GOTT IST
MIR ZUFLUCHT
UND STÄRKE
Das evangelische
Andachtsbuch
Herausgegeben von
Georg Schwikart
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://portal.dnb.de abrufbar.
Alle Bibelzitate in diesem Andachtsbuch stammen aus:
Neues Leben. Die Bibel © der deutschen Ausgabe 2002 und 2006 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Witten/Holzgerlingen (www.scm-brockhaus.de)
Trotz intensiver Bemühungen war es leider nicht für alle Materialquellen möglich, die Rechteinhaber ausfindig zu machen und zu kontaktieren, um erforderliche Veröffentlichungsrechte einzuholen. Wir bitten um Verständnis und bitten die Rechteinhaber sowie die Verlage, deren Rechte berührt sind, sich ggf. mit uns in Verbindung zu setzen.
Copyright © 2021 Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh,
in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH,
Neumarkter Str. 28, 81673 München
Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.
Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.
Umsetzung eBook: Greiner & Reichel, Köln
Umschlagmotiv: www.pixabay.com
ISBN 978-3-641-26340-9
V001
www.gtvh.de
GOTT IST MIR ZUFLUCHT UND STÄRKE
Diese Verheißung zieht sich durch die ganze Heilige Schrift: Wer sich vertrauensvoll an Gott wendet, wer bei ihm Zuflucht sucht in den Nöten des Lebens und sich auch in guten Zeiten an ihn hält – der wird stark und widerstandsfähig, und der wird von einer Freude erfüllt, die auf Erden durch nichts anderes geschenkt werden kann.
Dieses Buch lädt zur täglichen Andacht ein, um sich der Gegenwart Gottes inmitten unseres Alltags bewusst zu werden. Die Andachtsvorschläge eignen sich für Einzelne und Gruppen, unabhängig von der Tageszeit; für den Gebrauch im Wohnzimmer, im Dienstgespräch, in der Kirche, auf Reisen oder auf der Parkbank … Wenn möglich, sollten die Texte (auch von Einzelnen) laut gesprochen werden, dann entfalten sie eine besondere Wirkung.
Die Andachten orientieren sich am liturgischen Kalender der Evangelischen Kirche. Im Mittelpunkt stehen Bibeltexte aus der liturgischen Ordnung für die Sonn- und Feiertage, verteilt auf die Woche. Hier sind sie aber nicht der Lutherbibel entnommen, sondern der Ausgabe »Neues Leben. Die Bibel«. Das führt bei vielen bekannten Passagen zu neuem Hinhören!
Eine Andacht könnte folgendermaßen gestaltet werden:
Eröffnung: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Freies Gebet: Hier kann der betende Mensch in kurzen, freien Worten seine Situation vor Gott bringen: Noch bin ich müde, aber ich komme zu dir. – Mitten am Tag nehme ich mir Zeit zur Besinnung. – Heute war alles anstrengend. – Ich bin glücklich! – Mir ist nicht gut …
Psalm: Psalmen sind solidarische Gebete. Mal treffen sie unser persönliches Empfinden, aber mal beten auch die Sicheren mit den Verfolgten, oder die Unglücklichen mit den Frohen. Bei mehreren Teilnehmenden der Andacht können die Psalmverse im Wechsel oder gemeinsam gesprochen werden. Anschließend (gesungen): Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Lesung: Die ganze Bandbreite der biblischen Bücher wird hier berücksichtigt. Damit das Wort Gottes wirklich zu uns sprechen kann, braucht es aufmerksame Augen und Ohren, vor allem ein hörendes Herz. Und die Stille … dann kann es uns erfüllen und bewegen.
Gebet: Hier finden sich Anregungen zum Weiterbeten, alte und zeitgenössische Worte, Formulierungen großer Gestalten des Christentums, wie auch »unscheinbarer« Gläubiger.
Vaterunser: Das Gebet des Herrn gehört als Säule des Glaubens dazu, es kann eingeleitet werden durch: Herr, erbarme dich; Christus, erbarme dich; Herr, erbarme dich.
Segen: Es segne mich/uns der barmherzige Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Lied: Aus dem reichen Schatz an Kirchenliedern ist jeweils eine Strophe zum Singen vorgeschlagen, mal traditionell, mal modern. (In Klammern steht bei weniger bekannten Liedern die bekannte oder eine alternative Melodie.)
Viele Wörter allein machen noch kein Gebet. Es kommt auf die Haltung an, das Verlangen nach Nähe und die Sehnsucht nach göttlicher Präsenz. Aber die Wörter dieses Buches können uns hinführen zur Gewissheit von Gottes Dasein, im Hier und Jetzt, in allen Lebenslagen. Möge dieses Andachtsbuch helfen, die Gegenwart Gottes zu erfahren, der uns Zuflucht und Stärke sein will.
Bonn, den 31. Oktober 2020, am Reformationsfest
Georg Schwikart
1. SONNTAG IM ADVENT
PSALM 68,20-21
Gelobt sei der Herr täglich:
Gott, unser Retter, trägt für uns Belastungen.
Unser Gott ist ein Gott, der rettet!
Der allmächtige Herr befreit uns vom Tod.
LESUNG: MATTHÄUS 21,1-11
Kurz vor Jerusalem kamen Jesus und die Jünger durch das Städtchen Betfage am Ölberg. Jesus schickte zwei der Jünger voraus. »Geht in das Dorf dort«, sagte er, »dort werdet ihr eine Eselin angebunden sehen und bei ihr ein Fohlen. Bindet die beiden los und bringt sie her. Wenn jemand fragt, was ihr da tut, dann sagt nur: ›Der Herr braucht sie‹, und man wird sie euch mitgeben.« Auf diese Weise wurde die Prophezeiung erfüllt: »Sagt dem Volk Israel: ›Seht, euer König kommt zu euch. Er ist sanftmütig und reitet auf einem Esel – ja auf dem Fohlen eines Esels, dem Jungen eines Lasttieres.‹« Die beiden Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Tiere zu ihm, warfen ihre Mäntel über das Fohlen, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Mäntel vor Jesus auf der Straße aus. Andere schnitten Zweige von den Bäumen und bestreuten den Weg damit. Er befand sich in der Mitte des Zuges, und die Menge um ihn herum jubelte: »Gelobt sei Gott für den Sohn Davids! Gepriesen sei, der im Namen des Herrn kommt! Lobt Gott im höchsten Himmel!« Die ganze Stadt Jerusalem war in Aufruhr, als er einzog. »Wer ist das?«, fragten die Leute. Und die Menschen in der Menge antworteten: »Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa.«
GEBET: GEORG SCHWIKART
Advent heißt: Zeit der Erwartung.
Entzünde Sehnsucht in uns, Gott,
damit wir geduldig warten auf dich.
Advent heißt: Einladung zur Umkehr.
Ruf uns beim Namen, Herr,
damit wir umkehren zu dir.
Advent heißt: Ankunft.
Mache uns bereit, Gott,
damit du ankommen kannst bei uns.
LIED: WIE SOLL ICH DICH EMPFANGEN
Dein Zion streut dir Palmen
und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen
ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen
in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen,
so gut es kann und weiß.
1. WOCHE IM ADVENT
MONTAG
PSALM 89,16-19
Glücklich ist das Volk, das dir zujubelt,
denn sie werden im Licht deiner Gegenwart leben.
Den ganzen Tag freuen sie sich über deinen herrlichen Namen
und jubeln über deine Gerechtigkeit.
Du bist ihre besondere Stärke,
all unsere Macht beruht auf deiner Güte.
Unser Schutz kommt vom Herrn,
und er, der Heilige Israels, hat uns unseren König gegeben.
LESUNG: SACHARJA 9,9-10
Juble laut, du Volk von Zion! Freut euch, ihr Bewohner von Jerusalem! Seht, euer König kommt zu euch. Er ist gerecht und siegreich, und doch ist er demütig und reitet auf einem Esel – ja, auf dem Fohlen eines Esels, dem Jungen einer Eselin. Ich will die Streitwagen aus Israel und die Schlachtrosse aus Jerusalem vernichten; auch der Kriegsbogen wird zerstört. Euer König wird den Völkern den Frieden verkündigen. Seine Herrschaft wird sich von Meer zu Meer und vom Euphrat bis zu den Enden der Erde erstrecken.
GEBET: GEORG SCHWIKART
Ach, Gott, bis heute wollen wir einen
der seine Feinde als Fußschemel demütigt
der das Zepter der Macht schwingt
der über seine Feinde herrscht
der in heiligem Schmuck erscheint
der Priester ist, und zwar auf ewig
der Könige zerschmettert
und donnernd Gericht hält über die Völker
Bis heute sind wir verwirrt über einen
der im Stall zur Welt kommt
der ruhelos umherzieht
und Kinder segnet
der mit jedem spricht
und mit Sündern isst
der auf einem Esel reitet
der am Kreuz den Glauben verliert
und sich nichts aus Gräbern macht
Er trinkt nicht aus goldenen Kelchen
sondern aus dem Bach am Weg
Er geht aufrecht
LIED: TOCHTER ZION
Tochter Zion, freue dich,
jauchze laut, Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir,
ja, er kommt, der Friedefürst.
Tochter Zion, freue dich,
jauchze laut, Jerusalem!
1. WOCHE IM ADVENT
DIENSTAG
PSALM 18,27-29
Den Reinen erweist du dich als rein,
doch den Falschen überführst du.
Denn du rettest den Elenden,
aber die Stolzen erniedrigst du.
Herr, du hast Licht in mein Leben gebracht,
du, mein Gott, hast meine Finsternis erhellt.
LESUNG: RÖMER 13,8-12
Bleibt niemandem etwas schuldig, abgesehen von der Liebe, die ihr einander immer schuldig seid. Denn wer den anderen liebt, hat damit das Gesetz Gottes erfüllt. Die Gebote gegen Ehebruch, Mord, Diebstahl und Begehren sind – wie auch alle anderen Gebote – in diesem einen Gebot zusammengefasst: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.« Die Liebe fügt niemandem Schaden zu; deshalb ist die Liebe die Erfüllung von Gottes Gesetz. Führt euer Leben auf diese Weise, weil ihr wisst, dass die Zeit begrenzt ist. Wacht auf, denn wir sind unserer Rettung jetzt näher als zu Beginn unseres Glaubens. Die Nacht ist fast vorüber; der Tag der Erlösung kommt bald. Deshalb lebt nicht in der Finsternis mit ihren bösen Taten, sondern greift zu den Waffen des Lichts!
GEBET: EDITH STEIN
Erhör, o Gott, mein Flehen, / Hab auf mein Beten acht.
Du sahst von fern mich stehen, / Ich rief aus dunkler Nacht.
Auf eines Felsens Höhe / Erheb mich gnädiglich.
Auf dich ich hoffend sehe: / Du lenkst und leitest mich.
Mein Bitten hast erhöret, / Mein Gott, in Gnaden du.
Wer deinen Namen ehret, / Dem fällt dein Erbe zu.
So schenke langes Leben / Dem, der sich dir geweiht;
Wollst Jahr um Jahr ihm geben, / Ihn segnen allezeit.
Du bist gleich einem Turme, / Den nie der Feind bezwang.
Ich weiche keinem Sturme, / Bei dir ist mir nicht bang.
In deinem Zelt bewahren / Willst du mich immerdar.
Mich hütet vor Gefahren / Dein schirmend Flügelpaar.
LIED: DIE NACHT IST VORGEDRUNGEN
Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern!
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.
1. WOCHE IM ADVENT
MITTWOCH
PSALM 48,10-11
Gott, wir denken über deine Gnade nach,
wenn wir dich in deinem Tempel anbeten.
Wie es deinem Namen zukommt, Gott,
wirst du gepriesen auf der ganzen Welt.
Dein Handeln ist voller Gerechtigkeit.
LESUNG: JEREMIA 23,5-8
»Denn es kommt der Tag«, spricht der Herr, »da will ich einen Nachkommen Davids zum König ernennen. Er wird mit großer Weisheit regieren und für Recht und Gerechtigkeit im Land sorgen. In den Tagen seiner Herrschaft wird Juda gerettet werden und Israel sicher wohnen. Diesem König wird man den Namen geben: ›Der Herr ist unsere Gerechtigkeit‹. Und es wird auch der Tag kommen«, spricht der Herr, »da wird man beim Schwören nicht mehr sagen: ›So wahr der Herr lebt, der das Volk Israel aus dem Land Ägypten herausgeführt hat‹. Stattdessen wird man sagen: ›So wahr der Herr lebt, der alle, die zum Volk Israel gehören, aus dem Land im Norden zurückbrachte und aus allen Ländern, in die er sie vertrieben hatte, damit sie wieder in ihrer Heimat leben.‹«
GEBET: FRANZ VON ASSISI
Du bist die Liebe. Du bist die Weisheit.
Du bist die Demut. Du bist die Geduld.
Du bist die Sicherheit. Du bist die Ruhe.
Du bist die Freude und das Frohlocken.
Du bist die Gerechtigkeit und das Maßhalten.
Du bist jeglicher Reichtum zur Genüge.
Du bist die Schönheit. Du bist die Milde.
Du bist der Beschützer.
Du bist der Wächter und der Beschirmer.
Du bist die Stärke. Du bist die Erquickung.
Du bist unsere Hoffnung. Du bist unser Glaube.
Du bist unsere große Wonne.
Du bist unser ewiges Leben, großer und wunderbarer Herr,
allmächtiger Gott, barmherziger Heiland.
LIED: MACHT HOCH DIE TÜR
Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unsre Not zum End er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland groß von Tat.
1. WOCHE IM ADVENT
DONNERSTAG
PSALM 24,9-10
Öffnet euch, ihr ehrwürdigen Tore und ihr uralten Türen,
damit der König der Herrlichkeit einziehen kann.
Wer ist der König der Herrlichkeit?
Es ist der allmächtige Herr –
er ist der König der Herrlichkeit.
LESUNG: OFFENBARUNG 3,14-22
Schreibe diesen Brief dem Engel der Gemeinde in Laodizea. Das ist die Botschaft dessen, der das Amen ist – der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich weiß alles, was du tust und dass du weder heiß noch kalt bist. Ich wünschte, du wärest entweder das eine oder das andere! Aber da du wie lauwarmes Wasser bist, werde ich dich aus meinem Mund ausspucken! Du sagst: »Ich bin reich. Ich habe alles, was ich will. Ich brauche nichts!« Und du merkst nicht, dass du erbärmlich und bemitleidenswert und arm und blind und nackt bist. Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer gereinigt wurde. Dann wirst du reich sein. Und kaufe auch weiße Kleider, damit du dich bekleiden kannst und dich wegen deiner Nacktheit nicht schämen musst. Und kaufe Salbe für deine Augen, damit du sehen kannst. Wen ich liebe, den weise ich zurecht und erziehe ihn streng. Bleibe nicht gleichgültig, sondern kehre um! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand mich rufen hört und die Tür öffnet, werde ich eintreten, und wir werden miteinander essen. Ich werde jeden, der siegreich ist, einladen, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie ich siegreich war und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. Wer bereit ist zu hören, der höre auf das, was der Geist den Gemeinden sagt!
GEBET: JOHN HENRY NEWMAN
Gib mir, o Herr, die Klarheit des Gewissens, die allein deine Eingebung wahrnehmen und verstehen kann. Taube Ohren habe ich, die deine Stimme nicht vernehmen. Trübe Augen habe ich, die deine Zeichen nicht sehen. Du allein kannst mein Ohr schärfen und meinen Blick klären. Lehre mich, zu deinen Füßen zu sitzen und auf dein Wort zu hören.
LIED: O HEILAND, REISS DIE HIMMEL AUF
O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf;
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.
1. WOCHE IM ADVENT
FREITAG
PSALM 146,1-6
Halleluja! Meine Seele lobe den Herrn!
Ich will den Herrn loben, solange ich lebe.
Ich will meinen Gott loben, solange ich bin.
Setzt euer Vertrauen nicht auf die Mächtigen dieser Welt;
sie können euch nicht helfen.
Sie hören auf zu atmen und kehren wieder zur Erde zurück,
und mit ihnen sind all ihre Pläne gestorben.
Doch glücklich ist der, dem der Gott Israels hilft,
der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt.
Er hat Himmel und Erde gemacht,
das Meer und alles, was darin ist.
Seine Zusagen gelten für immer!
LESUNG: HEBRÄER 10,23-25
Deshalb wollen wir weiter an der Hoffnung festhalten, die wir bekennen, denn Gott steht treu zu seinen Zusagen. Spornt euch gegenseitig zu Liebe und zu guten Taten an. Und lasst uns unsere Zusammenkünfte nicht versäumen, wie einige es tun, sondern ermutigt und ermahnt einander, besonders jetzt, da der Tag seiner Wiederkehr näherrückt!
GEBET: HERBERT ASBECK
An einen treuen Freund: Wie steht es mit Deiner versprochenen Wiederkehr? Gar manchem müsstest Du heute Dein Gebot der Feindesliebe ins taube Ohr schreien, sind doch die Stimmen derer, die ›heilige‹ Kriege predigen, lauter als jedes Wort von der Sanftmut der Herzen. ›Du sollst nicht morden!‹, stand schon auf den Schrifttafeln vom Sinai. Der Mensch ist doch zum Leben geboren! So gibt es der Gründe noch mehr, um Dich zu einer baldigen Wiederkehr zu bewegen. Doch ich ahne es schon: Du wirst mir antworten, in mehr als zweitausend Jahren seit Deiner Geburt müsste doch jeder auf dieser Welt Deine Botschaft begriffen haben und deren Umsetzung in die Tat selbst in die Hand nehmen. Da wage ich nicht zu widersprechen.
LIED: GOTT, HEILGER SCHÖPFER ALLER STERN
Wir bitten dich, o heilger Christ,
der du zukünftig Richter bist,
lehr uns zuvor dein‘ Willen tun
und an dem Glauben nehmen zu.
1. WOCHE IM ADVENT
SAMSTAG
PSALM 41,14
Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, ja, Amen!
LESUNG: OFFENBARUNG 5,1-5.11-14
Und ich sah eine Schriftrolle in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß. Sie war innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt. Und ich sah einen starken Engel, der mit lauter Stimme rief: »Wer ist würdig, die Siegel dieser Schriftrolle zu brechen und sie zu öffnen?« Aber niemand im Himmel oder auf der Erde oder unter der Erde konnte die Schriftrolle öffnen und lesen. Da weinte ich, weil man niemanden finden konnte, der würdig war, die Schriftrolle zu öffnen und sie zu lesen. Aber einer der Ältesten sagte zu mir: »Weine nicht! Siehe, der Löwe aus dem Stamm Juda, der Erbe aus der Wurzel Davids, hat gesiegt. Er ist würdig, die Schriftrolle zu öffnen und ihre sieben Siegel zu brechen.« Dann sah ich wieder Tausende und Abertausende von Engeln um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten und hörte ihr Singen. Und sie sangen in einem gewaltigen Chor: »Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist. Es ist würdig, Macht und Reichtum entgegenzunehmen und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lob.« Und dann hörte ich, wie alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und im Meer sangen: »Lob und Ehre und Herrlichkeit und Macht stehen dem zu, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm für immer und ewig.« Und die vier lebendigen Wesen sagten: »Amen!« Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an.
GEBET: GEORG SCHWIKART
Was atmet, lobe dich, Gott!
Na klar, mit Bigband und Bachkantaten
Gospel und Gregorianik
Jazz und Rock und Posaunenchor
Aber auch durch schiefe Kirchenchöre
und müden Gemeindegesang
Vor allem aber,
und das fällt uns schwer
durch das große Schweigen
Wir wollen dich loben, Gott:
still
und atmen
LIED: ALLEIN GOTT IN DER HÖH SEI EHR
O Jesu Christ, Sohn eingeborn
des allerhöchsten Vaters,
Versöhner derer, die verlorn,
du Stiller unsers Haders,
Lamm Gottes, heilger Herr und Gott:
nimm an die Bitt aus unsrer Not,
erbarm dich unser aller.
2. SONNTAG IM ADVENT
PSALM 119,127-129
Ich liebe deine Gebote von ganzem Herzen,
sie sind mir wertvoller als das kostbarste Gold.
Jedes deiner Gebote ist wirklich gerecht,
deshalb hasse ich alle Falschheit.
Deine Weisungen sind wunderbar,
deshalb halte ich sie!
LESUNG: LUKAS 21,25-33
Jesus sagte: »An Sonne, Mond und Sternen werden Zeichen erscheinen. Und auf der Erde werden die Völker in Aufruhr und Entsetzen sein, den wilden Wellen der Meere hilflos ausgeliefert. Viele Menschen werden den Mut verlieren, wenn sie diese Schrecken über die Erde hereinbrechen sehen, denn selbst die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht geraten. Und dann werden alle den Menschensohn mit Macht und großer Herrlichkeit in den Wolken des Himmels kommen sehen. Wenn all das anfängt, dann richtet euch auf und hebt den Blick, denn eure Erlösung ist ganz nahe!« Und er gab ihnen folgenden Vergleich: »Seht euch einen Feigenbaum oder einen anderen Baum an. Wenn die Blätter sprießen, wisst ihr, dass der Sommer kommt. Genauso könnt ihr, wenn ihr all dies geschehen seht, sicher sein, dass das Reich Gottes nahe ist. Ich versichere euch: Diese Generation wird nicht von der Erde verschwinden, bis alle diese Ereignisse eingetreten sind. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden für immer bleiben.«
GEBET: NACH MARTIN LUTHER KING
Komme, was mag. Du, Gott, bist mächtig!
Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die du bist. Du kannst Wege aus der Ausweglosigkeit zeigen. Du willst das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln, zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.
LIED: ES KOMMT EIN SCHIFF, GELADEN
Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein‘ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
2. WOCHE IM ADVENT
MONTAG
PSALM 103,11-13
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so groß ist seine Gnade gegenüber denen, die ihn fürchten.
So fern der Osten vom Westen ist,
hat er unsere Verfehlungen von uns entfernt.
Wie sich ein Vater über seine Kinder zärtlich erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten.
LESUNG: JESAJA 63,15-64,3
Herr, blick vom Himmel, deiner heiligen, herrlichen Wohnung, herab. Wo sind dein leidenschaftlicher Eifer und deine Macht? Warum hältst du dein Mitgefühl uns gegenüber zurück, deine Gnade und Barmherzigkeit, mit der du für uns eingetreten bist? Du bist unser Vater! Abraham weiß nichts von uns, und Israel will uns nicht kennen. Du bist unser Vater! Dein Name heißt von Urzeiten her »unser Erlöser«. Herr, warum lässt du uns von deinem Weg abweichen? Warum hast du unsere Herzen verstockt, sodass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre doch zurück, denn wir sind deine Diener und die Stämme deines Eigentums. Für kurze Zeit war dein heiliges Volk im Besitz seines Erbes. Doch dann haben unsere Bedränger dein Heiligtum zertreten. Es geht uns so, als hättest du nie über uns geherrscht, als sei dein Name niemals über uns genannt worden. Tritt doch aus dem Himmel hervor, komm herab und lass die Berge in deiner Gegenwart zittern.
GEBET: GEORG SCHWIKART
Noch
glüht ein Funke
von dir in mir
du allein
kannst ihn entfachen
zu loderndem Feuer
Zweifel?
vielleicht ist er nur
verdrängter Glaube
LIED: MIT ERNST, O MENSCHENKINDER
Ach mache du mich Armen
zu dieser heilgen Zeit
aus Güte und Erbarmen,
Herr Jesu, selbst bereit.
Zieh in mein Herz hinein
vom Stall und von der Krippen,
so werden Herz und Lippen
dir allzeit dankbar sein.
2. WOCHE IM ADVENT
DIENSTAG
PSALM 65,10-13
Du sorgst für die Erde und bewässerst sie,
machst sie üppig und fruchtbar.
Gottes Fluss führt Wasser im Überfluss.
Du schenkst ihnen Getreide in Hülle und Fülle,
denn so hast du es angeordnet.
Du tränkst die Ackerfurchen mit Regen
und weichst den Erdboden auf.
Du schenkst der Erde fruchtbringenden Regen
und segnest, was auf ihr wächst.
Du krönst das Jahr mit reicher Ernte,
die steinigen Wege fließen über vor Fülle.
Die Wüste wird zur blühenden Wiese,
und von den Bergen hört man Jubel.
Die Täler sind voller Schafherden,
und die Felder sind üppig mit Korn bedeckt.
Deshalb freuen sich alle und singen vor Glück!
LESUNG: JAKOBUS 5,7-8
Liebe Brüder und Schwestern, habt Geduld, während ihr auf die Wiederkehr des Herrn wartet! Denkt an die Bauern, die im Herbst und im Frühling eifrig nach Regen Ausschau halten. Geduldig warten sie darauf, dass die Ernte heranreift. Auch ihr müsst geduldig sein. Und seid zuversichtlich, denn das Kommen des Herrn steht kurz bevor!
GEBET: NACH DIETRICH BONHOEFFER
Gott! Eine Gefängniszelle ist ein ganz guter Vergleich für die Adventssituation; man wartet und hofft und tut dies oder jenes – die Tür ist verschlossen und kann nur von außen geöffnet werden.
LIED: NUN KOMM, DER HEIDEN HEILAND
Nun komm, der Heiden Heiland,
der Jungfrauen Kind erkannt,
dass sich wunder alle Welt,
Gott solch Geburt ihm bestellt.
2. WOCHE IM ADVENT
MITTWOCH
PSALM 16,11
Du wirst mir den Weg zum Leben zeigen
und mir die Freude deiner Gegenwart schenken.
Aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.
LESUNG: JESAJA 35,3-10
Stärkt die schlaffen Hände und festigt die wankenden Knie. Sprecht zu denen, die tief beunruhigt sind: »Seid stark und fürchtet euch nicht. Seht doch: Die Rache und Vergeltung unseres Gottes kommt. Er wird kommen und euch retten. Dann werden die Augen der Blinden und die Ohren der Tauben geöffnet. Der Lahme wird springen wie ein Hirsch, und der Stumme wird jubeln. Denn aus der Wüste entspringen Quellen, Ströme bewässern die Steppe. Luftspiegelungen werden zu echten Seen und das durstige Land zu sprudelnden Wasserquellen. Gras, Binse und Schilf blühen, wo einst Schakale hausten. Durch die Wüste führt dann eine Straße, die die heilige Straße genannt werden wird. Kein unreiner Mensch wird darauf wandern, denn sie ist nur für sein Volk bestimmt. Wer auch immer auf diesem Weg geht, wird sich nicht verirren. Selbst der Einfältige wird darauf nicht fehlgehen. Löwen wird es dort nicht geben. Kein wildes Raubtier wird diesen Weg betreten. Nur die Erlösten werden darauf gehen. Diejenigen, die vom Herrn erlöst wurden, werden zurückkehren und jubelnd nach Jerusalem kommen. Ihr Gesicht spiegelt unendliche Freude wider. Freude und Glück werden bei ihnen einkehren, Kummer und Seufzen aber werden vor ihnen fliehen.«
GEBET: NACH DAVID HERBERT LAWRENCE
Alles, worauf es ankommt, ist, eins zu sein mit dir,
dem lebendigen Gott,
ein Geschöpf zu sein in deinem Haus, dem Gott des Lebens.
Wie eine Katze, die auf dem Stuhl eingeschlafen ist,
friedlich, in Frieden
und eins mit dem Herrn des Hauses, der Herrin,
daheim, daheim im Haus des Lebendigen,
schlafend am Herd und gähnend am Feuer.
Schlafend am Herd der lebendigen Welt,
gähnend daheim vor dem Feuer des Lebens
und deine Gegenwart, des lebendigen Gottes, fühlend
wie eine unerschütterliche Gewissheit,
eine tiefe Ruhe im Herzen.
LIED: NUN JAUCHZET, ALL IHR FROMMEN (AUS MEINES HERZENS GRUNDE)
Er wird nun bald erscheinen
in seiner Herrlichkeit
und all eur Klag und Weinen
verwandeln ganz in Freud.
Er ists, der helfen kann;
halt’ eure Lampen fertig
und seid stets sein gewärtig,
er ist schon auf der Bahn.
2. WOCHE IM ADVENT
DONNERSTAG
PSALM 144,3-5
Herr, was ist der Mensch, dass du ihn beachtest,
und das Kind eines Menschen, dass du für es sorgst?
Denn er ist wie ein Hauch,
sein Leben ist wie ein vorüberhuschender Schatten.
Neige den Himmel, Herr, und komm herab,
berühre die Berge, sodass sie rauchen.
LESUNG: HOHESLIED 2,8-13
Da, ich höre ihn – meinen Geliebten! Da kommt er, er springt über die Berge und hüpft über die Hügel. Mein Geliebter ist wie eine Gazelle, wie ein junger Hirsch. Sieh, da steht er schon hinter unserer Mauer! Jetzt schaut er durchs Fenster herein, blickt durch die Gitter. Mein Geliebter sagt zu mir: ›Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm! Denn der Winter ist vorüber, die Regenzeit ist vorbei und vergangen. Die Blumen beginnen zu blühen, die Zeit des Singens ist gekommen: Überall in unserem Land hört man die Turteltaube gurren. Die Feigenbäume tragen Knospen, die Reben stehen in Blüte und verströmen ihren Duft. Steh auf, meine Freundin, meine Schöne, und komm!‹
GEBET: GEORG SCHWIKART
Jesus!
Komm, komm, – komm mir nicht zu nah.
Lass mich, lass mich, – lass mich nicht allein.
Deine Nähe engt mich ein,
deine Ferne tut mir weh.
Kommst du, sag ich: Geh!
LIED: ES KOMMT EIN SCHIFF, GELADEN
Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muss vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,
danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
das ewig Leben erben,
wie an ihm ist geschehn.
2. WOCHE IM ADVENT
FREITAG
PSALM 87,5-6
Von Jerusalem wird es heißen:
»Alle seine Bewohner sind darin geboren!«
Und der Höchste selbst wird die Stadt beschützen.
Wenn der Herr die Völker aufzählt, wird er sagen:
»Dieses Volk ist in Jerusalem geboren.«
LESUNG: OFFENBARUNG 3,7-13
Schreibe diesen Brief dem Engel der Gemeinde in Philadelphia. Das ist die Botschaft dessen, der heilig und wahrhaftig ist und der den Schlüssel Davids hat. Was er öffnet, kann niemand schließen, und was er schließt, kann niemand öffnen. Ich weiß alles, was du tust, und ich habe eine Tür für dich geöffnet, die niemand schließen kann; denn du bist nicht stark, aber hast an meinem Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet. Ich werde einige von denen, die zum Satan gehören – sie lügen, denn sie geben sich als Juden aus, sind es aber nicht –, dazu bringen, zu kommen und sich vor deinen Füßen niederzuwerfen. Sie werden erkennen, dass ich dich geliebt habe. Weil du meinen Befehl befolgt hast, geduldig zu warten, werde ich dich vor der schweren Zeit der Prüfung beschützen, die über die ganze Welt kommen wird, um alle zu prüfen, die auf dieser Erde leben. Ja, ich komme bald! Halte an dem fest, was du hast, damit dir niemand deinen Siegeskranz nimmt! Wer siegreich ist, den werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird ihn nie verlassen müssen. Ich werde ihn mit dem Namen meines Gottes kennzeichnen, und er wird Bürger in der Stadt meines Gottes sein – in dem neuen Jerusalem, das von meinem Gott aus dem Himmel herabkommt. Und mein neuer Name wird auf ihm geschrieben stehen. Wer bereit ist zu hören, der höre auf das, was der Geist den Gemeinden sagt!
GEBET: ELISABETH SPIES
Du suchst meine verweigerten Blicke
in den Tiefen
des Himmels;
almosengleich schütten die Sterne
ihr Licht
in meine Blindheit,
und mein Hunger lodert ungestillt.
LIED: MACHT HOCH DIE TÜR
Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.
2. WOCHE IM ADVENT
SAMSTAG
PSALM 38,20-23
Meine Feinde sind mächtig,
zahlreich sind die, die mich ohne Grund hassen.
Sie vergelten mir Gutes mit Bösem
und verfolgen mich, weil ich das Gute tun will.
Verlass mich nicht, Herr, und sei nicht fern, mein Gott.
Komm mir bald zu Hilfe! Herr, du mein Retter.
LESUNG: MATTHÄUS 24,1-14
Als Jesus das Tempelgelände verließ, zeigten seine Jünger ihm die verschiedenen Gebäude, die zum Tempel gehörten. Doch er sagte zu ihnen: »Seht ihr diese Gebäude? Ich versichere euch: Sie werden alle zerstört werden, sodass kein Stein auf dem anderen bleibt.« Später saß Jesus am Hang des Ölbergs. Seine Jünger kamen zu ihm und fragten: »Wann wird all das geschehen? Und wird es vorher ein Zeichen geben, das deine Wiederkehr und das Ende der Welt ankündigt?« Jesus antwortete ihnen: »Lasst euch von niemandem etwas weismachen. Viele werden in meinem Namen auftreten und behaupten: ›Ich bin der Christus‹, und sie werden viele irreführen. Überall werden Kriege ausbrechen. Aber habt keine Angst – diese Dinge müssen geschehen, doch das Ende wird noch nicht unmittelbar darauf folgen. Völker und Königreiche werden sich den Krieg erklären. In vielen Teilen der Welt wird es Erdbeben geben, und es wird zu Hungersnöten kommen. Doch all das wird erst der Anfang der Schrecken sein, die auf euch zukommen. Ihr werdet verhaftet, verfolgt und umgebracht werden. Auf der ganzen Welt wird man euch hassen, weil ihr euch zu meinem Namen bekennt. Viele werden sich von mir abwenden und einander verraten und hassen. Viele falsche Propheten werden auftreten und die Menschen täuschen. Die Gesetzlosigkeit wird immer mehr überhandnehmen und die Liebe wird bei vielen erkalten. Doch wer bis zum Ende durchhält, wird gerettet werden. Die Botschaft vom Reich Gottes wird auf der ganzen Welt gepredigt werden, damit alle Völker sie hören, und dann erst wird das Ende kommen.«
GEBET: ANTOINE DE SAINT-EXUPÉRY
Warum zwingst Du mich, Herr, zu dieser Durchquerung der Wüste? Ich plage mich inmitten der Dornen. Es bedarf nur eines Zeichens von Dir, damit sich die Wüste verwandelt, damit der blonde Sand und der Horizont und der große stille Wind nicht mehr nur eine unzusammenhängende Summe, sondern ein weites Reich bilden, an dem ich mich begeistere und durch das hindurch ich Dich erkenne.
LIED: O HEILAND, REISS DIE HIMMEL AUF
Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
komm, tröst uns hier im Jammertal.
3. SONNTAG IM ADVENT
PSALM 39,7-8
Wir sind nicht mehr als Schatten,
und all unsre Geschäftigkeit führt zu nichts.
Wir häufen Reichtum an,
den ein anderer ausgeben wird.
Worauf kann ich jetzt noch hoffen, Herr?
Meine einzige Hoffnung bist du.
LESUNG: LUKAS 1,67-79
Sein Vater Zacharias wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und weissagte: »Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, denn er ist zu seinem Volk gekommen und hat es erlöst. Einen mächtigen Retter aus dem königlichen Geschlecht seines Knechtes David hat er uns gesandt, wie er es vor langer Zeit durch seine heiligen Propheten versprochen hat. Nun werden wir vor unseren Feinden und vor allen, die uns hassen, gerettet werden. Er hat unseren Vorfahren Barmherzigkeit erwiesen, indem er seinen heiligen Bund mit ihnen nicht vergisst, den Bund, den er mit unserem Stammvater Abraham schloss. Wir wurden vor unseren Feinden gerettet, damit wir Gott alle Tage unseres Lebens dienen können in Heiligkeit und Gerechtigkeit – ohne Furcht. Und du, mein Kind, wirst Prophet des Allerhöchsten genannt werden, weil du dem Herrn den Weg ebnen wirst. Du wirst seinem Volk verkünden, wie es Rettung finden kann durch die Vergebung seiner Sünden. Durch die Güte und Barmherzigkeit Gottes wird nun das Licht des Himmels uns besuchen, um die zu erleuchten, die in der Dunkelheit und im Schatten des Todes sitzen, und um uns auf den Weg des Friedens zu leiten.«
GEBET: GEBET DER INDIOS
Jesus Christus, unser Weg ist dauernd vom Kreuz und seinen Schatten gekennzeichnet. Diese Schatten sind: Streit in der Gemeinde wegen Kleinigkeiten, Uneinigkeit, Trunksucht, Diebstahl, Lügen, die steigenden Lebenskosten, Arbeitslosigkeit, Ungerechtigkeit, schlecht ernährte Kinder, Jugendliche ohne Ausbildung, Kranke ohne Medizin. Jesus Christus, wir danken dir, für den Weg zum Kreuz, den du uns gezeigt hast. Hilf uns, dir zu folgen auf diesem Weg, damit wir uns von diesen Schatten, die auf dem Weg sind, befreien können. Wir wollen alles daran setzen, damit in unseren Gemeinden Einigkeit, Gerechtigkeit, Liebe und Frieden herrschen.
LIED: WIR SAGEN EUCH AN DEN LIEBEN ADVENT
Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die dritte Kerze brennt.
Nun tragt eurer Güte hellen Schein
weit in die dunkle Welt hinein.
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.
3. WOCHE IM ADVENT
MONTAG
PSALM 90,5-6
Du wischst die Menschen fort wie einen Traum,
der am Morgen verschwindet, wie Gras, das in der Frühe wächst.
Am Morgen grünt und blüht es, aber am Abend ist es welk und trocken.
LESUNG: JESAJA 40,1-11
»Tröstet, ja, tröstet mein Volk«, spricht euer Gott. »Redet zum Herzen Jerusalems. Sagt ihm, dass seine Leidenszeit vorüber ist und dass seine Sünden bezahlt wurden. Denn der Herr hat es für alle seine Sünden doppelt gestraft.« Eine Stimme ruft: »Baut dem Herrn eine Straße durch die Wüste. Ebnet unserem Gott einen Weg durch die Steppe. Jedes Tal soll aufgeschüttet und jeder Berg und Hügel eingeebnet werden. Das Unebene soll gerade und das Hügelige eben werden. Dann wird die Herrlichkeit des Herrn offenbar und alle Menschen werden sie sehen. Dies hat der Herr beschlossen!« Eine Stimme sagte: »Rufe!« Ich fragte: »Was soll ich verkünden?« »Menschen sind wie Gras. Ihre Schönheit ist wie eine Feldblume. Das Gras verdorrt und die Blumen welken, wenn der Atem des Herrn über sie weht. Ja, wirklich: Das Volk ist Gras. Das Gras verdorrt und die Blumen welken; aber das Wort des Herrn hat für immer Bestand.« Zion, du Überbringerin der guten Botschaft, steig auf einen hohen Berg! Sprich mit lauter Stimme, Jerusalem, du Freudenbotin, sprich laut und fürchte dich nicht. Sag den Städten Judas: »Seht, da ist euer Gott! Seht, der Herr, euer Herrscher, kommt mit Macht. Er regiert zu seinem Nutzen. Seht hin: Er bringt eine Belohnung mit und führt sein wiedererworbenes Volk vor sich her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte: Die Lämmer wird er im Arm tragen und sie auf seinem Schoß halten, die Mutterschafe wird er freundlich leiten.«
GEBET: JOHN HENRY NEWMAN
Führe, du mildes Licht,
im Dunkel, das mich umgibt,
führe du mich hinan!
Die Nacht ist finster,
und ich
bin fern der Heimat:
Führe du mich hinan!
Leite du meinen Fuß!
Sehe ich auch nicht weiter:
Wenn ich nur sehe jeden Schritt.
Du hast mich behütet.
Wirst mich auch weiter führen:
über Sumpf und Moor,
über Ströme und lauernde Klippen,
bis vorüber die Nacht und
im Morgenlicht Engel mir winken.
Ach, ich habe sie längst geliebt,
nur vergessen für kurze Zeit!
LIED: WIE SOLL ICH DICH EMPFANGEN
Nichts, nichts hat dich getrieben
zu mir vom Himmelszelt
als das geliebte Lieben,
damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen
und großen Jammerlast,
die kein Mund kann aussagen,
so fest umfangen hast.
3. WOCHE IM ADVENT
DIENSTAG
PSALM 11,4-5
Doch der Herr ist in seinem heiligen Tempel
und herrscht noch immer vom Himmel aus.
Er sieht alles und prüft die Menschen auf Erden.
Der Herr prüft Gerechte und Ungerechte
und hasst alle, die Unrecht und Gewalt lieben.
LESUNG: 1. KORINTHER 4,1-5
Ihr sollt in uns Diener von Christus sehen, denen die Aufgabe anvertraut wurde, Gottes Geheimnisse zu erklären. Nun erwartet man von einem Menschen, dem ein Amt anvertraut wurde, dass er treu ist. Wie ist das nun bei mir? Bin ich treu gewesen? In dieser Frage spielt es kaum eine Rolle, was ihr oder sonst irgendjemand denkt, ja ich vertraue in diesem Punkt nicht einmal meinem eigenen Urteil. Mein Gewissen ist zwar rein, doch das ist nicht entscheidend. Es ist der Herr selbst, der mich prüft und darüber zu entscheiden hat. Deshalb hütet euch, voreilige Urteile über den Glauben anderer zu fällen, bevor der Herr wiederkommt. Wenn der Herr kommt, wird er unsere tiefsten Geheimnisse ans Licht bringen und unsere verborgensten Beweggründe offenbar machen. Und dann wird Gott jeden so loben, wie es ihm zusteht.
GEBET: INSCHRIFT AN DER CHORWAND DER KATHEDRALE VON COVENTRY
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse, Vater, vergib.
Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist, Vater, vergib.
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet, Vater, vergib.
Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der Anderen, Vater, vergib.
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge, Vater, vergib.
Die Wollust, die uns zum sexuellen Missbrauch unserer Mitmenschen verleitet, Vater, vergib.
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott, Vater, vergib.
Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebt einer dem Anderen, wie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus.
LIED: JA, WENN DER HERR EINST WIEDERKOMMT
Ja, wenn der Herr einst wiederkommt,
ja, wenn der Herr einst wiederkommt,
ja, dann lass mich auch dabei sein,
ja, wenn der Herr einst wiederkommt.
3. WOCHE IM ADVENT
MITTWOCH
PSALM 117,1-2
Lobt den Herrn, all ihr Völker.
Lobt ihn, alle Menschen auf Erden.
Denn seine Gnade ist groß
und seine Treue besteht für alle Zeit. Halleluja!
LESUNG: RÖMER 15,4-13
Dies wurde vor langer Zeit aufgeschrieben, damit wir daraus lernen. Es soll uns Hoffnung geben und ermutigen, sodass wir geduldig auf das warten, was Gott in der Schrift versprochen hat. Gott, der diese Geduld und Ermutigung schenkt, soll euch helfen, eins zu sein und in Frieden miteinander zu leben. Geht miteinander so um, wie es Christus vorgelebt hat. Dann könnt ihr gemeinsam mit einer Stimme Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, loben und ehren. Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, denn dadurch wird Gott geehrt. Denkt daran, dass Christus als ein Diener zu den Juden kam, um damit die Zusagen Gottes wahr zu machen. Das beweist, dass Gott treu zu den Versprechen steht, die er ihren Vorfahren gegeben hat. Und er kam, damit auch die anderen Völker Gott für die Barmherzigkeit ehren, die er ihnen erwiesen hat. Das meinte auch der Psalmist, als er schrieb: »Ich will dich preisen unter den Völkern; ich will deinem Namen Loblieder singen.« Und an anderer Stelle steht: »Freut euch, ihr Völker, gemeinsam mit seinem Volk.« Und es heißt: »Lobt den Herrn, all ihr Völker; lobt ihn, alle Menschen auf Erden.« Und der Prophet Jesaja sagte: »Der Erbe aus der Wurzel Isais wird kommen, und er wird über die Völker herrschen. Sie werden all ihre Hoffnung auf ihn setzen.« Deshalb bete ich, dass Gott, der euch Hoffnung gibt, euch in eurem Glauben mit Freude und Frieden erfüllt, sodass eure Hoffnung immer größer wird durch die Kraft des Heiligen Geistes.
GEBET: MUTTER TERESA
Herr, öffne unsere Augen, damit wir dich in unseren Brüdern und Schwestern erkennen. Herr, öffne unsere Ohren, damit wir die Schreie der Hungernden hören, der Zitternden, der Erschrockenen und der Unterdrückten. Herr, öffne unsere Herzen, damit wir einander lieben, wie du uns liebst. Erneuere in uns deinen Geist, befreie uns und mach uns eins. Herr, mache uns würdig, den Mitmenschen überall in der Welt zu dienen, die in Armut und Hunger leben und sterben. Gib du ihnen heute das tägliche Brot durch unsere Hände. Gib ihnen Friede und Freude durch unser Verständnis, durch unsere Liebe.
LIED: ES KOMMT EIN SCHIFF, GELADEN
Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.
Der Anker haft‘ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.
3. WOCHE IM ADVENT
DONNERSTAG
PSALM 77,14
Gott, deine Wege sind heilig. Gibt es einen Gott, dessen Macht der deinen gleichkommt?
LESUNG: LUKAS 3,3-14.18
Daraufhin zog Johannes in der Gegend des Jordan von Ort zu Ort und predigte den Menschen: Sie sollten sich taufen lassen als Zeichen dafür, dass sie sich von ihren Sünden abgekehrt und Gott zugewandt hatten, um Vergebung zu erhalten. So erfüllte sich, was im Propheten Jesaja steht: »Er ist eine Stimme, die in der Wüste ruft: ›Schafft Raum für das Kommen des Herrn! Ebnet ihm den Weg! Die Täler sollen aufgeschüttet, die Berge und Hügel eingeebnet werden! Das Krumme soll gerade und das Raue glatt werden! Dann werden alle Menschen Gottes Heil sehen.‹« Und so sprach Johannes zu den Menschen, die zahlreich zu ihm kamen, um sich taufen zu lassen: »Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem bevorstehenden Gericht Gottes entgehen? Beweist durch euren Lebenswandel, dass ihr euch wirklich von euren Sünden abgekehrt und Gott zugewandt habt. Es genügt nicht zu sagen: ›Wir sind die Nachkommen Abrahams. Uns kann nichts geschehen.‹ Das beweist gar nichts. Wenn Gott wollte, könnte er aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Die Axt wird schon durch die Luft geschwungen, bereit, eure Wurzeln abzuhacken; denn jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.« Die Menge fragte: »Und was sollen wir tun?« Johannes erwiderte: »Wenn ihr zwei Mäntel habt, gebt einen den Armen. Wenn ihr zu essen habt, teilt es mit denen, die hungrig sind.« Auch Steuereinnehmer kamen zu ihm, um sich taufen zu lassen. Und auch sie fragten: »Meister, was sollen wir tun?« »Beweist, dass ihr ehrlich seid«, erwiderte er, »treibt nicht mehr Steuern ein, als die römische Regierung euch vorschreibt.« »Und was sollen wir tun?«, fragten einige Soldaten. Johannes antwortete: »Seid keine Räuber und Erpresser. Gebt euch mit eurem Sold zufrieden.« Und noch viele solche Warnungen sprach Johannes aus, als er dem Volk die Botschaft Gottes verkündete.
GEBET: GEORG SCHWIKART
Gott, es tut weh, meine Grenzen erkennen zu müssen. Ich bin nicht so stark, wie ich hoffte, nicht so schön, erfolgreich, intelligent, nicht so ausdauernd und mutig, wie ich mich selbst gern hätte. Ich wünschte, ich wäre gelassen, doch meine Tage ersticken in hastender Hektik. Ich träume vom anspruchslosen Leben, während ich meinen Konsum steigere. Ich will großzügig lieben, aber Kleingeist beherrscht mich, und ich werde schnell aggressiv. Gott, ich erkenne meine Grenzen. Hilf du mir, sie zu akzeptieren und zu überwinden.
LIED: MIT ERNST, O MENSCHENKINDER
Bereitet doch fein tüchtig
den Weg dem großen Gast;
macht seine Steige richtig,
lasst alles, was er hasst;
macht alle Bahnen recht,
die Täler all erhöhet,
macht niedrig, was hoch stehet,
was krumm ist,
gleich und schlicht.
3. WOCHE IM ADVENT
FREITAG
PSALM 74,9-11a
Wir sehen nirgendwo Zeichen dafür,
dass du uns retten wirst.
Es gibt keine Propheten mehr,
und niemand kann uns sagen, wie dies alles enden wird.
Wie lange noch, Gott, wirst du zulassen,
dass unsere Feinde uns verhöhnen?
Willst du für immer zusehen, wie sie deinen Namen verachten?
Warum hältst du dich zurück?
LESUNG: MATTHÄUS 11,2-10
Johannes der Täufer, der damals im Gefängnis war, hörte von den Taten des Christus. Er schickte seine Jünger zu Jesus mit der Frage: »Bist du wirklich der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?« Jesus antwortete ihnen: »Geht zurück zu Johannes und berichtet ihm, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden gesund, Taube hören, Tote werden zum Leben erweckt und den Armen wird die gute Botschaft verkündet. Und sagt ihm weiter: ›Glücklich sind die, die keinen Anstoß an mir nehmen.‹« Als die Jünger des Johannes wieder gegangen waren, erzählte Jesus den Menschen von ihm. »Wer ist dieser Mann in der Wüste, den ihr unbedingt sehen wolltet? Kam er euch schwach vor wie ein Schilfrohr, das im Windhauch hin und her schwankt? Oder habt ihr einen Mann erwartet, der in kostbare Gewänder gehüllt ist? Wer solche Kleidung trägt, wohnt in einem Palast und sicher nicht in der Wüste. Oder habt ihr in ihm einen Propheten vermutet? Ja, das ist er, er ist sogar noch mehr als das. Johannes ist der Mann, von dem die Schrift sagt: ›Ich sende meinen Boten vor dir her, er wird deine Ankunft vorbereiten.‹«
GEBET: BENEDIKT MARIA LINDEMANN
Bist du es, der da kommen soll, Jesus? Und wenn du es bist, so hilf mir, dich immer mehr zu suchen! Entzünde in mir die Sehnsucht nach dir; halte wach in mir das Interesse an dir. Bist du es, Jesus, der da kommen soll zu mir, in mein Leben, als Freund, als Bruder, als Mutter, als Schwester, als mein Herr und mein Gott, als Erlöser und Befreier? Bist du es, der da kommen soll, dann lass mich deine Liebe erfahren und mich selbst Antwort sein! Bist du es, Jesus, der da kommen soll? Dann erwarte ich von dir meine Zukunft; dann lege ich mein Leben in deine Hand. Dann will auch ich den Menschen laut verkünden: Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch, denn der Herr ist nahe!«
LIED: TOCHTER ZION, FREUE DICH
Hosianna, Davids Sohn,
sei gesegnet deinem Volk!
Gründe nun dein ewig Reich,
Hosianna in der Höh!
Hosianna, Davids Sohn,
sei gesegnet deinem Volk!
3. WOCHE IM ADVENT
SAMSTAG
PSALM 29,8
Die Stimme des Herrn erschüttert die Wüste,
der Herr erschüttert die Einöde von Kadesch.
LESUNG: JOHANNES 1,19-23