Über dieses Buch:

Was die Tradition verlangt – was das Herz begehrt … Es droht, ein Skandal zu werden: Leonie von Altenbach soll einen Grafen heiraten, dessen Vermögen das Familienerbe retten könnte – aber nun hat sich die junge Prinzessin Hals über Kopf verliebt … in einen mittellosen Skilehrer! Auch Clarissa von Auersberg und die junge Baroness Julia wollen mutig ihre eigenen Wege gehen: Ist es denn wirklich zu viel verlangt, sich selbst den Mann aussuchen zu wollen, zu dem man voller Liebe »Ja!« sagen kann? Nur Jonathan, der zukünftige Fürst von Winterberg, hat sich mit einer arrangierten Adelshochzeit abgefunden, um so den Pflichten seines Standes nachzukommen – aber als er der faszinierenden Gärtnerin Flora begegnet, muss er alles in Frage stellen, an das er jemals geglaubt hat …

Über die Autorinnen:

Leonore Schicktanz, geboren 1990 in Radebeul, studiert Philosophie und Germanistik in Dresden. Sie liebt das Schreiben und scheut kein Genre. Die Journalistin schrieb u.a. für den MDR, die dpa und die Bild-Zeitung.

Claudia von Auersberg, geboren 1957, schreibt seit 20 Jahren Romane in den unterschiedlichsten Genres und unter den unterschiedlichsten Pseudonymen.

Rebecca Michéle, geboren 1963 in Rottweil in Baden-Württemberg, lebt ihrem Mann in der Nähe von Stuttgart. Seit dem Jahr 2000 widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben. Bisher sind mehr als 40 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten in verschiedenen Genres erschienen. Rebecca Michéle erobert besonders mit ihren historischen Romanen und Krimis eine große Leserschaft.

Bei dotbooks erschienen bereits Rebecca Michéles historische Romane »Die zweite Königin«, »Die Sängerin des Königs« und »Die Melodie der Insel«, die historischen Liebesromane »In den Armen des Fürsten«, »In den Fesseln des Freibeuters« und »In der Gewalt des Ritters« sowie den zeitgenössischen Roman »Rhythmus der Leidenschaft«. Darüber hinaus veröffentlichte Rebecca Michéle bei dotbooks den Kriminalroman »Narrensterben«.

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Sammelband-Originalausgabe Februar 2021

Copyright © der Sammelband-Originalausgabe 2021 dotbooks GmbH, München

Copyright © der Originalausgabe »Irrwege ins Glück« 2014 dotbooks GmbH, München

Copyright © der Originalausgabe »Heiße Küsse im kalten Schnee«, ursprünglich veröffentlicht unter dem Titel »Der Zauber einer Winternacht« und dem Pseudonym Sandy Devon, 2004 by Panini Verlags GmbH

Copyright © der Neuausgabe 2014 dotbooks GmbH, München

Copyright © der Originalausgabe »Clarissas Weg ins Glück «1986 Martin Kelter Verlag GmbH & Co.

Copyright © der überarbeiteten Neuausgabe 2014 dotbooks GmbH, München

Copyright © der Originalausgabe »Der Playboy-Graf« 1986 Martin Kelter Verlag GmbH & Co.

Copyright © der überarbeiteten Neuausgabe 2014 dotbooks GmbH, München

Copyright © der Originalausgabe »Herzen lügen nicht« 2015 dotbooks GmbH, München.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Wildes Blut – Atelier für Gestaltung Stephanie Weischer unter Verwendung zweier Bildmotive von shutterstock/Kiselev Andrey Valerevich und pixabay/geralt

eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH (ts)

ISBN 978-3-96655-568-5

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Rebecca Michéle, Claudia von Auersberg und Leonore Schicktanz

Royal Romance

Fünf Romane in einem eBook

dotbooks.

Rebecca Michéle
Irrwege ins Glück

Die junge Adlige Leonore hat nach einem Skandal, in den ihr Vater verwickelt war, alles verloren. Gezwungen, sich ab sofort selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen, bewirbt sie sich unter einem falschen Namen als Sekretärin. So gelangt sie schließlich auf das Gut der Familie von Katzenstein. Dort wird sie herzlich aufgenommen, doch keiner weiß von ihrer adligen Herkunft. Als sie dem Bruder der Baronin begegnet, fühlt sie sich sofort zu ihm hingezogen – entgegen jeder Vernunft, denn er hat den Ruf eines »Schwerenöters« …

Kapitel 1

Ehrfurchtsvoll und auch etwas beklommen bestaunte Leonore von Freienfels die barocke Fassade des schlossartigen Gebäudes. Sie hatte nicht gedacht, dass es sich bei Gut Katzenstein um ein solch großes und herrschaftliches Anwesen handeln würde, sondern hatte einen ländlichen Gutshof erwartet. Sie brauchte einige Zeit, um sich von ihrer Überraschung zu erholen, entlohnte dann den Taxifahrer, der zwischenzeitlich ihr Gepäck auf die unterste Stufe der geschwungenen Freitreppe gestellt hatte. Viel war es nicht – alles, was Leonore in ihr neues Leben mitnahm, passte in zwei Koffer. Gerade als Leonore die Hand hob, um den goldfarbenen Türklopfer in Form eines Löwenkopfes zu betätigen, wurde die zweiflügelige Tür von innen geöffnet. Eine grauhaarige und schmächtige Frau begrüßte sie mit einem freundlichen Lächeln.

»Sie sind sicher die neue Sekretärin. Willkommen auf Schloss Katzenstein. Ich bin Mechthild, die Haushälterin und Mädchen für alles, was hier so anfällt. Die Frau Baronin erwartet Sie bereits.«

Leonore nickte, schüttelte die ihr gereichte Hand und folgte zögernd der in ein dunkles Wollkleid gekleideten Frau in die hohe, holzverkleidete Halle mit den alten und sicher auch kostbaren Möbelstücken. Scheinbar aus dem Nichts erschien ein Mann, der etwa in Mechthilds Alter sein musste, und nahm sich wortlos Leonores Gepäcks an. Seine Haare waren schlohweiß, das Gesicht von Falten geprägt, seine Körperhaltung jedoch gerade und aufrecht. Leonore murmelte einen Dank und trat hinter der Haushälterin durch eine Tür, die rechter Hand von der beeindruckenden Halle abging und in einen schmalen Flur mündete. Mechthild öffnete die zweite Tür auf der rechten Seite, dann stand Leonore einer attraktiven Frau gegenüber, die in einem bequemen Sessel vor dem Kamin saß, in dem ein loderndes Feuer brannte.

»Frau Baronin, die neue Sekretärin ist soeben eingetroffen.«

Baronin Helene von Katzenstein dankte mit einem Nicken, und Mechthild ließ die beiden Damen allein.

»Sie sind also Leonore Freienfels«, stellte die Baronin fest und musterte das junge Mädchen von oben bis unten, ohne sich zu erheben. »Es ist erfreulich, dass Sie die Stellung so schnell antreten können.«

Leonore neigte den Kopf und schlug die Augen nieder.

»Ich schätze mich glücklich, die Anstellung erhalten zu haben, Frau Baronin, und werde mich bemühen, Ihren Anforderungen gerecht zu werden.«

Die Baronin lachte und entblößte dabei eine Reihe von schneeweißen, ebenmäßigen Zähnen.

»Daran habe ich keinen Zweifel. Hauptsache, Sie können mit so Dingen wie Computer, Internet und E-Mail umgehen. Davon habe ich leider kaum Ahnung, irgendwie haben mich die technischen Sachen noch nie interessiert.« Sie lächelte bedauernd. »Ich weiß, Sie denken jetzt, dass eine Frau in meinem Alter mit der virtuellen Welt vertraut sein sollte. Mir war es aber immer lieber, mich direkt mit den Menschen, die mir lieb und teuer sind, auszutauschen. Da habe ich wohl irgendwie den Anschluss verpasst.«

Damit hatte die Baronin Leonores Überlegungen auf den Punkt getroffen, sie enthielt sich aber eines Kommentars. Helene von Katzenstein forderte Leonore auf, im gegenüberstehenden Sessel Platz zu nehmen. Jetzt erst erkannte Leonore die deutliche Wölbung unter dem Kleid der Frau Baronin. Im selben Moment fuhr diese auch schon fort: »Bisher habe ich meinem Mann bei der Verwaltungsarbeit geholfen. Wie man unschwer übersehen kann, erwarte ich ein Kind. Da ich bereits zwei Fehlgeburten erleiden musste, meinten mein Mann und der Arzt, ich müsse mich unbedingt schonen, und ich werde von allen wie ein rohes Ei behandelt. Wenn das Kind auf der Welt ist, möchte ich mich in erster Linie um das Kleine kümmern. Außerdem, wie ich bereits erwähnte, reichen meine Kenntnisse nicht aus, um mit der modernen Technik Schritt halten zu können.«

Beschämt senkte Leonore ihren hübschen Kopf, der von einer Flut wallendem, lockigem Blondhaar umgeben war. Es war ihr peinlich, dass die Baronin bereits nach wenigen Minuten ihres Kennenlernens in einer solchen intimen Art zu ihr sprach.

Baronin Helene von Katzenstein hatte die Verlegenheit des Mädchens bemerkt und wechselte nun das Thema.

»Mein Mann wird jeden Moment hier sein, Frau Freienfels. Möchten Sie so lange einen Kaffee mit mir trinken?«

Sie erwartete keine Antwort, sondern klingelte kurz mit dem Glöckchen, das auf dem Beistelltisch stand. Mechthild trat so schnell ein, als hätte sie vor der Tür gewartet, und servierte wenige Minuten später heißen, duftenden Kaffee und mundgerecht geschnittene Stücke eines noch warmen Apfelkuchens. Leonore hatte gerade an ihrer Tasse genippt, als polternde Schritte in der Halle zu hören waren und kurz darauf ein Mann in den Salon trat. Er war groß und kräftig wie ein Bär, sein helles Haar zerzaust, und in einem gebräunten Gesicht musterten zwei graue Augen Leonore interessiert.

»Ah, die neue Sekretärin!«, rief er in einem tiefen Bariton und schüttelte Leonore so kräftig die Hand, dass sie meinte, er würde ihre Finger zerquetschen. Sie ließ sich jedoch nichts anmerken und schenkte ihm ein unverbindliches Lächeln.

»Es freut mich, Sie kennenzulernen, Herr Baron.«

»Schön, dass Sie umgehend gekommen sind«, wiederholte Max von Katzenstein die Worte seiner Frau. »Wenn es Ihnen recht ist, können Sie sich heute in Ihrem Zimmer einrichten und sich mit allem vertraut machen. Wir beginnen dann morgen mit der Arbeit.«

»Ich kann auch sofort anfangen, Herr Baron«, erwiderte Leonore mit offenem Blick.

»Na, Sie werden doch erst in Ruhe auspacken wollen«, warf die Baronin ein.

Leonore lächelte und dachte mit Wehmut an ihr karges Gepäck.

»Das ist schnell geschehen. Wenn Sie möchten, stehe ich Ihnen in einer halben Stunde zur Verfügung.«

Baron Max lächelte über den Eifer der jungen Frau.

»Nun, nun, so schnell schießen die Spatzen auch wieder nicht. Lassen Sie sich von Mechthild Ihr Zimmer zeigen. Morgen früh um acht Uhr erwarte ich Sie im Büro. Unsere gute Mechthild wird Ihnen zeigen, wo es zu finden ist.«

Leonore stand auf und deutete einen Knicks an. »Ich danke Ihnen und werde morgen pünktlich zur Stelle sein.«

Helene von Katzenstein sah Leonore nach, als sie das Zimmer verließ. Sie hatte den Stolz in den kornblumenblauen Augen des jungen Mädchens bemerkt, ebenso wie deren formvollendete Artikulation. Das und Leonores aufrechte Haltung wiesen eindeutig auf eine gute Erziehung hin. Helene von Katzenstein war überzeugt, mit Leonore Freienfels, trotz ihrer Jugend, eine gute Wahl getroffen zu haben.

Kapitel 2

Überrascht hielt Leonore die Luft an und sah sich in dem Zimmer um, in das Mechthild sie geführt hatte. Die Bezeichnung Zimmer war eigentlich nicht richtig, denn es handelte sich um ein ganzes Apartment. Neben einem mittelgroßen Schlafraum gab es noch ein größeres Wohnzimmer, in dem an der linken Seite eine kleine Küchenzeile mit zwei Kochplatten, einer Spüle und einem Kühlschrank eingerichtet war. Abgerundet wurde die heimelige Zimmerflut durch ein modernes, hell gekacheltes Bad. Wilhelm, das Hausfaktotum, hatte ihre Koffer bereits heraufgebracht, und Leonore machte sich sofort ans Auspacken. Binnen weniger Minuten war ihre schlichte, praktische Kleidung in dem geräumigen Wandschrank verstaut. Als einzigen persönlichen Gegenstand stellte Leonore eine gerahmte Fotografie ihrer Mutter auf das Nachttischchen, mehr hatte sie nicht mitgenommen. Sie trat ans Fenster und bewunderte die Aussicht in den Park. Sie befand sich im zweiten Stock, und so ging ihr Blick weit über die Gärten und den Park hinaus bis hin zum angrenzenden Waldstück. Alles war gepflegt und in einem hervorragenden Zustand. Leonore konnte das nur zu gut beurteilen, denn sie hatte ihr bisheriges Leben auf einem ähnlichen, wenn auch wesentlich kleineren Gut verbracht.

An den Fensterrahmen gelehnt, seufzte Leonore kurz auf. Sie konnte nicht verhindern, dass sich die Bilder der Vergangenheit vor ihr inneres Auge drängten.

Sie hatte eine unbeschwerte Kindheit und Jugend auf Schloss Freienfels verbringen dürfen. Nicht ahnend, wie nah der Besitz seit Jahren am finanziellen Abgrund stand, denn die Eltern hatten gegenüber ihrer einzigen Tochter nie etwas verlauten lassen. Der endgültige Zusammenbruch erfolgte vor einem knappen Jahr. An dem kleinen, sechzehn Zimmer umfassenden Schloss, dessen Grundmauern aus dem vierzehnten Jahrhundert stammten, fiel eine Reparatur nach der anderen an. Das Dach war undicht, in den alten Mauern saß der Schimmel und in den Balken der Holzwurm. Zusätzlich erlegte das Amt für Denkmalschutz dem Herrn von Freienfels untragbare und kostspielige Bestimmungen auf. Um allem gerecht zu werden, begab Leonores Vater sich in die Fänge eines windigen Kredithais, da die Banken eine weitere Unterstützung verweigerten. Die kleine Landwirtschaft konnten die Kredite jedoch nicht abdecken, und so blieb für Schloss Freienfels nur noch die Versteigerung. Noch an dem Tag, als der Hammer zugunsten eines Käufers fiel, erschoss Baron Freienfels sich in seinem Arbeitszimmer. Leonores Mutter, die ihren Mann sterbend vorfand, erlitt einen Nervenzusammenbruch, der einen wochenlangen Aufenthalt in einem Sanatorium erforderlich machte. Die Kosten für diese Behandlung verschlangen schließlich den Rest des wenigen Geldes, das Leonore aus der Versteigerung geblieben war.

Entfernte Verwandte hatten von den unglücklichen Umständen gehört und boten Leonore und ihrer Mutter im Bayerischen ein neues Heim auf deren Hof an. Da die Mutter zuerst im Sanatorium weilte und von dort aus sofort zu den Verwandten übersiedelte, blieb es Leonore überlassen, den Haushalt auf Freienfels aufzulösen, wobei es hier nicht viel zu tun gab. Der Käufer, ein äußerst vermögender Fürst, übernahm das Haus mit dem kompletten Inventar. Das hatte zusätzlich ein paar Euros eingebracht, außerdem hätte Leonore nicht gewusst, wo sie die Möbel hätte unterbringen können. Leonore packte einzig ein paar persönliche Gegenstände ein. Sie hatte den neuen Besitzer nicht kennengelernt und auch kein Bedürfnis danach. Sie wollte nur noch weg. Fort aus dem Haus, in dem sie geboren wurde und glücklich gewesen war; fort aus der Gegend, in der jeder von der Schande ihres Vaters wusste. Umso überraschter war Leonore, als ihr am letzten Tag auf Freienfels der Besuch einer Komtess von Guddendorf gemeldet wurde. Das Personal verblieb im Haus. Es würde künftig dem Fürsten und seiner Familie dienen, worüber Leonore froh war, denn so war die Zukunft der treuen Leute gesichert.

Zurückhaltend begrüßte Leonore die Komtess in der Eingangshalle. Clarissa von Guddendorf war eine Frau etwa ihres Alters mit kastanienbraunem Haar, hochmütigen Augen und einer schlanken, sportlichen Figur. Sie taxierte Leonore von oben bis unten, dann sagte sie herablassend: »Ich hätte nicht erwartet, dass noch jemand hier ist. Das Schloss gehört Ihnen bereits seit einer Woche nicht mehr, nicht wahr?«

Leonore zuckte unter den abfälligen Worten zusammen. Mit hoch erhobenem Kopf entgegnete sie: »Ich bin gerade dabei, meine letzten Sachen zu ordnen, und werde Freienfels in den nächsten Stunden verlassen. Das wurde mit dem Notar so vereinbart. Was führt Sie hierher?«

Die Komtess sah sich ausgiebig in der Halle um. Sie deutete auf die barocken Wandmalereien, einst der ganze Stolz von Leonores Vater und deren Restauration vor einigen Jahren eine Menge Geld gekostet hatte. Geld, das damals schon nicht mehr vorhanden gewesen war, wie Leonore heute wusste.

»Etwas kitschig, was? Nun ja, wir werden es übertünchen.« Abfällig zogen sich die Mundwinkel der Komtess nach unten. »Mein Verlobter, der neue Beisitzer des Schlosses, gab mir den Schlüssel, damit ich mich hier schon mal umsehen kann. Er selbst ist derzeit unabkömmlich, weiß aber, dass er sich auf meinen guten Geschmack verlassen kann. Wenn ich nun die oberen Räume sehen könnte?«

Mit größtem Widerwillen bat Leonore die Komtess in das obere Stockwerk. Es blieb ihr keine andere Wahl, Freienfels war nicht mehr ihr Zuhause. Vor hilfloser Wut ballte Leonore die Hände zu Fäusten, als die Komtess ungefragt eine Tür nach der anderen öffnete und abschätzend die Räumlichkeiten musterte.

»Ich sehe, Platz ist genügend vorhanden. Allerdings werden die Umbauarbeiten eine Menge Zeit und Geld kosten.«

»Umbauarbeiten?«, rief Leonore fassungslos.

Clarissa von Guddendorf nickte und schenkte Leonore einen verächtlichen Blick.

»Was soll mein Verlobter mit so einem Schloss anfangen? Er verfügt über einen wesentlich größeren Besitz mit umfangreichem Grund und Boden. Freienfels wird sich aber gut als Ferienhotel eignen. Natürlich nur für eine ausgesuchte und erlesene Gesellschaft. Dann müssen dazu alle Zimmer mit Bädern ausgestattet und das ganze Haus modernisiert werden. Wenn wir zu Weihnachten heiraten, möchten wir die Feier bereits hier abhalten.«

Zitternd lehnte Leonore sich an die steinerne kalte Wand. Ein Hotel! Ihr geliebtes Freienfels sollte zu einem Hotel umgebaut werden! Die jahrhundertealten Mauern eingerissen, die gemütlichen kleinen Zimmer vergrößert und verschandelt werden! In diesem Moment hasste sie den neuen Besitzer. Wie konnte er das dem Schloss, das ein Juwel und Schmuckstück in der ganzen Umgebung war, nur antun?

»Hat das Denkmalschutzamt für eine solche … Umgestaltung seine Zustimmung erteilt?«, fragte sie in Erinnerung an die Auflagen vergangener Jahre.

Hochmütig zog die Komtess eine Augenbraue in die Höhe.

»Das dürfte wohl kaum noch Ihre Sorge sein, nicht wahr?«

Leonore schluckte, es blieb ihr nichts anderes übrig, als zu schweigen.

Inzwischen war Komtess Clarissa in Leonores Schlafzimmer angekommen. Leonore war dabei gewesen, ihre umfangreiche und kostbare Garderobe durchzusehen, um die guten Kleidungsstücke, die sie nicht mitnehmen wollte, der Wohlfahrt zu spenden. Auf dem Bauernhof ihrer Verwandten würde sie keine Gelegenheit haben, diese exklusiven Kleider zu tragen.

Die Komtess sah sich aufmerksam um und taxierte auch hier die Einrichtung auf ihren Wert. Dann trat sie mit blitzenden Augen zu dem Kleiderberg, der sich auf dem Bett türmte. Rasch zog sie das eine oder andere Kleid heraus und betrachtete es mit Kennerblick.

»Sie wollen das doch nicht etwa fortwerfen?« Der Vorwurf war ihrer Stimme deutlich anzuhören.

»Ich werde es an bedürftige Menschen geben. Dort, wo ich von nun an leben werde, habe ich nicht den Platz, die Kleidung unterzubringen.«

Komtess Clarissa überlegte kurz, dann sagte sie: »Ich kaufe Ihnen ein paar davon ab. Es sind einige ganz passable und neuwertige Stücke dabei. Hier – da ist sogar noch das Preisschild dran. Es wäre doch schade, diese Sachen an Leute zu verscherbeln, die die exklusive Verarbeitung und den Chic nicht zu schätzen wissen.« »Sie als Komtess werden es wohl kaum nötig haben, die abgelegten Sachen einer anderen zu tragen.« Leonore schoss die Röte in die Wangen, so empört war sie über das Ansinnen der Komtess. Diese krauste aber nur überheblich ihre Nase.

»Ach, Frau von Freienfels, ein adliger Name ist heute nicht mehr gleichbedeutend mit Reichtum. Das wissen Sie doch selbst am besten.«

Sie bot Leonore für die Garderobe eine Summe, die nur einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes ausmachte. Schweren Herzens schluckte Leonore ihren Stolz hinunter und ging auf das Angebot ein. Sie ging in eine ungewisse Zukunft, in der sie jeden Euro gebrauchen würde, Leonore fühlte sich aber zutiefst gedemütigt. Sie ließ die Komtess allein und ging ein letztes Mal durch die Räume des kleinen Schlosses. Leonore nahm Abschied. Abschied von den barocken Decken- und Wandmalereien, die die Eingangshalle und das Treppenhaus zierten; Abschied von den hohen Räumen, in denen sie mit ihren Eltern glücklich gewesen war, und Abschied von den vielen kleinen Dingen, die sie früher für selbstverständlich gehalten hatte. Als Leonore, in jeder Hand einen Koffer, ein letztes Mal durch die zweiflügelige Eingangstür das Haus verließ, warf sie doch noch einen Blick zurück. Auf der Galerie stand stolz und erhaben die Komtess und ließ ihre Hände über die Brüstung streichen. Sie hatte Freienfels bereits in ihren Besitz genommen, dabei gehörte es nur ihrem Verlobten. Leonores Augen wurden feucht. Schnell wandte sie sich um und stieg in das Taxi, das sie zum Bahnhof bringen würde.

Kapitel 3

Leonore und ihre Mutter fanden bei den Verwandten im bayerischen Voralpenland eine herzliche Aufnahme. Ihr neues Heim war nun ein mittelgroßer Bauernhof mit einem ansehnlichen Grundbesitz, keinesfalls jedoch mit Schloss Freienfels zu vergleichen. Leonore und ihre Mutter teilten sich ein Zimmer unter dem Dach und das Bad mit allen Familienmitgliedern. Leonore versuchte, sich im Haushalt und auf dem Hof nützlich zu machen. Sie war sich nicht zu schade, die Kühe zu melken oder den Stall auszumisten. Da neben den Knechten und Mägden auch der Sohn und die Tochter kräftig mithalfen, stand Leonore oft nur untätig daneben. Auch bei der Hausarbeit fühlte sie sich bald überflüssig. Wenigstens konnte sie dem Onkel bei der Büroarbeit dienlich sein, da sie auch ihren Vater bei der Buchhaltung unterstützt hatte. Mit keinem großen Erfolg, dachte Leonore bitter, denn sonst wäre ihr die desolate finanzielle Situation von Schloss Freienfels viel früher aufgefallen. Der tote Vater hatte es aber immer wieder geschafft, die Schulden vor Frau und Tochter zu verheimlichen, um diese nicht zu beunruhigen.

Nach acht Wochen wusste Leonore, dass ihr Aufenthalt auf dem Bauernhof des Onkels nicht von Dauer sein konnte. Sie konnte und wollte nicht länger von seiner Großzügigkeit abhängig sein. Mochte ihre Mutter damit zufrieden sein, sie war es nicht! So erregte die Anzeige in einer landwirtschaftlichen Zeitung sofort Leonores Interesse:

Sekretärin für Büroarbeiten auf Gut Katzenstein ab sofort gesucht

Seufzend legte Leonore die Zeitung beiseite. Sicher, sie würde sich diese Arbeit zutrauen. Mit welchen Unterlagen sollte sie sich jedoch aussagekräftig bewerben? Sie hatte zwar ein gutes Abitur, danach aber weder eine qualifizierte Ausbildung noch irgendwelche Referenzen. Nach dem Schulabschluss war das nahende Ende von Freienfels bereits absehbar gewesen, so hatte Leonore auf eine Ausbildung oder gar ein Studium verzichtet, um ihrem Vater zur Seite zu stehen. Ihr Onkel wollte zuerst nichts davon hören, dass Leonore sich eine Anstellung suchen wollte. Als er jedoch merkte, dass Leonores Entschluss, auf eigenen Beinen zu stehen, unumstößlich war, lenkte er ein.

»Nun ja, in den letzten Wochen hast du uns hier auf dem Hof geholfen. Darüber werde ich dir ein Zeugnis schreiben, dass die auf Gut Katzenstein gar nicht anders können, als dich einzustellen.«

Und so geschah es. Beinahe ungläubig hielt Leonore bereits wenige Tage später ein Schreiben, dass Baron von Katzenstein sie zum nächsten Ersten auf dem Gut erwarten würde, in den Händen. Besonders rührte es sie, dass das Gut Katzenstein im Fränkischen, keine fünfzig Kilometer von ihrer alten Heimat entfernt, lag. Es wäre natürlich möglich, dass sich dort die Menschen an den Bankrott von Schloss Freienfels und an den Skandal des Freitods von Leonores Vater erinnerten. Sie straffte innerlich die Schultern und presste die Kiefer aufeinander. Sie würde nicht als Komtess auftreten. Nein, sie würde ganz einfach nur Leonore Freienfels sein und ihre Herkunft nicht erwähnen. Die Zeiten der Titel waren für sie für immer vorbei.

Leonore wischte sich über die Augen, um die Erinnerungen an die Vergangenheit zu verscheuchen. Nun war sie also hier, in diesem prächtigen Schloss, und war von den Herrschaften herzlich aufgenommen worden. Ihre Zimmerflucht war nach der engen Dachstube auf dem Hof des Onkels nahezu paradiesisch, und Leonore schwor sich, alles zu tun, um dem Vertrauen, das Baron Max und Baronin Helene in sie setzten, gerecht zu werden.

Am nächsten Morgen führte Baronin Helene Leonore in die ersten wichtigen Arbeiten ein. Erfreut nahm sie zur Kenntnis, dass Leonore mit den aktuellen Computerprogrammen mühelos zurechtkam, auch mit dem Internet war Leonore bestens vertraut. Bereits nach wenigen Stunden stellte sie fest, dass Gut Katzenstein ein großes, klar strukturiertes und gut gestelltes Wirtschaftsunternehmen war. Kein Vergleich zu Schloss Freienfels oder dem Hof des Onkels. Neben der täglichen Geschäftspost war Leonore für die Gehaltsabrechnungen und Urlaubsanträge der rund sechzig Angestellten und Arbeiter zuständig. Mit Feuereifer stürzte sie sich in die Arbeit, die die Tage von früh bis spät ausfüllten und halfen, Leonore die Erinnerungen an die Vergangenheit immer mehr zu vertreiben. Nach vier Wochen, in denen sie sich mit jeder Frage jederzeit an die Frau Baronin hatte wenden können, nickte Baron Max wohlwollend.

»Wir haben mit Ihnen einen guten Griff getan, Leonore.«

Sie errötete vor Freude. Längst hatten sich die Herrschaften angewöhnt, sie bei ihrem Vornamen zu nennen. Auch Leonore war angeboten worden, das förmliche »von Katzenstein« zu unterlassen. Es fiel ihr jedoch noch sehr schwer, »Baronin Helene« oder »Baron Max« zu sagen. Meistens versuchte sie, eine direkte Anrede zu umgehen.

Mit der Haushälterin Mechthild verstand Leonore sich ausgezeichnet. Die ältere Frau hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das junge Ding, wie sie Leonore nannte, unter ihre Fittiche zu nehmen. Leonore konnte die Mahlzeiten entweder mit den Hausangestellten in der großen, gemütlichen Küche oder allein in ihren Zimmern einnehmen oder sich selbst in der Küchenzeile etwas zubereiten. Sie bevorzugte die Küche, denn sie mochte die Geselligkeit mit den anderen Angestellten. Nur manchmal bereitete sie sich einen kleinen Imbiss in ihren Räumen zu, wenn ihr die Arbeit keine Zeit gelassen hatte, pünktlich bei Tisch zu erscheinen. Das Einkaufen erledigte Mechthild für sie.

»Ob ich jetzt für die Herrschaften einkaufe oder Ihnen die wenigen Sachen, die Sie benötigen, auch noch mitbringe, macht mir keine Mehrarbeit, Fräulein Leonore«, sagte Mechthild mit einem verschmitzten Zwinkern. »Sie sollen sich hier schließlich wie zu Hause fühlen.«

Leonore war glücklich und zufrieden in ihrem neuen Leben.

Kapitel 4

An einem sonnigen Frühsommertag stürmte Mechthild, ohne anzuklopfen, in das Büro von Baron Max. Sie keuchte außer Atem, und ihre Wangen waren gerötet. Der Baron diktierte Leonore gerade einen geschäftlichen Brief, in dem es um den Erwerb einer Landmaschine ging, und runzelte über die Störung unwillig die Stirn.

»Herr Baron, Herr Baron!«, rief die alte Frau, bevor er etwas sagen konnte. »Die Frau Baronin ... es ist so weit! Wilhelm hat bereits nach dem Arzt und der Hebamme geschickt!«

Baron Max sprang auf.

»Mein Gott, ist es denn nicht zu früh?«

Leonore legte beruhigend ihre schmale Hand auf seinen Arm.

»Nur drei Wochen, Herr Baron«, sagte sie. »Das ist völlig normal und kein Grund zur Besorgnis. Der kleine Stammhalter kann es eben nicht erwarten, endlich seine Familie kennenzulernen.«

Baron Max stürmte in die Zimmer seiner Frau, und für Leonore begann eine bange Zeit des Wartens. Hoffentlich würde wirklich alles gut verlaufen. Warum aber auch nicht? Baronin Helene war gesund und hatte sich in den letzten Wochen sehr geschont. Trotzdem kostete es Leonore Kraft, sich wieder auf die Arbeit zu konzentrieren. Als sie endlich die polternden Schritte des Barons im Vorraum hörte, sprang sie rasch auf und lief ihm entgegen.

»Ein Junge! Es ist ein kräftiger, prächtiger Junge!«

Vor lauter Freude umarmte Baron Max seine Sekretärin und gab ihr einen lauten Schmatz auf die Wange. Leonore errötete und machte sich schnell aus der Umarmung frei.

»Und Ihre Frau?«

»Sie ist etwas schwach, es geht ihr aber gut. Sie will Sie sehen, Leonore.«

»Mich? Aber sie braucht doch jetzt Ruhe.«

»Nun kommen Sie schon! Helene ist so stolz auf unseren Sohn, dass sie ihn jedem zeigen möchte.«

Erfreut über so viel Ehre folgte Leonore dem Baron in die Zimmer seiner Frau. Baronin Helene lag blass, aber vor Freude strahlend, im Bett. An ihrer Brust saugte das neue Mitglied der Familie, und der Kleine war wirklich entzückend.

»Meinen herzlichsten Glückwunsch, Baronin Helene«, sagte Leonore aufrichtig. Plötzlich fiel es ihr nicht mehr schwer, die Frau mit dem Vornamen anzureden. Sie war in diesem Moment keine Baronin, sondern nur eine überglückliche Mutter.

Baronin Helene bat, Leonore möge sich zu ihr auf die Bettkante setzen. Gerührt verfolgte Leonore, wie sich der kleine Erdenbürger an der Milch der Mutter labte. Sie war von der Situation peinlich berührt, und so schweifte ihr Blick über den Nachttisch der Baronin. Neben dem Bild ihres Gatten stand eine gerahmte Fotografie eines jüngeren Mannes. Mit seinem dunklen Haar und den grünen Augen war er sehr attraktiv. Die Baronin hatte Leonores Blick bemerkt.

»Mein jüngerer Bruder Hanno«, sagte sie. »Ach, ich habe ihn viel zu lange nicht mehr gesehen, seine Geschäfte lassen ihm kaum Zeit für Besuche. Ich hoffe jedoch sehr, dass er zur Taufe seines Neffen kommen wird.«

»Er sieht sehr sympathisch aus«, murmelte Leonore und konnte ihren Blick nur schwer von dem Bild lösen. Es schien ihr, als würde sie diesen Mann schon lange kennen, dabei waren sie sich sicher zuvor niemals begegnet, trotzdem wirkte Hanno ihr seltsam vertraut.

Das Baby hatte seinen Hunger gestillt. Die Hebamme nahm der Baronin das Kind ab und bettete es in die alte Familienwiege.

»Na, na, verlieben Sie sich nur nicht in ihn!«, drohte Helene scherzhaft mit dem Finger, als sie bemerkte, dass Leonore sich immer noch die Fotografie betrachtete. Leonore errötete und riss ihren Blick von dem Bild los. »Mein Bruder ist ein Schwerenöter, was Frauen betrifft, hat aber den Besitz, den unser Vater ihm hinterließ, sehr gut im Griff. Warum sollte Hanno sich nicht hier und da ein kleines Abenteuer gönnen? Wir leben schließlich im einundzwanzigsten Jahrhundert. Er ist sich seiner Wirkung auf Frauen sehr genau bewusst, es ist aber nie etwas Ernstes. Nun, irgendwann wird auch ihn die richtige Liebe treffen. Hanno hat eine gute Frau verdient.«

Erneut wunderte Leonore sich, wie offen sich Baronin Helene über ihr Privatleben und nun noch über ihre Familie äußerte. Manchmal schämte sie sich, dass sie so rein gar nichts von sich erzählte. Bisher war ihr Name nicht mit dem Skandal um Schloss Freienfels in Verbindung gebracht worden, jedenfalls hatte sie niemand darauf angesprochen. Die Leute hatten aber auch genügend anderes um die Ohren, da gerieten Geschehnisse schnell in Vergessenheit. Vielleicht würde Leonore den Herrschaften irgendwann erzählen, dass auch ihr Vater ein Baron gewesen war und sie den Titel einer Komtess trug. Jetzt aber noch nicht. Jetzt wollte sie nur die tüchtige, aber einfache Sekretärin sein.

Der jüngste Spross der Familie Katzenstein erhielt den Namen Adrian, und die Tauffestlichkeiten wurden auf das erste Wochenende im September festgelegt. Baron Max verbrachte viel Zeit mit seiner Frau und seinem Sohn, so dass Leonore mehr als zuvor zu tun hatte. Ihr konnte das nur recht sein, und sie murrte nicht bei weiteren Überstunden. Sie wusste nämlich nicht so richtig, was sie mit ihrer Freizeit anfangen sollte. Am schlimmsten waren die Wochenenden. Zum Besitz gehörte ein kleiner Badesee, und Leonore hatte sich angewöhnt, jeden Sonntagvormittag in dem kühlen, klaren Wasser zu schwimmen, zumal die meisten Tage warm und sonnig waren. Sie unternahm auch ausgedehnte Spaziergänge in der Umgebung und suchte zwei, drei Mal die kleine Stadt in der Nähe von Gut Katzenstein auf. Mit dem Bus, der direkt vor der Einfahrt zum Schloss hielt, waren es nur zehn Minuten Fahrt. Leonore machte jedoch keine Einkäufe für sich. Obwohl ihr Gehalt großzügig bemessen war, gab sie keinen Cent zu viel aus, sondern schickte jeden Monat eine gewisse Summe an ihre Mutter. Sie hegte die Hoffnung, dass sich diese bald aus der Abhängigkeit der Verwandten befreien und ein neues, eigenes Leben beginnen könnte. Manchmal dachte Leonore daran, wie sie in den Sommern vergangener Jahre den ganzen Tag lang ausgeritten war. Auf Gut Katzenstein gab es erstklassige Reit- und Zuchtpferde, wie Leonore mit Kennerblick bereits festgestellt hatte. Ihr fehlte aber der Mut, oder vielmehr die Unverschämtheit, wie sie es nannte, den Baron zu fragen, ob sie hin und wieder reiten dürfe. Bei aller Freundlichkeit, die ihr entgegengebracht wurde, sie war eben doch nur eine Angestellte, die zu wissen hatte, wo ihr Platz war.

So arbeitete Leonore jeden Abend und meistens auch am Samstag, bis die Sonne längst untergegangen war.

»Kindchen, Sie müssen das Leben mehr genießen«, warf ihr Mechthild vor und wiegte bedenklich den Kopf. »Gehen Sie doch mal aus! Ein Mädchen wie Sie sollte einen Verehrer haben.«

Leonore lächelte still in sich hinein.

»Machen Sie sich keine Gedanken um mich. Ich liebe meine Arbeit und habe an den in der Stadt üblichen Vergnügungen keinen Spaß. Und an flüchtigen Beziehungen habe ich kein Interesse.«

Später in der Küche flüsterte Mechthild dem Hausknecht Wilhelm ins Ohr: »Das junge Fräulein ist was ganz Besonderes! Auch wenn man ja nicht mehr Fräulein sagen soll ... aber die Leonore ist es eben. Die ist nicht so flatterhaft und unbeständig wie manch andere in ihrem Alter. Möchte bloß wissen, aus was für einem Haus sie stammt. Aber sie red’ ja nichts!«

»Dann frag sie halt«, brummte Wilhelm ungehalten, der sich bei der Lektüre seiner Zeitung gestört fühlte. Er hatte für Tratsch und Klatsch nichts übrig und genoss mit seiner Pfeife lieber den Feierabend.

»Ach, nein, so einfach ist das nicht. Weißt, Wilhelm, das Fräulein Leonore ist fast genauso fein wie die Frau Baronin selbst. Dabei kein bisschen hochnäsig. Ja, ja, ich bleib dabei: Die kommt aus einem guten Haus und hat sicher immer als Sekretärin gearbeitet.«

»Meinetwegen«, knurrte Wilhelm ungehalten und zog die Zeitung näher vors Gesicht. Unwillig verließ Mechthild die Küche. Sie war überzeugt, dass es sich irgendwann bestätigen würde, dass sie mit ihrer Vermutung recht hatte.

Als Baronin Helene sie bat, ihr beim Schreiben der Einladungen für die Tauffeier zu helfen, stimmte Leonore erfreut zu.

»Es wird nur eine kleine Feier werden«, sagte Baronin Helene und warf einen Blick auf die Einladungsliste.

»So, so, an wie viele Gäste hast du denn gedacht?«, fragte Baron Max zweifelnd, denn er kannte seine Frau.

»Nicht mehr als hundert.« Sie reichte Leonore die handgeschriebenen Seiten. »Wenn Sie so freundlich wären, die Adressen im Computer zu erfassen und dann einen Seriendruck zu machen. Sie wissen doch, ich tue mich damit etwas schwer.«

Lächelnd stimmte Leonore zu. Eine kleine Feier mit nur hundert Gästen! Nun, auf Schloss Freienfels war es ähnlich gewesen. Die Gartenfeste ihrer Mutter waren berühmt, und jedes Jahr waren es mehr Gäste geworden. Bis man es irgendwann nicht mehr hatte bezahlen können ...

Schnell scheuchte Leonore die unerquicklichen Gedanken an die Vergangenheit fort und fragte: »Sollen die Einladungskarten selbst gestaltet werden?«

Baronin Helene verneinte und meinte, sie hätte die Karten bei einer ortsansässigen Druckerei bereits in Auftrag gegeben.

Mit Feuereifer machte Leonore sich noch am gleichen Tag an die Arbeit. Je länger die Liste jedoch wurde, je mehr Adressen sie in den Computer eingab, desto enger wurde ihr ums Herz. So mancher Name war ihr vertraut, mit der einen oder anderen Familie waren ihre Eltern persönlich bekannt gewesen. Jetzt rächte es sich also, dass sie so nahe bei Schloss Freienfels war. Als Angestellte würde sie an der Feier aber nicht teilnehmen. Es bestand also keine Gefahr, mit den Bekannten zusammenzutreffen, die sich ausnahmslos nach dem Zusammenbruch von ihnen abgewandt hatten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Baronin Helene oder auch der Herr Baron ausgerechnet auf der Tauffeier ihres Sohnes den Nachnamen einer Sekretärin erwähnen würden, war sehr gering. Leonore arbeitete also weiter an der Liste, und so manches Mal blitzte das eine oder andere Gesicht zu den Namen in ihrer Erinnerung auf.

Kapitel 5

Drei Wochen vor dem großen Ereignis fuhr Baron Max zu einer landwirtschaftlichen Versteigerung nach Bamberg, wo er zwei oder drei Tage bleiben wollte. Plötzlich stürmte Baronin Helene ins Büro, das Gesicht hochrot vor Aufregung, die Augen weit aufgerissen.

»Mein Mann ...«, keuchte sie.

Leonore sprang auf. Mit einem Satz war sie bei der Baronin und schloss sie spontan in die Arme.

»Was ist geschehen?«, fragte sie heiser. Ihr Herz pochte wie verrückt, und eine unerklärliche Angst schnürte ihre Kehle zu.

»Ein Autounfall … jemand hat ihm die Vorfahrt genommen. Die Polizei hat angerufen … er ist im Krankenhaus«, stieß Helene von Katzenstein abgehackt aus.

»Wie geht es dem Herrn Baron?«

Helene schlug die Hände vors Gesicht.

»Ich weiß es nicht, sie geben mir keine Auskunft. Wilhelm lässt gerade den Wagen vorfahren, ich fahre sofort in die Stadt. Aber Adrian … ich will ihn nicht mitnehmen, Mechthild hat heute allerdings ihren freien Tag und ist bei ihrer Tochter.«

Beruhigend drückte Leonore die Hand der Baronin.

»Wenn es Ihnen recht ist, kümmere ich mich um Ihren Sohn.«

Ein dankbarer Blick traf Leonore. »Das würden Sie tun? Ach ja, bitte! Ich weiß aber nicht, wie lange ich im Krankenhaus bleiben werde.«

Leonore begleitete die völlig aufgelöste Baronin hinaus, wo der Chauffeur bereits neben dem Wagen wartete.

»Bleiben Sie so lange wie nötig an der Seite Ihres Mannes, er braucht Sie jetzt. Ich werde auf Adrian gut aufpassen.«

Ein warmer Händedruck, dann stieg Helene in das Auto und fuhr durch das Tor. Zurück blieb Leonore, deren Herz unendlich schwer wurde. Wie schwer würden die Verletzungen von Baron Max sein? Schwebte er sogar in Lebensgefahr? O Gott, nur nicht darüber nachdenken, was alles geschehen könnte!

Schnell eilte Leonore ins Kinderzimmer, in dem Adrian süß und unschuldig, nichts ahnend von dem Leid, das über seine Eltern hereingebrochen war, in der Wiege schlummerte. Leise setzte sich Leonore neben das kleine Menschenbündel. Sie faltete die Hände und sandte ein Stoßgebet nach dem anderen zum Herrgott, Baron Max recht bald wieder vollständig genesen zu lassen.

Ihre Gebete wurden erhört. Als Baronin Helene am Abend nach Hause zurückkehrte, erfuhr Leonore, dass Max von Katzenstein nur einen einfachen Schienbeinbruch und einige Prellungen und Hautabschürfungen erlitten hatte.

»In vier, fünf Tagen kann mein Mann bereits entlassen werden«, seufzte Helene, und die Erleichterung stand ihr ins Gesicht geschrieben. »Er scherzt sogar wieder und meinte, es wird wohl ein schöner Anblick sein, wenn er bei der Taufe an Krücken in die Kirche humpelt.«

Leonore freute sich aus ganzem Herzen über die guten Nachrichten. Sie wollte sich nun aus dem Kinderzimmer in ihre eigenen Räume zurückziehen, die Baronin bat sie jedoch zu bleiben.

»Machen Sie mir die Freude, heute Abend mit mir zu speisen.«

Mit gemischten Gefühlen stimmte Leonore zu. Sie war doch nur die Sekretärin, Helene nahm ihr jedoch mit ihrer herzlichen Art alle Bedenken. Die folgende Stunde wurde natürlich von Gesprächen über den Unfall überschattet, und Leonore versprach der Baronin, sich die nächsten Tage um Adrian zu kümmern, damit Helene täglich zu ihrem Mann ins Krankenhaus fahren könne.

»Kann ich von Ihnen das verlangen, Leonore?«, fragte Helene. »Schließlich wartet im Büro jede Menge Arbeit auf Sie.«

Leonore winkte lächelnd ab.

»Ich kann an den Abenden das aufarbeiten, was den Tag über liegengeblieben ist.«

Spontan griff Helene nach Leonores Hand und drückte sie fest.

»Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll. Wenn mein Mann wieder genesen ist, werde ich seinem Rat folgen und mich nach einer Kinderfrau umsehen. Bisher habe ich es abgelehnt, da ich keinen Augenblick an der Seite meines Kindes missen wollte. Wie schnell jedoch etwas geschehen kann, das dies unmöglich macht, sehen wir heute.«

Leonore verzichtete auf einen Kommentar. Nur zu gut konnte sie verstehen, dass eine Frau, die so viele Jahre auf das Mutterglück hatte warten müssen, ihr Kind nicht in fremde Hände geben wollte. Sie selbst hatte nicht das Recht, der Baronin anzubieten, sich weiterhin um den Sohn zu kümmern, denn sie war für andere Arbeiten eingestellt worden. Auf einmal verspürte Leonore eine fast schmerzhafte Sehnsucht, selbst Mutter zu werden. Dazu gehörte aber auch der passende Mann. Ob sie den jemals für sich finden würde?

Unter Mechthilds strenger Hand war für die Heimkehr des Barons das Schloss auf Hochglanz poliert worden. Sogar eine Girlande über dem Portal mit den Worten Herzlich willkommen fehlte nicht. Endlich rollte der dunkle Wagen durch das Tor, und Baron Max stieg schwerfällig auf zwei Krücken gestützt aus dem Auto. Zusätzlichen Halt erhielt er von seiner Frau und einem jüngeren, attraktiven Mann. Leonore beobachtete vom Fenster des Büros die Ankunft. Ihr stockte der Atem, und ihr Herz begann auf einmal aufgeregt zu klopfen. Auf den ersten Blick erkannte sie in dem fremden Mann den Bruder von Baronin Helene, dessen Bild sie auf deren Nachttisch entdeckt hatte. Leonore blieben aber nur wenige Minuten, um den Mann, der bereits auf dem Foto einen starken Eindruck bei ihr hinterlassen hatte, zu beobachten. In Wirklichkeit war er noch um einiges attraktiver. Leonore erinnerte sich an die Worte Baronin Helenes, die ihren Bruder als Frauenschwarm bezeichnet hatte. Nun, mit dieser Einschätzung lag sie sicher nicht falsch. Selbst auf die Entfernung spürte Leonore, welch starke Anziehungskraft von dem Mann ausging. Leonore wandte sich wieder ihrer Arbeit zu, als das Trio ihrem Blickfeld entschwunden war. Kurze Zeit später spähte Mechthild in das Büro.

»Die Herrschaften bitten Sie, in den grünen Salon zu kommen.«

»Wen? Mich?«, fragte Leonore erstaunt. Mechthild nickte eifrig.

»Sie möchten den Kaffee mit Ihnen zusammen einnehmen.«

Aufgeregt strich Leonore ihr einfaches dunkelblaues Kleid glatt und warf einen Blick in den Spiegel. Wie gut, dass sie am Morgen das Haar gewaschen hatte, das in weichen Locken wie ein Glorienschein ihr herzförmiges Gesicht umrahmte. Aufgeregt und zugleich ärgerlich über sich selbst, dass die Ankunft des unbekannten Bruders der Frau Baronin sie derart aus der Fassung brachte, betrat sie den Salon.

»Verzeihen Sie, dass ich nicht aufstehe«, flachste Baron Max.

Sein rechtes Bein, das bis unters Knie eingegipst war, war auf einen Schemel gebettet. Erfreut stellte Leonore fest, dass seine Wangen gesund und rosig waren und der Schalk schon wieder aus seinen Augen sprühte.

»Hanno, das ist unsere liebe Leonore«, rief Baronin Helene. »Leonore, darf ich Ihnen meinen Bruder, Fürst Hanno, vorstellen?«

Der Angesprochene erhob sich und begrüßte Leonore mit einem vollendeten Handkuss. Leonore hoffte, nicht zu erröten, denn noch nie hatte ein Mann ihr einen Handkuss gegeben. Ein Schwerenöter, schoss es ihr jedoch sofort durch den Kopf.

»Ich freue mich sehr, die Frau, von der meine Schwester seit Wochen in höchsten Tönen schwärmt, endlich persönlich kennenzulernen.« Fürst Hannos Stimme war tief, dabei aber weich wie zarter Samt. Unwillkürlich begann Leonores Haut zu kribbeln.

»Die Frau Baronin übertreibt …«, brachte sie hervor und war dankbar, dass ihre Stimme nicht ebenso wie ihre Beine zitterte. Fürst Hanno lächelte, und sein Blick bohrte sich in Leonores Augen.

»Ganz sicher nicht. Ich habe so viel Gutes von Ihnen gehört, dass ich meine, Sie bereits zu kennen. Gestatten Sie mir daher, Sie Leonore zu nennen? Und Sie müssen Hanno zu mir sagen!«

Nun schoss das Blut mit einer heißen Woge in Leonores Kopf, und die Stelle an ihrer Hand, an der seine Lippen kurz die Haut gestreift hatten, brannte wie Feuer.

»Ich weiß nicht, ob es sich schickt, Fürst ...«

Sie zögerte, ihn beim Namen zu nennen. Eine unerklärliche Unruhe hatte sich ihrer bemächtigt. Am liebsten wäre sie geflohen und hätte sich im Büro hinter den Aktenbergen verborgen. Der Fürst schenkte ihr jedoch einen so herzlichen Blick, dass in diesem Moment in Leonores Herzen der Name »Hanno! Hanno! Hanno!« tausendfach widerhallte.

Der Kaffee und die saftigen Kuchenstücke waren für Leonore ein willkommener Grund, sich von Hannos Blick zu lösen. Sie konzentrierte sich auf das Einschenken des Kaffees, das sie gerne für alle übernahm. Selbst dabei fühlte sie Fürst Hannos Blick auf sich. Es gelang ihr jedoch, jedem die Tasse zu füllen, ohne einen Tropfen zu verschütten.

»Stellen Sie sich vor, Leonore, mein Bruder ist extra angereist, um auf dem Gut auszuhelfen, jetzt, wo mein Mann in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Ist das nicht wunderbar?«, bemerkte Baronin Helene und lächelte glücklich.

»Ach was, Schwesterchen. In zwei Wochen wäre ich ohnehin zur Taufe eures Stammhalters angereist, da bin ich einfach etwas früher gekommen. Wo ist er übrigens? Ich muss unbedingt meinen ersten Neffen gebührend begrüßen!«

»Kannst du es verantworten, dein Gut so lange allein zu lassen? Jetzt, wo die Ernte bald fällig ist?«, wandte Baron Max mit gerunzelter Stirn ein.

Hanno machte eine lapidare Handbewegung.

»Auf meinem Besitz läuft zurzeit alles zu meiner vollen Zufriedenheit. Außerdem habe ich einen zuverlässigen Verwalter, der mich auf dem Laufenden halten wird. So kann ich es durchaus wagen, einige Wochen Urlaub zu machen.«

»Urlaub?« Baron Max lachte laut auf. »Nun, da du jetzt hier bist und deine Hilfe angeboten hast, werde ich dich sicher nicht schonen. Da wird dir nicht viel Zeit zum Erholen bleiben. Gleich morgen wird dir Leonore die wichtigsten Unterlagen zeigen und dich in alles einführen.«

Leonore errötete erneut und rührte eifrig in ihrer Kaffeetasse, obwohl sie weder Zucker noch Milch hineingetan hatte. Sie sollte eng mit Fürst Hanno zusammenarbeiten! Ihr Herz tat einige schnelle Hüpfer, was nicht dem Koffein im Kaffee zuzuschreiben war.

»Wie ich Ihnen bereits erzählte, Leonore«, wandte sich Baronin Helene an sie, »führt mein Bruder den Besitz unserer Eltern. Er macht das ganz großartig. So gut, dass er sich sogar vor einiger Zeit einen zweiten, kleineren Besitz gekauft hat. Du musst uns unbedingt von dem neuen Gut erzählen, Hanno.«

Er zuckte mit den Schultern und winkte ab.

»Gern, aber nicht mehr heute. Ich denke, dass Max jetzt etwas ruhen sollte.« Bevor Baron Max protestieren konnte, fuhr Hanno fort: »Keine Widerrede, mein lieber Schwager! Du musst recht bald wieder auf die Beine kommen – im wahrsten Sinne des Wortes. Auf längere Sicht kann ich mich nicht um drei Güter kümmern.«