Gerhard Gietl/Werner Lobinger

Leitfaden für Qualitätsauditoren

Planung und Durchführung von Audits nach ISO 9001:2015

6., überarbeitete und erweiterte Auflage

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.


Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt.
Alle Rechte, auch die der Übersetzung, des Nachdrucks und der Vervielfältigung des Buches, oder Teilen daraus, sind vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren), auch nicht für Zwecke der Unterrichtsgestaltung, reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

ISBN 978-3-446-45941-0
E-Book-ISBN 978-3-446-46075-1
ePub-ISBN 978-3-446-46327-1

Vorwort

Die inzwischen sechste Auflage dieses Buches ist ein Indiz für die fortdauernde Aktualität und Bedeutung von Qualitätsmanagementsystemen. Die verstärkte Forderung nach Qualitätsmanagementsystemen in Dienstleistungsbereichen – beispielsweise Gesundheitswesen, öffentlicher Dienst usw. – und wachsenden Branchen – beispielsweise Informationstechnik, Biotechnologie – weitet den Einflussbereich des Qualitätsaudits aus. Das Qualitätsaudit ist unabhängig von eventuellen Zertifizierungsverfahren eines der wichstigsten Instrumente in einem Qualitätsmanagementsystem für die Steigerung der Glaubwürdigkeit, Erhaltung und Weiterentwicklung dieser Systeme.

Aus diesem Grund erachten wir es als notwendig, das Qualitätsaudit von Grund auf zu betrachten und moderne Ansätze in die Betrachtung einfließen zu lassen. In der deutschsprachigen Literatur beschäftigen sich nur wenige Veröffentlichungen eingehend mit diesem Thema. Die sonst in vielen Teilaspekten so üppig auftretende Literatur in Bezug auf Qualitätsmanagementsysteme konnten wir für das Auditwesen nicht vorfinden.

Vielleicht ist dies ein Grund, warum häufig die Potenziale des Qualitätsaudits unserer Meinung nach nicht ausreichend ausgeschöpft werden.

Es ist uns ein Bedürfnis, die Erfolgspotenziale des Instruments Qualitätsaudit darzustellen und auf erfolgshemmende Faktoren aufmerksam zu machen. Aus unserer Erfahrung heraus sehen einige Betroffene im Audit ein notwendiges Übel im Rahmen von Qualitätsmanagementsystemen, Zertifizierungen usw. Grund dafür ist aus unserer Sicht die falsche Einschätzung der Zielsetzung von Audits und die dafür notwendigen Voraussetzungen.

Die Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen macht gerade vor dem Auditwesen keinen Halt. Neue Normen werden entwickelt. Neue Ansichten werden geprägt. Neue Handlungsweisen werden eingeführt. Deswegen machen wir in diesem Buch auf Trends und neue Vorgehensweisen im Auditwesen aufmerksam. Die Integration von Problemlösungsmethoden sowie Selbstbewertungsansätzen in den Auditprozess mögen dafür als Beispiel dienen. Dieses Buch gibt dem Leser Anstöße für eine Optimierung seiner Audittätigkeit oder seines Auditprozesses.

Aus diesem Anspruch leitet sich eine weitere Zielsetzung dieses Buches ab. Dem Leser sollen in kurzer und knapper Form die Grundlagen des Auditwesens sowie die wichtigsten Audittechniken vermittelt werden. Das Buch eignet sich für erfahrende Auditoren genauso wie für diejenigen, die es werden wollen. Während unerfahrene Auditoren das Buch durchgehend lesen sollten, kann der erfahrene Auditor gegebenenfalls manche Passagen überspringen. Unter Umständen bieten ihm jedoch auch scheinbar „bekannte“ Themenfelder neue Anreize oder Hinweise.

Im Selbststudium lernen Sie so die Grundlagen für die Auditorentätigkeit kennen. Im Buchtext integrierte Beispiele und Musterunterlagen auf unserer Homepage https://www.via-cg.com/de/auditorenleitfaden.aspx veranschaulichen die theoretischen Ausführungen und geben Hilfestellung für die Auditpraxis.

Als Basis haben wir uns auf die revidierte Norm ISO 9001, Ausgabe 2015, und die ISO 19011 bezogen.

Amberg, Herbst 2019

Gerhard Gietl und Werner Lobinger

Inhalt

Titelei

Impressum

Inhalt

Vorwort

1 Das Qualitätsmanagement-Audit im Umfeld des Managements

1.1 Hintergrund und Entwicklung

1.2 Das Qualitätsaudit

1.3 Auditarten

1.3.1 Internes und externes Qualitätsaudit

1.3.2 Systemaudit

1.3.3 Verfahrensaudit

1.3.4 Prozessaudit

1.3.5 Produktaudit

1.3.6 Weitere Auditarten (Compliance- und Performance-Audit)

1.3.7 Kombinierte und gemeinschaftliche Audits

1.4 Begriffe und Definitionen

1.4.1 Auditor

1.4.2 Auditteamleiter

1.4.3 Auditteam

1.4.4 Auditauftraggeber

1.4.5 Auditierte Organisation

1.4.6 Auditprogramm

1.4.7 Auditplan

1.4.8 Branchenschlüssel für Zertifizierungsauditoren

1.4.9 Auditkriterien

1.4.10 Auditnachweis

1.4.11 Auditfeststellung

1.4.12 Auditschlussfolgerung

1.4.13 Auditumfang

1.5 Übergeordnete Grundsätze im Auditwesen

1.5.1 Berufsethische Verpflichtung

1.5.2 Strategische Ausrichtung

1.5.3 Haftungsfragen

2 Die Auditphasen im Überblick

2.1 Begriff

2.2 Vorgehen

3 Planung und Vorbereitung

3.1 Themen für die Auditplanung und Auditvorbereitung

3.2 Die Auditplanung interner Audits

3.2.1 Planungsinhalte

3.2.2 Detailplanung

3.2.3 Risikobasiertes Auditieren

3.2.4 Außerplanmäßige Audits

3.3 Die Auditplanung externer Audits

3.3.1 Vertragsbestimmungen

3.3.2 Auditplanung

3.4 Auswahl von Auditoren

3.4.1 Auswahlkriterien

3.4.2 Zusammenstellung und Aufgabenverteilung der Auditteams

3.5 Der Einsatz von Auditfragenkatalogen

3.5.1 Zweckmäßigkeit

3.5.2 Inhalte

3.5.3 Dokumente und Daten für die Erstellung von Checklisten

3.5.4 Vorgehensweise bei der Erstellung von Checklisten

3.5.5 Beispiele für Checklisten

3.6 Umfang der Stichprobenauswahl

4 Realisierung von Audits

4.1 Einführung

4.2 Ausführung

4.2.1 Einstieg ins Auditgespräch

4.2.2 Untersuchung

4.2.3 Gesprächsabschluss

4.3 Abschluss

5 Auditberichterstattung

5.1 Anforderungen

5.2 Formen der Auditberichterstattung

5.2.1 Zielsetzungen

5.2.2 Berichtsformen

5.2.3 Statistische Auswertung

5.3 Bewertung von Auditsachverhalten

5.3.2 Probleme

5.3.3 Lösungen

6 Audit-Follow-up

6.1 Umfang des Follow-ups

6.2 Verfahren und Aspekte des Follow-ups

6.2.1 Festlegung der Korrekturmaßnahmen

6.2.2 Verfolgung der Korrekturmaßnahme

6.2.3 Bewertung der Korrekturmaßnahmen

6.2.4 Maßnahmenbewertung als Feedback für Auditmanagementprozess

6.2.5 Vorgehen bei Nichtdurchführen der Korrekturmaßnahmen

7 Kommunikationsaspekte im Audit

7.1 Warum Kommunikationsaspekte betrachten?

7.2 Wie ist die Kommunikation zu verbessern?

7.2.1 Fragetechnik

7.2.2 Aktives Zuhören

7.2.3 Einwandbehandlung

7.2.4 Informationen verständlich vermitteln

7.2.5 Non-verbales Verhalten

7.3 Schlussfolgerung

7.4 Anhang: Lösung des Beispiels aus Kapitel 7.1

8 Auditmanagement

8.1 Auditmanagement in Form von Prozessmanagement

8.2 Ziele und Anforderungen des Auditprozesses

8.3 Ressourcen

8.4 Verfahren

8.4.1 Festlegung des Auditprozesses

8.4.2 Überwachungsmethoden

8.4.3 Überwachung mithilfe von Kennzahlen

8.5 Wechselwirkungen/Nahtstellen

9 Qualitätsmanagement-Audits in der Normenlandschaft

9.1 Die ISO 19011

9.2 Anforderungen der ISO/IEC 17021

9.3 Anforderungen verschiedener Normen an interne Audits

9.3.1 Anforderungen der ISO 9001

9.3.2 Zusätzliche Ansatzpunkte der ISO 9004

9.3.3 Zusätzliche Anforderungen der IATF 16949

9.3.4 Zusätzliche Anforderungen des VDA 6 Teil 1

10 Zertifizierung und Akkreditierung

10.1 Definition und Zweck

10.2 Das Zertifizierungsverfahren

10.2.1 Phase 1: Angebot, Zertifizierungsantrag und Vertrag

10.2.2 Phase 2: Vorbereitung und Durchführung des Zertifizierungsaudits

10.2.3 Phase 3: Bewertung/Zertifikatserteilung

10.2.4 Phase 4: Überwachung des Zertifikats

10.3 Das Akkreditierungsverfahren

10.3.1 Akkreditierung in Deutschland

10.3.2 Internationale Akkreditierung

10.3.3 Die Normenreihe DIN EN ISO/IEC 17000

10.4 Schlussfolgerungen aus der Zertifizierungspraxis für die Auditorentätigkeit

11 Tendenzen im Auditwesen

11.1 Assessment und Audit

11.1.1 Fallbeispiel 1

11.1.2 Fallbeispiel 2

11.2 Unternehmens- und branchenspezifische Anpassung von Audits

11.2.1 Fallbeispiel 3

11.3 Audits mit Workshopcharakter

11.4 Integrierte (kombinierte) Audits

11.5 Monetär betriebswirtschaftliche Aspekte bei Audits

11.6 Neue Anforderungen an die Auditorenkompetenz und -tätigkeit

11.7 Externes Audit und Zertifizierung: Quo vadis?

11.8 Audits im Web-Zeitalter

11.9 Layered Process Audit

11.10 Risikoaudits

12 Interpretation der ISO 9001 für Auditoren

12.1 Allgemeine Hinweise

12.2 Kontext der Organisation (Kapitel 4 der Norm)

12.3 Führung (Kapitel 5 der Norm)

12.4 Planung (Kapitel 6)

12.5 Unterstützung (Kapitel 7 der Norm)

12.6 Betrieb (Kapitel 8 der Norm)

12.7 Bewertung der Leistung (Kapitel 9 der Norm)

12.8 Verbesserung (Kapitel 10 der Norm)

13 Mögliche Auditnachweise zu ISO 9001 Anforderungen

Literatur

1 Das Qualitätsmanagement-Audit im Umfeld des Managements