Sicher haben Sie schon oft die tollen Naturseifen bestaunt, die mittlerweile überall auf Mittelaltermärkten, Weihnachtsmärkten oder natürlich im Internet angeboten werden. Duftende Seifenstücke mit Kräutern, ätherischen Ölen, Tonerde oder Meersalz darin. Und dann haben Sie Sich gefragt: Wie macht man das eigentlich? Kann ich das nicht auch zu Hause machen, eine eigene Seife ganz nach meinem Geschmack?
Ja, ganz sicher können Sie diese Seifen selber machen! Mit diesem kleinen Büchlein finden Sie ganz leicht und Schritt für Schritt den Einstieg in die Seifensiederei. Sie brauchen kein teures Zubehör und keine Rohstoffe aus dem Internet, die extra bestellt werden müssen. Die Rezepte in diesem Buch sind so konzipiert, dass Sie alles direkt im nächsten Supermarkt besorgen können und schon geht es los.
Trotzdem muss natürlich erwähnt werden, dass man als fortgeschrittener Sieder doch um einige speziellere Zutaten nicht herumkommen wird.
Beispielsweise ist Rizinusöl eine Zutat, die die Schaumbildung der Seife verbessert und für ihre Seifen später fast unerlässlich werden wird. Auch Bienenwachs oder Lavendelöl bekommt man nicht an jeder Ecke. Ebenso sind Zutaten wie RingeIbIumenbIüten oder Lavendelblüten eine tolle Seifenzutat, die nicht jeder Supermarkt zu bieten hat.
Aber der Reihe nach! Zunächst wollen Sie ja ohne viel Aufwand herausfinden, ob Ihnen dieses Hobby überhaupt Spass macht! Also fangen wir ganz in Ruhe mit einfachen Seifen an, die aber trotzdem Ihre Haut wunderbar pflegen und nach Kräutern duften werden. Also verwöhnen Sie Ihre Haut mit natürlicher, selbst hergestellter Pflege, ich wünsche Ihnen viel Spass und Freude dabei!
Echte Seife besteht aus den Alkalisalzen der Fettsäuren, die in den verwendeten Fetten und Ölen enthalten sind. Diese Alkalisalze entstehen, wenn man Fette bzw. Öle mit einer stark ätzenden Lauge vermischt.
Bei selbst hergestellter Naturseife bleibt außerdem das natürliche Glyzerin enthalten, das bei industriell hergestellter Seife häufig entfernt wird, da man es als Rohstoff für viel Geld weiterverkaufen kann. Seife ohne Glyzerin ist im Allgemeinen als Kernseife bekannt. Während Kernseife zum Putzen kein überschüssiges Fett enthält, werden in Handseifen häufig noch Fette und Pflegestoffe nachträglich hinzugefügt, um das fehlende pflegende Glyzerin auszugleichen. Trotzdem können diese Seifen die Haut austrocknen.
Bei selbst hergestellter Seife können wir zudem den Grad der Überfettung selbst bestimmen. Dies bedeutet, dass mehr Öl verwendet wird, als von der eingesetzten Menge an Lauge verseift werden kann. Dadurch ergeben sich rückfettende Eigenschaften, die die Haut pflegen und ein Eincremen oft überflüssig machen. Üblicherweise ist eine Naturseife etwa 5% überfettet, dies kann jedoch bis zu 12% Überfettung erhöht werden. Die Waschwirkung der Seife beruht darauf, dass ihre Moleküle ein wasserabweisendes und ein wasseranziehendes Ende besitzen. Sie können sogenannte Mizellen in der Waschlösung bilden, die dafür sorgen, dass sich aus Wasser und Fett eine Emulsion bilden kann (ähnlich wie bei Milch, die ebenfalls aus Wasser- und Fetttröpfchen besteht). Dadurch kann das Seifenmolekül Schmutzpartikel an sich binden, die dann mit dem Waschwasser einfach abgewaschen werden können.
Seife hat einen recht hohen pH-Wert von etwa 9. Oft wird behauptet, dass dies den Säureschutzmantel der Haut zerstört und die Verwendung von Seifen somit ungesund sei. Seifenfreie Waschgele mit einem sauren pH-Wert von 5,5 seien besser geeignet um die Haut richtig zu pflegen.
Fakt ist aber, dass viele künstlich hergestellte Tenside Allergien auslösen können und biologisch schwerer abbaubar sind als Seife, somit also auch die Umwelt belasten. Andere Fachleute sind der Meinung, dass es im Gegenteil sogar die Selbstheilungskräfte der Haut anregt, wenn der Säuremantel auf der Haut regelmäßig entfernt wird und die Haut somit zur Regulation des pH-Wertes gezwungen wird. Außerdem handele es sich gar nicht um einen Schutzmantel, sondern lediglich um ein Konvolut von Bakterien, Schmutz und anderen Umwelteinflüssen, vor denen unsere Haut uns schützt und das sogar entfernt werden muss, um die Haut gesund zu erhalten.