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Der Ausdruck »ehemalige Volksgenossen« wird in diesem Buch noch öfter verwendet. Ich folge damit der damaligen Definition dessen, wer als der »Volksgemeinschaft« zugehörig erklärt wurde und folglich die Rechte eines deutschen Staatsangehörigen oder eines Reichsbürgers erhalten konnte. So hieß es im Parteiprogramm der NSDAP von 1941: »Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist, Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksicht auf Konfession. Kein Deutscher Jude kann daher Volksgenosse sein.« (zitiert nach Lill und Oberreuter, 1986, S. 281) Gleichzeitig darf nicht übersehen werden, dass Voraussetzung dieser Zuerkennung die Identifikation mit der »Volksgemeinschaft« war (siehe etwa Benz, 1990, S. 192). Wenn also in diesem Buch von den »ehemaligen Volksgenossen« gesprochen wird, ist damit die große Mehrheit der staatstragenden, zumindest leidlich mit »Führer, Volk und Vaterland« identifizierten Staatsangehörigen »deutschen oder artverwandten Blutes« (siehe Reichsbürgergesetz vom 15.09.1935) gemeint.
Verwicklungen mit der NS-Zeit bis heute
siehe etwa Sichrovsky (1987), von Westernhagen (1987), Bar-On (1993), Lebert (2002)
siehe etwa Vegh (1983), Epstein (1987), Bar-On (1997)
Müller-Hohagen (1988), S. 114
Sehr deutlich herausgearbeitet wurde dies auch durch die Studie von Rosenthal und Mitarbeiterinnen (Rosenthal 1997, besonders S. 18–25).
Wiesel (1975), S. 15
Levi (1991), S. 9
Süddeutsche Zeitung, 05.10.1993
siehe Eissler (1963)
Landau (1989), S. 149 f.
ebd., S. 152
Epstein (1987), S. 9
ebd., S. 11
ähnlich siehe auch Bar-On (1997)
siehe etwa Grubrich-Simitis (1979), Bergmann u.a. (1995)
siehe auch u.a. Ahlheim (1985), Herzka u.a. (1989), Stoffels (1991, 1994)
Niederland (1980), S. 17
ebd., S. 229
ebd., S. 229 f.
siehe etwa Grubrich-Simitis (1979), Sichrovsky (1985), Herzka u.a. (1989), Stoffels (1991, 1994), Hardtmann (1992), Bergmann/Jucovy /Kestenberg (1995), Rosenthal (1997), Kogan (1997), Rose (1999), Grünberg (2000), Opher-Cohn u.a. (2000), Ludewig-Kedmi u.a. (2002)
Wiechert (1957)
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Heer (1983), S. 66
siehe Richardi (1983) sowie Richardi u.a. (1990); allgemein über Widerstand in den KZs siehe Langbein (1972, 1980)
siehe zu diesem Themenfeld Heinl (1994), Radebold (2000, 2003), Friedrich (2002), Geo (2002)
Khan (1963); siehe auch Kapitel Traumatisierungen
Heer (1983), S. 141
Richter (1986), S. 26 f.
Ein Hinweis findet sich bei Sander und Johr (1992).
siehe Stierlin (1982)
Boszormenyi-Nagy und Spark (1981)
Die Brisanz dieser Thematik zeigte sich in der hochgradig emotionalisierten Auseinandersetzung um das Buch von Goldhagen (1996). Ähnliche Befunde wie bei ihm, teilweise aber mit anderen Interpretationslinien, finden sich bei Gellately (1993) und Browning (1996). Es geht hier um die äußerst beklemmende Tatsache, dass es in hohem Maße ganz »normale« Männer waren, die zu Beteiligten am Massenmord wurden. Solche Täter lassen sich nur äußerst begrenzt oder gar nicht von »bloßen Mitläufern« durch den Rückgriff auf das getrennt halten, was man üblicherweise als feststehende Charaktereigenschaften betrachtet.
siehe dazu die eindrückliche biographische Erzählung von Timm (2003)
Süddeutsche Zeitung, 19./20.06.04, Wochenendbeilage, S. VIII
Welzer u.a. (2002), S. 248; ähnliche Ergebnisse fanden sich auch in einer Befragung von 1100 deutschen Jugendlichen, die Bar-On durchführte (Bar-On 1997, S. 38).
Müller-Hohagen (1994)
siehe Görres und Rahner (1982), Peck (1990)
siehe Wurmser (1989)
siehe Aly und Heim (1991)
Näheres siehe Müller-Hohagen (1994); ähnlich auch bei Rosenthal (1997), S. 349–352
Niklas Frank in einer Diskussion, Herbst 1987
siehe dazu Gravenhorst und Tatschmurat (1990), Knapp (1993), Messerschmidt (2003)
Angern u.a. (1985), S. 103
ebd., S. 104
ebd. Mit »Führer« sind hier die verschiedenen NS-Größen, insbesondere Göring, gemeint, nicht aber »der Führer« Adolf Hitler, von dem kein ausdrücklicher Befehl zur »Endlösung der Judenfrage« bekannt ist.
ebd., S. 105
ebd., S. 106
ebd., S. 107
ebd.
ebd.
Sichrowsky (1987), Westernhagen (1987), Bar-On (1993), Hauer (1993), Moser (1993, 1996, 1997), Schlink (1995), Rosenthal (1997), Opher-Cohn u.a. (2000), Lebert (2002)
Frank (1987), S. 78
siehe hierzu auch Eckstaedt (1989) sowie – zur Kritik dieses Buches – Tömmel (1992), Treplin (1992)
Sichrowsky (1987), Westernhagen (1987)
Böddeker (1985), S. 227
ebd., S. 479
Kuby (1984)
Klier (1996), S. 11
ebd., S. 11.
ebd., S. 12
Frau O. hat später bei der Durchsicht und Genehmigung des Textes die von mir aus dem Gedächtnis getroffenen Formulierungen autorisiert.
siehe Massing und Beushagen (1986)
siehe auch Brückner (1986)
siehe Buchheim (1967), Haffner (1978), Peukert (1989)
Müller-Hohagen (1994)
siehe Kapitel Soldatenalltag und die Folgen nach 1945.
Näheres im Kapitel Verschiedene Arten von Schuld
Blick zurück – Blick nach vorn: Verschiedene Perspektiven
Beimler, Hans (1933): Im Mörderlager Dachau. Vier Wochen in den Händen der braunen Banditen. Moskau, Leningrad. (Neuauflage 1980, Berlin /DDR)
Befreiung ist möglich, aber nur, wenn wir zuvor hingeschaut haben. So sagte Claude Lanzmann mit Blick auf seinen Film Shoah, in dem so klar wie selten die Nazi-Verbrechen gezeigt wurden, und dies gerade, weil auf viele übliche Bilder verzichtet wurde: »Ich bin sehr gespannt auf die Rezeption von Shoah in Deutschland. Ich bin gespannt, was der Film in Deutschland auslösen wird. Ich glaube, dass Shoah für die Deutschen ein befreiender Film sein wird. Der erste befreiende Film seit 1945.« (Lanzmann 1986, S. 277)
Näheres siehe Müller-Hohagen (2001 a)
Goldhagen (1996)
siehe Bar-On (1993), Lebert (2002)
siehe im Internet unter www.dachau-institut.de
Müller-Hohagen (1987)
Zentrale Themen beim Blick auf die seelischen Nachwirkungen der NS-Zeit
Müller-Hohagen (1987), S. 109; Weiteres zum Thema Trauma siehe Herman (1993), Fischer und Riedesser (1998), Reddemann (1999), Özkan u.a.(2002), Kraemer (2003)
Weitbrecht (1968), S. 100
siehe Eissler (1963), Venzlaff (1967), Baeyer u.a. (1964), Matussek (1971), Lempp (1979), Niederland (1980)
Bräutigam (1968), S. 66
Améry (1977), S. 55 f.
ebd., S. 73
ebd., S. 154
Zur Traumatisierung von Verfolgten sowie den Auswirkungen auf die Nachkommen siehe besonders Grubrich-Simitis (1979), Herzka u.a. (1989), Kogan (1997, bes. S. 242–246), Ludewig-Kedmi u.a. (2002)
Khan (1963). Eng benachbart dem Konzept der kumulativen Traumatisierung ist das der sequentiellen Traumatisierung, wie es Hans Keilson entwickelt hat (siehe Keilson 1979, 1992). Keilson, Arzt und selbst Emigrant aus Deutschland und während des Krieges im Untergrund, untersuchte die seelischen Folgen bei jüdischen Verfolgten in den Niederlanden während und nach der deutschen Besatzung. Ein eindrückliches Beispiel für eine sequentielle Traumatisierung war, wenn ein kleines Kind plötzlich von seinen für die Deportation aufgerufenen Eltern getrennt wurde, sodann bei einer wildfremden Familie lebte, dort notwendigerweise deren Familienzugehörigkeit und dabei auch eine christliche Identität annehmen musste und lange Zeit später, nachdem es zu einem weitgehend »normalen« Mitglied dieser Bauernfamilie geworden war, plötzlich mit einer Frau konfrontiert war, die ihm mitteilte, die wirklichen Eltern seien ganz andere Leute, aber sie seien tot, und sie, die Tante, werde es jetzt zu sich holen. Jeder einzelne dieser dramatischen Brüche stellte eine traumatische Situation dar, doch konnte (und musste) dieses Kind zunächst ohne Ausbildung gravierender Symptome damit fertig werden, aber dann, nach der Überwechslung zu der Tante, brach alles zusammen. Das ist sequentielle Traumatisierung. Ich gehe davon aus, dass sie auch in anderen Zusammenhängen vorkommt, etwa bei vielen Arbeitsmigranten der letzten Jahrzehnte und ihren Nachkommen.
Weltgesundheitsorganisation (1991): ICD 10, S. 157
So der Titel eines Buches von Waltraut Wirtgen (1997), an dessen Entstehung ich eng mitgearbeitet habe.
siehe Viñar (1997)
Niederland (1980), S. 232
Lifton (1988), S. 246
Ludewig-Kedmi (2001) sagt dazu: »Um ihre Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie zu optimieren und aufrechtzuerhalten, bildeten die Nazis in den Konzentrationslagern und in den Ghettos eine Zwischenschicht von Häftlingen. Es waren jüdische und nicht-jüdische Funktionshäftlinge, die von der SS Aufgaben erhielten: Sie sollten andere Häftlinge kontrollieren und bewachen und führten auch Verwaltungsaufgaben für die Nazis durch. Umgangssprachlich wurden sie in den KZs auch Kapos genannt. Jüdische Funktionshäftlinge, wie z.B. die Judenratsmitglieder in den Ghettos oder die Kapos in den Konzentrationslagern, wurden so von den Nazis gezwungen, Gehilfen bei der Planung und Durchführung des Völkermordes zu werden.« (S. 9)
ebd., S. 10
ebd., S. 11
Vinocur (1972), S. 89
siehe Kogan (1997), die auf ihren Lehrer, den israelischen Psychoanalytiker Hillel Klein hinweist; ihm zufolge »diente das ›Schuldgefühl der Überlebenden‹ dem Zweck einer Anpassung, wenn es die Überlebenden und die Nachkommen mit der Vergangenheit, mit den Verstorbenen und mit dem Gefühl der Zugehörigkeit zur jüdischen Welt in Verbindung brachte.« (Kogan, S. 12)
Menzel (1988), S. 153
Giordano (1987), S. 11
ebd., S. 13
ebd., S. 361. Siehe auch Sichrovsky (1987)
ebd., S. 362
ebd., S. 361
Genaueres dazu in Müller-Hohagen (1994)
Die Akte Joel. Die Geschichte zweier Familien. Dokumentation, Deutschland /Österreich 2001, Regie und Buch Beate Thalberg
Fromm (1999)
Mentzos (1984)
Funk (2004), S. 17
Freud, Anna (1936)
Müller-Hohagen (1994)
Langbein (1996), S. 16
Maren und Marcelo Viñar (1997), S. 61
Hamburger Institut für Sozialforschung (1987), S. 24
Näheres siehe Müller-Hohagen (1996 a)
siehe etwa Miller (1981), Wirtz (1989), Herman (1993)
Langbein (1996), S. 11
in Kuby (1984), S. 21
in Kuby, S. 99
in Kuby, S. 137
in Kuby, S. 47
siehe Fischer (1984, 1992)
Bettag (1921)
ebd., S. 6
ebd., S. 5
ebd., S. 9
ebd., S. 121 f.
Giordano (1987), S. 11 f.
Müller-Hohagen (1994, 2001)
Boszormenyi-Nagy und Spark (1981)
Wurmser (1987, 1990)
Wurmser (1987), S. 115
ebd.
siehe Lorenzer (1986)
Wurmser (1987), S. 114
ebd., S. 317
siehe etwa Kogan (1997)
Näheres im Kapitel Eine erweiterte psychologische Perspektive
Persönliche Mitteilung
Müller-Hohagen (1993)
Keupp (1988, 1994, 2000), siehe auch Giddens (1995)
siehe Walzer (1993), Zahlmann (1994)
Viñar (1993), S. 63
Müller-Hohagen (1988), S. 48
Frankl (1982), S. 65
Freud (1933), S. 23
siehe Dolto (1985, 1989), Lichtenberg (1991), Stern (1992), Dornes (1997), Szejer (2000)
Persönliche Mitteilung
Benz (1988); Weiteres siehe Benz (2002)
in Chamberlain (1997), S. 23
ebd., S. 32
ebd., S. 32
ebd., S. 23
ebd., S. 8
ebd., S. 11
in Müller-Hohagen (1994), S. 174
Levi (1991), S. 129 f.
Epstein (1987), S. 11
Möglichkeiten und Grenzen psychologischer Arbeit an NS-Nachwirkungen
siehe Graumann (1985)
siehe Lohmann (1984), Lockot (1985, 1994), Benz (2002)
siehe Niederland (1980)
siehe hierzu auch Herzka (1997), Ludewig-Kedmi und Tyrangiel (2002)
Wurmser, 1989, S. 514
Wege zur heutigen Überwindung von NS-Verstrickungen
siehe das Kapitel Fortdauernde Schrecken des Krieges
siehe das Kapitel Widerstand und das Leben danach
Ein Überblick zu diesen Fragestellungen findet sich bei Rosenthal (1997), S. 28–32, S. 353–356. Mit Blick auf die Befunde aus verschiedenen Interviews mit Familien aus Ost- und Westdeutschland kommt Rosenthal zu der These, dass »die Folgen der Vergangenheit für die Nachgeborenen sich tiefenstrukturell nicht voneinander unterscheiden«. (S. 355)
siehe Führer (1998)
Näheres siehe Müller-Hohagen (1994)
siehe Kapitel Traumatisierungen, und Fußnote Nr. 9
siehe Kapitel Suche nach Wegen
Janina Bauman (1986)
Zygmunt Bauman (1992), S. 7
ebd.
ebd.
ebd.
ebd., S. 100
ebd., S. 106 f.
Dieser Frage bin ich näher in Geschichte in uns nachgegangen (Müller-Hohagen, 1994).
siehe etwa Buchheim (1967)
siehe Kapitel Drängende Fragen zum Menschenbild
Herzka (1997) hat solche Gefahren ebenfalls beschrieben und dabei besonders auch auf entsprechende Tendenzen in den Humanwissenschaften hingewiesen, die er als »Peritotalitäres Syndrom« bezeichnet, das sich ähnlich, wie von Bauman dargestellt, aus Elementen zusammensetzt, die als einzelne durchaus allgemein vorkommen und ihre Brisanz erst in der speziellen Ausrichtung und Zusammensetzung erhalten.
Lévinas (1992), S. 64 f.
ebd., S. 72
ebd., S. 77
ebd., S. 77
ebd., S. 59
ebd., S. 64
Bauman (1992), S. 221
siehe hier
siehe Kapitel Linien von Verbundenheit
Dass diese Grundausrichtungen aber keineswegs auf das Nazi-Reich zwischen 1933 und 1945 beschränkt sind, auch wenn sie dort ihre beispiellose Zuspitzung und Wirksamkeit erhielten, sollte immer mitbedacht werden. Das hat in ganz anderer Weise als Bauman etwa Alice Miller (2004) hervorgehoben und dabei besonders auf die schädigenden Wirkungen der unkritischen Übernahme des Vierten Gebots hingewiesen. »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.« Dieses Gebot unterscheidet nicht zwischen liebenden und misshandelnden Eltern, und ihm fehlt als Gegengewicht eine Forderung, die sich an die Eltern richten würde. So aber hat dieses Gebot in seiner Einseitigkeit bis auf den heutigen Tag oft eine wesentliche Grundlage für stilles Erdulden autoritärer Gewalt und damit für tiefes seelisches Leiden ausgemacht – wie auch für deren Umwandlung in Destruktivität nach außen.
Die oft gestellte Frage, ob das Glas Wasser halb voll sei oder halb leer, gilt für viele Themen, die in diesem Buch angesprochen sind. Bedeuten sechzig Jahre einen riesigen zeitlichen Abstand, oder ist das, gemessen an den angerichteten Verwüstungen, fast nichts? Haben wir uns in Deutschland weit von den Schatten der NS-Zeit fortbewegt, oder stecken wir tiefer darin, als wir es wahrhaben wollen? Was gilt für diesen Menschen und was für jenen? Lassen sich seelische Nachwirkungen der NS-Zeit wirklich überwinden, oder ist schon diese Vorstellung eine Form von Verleugnung?
In den Berichten dieses Buches wird wiedergegeben, wie sich Leid und Verstrickungen, die auf damals zurückgehen, im psychologischen Sprechzimmer von heute gezeigt haben. Es wäre gut, wenn die Allgemeinheit solche Zusammenhänge mehr als bisher wahrnähme; denn Schweres, das mit anderen geteilt wird, lässt sich eher überwinden. Und es müssen nicht die einen im Abseits leben und die anderen letztlich in der Furcht, bei ihnen oder ihren Angehörigen könnte auch »so etwas« vorliegen und im Untergrund wirksam sein. Das Wegschieben von Problemen macht zwar für den Augenblick manches leichter, aber auf Dauer bindet es viele Energien und kann später umso mehr in die Krise führen. Demgegenüber tun sich Wege zur Überwindung oft gerade dann auf, wenn man Verborgenes angeschaut hat. Ich hoffe, es ist deutlich geworden, wie sehr das helfen kann, aus Sackgassen herauszukommen.
Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen appelliere ich für einen solidarischeren Umgang miteinander angesichts der Lasten, welche die NS-Zeit uns allen hinterlassen hat in Deutschland und noch weit darüber hinaus. Das sind Lasten, die sogar über Generationen hinweg wirken. Es macht mir Sorgen, wenn ich an die vielen Menschen denke, für die das gilt. Deshalb habe ich den Wunsch, dass nicht eine Mehrheit sich für »unbetroffen« erklärt und es den anderen überlässt, sich in Isoliertheit mit den weiterhin vorhandenen seelischen Nachwirkungen herumzuschlagen. In den Berichten wurde immer wieder deutlich, dass es für viele »Betroffene« eine große Hilfe bedeutet hätte, wenn sie mehr an Resonanz und Mitgefühl erfahren hätten und wenn auch gesellschaftlich in stärkerem Maße ein Raum vorhanden gewesen wäre, in den hinein sie sich hätten artikulieren können. Die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen sehe ich als eine wichtige Aufgabe für uns Fachkräfte aus psychologischer Beratung und Therapie.
Zweifellos hat es viele Bemühungen gegeben, Wege aus dem Desaster zu finden, individuell und gesellschaftlich. Vieles ist gelungen. Wir leben in einem grundlegend anderen Deutschland. Doch entheben uns die Fortschritte nicht der Aufgaben, die sich dazu heute stellen. Einige davon, wie ich sie sehe, habe ich benannt. Weitere Gesichtspunkte werden sich beim Lesen dieses Buches vielleicht noch ergeben.
Die direkten Auswirkungen von damals mögen sich trotz aller Schwere allmählich verdünnen. Doch an verschiedenen Stellen ist sichtbar geworden, dass viele Nachwirkungen der NS-Zeit nicht isoliert auf innerseelischem Gebiet allein liegen, sondern sich auch niedergeschlagen haben in den grundlegenden Orientierungen für unser Leben in Familie, Arbeitswelt, Wirtschaft und Politik, für den Umgang mit Minderheiten, mit Angst, Versagen, Schuld, Tod, Beziehungen ... Uns aus den Desorientierungen von damals zu befreien macht einen lang andauernden Prozess aus, gesellschaftlich wie auch individuell. Solche Überwindung alter Verstrickungen ist besonders wichtig in Zeiten allgemeiner Veränderungen und kann mit darüber entscheiden, ob Zukunft gelingt und, vor allem, ob dabei menschliche Wege des Miteinanders gegangen werden.