Jelezky Publishing UG, Hamburg
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Copyright © der russischen Originalausgabe: Arcady Petrov, Moskau
Deutsche Erstausgabe, August 2011 (1. Auflage, Band 3)
Copyright © 2014 der deutschsprachigen Ausgabe
Dimitri Eletski, Hamburg (Herausgeber)
Übersetzung: dm-LINGUA, www.dm-lingua.de
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Der Mensch ist die Homöostase des Weltalls. Über sein Bewusstsein erfolgt die Fokussierung der Realität. Und jede Tat des Menschen, jede seiner Handlungen spiegeln sich in den globalen Ebenen des Seins wider, wo in der Rolle der Atome und Zellen Planeten, Sterne und Galaxien auftreten. Alles um uns herum ist lebendig. Das Universum ist einfach der globale Organismus unserer aller Existenz. Wenn wir das begreifen und akzeptieren, werden wir UNSTERBLICH. Denn die Hauptbedingung der unsterblichen Existenz ist ein adäquates Verhalten.
Diese Lebensformen sind an die Quelle ihrer Existenz, an das Bewusstsein des Menschen gebunden. Dadurch, dass sie sich in einer Ursache-Wirkung-Abhängigkeit von ihm befinden, verfügen sie dennoch durch ihren vorrangig informationellen-energetischen Aufbau über andere Möglichkeiten zur Analyse, Reaktion und Einflussnahme als der Mensch. Sämtliche Effekte übersinnlicher Wunder sind genau mit diesen Wesen Ihres Bewusstseins verbunden. Doch ich wiederhole noch einmal: Sie sind nichts Fremdes, Außenstehendes; sie sind Elemente Ihres persönlichen Bewusstseins im einheitlichen Bewusstseinsfeld des gesamten Universums - wie das Herz im Organismus, wie die Zellen im Herzen, wie die Moleküle in den Zellen und wie die Atome in den Molekülen.
© A.H., 2005
© , 2005
© 2005
Herstellung und Verlag:
BoD – Books on Demand, Norderstedt
ISBN 978-3-7357-4450-0
So, liebe Leser, geht nun unsere erste gemeinsame Reise in die feinmaterielle Welt zu Ende. Natürlich wird jeder den Inhalt dieser Bücher unterschiedlich aufhehmen, weil der Text, der die Information weitergibt, viele Symbole und viele Begriffe enthält, zu denen Sie früher keinen Zugang hatten. Dementsprechend kann ein Subjekt, das die Informationen über den Wahmehmungsprozess aufhimmt, aus den Texten nur das Volumen herausziehen, dass der Masse seines Bewusstseins proportional ist, oder, mit anderen Worten, dem Alphabet, der Sprache des Wissens, dem Thesaurus, die es zur Verfügung hat. Denn das Volumen der Wahrnehmung ist das Ergebnis der Multiplikation der Kommunikation mit der Wahrnehmungsfähigkeit. Im Idealfall sollen diese zwei gegenläufigen Prozesse in der Informativität und den Austauscheigenschaften optimiert sein, das heißt, die Menge der eingehenden und der wahrzunehmenden Information soll maximal sein. Dann werden Sie diese Prozesse, die im Inneren des Informationsblocks eingeschlossen sind, vollständig erfassen. Deshalb gibt es eine sichtbare Realität und eine unsichtbare Realität, die sichtbar wird, wenn Sie die Handlungen Ihres Geistes steuerbar machen können.
Gerade wenn Sie ein Objekt wahmehmen, entsteht eine dynamische Phase der Realität, in der die zuvor passive Information aktiviert wird.
Die moderne Physik arbeitet theoretisch mit dem Raum, in dem es neun Koordinaten und zwei gegenläufige Zeitströme gibt. Das ist der Raum, in dem die Elementarteilchen hoher Energien betrachtet werden. Drei Dimensionen reichen nicht mehr aus.
Doch bei all ihrer theoretischen Raffiniertheit kann die Wissenschaft bis heute nicht die ursprünglichen Fragen bezüglich der Herkunft des Stoffes, physikalischer Erscheinungen, der Kräfte, der Gesetzmäßigkeiten, der fundamentalen physikalischen Konstanten beantworten. Bis heute hat niemand die Herkunft des Elektrons, des Protons und der anderen Elementarteilchen einleuchtend erklärt. Denn ohne den Schöpfer gibt es keine Schöpfung.
Keine der allgemein üblichen neurolinguistischen Konstruktionen ist zufällig, umso mehr solche wie Gott, die Seele, der Geist und das Bewusstsein. Diese Wörter haben eine Schlüsselbedeutung. Sie, und genau sie, sind die Grundlage und beteiligt an der Bildung der Welt, der Religion, der Philosophie, der exakten Wissenschaften und der Sprache als zusammenfassender Struktur.
Wahrhaftiges Wissen über die Welt und ihren Aufbau ist die Grundlage für die unsterbliche Existenz der Menschen und ihre schöpferische Selbstverwirklichung im Leben und der Arbeit. Die richtige Weltanschauung ist so ein mächtiges Instrument im Kampf gegen die Zerstörung im informationellen Raum der Menschheit und des Universums.
Die Prinzipien der wahrhaftigen Weltanschauung bestätigen ihre Wahrhaftigkeit durch die größte Aktivität beim Erlangen jeglicher äußerer (Makroebene) und innerer (Mikroebene) Ergebnisse, wenn sie in die Praxis des Lebens übertragen, das heißt nach den Kriterien des Bewusstseins differenziert werden. Diese Überfähigkeiten sind die Anpassungsmechanismen der Evolution an die Bedingungen der sich verändernden Umwelt.
Die Reproduktion der Welt erfolgt auf der Grundlage des Gesetzes, das besagt, dass das Bild des Menschen zur Schaffung jedes Elementes der Welt nach dem Prinzip der Selbsterschaffung führt. Die Welt verändern kann nur der Mensch, weil er der einzige ist, dessen Bild zur Erschaffung jedes Elementes der Welt nach dem Prinzip der Selbsterschaffung führt. Gott ist ewig. Er ist niemals gestorben und stellt deshalb die Grundlage dar, die alle Elemente und die Struktur des Weltalls reproduziert. Was bedeutet das in der Praxis der Existenz, der Existenz des Universums und unserer Welt? Das bedeutet, dass Gott darauf immer das reproduzieren kann, was war, ist oder sein wird. Das heißt, einerseits ist die Bedrohung einer atomaren Vernichtung real, andererseits kann man alles wieder aufbauen, weil es einen Schöpfer gibt. In der göttlichen Realität existiert der Zeitbegriff nicht.
Das, was ich Ihnen jetzt mitteile, ist paradox, aber… Damit unsere physische Welt existiert, verzögert die feinmaterielle Welt durch das System der Sternengebilde die unendliche Ausbreitungsgeschwindigkeit kosmischer Information auf Lichtgeschwindigkeit. Unsere Daseinsebene existiert im Ergebnis einer besonderen Verzögerungstechnologie unendlich schneller Informationsübertragungsprozesse auf die Geschwindigkeit des elektromagnetischen Feldes und anschließend auf die Bildung stabiler Zustände von Protonen, Neutronen und Elektronen.
In diesem Prinzip der strukturellen Organisation wird die Fraktalität der Natur deutlich – das, was auf der einen Ebene entsteht, beispielsweise im Mikromaßstab, kann sich auch im Makromaßstab wiederholen, wobei es in allen Elementen die Züge jener Ebene beibehält, die ursprünglich in der Dynamik des Prozesses angelegt war. Und umgekehrt.
Das ist das Evolutionsprinzip der sichtbaren Welt, das heißt der Welt der unvollkommenen Dimension. In unserer Welt fehlen einige Elemente, die man im Evolutionsprozess erwerben kann, wenn man ständig den Verlauf der eigenen Entwicklung mit dem inneren Maß aller Dinge abgleicht, das in der DNA der Zellen unseres Organismus enthalten ist. Die DNA ist die Projektion des Programms der Seele über die Zeit auf den Informationsträger des Zellenbewusstseins. Das Ablesen der Information an einem Strang des Desoxyribonukleinsäuremoleküls erfolgt in einer Richtung, am anderen Strang in der anderen Richtung. Beim Ablesen der Information von außen und von innen ist es nützlich, sich an die These von Grigori Petrowitsch Grabovoi zu erinnern: „Die Vergangenheit muss berücksichtigt werden, die Zukunft muss aufgebaut werden, und die Gegenwart muss auf die Technologie ausgerichtet werden.“
Wenn die gegenläufigen Ströme von Energie und Zeit, das heißt, die Evolution des Objektes und der Plan dieser Evolution in der DNA in den Amplituden und Frequenzen ihrer Schwankungen übereinstimmen, das heißt sich miteinander in Übereinstimmung bringen, entsteht die objektive Realität. Stimmen sie nicht überein, beginnen Abweichungen in Form von Krankheit, Misserfolgen im Leben und unerwünschten Ereignissen.
Aus diesem Grund muss man sich selbst gegenüber ehrlich sein, weil die Lüge das Anlegen einer Verzerrung im Maß aller Dinge unserer Zukunft ist. Und das häufige Anlegen von Verzerrungen führt dazu, dass die Zukunft für das Subjekt verwischt. Es ist nötig, seine eigenen Taten wahrhaftig zu bewerten, und abhängig davon, ob das für Sie selbst von Vorteil ist oder nicht.
Wenn sich Ihre Vergangenheit präzise klarmachen und Ihre Zukunft positiv aufbauen, erreichen Sie, dass die Zukunft als Plan Realität wird. Die Vergangenheit ist berücksichtigt, die Zukunft aufgebaut, und die Technologie kommt in Gang, das heißt die Praxis des Lebens.
Die Unendlichkeit entfaltet sich in der Realität, die in die Zeit vertieft ist. In dieser neuen Realität entsteht eine zeitliche Dynamik, die es ermöglicht, die Projektion des Planes der Seele auf temporale Entfaltungen und den Plan des Bewusstseins zu realisieren. So wird der Evolutionsprozess in Gang gesetzt.
Die Kosmische Vernunft erschafft gewisse Kopien von sich selbst und entwickelt sie. In der ersten Phase können sie noch nicht in komplizierten Programmen verwendet werden. Und die wichtigste Aufgabe solcher Organismen ist es, nachdem sie die Prüfungen ihrer Überlebensfähigkeit unter den Bedingungen der Selbstständigkeit und der eigenständigen Entwicklung durchlaufen haben, die moralischen Gesetze des sozialen Zusammenlebens zu beherrschen. In den nächsten Phasen wird das Programm komplizierter: Der unter den Bedingungen der irdischen Evolution unausweichliche Kampf muss nicht mehr nur die persönliche Weiterentwicklung des Individuums berücksichtigen, sondern auch seine geistige Orientierung auf die Ideen des Soziums oder, was noch wichtiger ist, auf das höchste Ideal, das im Bild des Schöpfers festgehalten ist.
Dann kommt es sowohl innerlich, im Bewusstsein, wie auch äußerlich, im gesellschaftlichen Lebens, zur Konfrontation mit den unsterblichen Bösewichten und Drachen. Und in diesem völlig realen Kampf vollzieht sich der Prozess der Reinigung der Seele von der negativen Vergangenheit, wird das Niveau ihrer Bereitschaft zur Entwicklung geprüft. Ich wiederhole es noch einmal: Das, was wir durch visuelle, akustische und berührungsgesteuerte Analysegeräte wahrnehmen, ist nicht dem wirklichen, realen Bild des Weltalls adäquat. Wir sind nicht ganzheitlich.
Auf der physischen Daseinsebene. Hier ist nur der Wasserspiegel, das heißt die reflektierende Struktur. Das ist wie der Bildschirm eines Fernsehers, der sich jedoch innerhalb eines Ihrer Funktionssysteme – Ihres Bewusstseins – befindet. Es ist ein sehr komplizierter Fernseher, der sofort auf jegliches äußere Ereignis reagiert. Wenn Sie sich zum Beispiel mit jemandem aus der Familie gestritten haben. Und die Reaktion Ihres Nervensystems auf dieses Ereignis löst auf der Zellebene, der molekularen, der atomaren und der Matrixebene sofort eine Resonanzreaktion in den Genen der Chromosomen, im lebenden Milieu der DNA, aus. Das anormale Signal setzt die Mechanismen der inneren Steuerungsebene und der Entdeckung jener Programme Ihres Genoms in Gang, die durch die Überlappung des Äußeren und des Inneren die Ereignisreihen in Gang setzen, die dem Geschehen adäquat sind.
Jeder Mensch hat einen unabhängigen, direkten Weg und einen Interaktionskanal mit dem Schöpfer. Und er muss ihn erkennen und nutzen. In der Mathematik hat ein Punkt eine Position, aber keine Dimension. Den Punkt des persönlichen „Ich“ muss man in den Raum der wahrhaftigen Existenz umwandeln und die Sphäre der psychischen Tätigkeit (Aktivität) entfalten. Der Lebensweg ist die Zeit zwischen dem Punkt der absoluten Möglichkeiten und dem gestellten Ziel, beispielsweise der schöpferischen, harmonischen, unsterblichen Existenz.
Der Mensch muss ein globales Ziel im Leben haben. Wenn er ein Haus gebaut hat und nicht mehr braucht, läuft er herum und genießt es. In diesem Fall ist die Spirale des Lebens zu Ende, weil das Ziel und die Aufgaben abgearbeitet sind. Er hat im Verlauf des Baus den von ihm selbst gesteckten Umfang des Wissens erhalten, und sein Programm der Existenz ist zu Ende.
Natürlich können Sie ein neues Programm aufzeichnen. Sie können es mit Hilfe des Hellsehens tun - hingehen und auferwecken. Auch nach tausend Jahren kann man eine Zelle nehmen - sie ist immer vorhanden, sogar in der Asche. Dort gibt es eine Spirale. Darauf geben Sie Energie. Sie reproduzieren ein Eiweiß, und es entsteht eine Zelle. Und aus der Zelle ein Mensch.
Doch die Aufgabe besteht nicht nur darin, zum Leben zu erwecken. Sondern darin, in sich selbst, in Harmonie die Seele, den Geist und das Bewusstsein zu vereinen.
Wenn sich die drei „Ich“ vereinigen, entflieht der Mensch den Krankheiten, den Kriegen und der eigenen Dummheit. Und er geht auf dem Weg des Heiligen Geistes zum Schöpfer.
Wenn der Mensch nicht in sich geschlossen ist (seine inneren Widersprüche also nicht in Einklang gebracht hat), sieht er und hört er das Unwahre. Er wird nervös und schlägt mit dem Kopf gegen den Spiegel. Der Spiegel aber ist er selbst. Ein solcher Mensch baut eingeschränkt ein Haus, und das ist alles.
Er muss entweder kämpfen oder krankwerden oder in Dummheit verfallen.
Doch wenn der Mensch all seine „Ich“ erkennt, erlangt er die Befreiung, weil er den harmonischen Kristall seines Bewusstseins-des Geistes-der Seele aufgebaut hat. Er erhält den wahrhaftigen Weg, die Schöpfung, und verhält sich adäquat zu den Aufgaben der Evolution und der Situation. Er träumt beispielsweise nicht davon, Präsident der Erdkugel zu werden. Er schätzt richtig ein, dass die Menschen ihn nicht verstehen werden, und unternimmt die richtigen Schritte.
Ein solcher Mensch schreibt sich selbst sein Programm des Lebens für tausend Jahre.
Begonnen am 8. April 2002 - Beendet am 8. Februar 2003
Wenn Igor und ich einen Menschen ansehen, sehen wir sofort, dass er einerseits ein eigenständiges Objekt ist, andererseits Teil einer globaleren Struktur des Kosmos. Wie kann so etwas sein?“ Am einfachsten kann man das am Beispiel des Kindes im Schoß der Mutter verstehen. Einerseits ist es ein selbstständiger Organismus. Andererseits ein Teil des Organismus der Mutter, indem es heranwächst, dem es aber erst adäquat sein kann, wenn es aus der inneren Welt in die äußere heraustritt.
Deshalb setzen Igor und ich uns wieder mit den gesammelten Eindrücken und Kenntnissen auseinander, versuchen, sie zu analysieren und in etwas Einheitlichem zu synthetisieren. Ich erinnere Igor an die Worte des Schöpfers:
„Er hat gesagt: Das Erste, was ich gemacht habe, ist die Grundfeste. Also das, was die Welt fest macht. Das heißt, er hat Informationspunkte geschaffen dank denen die Welt präzise und stabil wird… bei jedem Punkt tauchen Koordinaten auf. In einem bestimmten Quadrat entsteht eine eigene Entwicklungsperspektive. Der Punkt beginnt, sich zu entwickeln.
Igor diskutiert nicht, schlägt aber vor, uns darüber genauer klar zu werden.
„Warum schreibt Grigori Petrowitsch: ‚die nachhaltige Entwicklung der Welt, die Prognosesteuerung‛? Er hat die Prinzipien des Vaters genommen. Und auch wir werden jetzt dahin kommen. Sobald wir die Prinzipien begreifen.“
„Die Steuerung – das ist doch nicht einfach da oben. Man erschafft eine Sphäre, füllt die Kugel mit Programmen, und sie funktioniert ohne dich. Und du sonnst dir den Bauch und erfreust dich deines Lebens. Nein, das ist Arbeit. Und sie hat eine Grundlage. Obwohl du Recht hast, dass man bereits im Entwicklungspunkt selbst von Anfang an die Parameter der Nachhaltigkeit anlegen muss. Das heißt, man muss es überdenken, einen Plan erschaffen und handeln. Und der Vater hat nach dem Plan gehandelt. Zuerst hat er Licht und Dunkelheit getrennt. Dementsprechend war es vor der Trennung eins. So ist es doch?“
„Zu welchem Zweck hat er es dann getrennt?“, fragt Igor.
„Wenn er einheitlich ist, ist er da und gleichsam gleichzeitig nicht da. Weil es niemanden sonst gibt, der davon weiß. Denkt darüber nach, ich sage dir das, was ich, ehrlich gesagt, selbst nicht vollständig verstehe, aber ahne. Wenn es ihn gibt und er einheitlich ist – ein gewisses Weltall, das unbegrenzte Möglichkeiten hat, so ist es doch eins. Wenn das Existierende keine Reflexion hat, so ist es gleichsam nicht vorhanden.“
„Nun ja, er wird nicht reflektiert. Ich verstehe den Sinn.“
„Du verstehst, worauf ich hinaus will. Was hat der Vater also getan? Er hat etwas aus sich extrahiert, eine Trennung durchgeführt. Der Prozess, den wir als Trennung bezeichnet haben, hat Licht und Finsternis getrennt. Das heißt, er hat irgendeinen Teil von sich extrahiert, damit er ihm selbst reflektieren könnte, damit er sich selbst sehen kann.“
Igor versucht, es zu präzisieren.
„Das heißt, der Vater hat sich ganz am Anfang selbst erschaffen? Deshalb ist er der Schöpfer. Er schaute sich um.“
„Der Schöpfer hat in erster Linie sich selbst erschaffen. Dann schaute er nach rechts, nach links, nach oben, nach unten. Es war nichts da. Wie viele Milliarden Jahre hat er geschaut? Welche Unendlichkeit von Jahren hat das gedauert? Das ist überhaupt nicht klar. Es war kein Prozess von einem Moment. Das heißt der Verstand, der in dieser Grenzenlosigkeit geboren worden war, erblickte seine Einsamkeit, genauer gesagt, wurde sich seiner Einsamkeit bewusst und begriff, dass er sich selbst nicht erkennen kann, sich selbst nicht sehen kann, wenn er keine Möglichkeit hat, sich in irgendetwas zu reflektieren. Stimmt‛s?“, erzählte ich sicher das, was ich im Prinzip nicht wissen konnte.
„Das heißt, er sah sich als Erstes an, wie er sich selbst erschaffen hatte. Und auf dieser Grundlage extrahierte er den Geist, die Seele und das Bewusstsein, extrahierte irgendwelche Strukturen, strukturierte sich.“
„Er hat sich strukturiert. Das waren die Grundstrukturen von ihm selbst.“
„Und auf der geistigen Grundlage konnte er dann die Welt extrahieren und aufbauen, und er hat begonnen, sie zu vervollkommnen. Der Mensch ist höchstwahrscheinlich später aufgetaucht.“
„Um eine Reflexion zu erschaffen, war es für ihn nötig, dass das Licht auf der einen Seite war und die Finsternis auf der anderen. Dazwischen war der Grat. So ist es doch?“ fragte ich meinen Freund.
Und er bestätigt es.
„Es ist das Erste, was er gemacht hat.“
„Und herausgekommen ist ein Spiegel. Ein gigantischer Spiegel. Und dann, was ist das Licht? Das Wissen! Und was ist die Finsternis? Die Unwissenheit! Doch nur unsere persönliche Unwissenheit. Das ist ein wichtiger Aspekt – die persönliche.“
„Und wir machen auch alles mit der Reflexion. Wir gehen, wie Grigori Petrowitsch sagt, zuerst auf die Reflexion des Vaters. Herausgekommen ist ein gigantischer Spiegel. Das heißt, dieser gigantische Spiegel hat mit dem geistigen Impuls des Vaters begonnen, ohne Verzerrung zu reflektieren. Und er hat das, was der Vater erschaffen hat, vergrößert und über beliebige Entfernungen übertragen. Das ist genau wie ein Spiegelteleskop. Nur ein sehr großes.“
„Da das Licht des Vaters in die Dunkelheit eindringt, haben dort, in der Dunkelheit, die Punkte begonnen zu brennen.“ In der Dunkelheit sind Lichtfunken aufgetaucht. Je mehr wir wissen, umso breiter gefächert, genauer gesagt, umso umfangreicher ist die Welt unserer Existenz. Und das Dunkle erscheint in Wirklichkeit nur Dunkel, weil es nicht erkannt wird. Es ist die Finsternis unserer Unwissenheit.„
„Und jeder Funke konnte, weil er ein Teil des Vaters selber war, der das Licht des Wissens erschaffen hat, einfach nichts anderes geben als ebenfalls zur Schöpfung überzugehen.“
„Bedeutet das jene Sphären, die ich ausgemalt habe?“, fragt Igor. „Das ist das Licht in der Finsternis unserer Unwissenheit. Und bilden sich Sphären? Weil es Licht und Schatten gibt.“
„Wobei mit dem Dunklen auch nicht alles so offensichtlich ist, wie es zunächst scheinen mag. In Wirklichkeit ist das Dunkle keineswegs dunkel, wie wir schon gesagt haben, im Gegenteil - es ist ein sehr grelles Licht, das Licht des Wissens des Schöpfers. Wir sehen einfach informationelle Prozesse, die mit einer Geschwindigkeit verlaufen, die höher ist als die Lichtgeschwindigkeit. Deshalb nehmen wir sie auch als dunkel wahr. Unser Bewusstsein nimmt das als dunkel war, was es in dem Moment nicht erfassen kann. Jetzt achte auf die Atomstruktur“, mahne ich ihn zur Aufmerksamkeit. „Im Atom gibt es positive Teilchen – das ist das Plus. Ringsumher ist es von einem gigantischen minus umgeben – der Finsternis. Die Finsternis ist das Minus. Die Begleiter des Protons, die Elektronen, haben kein wahrhaftiges Wissen. Doch ohne sie gibt es auch keine Energie. Sie warden gebraucht. Das Licht ist das Wissen ist das Plus. Die Finsternis der Unwissenheit ist das Minus. In dieser Unwissenheit entsteht also ein Funke von Wissen – das Plus oder das Proton. Es hat gleichsam die Finsternis der Unwissenheit angezündet. Und wir versuchen jetzt zu verstehen, wie der Aufbau des Weltalls erfolgt. Damit das Proton zur negativen Energie übergehen kann, muss es eine gewisse Zwischenstruktur erschaffen, die ihrem Wesen nach neutral ist. Was entsteht? Das Proton, das ist gleichsam die Seele. Doch neben ihm entsteht eine neutrale Struktur. Das Neutron, das im Verhältnis zum Plus und im Verhältnis zum Minus neutral ist. Deshalb hat man es auch Neutron genannt. Man kann es auch den Geist nennen. Und mit Hilfe dieses Geistes beginnt die Heranführung anderer Teilchen an die Kooperation und Harmonisierung des umgebenden Raumes, die negativ sind, Elektronen oder beispielsweise Menschen. Wenn man eine andere Ebene nimmt.“
„Ja, das verstehe ich“, erwidert Igor.
„Beispielsweise der Wasserstoff zieht etwas aus der umgebenden Finsternis an, das heißt, er gibt einem negativen Teilchen eine Form, und es wird zu einem Elektron, das um den Kern rotiert, der aus einem positiv geladenen und einem neutral geladenen Teilchen besteht. So ist es doch?“
„Es kommt also eine Verbindung heraus.“
„Ja es ist eine Verbindung entstanden“, bestätige ich Igors Ahnung. „Etwas Positives.“
„Eine dreifache?“
„Es ist eine Verbindung und Harmonie zwischen diesem kleinen, negativen, sehr schnellen und sehr energiegeladenen Teilchen und dem positiv geladenen Proton entstanden. Danach herrscht das Umwandlungssystem. So sagen wir: zwölf Chromosomen, das dreizehnte ist abseits. Und in den folgenden Phasen der Teilung werden es immer mehr – das heißt, es hat eine Evolution begonnen. Genauso läuft es auch im Atomkern ab. Ein Wasserstoffatom verbindet sich mit einem anderen Wasserstoffatom und schafft ein Heliumatom. Es entsteht eine größere Anzahl Elektronen, und der Prozess kommt in Gang. Je mehr Elektronen zur Kooperation herangezogen und durch den Kern harmonisiert werden, umso mächtiger ist die Struktur. Im Ergebnis erhalten wir das Periodensystem der Elemente.“
„Das heißt, dort erfolgen die Übergänge in Form von Stufen. Vom Wasserstoff gehen alle Übergänge aus. Man kann jeden beliebigen Stoff herausleiten. Das, was früher die Alchimisten auch getan haben. Das heißt, sie kannten bestimmte Gesetze“, präzisiert Arepjew wieder.
Dahin sind wir im Prinzip schon gekommen. Der Mensch hat begonnen, solche Stoffe zu erschaffen, die es in der Natur überhaupt nicht gibt. Das heißt, er befasst sich mit der Demiurgie. Es gibt in der Natur keine Polymere, Plaste, doch er macht sie. Das heißt, er hat das Prinzip der Schöpfung begriffen und geht diesen Weg. Eine andere Sache ist, dass er nicht begreift, dass er solche Dinge erschafft, die seine eigene Existenz bedrohen. Das ist gefährlich.“
„Der Schöpfer weiß, was er tut. Er hat den Plan der Schöpfung. Und wir mischen uns bisweilen in seine Arbeit ein, ohne auch nur eine Vorstellung von den Folgen unserer Einmischung zu haben.
„Ja, er hat einen Plan, ein Programm, zum Beispiel die Bibel. Das Buch ist geschrieben, darin ist die Idee, der Plan, die Schöpfung, nenn es, wie du willst. Dieses Buch kann man erweitern, zu Ende schreiben, und dann wird der Prozess des Lebens unendlich.“
„Der Prozess ist nicht einfach unendlich geworden“, bemerkt Arepjew. „Evolutionär näher wird in jede neue Seite, in jede, neues Wissen hineingelegt. Das heißt, es gibt die Menschen, die das Verständnis der Welt erreichen und dazu zugelassen werden, diese neuen Seiten oder Körner, von denen Jesus sprach, zu erschaffen – wirf ein Kom, es wird sterben und dann wachsen. Was wächst daraus? Es wächst eine Ähre, in der viele Körner sind und überhaupt vieles. Damit der Mensch also dazu übergehen kann, braucht er bestimmtes Wissen. Wenn er dahin kommt, kann er bereits eine ganze Ähre anlegen, nicht nur ein Chromosom, sondern die ganze Ähre, ein ganzes Geschlecht, seinen Stammbaum beginnen, er wird der Erste seines Geschlechts sein.“
„Das heißt man muss zum Ursprung kommen. Wohin wir uns auch bewegen. Wir müssen bis zum Vater kommen. Schauen, wie die Welt aufgebaut ist. Wie die nachhaltige Welt aufgebaut ist.“
„Der Vater hat schließlich diesen ganzen gigantischen evolutionären Weg zurückgelegt. Und er hat uns gestattet, das zu tun. Und es tauchen neue Schöpfer auf. Offensichtlich gibt es einen bestimmten Zeitabschnitt, wo für eine bestimmte Anzahl von Jahren neue Schöpfer produziert werden. Dann erhält der Mensch den Status des Sohnes. Das heißt, alle sind Kinder, das bestreitet niemand. Und der Vater sagt: ‚Ihr seid alle meine Kinder.‛ Doch manchem erklärt er, und zwar ganz offiziell: Du bist mein Sohn. Das heißt, ihr seid alle meine Kinder, aber du bist mein Sohn. Das heißt, du hast dich erhoben, und nun fang auch an, dich um die Kinder zu kümmern. Du kannst es bereits, du hast das Wissen.“
„Kümmere dich auch um die Kinder“, wiederholt Igor.
„Um jedes Blümchen.“
„Deshalb ist der Vater wie ein Gärtner.“
„Oder beispielsweise Lapschin. Wie er seine Rolle verstanden hat. Er hat gesagt: Ich gehe, setze mich auf den Thron, nehme das Zepter und fange an, allen etwas hinter die Löffel zu geben. Alle werden mir dienen. Die Frage ist: Hat er den Plan des Schöpfers begriffen?“
„Als der Vater mir die Werke zeigte, dachte ich darüber: Diese Werke sind wie die Zelle. Ein technologischer Prozess“, erinnert sich Igor. „Und er sagt, ein Plan, schreibt einen Plan. Ich habe mich daran gemacht und die Arbeit dieser Zelle beschrieben.“
„Und der Vater hat uns den Plan im Voraus unterschrieben.“ Er sieht von vornherein, dass wir alles richtig machen.
„Und wir untersuchen immer noch die Zelle. Soviel haben wir mit Poletajew geschrieben und geschrieben – alles nur über die Zelle.“
„Im Ergebnis hat der Vater seine Kinder erschaffen. Und das ist richtig. Jegliches System ist bestrebt, sich zu erweitern und sich zu verbreiten. Seine Kinder sind entstanden, es entsteht der harmonisierte Raum. Und er hat uns gesagt, achtet nicht auf Dunkles und Helles. Warum macht ihr euch Sorgen darüber? Der Lichtstrahl, der in euch ist, macht unausweichlich letztendlich jeden Menschen zum Licht. Und ich habe dir auch dieses Beispiel gegeben. Australien war früher ein Land der Zwangsarbeit, und jetzt steht es in voller Blüte. Das ist kein Beispiel für uns, für Russland. Deshalb muss man im Prinzip das Dunkle und das Helle nicht betrachten. Wenn irgendwo das Licht des Vaters auftaucht, es irgendwohin kommt, wird dort alles harmonisiert. Wenn im Bewusstsein, in der Finsternis das Licht auftaucht, beginnen aus dem Vakuum Teilchen zu entstehen. Man sagt, aus dem Nichts ist plötzlich ein Teilchen entstanden. Wie denn – aus dem Nichts? Selbst das Nichts kommt nicht aus dem Nichts. Das heißt, es ist etwas da, wir sind nur noch nicht in der Lage, es zu sehen. Dort sind solche gigantischen Energien, von denen übrigens auch Kyrill gesprochen hat.“
„Um sie in eine Ordnung zu bringen, bedarf es einer neuen Bibel. Denn es beginnt die Neuzeit, eine neue Epoche.“
„Das Buch des Lebens, das nächste Testament? Wie wollen wir es nennen?“, frage ich Igor.
„Es gibt das Buch der Toten, dann soll das das Buch des Lebens sein.“
„In Ordnung, wer sollte etwas dagegen haben?“
„Vielleicht finden sich auch solche“, vermutet Igor.
„Na und? Krishna hat gesagt, dass alle Hunde auf der Welt gleich bellen. Oder wie der biblische Apostel belegte: Diese Blinden, die die Blinden führen, wissen weder, wovon sie sprechen, noch, was sie behaupten, verurteilen, was sie nicht wissen, und machen schlecht, was sie nicht erreichen. Sie halten es für tödlich, das zu probieren, was sie noch nie gekostet haben. Alles ihnen Unverständliche bezeichnen sie als Dummheit, und alles, was sie nicht erfassen können, halten sie für Unsinn.
„Da sagst du was“, staunte Igor.
„Das war ja nicht ich.“ Bescheiden schlug ich die Augen nieder. „Das hat ein Prophet gesagt.“
* * *
Vor langer Zeit hat der biblische König Salomo hart oder sogar grausam gesagt: „Erkennt euch selbst oder kehrt auf die Wege des Viehs zurück.“ Wir kommen in diese Welt, um Erfahrungen und Wissen zu bekommen, wir lernen, um uns aus der Unfreiheit zu lösen, die wir selbst hervorbringen, weil wir die Welt falsch sehen. Und nicht von ungefähr fragte Jesus, ehe er begann zu heilen, diejenigen, die ihn um Hilfe baten: „Glaubst du?“ Das war keine rhetorische Frage, das war ein Teil der Technologie zur Befreiung von der Krankheit. Denn ein Gläubiger ist bereits auf dem Weg zur Wahrheit, er lässt mit seinem Bewusstsein den Gedanken zu, dass man nicht mit der Hilfe eines Arztes und eines Medikaments, sondern mit der Hilfe des Wortes geheilt werden kann. Doch das ist nur der erste Schritt. Ideal ist es, wenn der Mensch sich selbst heilen kann. Leider könnte die Mehrzahl derer, die zu uns kommen, die Frage: „Glaubst du?“nicht bejahen. In ihrem Bewusstsein lesen wir etwas anderes:
„Ich glaube nicht, aber ich hoffe.“ Und trotzdem arbeiten wir selbst mit jenen, versuchen, ihnen zu helfen.
Eine Frau hat uns aufgesucht. Sie ist Juristin und heißt Rimma Trofimowna. Ihr Bruder, Boris Trofimowitsch Skoblinskij lag im Zentralen Klinikum „N. A. Semaschko“ im Sterben, weil er an einem multifokalen Karzinom litt, das ein metachrones Wachstum hatte.
Die Krankheit entwickelte sich über viele Jahre und befiel mal das eine Organ, mal ein anderes. 1994 erfolgte die erste Operation wegen eines Karzinoms der rechten Niere mit einer Metastase im unteren rechten Lungenlappen. Dann kam noch eine ganze Reihe ähnlicher Maßnahmen, einschließlich mehrerer Chemotherapiezyklen. Und nun war eine neue zusätzliche Diagnose hinzugekommen: ein Karzinom der Zungenwurzel mit einer Ausbreitung auf die rechte Seitenwand des Rachens. Außerdem waren dann natürlich noch eine kranke Leber, ein krankes Herz und eine Sklerose.
Der Professor, der Boris Trofimowitsch behandelte, sagte seiner Schwester rundheraus: „Er kann nicht geheilt werden.“ Das einzige, womit wir ihm helfen können ist, ihn zu beobachten, zu kontrollieren, einen Tropf zu legen. Nach diesen Worten fand Rimma Trofimowna auch den Weg zu uns.
Einige Monate lang arbeiteten wir mit ihrem Bruder auf die Entfernung. Und entgegen sämtlichen Standardverläufen der Entwicklung eines solchen Krankheitstyps begann Boris Trofimowitsch zu genesen. Er stand schon auf, sprach mit seinen Angehörigen, und die Anzeichen der Verbesserung seines Befindens wurden so provokant, dass es selbst die ihn behandelnden Ärzte bemerkten.
Plötzlich verschwand Rimma Trofimowna für eine Weile und kam nicht mehr zu uns. Dann rief sie an und teilte uns mit, dass ihr Bruder gestorben war. Das war in den ersten Novembertagen des Jahres 2002. Sie versprach zu kommen und uns zu erzählen, wie alles passiert war. Einige Tage später kam sie tatsächlich zu uns und brachte die Unterlagen mit – medizinische Diagnosen, Untersuchungsprotokolle und den Obduktionsbericht. Folgendes erzählte sie uns: „Nachdem Sie angefangen haben, mit ihm zu arbeiten, ging es ihm wirklich besser. Er galt als hoffnungslos krank, doch gerade in den letzten zwei Monaten wirkte er nicht einmal äußerlich hoffnungslos. Er stand auf, unterhielt sich, seine Laune besserte sich. Auch die Ärzte bemerkten das. Und genau der Professor, der nie gesagt hatte, dass Boris unheilbar krank ist, sagte plötzlich:‚ Wissen Sie, wir kämpfen trotz allem noch um ihn. Wir haben ein wunderbares ausländisches Präparat zur Probe erhalten. Wir werden einen Chemotherapiezyklus machen.‛ Ich weiß nicht, welche Umnachtung mich ergriffen hat, schließlich habe ich ja gesehen, dass es ihm besser ging, als Sie mit ihm gearbeitet haben. Und Sie haben mir auch im Voraus gesagt, was drei oder vier Tage später mit ihm sein würde. Und genau so ist es auch gekommen. Mit einem Wort, ich habe zugestimmt. Und jetzt laufe ich herum und überlege mir: Was habe ich angerichtet, wie kann ich jetzt mit dieser Last auf meiner Seele leben? Sie haben mit der Chemotherapie begonnen, und am dritten Tag ist Boris gestorben.
Dann kam die Obduktion, und ich sprach mit dem Pathologen. Hier begann das Erstaunlichste. Der Pathologe sagte mir wortwörtlich folgendes: ‚Ich sehe keinen Grund, warum Ihr Bruder hätte sterben müssen. Selbst der krankhafte Befund, mit dem er ins Krankenhaus gekommen war, war faktisch nicht vorhanden. Seine Leber war in Ordnung, das Herz war in Ordnung, die Sklerose war sehr gering, der Blutdruck war nicht erhöht, und das Wichtigste – es war kein Krebs vorhanden.‛ Er war sehr verwundert und sagte, dass ein solcher Ausgang vor dem Hintergrund so normaler Untersuchungen und Organe gleichsam unmöglich wäre.
Dann begann ich, ein offizielles Gutachten zu verlangen. Meine Forderung wurde sehr aggressiv aufgenommen, man sagte mir, dass normalerweise niemand etwas Derartiges fordert und dass ich überhaupt keinen Anspruch darauf hätte.
Zuerst habe ich einfach einen kleinen, einfachen Antrag darauf geschrieben, dass mir die Kopie dieses Gutachtens ausgehändigt wird. Doch als sie anfingen, mich aggressiv anzugehen, habe ich das vorausgesehen und einen anderen, großen Antrag geschrieben. Ich habe angegeben, dass ich bereits alles mündlich vom Pathologen gehört hatte und dass ich dieses und jenes fordere und dass auch die Obduktion ohne meine schriftliche Einwilligung erfolgt war. Und nun ging es bei ihnen richtig los.
Beim dritten Mal, als ich einen Termin beim Chefarzt hatte, sagte er mir, dass sie ein Konsilium zu dieser Frage hatten. Natürlich hatten sie ein Konsilium, denn sie wissen den Grund, sie wissen, dass sie etwas übersehen haben, dass sie im Grunde, kurz gesagt, ein Verbrechen begangen haben. Ich gab den zweiten Antrag ab, in dem ich schrieb, dass sie mir eine Kopie des Protokolls dieses Konsiliums geben sollten und dass die Obduktion ohne mein schriftliches Einverständnis erfolgt war. Da haben sie dann einen Schreck bekommen. Die Chefärztin begann, mich davon zu überzeugen, dass sie mich auch nicht um meine Einwilligung zur Obduktion hätten bitten müssen. Ich sagte: Darauf bestehe ich auch jetzt noch nicht, wenn ich darauf bestehen würde, würde ich mit Ihnen ganz anders reden. Ich brauche das Dokument, ich brauche diese Kopie. Es beruhigte sie scheinbar, dass ich nicht vorhabe, mich irgendwo zu beschweren. Und sie stellten ein Gutachten aus, dass die Todesursache der Krebs war, der unmittelbare Grund für den Tod aber eine Herz-Lungen-Insuffizienz. Von der Chemotherapie kein Wort. Und eine Beschreibung des Karzinoms, das heißt Aufnahmen davon, geben sie mir auch nicht. Doch ich habe es verglichen. Die Strahlenverbrennung, die er hatte, ist hier geblieben. Und wo ist die Geschwulst, von der sie im Sommer geschrieben haben, als sie ein Tomogramm vom Hals gemacht haben? Die Ausmaße waren damals 5,6 x 3,2 x 3,5. Insgesamt 62,7 Kubikzentimeter. Ich ging zu dem Pathologen und forderte, geben Sie die Maße der Geschwulst an. Ich habe so einen Druck auf ihn ausgeübt, dass er gezwungen war, handschriftlich festzuhalten, dass bei der Obduktion die Ausmaße tatsächlich 2 x 1 x 0,5 waren und dass das keine Geschwulst mehr ist, sondern ein Restgeschwür. Das heißt, das Volumen des Geschwürs war nur noch ein Sechzigstel der Geschwulst, die er gehabt hatte.
Warum das denn, wie kann das sein?, frage ich. Er zuckt mit den Schultern. Das ist nicht zu erklären, sagt er. Ich habe aber begriffen, dass sie ihn mit der Chemotherapie vergiftet haben und nicht wissen, wie sie sich herauswinden sollen. Da waren nicht einmal irgendwelche Metastasen. Alles war sauber. Sie hatten mir gesagt, es gebe Metastasen im Gehirn. Nichts dergleichen war bei der Obduktion noch vorhanden. Und sie haben Allgemeinplätze über die Geschwulst geschrieben, ohne Maße anzugeben. Es ist doch ein großer Unterschied, ob es eine riesige Geschwulst ist oder eine kleine Erbse von einem Zentimeter.“
Alle Unterlagen, die uns Rimma Trofimowna übergeben hatte, gaben wir zur Begutachtung und erhielten folgendes Gutachten von den Spezialisten:
„Ihm wurde ein sehr starkes Präparat, Methotrexat, verabreicht, das de facto auf die Abtötung aller sich teilenden Zellen ausgerichtet ist. Die Zellen des Knochenmarks, die Darmzellen, alle Zellen, die sich im Stadium der Teilung befinden, werden durch dieses Präparat gestoppt und getötet. Da in diesem Moment die Aufgabe des Organismus bereits darin bestand, das zu regenerieren, was befallen war, ist die Situation folgende: Das Methotrexat fängt die Zelle im Stadium der Teilung ab. Und das Maximum vom Ruhezustand bis zur Teilung beträgt dort 2–3 Tage. Innerhalb von drei Tagen hätte das Präparat alle sich teilenden Zellen töten müssen. Nach drei Tagen waren keine sich teilenden Zellen mehr übrig, und die Chance des Patienten zur Wiederherstellung von Organen war auf null gesunken – weil er mit diesem wunderbaren, sehr effektiven und übrigens nicht billigen Präparat vergiftet worden war. Die Bescheinigung war so ausgestellt, dass die behandelnden Ärzte für die entstandene Situation juristisch nicht zur Verantwortung gezogen werden konnten. Die anatomische Diagnose stimmt mit dem überein, was tatsächlich der Fall ist. Bezüglich der Wahrheit, und das steht in eben diesem Gutachten, gibt es hier keine seriöse pathologische Untersuchung. Es wird behauptet, dass der Grund für den Tod die Herz-Lungen-Insuffizienz sei. Aber auf welcher Grundlage? Und warum?
Die Ergebnisse der histologischen Untersuchung, die durchaus offiziellen Charakter haben, zeigen dennoch, dass es hier eine Feststellung darüber gibt, dass das onkologische Gebilde, das noch drei Monate vor dem Tod vorhanden war, im Bereich der Zungenwurzel praktisch nicht vorhanden ist. Und das Gewebe hat an der Stelle, wo die Geschwulst war, im Gegensatz dazu nur einzelne Einschlüsse von Krebszellen. Das heißt, die Krebszellen waren schon in das Gitter des Bindegewebes eingeschlossen und offensichtlich bereits ausgestorben. Dabei stellte sich heraus, dass die Zone, in der die Entzündung ablief, eine völlig nichtige Größe hatte. Sie hat ein Volumen von einem Kubikzentimeter im Vergleich zu 68 Kubikzentimetern, die es noch zu Beginn des Sommers waren, das heißt, der Herd hatte sich fast auf ein Siebzigstel verkleinert. In diesem Herd haben wir, nachdem konstatiert worden war, dass es in sämtlichen Organen de facto keine ernsthaften Veränderungen vom histologischen Standpunkt aus gab, vom Standpunkt des Zellaufbaus, dennoch festgestellt, dass der Patient gelebt hatte und gestorben war. Und in der rechten Lunge, wo der Verdacht bestand, dass es Metastasen gab, wurde nichts entdeckt, außer der Erscheinung eines Emphysems. Und das Emphysem hing offensichtlich damit zusammen, dass er langjähriger Raucher gewesen war.
Mehr noch – dort, wo nach den vorangegangenen Untersuchungen Metastasenknoten entdeckt worden waren, wurden nach den Ergebnissen der histologischen Untersuchung bei der Obduktion diese Knoten nicht festgestellt. Im Ergebnis dieser Untersuchung kann man sogar behaupten, dass er an seinem guten Gesundheitszustand gestorben ist.
Wenn man also nicht begonnen hätte, ihn zu therapieren. Vielleicht haben wir jetzt nicht die paradoxe Situation erörtert, die in dem alten Medizinerwitz zum Ausdruck kommt: „Wollen wir ihn therapieren oder leben lassen?“. In diesem Fall hat man leider begonnen, ihn zu therapieren.
* * *
Um die Zukunft zu verstehen, muss man die Vergangenheit sehen. Denn die Welt existiert nicht, sondern wird minütlich neu erschaffen, wie ein Philosoph behauptete. Und jedes Mal, wenn wir versuchen, Ereignisse zu sehen, zu denen wir irgendwann eine Beziehung hatten, eröffnen sich immer neue Einzelheiten, die wir vorher nicht bemerkt haben, Einzelheiten, ohne die es schwerfällt, das Geschehen zu begreifen und die richtige Entscheidung in der Zukunft zu finden. Je intensiver Igor und ich uns mit der Vergangenheit befassen, umso mehr sehen wir, dementsprechend wissen wir mehr und können mehr. Und deshalb erforschen wir wieder und wieder die Hauptsache, das Wichtigste, womit die Geschichte des Christentums begonnen hat, die Geschichte des Jeschua aus Nazareth. Und wir sehen:
Zwei Tage später, als Jeschua zusammen mit seinen Jungen in Jerusalem ankam, an dessen Stadtrand er mit Schluchzen in der Stimme seinen bevorstehenden Tod und sein Zugrundegehen prophezeite, kamen von der anderen Seite zwei seltsame Fremde in die Stadt, deren Bärte gestutzt waren, und das Gewand aus grobem Sackleinen war schlechter, als es das einfache Volk trug. Einer von ihnen war älter, und in seiner Hand hielt er einen Hirtenstab, so einen, wie er einst Moses gehörte, und so einen, wie ihn jetzt Igor besaß. Der andere hatte sich eine Reisetasche über die Schulter geworfen, die aus verschiedenfarbigen Wollfäden gestrickt und mit einem filigranen, ausgeklügelten Ornament verziert war. Solche Taschen trugen keine einfachen Menschen – nur Scheichs und Könige. Außerdem vielen die Fremden durch teure Ringe mit hellblauen Edelsteinen an ihren Ringfingern auf. Und als Igor und ich uns konzentrierten, um zu erahnen, woher sie gekommen waren, erklang das Wort Salem, das bedeutete: Licht oder die aus dem Licht Kommenden oder die ins Licht Gehenden.
Auf dem Marktplatz gingen die Fremden gleichgültig zwischen den Marktständen und den Händlern herum, die sie zu sich heran riefen. Als sie eine Suppenküche erblickten, die in drei Etagen am Abhang des Berges gelegen war, machten sie sich direkt dorthin auf den Weg. Sicher gingen sie an dem ersten Platz vorbei, wo jeder essen konnte, der es wollte. Ohne sich aufzuhalten gingen sie auch an dem nächsten vorbei, wo nur Offiziere und Soldaten der römischen Garnison das Recht hatten zu verweilen. Diese beiden in ihren Mitleid erregenden Gewändern erklommen die Stufen zu der dritten, der höchsten Ebene, wo nur die bedeutendsten Menschen Erholung finden konnten. Genau dorthin begaben sie sich, und niemand wagte es, sie von dort zu verjagen, nachdem er ihre Reisetasche und die teuren Ringe an ihren Fingern gesehen hatte.
Nachdem sie gegessen hatten, saßen die Fremden lange dort und unterhielten sich über ihre Angelegenheiten, wobei sie die Stadt aus der Höhe betrachteten. Sie schauten in die Gegenwart, sahen aber die Zukunft. Und sie sahen, wie ein Verrückter durch die Stadt lief und schrie: „Stimme von Osten, Stimme von Westen, Stimme von den vier Winden, Stimme gegen Jerusalem und das Heilige Haus, Stimme gegen Bräutigame und Bräute und Stimme gegen das ganze Volk!“. Und außerdem rief er: „Leid, Leid über Jerusalem, Leid über die Stadt, Leid über das Volk, Leid über das Heilige Haus!“. Sieben Jahre rief er das, und niemand konnte ihn zum Schweigen bringen, bis die Mauern des Tempels auf dem Tempelberg einstürzten.
Und am Morgen des folgenden Tages betraten die zwei Fremden eben jenen Tempel, der sich zwischen Zion und der Neuen Stadt befand, dann traten sie aus ihm heraus, ohne ein Almosen zu hinterlassen, und setzten sich an der Mauer in den Schatten. Sie saßen schweigend da, und diejenigen, die vorbeigingen, sahen den Hirtenstab und die Tasche, die teuren Ringe und den schwarzen Rosenkranz in der Hand des Jüngeren der beiden. Viele von denen, die auf dem Tempelplatz waren, ließen den Blick gleichgültig über die beiden Pilger schweifen. Doch es gab auch solche, in deren Augen Verwunderung aufglomm, und sie blieben bei den Fremden stehen, verbeugten sich vor ihnen und berührten mit einer Hand deren Schuhe, um die Hand danach zum Herzen zu führen. Niemand erwiderte ihren Gruß. Mit absoluter Ruhe sahen die seltsamen Pilger an den Anwesenden vorbei. Und gleichgültig ließ der Jüngere von ihnen 24 schwarze Perlen durch seine Finger gleiten, die auf einen dünnen, doch sehr haltbaren Faden gezogen waren. Es waren seltsame Perlen, die selbst von der Seite sehr schwer wirkten. Und es war zu bemerken, dass diejenigen, die sich verbeugten, vor allem auf den Hirtenstab des Älteren und den Rosenkranz des Jüngeren achteten.
So kamen sie drei Tage hintereinander auf den Tempelplatz, bis der Hohe Rat mit dem Hohepriester Kajaphas an der Spitze das Todesurteil gegen Jeschua aus Nazareth verkündete, der König der Juden genannt wurde.
Dann standen sie schweigend in der Menge am Lithostroton, auf dem Pontius Pilatus die Schreie der Menge vernahm, die von den Priestern angestachelt wurde: „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn! Er soll gekreuzigt werden!. Und ihre Gesichter waren wie aus Stein. Und es wurde klar, warum die Gesichter als Zeichen des Kummers nach semitischer Tradition rasiert waren.
Als der Verurteilte nach Golgatha geführt wurde, wurde einer der beiden gleichsam unsichtbar und verstellte Jeschua den Weg. Dieser blieb für einen Moment stehen und fiel sogar auf die Knie. Und in seinen Augen widerspiegelte sich ein Bild dessen, was geschehen sollte. Und die Stimme, die niemand hören konnte, sprach mit zartem Vorwurf: „Tu das nicht. Wir haben doch darüber gesprochen, wir haben alles beschlossen. Warum machst du es so? Schließlich könnte jeder von uns an deiner Stelle sein. Du musst dir keine Schuld an irgendetwas geben. Ich kehre zurück, und wir werden immer zusammen sein.“
Wieder setzte die sich die Prozession nach Golgatha in Bewegung, das damals noch Ort des Schädels genannt wurde. Bald war alles vorbereitet, und die Krieger kreuzigten Jeschua. Das war gegen Mittag. Neben ihm wurden zwei Verbrecher gekreuzigt, einer zu seiner Linken, der andere zu seiner Rechten. Über seinem Kopf wurde am Kreuz eine Tafel mit der Aufschrift „Jesus von Nazareth, König der Juden“ angebracht.
Die zwei aber kehrten wieder in den Tempel des Salomo zurück. Und sie stellten sich auf seine Stufen. Der jüngere der beiden Fremden streckte seine Hand mit den 24 schwarzen Perlen aus, und der ältere zog ein scharfes gebogenes Messer aus der Scheide und zerschnitt mit der Klinge den Faden. Die schwarzen Perlen sprangen auf die Platten der Stufen und rollten unter die Ecken des Tempels. Unter jede Ecke rollte jeweils eine Perle, und sie brannten sich förmlich in den Stein.
Irgendjemand sah, wie das alles passierte. Und außerdem war zu sehen, dass in den Perlen, als sie auf die Platten des Tempels fielen, keine Öffnungen waren, durch die noch einen Augenblick zuvor der Faden gezogen war, der fest war wie eine Bogensehne. Die schwarzen, schweren Perlen ohne eine einzige Öffnung brannten sich wie Quecksilber in den Stein des Tempels. Und die Ecken des Tempels wurden instabil.
Man berichtete dem Hohepriester, was geschehen war. Und wieder kam der Hohe Rat zusammen.
„Sie sind gekommen“, sagte Kajaphas.
Und alle verstanden ihn.
Einige Zeit darauf begannen die Bediensteten des Hohen Rates in der Stadt und auf dem Berg Golgatha nach zwei Fremden zu suchen. Sie ergriffen alle, die einen Hirtenstab oder eine prunkvolle Tasche hatten. Und in allen Fällen waren die Festgenommenen Vater und Sohn. Sie suchten bei denen, die sie ergriffen hatten, nach zwei Tontafeln, konnten sie aber nicht finden. Denn die beiden, die sie tatsächlich hatten, waren bereits weit fort, nicht mehr in dieser Welt. Sie waren nach Salem gegangen.
* * *
Wieder hat uns Andrej Igorjewitsch Poletajew ins Institut für Molekularbiologie eingeladen. In der letzten Zeit befassen wir uns mit ihm und Katja, einer jungen Kandidatin der biologischen Wissenschaften, aktiv mit dem Problem der Wiederherstellung der Telomerendungen von Chromosomen, was nicht mehr und nicht weniger bedeutet als die Verlängerung des menschlichen Lebens um ein Vielfaches. Jedes Mal, wenn wir im Institut für Molekularbiologie sind, werden für uns verschiedene Demonstrationen von Zellkulturen vorbereitet. Das ist für beide Seiten nützlich, denn zu der Auflösung der optischen Technik des Institutes addiert Igor ohne jegliche Anstrengung für sich selbst noch seine Möglichkeiten des geistigen Sehens hinzu. Und das, was er sieht, erstaunt alle Beteiligten des Experimentes.
Wir haben bereits mit Chromosomen gearbeitet und jetzt, während neue Zellkulturen für das Experiment vorbereitet wurden, sprachen wir zu viert darüber, und ich versuche, den anderen meine neue Sicht der menschlichen Evolution mitzuteilen, die ich das Biolinguistische Modell nenne.