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INHALT

Das erwartet Sie in
diesem Buch

Die Geburt gehört für jedes Lebewesen auf diesem Planeten zum Dasein dazu. Dennoch stehen die Menschen neuerdings vor einer gewaltigen Auswahl an Literatur und Wissen, als müsse das Gebären erst gelernt worden sein. Das stimmt nicht so ganz, aber herauszufinden, was einen erwartet, lässt einen schon das eine oder andere Buch aufklappen. Wenn es auch in einigen Kulturen nicht so ist, trifft die heutige, moderne Frau durchschnittlich erst als Erwachsene auf das Themengebiet Kinderwunsch und Schwangerschaft. Dieses Buch widmet sich einem wichtigen Bruchteil dieses Gebietes. Etwas, was noch vor einigen Jahrzehnten gang und gäbe war, ist zu dieser Zeit eine Seltenheit geworden. Die Rede ist von Hausgeburten, denn diese Methode zu gebären erlangt wieder an Popularität. Dieser Ratgeber zeigt jeder Frau, die Interesse an einer außerklinischen Geburt hat, einen Überblick über ihre Möglichkeiten und gewährt Einsicht in die realen Umstände in Deutschland.

Sollten Sie nicht selbst vom Fach sein, kann die Informationsflut, auf die eine Frau mit Kinderwunsch trifft, sie regelrecht überrollen, denn seitdem die Menschheit sich fortpflanzt, haben sich Unmengen an Meinungen, Methoden und „Wahrheiten“ herauskristallisiert. Damit Sie einen Überblick erhalten, erfahren Sie alles Notwendige über den Vorbereitungsprozess und Sie werden Schritt für Schritt bei Ihren Optionen und Entscheidungen begleitet.

Ob Sie schon die zwei Striche erblickt haben oder dies noch sehnsüchtig hoffen, sei Ihnen eins gesagt: Es ist nie zu früh, sich zu informieren und Ihre Wünsche zu formulieren. Glücklicherweise befinden Sie sich in einer Zeit der Individualisierung. Noch nie war es so einfach, Alternativen zu suchen, aus dem Rahmen der Gesellschaft auszubrechen und seinen eigenen Pfad zu meistern. Hierbei können Sie unterstützt werden. Obwohl Sie sich bestimmt ursprünglich zurücklehnen und entspannen wollten, sind Sie sicherlich bereits auf zahlreiche Dinge gestoßen, die Sie noch erledigen wollen. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass es für jeden Fall Wege und Hinweise gibt, die Ihnen helfen können, in bestimmten Situationen die Ruhe zu bewahren und Ihre Entscheidungsfindung zu erleichtern. Wie und wann Sie sich Unterstützung holen sollten, welche Mittel Ihnen hilfreich zur Seite stehen können, welche Phasen der Geburt Sie erleben werden, welche Risiken oder Ängste Sie überrumpeln könnten und welche Nachbereitungen Sie treffen sollten, erfahren Sie in diesem Buch.

Geburten
heutzutage

DIE VORSTELLUNG

Die Vorstellung einer schreienden und auf dem Bett liegenden Frau, die umgeben von Kittel-tragenden Ärzten ist, die diese anweisen und belehren, oder das Bild einer selbstbestimmten Frau, die in sich gekehrt ist und ihrem Körper lauschend in ihren eigenen vier Wänden umhertanzt. Dieser dargestellte Vergleich einer Krankenhaus- und einer Hausgeburt ist definitiv überspitzt und ein wenig übertrieben. Nichtsdestotrotz ist er ausschlaggebend für viele Frauen, eine Hausgeburt einer klinischen vorzuziehen. Die Schlüsselwörter sind hierbei Selbstbestimmung und Geborgenheit, die im eigenen Heim für viele präsenter sind. Haben Sie den Entschluss getroffen, zu Hause zu entbinden, stehen Ihnen sicherlich unzählige Fragen vor Ihrem geistigen Auge. Die erste Überlegung wäre es, für sich zu entscheiden, ob Sie eine professionelle Begleitung wünschen. In den meisten Fällen gibt ein Geburtsbegleiter einer Schwangeren Zuversicht und Sicherheit, denn die meisten Frauen geben an, am verletzlichsten und unsichersten während ihrer Kugelzeit zu sein.

DEN GEBURTSPROZESS
VERSTEHEN

Bevor Sie sich in die Vorbereitungsmaßnahmen stürzen, wäre es nicht verkehrt, sich den ungefähren Verlauf einer Entbindung vorzustellen. Die Beschreibungen beziehen sich auf eine natürliche Geburt, genauer gesagt eine vaginale. Die andere Variante wäre eine Sectio, bekannt unter dem Begriff Kaiserschnitt. Demnach beschränkt sich dieses Buch auf vaginale Geburten, die gleichermaßen in den eigenen vier Wänden stattfinden können.

Die Natur hat Ihren Supercomputer – auch genannt Körper – so perfekt konstruiert, dass er, wenn die Komponenten stimmen, ein neues Leben erschaffen kann. So ist es nicht verwunderlich, dass der weibliche Körper ebenfalls über automatisierte Funktionen verfügt, wie man dieses neue Lebewesen gesund entnehmen kann. Grob gesagt, kann man sich vorstellen, dass dieser die Zeit der Schwangerschaft dafür nutzt, sich auf die Geburt vorzubereiten. Tatsächlich fängt das Training schon Wochen vorher an. Übungswehen und Senkwehen können an manchen Frauen spurlos vorbeiziehen, für die eine oder andere ist es eine sehr intensive Erfahrung. Diese Art der Wehen sind ebenfalls Kontraktionen. Darunter versteht man ein rhythmisches Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur. Wenn die Wehen nicht Muttermundwirksam sind, handelt es sich dabei um Übungswehen.

Senkwehen könnten dies ebenfalls sein, jedoch unterscheiden sie sich von den Übungswehen. Sie fangen ungefähr ab der 36. Schwangerschaftswoche an, somit viel später als Übungswehen, und haben das Ziel, die Gebärmutter samt Baby tiefer ins mütterliche Becken zu befördern. „Echte“ Wehen fördern das Öffnen des Muttermundes, damit das Baby geboren werden kann. Der Muttermund stellt das Tor der Gebärmutter dar, das während der Schwangerschaft in geschlossenem Zustand den Fötus in seiner Höhle mit Fruchtwasser beschützt.