Ruth, eine junge Frau Anfang 20, rebelliert. Sie führt einen Kampf gegen das verstaubte Spießertum der großbürgerlichen Gesellschaft in Wien kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Der Zorn äußert sich im expressionistisch drängenden Staccato des mitreißenden Textes von Maria Lazar, einer lange vergessenen Autorin, die ihn im Alter von nur 20 Jahren zu Papier brachte.
Die fiktive Ruth, die reale Maria, sie schreien ihre Wut heraus. Gegen die dominante, tyrannische Mutter, die verkommene Verwandtschaft, den ignoranten älteren Liebhaber, der im Roman ohne Namen bleibt, und gleichwohl – da er vor langen Jahren eine Affäre mit Ruths Mutter hatte – ihr Vater sein könnte. Alle haben sie, saturiert und träge, ohne echten Ansporn, ihr Leben vergeudet – so sieht es die Protagonistin. Sie ist Rebellin, ein Punk aus gutem Hause, wie man heute sagen könnte. »Und unter dem Bett lag, staubdick geschichtet, wehrlose Wut.«
Der Rezensent Arthur Lichtenfels bringt es auf den Punkt: »Ein starker Roman über den Kampf einer jungen Frau gegen verkrustete Wertordnungen, ... eine gekonnt inszenierte Tour de Force der Selbstbehauptung gegenüber der eigenen Familie ... das alles in einem expressionistischen Swing geschrieben, der die Sprache zum Knistern bringt und einen atemlos bis zur letzten Seite fliegen lässt ... Schade, dass es keine Fortsetzung gibt!«
Dieser Roman ist die Wiederentdeckung der letzten zehn Jahre, in einer berauschenden, radikalen Sprache von heute. Kaum kann man es glauben, dass dieses Werk einer Zwanzigjährigen vor rund einhundert Jahren erschienen ist.
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