Das bisschen Quarantäne!
„Es sind verrückte Zeiten, finden Se nicht? Keiner darf aus dem Haus, schon gar nicht wir alten Leute. Heute wäre unser monatlicher Geburtstagskaffee im Rentnerverein gewesen, den haben wir natürlich abgesagt. Mit anderthalb Metern Abstand macht die Polonaise auch keinen Spaß.“
Gut, dass Renate Bergmann sich mit dem Onlein so gut auskennt. Über Skeip kann sie trotz Kontaktverbot mit den Enkeln fernsehtelefonieren. Und weil sie damals nach dem Krieg schon erfinderisch sein musste, hat sie eine Menge Tipps auf Lager: Welche Vorräte brauche ich wirklich? Kann man Hefe auch selbst herstellen? Und wie beschäftige ich Kinder und Ehemänner sinnvoll?
Mit der Online-Omi durch die Krise
Ullstein
Besuchen Sie uns im Internet:
www.ullstein-buchverlage.de
ISBN 978-3-8437-2440-1
© Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2020
Umschlaggestaltung: zero-media.net, München
Titelabbildung: © Rudi Hurzlmeier
E-Book-Konvertierung powered by pepyrus.com
Emojis werden bereitgestellt von openmoji.org unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.
Auf einigen Lesegeräten erzeugt das Öffnen dieses E-Books in der aktuellen Formatversion EPUB3 einen Warnhinweis, der auf ein nicht unterstütztes Dateiformat hinweist und vor Darstellungs- und Systemfehlern warnt. Das Öffnen dieses E-Books stellt demgegenüber auf sämtlichen Lesegeräten keine Gefahr dar und ist unbedenklich. Bitte ignorieren Sie etwaige Warnhinweise und wenden sich bei Fragen vertrauensvoll an unseren Verlag! Wir wünschen viel Lesevergnügen.
Hinweis zu Urheberrechten
Sämtliche Inhalte dieses E-Books sind urheberrechtlich geschützt. Der Käufer erwirbt lediglich eine Lizenz für den persönlichen Gebrauch auf eigenen Endgeräten. Urheberrechtsverstöße schaden den Autoren und ihren Werken, deshalb ist die Weiterverbreitung, Vervielfältigung oder öffentliche Wiedergabe ausdrücklich untersagt und kann zivil- und/oder strafrechtliche Folgen haben.
In diesem E-Book befinden sich Verlinkungen zu Webseiten Dritter. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich die Ullstein Buchverlage GmbH die Inhalte Dritter nicht zu eigen macht, für die Inhalte nicht verantwortlich ist und keine Haftung übernimmt.
Berlin-Spandau, im April 2020
Hätten Sie geglaubt, dass man mal vorm REWE mit anderthalb Meter Abstand in der Schlange auf Einlass warten muss, mit Mundschutz und Handschuhen, als wollte man zu einem frisch Operierten?
Oder dass Toilettenpapier nur noch rollenweise abgegeben wird?
Ach, hören Se mir auf, manche Tage ist man ja ganz durch mit den Nerven, und doch darf man diese nicht verlieren. Wir müssen alle vernünftig sein und Einschränkungen hinnehmen, denn nur so geht es. Und wenn wir dabei, auch wenn wir auf Abstand bleiben müssen, doch zusammenhalten, dann kriegen wir das auch hin.
Während ich hier vor dem Klappcomputer sitze und tippe, dürfen wir nicht vor die Türe. Nur alleine. Ich gehe aber gar nicht raus, wissen Se, in meinem Alter ist man Risiko. Also, da ist es für mich noch viel gefährlicher als für die Jungschen … deshalb bleibe ich drinnen und basta! Eine Renate Bergmann ist eine vernünftige Person, die einsieht, wann sie sich zu fügen hat.
Gucken Se, ich bin in der glücklichen Situation, dass der Stefan, was mein Neffe ist, mich regelmäßig mit allen Einkäufen versorgt und ich nicht rausmuss. Da bin ich sehr dankbar, auch wenn es schwerfällt, auf dieses Stückchen Freiheit zu verzichten. Wo ich doch sonst keine bin, die den lieben langen Tag auf der Couch rumlungert. Nee, ich bin unterwegs, so oft es geht und soweit meine 82 Jahre alten Knochen es zulassen. Es gibt keine Feier im Rentnerclub, bei der ich nicht an der Kaffeetafel sitze in normalen Zeiten. Aber das haben wir jetzt auch alles abgesagt, wissen Se … mit anderthalb Metern Abstand ist es keine richtige Polonaise.
Na ja.
»Dann bleiben wir eben zu Hause!«, rufe ich dem Virus trotzig entgegen und möchte Ihnen ein bisschen erzählen, wie meine Leutchen das alles versuchen in den Griff zu kriegen, wie ich den Tag rumkriege, und hier und da werde ich Ihnen auch ein paar kleine Tipps mit auf den Weg geben. Ich war doch nicht umsonst auf der Bräuteschule und habe Stäbchenmaschen gelernt!
Ich hoffe und wünsche sehr, dass wir alle vernünftig sind.
Dass wir zusammenstehen, auch wenn wir Abstand halten müssen.
Dass wir schon bald wieder das Leben leben können, wie wir es lieben, und dass wir unsere Kinder und Enkel in die Arme schließen können.
In diesem Sinne sage ich: Passen Se auf sich und Ihre Lieben auf, und bleiben Se gesund!