englisch geschriebene «History of Greece» von Temple Stanyon übersetzte.

156

Diderot: Discours préliminaire. In: Œuvres complètes de Diderot. Ed. par J. Assézat und M. Tourneux. 20 Bände. Paris 1875–1877. Nachdruck Nendeln 1966. Band 1, S. 14. (Im Folgenden zitiert als A.-T.)

157

A.-T. Band 1, S. 65.

158

Ebd., S. 25: «que le sage auteur de mes jours m’a dérobé, par les fleurs dont ill’a couvert».

159

Diderot unterscheidet, anders als die englischen Philosophen, zwischen «Theist» und «Deist». Für den Theisten regiert Gott noch immer die Schöpfung und greift, wenn es ihm notwendig zu sein scheint, in sie ein, während für die Deisten sich Gott aus seiner Schöpfung heraushält. Vgl. A.-T. Band 1, S. 13, 121.

160

P. Lepape: Denis Diderot, a.a.O., S. 50.

161

D. Diderot: Philosophische Gedanken, Nr. XIII. In: Philosophische Schriften. Band 1. Frankfurt 1967, S. 6.

162

Ebd., Nr. XXXI, S. 16.

163

Ebd., Nr. XXIX, S. 16.

164

Ebd., S. 3.

165

Anhang zu den Philosophischen Gedanken (1749). Ebd., Nr. VIII, S. 36.

166

Parlements-Erlass vom 7. Juli 1746. Zit. bei P. Lepape: Denis Diderot, a.a.O., S. 55.

167

In A.-T. Band 1, S. 171–257. Vgl. Dietrich Harth: «Promenade» oder die Lust, im Licht der Skepsis zu wandeln. In: Dietrich Harth und Martin Roether (Hg.): Denis Diderot oder die Ambivalenz der Aufklärung. Würzburg 1987, S. 21–34.

168

D. Diderot: Brief über die Blinden. Zum Gebrauch für die Sehenden. In: Philosophische Schriften. Band 1. Frankfurt 1967, S. 49–99. Zit. S. 51.

169

Ebd., S. 58. Diderot verweist beispielhaft darauf, dass Blinde keinen so großen Wert auf das Schamgefühl wegen Nacktheit legen, dass sie dagegen vor dem Diebstahl, den sie nicht sehen können, eine auffallende Abscheu haben.

170

Ebd., S. 82.

171

Die Dominanz des Augensinns für die Physikotheologie dokumentieren bereits die Titel zahlreicher Publikationen. Populär war in dieser Hinsicht besonders die «Astrotheologie» von William Derham, die 1715 in London erschienen war: «Himmlisches Vergnügen in GOTT, bey aufmercksamen Anschauen des Himmels, und genauerer Betrachtung der Himmlischen Coerper, zum augenscheinlichen Beweiß daß ein GOTT, und der selbige ein allerguetigstes, allweises, allmächtiges Wesen sey.» Deutsche Übersetzung Hamburg 1732.

172

D. Diderot: Brief über die Blinden, a.a.O., S. 78.

173

Ebd.

174

Ebd., S. 81.

175

Zit. nach P. Lepape: Denis Diderot, a.a.O., S. 15.

176

Zit. nach Robert Darnton: Das große Katzenmassaker. Streifzüge durch die französische Kultur vor der Revolution. München–Wien 1989, S. 213f. Schon 1746, als seine Beziehung zu Toinette bereits erkaltet war, hat sich Diderot eine Geliebte zugelegt: die verheiratete Madeleine d’Arsant de Puiseux, an die er auch seinen Brief über die Blinden adressiert hat. Die Liebschaft ging bereits 1749 zu Ende, während Diderot in Vincennes inhaftiert war und Madame Puiseux sich für einen neuen Geliebten entschieden hatte.

177

Diderot: Œuvres. Band 5, S. 20f. Die Übersetzung zitiert nach P. Lepape: Denis Diderot, a.a.O., S. 12.

178

Jean-Jacques Rousseau: Die Bekenntnisse. München 1981, S. 343. Zu Leben und Werk Rousseaus vgl. bes. Georg Holmsten: Jean-Jacques Rousseau. Reinbek bei Hamburg 1972; Jean Starobinski: Rousseau. Eine Welt von Widerständen. München–Wien 1988; Ernst Cassirer, Jean Starobinski, Robert Darnton: Drei Vorschläge, Rousseau zu lesen. Frankfurt am Main 1989; Günther Mensching: Jean-Jacques Rousseau zur Einführung. Hamburg 2000.

179

Ebd., S. 345.

180

Vgl. dazu meinen Essay «Maskierte Sexualität. Rousseaus Traum vom natürlichen Menschen», aus dem ich im Folgenden einige Formulierungen übernommen habe. In: Manfred Geier: Fake. Leben in künstlichen Welten. Reinbek bei Hamburg 1999, S. 36–69.

181

Rousseau: Die Bekenntnisse, a.a.O., S. 343.

182

Ebd., S. 346.

183

Rousseau: Zweiter Brief an den Herrn Präsidenten von Malesherbes, 12. Januar 1762. In: Rousseau: Schriften. Band 1. Frankfurt–Berlin–Wien 1981, S. 483.

184

Rousseau: Die Bekenntnisse, a.a.O., S. 346.

185

Rousseau: Abhandlung über die Frage, ob die Wiederherstellung der Wissenschaften und Künste zur Läuterung der Sitten beigetragen hat. In: Schriften. Band 1, a.a.O., S. 33.

186

Ebd., S. 37.

187

Ebd., S. 35.

188

Rousseau: Die Bekenntnisse, a.a.O., S. 346. Der eigentliche «Abgrund der Leiden, in dem ich untergegangen bin» beginnt sich, streng genommen, für Rousseau erst dreizehn Jahre später zu öffnen, im Schicksalsjahr 1762, als sein «Gesellschaftsvertrag» (Contrat social) und sein Erziehungsroman «Émile» erscheinen, die von den Behörden in Paris und Genf konfisziert und verdammt werden. Ab 1762 fühlt sich Rousseau von dunklen Mächten verfolgt. «Hier beginnt das Werk der Finsternis.» (Ebd., S. 579) Die Grundideen für seine späteren Hauptwerke finden sich jedoch bereits in seinem ersten Diskurs skizziert, so dass seine individuelle «Erleuchtung» 1749 auch als Grund der späteren gesellschaftlichen Verdunkelung seiner Existenz verstanden werden kann.

189

Rousseau: Diskurs über die Ungleichheit. Zweite, durchgesehene und erweiterte Auflage. Paderborn–München–Wien–Zürich 1990, S. 71.

190

Ebd., S. 191.

191

Rousseau: Die Bekenntnisse, a.a.O., S. 383.

192

Ebd., S. 384.

193

Rousseau: Diskurs über die Ungleichheit, a.a.O., S. 74f.

194

Ebd., S. 167.

195

Ebd., S. 271.

196

Ebd., S. 270f.

197

Ebd., S. 64, Anmerkung von Heinrich Meier.

198

Vgl. J.-J. Rousseau: Economie. In: Jean Le Rond d’Alembert, Denis Diderot u.a.: Enzyklopädie. Eine Auswahl. Hg. von Günter Berger. Frankfurt am Main 1989, S. 105–128.

199

Zit. nach Philipp Blom: Das vernünftige Ungeheuer. Diderot, d’Alembert, de Jaucourt und die Große Enzyklopädie. Frankfurt am Main 2005, S. 101.

200

Paul Bonnefont: Diderot prisonnier à Vincennes. In: Revue d’histoire littéraire de la France 6 (1899), S. 200–223, Zit. S. 216.

201

Denis Diderot: Prospekt der Enzyklopädie. In: Ders.: Enzyklopädie. München 1969, S. 37.

202

Ebd., S. 40.

203

Ebd., S. 54.

204

Zu Leben und Werk vgl. bes. Ronald Grimsley: Jean d’Alembert. Oxford 1963; Thomas L. Hankins: Jean d’Alembert. Science and Enlightenment. New York 1990.

205

Joseph Bertrand: D’Alembert. Paris 1889, S. 9.

206

Vgl. Robert Darnton: Philosophen stutzen den Baum der Erkenntnis. In: Ders.: Das große Katzenmassaker. München–Wien 1989, S. 219–243. Über die Gruppe der «Enzyklopädisten» informiert John Lough: The Contributors to the Encyclopédie. London 1973.

207

Es gibt mehrere Ausgaben mit unterschiedlichen Einleitungen und Kommentaren. Jean Lerond d’Alembert: Einleitung zur Enzyklopädie. Hg. und eingeleitet von Erich Köhler. Hamburg 1955; Jean Le Rond d’Alembert: Einleitende Abhandlung zur Enzyklopädie. Mit einer Einleitung von Georg Klaus. Berlin (Ost) 1958; Jean Le Rond d’Alembert: Einleitung zur «Enzyklopädie». Hg. und mit einem Essay von Günther Mensching. Frankfurt am Main 1989.

208

D’Alembert: Einleitende Abhandlung zur Enzyklopädie. Berlin 1958, S. 10.

209

Ebd.

210

Ebd., S. 31.

211

Ebd., S. 91.

212

Ebd., S. 104.

213

Ebd., S. 125.

214

Ebd., S. 126.

215

Ebd.

216

Ebd., S. 127.

217

Vgl. Robert Darnton: Glänzende Geschäfte. Die Verbreitung von Diderots «Encyclopédie» Oder: Wie verkauft man Wissen mit Gewinn? Berlin 1993.

218

Anette Selg und Rainer Wieland (Hg.): Die Welt der Encyclopédie. Frankfurt am Main 2001, S. 309.

219

Zit. nach Robert Darnton: Eine kleine Geschichte der «Encyclopédie» und des enzyklopädischen Geistes. In: Ebd., S. 459.

220

Urteil des État du Roi, 8. März 1759. Zit. nach Philipp Blom: Das vernünftige Ungeheuer, a.a.O., S. 314.

221

Denis Diderot: Enzyklopädie, a.a.O., S. 71.

222

Zit. nach Philipp Blom: Das vernünftige Ungeheuer, a.a.O., S. 312. Der Prozess richtete sich gegen das Buch «De l’esprit / Vom Geist», das Helvétius 1758 veröffentlicht hatte.

223

Vgl. zur allgemeinen Information Arno Baruzzi (Hg.): Aufklärung und Materialismus im Frankreich des 18. Jahrhunderts: La Mettrie, Helvétius, Diderot, Sade. München 1968; Roland Desné: Les Matérialistes francais de 1750–1800. Paris 1965; Friedrich Albert Lange: Geschichte des Materialismus (1866). Band 1. Vierter Abschnitt: Der Materialismus des 18. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 1974, S. 309–425.

224

Vgl. J. E. Poritzky: Julien Offray de Lamettrie (1900). Genf 1971; Leo Mendel: La Mettrie. Arzt, Philosoph und Schriftsteller. Leipzig 1965; Ursula Pia Jauch: Jenseits der Maschine. Philosophie, Ironie und Ästhetik bei Julien Offray de la Mettrie. München 1998.

225

Julien Offray de La Mettrie: L’homme machine – Die Maschine Mensch. Hg. von Claudia Becker. Hamburg 1990, S. 35.

226

Ebd., S. 97.

227

Zit. nach F. A. Lange: Geschichte des Materialismus, a.a.O., S. 176.

228

Denis Diderot: Philosophische Schriften. Band 1. Frankfurt am Main 1967, S. 475. Diderot selbst näherte sich ab den fünfziger Jahren immer stärker einem physiologischen Materialismus des Geistes. Seine «Gedanken zur Interpretation der Natur» erschienen 1753, die «Gespräche mit d’Alembert» entstanden 1769, seine «Philosophischen Grundsätze über Materie und Bewegung» 1770, die «Elemente der Physiologie» zwischen 1774 und 1780.

229

Claude-Adrien Helvétius: Vom Geist. Berlin–Weimar 1973, S. 77.

230

Ebd., S. 75.

231

Ebd., S. 82.

232

Ebd., S. 96.

233

David Hume: Ein Traktat über die menschliche Natur. Übersetzt und herausgegeben von Theodor Lipps. Unveränderter Nachdruck der 2. Auflage von 1904/06. Hamburg 1978, S. 7. Zu Leben und Werk des schottischen Aufklärers vgl. Gerhard Streminger: David Hume. Der Philosoph und sein Zeitalter. München 2011.

234

D. Hume: Ein Traktat über menschliche Vernunft, a.a.O., S. 4. Hume denkt bei «einigen neueren Philosophen in England» an John Locke, Shaftesbury, Francis Hutcheson u.a. Der Traktat wurde zunächst kaum zur Kenntnis genommen. Publizistisch gesehen war er eine «Totgeburt». Erst 25 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung zog er die schärfste Kritik auf sich, vor allem von Thomas Reid in dessen «Inquiry into the Human Mind» von 1764.

235

Brief von Diderot an Sophie Volland. Zit. nach der Übersetzung in Philipp Blom: Böse Philosophen. München 2011, S. 180.

236

Paul Thiry d’Holbach: System der Natur, oder von den Gesetzen der physischen und der moralischen Welt. Berlin (Ost) 1960, S. 11.

237

Ebd., S. 3f. Es gibt noch keine deutschsprachige Biographie d’Holbachs. Informativ ist Max Pearson Cushing: Baron d’Holbach. A Study in Eighteenth-Century Radicalism in France. New York 1971.

238

D’Holbach: System der Natur, a.a.O., S. 5.

239

Zit. von Manfred Naumann: D’Holbach und das Materialismusproblem in der französischen Aufklärung. In: Ebd., S. XXX.

240

Ebd., S. 7.

241

Julius Hans Schoeps: Moses Mendelssohn. Königstein 1979, S. 12. Zu Leben und Werk Mendelssohns sind in den letzten Jahren einige wichtige Monographien erschienen, unter anderem von Alexander Altmann: Moses Mendelssohn. A Biographical Study. London–Alabama 1973; Heinz Knobloch: Herr Moses in Berlin. Ein Menschenfreund in Preußen. Berlin 1979, Neuauflage Frankfurt am Main 1996; Stephen Tree: Moses Mendelssohn. Reinbek 2007; Dominique Bourel: Moses Mendelssohn. Begründer des modernen Judentums. Zürich 2007; Shmuel Feiner: Moses Mendelssohn. Ein jüdischer Denker in der Zeit der Aufklärung. Göttingen 2009.

242

Vgl. Christoph Schulte: Haskala. Die jüdische Aufklärung in Deutschland 1769 bis 1812. Göttingen 1999; Christoph Schulte: Die jüdische Aufklärung. München 2002; Shmuel Feiner: Haskala. Jüdische Aufklärung. Hildesheim – Zürich – New York 2007.

243

JubA 23, S. 113f. Die Schriften Mendelssohns werden zitiert nach der 24-bändigen Jubiläums-Ausgabe, die begonnen wurde von I. Elbogen, J. Guttmann, E. Mittwoch. Berlin 1929–1938; neu aufgelegt und fortgesetzt von A. Altmann und E. J. Engel. Stuttgart – Bad Cannstatt 1971ff.

244

Mourad Wahba: The Paradox of Averroes. In: Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie 66 (1980), S. 257–260, S. 260. Vgl. zu Averroes: Ernst Bloch: Avicenna und die Aristotelische Linke. Frankfurt am Main 1963; Anke von Kügelgen: Averroes und die arabische Moderne. Ansätze einer Neubegründung des Rationalismus im Islam. Leiden–New York–Köln 1994; Ludger Lütkehaus: Ibn Rushd. Ein islamischer Aufklärer. Marburg an der Lahn 2007. – Zu Leben und Werk von Maimonides vgl. Friedrich Niewöhner: Maimonides. Aufklärung und Toleranz im Mittelalter. Heidelberg 1988; F. Niewöhner: Der Aufklärer Maimonides. In: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie 21 (1996), S. 25–39. Allgemein zu Maimonides vgl. Abraham Joshua Heschel: Maimonides. Eine Biographie. Berlin 1935; Best W. Straßburger: Maimonides. Sein Leben und sein Werk. Frankfurt 1991; Maurice-Ruben Hayoun: Maimonides. Arzt und Philosoph im Mittelalter. München 1999; Joel L. Kraemer: Maimonides. The Life and World of One of Civilization’s Greatest Minds. New York 2008. – Zur Problematik einer Aufklärung im Mittelalter vgl. Kurt Flasch: Aufklärung im Mittelalter? Die Verurteilung von 1277. Das Dokument des Bischofs von Paris. Mainz 1989; Kurt Flasch und Udo Reinhold Jeck (Hg.): Das Licht der Vernunft. Die Anfänge der Aufklärung im Mittelalter. München 1997.

245

Mose Ben Maimon: Das Buch der Erkenntnis. Sefer ham-madda. Hg. von Eveline Goodman-Thau und Christoph Schulte. Berlin 1994.

246

Vgl. Leo Strauss: Philosophie und Gesetz. Berlin 1935. Als Textausgaben: Mose Ben Maimon: Führer der Unschlüssigen. Hamburg 1972; Moses Maimonides: Wegweiser für die Verwirrten. Freiburg – Basel – Wien 2009.

247

Maimonides: Wegweiser für die Verwirrten, a.a.O., S. 51.

248

Ebd., S. 53. «Koh» verweist auf den Prediger Salomo 12, 10: «Er suchte, dass er fände angenehme Werke und schriebe recht die Worte der Wahrheit.»

249

Ebd., S. 55.

250

John Locke: Ein Brief über Toleranz. Hamburg 1996, S. 107.

251

Ebd. Zum Toleranzgebot gegenüber den Juden vgl. auch S. 59, 73f., 81.

252

Brief im Mai 1763 an Lessing. In: JubA 12.1, S. 9.

253

JubA 1, S. 64f.

254

Zwischen September 1761 und Februar 1762 übersetzt Mendelssohn Teile von Shaftesburys «Freedom of Wit and Humour» ins Deutsche. JubA 6.2, S. 215–223. Diese Arbeit bereitet ihm großen Spaß, wobei er deutlich macht, dass er sich gegen die «ungepflegte Höhnerey» für Shaftesburys Direktive entscheidet: «Die Freyheit ist die Mutter der Artigkeit. Wir poliren uns in der Gesellschaft einer den andern, und schleifen durch freundschaftliches Aneinanderreiben die Eken der Rauhigkeit unserer Sitten ab. Diese Uebung hemmen, heißt den menschlichen Verstand rosten lassen.» JubA 6.2, S. 218.

255

Vgl. Vera Forester: Lessing und Moses Mendelssohn. Darmstadt 2010.

256

JubA 11, S. 12.

257

JubA 1, S. 41–123. Zur Rezeption Shaftesburys in Deutschland vgl. Mark-Georg Dehrmann: Das «Orakel der Deisten». Shaftesbury und die deutsche Aufklärung. Göttingen 2008.

258

JubA 1, S. 49 bzw. S. 54.

259

JubA 1, S. 43, mit Bezug auf Shaftesburys «The Moralists or a Philosophical Rhapsody» von 1709. Zur Annäherung Mendelssohns an Shaftesbury vgl. auch die 1755 zusammen mit Lessing konzipierte Schrift «Pope ein Metaphysiker!», JubA 2, S. 43–80, bes. S. 74ff.; und seinen Brief an Lessing vom 26. Dezember 1755, in JubA 11, S. 26–30.

260

JubA 1, S. 14.

261

JubA 1, S. 43.

262

JubA 1, S. 62.

263

JubA 1, S. 27.

264

Jean-Jacques Rousseau: Diskurs über die Ungleichheit. Paderborn – München – Wien – Zürich 1990, 2. Aufl., S. 79.

265

JubA 11, S. 27.

266

JubA 6.2, S. 63–202.

267

JubA 2, S. 81–109.

268

JubA 2, S. 92.

269

JubA 2, S. 86. Vgl. bes. Alexander Altmann: Moses Mendelssohn über Naturrecht und Naturzustand. In: Norbert Hinske (Hg.): Ich handle mit Vernunft. Moses Mendelssohn und die europäische Aufklärung. Hamburg 1981, S. 45–84.

270

Vgl. Horst Möller: Friedrich Nicolai und Moses Mendelssohn. In: Menora. Jahrbuch für deutsch-jüdische Geschichte 16 (2005/2006), S. 114.

271

JubA 11.

272

JubA 2, S. 95f.

273

Vgl. die Einleitung von Leo Strauss zu «Phaedon». Berlin 1932. In: JubA 3.1, S. XIXXXIII.

274

JubA 2, S. 272. Die Unterscheidung zwischen Gewissheit und Fasslichkeit metaphysischer Wahrheiten steht im Mittelpunkt von Mendelssohns «Abhandlung über die Evidenz in Metaphysischen Wissenschaften», JubA 2, S. 267–300, mit der er am 26. Mai 1763 den Ersten Preis der Philosophischen Klasse der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften gewann. Den zweiten Preis, ebenfalls mit 28 Stimmen befürwortet und mit dem höchsten Lob gewürdigt, erhielt Immanuel Kant für seine «Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und Moral». In: Kant: Werke in sechs Bänden. Band I, S. 741–773.

275

JubA 3.1, S. 16.

276

Brief an Thomas Abbt. In: JubA 12.1, S. 46.

277

JubA 3.1, S. 16.

278

JubA 3.1, S. 9.

279

JubA 3.1, S. 18. Vgl. Daniel Krochmalnik: Moses Mendelssohns Unsterblichkeitsbeweise in ihrer Zeit. In: Mendelssohn-Studien 5 (2007), S. 9–48.

280

Fromet bringt insgesamt neun Kinder zur Welt. Drei von ihnen sterben früh. Erwähnenswert sind besonders die 1764 geborene Tochter Brendel (Dorothea), die nach ihrer Scheidung von Simon Veit den zehn Jahre jüngeren Friedrich Schlegel heiratet, zeitweise Protestantin ist, schließlich gläubige Katholikin wird; der älteste, 1770 geborene Sohn Joseph, Gründer der ersten Mendelssohn-Bank; und der rastlose Abraham, der Vater des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy. Vgl. zur Familiengeschichte Hans-Günter Klein: Die Familie Mendelssohn. Stammbaum des Moses Mendelssohn bis zur siebenten Generation. Berlin 2004; Thomas Lackmann: Das Glück der Mendelssohns. Geschichte einer deutschen Familie. Berlin 2005; Julius H. Schoeps: Das Erbe der Mendelssohns. Biographie einer Familie. Hildesheim 2012.

281

Brief von Lavater an Bonnet, 28. Juni 1769. In: Gisela Luginbühl-Weber: Johann Kaspar Lavater – Charles Bonnet – Joseph Benelle. Briefe 1768–1790. Band I. Bern 1997, S. 10.

282

JubA 7, S. 3. Zum Streit vgl. bes. die Einleitung von Simon Rawidowicz. In: JubA 7, S. XILXXX; Dominique Bourel: Moses Mendelssohn. Zürich 2007, S. 279–312.

283

JubA 7, S. 27f.

284

Vgl. Johann Caspar Lavater: Aussichten in die Ewigkeit. Zürich 1770.

285

So schon Joseph-Pierre Frésnais 1768, um ihn den Franzosen bekannt zu machen.

286

Welche zentralen christlichen Lehren Mendelssohn aufgrund von «Vernunft und Nachdenken» ablehnt, hat er am deutlichsten in einem Brief an den Erbprinzen Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel dargestellt. JubA 7, S. 303.

287

JubA 7, S. 8.

288

JubA 7, S. 10f.

289

JubA 7, S. 36f.

290

JubA 7, S. 44.

291

JubA 6.1, S. 177.

292

Julius H. Schoeps: Moses Mendelssohn. Königstein 1979, S. 109.

293

JubA 13, S. 334. Die Übersetzung wird 1783 veröffentlicht. JubA 10.1 und 2.

294

Brief an August Hennings, 29. Juni 1779. In: JubA 12.2, S. 148f.; die Übersetzung des Pentateuch in: JubA 15. 2.

295

Vgl. Christian Konrad Wilhelm Dohm: Über die bürgerliche Verbesserung der Juden. Zwei Teile in einem Band. Berlin – Stettin 1781. Nachdruck Hildesheim – New York 1973. Band I, S. 110–125.

296

Ebd., S. 39.

297

JubA 8, S. 30. Manassehs «Rettung der Juden» in: JubA 8, S. 27–71.

298

JubA 8, S. 5.

299

JubA 8, S. 3.

300

Ebd.

301

JubA 8, S. 4.

302

JubA 8, S. 5.

303

JubA 8, S. 6.

304

Lessings Trennung von Geschichts- und Vernunftwahrheiten, die ihn sein Leben lang beunruhigte, nahm die strenge Unterscheidung auf, die Leibniz zwischen «vérités de fait» und «vérités de raison» eingeführt hatte. Er drohte an ihr zu verzweifeln, weil zwischen zufälligen Geschichtstatsachen und notwendigen Vernunftwahrheiten in religiösen Fragen keine Vermittlung denkbar schien. So bedeuten die historischen Tatsachen des Lebens von Jesus nichts für die notwendige Vernunftwahrheit des Christentums. Erst in seiner letzten Schrift gelang es Lessing, über diesen breiten Graben zwischen Tatsachen und Vernunft hinüberzuspringen.

305

Gotthold Ephraim Lessing: Die Erziehung des Menschengeschlechts. In: Gesammelte Werke. Erster Band. München 1959, S. 1029.

306

Ebd. S. 1030.

307

JubA 8, S. 161. Mendelssohn hat seine Kritik an Lessings Entwicklungsgeschichte der Menschheit erst 1783 in seiner Schrift «Jerusalem» formuliert, mit der er auf Kritiken seiner Manasseh-Vorrede von 1782 reagiert.

308

JubA 8, S. 162.

309

JubA 8, S. 163f. Vgl. zum Gegensatz zwischen Lessing und Mendelssohn hinsichtlich des menschheitsgeschichtlichen Fortschritts Ernst Cassirer: Die Idee der Religion bei Lessing und Mendelssohn (1929). In: Gesammelte Werke. Hamburger Ausgabe. Hg. von Birgit Recki. Band 17. Hamburg 2004, S. 93–113.

310

JubA 8, S. 18.

311

JubA 8, S. 25.

312

August Friedrich Cranz: Das Forschen nach Licht und Recht in einem Schreiben an den Herrn Moses Mendelssohn auf Veranlassung seiner merkwürdigen Vorrede zu Manasseh Ben Israel. Berlin 1782. In JubA 8, S. 73–87, Zitat S. 85.

313

JubA 8, S. 99–204. Vgl. dazu Alexander Altmann: Die trostvolle Aufklärung. Stuttgart – Bad Cannstatt 1982, bes. S. 217–275; und seine Einleitungen in: JubA 8, S. XXIII-LXXXVIII.

314

JubA 8, S. 128, mit Anspielung auf den Psalm 40, in dem von geöffneten Ohren und erfüllten Herzen gesprochen wird. Mendelssohns Übersetzung der Psalmen erscheint wie «Jerusalem» im selben Jahr 1783.

315

JubA 8, S. 128.

316

John Locke: Ein Brief über Toleranz. Hamburg 1996, S. 83.

317

JubA 8, S. 157. Vgl. auch S. 184: «Die große Maxime dieser Verfassung scheinet gewesen zu seyn: Die Menschen müssen zu Handlungen getrieben und zum Nachdenken nur veranlasset werden

318

Shaftesburys «Essay on the Freedom of Wit and Humour» von 1709 ist teilweise von Lessing und Mendelssohn, großteils vom Moraltheologen Johann Joachim Spalding, der Mitglied der Mittwochsgesellschaft war, ins Deutsche übersetzt worden.

319

Friedrich Nicolai: Ueber meine gelehrte Bildung. Berlin – Stettin 1799. Nachdruck Brüssel 1968, S. 65. Zur Mittwochsgesellschaft vgl. Norbert Hinske (Hg.): Was ist Aufklärung? Beiträge aus der Berlinischen Monatsschrift. Darmstadt 1973; Ernst Haberkern: Limitierte Aufklärung. Marburg 2005.

320

Vgl. Christian Böhr: Philosophie für die Welt. Die Popularphilosophie der deutschen Spätaufklärung im Zeitalter Kants. Stuttgart – Bad Cannstatt 2003; Alexander Kosenina (Hg.): Johann Jakob Engel (1741–1802). Hannover-Laatzen 2005.

321

Zit. bei E. Haberkern: Limitierte Aufklärung, a.a.O., S. 351.

322

JubA 13, S. 96. Der Brief ist hier irrtümlich auf das Frühjahr 1783 datiert und wahrscheinlich mit dem früheren, nicht erhaltenen Brief verwechselt worden.

323

Möhsens Aufsatz und die dazu abgegebenen achtzehn Voten sind publiziert worden von Ludwig Keller: Die Berliner Mittwochs-Gesellschaft. In: Monatshefte der Comenius-Gesellschaft 5 (1896), S. 67–94. Zitat S. 80.

324

JubA 6.1, S. 111.

325

Brief an August Hennings, 27. November 1784. In JubA 13, S. 237.

326

JubA 6.1, S. 113–116.

327

JubA 6.1, S. 115. Vgl. Grazyna Jurewicz: Das aktuelle Wort zur Bestimmung des Menschen aus dem Schatz der Aufklärung. Der Mensch und die Geschichte bei Moses Mendelssohn. In: Mendelssohn-Studien 15 (2007), S. 49–70.

328

Vgl. Norbert Hinske: Mendelssohns Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? oder Über die Aktualität Mendelssohns. In: N. Hinske (Hg.): Ich handle mit Vernunft. Hamburg 1981, S. 85–117, bes. S. 111ff.

329

JubA 6.1, S. 118.

330

Zit. bei Ernst Haberkern: Limitierte Aufklärung. Marburg 2005, S. 367.

331

Ebd., S. 368.

332

Ebd., S. 370.

333

Ebd., S. 373.

334

Ebd., S. 373f.

335