Allen Mitstreitern und Wegbegleitern in die digitale Zukunft gewidmet.

Keep on rocking & und findet Euren ganz individuellen Weg der Digitalisierung.

Danke Katrin für all die Unterstützung in den letzten Jahren.

Über den Autor:

Christian Kirsch ist Geschäftsführer der 2019 gegründeten PASSION4IT GmbH und Experte in Sachen IT und Digitalisierung. Zu seinen Kompetenzen zählen IT-Strategie, Projektmanagement, Softwareauswahl und Digital Work. Dank langjähriger Erfahrung und seinem mittlerweile achtköpfigen Team gelingt es ihm, kleine und mittelständische Unternehmen sicher in die Digitale Zukunft zu führen. Dabei werden maßgeschneiderte und individuell auf die Bedürfnisse der Unternehmen angepasste Konzepte ausgearbeitet. Vor allem die Themen Nachhaltigkeit und der Mensch als Zentrum der Digitalisierung stehen für PASSION4IT im Vordergrund.

© 2022 Christian Kirsch

Herstellung: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 978-3-7557-4687-4

© 2022 Christian Kirsch

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wer bei Amazon nach Literatur zum Thema „Digitalisierung“ sucht, erhält weit über 10.000 Treffer. Und jetzt noch ein Buch zur Digitalisierung… Braucht’s das wirklich? Aus meiner Sicht definitiv, denn es sind noch lange nicht alle Geschichten auserzählt und alle Facetten dieser jahrzehntelangen Reise beleuchtet worden.

Warum es ausgerechnet dieses Buch braucht? Tja… aus irgendeinem Grund halten Sie – verehrter Leser - es jetzt in den Händen.

Entweder weil sie es geschenkt bekommen oder doch selber gekauft haben.

Damit sie nun weder den Kauf noch das Geschenk bereuen, möchte ich Ihnen kurz erläutern, warum es genau dieses Buch noch braucht.

Digitalisierung ist sehr viel – aber Digitalisierung ist vor allem nicht neu.

Gemeinhin entsteht der Eindruck das wir vor 2019 alle mit der Steintafel rumgelaufen sind. Aber wenn man es genau nimmt, dann gehen IT und Digitalisierung auf die bereits 1837 erfundene Morsetechnologie zurück.

Warum das Thema aber so schwierig zu greifen ist, liegt sicher an der Geschwindigkeit der technischen Entwicklungen.

Ich persönlich hab 1986 meinen ersten PC erhalten – wer mich kennt, weiß das ich damals erst 4 Jahre alt war – und heute habe ich ein Smartphone in der Hosentasche, das zigtausend mal so leistungsfähig ist wie mein erster Computer.

Es gibt in der IT ein sog. „Moorsches Gesetz“, das besagt, das sich alle 2 Jahre die Rechenpower verdoppeln wird. Mehr Power = mehr Digitalisierung.

In den letzten Monaten haben wir aus anderen Gründen lernen müssen, wie sich das mit dem exponentiellen Wachstum verhält: 2,4,8,16,32,64…

Diese Tatsache ermöglicht in der Digitalisierung mannigfaltige Möglichkeiten bei irrwitziger Geschwindigkeit.

Und was auch ganz klar ist, Digitalisierung ist keine Wahl-Möglichkeit.

Entweder man gestaltet sie aktiv oder man geht unter.

So hart es auch klingt - das ist nun mal so. Die häufigste Digitalisierungsstrategie die ich bei unseren Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz antreffe ist die von Robert Seeger 2019 das erste Mal beschriebene Oppossum Strategie.

Kennen Sie ein Oppossum? Ich meine jetzt nicht persönlich, sondern die Tierart. Es ist eine kleine Beutelratte, die sich bei Gefahr auf den Rücken dreht und tot stellt. Genauso machen es viele Firmen im Angesicht der „drohenden“ Digitalisierung. Doch dann werden sie von der Geschichte aufgefressen, genau wie Kodak, Agfa, Toys R‘ Us oder auch die Videotheken.

Für uns ist daher der wichtigste Faktor in der Digitalisierung der Mensch. Unsere größte Aufgabe ist es daher die Menschen zu befähigen, diese ganzen Herausforderungen zu meistern und sie fit für die digitale Zukunft zu machen.

Und genau darum dreht sich dieses Buch – nicht nur um Technologie, neue Gadgets und Megatrends. Es handelt vor allem von praxisnahen Erfahrungen, wie wir die Menschen in unseren Unternehmen auf den Weg in eine digitalisierte Zukunft bestmöglich vorbereiten und auf diese Reise mitnehmen.

Und genau deshalb braucht es dieses Buch. Als Wegweiser und Sextant auf dem Weg zur digitalen Zukunft.

Ich hoffe Sie stimmen mir in ca. 200 Seiten zu.

Viel Spaß beim Lesen!

Digital Mindset

Damit die Digitalisierung auch nachhaltig erfolgreich angegangen und umgesetzt werden kann, braucht es mehr als eine technologisch bis an die Zähne bewaffnete IT-Abteilung oder ein digitales Sondereinsatzkommando (auch bekannt als ThinkTank, Digital Lab, Innovationhub, …).

Und auch die heilige Handgranate der Digitalisierung – „Wir brauchen eine App!“ – hat noch niemanden nachhaltig die Weltherrschaft beschert.

Es haben sich hingegen die letzten Jahre drei Erfolgsfaktoren herauskristallisiert:

Erfolgsfaktor 1:

Es braucht zum einem die richtigen Menschen mit den passenden Skills, der richtigen Methodik und Gesinnung – hier kommt die Personalabteilung ins Spiel.

Erfolgsfaktor 2:

Eine IT-Abteilung, die smarte, technologische Lösungen für die Herausforderungen der Fachabteilungen in Form von flexibel konsumierbaren IT Business Services anbietet – siehe dazu das Kapitel über die moderne IT-Abteilung.

Erfolgsfaktor 3:

Und vor allem anderen benötigen Sie eine Unternehmenskultur, die flexibel auf Veränderungen reagiert. Die neugierig, mutig sowie agil im Handeln ist.

Diese Unternehmenskultur bezeichnen wir als den „digital mindset“.

Leider können wir Ihnen jetzt nicht drei kleine Zaubertricks verraten, mit denen Sie diesen „digital mindset“ in Ihrer Organisation erschaffen… Denn jede Organisation ist individuell und hat vor allem eine Historie - manche Organisationseinheiten haben sogar ein Gedächtnis wie ein Elefant.

Aber was ist ein Mindset und wozu brauch ich das?

Mindset ist einer dieser englischen Begriffe, die vielfältig übersetzt werden können.

Im Allgemeinen hat es folgende Bedeutung:

Ein Mindset ist die gewohnheitsmäßige Denkweise, geistige Haltung und Mentalität eines Menschen, welche seine Interpretation und Reaktionsweise in verschiedenen Situationen bestimmen.

Zusammenfassend ist es die Summe aller Eigenschaften, Einstellungen, Erfahrungen und Denkweisen eines Menschen. Vereinfacht gesagt, das was den Charakter eines Menschen ausmacht.

Für die digitalisierte Gesellschaft und Unternehmen sind nun ganz bestimmte Ausprägungen dieses Mindsets gefordert. Dies nennen wir den „digital mindset“.

Holen sie den Sextanten raus – Auf zur Standortbestimmung

Was wir damit sagen möchten, wenn sie sich ernsthaft mit dem Thema Digitalisierung in Ihrer Organisation auseinandersetzen (was sie wohl machen, sonst würden sie nicht dieses Buch lesen), dann starten sie am besten immer mit einer Standortbestimmung und blicken sie auch mal von Zeit zu Zeit in den Rückspiegel, um zu sehen, wo sie herkommen.

Stellen sie sich nun vor sie leiten einen stark hierarchisch geprägten Unternehmensbereich, der jahrelang mit klaren Ansagen strikt und streng geführt wurde.

Unter diesen Voraussetzungen werden sie nicht viel Spaß haben, wenn sie nun alle Mitarbeiter in einen Design Thinking Workshop packen und sich davon das „next big thing“ erhoffen.

Hier ist eher eine Taktik der kleinen Schritte angesagt!

Und NEIN – die Spielekonsole im Gemeinschaftsraum ist nicht der erste Schritt in eine digitale Organisationseinheit…

Überdenken Sie viel mehr zuerst die Art und Weise wie sie miteinander kommunizieren (persönlich, Telefon, E-Mail, Chat, Video, …). Aber auch wie Sie im Team aber auch mit externen Partnern wie Lieferanten und Kunden zusammenarbeiten.

Schicken Sie noch Faxe und zahlreiche Emails oder nutzen Sie bereits Sharing Plattformen wie Microsoft SharePoint oder Google Drive?

Durch den Einsatz von modernen Kollaborati-onsplattformen wie z.B. Microsoft SharePoint, Microsoft OneDrive, Salesforce Quip oder Microsoft Teams können Sie sehr schnell fundamentale Veränderungen erreichen und Digitalisierung spürbar machen.

Nun ist ja bereits alles klar, oder? Die Technik ist geklärt – wie suchen uns eines der zuvor genannten Tools aus, buchen den Cloud Service und los geht’s! Wir sind digitalisiert… Na, also… war doch gar nicht so schwer…

Das wäre nun ja leider viel zu schön, um wahr zu sein.

Denn hier lauert bereits der erste fundamentale Fallstrick der Digitalisierung! Viele Organisationen neigen dazu rein mit der Technik die vermeintlich erkannten Probleme lösen zu wollen. Wie auf einer Checkliste arbeiten viele IT-Bereiche die Themen ab. Cloud – haben wir. Digitalisierung – erledigt.

Bitte überlegen sie sorgfältig, welche Themen sie wann mit welcher Lösung angehen. Auch wenn die Versuchung groß ist, dass man schnell spürbare Mehrwerte schaffen möchte, so erzeugt man durch ein überhastetes Vorgehen mehr Probleme und vor allem Unzufriedenheit als einem lieb ist.

Daher nehmen sie sich immer die Zeit, um einen entsprechenden „adoption plan“ zu erarbeiten. Nicht einfach eine neue Cloud Lösung buchen und über den Zaun werfen.

Vermitteln Sie den Mitarbeitern bei jeder Veränderung immer das WARUM und nicht nur das WIE. So erzeugen Sie Verständnis und bringen die Menschen hinter sich und ihr Vorhaben.

Und vor allem ziehen sie ihre IT-Abteilung hinzu und versuchen sie die „persönlichen“ Digitalisierungsbestreben in die Gesamtstrategie des IT-Bereichs einzugliedern.

Jeder IT-Leiter wird sich darüber sicher freuen, wenn es innovative und gewillte Unternehmensbereiche gibt, die als „first mover“ rasch neue Technologien adaptieren wollen!

Fragen sie sich aber auch:

Die Lösungsmöglichkeiten sind hier nicht (rein) in der Technik zu suchen.

Ein regelmäßiges Teammeeting (gerne auch virtuell via Videokonferenz) erhöht den Informationslevel und Austausch.

Persönliche 1-2-1 Gespräche bieten sowohl den nötigen Raum, um über persönliche Sorgen, Nöte aber auch Verbesserungsvorschläge zu sprechen, genauso wie die gemeinsame Planung von benötigten Fortbildungsmaßnahmen.

Bilden Sie ruhig auch mal Arbeitsgruppen mit Mitgliedern aus fachfremden Abteilungen / Teams – dadurch erhöhen Sie den Faktor des Querdenkens enorm und erzeugen mit Sicherheit neue Ideen, auf die sie dank der gefürchteten Scheuklappen im eigenen Bereich nie gekommen wären.

Um die Aufgaben und die Arbeitslast zu visualisieren, nutzen Sie entweder ein Aufgabenboard mit Postits oder besser doch gleich eine digitale Aufgabenliste wie z.B. Trello oder den Microsoft Planner.

Die bunte Welt der digitalisierten Menschen

Und da es ja v.a. um Menschen geht: Welche Typen und Charaktere haben Sie an Bord?

Da im Zuge der Digitalisierung verschiedenste Skills und Charaktere gefordert sind, ist eine heterogene Zusammenstellung eben dieser ein Schlüssel zum Erfolg. Stereotypen helfen uns nicht mehr weiter. In einer digitalisierten Zukunft ist ein kreatives Kollektiv gefordert!

Eine beispielhafte Methodik, um dies einzuschätzen ist das sogenannten DISG Modell. Dabei wird jeder Charaktertyp mit einer Farbe gleichgesetzt. Die folgende Erläuterung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir möchten Ihnen lediglich die zu Grunde liegende Idee vermitteln.

Die Farbe GRÜN steht in diesem Modell für das D = DOMINANT. Der dominanten Persönlichkeitsstil mag Herausforderungen und schnelle Ergebnisse. Diese Personen sind selbstbewusst und entscheidungsfreudig. Sie brauchen aber auch Freiheit und Entscheidungshoheit. In Ihrem Verhalten priorisieren sie Ergebnisse, Herausforderungen und Aktionen.

Die Farbe ROT steht für das I = Initiativ. Der initiative Persönlichkeitsstil arbeitet gerne in Teams und teilt mit anderen seine Ideen. Außerdem handelt es sich dabei um Menschen, die neuen Situationen offen gegenüberstehen und Menschen gerne einbinden und unterhalten. Die Person ist sehr offen und wirkt auf andere charmant. In Ihrem Verhalten priorisieren sie Begeisterung, Aktion und Zusammenarbeit.

Die Farbe BLAU steht für das S = Stetig. Der blaue Typus wird als sehr einfühlsam, kooperativ und hilfsbereit beschrieben. Gerne wirkt er aus dem Hintergrund aber arbeitet gerne im Team. Ein achtsamer Umgang mit Kollegen und Kunden macht ihn zu einem wertvollen und geduldigen Teammitglied, das Kooperationen und Loyalität sehr schätzt. In Ihrem Verhalten priorisieren sie Unterstützung, Zusammenarbeit und Stabilität.

Die Farbe GELB steht für das G = Gewissenhaft. Diese gelben Typen sind sehr bedacht und korrekt. Dies äußert sich auch in einer Vorliebe für Zahlen, Daten und Fakten. Der gelbe Typus handelt vorausschauend, systematisch und stets innerhalb der vorgegebenen Regeln, Prozesse und Normen. Eine diplomatische Art und ein ausgeprägter Hunger nach Wissen werden begleitet von der Priorisierung der Themen Genauigkeit, Herausforderung und Stabilität.

Wendet man nun dieses Schema an, dann finden sich meist immer eine größere Ansammlung an identischen Farben an. Und – welch Wunder – ist diese Farbe meist dann auch identisch mit der Farbe des Abteilungsleiters. „Schmidt stellt immer Schmidt‘chen ein“ ist ein genauso einfaches wie leider wahres Sprichwort…

Im Zuge der Digitalisierung ist aber eine bunte Zusammenstellung der Farben von enormer Wichtigkeit und ein gewichtiger Erfolgsfaktor. Analysieren Sie zum Start also am besten gemeinsam mit ihrer Personalabteilung die Farbverteilung in ihrer Organisation und setzen sie mit Bedacht ein paar neue Anreize – oder besser Farbtupfer – um alte Denkmuster aufzubrechen.

Und auch wenn Ihnen die Farbe ROT als die perfekte Farbe für die Digitalisierung ins Auge springen mag, so bedenken sie nur in der richtigen Mischung werden Sie die bestmöglichen Ergebnisse erreichen!

Wir haben Ihnen jetzt ein paar konkrete Methoden und auch bereits vereinzelt Technologien an die Hand gegeben, damit Sie zum einem den Standort Ihrer Organisation bestimmen und zum anderen mit kleinen, einfachen Schritten bereits schnelle, spürbare Mehrwerte gemeinsam mit ihrer IT-Abteilung erzeugen können.

Was ist nun dieser digital mindset?

Der „digital mindset“ ist geprägt von Neugier, Offenheit und Spaß an neuen Technologien und Methoden. Schaffen Sie Zeit und Raum für diese Themen und lassen sie ihr Team auch mal was ausprobieren.

Zwei prominente Vertreter dieser Spezies „Homo Digitalus“ möchten wir ihnen an der Stelle einmal vorstellen, um die Grundzüge des „digital mindsets“ plastischer zu machen.

Der erste dieser Kandidaten ist Sir James Dyson, der Vater aller beutellosen Staubsauger. Sir Dyson hat über 15 Jahre an seinem Dyson DC01 gearbeitet und dabei über 5100 Versuchsmodelle geschaffen.