Ebook Edition

Florian Schwinn

Rettet den Boden!

Warum wir um das Leben unter unseren Füßen kämpfen müssen

mit Zeichnungen von Katharina Schmidt

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ISBN 978-3-86489-733-7

© Westend Verlag GmbH, Frankfurt/Main 2019

Umschlaggestaltung: Buchgut Berlin

Illustrationen: Katharina Schmidt, kwittiseeds

Redaktion: Viviane Richarz

Satz und Datenkonvertierung: Publikations Atelier, Dreieich

Inhalt

Titel
Warnung
Prolog Alles Gewürm
1 Drunter und drüber
Gärtners Spurensuche
Die Spur der Würmer
Der Storch des Bodens
Gang nach drüben
Insel Denken
Darauf stehen wir
Schichtarbeiter
Moder und Mull
Verlustrechnung
Schwemmland
Mein Acker
Kommt fett
Land unter
Der Feldzug
Fliegende Erde
Aus dem Staub
Bodenlos
Kassensturz
2 Reparaturbetrieb
Ewigkeitskosten
Wiederbelebt
Tabula rasa
Luftlandetiere
Wartejahre
Unten ohne
Hochhausgemüse
Tod auf dem Acker
Erster Anlauf
Zweiter Anlauf
Sisyphos
Selbst ist der Wurm
Wurmolution
Bisexologie
Wissen schafft
Ostboden
Tiefes Leben
3
Ausverkauf
Wachstum und Wahn
Der totale Stall
Suizid
Ackergold
Geldland
Megaland
Bauernland
Zugangzuland
Land Grabbing
4 Humuswende
Bodendefensive
Acker-Adipositas
Ackern als Leidenschaft
Bauers Tierleben
Bodenfütterung
Biolebenstest
Humusoffensive
Anfüttern
Die Druntersaat
Der Wurmwettkampf
Das Einhecken
Ökologisierung
Moor Leben
Epilog Lebensboden
Literatur
Anmerkungen
Dank

* Tatsächlich sprechen Ökologen von Ökosystem-Dienstleistungen, um zu benennen, welche Funktion bestimmte Biotope für uns Menschen haben. So als sei die Natur ein Gewerbeverband, der für uns arbeitet. Dahinter steckt die Idee, den Menschen ihre Abhängigkeit von der Vielfalt funktionierender natürlicher Lebensräume klarzumachen. Eine Idee, die bislang ohne Breitenwirkung blieb.

** Charles Darwin 1881 in »Die Bildung der Ackererde durch die Thätigkeit der Würmer« über den Regenwurm, der Anfang des 19. Jahrhunderts bei Gärtnern und Bauern noch als Schädling galt.

*** Beim späteren Bestimmungsversuch mit Hilfe von Buch und Internet stellt sich heraus: könnte der Gemeine Feldschnurfüßer gewesen sein, Cylindroiulus caeruleocinctus. Frisst herabgefallenes Laub, aber auch Gras und Moos und arbeitet so am Humusaufbau des Bodens. Hat Wehrdrüsen, aus denen er ein übel riechendes Sekret absondern kann. Es gibt aber noch andere schwarz glänzende Arten. Während der rötliche Verwandte zuvor wohl ein räuberischer, mit Giftklauen ausgestatteter Hundertfüßer war.

**** Aus dem Lehrbrief in »Wilhelm Meisters Lehrjahre«, Siebentes Buch, Neuntes Kapitel. Als Goethe dies schrieb, war er Minister in Weimar und das Land ächzte unter Missernten und Hungersnöten. Herzogin Anna Amalia hatte die Zeichen der Zeit erkannt und für ihren Teil 1761 den Umbau der Wälder in eine nachhaltige Forstwirtschaft angeordnet.

***** Hans Peter Rusch, Arzt und Mikrobiologe, in seinem 1968 erschienen Buch über die »Bodenfruchtbarkeit«. Diese «Studie biologischen Denkens« prägt bis heute die ökologische Landwirtschaft. Auf ihrer Grundlage wurde der Anbauverband Bioland gegründet. »Der Rusch« ist aber auch vielen konventionell arbeitenden Landwirten ein Begriff.

Siehe auch: www.rettetdenboden.de

Dank

Ich danke für die Anregung zu diesem Buch und hilfreiche Gespräche: Felix Prinz zu Löwenstein und Prof. Harald Kächele. Ich danke den Bauern, die mir ihr Hoftor geöffnet haben, besonders Sepp Braun, Sepp Hägler, Johannes Storch und dem Forschungsgärtner Johannes Fetscher. Ich danke den Wissenschaftlern, die mir ihre Forschung erläutert haben, insbesondere Prof. Nico Eisenhauer und den Bodenforscherinnen und -forschern von Senckenberg in Görlitz: den Dres. Karin Hohberg, Axel Christian, Birgit Lang, Ricarda Lehmitz und Prof. Willi Xylander; und denen vom ZALF in Müncheberg: den Profes. Katharina Helming und Monika Frielinghaus. Für großartige Hilfe und Vermittlungsarbeit sei Dr. Christian Düker von Senckenberg in Görlitz besonders gedankt. Dem Kollegen und Biobauern Daniel Sulzmann danke ich fürs engagierte Gegenlesen.

Anmerkungen

Prolog: Alles Gewürm

1 Die Bibel, Moses 1, 1–3, 11, 25

2 Francé: Leben im Boden, S. 9

3 Der Begriff geht zurück auf den Arzt und Mikrobiologen Hans Peter Rusch. Er bezeichnet in seinem Hauptwerk »Bodenfruchtbarkeit« die Muttererde oder den Mutterboden als Organismus, in dem Humus kein Stoff sei, sondern »ein Ausdruck der tätigen Beziehung zwischen dem Mutterboden und allen anderen Organismen«.

4 Die 21. UN-Klimakonferenz von 2015, COP21, verabschiedete das »Übereinkommen von Paris« als Nachfolger des Kyoto-Protokolls von 1997.

1 Drunter und drüber

1 Borchardt: Der leidenschaftliche Gärtner, S. 7

2 iDiv: Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, Forschungszentrum der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an den Universitäten Halle, Jena und Leipzig

3 Darwin: Die Bildung der Ackererde, S. 54

4 Francé: Leben im Boden. S. 21

5 Epigäisch von Griechisch epi = auf und gaia = Erde. Endogäisch von Griechisch endon = innen und gaia. Anözisch in Anlehnung an das Kunstwort anécique, vom französischen Agrarforscher Marcel Bouché 1970 wiederum aus dem Griechischen abgeleitet, in der Bedeutung: nach oben gerichtet. So wie hier benutzt, eingedeutscht von Wolfram Dunger, dem Begründer der Bodenforschung im Naturkundemuseum Görlitz, das heute Teil der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist.

6 Darwin: Die Bildung der Ackererde, S. 177

7 Im Original hat das Buch den wissenschaftlich genaueren Titel »The Formation of Vegetable Mould through the Action of Worms, with Observations on their Habits«, also »Die Bildung des Humus durch die Tätigkeit der Würmer, mit Beobachtungen zu ihrem Verhalten«.

8 Für weniger gläubige oder patriarchalisch denkende Menschen gibt es inzwischen auch die Variante mit Mutter Natur: »Dame Nature sait comment s’obtient la fertilité de la terre, elle en a confié le secret aux vers de terre.«

9 Francé: Leben im Boden. S. 14

10 Ebd. S. 25

11 Lateinisch = Abrieb

12 Durchschnittswert: rund 58 Prozent organischer Kohlenstoff; vgl. Jacobs: Bodenzustandserhebung. S. 93

13 Vgl.: Stahr: Bodenkunde. S. 68 f.

14 Ebd.: S. 75 f.

15 Ebd.: S. 76

16 Wikipedia Stichwort »Bodengare«, abgerufen Januar 2018

17 Dunger: Tiere im Boden. S. 19

18 Dipteren sind Zweiflügler, wie zum Beispiel Fliegen.

19 Diplopoden sind Doppelfüßer, eine Unterklasse der Tausendfüßer. Juliden sind die Rammtypen unter den Doppelfüßern; der Kopf und das erste Nackensegment sind besonders kräftig ausgebildet.

20 Dunger: Tiere im Boden. S. 27

21 Jacobs: Bodenzustandserhebung. S. II

22 Jacobs: Humus. S. 30

23 Don: 4-Promille-Initiative.

24 Blum: Bodenkunde in Stichworten, S. 30

25 Die Bibel, Moses 41, 1–36

26 Walter: Auswirkungen von Überflutungen auf Regenwürmer. S. 33

27 A. a. O. S. 34

28 Bei der ersten Groten Mandränke (Hochdeutsch = großes Menschen-Ertrinken), einer verheerenden Sturmflut im Jahr 1219, sollen nach alten Quellen 36 000 Menschen gestorben und durch Landverlust der Jadebusen und das Ijsselmeer entstanden sein. In der Mandränke von 1362 ging dann die sagenumwobene Stadt Rungholt unter und mit ihr ein Teil der Insel Nordstrand. Die heutigen nordfriesischen Inseln und Halligen sind der kärgliche Rest der ehemaligen Landmasse, entstanden durch die dritte Mandränke im Jahr 1634. Mit verursacht haben dürfte die damaligen Sturmfluten der regionale Klimawandel der sogenannten Mittelalterlichen Warmzeit.

29 Rienk R. van der Ploeg war Professor für Bodenphysik in Hannover († 2005), Wilfried Ehlers ist emeritierter Professor für Acker- und Pflanzenbau in Göttingen, Rainer Horn ist Professor für Bodenkunde in Kiel.

30 Van der Ploeg: Schwerlast auf dem Acker.

31 Siehe: Fetscher: Mulchdüngung.

32 Internetseite des Umweltbundesamtes, abgerufen Februar 2019

33 Von Griechisch edaphos = Erdboden

34 Internetseite des Umweltbundesamtes, abgerufen Februar 2019

35 Im Wortlaut: »Gesetz zum Schutz vor schädlichen Bodenveränderungen und zur Sanierung von Altlasten«, kurz Bundes-Bodenschutzgesetz oder abgekürzt BBodSchG

36 § 7 BBodSchG

37 § 17 Abs. 2 BBodSchG

38 Im Wortlaut: »Verordnung über die Einhaltung von Grundanforderungen und Standards im Rahmen unionsrechtlicher Vorschriften über Agrarzahlungen«, abgekürzt AgrarZahlVerpflV

39 Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates, Art. 46 Abs. 2

40 WBAE: Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik. Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

41 WBAE: Gemeinwohlorientierte Gemeinsame Agrarpolitik. S. 1

42 »Rechnungshof fordert Kurskorrektur bei EU-Agrarförderung«, Interview mit Klaus-Heiner Lehne. Berliner Morgenpost vom 24.09.2018

2 Reparaturbetrieb

1 Prof. Wolfram Gottfried Dunger (* 9. Oktober 1929, † 24. Januar 2019), studierte Biologie und Bodenkunde, war von 1959 bis 1995 Direktor des zu DDR-Zeiten staatlichen, heute Senckenberg’schen Museums für Naturkunde in Görlitz. Er habilitierte sich 1968, durfte aber in der DDR kein ordentlicher Professor werden, weil er nicht in die Staatspartei SED eintreten wollte.

2 Eukaryoten sind Lebewesen mit einem abgegrenzten Zellkern, im Gegensatz zu Prokaryoten, die keinen Zellkern haben.

3 Flechten sind Symbiosen von Algen und Pilzen.

4 Lehmitz: Verbreitungswege von Hornmilben.

5 Vgl. Christian: Raubmilbenfauna. S. 61

6 Vgl. Dunger: Tiere im Boden. S. 138

7 Von Griechisch mesos = mittlerer und philos = liebend

8 Dunger: Entwicklung der Bodenfauna auf rekultivierten Kippen. S. 64

9 Ebd. S. 130

10 In: Sylva sylvarum, London 1627

11 Internetseite: www.pfluglos.de

12 Grubber, von Englisch grub = graben: Alternative zur Bodenbearbeitung durch den Pflug. Grubber wenden die Erde nicht, sondern lockern den Boden durch die Zinken in einstellbarer Tiefe. Grubberzinken können auch unterirdisch Wurzeln durchtrennen.

13 König: Zuckerrüben ökologisch anbauen. S. 18

14 Dunger: Tiere im Boden. S. 237 f. Collembolen sind Springschwänze, Diplopoden sind Doppelfüßer, Lumbriciden die Regenwürmer und Makroarthropoden Gliederfüßer der Makrofauna des Bodens.

15 Zaller: Unser täglich Gift. S. 102 f.

16 Zaller: Glyphosate. Gaupp-Berghausen: Glyphosate-based herbicides

17 Zaller: Unser täglich Gift. S. 103

18 Kleffmann Group: Glyphosat in Deutschland. S. 9

19 Ebd. S. 10

20 Zaller: Unser täglich Gift. S. 104

21 Then: Superweeds.

22 Ebd. S. 111

23 Ebd. S. 111 f.

24 Wanderausstellung »Die dünne Haut der Erde«

25 Der Wattwurm, Arenicola marina, ist ein Vielborster, Regenwürmer sind Wenigborster. Beide gehören zu den Ringelwürmern, Clitellata.

26 Meinhardt: Regenwürmer. S. 9

27 Wuketits: Evolution. S. 53

28 https://angelprofi.org, abgerufen Februar 2019

29 iDiv-Mitteilung vom 05.09.2016

30 Scholzen: Invasion der Würmer.

31 iDiv-Mitteilung vom 05.09.2016

32 Dunger: Tiere im Boden. S. 9

33 Die erste Ausgabe erschien 1963, eine überarbeitete und ergänzte Neuauflage zwanzig Jahre später. Die Fassung von 1983 ist bis heute als Teil der »Neuen Brehm-Bücherei« erhältlich.

34 Douglas Keith McEwan Kevan, war Bodenzoologe und Entomologe, bekannt wurde er mit seiner Forschung zu Heuschrecken; hier zitiert nach Dunger: Tiere im Boden.

35 www.bonares.de, abgerufen Dezember 2018

36 Die drei Domänen der zellularen Lebewesen: Bakterien und Archäen (früher auch Archebakterien genannt) besitzen keinen Zellkern, Eukaryoten – wie wir Menschen – haben einen durch eine Doppelmembran abgegrenzten Zellkern.

37 Wikipedia, abgerufen Januar 2019

38 Zitiert nach: Neulinger: Wesen aus der Unterwelt.

3 Ausverkauf

1 Dairymaster Broschüre: Automatische Fütterung im Melkstand. Abgerufen Januar 2019

2 Vgl. Wagner, Christian: Blühflächen.

3 Kathan: Kuhstall Welt. S. 10

4 A. a. O. S. 7 f.

5 Das »Gesetz zur Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens (Bodenschätzungsgesetz – BodSchätzG)« gibt jeweils einen Schätzungsrahmen für Ackerland und für Grünland vor.

6 Dairymaster Produktbeschreibung. Abgerufen Januar 2019

7 Aus einem Post bei Landwirt.com zum Thema »Selbstmorde unter Landwirten«, abgerufen Dezember 2017

8 Tietz: Agrarunternehmen. S. VII

9 Europaparlament: Konzentration von Agrarland.

10 Die genauen Zahlen aus dem Bericht: 2013 kontrollierten in der EU-27 3,1 Prozent der Betriebe 52,2 Prozent der europäischen landwirtschaftlich genutzten Fläche; im Gegensatz dazu verfügten 76,2 Prozent der Betriebe lediglich über 11,2 Prozent des Agrarlandes.

11 Urteil des Bundesverfassungsgerichts: 1 BvR 169/63, BVerfG 21, 73–87

12 Verordnung (EU) 2018/1046 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juli 2018 über die Haushaltsordnung für den Gesamthaushaltsplan der Union.

13 www.zugangzuland.de

14 www.accesstoland.eu

15 AgrarBündnis: Agrarbericht 2019. S. 79

16 Ebd.

17 Gesetz über Maßnahmen zur Verbesserung der Agrarstruktur und zur Sicherung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe (Grundstückverkehrsgesetz – GrdstVG). §§ 9 und 10

18 Sonderforschungsbereich 119, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft: »Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen«. Kooperation der Universität Leipzig mit dem Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWZO) und dem Leibniz Institut für Länderkunde (IfL)

19 »Verordnung (EU) 2018/1091 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Juli 2018 über integrierte Statistiken zu landwirtschaftlichen Betrieben«

20 Forstner: Betriebs- und Unternehmensstrukturen. S. 19

21 A. a. O. S. 49

22 Der Tagesspiegel, 12.08.2013: Landgrabbing in Deutschland. Kaufen Spekulanten den Osten auf?

4 Humuswende

1 Francé: Leben im Boden. S. 50

2 www.ig-gesunder-boden.de

3 William A. Albrecht († 1974), 1888 als Sohn deutscher Auswanderer auf einer Farm in Illinois geboren, war Professor für Bodenbiologie und Leiter des Instituts für Bodenkunde an der Universität Missouri.

4 Zitiert nach: Organic Pioneers bei IFOAM, Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen, www.ifoam.bio

5 Zitiert nach: Schmidt: Boden und Gesundheit. S. 8

6 Deutsche Ausgabe: Flur und Furche

7 Kationen sind positiv geladene Ionen, so genannt, weil sie bei der Elektrolyse stets der Kathode zustreben.

8 Das Potenzial der Bindungsfähigkeit von Nährstoff-Kationen im Boden

9 Wenn das – selten genug – nicht der Fall ist, wird dies wieder mit einer solchen Sprachbiegung beschrieben: muttergebundene Kälberaufzucht.

10 Die Zuchtkonzerne bieten nur spezialisierte Hühner, entweder Masthühner oder Legehennen. Bei den Legehennen werden die männlichen Tiere meist sofort nach dem Schlüpfen getötet, weil sie zu wenig Fleisch ansetzen. Um das abzustellen, gibt es die Bruder-Hahn-Initiative (www.bruderhahn.de) und ähnliche Aktionen, die die Bruderhähne aufziehen und von den verkauften Eiern Geld für die ökologische Tierzucht abzweigen. Ziel ist das Zweinutzungshuhn, das genügend Eier legt und trotzdem Fleisch ansetzt.

11 Rusch: Bodengesundheit. S. 217

12 Annie Francé-Harrar: Humus – Bodenleben und Fruchtbarkeit. München 1957

13 Siehe: www.bodenfruchtbarkeit.bio/

14 Dunger: Tiere im Boden. S. 238

15 A. a. O. S. 239

16 https://humusfarming.de

17 Augustin; Braun: Lebendiger Boden. S. 2

18 Ebd.

19 Vgl.: DeHaan: Strategy for Grain Crop Domestication.

20 Augustin; Braun: Lebendiger Boden. S. 2

21 https://live2give.info

22 Triticale ist eine Kreuzung aus weiblichem Weizen und männlichem Roggen. Sie entstand zunächst auf natürlichem Weg. Erste Triticale-Pflanzen wurden auf Feldern bereits im 19. Jahrhundert entdeckt und dann weiter gezüchtet. Intensiviert wurde die Züchtung in den letzten dreißig Jahren. Inzwischen gibt es fast vierzig Sorten. Triticale ist besonders winterhart. Auch Roggen ist eine sehr genügsame und winterharte Pflanze.

23 Fetscher: Mulchdüngung. S. 39

24 A. a. O. S. 41

25 https://agroforst-info.de/rechtliche-und-politische-rahmenbedingungen, abgerufen Januar 2019

26 Wirtz: Kursbuch Agrarwende. S. 7

27 Das »Forum Grüne Vernunft« ist inhaltlich und personell eng verbunden mit »Innoplanta«. Beide setzen sich für mehr Akzeptanz der sogenannten Grünen Gentechnik in Öffentlichkeit und Politik ein und sind Gründungen von Saatgut-, Agrochemie und Biotechnologiekonzernen. Geleitet wird das Forum von dem Agrarlobbyisten Gerhard Prante (Bayer AG) und dem früheren Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Horst Rehberger (FDP). Gründungspräsident von Innoplanta ist Thomas Leimbach (CDU). Er war Präsident des Landesverwaltungsamts Sachsen-Anhalt und damit Chef der zuständigen Kontrollbehörde.

28 Wirtz: Kursbuch Agrarwende. S. 32

29 A. a. O. S. 70

Epilog: Lebensboden

1 Gottfried Wilhelm Leibniz stellte 1710 in seiner Theodizee die These auf, dass Gott nur eine gute Welt schaffen könne. Voltaire widersprach mit seinem Roman »Candide oder der Optimismus« 1759, indem er die Helden auf einer Weltreise alle Schrecken der damaligen Zeit erfahren lässt.

2 Welzer: Alles könnte anders sein. S.24

3 Ebd.

4 Sibylle Drews ist Psychoanalytikerin in Frankfurt am Main. Sie war viele Jahre Vorsitzende der Sigmund-Freud-Stiftung und Herausgeberin der Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis.

5 Sibylle Drews in einem Schreiben an den Autor, April 2019. Die Zitate stammen aus Sigmund Freud: Jenseitiges Lustprinzip. GW 13, S. 1 – 69 (1920).

6 Sigmund Freud: Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. GW 15, S. 114 (1933)

7 Alexander und Margarete Mitscherlich: Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens. München 1967

8 Aleida Assmann im Gespräch mit Roland Detsch, Goethe-Institut Online-Redaktion, Januar 2011

9 Carl Amery: Die Botschaft des Jahrtausends. Von Leben, Tod und Würde. München 1994

10 Sinngemäß zitiert nach dem ersten Satz aus Immanuel Kants Essay Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? aus dem Jahr 1784

11 Sigmund Freud: Die Zukunft einer Illusion. GW 14, S. 325 – 380 (1927)

12 www.franz-projekt.de

13 Zitat aus einer Rede Helmut Schmidts aus dem Jahr 2011 zum hundertsten Geburtstag der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, bei einem Festakt von deren Nachfolgeorganisation, der Max-Planck-Gesellschaft.