Das felsige Hochplateau liegt verlassen in der flirrenden Sonne des späten Nachmittags. Vereinzelt stehen knochentrockene Kakteen in der Ebene, verdorrtes Büffelgras krallt sich in Ritzen und Felsvorsprünge im Gestein. Im Osten der Felsebene entsteht eine winzige Staubwolke. Zuerst klein, wächst sie langsam an und ein Schatten schält sich aus dem Staub.
Es ist der Schatten eines Reiters. Gebeugt hängt er im Sattel eines hageren Pferdes. Er reitet langsam. Als er das grüne Band entdeckt, das sich an der westlichen Bruchkante entlang schlängelt, ändert er seinen Kurs und kommt darauf zu. Er ist jetzt nah genug, den kleinen Bach darin zu erkennen. Dennoch halten Ross und Reiter ihren müden Trab, beide schwarz, bedeckt mit Ruß und Staub. Der alten Stute fehlen große Teile des Schweifes und der Mähne. Auch der schlaksige Reiter trägt die Brandmale eines Steppenfeuers.
Er sattelt sein erschöpftes Pferd ab und lässt es in den Bach stolpern. Erst danach denkt er an sich und schlurft mit steifen Beinen hinterher.
Die Abendsonne färbt den Himmel violett. In dem kleinen Lagerfeuer steht eine verbeulte Kanne mit dampfendem Kaffee und auf dem Spieß stecken die Reste eines gebratenen Kaninchens. Unten in der weiten Ebene flammen zwischen den Häusern erste Laternen auf. Einzelne, wenige Fenster verbreiten ein gelbes Licht. Morgen wird Jonny den Abstieg beginnen und in die Stadt einreiten, die vor langer Zeit seine Heimat war.
So nah an seiner Heimstatt erinnert er sich wieder. Die kleine Ranch „Craft’s Home“ seiner Eltern lag direkt am Fuß der Black Hills. Der Großrancher Tinger trieb jedes Jahr seine Longhorns quer über die Ranch seiner Eltern zu den Bergweidegründen. Jedes Mal mussten sie anschließend ihre Rinder mühselig wieder einfangen und wurden dabei von Tingers Männern oft als Viehdiebe gejagt. In einem Herbst vor vielen Jahren wurde sein Vater dabei erschossen und er selbst schwer verletzt.