„Wenn du etwas wirklich machen willst, findest du einen Weg.
Wenn nicht, findest du eine Ausrede.“
Jim Rohn (1930 – 2000)
IMPRESSUM
Danke für Rat und Unterstützung an:
Alois "Luigi" Rathgeb, Dirk Kersken, Vincenzo Osmetti, Franco Cadringher, Simone und Tino Philippeit, Antje Leinhoß, Marzia Fioroni, Marcella und Jim Pini, Fabio Pini, Gianni Pini, Ettore und Simona Trinca, Filippo Pighetti, Matthias und Viktoria Neumann, Babette Friedrich
Bibliographische Informationen der Deutschen Bibliothek:
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliothek; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über „www.dnb.de“ abrufbar.
© 2013 Andreas Albrecht – 4. Auflage 2018
Konzept, Texte: Andreas Albrecht (www.gps-bikeguide.com, www.transalp.info)
Layoutentwurf: Franziska Hänel, Druckmedienzentrum Gotha GmbH
Coverentwurf: Franziska Hänel, Druckmedienzentrum Gotha GmbH
Logo Transalp-A: Max Albrecht
Endlayout: Andreas Albrecht (Danke für Designberatung an Tino und Simone Philippeit)
Kartographisches Material:
Gesamtübersicht: aus „Alexander Weltatlas 2004“
© mit freundlicher Genehmigung des Klett-Perthes Verlages Gotha
Übersichtskarten der einzelnen Etappen:
© Auszüge aus den Generalkarten 1:200.000
mit freundlicher Genehmigung des Falk Verlags Ostfildern
Höhenprofile:
erstellt aus GPS-Daten mit Hilfe des Programms HRMProfil von Ralph Welz – www.hrmprofil.de
Fotos:
Andreas Albrecht
Dirk Kersken: Seite →
Cover vorn: Val d’Uina - Fahrer: Dirk Kersken
Herstellung und Verlag:
BoD - Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN: 978-3-7460-2696-1
Zur Neuauflage 2018
Die bewährte Form der kleinen und handlichen Transalp Roadbooks hat sich bewährt. Das war schon beim Klassiker – der Albrecht-Route – so. Meine Bücher werden nur gedruckt, wenn sie auch gekauft worden sind. Das ist mein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Aktualisierungen werden vor Neuauflagen im Internet dokumentiert.
Ich freue mich über jeden Hinweis zu Änderungen. Bitte möglichst genau angeben, wo und was sich ggf. geändert hat. Ein originaler GPS-Track ist dabei immer hilfreich. Danke!
So schön der Gardasee als Ziel einer Transalp auch ist, es kann doch auch einmal ein anderer See sein. Das waren meine Überlegungen, als mein Blick über die Panoramakarte der Alpen schweifte, die über meinem Schreibtisch hängt. Nicht nur als Blickfang und optische Ablenkung, sondern auch als ständige Quelle der Inspiration. Neue Transalps entstehen zuerst in meinem Kopf. Da ist eine Idee für ein Ziel, eine mögliche Route, einen Startort. Dann fügt sich das Puzzle für mich schnell zusammen.
Bei dieser Transalp sind es für mich die fixen Punkte Comer See als Ziel, das Val d’Uina und der Passo Gallo als Orte auf dem Weg und Mittenwald als bewährter und beliebter Startort einer Transalp. Also musste ich „nur“ noch die Verbindungen suchen, finden und auswählen und schon war die Route fertig – zumindest in meinem Kopf. Einige Teilstrecken kannte ich schon, für die noch fehlenden Verbindungen habe ich in den Sommern zweier Jahre recherchiert. Zuletzt blieb nur ein Fragezeichen übrig. Wie finde ich einen schönen Abschluss für eine MTB-Transalp an den Comer See?
Klar war für mich die Strecke bis Grosotto im Valtellina. Im Tal kann man von dort auf flacher Strecke bis ans Ufer des Comer Sees gelangen. Danach stand mir aber nicht der Sinn, die rund 100 Kilometer nur auf dem Radweg des Sentiero Valtellina abzuspulen. Deshalb habe ich zum Abschluss einer Bikewoche in Grosio und Grosotto die Gelegenheit genutzt, um vor Ort in Ruhe die finale Etappe zu suchen. Beim Kartenstudium ist mir dann die Bocchetta di Trona ins Blickfeld geraten. Man erreicht sie von Morbegno aus über das Val Gerola, ein Seitental des Valtellina. Nach dem Passübergang verläuft das Val Varrone genau in westlicher Richtung auf den Comer See zu. Die einheimischen Mountainbiker konnten mir allerdings auch nicht viel zu diesem Übergang sagen. Einer von ihnen, Franco Cadringher, hatte allerdings Lust und auch Zeit, mich bei der Erkundung zu begleiten. Das war mir sehr recht. In mir noch unbekannten hochalpinen Gelände bin ich lieber zu zweit unterwegs als alleine. Einerseits macht es mir einfach nicht so viel Spaß, auf längeren Strecken alleine unterwegs zu sein. Andererseits ist es auch sicherer und das Erlebnis intensiver, wenn man es teilen kann.
Das I-Tüpfelchen war, dass die Schlussetappe auf Anhieb gepasst hat. Zunächst eine – schöne, fordernde, aber weitgehend fahrbare Auffahrt bis zu einer rustikalen Berghütte mit Übernachtungsmöglichkeit nur rund 200 Höhenmeter unter der Passhöhe, dem Rifugio Trona di Soliva. Dann eine nicht zu schwere finale Schiebepassage, für die man gerade einmal rund 30 Minuten braucht. Wie sich herausstellte, ist die Abfahrt von ganz oben fahrbar, zunächst auf einem groben alten Saumpfad, der später in eine teilweise sehr grobe Schotterpiste übergeht – perfekt für Mountainbikes. Und auch kurz vor dem Comer See findet sich am Monte Legnoncino noch eine wunderschöne Abfahrt auf Trails und alten Karrenwegen, die einen fast direkt am Seeufer ausspuckt. Da es für den Fall der Fälle auch eine leichte Ausweichvariante an den Comer See gibt, war diese Transalp nun für mich rund und fertig – ein schönes Gefühl.
Mittenwald – Leutasch – Ehrwald – Marienbergjoch – Imst – Tramser Weiher – Serfaus – Martina – Sclamischot – Reschen – Sesvenna-Hütte – Val d'Uina – Scoul – Pass da Costainas – Ofenpass – Passo Gallo – Lago di Cancano – Passo Verva – Fusino – Malghera – Sentiero Italia – Grosotto – Tirano – Morbegno – Val Gerola – Bocchetta di Trona – Comer See
Länge: ca. 460 km
Höhenmeter: ca. 11.600 hm
Tag | Strecke | km | hm |
1 | Mittenwald – Leutasch – Ehrwald – Marienbergjoch – Nassereith – Strad | 67 | 1750 |
2 | Strad – Imst – Kronburg – Tramser Weiher – Fließ – Ladis – Serfaus – Tösens – Pfunds |
63 | 1750 |
3 | Pfunds – Martina – Sclamischot – Norbertshöhe – Reschen – Pfaffenseen – Sesvenna-Hütte |
60 | 2000 |
4 | Sesvenna-Hütte – Val d'Uina – Sur En – S-charl – Pass da Costainas – Ofenpass – Passo Gallo – Lago di Cancano |
74 | 2050 |
5 | Lago di Cancano – Arnoga – Alpe Verva – Passo Verva – Eita – Fusino – Malghera – Sentiero Italia – Grosotto |
61 | 1450 |
6 | Grosotto – Tirano – Morbegno – Val Gerola – Rifugio Trona di Soliva | 95 | 1950 |
7 | Rifugio Trona di Soliva – Bocchetta di Trona – Comer See – Pagnona – Tremenico – Dervio – Colico (Comer See) |
41 | 600 |
Varianten der Hauptroute sind in den Tourberichten und Roadbooks der einzelnen Etappen beschrieben. Dafür gibt es auch GPS-Tracks und Kartenscans. Bei einigen Etappen weise ich auch auf Alternativen hin. Das sind in der Regel Radwege oder Straßen, die man zum Beispiel bei Schlechtwetter befahren kann und deren Verlauf so eindeutig ist, dass es keiner zusätzlichen Information bedarf.
Mittenwald ist aus gutem Grund ein beliebter Startort für Transalps. Viele nutzen die Karwendeldurchquerung als stimmungsvollen Auftakt. Das habe ich auch schon mehrmals so gehandhabt. Ziel war immer der Gardasee. Diesmal liegt mein Ziel, der Comer See, in westlicher Richtung vom Startort Mittenwald. Also folge ich zu Beginn der Route durch die Leutasch und das Gaistal nach Ehrwald. Sie verläuft parallel zum Wettersteingebirge mit der Zugspitze. Damit ist für hochalpines Ambiente von Anfang an gesorgt. Gleich kurz hinter Mittenwald geht es in Richtung Geisterklamm. Da ist zunächst eine kurze steile Auffahrt zum Gasthaus Gletscherschliff.
Für eine Rast ist es so kurz nach dem Start noch zu früh. Zeit für einen Panoramablick hinunter nach Mittenwald ist allemal. Gegenüber liegen die schroffen Felswände des Karwendel. Eine Seilbahn führt hinauf in die „Alpenwelt Karwendel“. Dort oben gibt es eine dieser in Mode gekommenen Aussichtsplattformen, deren Boden aus Glas besteht und man sozusagen über dem Abgrund stehen kann. Die Meinungen darüber sind geteilt, ob es dieses zusätzlichen Kicks bedarf, um die sowieso grandiose Alpenwelt noch erlebbarer zu machen. Das ist vielleicht ein Trend des Massentourismus unserer Zeit: möglichst viel Erlebnis bei möglichst geringer Anstrengung. Das funktioniert bei einer Transalp eher nicht. Die erste Anstrengung für heute ist zum Glück gering, eine kurze Schiebepassage hinauf zur deutsch-österreichischen Grenze, an der die Leutasch beginnt. Dieses Hochtal ist im Winter eine beliebte Langlaufregion, da sie über viele Kilometer flacher Strecken verfügt. Entsprechend gering ist nun die weitere Anstrengung bis zum Gaistal, wo die eindrucksvolle Passage bis zur Zugspitze auf österreichischer Seite beginnt. Das Gaistal verläuft mäßig ansteigend bis zur Ehrwalder Alm. Eine Abfahrt folgt hinunter in den namensgebenden Ort. Hier sind viele Wanderer unterwegs, da es eine Seilbahn gibt. Die Wege werden deshalb etwas kanalisiert, damit es keine Konflikte zwischen den wandernden und radelnden Zeitgenossen gibt.