Der Guide durch den Dschungel der Technologien von morgen
Mit rasender Geschwindigkeit verändert die digitale und biotechnologische Revolution alle Lebensbereiche. Euphorisch begeistern sich die einen für vermeintlich ungeahnte Möglichkeiten einer glücklichen und sorgenfreien Zukunft – andere sind ratlos und verunsichert, weil vertraute Gewissheiten sich auflösen. Was passiert hier mit uns, wohin geht die Reise? Wie wollen wir in Zukunft leben, arbeiten, wohnen, essen, reisen, lieben und konsumieren? Welche Technologien erweisen sich als nützlich, realistisch und vertrauenswürdig? Welche Neuerungen sind gefährlich oder ineffizient und verstärken gesellschaftliche Ungleichheiten?
Verena Lütschg leitet uns durch den Dschungel an technologischen Neuerungen. Anschaulich und klar führt die Expertin für technologische Innovationen und deren gesellschaftliche Auswirkungen durch komplexe Sachverhalte. Und endlich verstehen wir, was dran ist an den digitalen Technologien, allen voran Big Data, Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge. Wir erfahren, welche Chancen die Biowissenschaften und die Synthetische Biologie bieten und was es mit Blockchain, Robotik und Virtual Reality auf sich hat. – Eine faszinierende Entdeckungsreise in die Zukunft!
VERENA LÜTSCHG
ÜBER MORGEN
Der Zukunftskompass
Wie wollen wir in Zukunft leben?
Alle wichtigen neuen Technologien
auf einen Blick
WILHELM HEYNE VERLAG
MÜNCHEN
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Originalausgabe 01/2022
Copyright © 2022 by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München
Redaktion: Evelyn Boos-Körner
Umschlaggestaltung: Favoritbüro, München,
unter Verwendung eines Motivs von: Stocksy / VALERIYA SIMANTOVSKAYA
Satz und E-Book Produktion: Satzwerk Huber, Germering
ISBN: 978-3-641-28081-9
V001
www.heyne.de
Für Moritz
Inhalt
Einleitung
Teil I Wie wollen wir geboren werden, wie altern und wie sterben?
Kapitel 1: Über Vererbung, Design und den erweiterten Menschen
Kapitel 2: Über Geburt, Gesundheit und Krankheit
Kapitel 3: Über Altern und Tod
Teil II Wie wollen wir zusammenleben?
Kapitel 4: Künstliche Intelligenz und Big Data
Kapitel 5: Allein, zu zweit und in Gesellschaft
Kapitel 6: Liberale Demokratie versus autoritäre Doktrin
Teil III Was (und wie) wollen wir konsumieren?
Kapitel 7: Nahrung
Kapitel 8: Energie
Kapitel 9: Konsum- und andere Güter
Teil IV Wie wollen wir unsere Zeit verbringen?
Kapitel 10: Sinn und Unsinn von Arbeit
Kapitel 11: Kunst, Kultur und Engagement
Teil V Wo wollen wir sein?
Kapitel 12: Die eigenen vier Wände
Kapitel 13: Stadt und Land
Kapitel 14: … und wie wir hinkommen, wo wir hinwollen
Danksagung
Anhang
Bonustrack
Bibliografie
Abkürzungsverzeichnis
Einleitung
»Man braucht im Leben nichts zu fürchten, man muss es nur verstehen. Jetzt ist es an der Zeit, mehr zu verstehen, damit wir weniger fürchten.«
Marie Skłodowska-Curie
Die Welt steht am Sprungbrett. Vergnügt nimmt sie Anlauf und hüpft in das erfrischende Nass. Taucht ein in die schöne neue digitale Welt, in der alles Lästige von Algorithmen und Künstlichen Intelligenzen erledigt wird. Die Welt braucht sich nur noch um ihr Vergnügen zu kümmern. Energiekrise? Erledigt, dank hocheffizienter Solartechnik, rückstandsloser Atomreaktoren und künstlicher Bäume mit Fotosynthesetechnologie. Umweltkrise? Im Griff, da neue Energietechnik das Problem an der Wurzel packt und die Fortschritte in Schadstoff-Rezyklierung und Umwelttechnologie die angerichteten Schäden wieder ausmerzen, während staubkörnchengroße Sensoren durch Luft und Wasser schwirren und deren Qualität in Echtzeit überwachen. Es muss keiner mehr arbeiten, der nicht will. Keine Burn-outs und Bore-outs, keine Arbeitsunfälle, keine lästigen Arbeitszeiten. Ein bedingungsloses Grundeinkommen garantiert jedem Bürger diese Freiheit. Pflanzliche Nahrungsmittel wachsen in perfekt abgestimmten, automatisierten Farmen, tierische entstehen in ebenso automatisierten Laboren, ohne dass Tiere leiden. Beide landen über autonome Lieferung auf unseren Tellern, wann immer wir es wünschen. Und während wir in süßem Nichtstun auf der digitalen Welle floaten, brauchen wir uns nicht einmal vor Krankheiten zu sorgen. Denn Nano-Roboter patrouillieren durch unsere Körper und warnen uns frühzeitig, sollte etwas außer Kontrolle geraten. Falls doch einmal ein Körperteil schwächelt, können wir uns immer noch ein maßgeschneidertes Ersatzteil drucken lassen. Und unsere lästige, fehlerbehaftete Genetik wurde längst durch die Genschere optimiert.
Schöne neue Welt, also – oder?
Die Welt steht am Sprungbrett. Ängstlich blickt sie über den Rand, sie will nicht springen, aber von hinten kommt ein kräftiger Stoß. Doch im Becken ist kein Wasser. Der Aufschlag ist hart. Wir haben es verpasst, unsere Industrie nachhaltig zu gestalten, und die Wirklichkeit erfüllt alle Schreckensszenarien. Weite Teile des Planeten sind unbewohnbar geworden, verwüstet, abgesoffen, überhitzt. Eine nie da gewesene Völkerwanderung findet statt, auf der Flucht vor Hunger, Flut und Dürre. Sie verschärft die ohnehin rasant zunehmende Spaltung der Gesellschaft. In der The-winner-takes-it-all-Ökonomie der digitalen Plattformen hat sich eine kleine Elite herausgebildet, die sich immer weiter von der Masse entfernt. Sie bestimmt, was die Menge zu sehen, zu lesen und zu kaufen bekommt. Während die meisten immer heftiger mit Krankheiten, wie durch Umweltgifte hervorgerufene Tumore oder Zivilisationskrankheiten, zu kämpfen haben und ihre Gesundheitsversorgung nicht mehr bezahlen können, erhält die Elite die neuesten Therapien. Sobald die Manipulation unseres Erbguts mit hoher Präzision und Sicherheit möglich ist, ist die Elite nicht mehr einzuholen. Sie leistet sich genetische Vorteile, die sie vom Rest der Menschheit abheben wird, verbessertes Gedächtnis, verfeinerte Sinne, stärkere Körper. Die breite Masse zerreibt sich im Kampf um immer weniger Ressourcen und Jobs auf den digitalen Märkten. Solidarität, Gleichberechtigung und ein zugewandtes Miteinander sind ferne Erinnerungen. Kreativität, Andersartigkeit und Freigeistigkeit bleiben in einer durch ein Sozialkreditsystem permanent überwachten Gesellschaft auf der Strecke. Fehlt nur noch die Designer-Droge, um diese Menschen ruhigzustellen – schöne neue Welt.
Wie wird die Entwicklung verlaufen? Werden wir die sonnige Utopie verwirklichen können oder in einer dystopischen Hölle unser Dasein fristen? Die Antwort ist zunächst recht simpel: weder noch. Nichts ist rein schwarz oder weiß. Warum wird es keine perfekte Utopie geben? Yuval Harari, brillanter Denker, beschäftigt sich in seinem faszinierenden Buch Homo Deus mit unserer Zukunft, doch so interessant seine Gedanken sind, es unterläuft ihm ein Kardinalfehler: Er erklärt die drei größten Geißeln der Menschheit, Hunger, Krieg und Krankheit, in absehbarer Zeit für erledigt. Obwohl wir unbestreitbar bei allen drei Themen immense Fortschritte erzielten, werden uns alle drei weiterhin begleiten und einen großen Teil unserer Aufmerksamkeit fordern. Hunger wird wohl am ehesten eines Tages verschwinden. Immer effizientere und nachhaltigere Produktionsmethoden mögen irgendwann die Menschheit ausreichend ernähren, ohne unseren Planeten zu ruinieren. Doch die Prognosen der steigenden Erdbevölkerung bei schwindenden Ackerflächen und Raubbau an der Natur lassen dies in den nächsten 100 Jahren als eher unwahrscheinlich erscheinen. Selbst die günstigsten Prognosen sehen keinen Bevölkerungsrückgang vor 2050, und bis dahin wird es locker neun Milliarden Menschen geben. Krankheit und Krieg allerdings werden uns heimsuchen, solange es Menschen gibt. Solange wir physiologische Körper haben, werden diese sich abnutzen und Ersatzteile brauchen. Angenommen, wir können uns diese Ersatzteile wortwörtlich auf den Leib schneidern lassen, müssen wir dennoch durch den Reparaturprozess gehen, der an keinem Körper spurlos vorbeigeht. Auch Infektionskrankheiten wird es immer geben, einerseits, weil sich auch die Mikroben fortentwickeln, andererseits, weil wir unsere Fortschritte im Kampf gegen Viren und Bakterien selbst boykottieren, was sich beispielsweise an den zunehmenden Antibiotikaresistenzen verfolgen lässt. Auch die Genschere wird nicht alle unsere genetischen Probleme lösen. Zunächst ist das Zusammenspiel unserer Gene so außerordentlich komplex, dass wir es erstens noch nicht durchblicken, zweitens lassen sich die wenigsten genetischen Krankheiten auf ein einzelnes Gen zurückführen, und drittens werden wir häufig in den Konflikt kommen, dass eine vermeintliche Reparatur bzw. Verbesserung unserer genetischen Ausstattung in anderen Bereichen heftigen Schaden nach sich zieht.
Und Krieg ist tief verankert im Menschsein. Gier, Wahn und Hybris werden weder magisch noch biotechnologisch aus unserem Charakter getilgt werden, ebenso wenig unsere Anfälligkeit für Ideologien aller Art. Es ist leicht vorstellbar, dass eine zunehmende und immer anspruchsvollere Bevölkerung nicht dazu beiträgt, Konflikte zu entschärfen. Und all diejenigen, die denken, dass in einer zukünftigen digitalen Welt materielle Ressourcen wie Öl, Gold und Land nicht mehr wichtig sind und als Kriegsgrund wegfallen, sollten sich fragen, worauf ihre digitale Welt eigentlich basiert. Denn sie steht bei aller Virtualität auf physischen Beinen: Wir werden enorme Energiemengen für unsere digitalen Visionen benötigen, seltene Erden und Metalle für unsere Rechner sowie sichere Standorte für unzählige Server. Die Gründe, Krieg zu führen, werden nicht ausgehen. Hunger, Krieg und Krankheit werden uns also weiterhin begleiten. Auch abseits davon ist viel Utopisches, was begehrenswert scheint, auf den zweiten Blick gar nicht so erstrebenswert. Wollen wir wirklich nicht mehr arbeiten? Was macht das mit uns? Woher kommen Sinn und Anerkennung? Wollen wir wirklich ewig leben? Wie sieht überhaupt eine Utopie für Milliarden von Menschen mit unterschiedlichen Vorlieben, Interessen und Voraussetzungen aus? Eine Utopie beschreibt eine ideale Gesellschaft, die das Glück aller Menschen zum Ziel hat, doch wie kann man das verwirklichen, ohne dass die Gesellschaft fragmentiert? Ist das alles wirklich lebenswert?
Was ist mit der Dystopie? Es gibt genügend Vordenker, die uns auf dem besten Weg dorthin sehen. Im Extremfall wird die Menschheit gleich ganz ausgerottet, sei es durch Naturkatastrophen, Nuklearkriege oder eine wild gewordene Künstliche Intelligenz. Auch wenn die Menschheit sich irgendwann selbst auslöschen wird, die Erde wird sie nicht vernichten. Der Planet wird sich vom Boden des leeren Beckens wieder aufrappeln, leicht deformiert zwar, aber lebendig klopft er sich den Staub ab und macht weiter, bis er sich in etwa 7,5 Milliarden Jahren in die Sonne stürzt. Aber gehen wir mal davon aus, unsere Spezies besteht weiter, findet sich jedoch in einer unwirtlichen Welt, einer egoistischen, hasserfüllten und dysfunktionalen Gesellschaft wieder. Es gibt einiges, was in diese Richtung deutet: der Klimawandel; die polarisierenden Nebenwirkungen digitaler Technologien; ein Auseinanderdriften in eine Zwei-, eventuell Dreiklassengesellschaft; die drohende digitale Überwachung, die nicht nur in China bereits begonnen hat. Und da ist die vollkommen mangelnde Vorbereitung auf eine starke allgemeine Künstliche Intelligenz (KI), die es mit dem menschlichen Geist aufnehmen kann – und immer weiter lernt. Die gute Nachricht: Wir können das alles noch beeinflussen. Aufhalten lässt sich der technologische Fortschritt nicht, aber wir können stärker denn je gestalten, mitreden und lenken, und wir als Gesellschaft, als Bürger, haben einen stärkeren Einfluss als je zuvor. Bei den bisherigen industriellen Revolutionen hatte die Mehrheit keine Einflussmöglichkeit. Weder gab es umfassende Informationen noch ein Mitspracherecht. Heute aber haben wir offenen Zugang zu Daten und Fakten, und nie war es einfacher, mit Experten aus den unterschiedlichsten Ländern ins Gespräch kommen, als über digitale Wege.
Nutzen wir diese Chance, unsere Zukunft aktiv mitzugestalten. Beim Klima, bei Biotechnologien und Künstlicher Intelligenz müssen wir jetzt die Weichen für eine technologische Entwicklung zum Wohle aller stellen. Um mitzugestalten, brauchen wir ein Grundverständnis der Schlüsseltechnologien. Wir müssen keinen Slow-Wave-Kernreaktor bauen oder die Basis einer KI programmieren können, um mitzureden. Aber wir sollten verstehen, warum dieser Reaktor kaum radioaktive Rückstände hinterlässt, um uns eine fundierte Meinung zum Thema »Atomkraft – ja oder nein« bilden zu können. Und wir sollten verstehen, warum eine mit schlechten Daten trainierte KI hochgefährlich ist. Nur dann können wir zu der Debatte etwas beitragen. Noch dazu ist dieses Wissen der beste Schutz gegen verführerische Appelle von Untergangspropheten und New-Tech-Jüngern. Überlassen wir das Feld nicht den Extremen, denn wahrscheinlich wird unsere zukünftige Welt irgendwo auf der Skala zwischen Schwarz und Weiß landen. Wo genau, das liegt ganz an uns.
Dieses Buch stellt die Frage, wie wir morgen mit all den neuen Technologien leben wollen. Dazu werfen wir einen offenen Blick auf die wichtigsten und faszinierendsten Innovationen mit ihren Chancen und Risiken an. Wir werden sehen, was sie für unser Leben bedeuten, für unser Arbeiten und Wohnen, für Freizeit und Altern, für Transparenz, Vertrauen und Gemeinschaft. Über jedes einzelne Kapitel kann man mehrere Bücher verfassen, wir werden also nicht den technischen Olymp erklimmen. Aber das Buch soll eine Grundlage bieten, um sich eine eigene Meinung zu bilden und sich selbst zu fragen: Wie will ich eigentlich leben?
Die Zukunft aktiv zu gestalten ist eine grandiose Chance. Reden wir also über morgen. Wie wollen wir dieses »Morgen« gestalten, als Einzelne und als Gesellschaft. Wer Interesse hat, findet auf der Website zum Buch www.zukunftskompass.org nicht nur kurze Steckbriefe der wichtigsten Technologien, sondern kann sich dort auch an der Debatte über ein positives Morgen beteiligen. Und wer weiß, vielleicht entsteht dort ja die eine oder andere wegweisende Idee …
Teil I
Wie wollen wir geboren werden, wie altern und wie sterben?
Im Zentrum der Frage, wie wir leben wollen, stehen wir selbst zwischen Zeugung und Tod. Die medizinischen und gesellschaftlichen Fortschritte der letzten 200 Jahre haben global zu einer Verdopplung der Lebenserwartung geführt.1 Wir können künstliche Befruchtungen durchführen, Organe verpflanzen, das humane Immundefizienzvirus (HIV) im Zaum halten und zumindest in einigen Ländern selbstbestimmt aus dem Leben gehen. Impfungen retten jährlich Millionen von Leben, und die Kinder- und Müttersterblichkeit ist beinahe weltweit gesunken. Bei all den Erfolgen gibt es auch neue Probleme. Neue Therapien, etwa gegen Krebs oder Erbkrankheiten, werden immer personalisierter. Das macht sie effektiver, aber auch erheblich kostspieliger. Das teuerste Medikament kostet derzeit rund zwei Millionen Euro – eine einzige Spritze, die Betroffenen ein qualvolles Leben mit spinaler Muskelatrophie erspart. Nur, wer kann das zahlen? Gleichzeitig treten neue Krankheiten auf, Pathogene wie SARS-CoV-2 und Zivilisationserkrankungen, die auf Bewegungsmangel und falsche Ernährung zurückgehen. Nicht zu vergessen unsere mentale Verfassung, die immer schlechter mit zunehmendem Stress, Überforderung und Einsamkeit zurechtkommt. Moderne Technologien suggerieren uns teils eine falsche Sicherheit, sie versprechen Lösungen, wo sie nur begrenzt helfen können. Die Corona-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie machtlos wir häufig sind, eine Kränkung, die vor allem hoch technologisierte Gesellschaften noch lange beschäftigen wird. Sie hat uns auch einige Themen wieder bewusst gemacht, die wir lieber verdrängen, allen voran den Tod. Gleichzeitig rückt die Forschung zur Lebensverlängerung bis zur Unsterblichkeit weiter ins Zentrum. Die Verschmelzung von Mensch und Maschine wird ebenso möglich wie der Eingriff in das Erbgut und das gezielte Steuern unserer Evolution. Doch bevor wir diese unumkehrbaren Schritte gehen, sollten wir uns zunächst überlegen, wer wir überhaupt sein wollen.