An dem Dienstag, an dem alles anfing, regnete es.
Janne spannte vor der Tür Mamas großen Schirm auf: den mit den Regenbogenfarben. Dann nahm sie Eduard aus seinem Schlafkarton.
„Eduard“, flüsterte sie. „Du kannst mich zur Schule begleiten. Ich habe auch einen Schirm! Und eine neue rote Leine! Selbst gekauft.“
Eduard rollte sich zusammen. Und wurde piksig. Denn Eduard war ein Igel.
Janne und Ali und Tom hatten ihn gefunden und gerettet, nachdem er von einem Auto angefahren worden war. Sie waren nämlich ein Club: der Club zur Errettung von schönen, großen und wichtigen Tieren.
Weil ihnen bisher keine Löwen und Tiger begegnet waren, hatten sie mit der Rettung von Tieren wie Igeln begonnen, und Eduard war ein wunderbares Haustier geworden. Aber er wollte nicht an der Leine spazieren gehen.
„Eduard, du bist ein Stinkstiefel“, sagte Janne.
„So darf man doch nicht mit einem Igel reden!“, meinte Ali, der eben im Regen auftauchte.
„Wir sind der Club der Tierhelfer! Also hilf Eduard zurück in seine Kiste.“
Janne schob Kiste und Igel unter das Vordach, damit sie nicht nass wurden, und seufzte.
An der Ecke trafen sie Tom.
„Warum trägst du eine Leine mit dir rum?“, fragte sie.
„Janne wünscht sich einen Hund“, erklärte Ali.
„Aha“, sagte Tom. Eigentlich hieß sie Tomasia.
„Quatsch! Tu ich gar nicht“, sagte Janne. „Ich dachte nur, Sport würde Eduard guttun. Damit er weniger kugelig wird. Guckt mal! Da ist jemand, der Hilfe braucht!“
„Meinst du den?“, fragte Ali und zeigte auf einen dreibeinigen gelben Hund, der hinter einem alten Mann die Straße entlanglief. Der alte Mann hatte eine karierte Mütze und einen Stock, und der Hund war der hässlichste Hund, den Janne je gesehen hatte.
Aber Janne meinte einen anderen Hund. An der Ecke vor dem Laden mit dem Schild „Brot und vegane Kunst“ saß nämlich noch einer. Ein alter Dackel mit freundlichen Augen. Seine Leine war am Fahrradständer befestigt.
„Der wird ganz nass!“, sagte Janne.
Tom und Ali nickten, und dann gingen sie hinüber und stellten sich mit dem Schirm über den Dackel. Der Dackel guckte erstaunt und sagte „Woff“.
Tom sprang zurück. Sie hatte eigentlich Angst vor allen Tieren, außer vor richtig großen.
„Können wir den Schirm nicht lieber über einen Bernhardiner halten?“, fragte sie.
„Also, ich finde Pitbulls besser …“, fing Ali an.
Janne und Tom schüttelten sich. Ali mochte am liebsten Tiere, die sonst keiner mochte.
„Woff!“, sagte der Dackel wieder. Diesmal antworteten mehrere Hunde. Einer saß im Kofferraum eines parkenden Autos.
Ein anderer bellte hinter dem Eisenzaun eines Vorgartens.