1 |
Einleitung |
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2 |
Organisation |
2.1 |
Die Organisation von 1810 |
2.2 |
Die Monatsliste vom 31.10.1813 |
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3. |
Das Ingenieur- und Pionierkorps in den Jahren 1810 – 1813 |
3.1 |
Der Bau der Festung Torgau |
3.2 |
Der Feldzug von 1812 |
3.3 |
Der Feldzug von 1813 |
3.3.1 |
Der Feldzug von 1813 bis zum Waffenstillstand |
3.3.2 |
Die Befestigung der Elbelinie und die Kämpfe darum |
3.3.3 |
Bei der Berliner Armee und die Schlacht von Leipzig |
3.4 |
Nach der Schlacht von Leipzig bis Ende 1813 |
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4. |
Uniformierung und Ausrüstung |
4.1 |
Uniformierung |
4.2 |
Ausrüstung |
4.3 |
Löhnung |
4.4 |
Portionen und Rationen |
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5. |
Material |
5.1 |
Maße |
5.2 |
Die Kolonnen-oder Bockbrücke |
5.3 |
Pontonmaterial |
5.3.1 |
Die blechernen oder gedeckten Pontons |
5.3.2 |
Die Wagen der blechernen Pontons und sonstige Brückenmaterialien |
5.3.3 |
Der Brückenschlag mit den blechernen Pontons |
5.3.4 |
Die hölzernen Pontons |
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6. |
Literaturverzeichnis |
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7. |
Anlagen |
Beiträge zur sächsischen Militärgeschichte zwischen 1793 und 1813
Heft 13
Zum sächsischen Ingenieur- und Pionierkorps gibt es mit dem Werk des Herrn Hansch1 eine ausgezeichnete und sehr ausführliche Korpsgeschichte, der bei der Beschreibung des Baues der Festung Torgau und der Feldzüge 1812 und 1813 weitestgehend wörtlich2 gefolgt wird. Ergänzungen und Abweichungen zur Aktenlage sind entsprechend kommentiert.
Mit den Werken des Herrn Hoyer liegt eine sehr ausführliche Beschreibung des sächsischen Pontonmaterials, zumindest was die blechernen Pontons anbetrifft, vor.
Im Hauptstaatsarchiv in Dresden sind für den Zeitraum 1810 – 18133 neben den Monatslisten vom Januar 1812 bis zum Oktober 1813 die Ordrebücher des Pontonnier-Detachements aus dem Feldzug von 1812 vorhandenen.
Eigenständige Unterlagen zu den Ingenieuren und zu den Sappeuren fehlen ebenso gänzlich wie Unterlagen zum Feldzug von 1813. Die Unterlagen zum Feldzug von 1813 müssen aber zu Zeiten Hansch’s (1898) zumindest für die Pontonniere noch vorhanden gewesen sein, da der Detaillierungsgrad seiner Ausführungen auch zum Feldzug 1813 recht hoch ist.
Natürlich sind auch hier wieder die Hauptzeughaus-Akten eine spannende Lektüre gewesen und selbstverständlich werden auch im diesen Heft – soweit platzmäßig vertretbar – die Ordres, Meldungen, Rapporte etc. im Originalwortlaut und vollständig wiedergegeben.
Sprotta-Siedlung im April 2012
Zum Ingenieurkorps äußerte sich der mit der Reorganisation beauftragte General-Major von Gersdorff:“ Ein Staat, der so wenig Festungen wie Sachsen hat, bedarf eines so starken Ingenieur-Korps keineswegs. Eine weit kleinere Zahl, weit besser bezahlt und sorgfältig gewählt, wird mehr leisten. Jetzt schon wendete man Offiziere aus den Regimentern zur Landesvermessung mit an, dieses könnte auch ferner der Fall sein, und es würde dadurch dem Vorwurf begegnet, daß man dieser Beschäftigung wegen ein so bedeutendes Korps nicht entraten könnte.“ Wie bei allen anderen Truppenteilen wurde auch für die Reorganisation des Ingenieurkorps eine besondere Kommission eingesetzt. Der Etat des Ingenieur-Korps wurde von dieser am 13. und 15.01.1810 behandelt. Am 15.01. wurden hierzu als Fachleute die Kapitäns Töpel und Aster gehört.
Letztendlich wurde die bisherige Einteilung des Ingenieurkorps in zwei Brigaden durch AKO vom 14.11.1810 aufgehoben, dagegen die Vermehrung desselben durch eine Kompanie Sappeurs und Vereinigung mit der bisher bei der Artillerie geführten Pontonierkompanie anbefohlen4.
Der Etat des Ingenieurkorps wurde wie folgt festgesetzt:
Beim Stab |
1 Oberst5 |
3 Premierleutnants |
23 Mann |
2 Majors |
7 Sousleutnants incl. 1 Adjutant |
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3 Kapitäns |
10 Tranchee-Sergeanten6 |
Sappeur-Kompanie |
1 Kapitän u. Kommandant |
1 Fourier |
127 Mann |
3 Premierleutnants |
3 Tambours |
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3 Sousleutnants |
18 Obersappeurs |
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1 Sappeur-Sergeant |
98 Untersappeurs |
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1 Miniermeister |
127 Mann gesamt |
Pontonier-Kompanie7 1 Kapitän u. Kommandant |
2 Sergeanten |
57 Mann |
1 Premierleutnant |
1 Chirurgus |
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1 Sousleutnant |
2 Korporals |
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1 Brückenschreiber |
48 Pontoniers |
Bei der Akademie |
1 Direkteur |
1 Dessinateur |
5 Mann incl. 1 Aufwärter |
1 Mathematikus |
1 Architekt |
Hierüber |
1 Festungsingenieur auf dem Königstein (à la suite) |
Die Details zur Errichtung der Sappeurkompanie wurden mit der Verordnung vom 22.11.1810 geregelt. Danach sollte die Kompanie als Stamm von jedem der 10 Infanterie-Regimenter 5 Mann (gelernte Maurer, Zimmerleute oder Gärtner), von jeder Artilleriekompanie 1 Mann und aus der ganzen Armee 8 bis 10 Unteroffiziere zu Sappeur-Sergeanten und Obersappeurs erhalten. Der weitere Ersatz war durch Rekrutierung zu bewerkstelligen.
Die Ingenieuroffiziere teilten sich in Architekten und Geographen und wurden deren Wirkungskreise wie folgt bestimmt:
Der Kommandeur der Korps ist Generalinspekteur der Fortifikationen und Direktor des Militär-Oberbauamtes.
Von den beiden Majors ist einer Brigadier der Ingenieur-Architekten. Er ist im Frieden Forti-fikationsingenieur und im Krieg Direktor der Belagerungsarbeiten. Der andere als Brigadier der Ingenieur-Geographen ist im Frieden Direktor der Vermessung und im Krieg Kommandeur der die Armee begleitenden Geographen.
Die Abteilung der Architekten bestand aus den zur Sappeurkompanie kommandierten Offizieren (1 Kapitän, 3 Premier- und 3 Sousleutnants) des Ingenieurkorps. Im Frieden wurden diese mit Abteilung der Kompanie zu Bauten bzw. Einzeln zu besonderen Kommissionen verwendet; im Krieg wurden 3 Abteilungen mit je 1 Premier- und 1 Sousleutnant gebildet und den 3 Divisionen der Armee zugeteilt.
Die Abteilung der Geographen in Stärke von 3 Kapitäns, 3 Premier- und 6 Sousleutnants war im Frieden zur Vermessung bestimmt und wurde im Krieg in drei Abteilungen ebenfalls den drei Divisionen der Armee zugeteilt.
Die Sappeurkompanie sollte im Frieden bei eintretenden Festungs- und sonstigen Bauten sowie im Krieg zur Wegeverbesserung und beim Schanzenbau Verwendung finden. Bei Belagerungen sollte die Aufgliederung in drei Abteilungen stattfinden. Eine jede dieser Abteilungen konnte 4 Sappententen oder 4 Minengallerien ununterbrochen besetzen.
Interessant festzustellen war, dass im Zeitraum 15.11.1812 – 01.08.1813 13 Tranchee-Sergeanten und Sappeurs als Offiziere zur Infanterie versetzt wurden (Anlage 30).
Die Monatsliste vom 31.10.1813 gibt an Personal:
Beim Stab |
1 Oberst |
2 Premierleutnants |
23 Mann |
3 Majors |
5 Sousleutnants incl. 1 Adjutant |
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2 Kapitäns |
10 Tranchee-Sergeanten8 |
Bei der Akademie |
1 Direkteur |
1 Dessinateur |
5 Mann incl. 1 Aufwärter |
1 Mathematikus |
1 Architekt |
Hierüber |
1 Festungsingenieur auf dem Königstein (à la suite) |
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Sappeur-Kompanie |
2 Premierleutnants |
3 Obersappeurs |
39 Mann |
3 Sousleutnants |
31 Untersappeurs |
Pontonier-Kompanie |
1 Kapitän u.Kommandant |
2 Korporals |
35 Mann |
1 Premierleutnant |
1 Tambour |
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1 Brückenschreiber |
27 Pontoniers |
Als fehlend am Etat werden aufgeführt 1 Ing.-Kapitän, 1 Ing.-Premier-Leutnant., 4 Unter-Sappeurs sowie 1 Pontonier.
Als überzählig werden aufgeführt 1 Sappeur-Fourier und 2 Obersappeurs.
Überkomplett werden 24 Pontoniers incl. derer 4 bei der Belagerung von Torgau angegeben.
Die Sicherung der Elblinie und die Gewinnung eines geschützten Übergangspunktes über die Elbe lenkte 1809 die Aufmerksamkeit Napoleon auf die ehemaligen sächsischen Festungen Torgau und Wittenberg.
Mitte November erhielt daher OSL LeCoq den Auftrag, unterstützt von einem Leutnant und 1 Unteroffizier des Ingenieurkorps, die alten Befestigungswerke der beiden Städte einer genauen Besichtigung zu unterwerfen und Vorschläge über eine etwaige Neuanlagen zu machen. Am 30.11. reichte OSL LeCoq den Bericht an den Oberst Backstroh, Kommandanten des Ingenieur-Korps, ein. Torgau wird darin als zur Befestigung ungeeignet dargestellt, da die Stadt auf einer Kuppe liegend, gegen Beschießung nicht zu decken sei und die Höhen zu nahe an die Stadt heranträten. Wittenberg müsste allerdings vollkommen neu befestigt werden, doch sei seine Befestigung aus strategischen Gründen, namentlich zur Sicherung des Flußüberganges notwendig.
Anfang 1810 wurde Kpt. Damm mit den Sltn. LeCoq, Heckel und Horrer sowie dem Uffz. Knöbel nach Wittenberg zur Aufnahme der Stadt und ihrer Umgebung geschickt. Diese Arbeiten wurden forciert, da man von frz. Seite eine schnelle Erledigung verlangte. Parallel untersuchte OSL LeCoq in der Gegend von Elstra nahe dem Zusammenfluß von Elster und Elbe die Möglichkeit eines Festungsbaues, jedoch mit vollkommen negativem Ergebnis. Bald darauf trat die Festungsbaufrage in ein neues Stadium.
Der Souschef des Generalstabes, Oberst von Langenau, hatte die Festungen Torgau und Wittenberg bereist und über deren Befund einen Bericht an den Chef des Generalstabes, Generalmajor von Gersdorf, eingereicht. Langenau gibt Torgau den Vorzug und begründet dies mit einem guten Ufer zum Anlegen der Schiffe, einer Lage 50 Fuß über dem Fluß auf einem Hügel, der vorhandenen Elbbrücke, dem 800 Mann fassenden Schloß, den in den Fels getriebenen großen Kellereien und den großen Magazinen. Vom Vorgelände war nur der sechste Teil für Belagerungsarbeiten nutzbar, da die übrigen Strecken unter Wasser gesetzt werden konnten. Wittenberg dagegen habe eine lange und schmale Stadtform, eine große Entfernung zur Elbe, einen Mangel an großen, massiven und zu Armeezwecken nutzbaren Gebäuden und eine für den Angreifer günstige Beschaffenheit des Vorgeländes.
Sollte Torgau zur Festung ausgebaut werden, so musste diese ein Platz ersten Ranges mit den nötigen Magazinen werden. Die Kosten wurden auf 8 – 10 Mio Thaler9 veranschlagt.
Da einer solche Anlage aber lange Zeit erforderte und auch die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung standen, unterbreitete Langenau folgende Vorschläge:
1. Anlage eines starken Brückenkopfes, durch vorgelagerte Redouten gedeckt
2. Anlage eine Erdwalles mit nassem Graben um die Stadt mit Einschluß des größten Teils der Vorstädte
3. Vorgeschobene Werke; ein größeres bei Zinna, ein kleineres bei Mahla
4. Redouten zur Verteidigung der Dämme bei dem großen Teich an der Straße nach Leipzig und zu beiden Seiten der Stadt an der Elbe
Die Vorschläge Langenaus fanden bei den maßgebenden sächsischen Stellen allgemeine Billigung, eine definitive Entscheidung bedurfte aber der Zustimmung des Kaisers. Ein Plan nebst Bericht wurde an den Kaiser gesandt, der diesen am 31.07.1810 genehmigte. Mit AKO vom 17.08.1810 wurde der Entschluß zum Bau einer Landesfestung Torgau bekannt gegeben und der OSL LeCoq mit der Ausarbeitung der Pläne und Entwürfe vom König beauftragt. Dieser reichte am 27.09. Entwurf, Anschlag und Memoire über die Anlage der Festung an den Generalstab ein. Der Entwurf enthielt folgende allgemeine Grundsätze. Die Enceinte der Stadt bildet ein Zehneck von 85 – 86 Rhein. Ruten Polygonseite, sie wird bastionär ausgeführt, mit rechtwinkligen Flanken auf der Defenslinie, hohen und niederen Facen, hohen und niederen kasemattierten Flanken und großen Ravelinen mit hölzernen Reduits. Vor diese Enceinte sind detachierte Bastionen vorgeschoben, um die Zugänge nach Torgau zu verteidigen; von der Windmühlenhöhe bis an die Elbe zieht sich eine solche Reihe hin; ein datchiertes Fort liegt am Damme des großes Teiches, um Herr des Wasserzuflusses zu bleiben. Unterhalb des Platzes dient die Mahlaer Höhe mit zur Verteidigung des Brückenkopfes auf dem rechten Elbufer. Der Entwurf wurde dem Direktor der Plankammer, Mj. Lehmann, und dem Kpt. Aster, Adjoint im Generalstab, zur Begutachtung vorlegt, von denen sich ersterer mehr ablehnend, letzterer zustimmend aussprach.
Am 16.10.1810 wurde der Kpt. Aster mit dem Projekt des Obersten LeCoq nach Paris geschickt, um dasselbe dem Kaiser gegenüber zu vertreten. Das erste Mal wurde er am 02.11.10 nach Fontaineblau befohlen, verhandelte indessen nur mit dem Kabinettssekretär Ing.-Oberst Ponthon. Am 10.11. kam er abermals und sprach nun in Gegenwart des genannten Obersten und des Div.Gen. Bertrand mit Napoleon selbst über seine Aufträge. Dieser ging ihn Anfangs hart an und beschwerte sich, dass man ihm einen Generalstäbler anstatt eines Ingenieuroffiziers geschickt hätte. Aster ließ sich indes nicht einschüchtern, setzte auseinander, dass er von Haus aus Ingenieur sei, und wußte sich durch sein ruhiges Benehmen uns seine sachgemäßen Einwände so in Achtung zu setzen, dass der Kaiser schließlich sehr leutselig wurde und noch auf manches einging, was er anfangs schon verworfen hatte. Im Übrigen wurde das Befestigungsprojekt Torgau im allgemeinen nicht für gut geheißen, weil es zu sehr von der frz. front moderne abwich und lokale Verhältnisse berücksichtigte, welche den Sachsen wichtiger als den Franzosen erschienen waren. Auf Grund der von Napoleon gegebenen Weisungen hatte nun Aster das Projekt in größter Eile einer Umarbeitung zu unterziehen. Erst am 08.01.1811 erhielt er die Genehmigung zur Abreise und mit derselben gleichzeitig ein Geschenk von 3.000 Francs vom Kaiser.
Der Entwurf Aster’s wurde der sächsischen Regierung, begleitet von einem Memoire vom 09.01., welches der Kaiser teils selbst diktiert, teils vom General Bertrand hatte entwerfen lassen, zur Ausführung zugestellt. Der Kostenanschlag betrug 4.020.000 Thaler, als Bauzeit waren 5 Jahre angenommen.
Noch im Januar reisten die Obersten Langenau und LeCoq nach Torgau, um die Enceinte der Stadtumwallung zu bestimmen. Dieselbe machte die Niederlegung von 182 Häusern notwendig. Im Februar wurde durch den Oberst LeCoq und Mj. Töpel die Magistrale der Festung abgesteckt; daruf wurde diese nivelliert und ein Direktionsplan im Maßstab 500 Ellen = 8 Zoll angefertigt (1:1.500) angefertigt. Zu dieser Arbeit waren 4 Offiziere, 2 Ober- und 4 Untersappeure befehligt. Gleichzeitig wurde die spezielle Ausarbeitung des Projektes unter Zugrundelegung des frz. Entwurfs in Angriff genommen, wobei sich herausstellt, dass der frz. Kostenanschlag um 1.322.850 Thaler zu niedrig bemessen war.
Die Oberleitung des Festungsbaues wurde am 11.03.1811 dem Obersten LeCoq übertragen; zum Ingenieuroffizier vom Platz wurde der Mj. Töpel bestimmt.
Eine Denkschrift des Gmj. Gersdorf spricht sich über die allgemeinen Grundsätze bei dem Bau wie folgt aus: „ Es wird beim Bau der Festung als Hauptgrundsatz angenommen, dass die Arbeiten jeden Jahres allezeit die wichtigsten Vorteile für die augenblickliche Verteidigung darbieten. So muß z.B. nach dem ersten Jahre die Festung durch Herstellung der Enceinte vom Hauptwerke und Umgebung derselben mit einem nassen Graben in verteidigungsfähigen Zustand gesetzt werden.
Das Hauptwerk auf dem linken Ufer soll mit einer bastionierten Enceinte eingefasst werden, deren Polygonseiten die Länge von 180 Toisen so ziemlich beibehalte. In dieser Umfassungs-linie sollen 8 Bollwerke, mit Einschluß der an das Ufer gelehnten halben, zu liegen kommen. Durch die mittelst des Teich- und Schwarzwassers zu veranstaltende Inundation werden die beiden vom Ufer aufwärts geführten Fortifikationsfronten ober- und unterhalb dem feindlichen Angriff entzogen. Dieser trifft daher nur den der Elbe abgekehrten Teil der Festung. Die dorthin gewendete Seite ist als eigentliche Angriffsfront betrachtet und behandelt, sie ist mit 3 Ravelinen und 3 vorgeschobenen Lünetten versehen. Das linke Flügelbollwerk erhält eine Kontreeskarpe und einen Kavalier, das zweite nach der rechten Flanke zu ist ein glattes und durch seine Konstruktion gesichert, zwischen beiden liegt eine Tenaile. Die beiden folgenden Bollwerke befinden sich unter dem Schutz eines auf dem Ratsweinberge anzulegenden Forts. Zur Verhinderung des Angriffes zwischen dem linken Elbufer und den Inundationsdämmen sind die halben Bollwerke mit Kavalieren zu versehen, und die Front oberhalb noch durch ein Ravelin gedeckt. Der Brückenkopf auf dem rechten Elbufer besteht aus einem doppelten Kronenwerk von der nämlichen Polygonseite wie der Hauptwall; der Wasserfluten wegen wird er vom jetzigen Elbufer abgerückt, mit einem Damm verwahrt und zwischen ihm und dem Hauptwall das Elbbett erweitert. Das vorliegende Fort auf dem Ratsweinberg erhält eine viereckige, ebenfalls bastionierte Figur, die Polygonseite von 140 Toisen mit 2 Ravelinen und einer Lünette. Ein einfaches Kronenwerk soll die dominierenden Mahlaer Höhen einnehmen. Zwei Lünetten an beiden Elbufern ober- und unterhalb werden die Elbbrücke sichern, sich untereinander verteidigen und die Ufer mit den Inundationsdämmen bestreichen.
Eskarpen und Kontreeskarpen, sowie die mit Reduits versehenen Kehlen der Werke, sollen nach und nach bekleidet, und die für das Unterkommen der Garnision und ihre Bedürfnisse nötigen Gebäude eingerichtet werden. Sr. Majestät der König wollen, dass bei der Anlage dieser Werke die ältere Vauban’sche Manier mit den neueren Cormontaigne’schen Verbesserungen angewendet werde, mit der Polygonseite als