Michael Wolffsohn
Zum Weltfrieden
Ein politischer Entwurf
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
Mit 10 Abbildungen
Motto
Frieden durch Föderalismus: Vorbemerkung zur Taschenbuchausgabe
Vorwort
Kapitel I
Befund 1: Das zerschnittene Wir
Warum unsere StaatenUNordnung zerbröselt
Falsch gedacht – falsch gemacht
Fallbeispiel: Israel und Palästina
Föderalismus als Schlüssel
Gestern Hitler – heute Putin?
Konstellationen, nicht Personen
Die Rache der Geschichte oder die Gegenwärtigkeit der Vergangenheit Von Geografie und Demografie
Staaten als Kunstprodukte
Faktoren der (In-)Stabilität
Neue Staaten entstehen
Selbstbestimmung – für Gebiete?
Deutscher und westeuropäischer Sprengstoff
Kultur als nichtterritoriale Heimat: Selbstbestimmung für Menschen im Land, nicht fürs Land
Befund 2: Schemata der Staatenwelt und denkbare Lösungen
Innerstaatliche demografisch-geografische Realitäten: Territoriale Selbstbestimmung
Innerstaatliche demografisch-geografische Realitäten: Personale Selbstbestimmung
Zwischenstaatliche Konstellationen: Territoriale Selbstbestimmung
Zwischenstaatliche Konstellationen: Personale Selbstbestimmung
Zwischenstaatliche Konstellationen: Territoriale und Personale Selbstbestimmung: Israel – Palästina – Jordanien
Kapitel II
Die Krisenregionen
Vielvölkerreiche: Der Staat als Schiedsrichter
Historische Urkräfte am Werk
Krisenregion Balkan
Russlands Ränder (Peripherie)
Nahost ist überall – Vom Regionalen zum Globalen
Syrien
Iran
Türkei
Afghanistan, Pakistan, Indien
Saudi-Arabien und Bahrain
Jemen
China: Die Rache der Geschichte I – Xinjiang und Tibet
Taiwan und Hongkong
Thailand, Malaysia
Sri Lanka
Myanmar/Burma
Afrika
Menetekel Kongo, Ruanda und Nigeria
Europa: Die Rache der Geschichte II oder Zur »Universalgeschichte der Niedertracht«
Lettland und Estland
Muslime in Westeuropa
Soldaten-Importe: Die nächste Etappe?
Kapitel III
Blut für Öl, Gas und Wasser? Zur politischen Demografie, Geografie und Ökonomie der Rohstoff-Leitungen und der großen Flusssysteme
Öl und Gas
Der fast globale Überblick
Die Türkei als strategischer Schlüsselstaat: Nahost und Kaspisches Becken
Russlands Hebel
Ost-, Süd- und Südost-Asien
Afrika
Wasser
Das Nilbecken
Der unheilig heilige Jordan
Euphrat und Tigris
Niger und Kongo
Tibet: Wasser für Asien
Statt eines Schlussworts
Mit Waffen Frieden schaffen? Humanitäre Interventionen
Register
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Bildteil
Über Michael Wolffsohn
Über das Buch
Michael Wolffsohn, Prof. Dr., geb. 1947 in Tel Aviv, stammt aus einer deutsch-jüdischen Familie, die 1939 nach Palästina geflüchtet war. Seine Eltern kehrten 1954 nach Deutschland zurück. Von 1981 bis 2012 war er Professor für Neuere Geschichte an der Bundeswehruniversität.
Michael Wolffsohn schreibt regelmäßig für nationale und internationale Zeitungen und hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt. Zuletzt bei dtv: ›Zivilcourage. Wie der Staat seine Bürger im Stich lässt‹, ›Deutschjüdische Glückskinder. Eine Weltgeschichte meiner Familie‹, ›Friedenskanzler? Willy Brandt zwischen Krieg und Terror‹.
Herkömmliche Versuche der Konfliktlösung, ob in Afrika, im Nahen Osten oder in anderen Krisengebieten, basieren auf dem Modell des Nationalstaates. Das ist der Grund dafür, dass sie regelmäßig scheitern. Denn das friedliche Zusammenleben in Staaten funktioniert auf Dauer nur, wenn die Bevölkerung mehr oder weniger homogen zusammengesetzt ist oder durch föderative Grundgedanken eine Gemeinschaft bildet. Sobald innerhalb von Staaten sehr unterschiedliche Gemeinschaften zusammenleben oder zusammenleben müssen, sind Konflikte programmiert. Irgendwann, früher oder später, brechen sie aus. Das lässt sich anhand von zahlreichen Beispielen aus Vergangenheit und Gegenwart belegen.
Michael Wolffsohn analysiert die Situation in den aktuellen oder potentiellen Krisengebieten der Welt, indem er der politischen Geografie, also den Staatsgrenzen, die Folie der Bevölkerungsstruktur, sprich: der demografischen Geografie, unterlegt. Er röntgt diese Staaten gewissenmaßen. Nachhaltige Lösungen können nur auf einem Föderalismus-Prinzip beruhen, das ‒ auch grenzüberschreitend ‒ auf der weitgehenden Unabhängigkeit einzelner Einheiten oder Gemeinschaften aufbaut.
Ungekürzte Taschenbuchausgabe 2019
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© 2015 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München
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Umschlagkonzept: Balk & Brumshagen
Umschlaggestaltung: Katharina Netolitzky
Abbildungen: Michael Wolffsohn
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ISBN der gedruckten Ausgabe 978-3-423-34946-8
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Zum Beispiel im Dezember 1989 auf einer Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft. Nachdruck in: Michael Wolffsohn, Über den Abgrund der Geschichte hinweg. Deutsch-jüdische Blicke auf das 20. Jahrhundert, München: Olzog 2012, S. 125–151. Vgl. auch meine Broschüre ›Weltkonflikte der Gegenwart. Diagnosen und Therapien‹, Neuried 2008 als erweiterte Fassung (m)eines Vortrags.
Neidhardt von Gneisenau, Plan zur Vorbereitung eines Volksaufstands, 1881, in: Guerrilleros, Partisanen, Theorie und Praxis, hrsg. von Joachim Schickel, 2. Auflage München 1970, S. 41.
Zitiert aus Jörn Leonhard, Die Büchse der Pandora, Geschichte des Ersten Weltkriegs, 2. Auflage, München 2014, S. 966.
David Fromkin, A Peace to end all Peace, The Fall of the Ottoman Empire and the Creation of the Modern Middle East, London 1999, Neuauflage New York 2009, S. 407f. bezogen z.B. auf Mustapha Kemal, über den sie und ebenfalls ihre Geheimdienste nichts wussten. Oder aber, so ein italienischer Diplomat, man habe oft den einen oder anderen Staatsmann über Karten gebeugt gesehen, der in sich hineinmurmelte: »Wo verdammt ist das …?« und mit dem ausgestreckten Zeigefinger irgendeine Stadt oder einen Fluss suchte, von dem er zuvor niemals gehört hatte, zitiert und übersetzt aus Fromkin, S. 400.
Vgl. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Die Biologie des menschlichen Verhaltens. Grundriss der Humanethologie, München – Zürich, 4. Auflage 1997, S. 455.
Ebd.
Hermann Parzinger, Die Kinder des Prometheus, Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift, München 2014, S. 37.
Eine weiterführende Einführung wäre:
http://www.trend.infopartisan.net/trd0600/t190600.html
(Abruf 27.5.2014, 11.45 h) oder das Suchwort »Austromarxismus«
Vgl. den ethisch alles andere als unproblematischen Rechtsgelehrten Carl Schmitt, Der Nomos der Erde im Völkerrecht des Jus Publicum Europaeum, 4. Auflage Berlin 1997, S. 112.
Man suche im Internet unter »Schweiz, Sprachen« und finde unter anderem diese Veranschaulichung: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:KARTE_schweiz_sprachen.png
Wie so oft helfen Google-Bilder. Mit den Suchwörtern »Irak, Demografie« findet man aufschlussreiche Abbildungen zur Demografie des Irak, zum Beispiel (am 5.5.2014, 21.15 h): https://www.google.de/search?q=Irak+Demografie&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=gU64U8SAOOGv7AaV7YGgDw&ved=0CAcQ_AUoAg&biw=1920&bih=941
Google bot am 5.5.2014 um 22.00 h zu den Suchwörtern »Galiläa, Juden, Araber« zum Beispiel diese Abbildung: http://de.wikipedia.org/wiki/Arabische_Israelis#mediaviewer/Datei:Arab_population_israel_2000_en.png
Oder für den Iran unter »Ethnolinguistic map«:
https://www.google.de/search?q=iran+ethnolinguistic+map&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=blm4U9SrIarG7Aa5goDIDg&ved=0CB8QsAQ&biw=1920&bih=941
Diverse Abbildungen finden sich bei Google unter dem Suchbegriff »Berlin, ethnische Gruppen«.
https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Aufsaetze/2012/HZ_201203-05.pdf, S. 51.
Wer im Internet »French riots« sucht, findet zum Beispiel hier eine Abbildung, die diesen Schluss nahelegt: http://en.wikipedia.org/wiki/2005_French_riots#mediaviewer/File:Paris _riots_satellite.jpg
Zur Veranschaulichung wieder Google am 5.5.2014, 22.30 h:
https://www.google.de/search?q=iran+ethnolinguistic+map&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=blm4U9SrIarG7Aa5goDIDg&ved=0CB8QsAQ&biw=1920&bih=941#q=Kurds+maps&tbm=isch
Erstmals habe ich es in ›Weltkonflikte der Gegenwart‹, Neuried 2008, prognostiziert und viel früher in Vorträgen erläutert.
Siehe bei Google unter »Südsudan« sowie unter »South Sudan ethnic groups«.
Einen solchen Staatsumbau legt der übers Internet und Suchmaschinen (unter »Ukraine, ethnicity, languages«) abrufbare Sprachatlas der Ukraine nahe (Abruf 9.7.2014, 14.30 h).
Siehe bei Google unter »Ukraine/Sprachen«. Zu Recht ließe sich einwenden, dass der sprachlichen Gewichtung die ethnische widerspräche. Dann ergibt sich bezogen auf die Ukraine dieses Bild (Abruf 9.7.2014, 14.33 h):
http://en.wikipedia.org/wiki/Russians_in_Ukraine#mediaviewer/File:Russians_Ukraine_2001.PNG
Basisinformationen bei Wikipedia unter »Thailand/Bevölkerung/ethnische Gruppen/Konflikte«. Optische Hilfen unter »Thailand ethnic map«.
Siehe die Suchwörter »Österreich-Ungarns Ende«.
Zahlreiche, anregend informative Abbildungen zur demografischen Struktur von Bosnien-Herzegowina findet man unter Google-Bilder-Suchwörtern etwa nach folgendem Muster: Name des Staates, Bilder ethnisch, also »Bosnia Herzegovina Bilder ethnisch«, und bekam am 5.7.2014, 19.30 h zum Beispiel:
https://www.google.de/search?q=Bosnia+Herzegovina+Bilder+ethnisch&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=Eze4U_6jGILG7AbW94HQAQ&ved=0CCIQsAQ&biw=1920&bih=941
http://www.europa-auf-einen-blick.de/bosnien-herzegowina/politik.php (Abruf 4.7.2014).
Google präsentierte am 5.7.2014, 23.15 h unter »Jews, Israel West Bank maps«: https://www.google.de/search?q=iran+ethnolinguistic+map&tbm =isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=blm4U9SrIarG7Aa5goDIDg&ved=0CB8QsAQ&biw=1920&bih=941#q=Jews+Israel+West+Bank+maps&tbm=isch
Zahlen aus Wikipedia und anderen Internetquellen. Den amtlich eher politischen als faktischen Zahlenangaben ist, wenn überhaupt, eher proportional zu trauen.
Friedrich Schreiber/Michael Wolffsohn, Nahost, Geschichte und Struktur des Konflikts, 1. Auflage 1987, 4. Auflage 1996, Kapitel XVII.
Michael Wolffsohn, Wem gehört das Heilige Land? Die Wurzeln des Streits zwischen Juden und Arabern, 10. Auflage, München 2011.
Vgl. die Karte http://en.wikipedia.org/wiki/Religion_in_the_Philippines (Abruf 12.7.2014, 18h) und die Suchwörter »Islam auf den Philippinen«.
Jenseits der schematischen Abbildung 5 in diesem Buch bieten Suchmaschinen unter den Stichwörtern »Kurds, demography« oder »Kurdish demography« hilfreiche Abbildungen, z.B. diese (Abruf 11.7.2014, 15.15 h):
http://www.jinsa.org/fellowship-program/david-p-goldman/demographic-sources-turkeys-foreign-policy-crisis
Das Suchwort »Albaner« präsentiert im Internet brauchbare Schaubilder, zum Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/Albaner#mediaviewer/Datei:Albanischer_Sprachraum.PNG (Abruf 11.7.2014, 23.06 h)
Die Suchwörter »Bosnien-Herzegowina/Demografie« bieten anschauliche Bilder, siehe auch unter »Bosnia ethnicity«.
Andreas Kappler, Russland als Vielvölkerreich, Entstehung und Zerfall, München 1992, S. 298.
Kappler, S. 289.
Kappler, S. 295.
John Dos Passos, Orient-Express, München 2013, Erstausgabe New York 1927.
Man suche bei Google-Bildern unter »Caucasus ethnolinguistic« und überzeuge sich selbst. Etwa auch durch diese Abbildung (Abruf 14.7.2014, 11.55 h): http://fs.huntingdon.edu/jlewis/syl/ircomp/MapsCaucasus.htm
Die Suchwörter »Abchasen, Osseten« führen uns zum Beispiel über Google-Bilder zum sichtbaren Verständnis; auch diese Abbildung: http://ramonschack.wordpress.com/2008/08/24/2718/
Weitere Informationen unter den Suchwörtern »Abchasen, Osseten«. http://ramonschack.wordpress.com/2008/08/24/2718/
Die Suchwörter »Ethnic Groups Central Asia« ergeben Aufschlussreiches (Abruf 14.7.2014, 13.03 h):
http://www.lib.utexas.edu/maps/middle_east_and_asia/casia_ethnic_93.jpg
Man suche im Internet »Russia ethnic groups«und finde unter anderen die Veranschaulichung der ethnischen Dimensionen.
Friedrich Schmidt, Sibirien ist nicht die Krim, FAZ, 6.8.2014, S. 2.
Die Bild-Suchwörter »Russland, Tschetschenien« lohnen einen Blick wie diesen:
http://www.hirtenhunde-liptak.de/blaettle/pages/laender/2004-06-tschetschenien.html
oder: http://www.naturefund.de/erde/atlas_der_welt/ungeloeste_konflikte/tschetschenien_die_ausgeblutete_republik.html
Die Bild-Suchwörter »Russia Islam« sind hierfür sehenswert, zum Beispiel auch: http://www.economist.com/node/8961754.
Auch zu diesen Suchwörtern bietet das Internet (be)merkenswerten Anschauungsunterricht, zum Beispiel (am 28.7.2014, 14 h): http://www.payer.de/islam/islam.htm#EinfProzentFChrung
Optische Hilfsmittel bieten im Internet die Suchwörter »Syria ethnicity« (z.B. am 28.7.2014, 22.30 h): http://i.imgur.com/LYLj8.jpg
Siehe bei Wikipedia unter »Völkerbundmandat für Syrien und Libanon«.
Zum Beispiel http://www.economist.com/news/middle-east-and-africa/21604230-extreme-islamist-group-seeks-create-caliphate-and-spread-jihad-across (Abruf 18.8.2014, 14.50 h). Die Suchwörter »Islamic State, Syria, Iraq« bieten in Google-Bildern gutes Anschauungsmaterial.
Das verdeutlichen die Bilder zu den Suchwörtern »Shiites, Syria, Lebanon«.
Siehe auch Wolffsohn, Weltkonflikte, S. 36, Abbildung 16 und 17. Wer die Suchwörter »Iran ethnic composition« eingibt, wird optisch sowie inhaltlich eines Besseren belehrt. Zum Beispiel unter http://images.nationmaster.com/images/motw/middle_east_and_asia/iran_peoples_82.jpg
Vgl. http://azerb.com/az-south.html (Abruf 10.8.2014, 22.10 h); vgl. Wolffsohn, Weltfrieden, Abbildung 13, S. 34.
Kurz, knapp und hilfreich die Wikipedia-Einführung zu »Aserbaidschan/Iran/relations«.
http://www.auswaertiges-amt.de/sid_34CAABEE6FF500B835D268AF9A8E06D8/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/IranSicherheit.html?nn=337790#doc337572bodyText1 (Abruf 12.8.2014, 20.33 h).
Ebd.
Siehe zum Beispiel »Afghanistan/ethnic groups«, auch Wolffsohn, Weltkonflikte, Abbildungen 26, 27, 28.
Siehe unter »Afghanistan/Languages«.
Ebd.
Näheres unter »pashtun ethnicity«.
boe, FAZ, 5.9.2014.
boe, FAZ, 5.9.2014.
http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_67407450/ueberfall-in-saudi-arabien-bnd-agenten-unter-beschuss.html (Abruf 14.8.2014, 10.30 h).
Vgl. die Abbildung unter: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_ethnic_groups_in_China (Abruf 14.8.2014, 22.15 h). Die Suchwörter »China Ethnic groups« bieten im Internet reiches Anschauungsmaterial. Vgl. auch Wolffsohn, Weltkonflikte, Abbildungen 31 und 32, S. 44.
Petra Kolonko, FAZ, 4.9.2014.
Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Tibet#Bev.C3.B6lkerung
(Abruf 13.8.2014, 14.50 h).
Vgl. die Abbildung in: Wolffsohn, Weltkonflikte, Abbildung 33, S. 44; außerdem:
http://en.wikipedia.org/wiki/South_Thailand_insurgency
sowie die Abbildung:
http://en.wikipedia.org/wiki/South_Thailand_insurgency#mediaviewer/File:MalaysiaThailand_Prozent28enProzent29.png
(Abruf 14.8.2014, 19.15 h).
Grundlegend zum Guerillakrieg: Herfried Münkler, Die neuen Kriege, Reinbek 2003; Beatrice Heuser, Rebellen, Partisanen, Guerilleros, Asymmetrische Kriege von der Antike bis heute, Paderborn u.a.. 2013; Rolf-Dieter Müller, Militärgeschichte, Köln a.a. 2009; Michael Wolffsohn, Weltkonflikte der Gegenwart, Kapitel I.
Vgl. die Abbildung
http://de.wikipedia.org/wiki/Sri_Lanka#mediaviewer/Datei:Sri_Lanka_-_Ethnicity_2012.png (Abruf 14.8.2014, 19.40 h).
Vgl. die Suchbegriffe »Burma/history/conflict«.
Ankündigung des al-Qaida-Chefs Zawahiri, boe, FAZ, 5. 9. 2014.
Auch Abbildung 34 in: Wolffsohn, Weltkonflikte, S. 44. Eine gute Karte bietet im Internet unter den Suchwörtern »Islam, Verbreitung, Afrika« zum Beispiel (Abruf 28.7.2014, 13.30 h): http://libyen.com/Religion/Der-Islam-Fuenf-Saeulen-des-Islam
Weiteres unter »Islam in Africa«.
Zur theologischen Geografie Nigerias und den Geltungsgebieten der Scharia vgl.
http://www.hlswatch.com/2012/01/21/more-inter-religious-violence-in-nigeria/ (Abruf 19.8.2014, 2.40 h); vgl. auch Wolffsohn, Weltkonflikte, Abbildung 41, S. 48.
Inaugurationsrede Thomas Jefferson, 4. März 1801, in: Documents of American History, hrsg. von Henry Steele Commager, Bd. I, New York 1968, S. 187.
Siehe auch unter den Suchbegriffen »Biafra, war maps«; zur Geografie des Öls in Nigeria siehe die Suchwörter »Oil, Nigeria«.
Jorge Luis Borges, Gesammelte Werke, hrsg. von Gisbert Haefs und Fritz Arnold, Der Erzählungen erster Teil, München 1988, S. 13–91.
Sascha Lehnartz, Adieu Elsass! Die Welt, 4.6.2014.
Siehe Bilder unter »Russian minority Estonia«, z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Estland#mediaviewer/Datei:Russians_in_Estonia_2010.png (Abruf 20.8.2014, 21.17 h) und für Lettland Bilder zu »Russian minority Latvia«.
Borges, ebd. S. 13.
Ausführlich dazu Michael Wolffsohn und Thomas Brechenmacher, Deutschland, jüdisch Heimatland, Die Geschichte der deutschen Juden vom Kaiserreich bis heute, München – Zürich 2008.
Auch hierzu Belege und Interpretationen bei Wolffsohn/Brechenmacher, Deutschland, jüdisch Heimatland.
Mic., FAZ, 22.7.2014.
FAZ, 8.8.2014; vgl. auch Freia Peters, Die Welt, 11.10.2014.
Jochen Buchsteiner, FAZ, 22.7.2014.
Vgl. zusammenfassend Barbara Köster, Der missverstandene Koran, Berlin 2010 (als E-Book 2012). Köster fasst hierin die höchst aufschlussreichen und von der etablierten Wissenschaft sowie der Politik und islamischen Orthodoxie bestrittenen, doch nicht empirisch wiederlegten neueren Forschungsergebnisse der Gruppe »Inarah« (= Aufklärung) zusammen.
Ulrich Haarmann, Geschichte der Arabischen Welt, München 5. Auflage 2005, Kapitel V; auch http://books.google.de/books?id=GlsuLMW39nwC&pg=PA217&lpg=PA217&dq=Mamluken+halm&source=bl&ots=H729P3sUUv&sig=iKq4F1bBhPnpomf-4iGZN59wuvk&hl=de&sa=X&ei=8rb4U-fEGMbG0QWx04DwCA&ved=0CF4Q6AEwCA#v=onepage&q=MamlukenProzent20halm&f=false (Abruf 23.8.2014, 17.45 h).
Siehe für Berlin Wolffsohn, Weltkonflikte, S. 30, Abbildung 6 und im Netz unter »Bilder, Ausländer, Migranten, Berlin« (oder andere Städte, ggf. mit den entsprechenden fremsprachigen Suchwörtern). Für Paris siehe die Suchbegriffe »French, riots« und für London »London, ethnic groups«.
Vgl. http://www.nzz.ch/international/europa/halbwuechsige-jihadisten-aus-frankreichs-vorstaedten-1.18369447 (Abruf 25.8.2014, 18.10 h).
http://www.nzz.ch/international/von-oesterreich-in-den-heiligen-krieg-1.18369384
(Abruf 25.8.2014, 1835 h).
Frederik Bombosch, Berliner Zeitung 27.7.2014 (Abruf 24.8.2014, 23.15 h):
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/interview-mit-yasmis-kassar--wenn-es-im-nahen-osten-brennt--dann-brennt-es-auch--in-berlin-,10809148,27959476.html
Wer will, überzeuge sich sicht- und hörbar:
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/interview-mit-yasmis-kassar--wenn-es-im-nahen-osten-brennt--dann-brennt-es-auch--in-berlin-,10809148,27959476.html (Abruf 24.8.2014, 03.07 h).
Frederik Bombosch, Berliner Zeitung, 27.7.2014, ebd.
Babylonischer Talmud, Nesikin/Nesikin/Baba Kama. Auch im Babylonischen Talmud, Nedarim/Naschim. Selbstverständlich stammt dieses Gebot aus dem Babylonischen Talmud, nicht dem Jerusalemer. Dieser beschäftigte sich verständlicherweise – wenn überhaupt – eher selten mit dem Diasporajudentum.
http://www.theodora.com/pipelines/world_oil_gas_and_products_pipelines.html
(Abruf 30.9.2014, 21.10 h).
http://susris.com/wp-content/uploads/2013/02/eia-5.gif
(Abruf 30.9.2014,15.15 h), zum Teil nicht aktuell, denn z.B. die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline ist inzwischen fertiggestellt. Siehe auch Wolffsohn, Weltkonflikte, S. 46 und 47.
Ebd. = http://susris.com/wp-content/uploads/2013/02/eia-5.gif; auch Wolffsohn, Weltkonflikte, S. 46 und 47. Man gebe die Suchwörter »Baku-Tblisi-Ceyhan pipeline« ein und finde gute Karten sowie Hintergrundinformationen.
Man gebe die Suchwörter »Iran-Turkey pipeline« ein und finde Karten und Zusatzinformationen.
http://www.todayszaman.com/news-338859-turkey-seeks-to-build-iran-pipeline-amid-uncertain-environment.html (Abruf 30.9.2014, 19.46 h).
Deutschlandfunk, Forschung aktuell:
http://www.deutschlandfunk.de/globale-ausbreitung-anschlaege-auf-energie-infrastrukturen.676.de.html?dram:article_id=295697
(Abruf 26.9.2014, 23.35 h).
http://www.theodora.com/pipelines/russia_ukraine_belarus_baltic_republics_pipelines_map.jpg
http://en.ria.ru/images/16816/70/168167065.jpg
http://les-yeux-du-monde.fr/wp-content/uploads/2014/04/Pipelines-Eurasia.png
(Abruf 3.10.2014, 11.05 h).
http://rt.com/files/business/news/russia-south-stream-launch-506/i2890c46e006a0865b663c2914fa60c2a_south_stream.jpg
http://www.invisible-dog.com/pictures/north-stream.jpg
Ein Gesamtbild der Erdgas-Pipelines Russland-Westeuropa:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nord_Stream#mediaviewer/File:GaspipelinesNachDeutschland.png
(Abruf 3.10.2014, 11.55 h).
http://www.south-stream-offshore.com/project/route/
http://www.gazprom.com/press/news/2010/november/article106074/
(Abruf 3.10.2014, 11.30 h).
https://de.wikipedia.org/wiki/South_Stream#mediaviewer/File:South_Stream_map.png
(Abruf 6.10.2014, 19.25 h).
Näheres unter »south stream« sowie unter »russian gas pipeline to Europe«.
Siehe unter »Tanap Pipeline«.
Siehe »Tanap, map« sowie
https://en.wikipedia.org/wiki/Trans_Adriatic_Pipeline#mediaviewer/File:Trans_Adriatic_Pipeline.png
(Abruf 6.10.2014, 21.20 h).
http://eurasianhub.files.wordpress.com/2012/01/ipi-pipeline.gif
(Abruf 6.10.2014, 22.00 h).
Auch hier bieten die Suchwörter Illustrationen und Informationen:
http://eurasianhub.files.wordpress.com/2012/01/ipi-pipeline.gif
(Abruf 6.10.2014, 22.00h).
http://libyaproject.blogspot.co.uk/2012/06/chinese-energy-infrastructure-in.html; Weiteres unter den Suchbegriffen »Central Asia, China gas Pipeline«.
https://deepresource.files.wordpress.com/2012/01/transportation-final.png
(Abruf 6.10.2014, 22.35 h).
Suche unter Kazhastan China Pipeline.
Vgl. die Suchbegriffe »Eastern Siberia, Pacific Ocean Pipeline, maps«.
http://les-yeux-du-monde.fr/wp-content/uploads/2014/04/Pipelines-Eurasia.png
(Abruf 3.10.2014, 10.20 h).
Auch: http://www.theodora.com/pipelines/east_asia_pipelines_map.jpg (Abruf 7.10.2014, 10.46 h).
Siehe auch unter »Pipelines Eurasia, Pipelines East-Asia, maps«.
http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.zum.de/whkmla/histatlas/seasia/shanstates.gif&imgrefurl=http://www.zum.de/whkmla/region/seasia/xshan.html&h=601&w=869&tbnid=nwyPEk_qJvl4DM:&zoom=1&tbnh=90&tbnw=130&usg=__GZgPPhzLPt5xq1CElwqxPzv3Q0I=&docid=wrFX12EVGFXtJM&client=firefox-a&sa=X&ei=0cAzVKCKH7KM7Aal9YHwCg&ved=0CDMQ9QEwBQ&dur=1928
(Abruf 7.10.2014, 12.30 h).
http://eurasianhub.files.wordpress.com/2012/01/ipi-pipeline.gif
(Abruf 6.10.2014, 22.00 h).
http://www.theodora.com/pipelines/africa_pipelines_map.jpg
Vgl. zum zwischenstaatlichen, auch algerischen Siedlungsgebiet der Berber
https://de.wikipedia.org/wiki/Berber#mediaviewer/File:Distributions_of_Berber_people-map.png
(Abruf 7.10.2014, 13.15 h).
Vgl. die geografisch-ökonomisch weitgehende Variante
http://www.manicore.com/documentation/solaire_graph9.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Desertec#mediaviewer/File:DESERTEC-Map_large.jpg
(Abruf 7.10.2014, 13.25–45 h).
hpe., FAZ, 9.10.2014.
https://de.wikipedia.org/wiki/Desertec#cite_note-Konzept-2
(Abruf 7.10.2014, 13.55 h).
Teile dieses Kapitels habe ich erstmals 1989 vorgetragen und 1990 veröffentlicht; wieder abgedruckt in: Wolffsohn, Über den Abgrund der Geschichte hinweg, S. 141–145.
z.B. http://www.oekosystem-erde.de/html/bilder/welt-fluesse.gif (Abruf 22.8.2014, 18.15 h).
Vgl. Wolffsohn, Weltkonflikte, S. 60, Abbildung 55 oder unter dem Suchwort »Nil« (z.B. Abruf 22.8.2014, 19.10 h):
http://de.wikipedia.org/wiki/Nil#mediaviewer/Datei:River_Nile_map.svg
http://de.wikipedia.org/wiki/Nil#mediaviewer/Datei:River_Nile_map.svg
Kamel Zouhheiri: Israel et les eaux du Nil, in: Révue d’Etudes Palestiniennes 12 (1984), S. 37–50.
Vgl. dazu Haaretz. 10.11.1989; David Makovsky, Jerusalem Post International, 23.12.1989; S. Zedaka, Haaretz, 7.1.1990; Radio Kairo, 9.1.1990, zitiert im Monitordienst der Deutschen Welle (Nahost), 11.1.1990.
Vgl. die Abbildung in: Michael Wolffsohn und Friedrich Schreiber, Nahost, Geschichte und Struktur des Konflikts, Opladen, 4. Auflage 1996, S. 35 und
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/31/Faisal-Weizmann_map.png (Abruf 14.9.2014, 15.00 h) und
http://www.palestineremembered.com/Acre/United-Nations,-The-Palestine-Problem/M_PoP1.gif
Vgl. »Jordan River System«, Bilder, zum Beispiel (Abruf 27. 8. 2014, 19.00 h)
http://www.nzdl.org/gsdl/collect/ccgi/archives/HASH3a8f.dir/80858e0x.gif
http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=922486.html
(Abruf 14.9.2014, 17.00 h).
Näheres unter dem Suchbegriff »Ostanatolien-Projekt«.
Zur Lage siehe unter »Haditha-Talsperre«.
Siehe unter »Mosul-Talsperre«.
Suchwörter »Afrika, Flüsse«.
Vgl. »Niger/river/map«.
Wikipedia präsentiert unter dem Stichwort »Nigeria/Völker« auch eine gute Karte.
Auch hier sei unter dem Stichwort »Benue« die Wikipedia-Karte empfohlen.
Vgl. »Congo/river/map«.
https://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_the_Democratic_Republic_of_the_Congo
Näheres unter »Demokratische Republik Kongo, Karte, Sprache«; eine Karte der Ethnien bietet z.B. (Abruf 15.9.2014, 22.50 h)
http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.artheos.org/images/4721.jpg&imgrefurl=http://www.artheos.org/cgi-bin/get.pl?c0Prozent3DProzent26c1Prozent3DProzent26c2Prozent3DProzent26langProzent3DengProzent26pgProzent3D7Prozent26OProzent3D5316Prozent26PProzent3D2030&h=635&w=750&tbnid=yUMo3xSqtKtAnM:&zoom=1&tbnh=90&tbnw=106&usg=__zWTaLjD5OZiQXhr-YPhBsQKONbs=&docid=my3l5GVy7Q_3tM&client=firefox-a&sa=X&ei=plAXVLqhJcvMygP7m4CwBg&ved=0CCUQ9QEwAA&dur=3224
Eine überzeugende Karte bietet (Abruf 15.9.2014, 23.10 h)
http://chinawaterrisk.org/wp-content/uploads/2012/02/Major-Rivers-Sourced-in-Tibeet-1024x750.jpg
http://abcnews.go.com/GMA/story?id=5502860 (Abruf 7.10.2014, 23.05 h).
We are all Federalists.
Thomas Jefferson, Antrittsrede als Präsident 1801
Die Erstausgabe dieses Buches erschien im Jahr 2015. Einige Ereignisse und Ereignisfolgen hatten noch nicht stattgefunden. Beispielsweise die dramatischen Entwicklungen in Katalonien und Spanien, die noch engere Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Israel, die neuerlichen Unruhen im Osten Saudi-Arabiens oder im Iran, in Libyen, Pakistan, im Jemen und Irak, in der Türkei, immer noch und wieder in Tibet und Xinjiang, in der Zentralafrikanischen Republik, in Mali, im Kongo, Süd-Sudan, in Kamerun, Kenia, Zimbabwe oder die von Myanmar (Burma) betriebene »Ethnische Säuberung« der Rohingya.
Für die vorliegende Neuausgabe werden keine Detailschilderungen all dieser Ereignisse nachgeliefert. Warum? Man kann den einzelnen Entwicklungen, Ereignissen, Regierungs- und Machtwechseln hinterherhecheln und versuchen, die Aktualität sozusagen einzufangen. Doch eine solche Art der Aktualisierung trägt zum zusätzlichen Erkenntniswert nichts bei und ist womöglich bei Drucklegung des Buches schon wieder überholt.
Dieses Buch liefert eine Analyse der Rahmenbedingungen und Strukturen, der Konfliktpotentiale, die dem Frieden im Wege stehen. Dafür muss man Fakten intellektuell verknüpfen. Man muss Erkenntnisse, nicht nur Kenntnisse gewinnen, man darf die Verhältnisse nicht nur additiv betrachten. Nicht auf Details kommt es an, sondern auf die Methode, auf mein »Handwerkszeug «. Ich nenne es politisch-demografisches Röntgen. Es ist auf viele Regionen und Krisenherde der Welt übertragbar, die Muster ähneln sich überall. Wer diese Methode versteht und politisch anwendet, wird den Personen, Ereignissen und Entwicklungen nicht nachjagen, sondern sie vorhersehen und vorhersagen. Nicht deren genauen Zeitpunkt, doch deren kaum zu verhinderndes Eintreffen.
Die analytische wie normative Botschaft des Buches besteht darin, dass Frieden in vielschichtigen Staaten nur durch föderative Strukturen erreicht werden kann (als Bundesstaat, als Staatenbund oder als Mischform). Wer sich dieser Erkenntnis verschließt oder ihre Umsetzung verhindert, programmiert oder verlängert innerstaatliche und nicht selten auch zwischenstaatliche Gewalt. Dies führt schließlich zum Zerfall von Staaten.
Als administrative Einheiten sind Staaten unverzichtbar. Aber die meisten nachkolonialistischen Staaten, auch einige der traditionellen in Europa, sind als Kunstgebilde vom Zerfall bedroht. Ihre einzige Überlebenschance besteht im föderativen Umbau. Föderalismus gefährdet die bestehenden Staaten nicht, sondern stärkt sie. Das ist meine These.
Die Wahrnehmung in der nationalen und internationalen Politik sowie in der Diplomatie ist anders. Die gängige Haltung lautet: Föderalismus stärkt die zentrifugalen Kräfte eines Staates und schwächt ihn. Schon der Begriff wird gemieden wie das Weihwasser vom vermeintlichen Teufel. Diejenigen, die davon überzeugt sind, dass die Frieden-durch-Föderalismus-Diagnose und -Therapie zutrifft, sprechen lieber von »Dezentralisierung« als von »Föderalismus«, denn: »Man sollte schlafende Hunde nicht wecken.« Doch was nicht richtig gesagt wird, kann auch nicht richtig gemacht werden, selbst wenn es richtig gedacht ist.
Die bisherigen Leser des Buches, die sich mit der Methode des politisch-demografischen Röntgens vertraut gemacht haben, dürften von den jüngeren Entwicklungen so wenig überrascht gewesen sein wie ich. Sie, liebe Leser der vorliegenden Ausgabe, lernen diese Methode erst kennen und werden sich nach der Lektüre hoffentlich meiner These »Frieden durch Föderalismus« anschließen können. Wenn nicht, dann habe allein ich versagt.
München im März 2019
Der Titel verspricht mehr, als ich halten kann. Warum sollte es mir besser ergehen als dem Geistesgiganten Immanuel Kant? Sein Werk ›Zum ewigen Frieden‹, erstmals 1795 erschienen, nannte er einen »philosophischen Entwurf«. Wenn ich recht sehe, ist Frieden seitdem unverändert mehr Sehnsucht als Wirklichkeit geblieben. Vom ewigen Frieden ganz zu schweigen.
Den Weltfrieden werde auch ich nicht herbeizaubern können. Ich will jedoch aufzeigen, wo und weshalb heute die großen Konflikte und Kriege stattfinden oder noch stattfinden werden. Ich will vor allem zeigen, dass und wie jene Konflikte eingedämmt, ja sogar beendet werden könnten. Gewiss nicht alle, aber eben doch die ganz gefährlichen.
Für die Politik gilt wie für die Medizin: ohne Diagnose keine Therapie.
Die Diagnose lautet: Sofern Menschen nicht manipuliert, also missbraucht werden, streben sie nach Selbstbestimmung. Sowohl als Individuen wie auch im Kollektiv. Menschen wollen politische Teilnahme und Teilhabe. Insbesondere wollen sie ihren Alltag selbst gestalten: politisch, wirtschaftlich, sprachlich-religiös, kulturell. Sie wollen ihr, ihr ganz eigenes Leben leben, in ihrer, der eigenen Gemeinschaft. Gleichzeitig wollen sich viele Menschen auch abkapseln, abgrenzen gegen andere: ethnisch, sprachlich, kulturell, religiös oder national. Das mag man bedauern, aber auch das ist ein evolutionsbiologisches Grundmuster. Den »Neuen Menschen« wird niemand (er)schaffen können. Deshalb müssen wir Mittel und Wege finden, um zu verhindern, dass diese Abkapselung – jenseits der Selbstbestimmung – Konflikte oder gar Kriege anheizt.
In meinem Buch stelle ich die These auf, dass nicht nur derzeit Staaten zerfallen, sondern dass in Zukunft noch mehr Staaten zerfallen werden. Und ich versuche diese These zu belegen. Um Missverständnissen zuvorzukommen: Ich bin weder dafür noch dagegen. Es ist das Ergebnis meiner Analyse. Grundlage der Analyse ist eine wissenschaftliche Methode, die man salopp formuliert, historisch-bevölkerungspolitisches (= demografisches) Röntgen nennen kann. Anders als üblich betrachte ich dabei Staaten nicht als einheitliche, sondern als zusammengesetzte Akteure. Ich durchleuchte sie demografisch. Für mich sind sie keine festen Größen, sondern veränderbar, nicht statisch, sondern dynamisch, nicht nur geworden, sondern auch immerfort werdend. Was wird, weiß, wer weiß, was wurde. Denn werden kann politisch nur etwas aus dem Gewordenen. Ergo: Wer weiß, was war, weiß, was wird.
Mit Hilfe dieser Methode kann man Kriterien für eine politische Lenkung finden, durch die nicht die Auflösung von Staaten befördert, sondern ihre (über)lebensfähige Umformung ermöglicht wird. Auf eine staatliche Organisation an sich kann natürlich nicht verzichtet werden. Die jeweiligen Bürger müssen nach innen und außen geschützt, die Verwaltung des Alltags muss geplant und gestaltet werden. Ebenfalls nach innen und außen. Darüber hinaus muss ein Weg gefunden werden für die zumindest funktional notwendige Zusammenarbeit zwischen den Staaten und Regionen, in denen Konflikte herrschen.
Ohne Selbstbestimmung rebelliert oder revoltiert der Mensch. Als Grundlage für kollektive Selbstbestimmung wird in der westlichen Welt seit dem 19. und 20. Jahrhundert auch global das Konzept des Nationalstaates gesehen. Doch insbesondere die Staaten, die nach dem Ersten Weltkrieg und später im Zeitalter der Entkolonialisierung entstanden sind, waren meistens Kunstprodukte und damit Totgeburten. Durch diese neuen Staaten wurden die Probleme nicht gelöst. Stattdessen wurden neue Probleme geschaffen. Unter dem Vorzeichen »nationaler Selbstbestimmung« entstanden Staaten, in denen die früher vorherrschende(n) Gruppe(n) durch andere abgelöst wurde(n) und Minderheiten unterdrückte(n). Dafür gab und gibt es unterschiedliche Muster.
Möglichkeit 1 ist die Dominanz (Vorherrschaft) der Gruppe A über die Gruppen B, C und gegebenenfalls weitere. Ein klassisch-historisches Beispiel hierfür ist die nach dem Ersten Weltkrieg gegründete Tschechoslowakei. Tschechen beherrschten Slowaken und Deutsche. Eine Weile lang hielt dieses Kunstprodukt. Doch nicht lange, denn deutsche und slowakische Akteure von innen und außen warteten nur auf eine Gelegenheit, um den Status Quo zu verändern. Das geschah 1938/39. Nach 1945 wurde die Tschechoslowakei unter sowjetischer Ägide mit gewissen territorialen Änderungen und ohne die vertriebenen Deutschen wiedergegründet. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zerbrach sie erneut und es entstanden 1993 wieder zwei Staaten. Dass dies friedlich vor sich ging, ist der Weichenstellung durch eine Einzelpersönlichkeit zu verdanken. Es war weitgehend das Werk Václav Havels.
Auch in Jugoslawien begegnen wir einem vergleichbaren Dominanzmuster. Jugoslawien, der Staat der Süd-Slawen, wurde nach dem Ersten Weltkrieg gegründet. Serben beherrschten Kroaten, Slowenen, Slawonen, Bosniaken, Herzegowiner, Montenegriner, Mazedonier, Deutsche und Ungarn. Es war von Anfang an keine Liebesheirat, der Staat zerfiel seit 1941 durch Außen- und Innenkräfte und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründet. Dieser Kunststaat zerfiel (so weit es das in der Menschheitsgeschichte gibt) endgültig zwischen 1991 und 1995 in den Kriegen der verschiedenen Nachfolgestaaten. Dies ging nicht friedlich vor sich.
Möglichkeit 2 besteht in der Diktatur einer oder mehrerer Personen, die die staatliche Einheit garantieren, trotz demografischer oder anderer Vielfalt. Abgesehen von der – freilich entscheidenden – Amoral jeglicher Diktatur besteht seit der Antike jede Diktatur nur über einen begrenzten Zeitraum, weil auf Dauer ineffizient. Die Unterdrückung der eigenen Bürger verringert deren Leistungsfähigkeit und Leistungswilligkeit. Auf diese Weise zerstört ein solcher Staat sich selbst.
Möglichkeit 3: Bürger- oder zwischenstaatliche Kriege. Anschauungsunterricht lieferte von 1991 bis 1995 der Zerfall Jugoslawiens und die daraus folgende Bildung von Serbien, Slowenien, Kroatien sowie Bosnien-Herzegowina. Das Zeitalter der biblischen Propheten ist vorbei. Man muss jedoch kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auch das von den USA erkämpfte und der UNO abgesegnete, militärisch abgesicherte Kunstprodukt Bosnien-Herzegowina keinen Ewigkeitsanspruch haben kann. Wir werden noch darauf zurückkommen.
Möglichkeit 4: Ethnische Säuberung. Sie ist moralisch absolut inakzeptabel, was in der Menschheitsgeschichte freilich nicht bedeutete, dass sie nicht vielfach angewandt wurde. Sie beendete in den seltensten Fällen die zugrundeliegenden demografischen oder politischen Auseinandersetzungen. Das galt schon für die im Alten Testament beschriebene (und historisch nachgewiesene) Verschleppung der Juden 721 nach Assyrien, 586 v.u.Z. nach Babylon oder 70 u.Z nach Rom. Irgendwann, manchmal Jahrtausende später, präsentieren die Opfer-Nachfahren den Täter-Nachfahren, gelegentlich auch Nichtbetroffenen, die historisch-moralische Rechnung. Ein Beispiel dafür sind die Palästinenser. Sie müssen seit 1882 (Beginn der zionistisch motivierten Einwanderung ins Heilige Land) bzw. 1947/48 (Staatsgründung Israels) die Rechnung dafür begleichen, dass Roms Feldherr und später Kaiser Titus vor rund 2000 Jahren viele (nicht alle) Juden aus Judäa nach Rom gezwungen hatte.
Die jungtürkische Führung vertrieb von 1915 bis 1923