Inhalt

Im Dunkel

Von anderer Warte aus

Es fällt die Zeit

Ist Atheismus modern?

Der verdrängte Tod

Daran will ich glauben

Gibt es eine Welt ohne Tod?

Hoffnung

Herbstgedanken

Ernte

Lied der Hoffnung

Jenseitsreflexionen

Paradiesisch

Alles neu …

Fluss der Zeit

Die Raupe und das Leben nach dem Tod

Das andere Land

Wenn wir auferstehen sollen

Ich will glauben

Im Dunkel

Und ich irr durch den Nebel

und ich kenn mich nicht aus,

und ich seh keine Straße,

keinen Baum und kein Haus.

Und ich irr durch das Dunkel

und kein Licht ist zu sehn,

kein Stern, der mir leuchtet.

Sag, wohin soll ich gehn?

Bitte hilf mir im Finstern,

bitte zeig mir ein Licht,

und wär’s nur ein Schimmer,

der ins Dunkel einbricht!

Und ich ruf in die Ferne,

doch kein Echo schallt her.

Niemand gibt mir die Antwort,

alles bleibt stumm und leer.

Bitte lass mich dich hören,

bitte sag einen Ton,

ein einziges Wort

wär Hilfe mir schon!

Von anderer Warte aus

Schon beim ersten Strahl der Sonne hatte ich mich aufgemacht, um das Quartier, in dem ich in einem kleinen Tal ein paar freie Tage verbrachte, zu verlassen. Heute wollte ich einmal den ganzen Tag einfach nur wandern. Mit einer kleinen Brotzeit im Rucksack zog ich los, ging barfuß über die taufrischen Wiesen und überquerte den kleinen Steg. Die Sonne wurde immer wärmer, als ich über die Felder ging, und ich war froh, dass mich mein Weg durch einen schattigen Wald führte. Dann wieder eine Wiese voll herrlich duftender Sommerblumen. Ich steuerte auf ein paar kleine Häuschen zu und entdeckte kurz davor einen Brunnen. Glücklich und schon ein wenig erschöpft ließ ich mich an der Holzbank daneben nieder. Ich stand auf, schöpfte das herrlich frische Nass und trank das klare Wasser aus der hohlen Hand. Wie gut einfaches Wasser doch schmecken kann! Ich spritzte es mir ins Gesicht und machte noch ein paar Minuten Pause. Dann wanderte ich weiter. Allmählich ging es leicht bergauf. Mein Weg führte mich wieder über einen Steg. Unter einem schattigen Baum machte ich meine Mittagspause. Gott sei Dank war wieder ein Brunnen in der Nähe. Ich packte genüsslich meine Brotzeit aus und genoss das Schwarzbrot ebenso wie die Erfrischung des Trankes.

Der Aufstieg wurde immer steiler. Sollte ich jetzt wirklich noch bis zum Gipfel des Berges steigen? Ich habe meinen »inneren Schweinehund« überwunden und bin hinaufgestiegen, am Schluss sogar ein wenig geklettert.

Da sitze ich nun vor einer kleinen bewirtschafteten Hütte, genieße den Schluck Milch, Brot und Käse und schaue ins Tal zurück. Jetzt liegt alles, was ich heute erwandert, erstiegen und erklettert habe, vor mir. Ganz hinten sehe ich mein Quartier liegen. Da hinten sind die Wiesen, die Felder, der Steg, der Wald, da vorne die kleinen Häuser, bei denen ich mich am Brunnen erfrischt habe. Auch der Weg meines Aufstieges ist zu sehen. Alles kann ich überblicken, und ich beginne ein wenig nachdenklich zu werden.