THICH NHAT HANH
Das Wunder im Jetzt
Aus dem Englischen von Ursula Richard
Knaur e-books
Thich Nhat Hanh, 1926 in Vietnam geboren, genießt als Meditationslehrer, Zen-Meister, Dichter und Vertreter eines engagierten Buddhismus weltweit hohes Ansehen. Seit über siebzig Jahren lehrt er Achtsamkeit und inspirierte Millionen von Menschen durch seine Präsenz. Sein unermüdliches Eintreten für Frieden und soziale Gerechtigkeit hat ihn weit über buddhistische Kreise hinaus bekannt gemacht. Er ist der spirituelle Leiter der Gemeinschaft Intersein und Gründer des berühmten Zentrums Plum Village in Frankreich und des Europäischen Instituts für Angewandten Buddhismus in Waldbröl (NRW).
Die amerikanische Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel »Inside the Now« bei Parallax Press, Berkeley, California.
© 2015 by Unified Buddhist Church
Für die deutschsprachige E-Book-Ausgabe: © 2017 Knaur eBook
Ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, München
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlags wiedergegeben werden.
Covergestaltung: ZERO Werbeagentur GmbH, München
Coverabbildung: malerapaso
Illustrationen: Chinesische Kalligraphie S. 140 vom Hochehrwürdigen Kai Ly; alle anderen Kalligraphien von Thich Nhat Hanh
ISBN 978-3-426-44156-5
Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.
Noch mehr eBook-Programmhighlights & Aktionen finden Sie auf
www.droemer-knaur.de/ebooks.
Sie wollen über spannende Neuerscheinungen aus Ihrem Lieblingsgenre auf dem Laufenden gehalten werden? Abonnieren Sie hier unseren Newsletter.
Sie wollen selbst Autor werden? Publizieren Sie Ihre eBooks auf unserer Akquise-Plattform www.neobooks.com und werden Sie von Droemer Knaur oder Rowohlt als Verlagsautor entdeckt. Auf eBook-Leser warten viele neue Autorentalente.
Wir freuen uns auf Sie!
Das erste Pilot-Projekt der SYSS begann im Januar 1964. Es lebten dort die Ehrwürdige Nonne Tịnh Nguyện, die Novizin Nhất Trí, die Schwestern Trà Mi, Phương Thải, Phùng Thăng und Cao Ngọc Thanh und die Brüder Lê Khắc Tích und Tâm Quang. Von September 1964 an waren es Schwester Phượng und die Brüder Trần Tấn Trâm, Lê Thành Nguyên und Hồ văn Quyền. 1965 haben wir erstmals Studentinnen und Studenten aufgenommen, und im September begann das erste Semester bei der SYSS als ein Zweig des Van-Hanh-Instituts für Bildung.
Die Geschichte der Kiều gilt als Höhepunkt der vietnamesischen Literatur. Die im frühen 19. Jahrhundert geschriebene Geschichte ist allen Vietnamesen bekannt, einige können sie auswendig, und sie wird auch in ganz normalen Gesprächen oft zitiert. In 3254 Versen erzählt der Autor auf sehr lebendige Weise eine Geschichte von Liebe, Verhängnis und Tragik, die gleichzeitig ein beißender Kommentar zur turbulenten politischen Situation in Vietnam an der Wende des 18. Jahrhunderts darstellt. Das Gedicht ist voller Anspielungen und Bezüge auf die klassische chinesische Literatur und feiert gleichzeitig den Reichtum und die Tiefe der vietnamesischen Sprache in all der Unterschiedlichkeit, was Rhythmus und Klang angeht.
Kiều ist eine schöne, begabte junge Frau, die sich in den gutaussehenden Gelehrten Kim Trọng verliebt. Doch sie werden getrennt, kaum haben sie einander Treue geschworen, und sie ist gezwungen, sich durch eine Heirat an einen älteren Mann zu verkaufen, um ihre Familie vor der Vernichtung zu bewahren.
Sie entdeckt zu ihrem Entsetzen, dass sie reingelegt und mit einem Zuhälter verheiratet worden ist. Sie wird dann von einem recht willensschwachen jungen Mann aus dem Bordell gerettet, der sich leidenschaftlich in sie verliebt und ihr hilft, zu entkommen. Doch er ist bereits verheiratet, und seine Ehefrau will sich an Kiều rächen. Sie wird kurzzeitig Nonne, doch durch die Ränke der Ehefrau wird sie schließlich erneut zur Prostitution gezwungen. Sie kommt erst frei, als der junge Held Từ Hải in ihr eine Seelenverwandte erkennt und sie freikauft. Sie erleben eine kurze, glückliche Zeit miteinander, bevor er sie verlässt, um sich einen Namen zu machen. Als mächtiger Rebellengeneral kehrt er zurück und spürt alle auf, die ihr etwas angetan haben, um Gerechtigkeit wiederherzustellen. Einigen wird vergeben, andere werden hingerichtet. Kiều überzeugt ihn später davon, seine Waffen niederzulegen und sich den Männern des Königs zu unterwerfen, um das Leben Tausender seiner Soldaten zu retten, doch er wird verraten und getötet. Voller Verzweiflung versucht Kiều, sich in einem Fluss zu ertränken, doch sie wird von ihrer Freundin und Mentorin, der Nonne Giac Duyen, gerettet. Sie wird zum zweiten Mal als Nonne ordiniert, und fünfzehn Jahre nachdem sie zum ersten Mal verkauft worden war, kann sie sich schließlich mit ihrer Familie wiedervereinen und auch mit ihrer ersten Liebe, mit Kim Trọng. Ihre Familie überzeugt sie davon, ihr ursprüngliches Versprechen, das sie Kim Trọng gegeben hatte, zu ehren und ihn feierlich zu heiraten, doch sie vereinbart mit ihm, die Reinheit ihrer Liebe nicht durch sinnliche Begierden zu beschmutzen, und lebt den Rest ihres Lebens friedvoll und in Keuschheit. (Eine vietnamesisch-englisch, zweisprachige Ausgabe der Geschichte der Kiều von Nguyễn Du erschien 1987 in der Yale University Press.)
Dōgen Zenji ist ein in Kyoto geborener japanischer Zen-buddhistischer Lehrer aus dem 13. Jahrhundert. Er gründete in Japan die Soto-Zenschule, nachdem er jahrelang in China gelebt und in verschiedenen Chan-Klöstern praktiziert hatte. Er war äußerst produktiv in seinem Schreiben; sein bekanntestes Werk ist das Shobogenzo. Es besteht aus 95 kürzeren Texten. Der Text, in dem er sich mit dem Wesen von Unbeständigkeit und Zeit beschäftigt, heißt »Uji«, was so viel bedeutet wie »für die Sein-Zeit« oder »Zeit sein« (»Sein-Zeit«). Dōgen schrieb »Uji« in den frühen Wintermonaten 1240 mit 41 Jahren. Die dreisprachige Ausgabe, die Thay inspiriert hat, ist Uji (être-Temps; Being-Time) von Dōgen, übersetzt von Eido Shimano und Charles Vacher (Paris: Encre Marine 1997).
Niệm Phật thị thuỳ? – Wer ist es, der den Namen des Buddha rezitiert? Eines der am häufigsten verwendeten Koans in der chinesischen Chan-Tradition.
Đến bây giờ mới thấy đây, mà lÒng đã chắc những ngày một hai (Die Geschichte der Kiều, Zeilen 2283–2284). Wenn wir die erste Zeile neu schreiben, indem wir die Worte einfügen: Đến [được cái] bây giờ [th.] mới thấy [được cái ở] đây, ergibt das im Deutschen: Im Jetzt ankommend, beginnen wir das Hier zu sehen.
Der Eröffnungsvers aus Auguries of Innocence von William Blake, 1803. Blakes Zeilen ähneln sehr denen des vietnamesischen Zen-Meisters Khánh Hỷ (1067–1142), der in der Lý-Dynastie lebte: Himmel und Erde balancieren auf der Spitze eines Haares, Sonne und Mond sind beide in einem Senfkorn. Càn khôn tận thị mao đầu thượng, nhật nguyệt bao hàm giới tử trung.
Bây giờ rô mặt đôi ta, biết đâu rồi nữa chẳng là chịêm bao? (Die Geschichte der Kiều, Zeilen 443–444)
Lại đây, xem lại cho gần (Die Geschichte der Kiều, Zeile 2195). Từ Hải hat Gerüchte über Kiềus Schönheit gehört und sucht sie in dem Freudenhaus auf, in dem sie zum zweiten Mal in ihrem Leben zur Prostitution gezwungen wird. Er ist sofort hingerissen von ihr und versichert ihr, welch Glück sie habe, einen richtigen Mann getroffen zu haben, der so für sie sorgen werde, wie sie es verdient habe. Doch gefangen und machtlos erwidert Kiều, dass sie sich zwar danach sehne, ihr Herz jemandem anzuvertrauen, doch nicht über diese Art Freiheit verfüge. Er fleht sie an, ihm in die Augen zu sehen, um sich davon zu überzeugen, welche Art Mann er sei.
Tấn Dương được thấy mây rồng có phen. Tấn Dương wird einen Drachen in den Wolken sehen (Die Geschichte der KiềuTấn Dương.