Inhalt


Einleitung

Warum überhaupt Rohkost?

Was habe ich erwartet?

Welchen Weg bin ich gegangen?

Was habe ich bekommen?

Zuerst: Kundig machen

Die Rohkost-Richtungen

Bücher, die ich gelesen habe

Bedingungen „meiner“ Rohkost

Wie definiere ich Rohkost?

Warum zwei Wochen?

Erste Versuchsschritte

Rohkostprobetag

Die heiße Phase

Nachbeobachtungen

Rezepte

Zusatzrezepte

Ein Wort über mich

Einleitung

Zwei Wochen lang habe ich streng rohköstlerisch gelebt. Wichtig war mir in dieser Phase, dass ich diese Essensweise in einer normal-gut ausgestatteten Küche und mit normalen Zutaten durchziehen kann. Denn wer sich mit Rohkost beschäftigt, wird bald sehen, dass dort häufig Gerätschaften wie „Dörrautomaten“ und die exotischsten Früchte („Durian“) auftauchen.

Nach Lektüre diverser Bücher zur Rohkost fragte ich mich: Ist es denn nicht möglich, mit normalen Lebensmitteln, vorwiegend aus der Region/Deutschland, und ohne Erwerb eines Dörrautomaten u.ä. eine konsequente Rohkostphase durchzuführen? Meine Antwort lautet: Doch, es ist möglich! Wir können uns jederzeit mit den Lebensmitteln, die uns in unserer Region saisonbedingt angeboten werden, wohlschmeckend und abwechslungsreich mit Ungekochtem ernähren.

Meine Erfahrungen sind durchweg positiv. Viele Menschen, die von meinem Experiment wussten, haben mich immer wieder gefragt: „Ja, wie geht es dir? Und machst du das jetzt weiter? Oder machst du es noch einmal?“ Häufig habe ich auch gehört „Hmmm, ja, würde ich auch mal gerne machen... mal schauen, aber was darf ich denn da überhaupt essen? Da fällt mir außer Salat nix ein.“ Und als Antwort auf diese Fragen habe ich nun dieses Buch zusammengestellt.

Es ist mir prima gegangen und ich werde schon in wenigen Monaten die nächste Rohkostphase einlegen. Ich kann das jedermann nur empfehlen. Eine Ernährung auf Dauer kann dies für mich nicht sein, so wie ich ja auch nicht lebenslang heilfasten kann. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die jahrelang, vielleicht ihr Leben lang nur von Rohkost leben. Zu viele davon müssen aber auch über Mangelfolgeerscheinungen klagen (z.B. mit Zahnverlust), als dass ich es für eine volle Ernährungsweise akzeptieren kann. Den Frischkostanteil in der Ernährung zu erhöhen ist immer ein guter Gedanke. Eine volle Ernährung ist und bleibt für mich die Vollwertkost.

Warum überhaupt Rohkost?

Seit Jahren faszinieren mich Schilderungen vom Fasten. Jeder, der bisher einmal (heil-)gefastet hat und mit dem ich gesprochen habe, ist begeistert und will es nochmals machen bzw. hat dies schon getan. Was mir aber jeder auch bestätigt hat ist, dass wer richtig fasten (= den Körper reinigen) will, eine gründliche Darmentleerung vornehmen muss. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen Abführen durch Glaubersalz und zum anderen ein Einlauf mit anschließendem Abführen. Beides ist mehrmals durchzuführen. Damit hat sich für mich dann das Fasten erübrigt – beides sind Methoden, die ich für mich nicht akzeptabel finde.

Es muss doch, so mein Gedankengang, eine Reinigungsmethode für den Körper und vielleicht auch nachfolgend für die Seele geben, bei der ich mich nicht quälen muss. Durch meine vollwertige Ernährungsweise stieß ich irgendwann einmal auf die Bedeutung der Rohkost. Und dann stand es eines Tages für mich fest: Ja, Rohkost, will ich ausprobieren, das reizt mich.

Was habe ich erwartet?

Seit gut zwei Jahren ernähre ich mich vollwertig im Sinne von Dr. Bruker (Unsere Nahrung, unser Schicksal, 38. Auflage, 2005), ich habe auch verschiedene praktische und theoretische Kurse in Lahnstein, dem „Mekka der Vollwertkost“, besucht. Von dieser Ernährungsform bin ich überzeugt, denn es geht mir seit der Umstellung in jeder Beziehung besser. Worauf ich jedoch vergebens gewartet habe ist, dass ich unter der Vollwerternährung abnehme. Hier sei ergänzt: Ich habe durchaus eine normale Figur, mit der ich zufrieden bin – 1 bis 2cm weniger um mich herum würden mir einfach noch besser gefallen. Ich drücke dies in Zentimetern aus, weil ich vor Jahren das Unterdrückungsinstrument „Waage“ aus meinem Haushalt entfernt habe.

Ich sprach die Leiterin der praktischen Kurse in Lahnstein darauf an. Sie empfahl, doch einmal eine längere Frischkostphase einzulegen, so wie sie das auch ab und zu mache, wenn sie doch zu viel gegessen habe. Seit August 2006 trug ich mich also mit dem Gedanken, eine solche Frischkostphase einzulegen. Ausgangspunkt war eine gewünschte Gewichtsreduzierung. Außerdem dachte ich mir, dass ich mich wohl frischer fühlen würde.

Welchen Weg bin ich gegangen?

Zuerst einmal habe ich mich anhand des Internets und verschiedener Bücher informiert, was ich überhaupt unter dem Begriff „Rohkost“ zu verstehen habe. Wobei die Vollwertler ja immer von Frischkost sprechen. Dabei hat sich für mich bald gezeigt, dass ich Rohkost von Frischkost unterscheiden muss.

Außerdem fiel mir auf, dass sich die Autoren und Vertreter der Rohkost nicht einig darüber sind, was sie unter Rohkost verstehen. Ich musste mir also ein Werkzeug, eine Leitlinie erarbeiten, mit deren Hilfe ich rohe von nicht roher Nahrung unterscheiden kann.

Nachdem ich geklärt hatte, wie ich Rohkost verstehe, habe ich einen Rohkost-Probetag eingelegt. Es gab ja so ein paar kritische Punkte, von denen ich nicht wusste, ob ich sie wirklich über längere Zeit durchhalten könnte, z.B. auch der Verzicht auf die schöne heiße Tasse (Kräuter)Tee am Morgen.

Was habe ich bekommen?

Zuerst: Kundig machen

Ab dem 30. Oktober 2006 habe ich mich konkret mit Rohkost beschäftigt. Meine vagen Vorstellungen von Rohkost wollte ich doch auf eine fundierte Basis stellen. Also habe ich mir diverse Bücher zum Thema gekauft, von denen ich mir Erhellung versprach, WAS genau Rohkost ist. Außerdem habe ich im Internet recherchiert. Rasch wurde mir klar, dass es verschiedene Rohkostrichtungen gibt, die hier kurz vorgestellt seien:

Die Rohkost-Richtungen

Unterschied Rohkost-Frischkost

Das Wort Rohkost finde ich ziemlich schrecklich, es klingt auch so „roh“, im Sinne von barbarisch. Einfach durch „Frischkost“ kann ich es aber nicht ersetzen, weil wer Frischkost gebraucht, z.B. auch Sahne und ähnliche Produkte einbezieht – die aufgrund der Erhitzung irgendwann im Produktionsprozess nicht mehr „roh“ sind. So bin ich dann doch bei dem ungeliebten Wort „Rohkost“ geblieben.

Zu den verschiedenen Richtungen verweise ich auch auf die Website http://www.rohleben.de, auf der ich viel über Rohkost und die Richtungen gelernt habe und auf die ich mich in diesem Abschnitt stütze.

Urkost

Bei der Urkost werden hauptsächlich Wildkräuter und -gemüse, Früchte und andere, möglichst ursprüngliche, rohe, vegane Nahrungsmittel verzehrt. Der wohl bekannteste deutsche Rohkostverfechter, Franz Konz, ist ein Vertreter dieser Richtung. Sein Hauptwerk habe ich gelesen, eine Besprechung seines zentralen Werkes folgt weiter unten.

Instincto-Kost

Guy-Claude Burger ist der „Erfinder“ dieser Richtung und behauptet, dass der Instinkt uns ganz genau sagt, was wir wann in welchen Mengen zu essen haben, damit es uns gut tut. Dieser Instinkt funktioniert nur bei roher, unverarbeiteter Nahrung. Die Auswahl der Nahrungsmittel erfolgt dann hauptsächlich, indem wir an ihnen riechen. Diese Ernährungsform lässt auch rohes Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Eier, jedoch keine Milch oder Milchprodukte zu.

Früchterohkost

Ein Vertreter ist Helmut Wandmaker. Seiner Meinung nach ist der Mensch nur an Früchte optimal angepasst. Das erkennt man daran, dass Früchte in Geschmack, Geruch und Aussehen so besonders attraktiv für uns sind, dass sie so leicht verdaut werden und uns optimal mit Energie versorgen. Der Mensch sollte daher allein von Früchten leben. Ich habe an anderer Stelle in einer Amazon-Rezension gelesen, dass Wandmaker alle Zähne verloren hat.

Natürliche Gesundheitslehre (Natural Hygiene)

Diese Gesundheitsbewegung gibt es seit fast 200 Jahren in den USA, wo sie von Sylvester Graham und anderen ins Leben gerufen wurde. Heute verbindet man mit der Natural Hygenie Namen wie Dr. Herbert Shelton oder T.C. Fry. Als die natürliche Nahrung des Menschen werden Früchte aller Art, Gemüse, Salate, Nüsse, Samen und Sprossen angesehen. Auf viele andere Aspekte, wie eine giftfreie Umgebung, soziale Kontakte, Bewegung, Sonnenschein, eine erfüllende Arbeit usw. wird ebenfalls großen Wert gelegt.

Bücher, die ich gelesen habe

Zusammenfassend ist mir aufgefallen, dass die meisten Rohköstler auch eine gewisse ideologische Einstellung mit ihrer Ernährung verbinden. Das stößt mich ab, denn es umgibt das Ganz so mit einem Hauch von „Fanatismus“. Was sich für mich auch daran zeigt, wie barsch die einzelnen Rohkostrichtungen miteinander umgehen.

Ganz praktisch stören mich bei den Rohkostbüchern folgende Aspekte:

Wer Wandmaker und Wolfe hier vermisst: Wandmaker ist praktisch gescheitert, außerdem ist er mir zu selbstherrlich und obstorientiert; David Wolfe ist mir zu ideologisch-“abgehoben“.

Franz Konz: „Der große Gesundheits-Konz (Gebundene Ausgabe)“; Universitas Verlag; Auflage: 8., Überarb. Neuaufl. (August 2003); ISBN: 978-3800413140

Vorweg: Ich selbst bin mehr als kritisch gegenüber der Schulmedizin eingestellt. Daher habe ich mir das Buch aufgrund der positiven Rezensionen in Amazon gekauft. Zum medizinischen Inhalt sage ich hier nichts – da haben andere Amazon-Rezensenten genug zu geschrieben, teils ja aus ihren eigenen traurigen Erfahrungen mit der Methode Konz.

Gerne zitiert Herr Konz irgendwelche Professoren die schulmedizinischen Unsinn verzapfen. Genauso gerne zitiert er andere Professoren, die seine Thesen stützen. Warum soll ich ihm da mehr Glauben schenken? An einer Stelle höhnt er über die These eines Schulmediziners, „die ja nicht einmal mit Doppelblindstudien belegt sei“. Wo sind denn die Doppelblindstudien für seine Urmedizin? Wobei ich wirklich auch nicht weiß, was ein hübsches Plazebo (= sieht aus wie das „echte Medikament“, enthält aber keinen Wirkstoff) für grüne Erde sein sollte. Fast volksverhetzerisch mutet es mich an, ALLE Schulmediziner über einen Kamm zu scheren.

Die Aufmachung des Buchs ist eine Beleidigung fürs Auge. Ich höre schon den Aufschrei „Optik ist nicht alles, der Inhalt ist wichtig“ JEIN: Der optische Aufbau eines Buches zeigt mir, wie ein Autor denkt, ob klar und deutlich, sachlich, oder – wie in diesem Fall – wie eines der primitivsten Boulevardblättchen.

Ernährungsmäßig bietet das Buch für mich nichts Akzeptables: Grüne Erde futtern – bei aller Liebe zur Natur, das kann es nicht sein.

Gabriele Mauz, Rohköstlichkeiten für Genießer. Hans-Nietsch-Verlag 2005. ISBN 3-934647-76-6

Optisch ein sehr schön gemachtes Buch, viele interessante Sachen auf den ersten Blick, z.B. trockene Brote! In vielen Rezepten wird allerdings ein Dörrautomat eingesetzt. Für mich als Vollwertlerin sind die Getränke nicht so interessant, einiges scheint recht arbeitssam. Der erste Eindruck lädt ein.

Nach ausführlicher Lektüre sind die Rezepte für mich fast unbrauchbar. Ich meine gar nicht mal den häufigen Einsatz des Dörrapparates, sondern andere Zutaten, wie z.B. Shoyu. Will ich asiatisch essen? Vielleicht mal, aber doch nicht ständig. Fast in jedem Rezept verweist sie auf eines ihrer Grundrezepte am Ende des Buches. Das finde ich immer extrem ärgerlich, weil das bedeutet, dass ich den Zeitaufwand nicht sofort schätzen kann. Auch ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Grundrezepte wieder ein Grundrezept, nämlich eingesäuerter Wirsing.

Nur wenige Rezepte sind wirklich auf Anhieb „so ganz einfach nachzumachen“. Warum Mauz sich übrigens gegen Temperaturen unter 5°C ausspricht, begründet sie nicht. Nett auch das Sätzchen, dass wir Johannisbrotschoten (frisch) nun fast in jedem gut geführten Lebensmittelladen bekommen. In einer kleineren Großstadt wie Remscheid war Mauz wohl noch nicht? Entnervend finde ich die Aufzählung der verschiedenen Dattel- und Avocado-Sorten und ihren unterschiedlichen Einsatz im Essen. Ähäm. Sonst noch Wünsche? Ich will etwas Normales!