Inka Loreen Minden

 

ENGELSLUST

Inhalt

360 Seiten voll prickelnder Fantasy-Romance

 

Es ist ganz schön fies, als männlicher Engel in einem funktionstüchtigen, menschlichen Körper zu stecken, vor allem, wenn eine verdammt attraktive Dämonin versucht, einen mit allen Tricks und weiblicher Verführungskunst aus dem Weg zu räumen …

 

Klappentext

Was wäre, wenn nicht nur die Hölle, sondern auch die Menschen- und Mythenwelten von einer einzigen Frau regiert würden? Noch dazu einer, die ebenso teuflisch attraktiv wie gefährlich ist?

Das ist Cains größte Sorge, als er in New York auf Raja, die Tochter eines Elfen und der machtgierigen Höllenfürstin, trifft. Der Engel setzt alles daran, dass ein gestohlener magischer Kelch nicht in ihre Hände fällt. Dieser verleiht seinem Besitzer die alleinige Herrschaft über alle Welten, wenn man ihn mit sieben besonderen Zutaten füllt. Daher muss der Kelchdieb, ein gefährlicher Magier, unbedingt aufgehalten werden. Ein globaler Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Doch als Engel in einem funktionstüchtigen, menschlichen Körper zu stecken, kann ganz schön fies sein, wenn Raja versucht, mit weiblicher Verführungskunst an den Kelch zu gelangen ...

 

Eine prickelnde Liebesgeschichte

 

»Inka Loreen Minden« steht für gefühlvolles Prickeln und heiße Lesemomente. Hier wird an gewissen Stellen nicht ausgeblendet, sondern die Dinge werden beim Namen genannt.

 

Info

Die Hauptcharaktere aus diesem Buch haben Gastauftritte in

Herzen aus Stein

und

Dunkle Träume.

Kapitel 1 – Diebstahl mit Folgen

 

Cain spürte mit jeder Faser seines Seins, dass alle Welten – die der Menschen, die mythische und selbst die himmlischen Sphären – in ewige Verdammnis stürzen würden, wenn er versagte. Versklavung wäre die Folge. Das Böse hätte gewonnen. Das Gleichgewicht der Mächte wäre für immer zerstört. Das Universum würde unwiderruflich ins Chaos stürzen.

Das musste nicht passieren, aber ihre Organisation war sich diesbezüglich ziemlich sicher. Was sollte jemand sonst mit dem mächtigsten Artefakt, das je erschaffen wurde, anfangen wollen?

Cains Puls raste immer noch, doch nach außen hin bemühte er sich, ruhig zu wirken. In Wahrheit war er schon lange nicht mehr so aufgeregt gewesen. Einen derart brisanten Fall hatte er in seiner ganzen Existenz als Mitglied des Sonderkommandos noch nie gehabt.

»Ich glauben nicht, dass gewöhnliche Dieb«, sagte Mr Fang Cheng, der Cain zeigte, wo er die Phiolen mit Drachenblut versteckte.

Cain befand sich mit dem alten Chinesen im Keller von dessen New Yorker Laden und kletterte gerade durch einen Schrank. Hier war alles staubig, doch das störte ihn nicht. Es gehörte zu seinem Job, sich nicht nur die Hände schmutzig zu machen. Er kam gerade aus den kanadischen Wäldern; Tannennadeln klebten an seinem weißen T-Shirt, der dunklen Cargohose und in seinem schwarzen Haar.

Die Rückseite des Schrankes verbarg eine Geheimtür – wie ihm der Chinese mitteilte –, hinter der ein weiterer unbeleuchteter Raum lag. Darin roch es nach Erde, aber er war trocken und frei von Ratten.

Mr Fang blieb auf seinen Gehstock gestützt vor dem Schrank stehen und richtete mit der anderen Hand den Strahl einer Taschenlampe an Cain vorbei auf ein Holzregal. »Es fehlen nur eine Flasche. Warum Dieb nicht alle mitgenommen?«

Das fragte sich Cain allerdings auch, denn Drachenblut war äußerst selten und sehr begehrt – im 21. Jahrhundert natürlich noch mehr als im Mittelalter, da Drachen beinahe ausgestorben waren. Die Flüssigkeit brachte auf dem Schwarzmarkt Millionen ein. Zudem waren keine Spuren eines gewaltsamen Einbruchs zu erkennen. Entweder hatte der Dieb gewusst, wo er suchen musste, oder es war Magie im Spiel gewesen.

»Wem ist noch bekannt, dass Sie hier wertvolle, magische Zutaten aufbewahren, Mr Fang?«, fragte Cain, wobei er sich durch das Haar fuhr. Der alte Mann arbeitete schon seit Jahren eng mit ihnen zusammen; er galt als absolut vertrauenswürdig.

Der Chinese runzelte die faltige Stirn, auf der im matten Schein der Kellerbeleuchtung Schweißtropfen glänzten. Er zeigte seine wahren Emotionen genauso wenig offen wie Cain. »Außer Ihrer Organisation?«

Cain nickte.

»Niemand.«

Der Alte sagte die Wahrheit – das spürte Cain. Mr Fang verkaufte das Drachenblut nur an Magier oder Mediziner, die gemeinsam mit ihnen gegen das Böse arbeiteten. Sie nutzten diese Mittel, um Gutes zu tun und Menschen zu heilen, die mit Dämonenmagie vergiftet wurden. Aber das gestohlene Fläschchen wurde dazu missbraucht, ein uraltes, magisches Artefakt zu aktivieren. Das Hauptquartier ihrer Organisation, der Excelsior Corporation, hatte vor drei Stunden, um Punkt 23 Uhr, die höchste Alarmstufe ausgerufen, als ihre Satelliten in einem entlegenen Waldteil Kanadas einen extrem erhöhten Energiewert aufgefangen hatten. Nur ein magisches Artefakt sendete derart intensive Energiesignaturen aus, wenn es aktiviert wurde: der Kelch!

Vor vielen Jahrhunderten von Merlin erschaffen, weil er den Heiligen Gral nachbilden wollte – was leider völlig misslang –, hatte das Gefäß bis jetzt gut versteckt die Zeiten überdauert. Nur ganz wenige Eingeweihte des Hohen Rates der Engel wussten, wo sich das weltweit gefährlichste Artefakt befand, mit dem quasi jeder Zauber gewirkt werden konnte. Doch jemand hatte es aufgespürt, so unglaublich das klang, und benutzte es nun für seine Zwecke.

Als Cain in der kanadischen Wildnis eingetroffen war, hatte er niemanden mehr dort vorgefunden. Aber vielleicht bekam er hier in Chinatown einen Hinweis auf den Dieb. Irgendjemand musste doch etwas bemerkt haben!

»Wurde sonst noch etwas entwendet, Mr Fang?«, rief Cain durch den Schrank.

»Lassen Sie mich sehen.« Mr Fang reichte Cain einen Schlüssel, den er an einer Kette um den Hals trug. »Für die Luke im Boden. Ich mich schwer tun mit Öffnen. Dort nur Zutaten, die ich nicht verkaufe. Sollten auch längst nicht mehr hier sein.«

Cain trat ein Stück zur Seite und drehte den Schlüssel im verrosteten Schloss, doch … »Es ist offen!«

Der alte Mann murmelte einen chinesischen Fluch. Sein aschfahles Gesicht wurde noch weißer, während Cain mit Leichtigkeit, doch mit heftig pochendem Herzen, die schwere Tür anhob. Eine Truhe stand in dem dunklen Loch, gefüllt mit weiteren Phiolen. Der Chinese leuchtete wieder mit der Taschenlampe hinein, um die Fläschchen durchzuzählen. Plötzlich wurden seine Augen groß und er begann noch einmal von vorne.

»Du liebe Güte, es fehlen eine Flasche mit schwarzem Dämonenblut!« Der alte Mann wollte Cain die Lampe geben, aber er sah die Phiolen auch im Dunkeln. Er erschauderte. Aus jeder seiner Poren trat kalter Schweiß, sein Puls raste. Schon ein Tropfen dieser Flüssigkeit war tödlich. Verdammt, was auch immer der Kelchdieb vorhatte – jetzt besaß er die mächtigsten Zutaten, um Schwarze Magie zu wirken!

Die Verantwortung legte sich wie Blei auf Cains Schultern. Die Panik, seine Aufgabe nicht erfüllen zu können, schnürte ihm fast die Luft ab.

»Wieder nur eine Flasche«, murmelte der Alte in seinen Bart. »Wer sich Gelegenheit entgehen lässt?«

»Warum bewahren Sie so gefährliche Zutaten in Ihrem Laden auf, Mr Fang?«, fragte Cain, dem an diesem Fall kaum noch etwas wunderte. Nichts schien einen Sinn zu ergeben. »Soweit ich weiß, werden die hochgradig schwarzmagischen Zutaten im Bunker des Zentrallagers der Magier gelagert – unter schwerer Bewachung.«

»Ja, das stimmt.« Der Chinese seufzte laut. Die Hand auf seinem Stock zitterte. »Ausnahme das gewesen. Vor einigen Stunden mir ein Bursche Kiste gebracht, ein junger Engel, der gesagt, habe sie Dämonen abgeknüpft. Sollte heute ins Zentrallager gehen.«

Cain erinnerte sich, solch eine Nachricht gehört zu haben. Eine eher unwichtige Untergruppe ihrer Organisation hatte zufällig hier in New York einen Dämonenklub ausgehoben, der ihnen schon lange ein Dorn im Auge war, weil der Besitzer mit verbotenen Gütern handelte. Die »Kiddies«, wie Cain die im Sinne von Engeljahren noch sehr jungen Engel nannte, die nicht fliegen konnten, sondern sich wie gewöhnliche Menschen fortbewegten, hatten die Kiste nicht ins Lager bringen können. Cain hätte am liebsten jeden einzelnen von ihnen den Hals persönlich umgedreht, weil sie derart dumm gehandelt hatten. Doch er konnte die jungen Engel auch irgendwie verstehen. Sie wollten eben beweisen, dass sie auch etwas draufhatten. Zum Glück war keiner von ihnen ernsthaft zu Schaden gekommen.

Dann hatte die Excelsior Corporation von dem Kelchdiebstahl erfahren und darüber andere Aufgaben vernachlässigt. Verdammt!

Nachdem er wieder zurück in den Keller geklettert war, fragte Cain: »Gibt es einen sicheren Ort, wo Sie die restlichen sechs Fläschchen Drachenblut und die weiteren Zutaten aufbewahren können?«

Der alte Chinese strich sich über den langen weißen Bart und nickte. »Wohl am besten, ich schließen erst einmal meine Laden. Alles soll in Bunker geschafft werden, bevor das Unheil hereinbricht über uns.« In seinen wässrigen Augen lagen Kummer und Sorge, sein Körper bebte. Als einer der wenigen eingeweihten Menschen wusste er, was höchstwahrscheinlich geschehen würde, sollte es dem Sonderkommando innerhalb von sechs Tagen nicht gelingen, den Kelch zu finden und zu deaktivieren. Sechs Tage deshalb, weil der Kelch nur eine Zutat pro Tag aufnehmen konnte, insgesamt aber sieben brauchte, um ein magisches Gebräu herzustellen.

Normalerweise operierte die Excelsior Corporation verdeckt, doch manchmal wurden auch Sterbliche eingeweiht, wie Mr Fang, denn auch Wesen wie Cain konnten ihre Augen und Ohren nicht überall haben. Sie bewegten sich stets unauffällig unter den Menschen, weshalb sie in menschlichen Körpern steckten.

»Ich gesagt, dass sieben Phiolen Drachenblut nicht gut«, murmelte Mr Fang.

Obwohl sich auch in Cains Magen ein mulmiges Gefühl ausbreitete, ging er nicht darauf ein, da er wusste, dass die Sieben bei den Chinesen eine Unglückszahl war. »Okay, ich schicke Ihnen gleich ein paar Leute vorbei, die sich darum kümmern werden«, erklärte er, bevor er dem alten Mann die steile Kellertreppe nach oben in den Laden half und anschließend die Regalwand wieder vor die Tür schob, die den Zugang zum Keller verdeckte. Der Shop befand sich in einer Seitenstraße von Manhattan und wirkte eher unscheinbar. Nur wer ihn kannte, kaufte hier ein.

Tief inhalierte Cain den Duft verschiedener Gewürze und anderer Pflanzen, die überall im Geschäft aufgehängt waren. Wohin das Auge blickte, standen Gläser und Keramikschalen mit und ohne Deckel. Es gab sogar getrocknete Insekten und welche, die noch lebten.

Cain verabschiedete sich, doch bevor er ging, drückte ihm der Chinese einen kleinen, mit roter Farbe bestrichenen Kürbis, der an einer ebenso roten Schnur hing, in die Hand. »Glücksbringer für Gesundheit und Schutz«, sagte er mit bebender Stimme. »Den werden Sie brauchen.«

 

Als Cain aus dem Laden trat, sperrte Mr Fang Cheng hinter ihm ab und Cain holte sein Smartphone aus der Tasche seiner Cargohose, um die Zentrale der Excelsior Corporation anzurufen. Den Glückskürbis steckte er in eine andere Hosentasche am Oberschenkel.

Cain hatte keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen oder wo er suchen sollte. Er konnte nicht viel tun, nur wieder warten, bis der Kelchdieb das Artefakt erneut aktivierte. Dann musste er hoffen, diesmal schnell genug zu sein, um den Dieb zu schnappen.

Je länger Cain darüber nachdachte, wer für die Diebstähle verantwortlich war, desto mehr Kopfzerbrechen bereitete ihm die Tatsache, dass es nur jemand gewesen sein konnte, der ihrer Organisation angehörte: Magier, Menschen, Engel und auch andere Wesen wie Elfen hatten es geschafft, sich nach strengsten Aufnahmeprüfungen der Corporation anzuschließen. Für Cain kamen jedoch nach wie vor nur Wesen in Betracht, die schon von Geburt an düstere Charaktereigenschaften besaßen, wie … Dämonen. Seine Gedanken kreisten unentwegt um die Unterweltler, die seit Urzeiten nach der absoluten Herrschaft strebten. Ihretwegen würde Cain nie arbeitslos werden, denn seine Aufgabe war es, das Gleichgewicht der Mächte zu wahren. Sein ganzes Dasein als Engel galt der Dämonenabwehr. Ein harter Job, der stets seine volle Konzentration erforderte, doch leider auch verdammt eintönig war. Zum Glück hatte er seinen Kollegen Crispin, mit dem es nie langweilig wurde. Sie sahen sich zwar nicht oft, weil Cain Außendienst schob und Cris in der Zentrale arbeitete, aber viel Zeit für andere Dinge blieb ihnen ohnehin nicht.

Es war bereits zwei Uhr morgens, doch in Chinatown herrschte immer noch reges Treiben, also ging Cain tiefer in die Seitengasse hinein, wo es etwas ruhiger war. Dabei hallte das Geräusch seiner Schritte, das von seinen Einsatzstiefeln herrührte, von den Hauswänden.

»Zentrale«, sprach Cain in sein Handy. Es war auf seine Stimme programmiert, damit es niemand sonst benutzen konnte, denn es erfüllte eine Vielzahl weiterer Funktionen. Das Display des Smartphones erhellte sich und zwei Sekunden später leuchtete ihm das Gesicht eines blonden Mannes entgegen: Crispin.

Wer war eigentlich auf die Idee gekommen, alle, deren Namen mit C anfingen, in ein und dieselbe Schicht zu stecken?

»Hi, Cris«, sagte Cain, wobei er sich mit der freien Hand die restlichen Tannennadeln von der Kleidung klopfte. Er hatte beim Abflug aus Kanada wohl einen Baum gestreift. »Ich brauche hier ein Verlegungskommando. Hast du meine Koordinaten?«

»Jepp, ich hab dich: New York, Chinatown, hinter Fang Chengs Laden. Hast du schon was über den Dieb herausbekommen?« Crispin klang aufgeregt und neugierig zugleich.

»Nein, nicht wirkl…« Plötzlich drehte sich die Welt vor seinen Augen. Er konnte sich gerade noch auf einen schmutzigen Karton setzen, bevor sein Unterbewusstsein ihn mit seltsamen Bildern und Sinneseindrücken überschüttete: Cains Schulter schmerzte höllisch. Sie brannte wie Feuer, und dieses Feuer fraß sich in rasender Geschwindigkeit durch seinen Körper. Schwer atmend und schweißüberströmt wälzte er sich auf dem Boden, der sich hart und kühl in seinen Rücken drückte. Cain wusste, dass seine Zeit bald vorüber war.

Etwas pikste in seine Wirbelsäule.

Steine … Cain lag auf felsigem Grund. Als er sich umsah, erkannte er eine von Fackeln erhellte Höhle und einen Berg voller Knochen. Er konnte kaum den Kopf drehen. Sein Körper war wie gelähmt. Der Schmerz in seiner Schulter strahlte bis in sein Gehirn und vernebelte seinen Verstand.

So viel zu seinem Glücksbringer von Mr Fang. Cains Herz schien immer langsamer zu schlagen, zudem hatte er eine Scheißangst. Doch trotz Furcht und Schmerzen fühlte er sich zur selben Zeit … erregt?

Das war unmöglich! Nur eine magische Waffe konnte ihn derart schwer verletzen, da hatte er wirklich alles andere als Lust auf Sex – dennoch fühlte sich sein Schwanz knallhart an. Sämtliches Blut schien in seine Lenden zu strömen, und Cain wagte einen Blick zwischen seine Beine. Was er allerdings dann sah, ließ sein Herz für einen Schlag aussetzen, nur damit es danach mit doppelter Wucht weiterschlug, als wollte es sich zugleich gegen sein Ende auflehnen. Sein Hemd war zerrissen und entblößte seinen Oberkörper, an dem seine Schutzweste nur noch an einer Seite hing. Immerhin trug er noch seine Hose; sie war jedoch aufgeknöpft.

Und dort, zwischen seinen gespreizten Schenkeln, kniete eine blonde Frau. Ihre silbernen Strähnchen reflektierten das Licht der Fackeln. Cain erkannte ein spitzes Ohr, das zwischen ihrem Haar hervorlugte. Sie war definitiv kein Mensch und sie leckte und saugte an seinem hoch aufgerichteten Schaft, als wollte sie ihn melken.

Nein, das konnte unmöglich sein!

Mit einer Hand hielt sie sich ein paar Strähnen aus dem Gesicht, während ihre grünen Augen ihn fixierten. Cain konnte ihr Gesicht nicht richtig ausmachen, es wirkte verschwommen, doch das intensive, beinahe leuchtende Grün ihrer Iriden würde er sofort wiedererkennen. Es war unvergleichlich.

»Geht’s schon besser?«, fragte sie ruppig. Ihr warmer Atem streifte seine nassgelutschte Erektion, was Cain noch höher brachte. Da sie auf allen vieren kniete, reckte sich ihr Gesäß in die Höhe. Jedes Detail ihrer herrlichen Rundungen zeichnete sich durch den hautengen, ledernen Catsuit ab, den sie trug. Sie war einfach eine Wucht! Der Reißverschluss am Hals war bis zu ihrem Busen aufgezogen und zeigte dort den Ansatz von zwei festen …

 

»Cain? Cain!«, drang Crispins Stimme wie ein Bellen in seinen Schädel vor.

Langsam tauchte er aus seinem tranceähnlichen Zustand auf. Die Höhle um ihn herum verschwamm vor seinen Augen, der Schmerz in seiner Schulter war wie weggeblasen, sein Herz schlug in einem heftigen Stakkato.

Weg…geblasen.

Cain hätte laut gelacht, wenn er nicht zu sehr mit Luft holen beschäftigt gewesen wäre. Er saß auf dem Karton hinter Mr Fangs Laden. Die Realität hatte ihn wieder.

»Hattest du eine Vision?«, fragte Crispin ihn durch sein Smartphone. Er klang besorgt.

Räuspernd hielt sich Cain das Display vor die Augen und wagte kaum, den blonden Mann anzusehen, dessen Bild ihm immer noch entgegenleuchtete. Wie viel hatte Cris mitbekommen? Hatte er seine Erregung gesehen?

»Ich hatte eine Vision, aber ich glaube nicht, dass sie etwas mit der Mission zu tun hat.« So heftig hatte es ihn noch nie getroffen, denn normalerweise bekam er von seiner Umgebung immer noch alles mit und blieb stets Herr seiner Sinne. Aber Cain wusste, was seine Vorhersehung bedeutete: Sie zeigte seinen Todestag.

»Du hast dich angehört, als würdest du draufgehen. Mann, ich hatte echt Angst um dich!« Crispin kratzte sich an einer Braue. »Also hat sie keinen Hinweis erbracht, wer das Artefakt gestohlen hat oder wo es sich gerade befindet?«

Cain blickte nicht mehr in die Kamera seines Handys, das sein Bild zur Zentrale in Grönland übertrug. Er schüttelte den Kopf. Sein Gesicht musste tomatenrot sein. Noch immer drückte sich sein Schwanz gegen die Jeans. Das Blut rauschte heftig pochend durch seinen Körper. Wer war diese Frau? Cain hatte sich noch nie viel aus dem anderen Geschlecht gemacht, was wohl mit seiner menschlichen Vergangenheit zusammenhing. Er hatte in seinem früheren Leben nicht gerade viele oder angenehme Erfahrungen in Bezug auf Sex gesammelt, aber diese blonde Sirene hatte es irgendwie geschafft, seine verloren geglaubten Triebe zu entfesseln.

»Ich melde mich, sobald ich was herausfinde«, fügte Cain rasch hinzu, bevor Cris Genaueres wissen wollte. Er kappte die Verbindung und fuhr sich durch sein schwarzes Haar.

Tief durchatmend holte er sich noch einmal die heftigen Sinneseindrücke vor sein geistiges Auge. Die Vision war sehr real gewesen. Also schien das gerade Durchlebte in den nächsten Tagen stattzufinden, was nicht hieß, dass es sich unbedingt erfüllen musste. Die Zukunft war noch nicht geschrieben; Abweichungen waren ständig möglich. Außer, diese Erfahrung gehörte zu Cains festgelegtem Schicksal; dem konnte selbst er nicht entkommen.

Er war wirklich nicht wild darauf, bald einen Abgang zu machen; aber wenn er an die schöne Frau dachte, die hingebungsvoll an ihm gelutscht hatte, pochte sein Schwanz schon wieder im schnellen Takt seines Herzens.

Und das … war überhaupt nicht gut.

Kapitel 2 – Verbotene Küsse

 

»Schaffst du das, Leraja?«, hallte die Stimme der Herrscherin der Unterwelt durch den großen Saal. Obwohl Leraja es vermied, ihre Mutter anzusehen, spürte sie deren stechenden Blick auf sich und unterdrückte ein Schaudern. »Unsere gesamte Existenz hängt von deinem Erfolg ab!«

»Hab ich dich jemals enttäuscht?«, fragte Leraja mit ein wenig Trotz in der Stimme und strich sich eine blonde Strähne hinters Ohr. Dabei starrte sie auf den schwarzen Steinboden, auf dem das Licht der Fackeln tanzte.

Ihr Leben lang hatte sich Leraja doppelt so sehr angestrengt wie die anderen ihrer Art. Alles, was in ihrer Macht stand, hatte sie gegeben, nur um zu beweisen, dass sie mit ihnen mithalten konnte, auch wenn sie keine reinrassige Dämonin war. Was konnte sie denn dafür, dass sich ihre Mutter Xira mit einem Elf eingelassen hatte und ihre Tochter dadurch nur eine Dämonin zweiter Klasse war?

Dennoch waren Lerajas Fähigkeiten denen mancher reinrassiger Unterweltler um ein Vielfaches überlegen, was wohl damit zu tun hatte, dass ihre Mutter die mächtigste Dämonin des Reiches war. Leider hatte Leraja ihren Vater nie kennengelernt und ihre Mutter redete nicht über ihn.

»Ich verlasse mich auf dich und deine besonderen Fähigkeiten, Tochter«, erinnerte sie Xira noch einmal mit Nachdruck und zwang Leraja mental, ihr in die schwarzen Augen zu sehen, deren Iriden sich zu bewegen schienen wie dunkles Wasser. Die Augenfarbe und vereinzelte silberfarbene Strähnen in Lerajas blondem Haar waren die einzigen Merkmale, die sie und ihre Mutter wirklich voneinander unterschieden. Tatsächlich sahen sie sich fast so ähnlich wie Zwillinge, nur dass Leraja vielleicht noch ein wenig feinere Gesichtszüge besaß. Elfengleich eben. Außer, Xira zeigte sich in ihrer wahren dämonischen Gestalt, was sie aus reiner Eitelkeit allerdings selten tat. Dann hatte die Fürstin nämlich eher Ähnlichkeit mit einer Ziege. Meckerziege nannte Leraja ihre Mutter deshalb oft. Natürlich nur in Gedanken.

»Das wird deine Prüfung sein, ob du als zukünftige Herrscherin taugst. Wir alle verlassen uns auf dich, finde den verdammten Kelch!« Mit diesen Worten entließ ihre Mutter sie.

Die Verantwortung lastete schwer auf Leraja, als sie durch den großen Saal schritt, die Schultern gestrafft und den Blick auf die große Flügeltür gerichtet. Zwei Wachen mit rattenähnlichen Köpfen öffneten ihr.

Als sie allein in einem in den Fels gehauenen Gang stand, der nur durch wenige Fackeln erleuchtet wurde, fluchte sie leise. Ihr Blut pulsierte vor Aufregung so laut durch ihre Ohren, dass sie kaum klar denken konnte. Endlich konnte sie allen beweisen, dass sie eine erstklassige Dämonin war, doch wo sollte sie nur die Suche nach dem Kelch beginnen?

Sie entschied sich für New York, wo sich die Spur verloren hatte. Mit der Hand beschrieb sie einen Kreis an der Wand; es knisterte und roch nach Ozon, als ein bläulich schimmerndes Portal erschien. Jetzt sah es so aus, als befände sich in der Felswand ein riesiges Guckloch, dessen Rand mit einem blauen Feuer gesäumt war. Es gab den Blick auf ein hohes Geländer aus Metall frei.

Als Leraja hindurchstieg, schloss sich das Tor hinter ihr sofort. Sie befand sich genau dort, wo sie sich hingewünscht hatte: auf dem oberen Aussichtsdeck des Empire State Buildings in New York. Da es Nacht war, hielt sich niemand dort auf.

Vor Kurzem hatte ein Informant ihr mitgeteilt, dass aus einem Laden in Chinatown die erste Zutat für den Kelch entwendet worden war. Da die »andere Seite« längst Bescheid wusste, ergab es keinen Sinn, nach weiterem Drachenblut zu suchen, das für die Dämonen sehr wertvoll war, weil damit die schwärzesten Zauber gelangen. Es würde nichts mehr zu finden sein. Verdammt, die anderen waren einfach immer schneller! Zu blöd, dass sie nicht eher von dem Laden erfahren hatten. Angeblich hatte der Chinese die Truhe verwahrt, welche die Engel dem Besitzer eines Dämonenklubs abgenommen hatten. Mustaff versteckte sich seitdem; zu groß war die Schmach.

»Versager«, murmelte Leraja, woraufhin sich ihr Magen verkrampfte. Sie wollte nicht, dass sie ein ebenso peinliches Schicksal ereilte.

Kühler Wind blies ihr das blonde Haar aus der Stirn, als sie zum gewaltigen Sendemast hochschaute, der die Spitze des Gebäudes bildete und mit weißen Scheinwerfern angestrahlt wurde. Sie liebte es, an der Oberfläche zu sein, und sie liebte diesen Sündenpfuhl, denn in New York gab es besonders viele verdorbene Seelen – was wenig Arbeit für sie bedeutete. Deshalb entspannte sie sich hier gerne, wenn sie in der Unterwelt nicht gebraucht wurde, indem sie ins Kino ging oder mit einem Motorrad durch die überfüllten Straßen raste, um den Autos in halsbrecherischen Aktionen auszuweichen. Das war Adrenalin pur! Nicht nur deshalb trug sie überwiegend einen schwarzen Overall aus weichem Leder. Spätestens, seit sie den Film »Kill Bill« gesehen hatte, verglich sie sich mit Uma Thurman in der Rolle der Beatrix Kiddo alias Black Mamba.

Leraja schlenderte zum Geländer, um nach unten zu spähen. Dabei zog sie ein Smartphone aus der Tasche ihrer Lederjacke. Es war eine Marke der Konkurrenz. Sie hatte es vor einigen Wochen von einem Handlanger ihrer Mutter erhalten, der das Gerät einem jungen Engel gestohlen hatte. Leraja hoffte, eine Nachricht abzufangen, die ihr sagte, wo der Kelch aktiviert worden war, aber das konnte bei ihrem Glück und der dämonischen Technik noch Stunden dauern.

Nur eine Zutat pro Tag, wusste sie, und noch sechs Tage bis zum Blutmond.

Den Dämonen war es gelungen, die Satellitenortung ihrer Erzfeinde anzuzapfen, welche auch die Energie-Signaturen weltweit überwachte. Leraja konnte jetzt anhand unterschiedlicher Signale erkennen, wer Mensch, Engel oder Dämon war, wobei sie einen Engel schon auf eine halbe Meile Entfernung fühlte. Doch die Dämonen mussten spezielle Nachrichten separat abfangen, zum Beispiel, wo der Kelch aktiviert wurde. Diese Informationen übermittelte eine Art Zentrale an die wachhabenden Engel. Deshalb wussten die Dämonen zwar über jeden Schritt Bescheid, doch leider immer ein wenig zu spät. Da Leraja nur abwarten konnte, bis über ihr Gerät eine neue Meldung hereinkam, hatte sie jetzt wieder frei.

Seufzend blickte sie nach unten auf die Fifth Avenue. Auch um diese späte Stunde fuhr noch eine Vielzahl gelber Taxis durch die hell erleuchteten Straßen von New York. Es war eine schöne Gegend, besonders nachts.

Weiter hinten trennte der East River wie ein schwarzes Band die Stadt. Leraja bewunderte noch für eine Weile die Aussicht, bevor sie ihr Gerät auf einen dämonischen Satelliten umschaltete. Sie sollte ihre Zeit lieber nicht vertrödeln, sondern ihre Mutter stolz machen. Jede zusätzliche Seele, die sie neben der Suche nach dem Artefakt beschaffte, wäre ein Pluspunkt auf ihrem Dämonenkonto.

Wenn es ihr nur endlich einmal gelingen würde …

Ein interessantes Signal, ganz in ihrer Nähe, ließ sie gebannt auf ihren Detektor blicken. Das Navi zeigte auch reine, unverdorbene Seelen an. Diese sendeten eine bestimmte Frequenz aus, und die Dämonen hatten es geschafft, diese Signale herauszufiltern und auszuwerten. Der hellblaue, blinkende Punkt deutete auf ein beinahe perfektes Wesen hin – ja, es könnte glatt ein Engel sein, so rein war die Signatur! Aber nur fast, denn der Punkt war ja nicht weiß. Sollte es sich tatsächlich um einen echten Engel handeln, würde Leraja das zusätzlich spüren können, wenn sie ihm nah genug war.

Ihr Herz schlug schneller, jetzt könnte sie einen ganz großen Fang machen! Sofort erschuf sie ein weiteres Portal an der Wand des Empire State Buildings, durch das sie eine schmutzige, dunkle Gasse in Chinatown betrat.

Leraja sah ihn sofort: Ein schwarzhaariger Mann in T-Shirt und Cargohose kniete auf dem Teer und ließ etwas dicht über dem Boden vor sich gleiten, irgendein kleines, technisches Gerät. Er war so in seine Arbeit versunken, dass er Leraja nicht bemerkte.

Nein, sie spürte keine göttliche Macht. Dieser Kerl schien ein gewöhnlicher Mensch zu sein. Was suchte er in dieser gefährlichen Gegend? Und dann auch noch in direkter Nähe des Ladens, aus dem das Drachenblut gestohlen worden war! Ob das der Kelch-Räuber war? Wohl eher nicht, der war gewiss nicht so dumm, sich hier blicken zu lassen. Dennoch verhielt sich der Mann sehr verdächtig, wie er in der Hocke den Straßenbelag scannte.

Leraja räusperte sich, woraufhin der Kerl sofort aufsprang und herumwirbelte.

Wow, was für ein Sahneschnittchen! Vor Aufregung schlug ihr Puls schneller, und sie konnte ihn nur mit offenem Mund anstarren. Es lohnte sich, den Typen vorher noch mächtig ranzunehmen!

Er wirkte kurz alarmiert, aber sofort glätteten sich seine Gesichtszüge und er fuhr sich durch sein kurzes Haar, um es nur noch mehr zu verstrubbeln.

Leraja schätzte ihn auf höchstens dreißig Menschenjahre. Er war nicht recht groß, aber immer noch einen halben Kopf größer als sie. Besonders die eisblauen Augen und der sinnliche Mund waren Hingucker – und erst sein Körper! Sein Brustkorb war breit und die Arme gut durchtrainiert, aber nicht zu massig, und die Beine wirkten trotz der, für dämonische Verhältnisse, geringen Körpergröße von etwa einem Meter achtzig nicht stämmig.

Sie seufzte leise und war ganz von ihrer Schwärmerei gefangen genommen, wobei sie sogar vergaß, weshalb sie überhaupt hier war. Erst als er höflich fragte: »Haben Sie sich verlaufen, Lady?«, und schnell das Gerät in einer seiner vielen Hosentaschen verschwinden ließ, kam ihr Bewusstsein wieder in die Realität zurück.

»Lady?« So hatte sie ja noch nie jemand genannt. Für einen Moment war Leraja sprachlos; immerhin setzten sich ihre Beine in Bewegung und sie ging auf das Prachtexemplar zu. Schnuckelig und rein – das musste ihre Glücksnacht sein!

»Sie sollten sich um diese Uhrzeit nicht in so einer Gegend herumtreiben«, sagte er. Sogar seine Stimme klang sexy! Leraja schmolz dahin.

»Soll ich Ihnen ein Taxi rufen?«

»Ich habe keine Angst vor bösen Buben. Sie sollten eher mich fürchten.« Grinsend drängte sie den attraktiven Kerl an eine Hausmauer, legte die Hände auf seine Schultern und ließ ihr Becken kreisen. Hmm, wie gut er roch! Nach Wald und Mann. Ihr Herzschlag legte noch mal an Tempo zu.

Erst wirkte er verdutzt, doch dann wurden seine Augen groß. »Gott, ich kenne dich!«

Bei »Gott« zuckte sie leicht zusammen, aber das war ein ganz normaler Reflex bei Dämonen, obwohl dieses Wort ihnen nichts anhaben konnte.

Ich denke nicht, dass wir schon einmal das Vergnügen hatten, Süßer, dachte sie und sagte: »Schön, dann können wir ja gleich zur Sache kommen.«

Sie konzentrierte sich und brachte ihre Iriden zum Glühen. Damit versetzte sie die Menschen in eine Art Trance. Das machte es leichter, sich von ihren Seelen zu nähren.

Wie erregend gut er duftet und wie warm sein Körper ist … Was für eine Schande, so einen süßen Kerl zu verderben, aber wahrscheinlich klappt es ja doch wieder nicht, überlegte sie, als sie ihre Lippen auf seinen herrlichen Mund pressen wollte, um das Gute aus ihm herauszusaugen. Aber im letzten Moment, als ihre Hände tiefer wanderten, fühlte sie etwas Hartes unter ihren Fingern. Der Kerl trug eine Schutzweste!

So viel zur muskulösen Brust.

Doch dann dämmerte es ihr urplötzlich; ihr Herz setzte einen Schlag aus. »Jäger«, zischte sie. Verdammt, der Süße war ein Dämonenjäger! Er hatte sich ja gleich so verdächtig verhalten.

Er wirkte abermals überrascht und starrte sie mit offenem Mund an, wahrscheinlich, weil sie ihn erkannt hatte, aber noch bevor er reagieren konnte, drückte sie ihren Mund auf seine Lippen.

Teufel noch mal, wie weich sie waren und wie köstlich sie schmeckten! Vor ihren Augen drehte sich sein Gesicht und ihr Blut schoss wie ein Schnellzug durch ihre Adern. Ihre Nasen berührten sich, und Leraja presste sich mehr an seinen festen Körper, weil ihre Knie einzuknicken drohten. Was war nur los mit ihr? Warum machte der Mensch sie so schwach?

Sie drängte ihre Zunge in ihn, um noch mehr von ihm zu kosten. Der sexy Typ keuchte in ihren Mund und riss die Lider auf, sodass Leraja im hellen Blau seiner Augen beinahe ertrank … Das alles dauerte nur Bruchteile von Sekunden, bis ihr wieder einfiel, dass sie ihn ja verderben wollte. Denk an deine Karriere!, ermahnte sie sich. Zeig’s dem Jäger! Leraja musste schnell machen, also konzentrierte sie sich – doch der Kuss traf sie wie ein elektrischer Schlag; es knisterte hörbar.

Kein Jäger!

Schlimmer noch …

Benommen taumelte sie mehrere Meter zurück, die Finger an ihren Lippen, auf denen sie immer noch eine uralte Macht fühlte. »Engel«, flüsterte sie, zutiefst erschrocken über sich selbst, weil sie ihn nicht erkannt hatte. Aber ihr Detektor hatte ihn auch nicht als Engel angezeigt.

Der Kerl war ihr Erzfeind! Sein verdammt attraktives Äußeres hatte sie geblendet; so etwas war ihr noch nie passiert! Sie taumelte immer noch, zu geschwächt, um irgendetwas zu tun, doch langsam fühlte sie, wie ihre Kräfte zurückkehrten.

»Richtig geraten, Dämonin«, erwiderte er und warf einen Blitz nach ihr, der direkt aus seiner Handfläche geschossen kam.

Leraja duckte sich gerade noch rechtzeitig, sodass der Blitz hinter ihr die Mauer traf und ein kleines Stück davon absprengte.

Der Engel wollte ihr ans Leder? Das wurde ja alles immer seltsamer. Nun gut, sie würde nicht wehrlos draufgehen!

Sie konzentrierte sich, um Energie in ihrer Handfläche zu bündeln, denn was er konnte, konnte sie schon lange. Innerhalb einer Sekunde bildete sich ein knisternder Ball aus grellem Licht darauf. Als er groß genug war, warf sie ihn nach dem Engel.

Der wich dem Geschoss jedoch ebenso geschickt aus wie sie zuvor seinem. Sofort kam ein weiterer Blitz zurück, der sie nur knapp verfehlte.

Verdammt, woher konnte der Engel so gut kämpfen? Ja, warum kämpfte er überhaupt gegen sie? Das war nicht deren Art. »Die da oben« versuchten doch sonst immer für alles eine friedliche Lösung zu finden.

So flogen ihre Geschosse eine Weile hin und her, bis sie beide mit von der Mauer abgesprengtem Putz und Staub bedeckt waren – dann hatte Leraja keine Lust mehr auf dieses Spielchen und ging zum direkten Angriff über. Mit einem Zwei-Meter-Sprung warf sie sich auf den Engel. Der prallte nach hinten auf den Boden, die Augen überrascht aufgerissen, und sie begrub seinen Körper unter sich, wobei sie ihm die Arme über dem Kopf zusammenhielt.

Damit hatte er wohl nicht gerechnet!

Ihr Busen drückte sich gegen seinen Brustpanzer und ihr Unterleib gegen den seinen. Abermals bewegte sie die Hüften. Ihr machte es Spaß, den Engel auf diese Weise zu ärgern. Was sie in seiner Hose spürte, war nicht zu verachten.

Sie setzte sich etwas auf und verstärkte den Griff um seine Arme. Hmm, wie herrlich weich seine Haut war und wie hart seine Muskeln. Er war einfach supersexy! Vor Anstrengung traten seine Adern an den Armen hervor; seine Muskeln schwollen weiter an.

Nicht ablenken lassen!, schalt sie sich jedoch sofort. Der Engel war verdammt stark. Dagegen kam sie mit ihren Dämonenkräften kaum an! Aber sie hatte ja noch ein Ass im Ärmel.

»Deine Augen … Warum leuchten sie nicht?«, fragte sie schwer atmend.

Der Engel runzelte die Stirn.

Er spielte den Naiven, na schön. »Wenn man einem Engel tief in die Augen blickt, erkennt man ein goldenes Leuchten, seine vollkommene Seele«, zischte sie. »Nur bei dir nicht!«

»Ich bin eben nicht vollkommen«, erwiderte er trocken. Leraja spürte, wie er mit sich kämpfte, weil ihr Becken immer noch auf seiner empfindsamsten Stelle kreiste. Anscheinend waren die Himmelswächter doch nicht so frigide, wie man ihnen nachsagte, denn sein bestes Stück hatte spürbar an Volumen zugelegt. So ein Mist! Das ließ sie natürlich auch nicht kalt. Egal, es verbot ihr ja niemand, Spaß mit ihm zu haben.

»Und wo sind deine Flügel? Wieso hast du keine?«

»Weil sie unpraktisch sind und unter den Menschen nur Aufsehen erregen würden?«, äffte er, als ob sie die Antwort nicht längst kennen würde.

Leraja wusste natürlich, dass es auch Engel gab, die keine Flügel besaßen, nur der Grund war ihr neu. Das sollte sie ihrer Mutter erzählen. Waren die Engel gerade dabei, sich unbemerkt unter die Menschen zu mischen, damit die Dämonen sie nicht mehr verderben konnten? Leraja hatte diesen Himmelsburschen nicht erspürt. Verflucht, hatten »die da oben« etwa einen Weg gefunden, ihre reinen Schwingungen nach außen hin zu blockieren?

»Flügel sind schon seit zwei Jahrzehnten nicht mehr in Mode, Dämonin«, setzte ihr sexy Erzfeind noch hinzu.

Okay, wieder was dazugelernt, dachte Leraja. »Du gefällst mir immer besser, Sonnenschein. Männer mit Federn finde ich sowieso äußerst unattraktiv. Der Flaum bleibt beim Lecken so leicht an der Zunge kleben.« Sie grinste breit, weil sie bemerkte, wie er auf ihre Worte reagierte. »Bist wohl auch hinter dem Kelch her?«, fragte sie und genoss seine Hitze an ihrem Schoß.

»Schlaues Mädchen.« Seine Antwort war eher ein Brummen.

Leraja schmunzelte. »Böser Engel!« Es machte richtig Spaß, ihn zu reizen. Sie züngelte über seine Wange und den bartschattigen Bereich darunter. Dabei rieb sie ihren Körper wie eine Schlange an ihm. Mmm, er duftete so gut. Nach Mann und frischer Luft, himmlisch! Langsam wurde sie süchtig nach seinem Geruch.

Vehement versuchte er, ihrer Zunge zu entkommen, indem er den Kopf wegdrehte. »Nicht böser Engel, sondern Cain«, presste er heraus, weil er sich wieder wehrte und ihn das offensichtlich ziemlich anstrengte.

Jetzt war es Leraja, die ihn fragend ansah.

Er verdrehte gespielt die Augen. »Ich bin Cain und du bist …«

»Cain«, sagte sie. »Was für ein ungewöhnlicher Name für einen Engel. Ein wenig unpassend, findest du nicht?« Sie lachte und hauchte ihm dann ins Ohr: »Brudermörder.«

Plötzlich nahm sein Gesicht eine rötliche Färbung an. »Falsche Antwort!«, schleuderte er ihr entgegen und drückte sie wütend von sich, sodass sie auf dem Rücken landete. »Dir werde ich noch Respekt einbläuen!«

Nein, so sprach kein Engel. Wer war er nur? Der Kerl war faszinierend.

Cain versuchte, sie in den Schwitzkasten zu nehmen, was ihm aber nicht gelang. Auf dem harten Boden rangen sie miteinander und gerieten immer mehr in einen Hinterhof, der von einer schmutzigen Laterne erleuchtet wurde.

Leraja musste andere Geschütze auffahren. An Energiebälle war nicht zu denken, denn sie könnte sich damit womöglich selbst verletzen. Ihre Fingernägel wuchsen und wurden zu rasiermesserscharfen Krallen, während sie mit dem Engel über den Boden rollte. Sie schlug ihre Krallen in seine nackten Oberarme, obwohl es ihr selbst beinahe physisch wehtat, dieses attraktive Wesen zu verletzen. Sein weißes T-Shirt war bald nicht nur vom Staub befleckt, sondern auch von seinem Blut. Doch er ließ sie nicht los, stattdessen versuchte er immer wieder, sie unter sich zu bringen und auf den Boden zu pressen.

Nur ein leiser Schmerzenslaut entfuhr ihm und er zuckte kaum merklich, als sie ein Stück seiner Haut abriss. »Das hat wehgetan.« Seine Wunden schlossen sich jedoch schnell wieder; zurück blieben nur hauchfeine Narben.

»Selbst Schuld, Sonnenschein, du musst nur aufhören, dich zu wehren!« Verdammt, sie hatte richtig Hemmungen, ihm ernsthaft wehzutun. Was war nur los mit ihr? Benutzte er so was wie ein Dämonen-Abwehr-Aphrodisiakum, um sie zu schwächen? War das die neue Geheimwaffe der Engel? Sie durfte sich davon nicht verunsichern lassen!

Leraja schlug wild um sich, bis sein Shirt in Fetzen hing, doch sein Körper war durch die Weste geschützt.

Verzweifelt bemerkte sie, dass ihre Kräfte immer mehr schwanden. Bei ihrer eher kleinen und zierlichen Gestalt stieß sie rasch an ihre Grenzen. Es dauerte nicht lange, da lag sie plötzlich über seinem Knie.

»Was mach ich jetzt nur mit dir?«, murmelte er, kaum außer Atem.

Leraja wusste, dass er sie niemals vernichten würde, denn Engel waren Weicheier, obwohl … Dieser hier war schon eine untypische Lichtgestalt. Stark, aufbrausend, sexy. Es hatte tatsächlich so ausgesehen, als wolle er sie auslöschen! Doch jetzt gönnte er ihr netterweise eine Verschnaufpause, nur war es etwas unbequem auf seinem Oberschenkel. Was hatte der Kerl nur alles in seinen Hosentaschen? Etwas Hartes drückte sich in ihren Bauch.

In diesem Moment sauste seine Hand auf ihre Pobacke, was auf ihrem Lederoverall ein knallendes Geräusch erzeugte.

Sprachlos und wie versteinert lag sie für einen Moment auf seinem Bein. Was sollte das denn jetzt?

Klatsch!

Schon wieder hatte er sie geschlagen und das nicht gerade sanft!

Seine Hand ruhte eine Weile auf ihrer Pobacke, streichelte und betatschte sie fast unmerklich, bevor er wieder ausholte, um zuzuschlagen.

Das reichte!

Bevor sein Arm erneut heruntersausen konnte, wand sie sich von seinem Schoß und sprang auf.

Auch Cain erhob sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit und drückte sie gegen die Hausmauer. »Schön hier geblieben, kleine Dämonenbraut«, sagte er mit heiserer Stimme. »Ich werde jetzt mein Team anrufen, damit sie dich abholen.«

Jetzt wurde Leraja neugierig. »Welches Team?«

»Das geht dich nichts an.«

»Und was werden die mit mir machen?«, fragte sie frech. Wenn die alle so sexy waren … Shit, Leraja, reiß dich endlich zusammen!

»Dich wegsperren, bis die Kelchsache erledigt ist.«

Nein, das ging auf keinen Fall! Ihr Selbsterhaltungstrieb übernahm endlich die Kontrolle über ihr Handeln. Ihre Körperkräfte waren zwar aufgebraucht, aber diesen seltsamen Engel konnte sie auch anders außer Gefecht setzen. Er war auch nur ein Mann; zumindest steckte er gerade in einer menschlichen Hülle. Deshalb rammte sie ihm ohne Umschweife ihr Knie in den Schritt.

Cain stöhnte auf und krümmte sich auf dem Boden zusammen. »Miststück!«, zischte er, wobei er ihr einen düsteren Blick zuwarf.

Nein, so sprach kein Engel.

»Verdammtes Teufelsweib!«

Und er fluchte auch noch! »Na, wenn das der Papi hört«, spottete Leraja, setzte sich wieder auf seinen Schoß und drückte ihm die Arme über dem Kopf zusammen. Jetzt atmete auch er schwer. Sie brauchten beide eine Auszeit, doch sie spürte, dass ihn ihr Spiel nicht kalt gelassen hatte. Seine Erektion presste sich gegen ihre Mitte. Sie selbst war feucht, ihr Höschen klebte in ihrem Schritt. Hatten die Schläge sie etwa angeturnt? Normalerweise war sie es doch, die Schläge verteilte!

Nun … Vielleicht sollte sie sich auch mal ein gutes Spanking gönnen. Es hatte sich auch nicht schlecht angefühlt, als er ihre Pobacken gestreichelt hatte.

»Pattsituation«, sagte sie. Leraja konnte ihm nicht die Seele rauben und Cain konnte sie offensichtlich nicht auslöschen. »Was sollen wir jetzt machen, mein Engel der Nacht?«

Während sie auf eine Antwort wartete, nutzte sie den Umstand, dass Cain unter ihr lag, noch dazu offensichtlich erregt, und wisperte einen einfachen elbischen Zauberspruch, der seine Arme in Position hielt. Sie löste ihre Finger von seinen Handgelenken, um ihm über das Gesicht zu streicheln.

»Mein hübscher, unvollkommener Engel«, flüsterte sie, froh, dass ihr ein Spruch eingefallen war. Zuvor hatte sie sich nicht richtig konzentrieren können, denn Cains Nähe brachte sie ziemlich durcheinander.

»Nimm deine Pfoten von mir, Dämonin!« Seine Stimme klang beinahe wie ein Knurren und Leraja erkannte, wie er mit sich kämpfte. Er sah verdammt wütend aus. »Was hast du gemacht!?«

»Ein bisschen gezaubert«, murmelte sie und ein Gedanke formte sich in ihr: Falls sie es schaffte, seine unkeuschen Lüste zu entfesseln, würden ihn »die da oben« bestimmt verstoßen, womit das Spielfeld ihr allein gehörte – keine Konkurrenz auf der Suche nach dem Kelch.

Ja, der Gedanke, das süße Engelchen zu verderben, gefiel ihr!

Sie fixierte seine Beine ebenfalls mit einem Zauber und ging in die Hocke. Cain lag nun wie ein X unter ihr.

Teufel noch mal, sie stand auf devote Männer! Auch wenn dieser Typ unfreiwillig zu ihrem Unterlegenen wurde. So ein wehrloser Mann hatte einfach was. In ihrem Schoß wurde es noch feuchter; ihre Brustspitzen drückten sich hart gegen die Lederjacke.

Sie würde nicht viel Zeit haben, denn so mächtige Zaubersprüche beherrschte sie nicht, sondern nur die aus dem Buch »Elbische Zaubersprüche für Anfänger von Eldarwen Laindirmyl«, aber das würde ausreichen, um ihn ein wenig zu ärgern.

»Das ist keine Dämonenmagie!«, rief er, seine wunderschönen blauen Augen weit aufgerissen. »Verdammt!«

»Wir scheinen beide nicht ganz dem Klischee zu entsprechen, sonst wärst du schon lange ein Häuflein Asche«, erwiderte sie und fasste Cain dreist in den Schritt.

Er wurde ganz still, seine Lippen zu einem stummen Schrei geöffnet, die Hände zu Fäusten geballt. Keuchend entließ er seinen angestauten Atem und murmelte weitere Flüche. Sein Gesicht hatte sämtliche Farbe verloren.

Warum ihn kein Blitz traf, war ihr unverständlich, »der da oben« wusste doch sonst immer alles.

Neugierig befühlte sie sein Geschlecht und betastete dessen Länge. Es war also noch nicht verkümmert. Schön! Damit ließe sich was anfangen. Das Kribbeln in ihrem Schoß steigerte sich zu einem Pochen.

Cain zuckte unter ihr und spie ihr entgegen, was er mit ihr anstellen würde, wenn er wieder frei war. Je schlimmer seine Drohungen wurden, desto fester rieb sie.

»Das gefällt dir, Sonnenschein, was?« Teufel noch mal, er war aber auch süß! Lerajas Schoß pochte immer heftiger, je länger sie seinen Schwanz durch die Hose massierte. Er wurde noch härter und drückte sich gegen den Stoff.

»Das muss ja unangenehm sein«, säuselte sie und begann, die Knöpfe am Schritt zu öffnen.

»Untersteh dich!«, knurrte er. Schweiß glänzte auf seiner Stirn; sein Körper bebte. Vehement versuchte er, sich von ihrem Bann zu befreien, aber als sein Ständer hervorsprang und sie ihn mit der Hand umschloss, keuchte Cain auf. Reglos blieb er liegen, als hätte ihn jetzt doch der Blitz getroffen.

Im schwachen Schein der Lampe erkannten ihre scharfen Augen jede Ader, die sich an seinem Schaft entlangwand, vom unteren Rand der Eichel bis zum Ansatz seines Schamhaars. Der männlich-markante Duft, der von seinem Geschlecht aufstieg, war mehr als verlockend. Wasser sammelte sich in ihrem Mund. Am liebsten hätte sie seine pulsierende Härte gleich eingesaugt. Aber dann würde sie Cains Gesicht nicht mehr sehen, in dessen Zügen eine süße Qual lag, die ihr mehr Befriedigung verschaffte, als wenn sie ihn jetzt einfach nehmen würde. Daher genoss sie seine hilflosen Reaktionen, während sie sich an seinem Oberschenkel rieb. Leraja konnte kaum begreifen, dass sie einem Engel einen runterholte.

Einem ENGEL!

Das gab bestimmt noch mehr Punkte, als wenn sie seine Seele ergattert hätte!

Sein Schwanz lag unwahrscheinlich gut in ihrer Hand, was wohl daran lag, dass er keine dämonischen Ausmaße besaß, sondern ganz normal war. Das gefiel ihr. Das machte ihn so … verletzlich.

Ununterbrochen schob sie die zarte, samtene Haut über dem harten Kern auf und ab.

»Hör auf«, sagte Cain schwach. Mittlerweile lag er nur noch bewegungslos, aber leicht zitternd, unter ihr. Den Kopf hatte er zur Seite gedreht und er atmete schwer. Tröpfchen perlten aus dem Schlitz an seiner Spitze, die ebenso rot war wie Cains Gesicht. Lerajas Zauber musste längst seine Wirkung verloren haben, aber Cain schien es nicht zu bemerken.

Sollte sie ihn nicht doch in den Mund nehmen? Sie wollte seine Creme kosten, die er sicher bald verschießen würde. Doch auf einmal bekam sie Gewissensbisse, was ihr in der gesamten semidämonischen Laufbahn noch nie passiert war, aber da sprach bestimmt der Elfenanteil in ihr.

War es wirklich richtig, einen Engel gegen seinen Willen zu nehmen? Doch Cain schien es ja jetzt zu genießen; zumindest wehrte er sich nicht mehr.

Als sie mit dem Daumen über seine Spitze rieb, um seine Lust zu verteilen, schloss er die Augen und bog den Rücken durch. Seine Hüften zuckten; fest trieb er seinen Schwanz in ihre Faust.

»Komm für mich, Sonnenschein«, flüsterte Leraja, hielt seinen Penis fester und glitt schneller an ihm entlang. Mann, er war einfach süß – hilflos und atemberaubend. »Befreie dich von dem Druck, komm in meiner Hand.«

Cains plötzliches Aufstöhnen klang dermaßen erregend, dass sie selbst beinahe kam, obwohl sie sich lediglich an seinem Oberschenkel rieb. Jede Zelle ihres Körpers schien zu vibrieren, ihr Herz raste und eine süße Qual, die sie nicht zuordnen konnte, nahm von ihr Besitz. Das Gefühl zentrierte sich genau hinter ihrem Brustbein. Es war ein köstliches Ziehen, das ihre Lust noch steigerte.

Cains Hände ballten sich immer wieder zu Fäusten. Er warf den Kopf hin und her – bis plötzlich ein Summen ertönte, das sie beide abrupt innehalten ließ.

Endlos erscheinende Augenblicke starrten sie sich an, während sein nacktes Geschlecht in ihrer Hand pochte, kurz davor, seinen Saft zu verspritzen. Dann stieß Cain sie allerdings von sich. Er sprang auf, verpackte mit zitternden Händen seine Erektion und holte ein Smartphone aus der Hosentasche.

Verdammter Mist, beinahe wäre sie gekommen!

Er hatte also doch nicht mehr unter ihrem Zauber gestanden, was sie einerseits freute, weil er es offensichtlich genossen hatte, andererseits aber enttäuschte, wo sie so kurz davor gewesen war, ihn zum Höhepunkt zu bringen. Sie hätte dieses Erlebnis so gerne mit ihm geteilt.

»Crispin?«, sagte er atemlos in das Gerät. Mit böse funkelnden Augen und einem Energie-Blitz, den er in seiner Faust hielt und auf sie richtete, gab er ihr zu verstehen, dass sie verschwinden sollte, aber Leraja verschränkte nur die Arme.

»Was ist los mit dir, Kumpel? Wieder eine Vision gehabt?« Angestrengt lauschte sie der Männerstimme aus dem Gerät.