Bahar Yilmaz
Der Ruf der Geistigen Welt
Wie Sie Ihre medialen Fähigkeiten aktivieren und nutzen
Das große Praxisbuch des Channelns
Mitarbeit am Konzept und bei einigen Kapiteln:
Wulfing von Rohr
Das Buch
Wegweisende Botschaften aus der Geistigen Welt empfangen, die konkreten Rat und Hilfe bieten: das ist Channeln. Diese mediale Fähigkeit ist in jedem Menschen angelegt – man muss sie nur aktivieren. Wie das geht, zeigt Bahar Yilmaz in ihrem Praxisbuch, das keine Fragen offenlässt: Wie werden die Botschaften empfangen? Wofür kann man Channeling nutzen? Wie lernt man zu erkennen, ob eine Quelle echt und glaubwürdig ist?
Als erfolgreiches Medium offenbart Bahar Yilmaz zudem einen ganz neuen Aspekt: Channeln ist durch die Übertragung hoher geistiger Energien sehr heilwirksam. Schritt für Schritt zeigt sie, wie sich jeder mit diesen Energien verbinden und sie im eigenen Leben nutzen kann.
Die Autorin
Bahar Yilmaz gilt als das jüngste und erfolgreichste Channel-Medium im deutschsprachigen Raum, das in vollständiger Trance Botschaften der geistigen Welt übermittelt. Sie führt eine erfolgreiche Praxis in Ingolstadt, in der sie u.a. die von ihr entwickelten spirituellen Heilmethoden »Aura-Coaching« und »Trance-He aling« anbietet. Zusammen mit Pascal Voggenhuber gründete sie die mediale Schule in Sissach.
Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.
Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.
Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autorin noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.
Ansata ist ein Verlag der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München.
ISBN 978-3-641-10927-1
V003
Copyright © 2014 by Ansata Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH,
Neumarkter Str. 28, 81673 München.
Alle Rechte sind vorbehalten. Printed in Germany.
Illustrationen: © Jeffrey Kastenmüller
Redaktion: Dr. Diane Zilliges
Umschlaggestaltung: Guter Punkt, München
Umschlagmotiv: © Sergey Nivens / shutterstock
Satz: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, Germering
www.ansata-verlag.de
Für Noah.
Inhalt
Vorwort
Wenn die Geistige Welt dich ruft
Erinnerungen wachrufen
Channeln früher und heute
Was bedeutet das: Channeln?
Was steckt hinter dem geheimnisvollen Phänomen?
Light-Channeling und Deep-Channeling
Unterschiedliche Trance-Zustände
Formen der Trance
Trance-Hindernisse
Zur weiteren Klärung: die Bewusstseinsebenen
Zur Abgrenzung: andere spirituelle Techniken
Die Basis fürs Channeln schaffen
Durchlässigkeit und Stabilität der Energiekanäle
Klopftechnik für die emotionale Balance
Die Bedeutung von Yoga für das Channeln
Harmonisierung und Aktivierung der Chakras
Arbeiten mit dem inneren Wächter
Geistige Reinigung durch Meditation
Die eigene Schwingung an die der Geistigen Welt angleichen
Ausgleichen der Aura
Neutralisieren von Karma
Vergebungsprozesse
Klarheit der inneren Absichten
Das Channeln unterschiedlicher Wesenheiten
Die Resonanz des Channelers
Die Erde und die irdischen und innerirdischen Wesenheiten
Kosmische Wesenheiten
Die Geistige Welt
Aufgestiegene Meister
Lichtwesen, Lemuria und Atlantis
Engel und Erzengel
Seraphim
Elohijm
Das Höhere Selbst
Deine Channel-Praxis
Prüfkriterien für ein Channeling
Wird ein »echtes« Geistwesen gechannelt?
Der Trance-Zustand des Mediums
Können dunkle Wesenheiten gechannelt werden?
Zum Abschluss
Danksagung
Vorwort
Gleich zu Beginn möchte ich mich bei dir bedanken, dass du mir deine Aufmerksamkeit schenkst. Das, was gerade in deinen Händen liegt, ist weit mehr als ein Buch. Es ist eine Reise, die dich in Welten und Ebenen tragen wird, die jenseits deines Denkens und des allgemein menschlichen Vorstellungsvermögens liegen. Es ist schön, dass wir uns als Weggefährten auf diese Reise machen wollen, im Wissen, dass wir beide auf dem gleichen Weg sind.
Vielleicht hat dich der Ruf aus der Geistigen Welt bereits erreicht. Du spürst, dass du begonnen hast, dich mit geistigen Ebenen zu verbinden und mit ihnen zu kommunizieren. Dieses Buch kann dir helfen, diese Kommunikation zu vertiefen und dir nach und nach immer mehr bewusst darüber zu werden.
Das Channeln ist zu einem wichtigen Teil meiner Arbeit als Medium und spiritueller Coach geworden. Heute bin ich hauptsächlich als Channel tätig und sehe es als eine Aufgabe meiner Seele an, Energien von höheren Ebenen ins Bewusstsein der Menschen zu übermitteln. Ich bringe diese Energien direkt durch mein Wesen hindurch und transformiere sie so, dass sie auf dem niedriger schwingenden, irdischen Level empfangen und genutzt werden können. Meine Klienten schätzen das sehr. Es ist aber nicht so, dass nur ich eine solche Gabe hätte. Ich möchte diese wundervolle Arbeit allen Menschen zugänglich machen. Diesbezüglich erhalte ich auch immer wieder Anfragen von meinen Klienten, ob es denn nicht auch für sie möglich sei zu channeln. Ja, das ist es. Es ist jedem möglich. Und wenn du dich für höhere Bewusstseinsebenen öffnen möchtest – mit Hingabe und Liebe –, dann ist das Channeln genau das Richtige für dich.
Am liebsten würde ich das, was ich anderen Menschen als Hilfestellung in gewissen Lebenssituationen anbiete, gar nicht Channeln nennen, denn dieser Begriff wurde sehr oft missverstanden. Für mich ist es auch nicht so einfach zu erklären, was in solch einer Session geschieht, denn mittlerweile ist diese Methode der Energie- und Botschaftenübermittlung regelrecht zu einem Teil von mir geworden. Ich werde in diesem Buch daher über meine Erfahrungen und Gedanken zum Channeln schreiben und auch über wesentliche Erkenntnisse, die Menschen auf diesem Weg erschlossen wurden. Ich habe in den letzten Jahren Hunderte von Channelings abgehalten und doch kein einziges auf der bewussten Ebene erlebt. Es ist einfach so, dass ich dabei in eine tiefe Trance gehe (du wirst aber auch in einer leichteren Trance arbeiten können). Wenn ich mir die Aufzeichnung im Nachhinein anhöre, ist es immer wieder ein seltsames Gefühl zu wissen, dass durch mich gesprochen wurde und geholfen werden konnte.
Darum ging es mir schon mein ganzes Leben lang – seit ich denken kann, wollte ich helfen. Ich wusste zwar anfangs noch nicht konkret wie, aber ich hatte die innere Gewissheit, dass es mir gezeigt werden würde. Als Kind hatte ich immer wieder Begegnungen mit der außersinnlichen Welt und war sehr gut im Astralwandern. Dass ich Jahre später aufs Channeln gestoßen würde, hätte ich nie absehen können und auch nicht den großen Beitrag, den es für das Leben anderer doch leisten sollte. Ich glaube dabei nicht, etwas Besonderes zu sein, ich bin nicht anders als du. Mein Vertrauen in das Göttliche in mir ließ mich die Fähigkeiten, die in uns allen verborgen liegen, schulen und erwecken. Und das kannst auch du tun.
Vielleicht stellst du dir die Frage, wieso heute so viele Lehrer das Thema Channeln aufgreifen. Channeln ist aber alles andere als ein modernes Phänomen der spirituellen Szene. Schon zu Zeiten von Atlantis, Lemuria und dem alten Ägypten wurden Menschen zu Channelmedien ausgebildet. Es kann sogar sein, dass in dir noch von damals ein altes Wissen und Können existiert, das du in kürzester Zeit wachrufen kannst. Ich kann deutlich spüren, dass es heute viele Menschen gibt, die mehr als bereit sind zu channeln. Viele haben bereits ihre Ausbildung dafür absolviert, und zwar in anderen Leben.
Ich möchte aufzeigen, dass es für jeden mit gewissen Übungen und Techniken möglich sein kann, zu channeln und die wunderbare Welt der geistigen Wesen für sich zu entdecken. Letztendlich haben wir genau aus diesem Grund einen physischen Körper, der es uns überhaupt erst möglich macht, höchste Ebenen von Energien auf die Erde zu lenken. Unser Körper kann ein Gefäß für göttliche Energien sein. Jeder Mensch ist ein Kanal der Seelenebene, der spirituelle Energie auf die Erde lenken soll. Energie, die die Erde wiederum für die Evolution und Entwicklung der Menschheit benötigt.
Bei all dem geht es mir vor allem darum, dir aufzuzeigen, dass das Channeln eine ganz leichte und beschwingte Methode sein kann, mit geistigen Wesenheiten in den Austausch zu treten. Oft wird es nämlich als etwas sehr Ernstes und Schweres dargestellt, was es aber überhaupt nicht sein muss. Es kann eine freudvolle und erfüllende Art sein, den Austausch herzustellen, und die geistigen Wesen können auf sehr humorvolle Weise mit uns kommunizieren. Dies konnte ich immer wieder in Channelings erfahren, und es soll uns sicher auch daran erinnern, dass geistige Wesen voller Liebe und Freude sind.
In diesem Buch geht es nicht so sehr darum, dir Botschaften zu übermitteln, die aus himmlischen Sphären stammen, sondern es will dich dazu zu ermutigen, deine Verbindung zu geistigen Ebenen selbst herzustellen. Ich möchte dir dabei helfen, das Channeln auf eine strukturierte, achtsame und einfache Art und Weise durchzuführen, sodass du Vertrauen in deine medialen und übersinnlichen Fähigkeiten gewinnst. Vielleicht bist du bereits auf einem spirituellen Weg, vielleicht arbeitest du sogar als Heiler oder Medium. Aber auch als Neuling auf diesem Gebiet solltest du wissen: Channeln ist eine Art von geistigem Hochleistungssport, du solltest dir daher Zeit geben und mit viel Achtsamkeit üben.
Dieses Buch wird dir dabei helfen, deine übersinnlichen Fähigkeiten zu stärken, deine Spiritualität und Medialität zu erforschen, den Kontakt zu Verstorbenen herzustellen sowie für dich selbst und andere in deinem Umfeld eine Verbindung zur Geistigen Welt herzustellen, Energien von dort zu empfangen oder Botschaften und Führung aus diesen Ebenen zu erhalten.
Bevor wir unsere Reise antreten, möchte ich es dir ans Herz legen, die Übungen in der angegebenen Reihenfolge auszuführen. So wirst du am meisten von diesem Buch profitieren, und dein Bewusstsein wird sich leichter und schneller an die anderen Bewusstseinsebenen gewöhnen. Ich wünsche dir viele Erkenntnisse und vor allem viel Freude auf der Reise. Sie wird dich insbesondere zu dir selbst, zu deinem inneren göttlichen Kern führen.
Wir werden zusammenarbeiten – du, ich, unsere Seelen und unsere spirituellen Lehrer, viele Geistführer und Engel. Wir arbeiten für das Licht, für die spirituelle Entfaltung der Erde, für ihre Kinder, die Menschheit, die jetzt zu etwas Neuem erwacht.
WENN DIE GEISTIGE WELT DICH RUFT
Unsere Reise beginnt vor langer, langer Zeit, an einem Ort, den wir Menschen noch heute bewohnen. Unsere Erde. Es war eine Ära von Freiheit, Frieden und absolutem Eins-Sein auf unserem Planeten, noch bevor die Wesenheiten von Lemuria und Atlantis eintrafen. Wir Menschen verfügten über außergewöhnliche Talente wie Telepathie und übersinnliche Wahrnehmung und konnten allein durch den Willen in Sekundenschnelle lange Strecken überbrücken. Wir beherrschten das Reisen auf unterschiedlichen Ebenen und schienen mit allem Lebendigen um uns herum vollkommen in Liebe verbunden zu sein. Es herrschte tiefer Frieden auf der Erde, und dies nicht nur unter den Menschen, sondern auch zwischen ihnen und anderen Wesenheiten, bis hin zu jenen fernab des Planeten. Wir waren in der Lage, zu jedem Zeitpunkt zu Engeln, Lichtwesen und kosmischen Wesenheiten Kontakt aufzunehmen, und viele von ihnen lebten unter uns. Es fand immerzu ein schöner, respektvoller und achtsamer Austausch statt. Wir Menschen lernten sehr viel von unseren Freunden aus der Geistigen Welt. Jedoch war die Erde schon von Anbeginn der Zeit geprägt von der Dualität. So wie es licht- und heilvolle Energien gab, gab es auch solche, die den kosmischen Plan von Licht und Liebe zu durchkreuzen suchten …
Erinnerungen wachrufen
Der Mensch war vom Anbeginn der Zeit ein göttliches Wesen, das in sich die ewige Liebe des Schöpfers trug und in einer Einheit mit allen Wesenheiten lebte. Alle Menschen sind ein Kanal für das göttliche Prinzip, das sich in unterschiedlichsten geistigen Wesen manifestieren und zeigen kann. Um diese Fähigkeit des Channelns wieder aktivieren zu können, braucht es einzig und allein die Erinnerung an dieses in jedem wirkende Urprinzip. In uns ist es angelegt, mit den unterschiedlichsten Ebenen der Schöpfung zu kommunizieren, und auf einer meist unbewussten Ebene tun wir das auch alle ständig. Nur schiebt sich leider viel zu oft der Riegel des Denkens und des Verstandes davor, sodass wir die Botschaften nicht oder nur sehr selten bewusst aufnehmen.
Hast du dich schon mal gefragt, wie viel du von deinem allumfassenden Bewusstsein ausschöpfst, wie viel du davon lebst? Wenn ich von allumfassendem Bewusstsein spreche, meine ich das, was wir mit »Gott« oder dem »letztendlichen Prinzip« gemeinsam haben: eine Allwissenheit und Allpräsenz durch die gesamte Schöpfung hindurch. Unsere physische Begrenztheit lässt uns leider viel zu oft denken und fühlen, dass wir im Getrennt-Sein leben. Das tun wir aber zu keinem Zeitpunkt in unserem Leben. Aber wir leben einen Großteil unserer Zeit in einem begrenzten Bewusstsein, das meist noch von einengenden Emotionen wie Angst und Unsicherheit dominiert wird.
Wenn wir unsere einst vorhandene Verbindung zu geistigen Wesenheiten wiederherstellen wollen, gilt es in erster Linie, die Erinnerungen an diese Zeit in uns wachzurufen. Dies kann nur geschehen, wenn wir unser Bewusstsein auf seine eigentliche Größe ausdehnen und blockierende Aspekte des irdischen Daseins ausblenden. Dabei bleiben wir noch immer Menschen, nur mit dem Unterschied, dass wir uns zu unserer wahren spirituellen Größe erheben. Lass uns gemeinsam gleich an dieser Stelle unserer Reise eine kleine Meditationsübung machen, die dein Bewusstsein auf effektive Weise erweitern und deine Erinnerung an dein geistiges Wissen und Können wachrufen wird.
Erinnere dich – die Erinnerungskugel
Ich empfehle dir, diese Übung möglichst häufig zu praktizieren. Sie wirkt reinigend und öffnend auf dein Herzchakra und erweitert dein Bewusstsein auf seine natürliche Größe der Unendlichkeit. Ich liebe es, diese Übung in meinen Unterricht miteinzubinden, da sie sehr kraftvoll und effektiv ist. Viele meiner Schüler berichten von starken Empfindungen, Bildern und von einem Gefühl, »nach Hause zu kommen«. Du kannst dabei auch Hinweise bezüglich deiner seelischen Herkunft erhalten, was für das Channeln eine sehr hilfreiche Stütze sein kann.
Wie ich das Channeln für mich entdeckte
Für mich persönlich ist Channeln etwas, was ich als eine sehr enge Freundschaft mit der Geistigen Welt und anderen Ebenen empfinde. Sie begann, als ich mich in einer Ausbildung zum ganzheitlichen Lebenscoach bei Dr. Roy Martina befand. Sehr schnell fanden wir einen freundschaftlichen Zugang zueinander, sodass Roy mich eines Tages fragte, ob ich denn auf eine Trance-Session Lust hätte. Als spiritistisch ausgebildetes Trance-Medium verfügte ich zu diesem Zeitpunkt bereits über fundiertes Können in diesem Bereich, sodass ihn vielleicht auch dies dazu bewogen hatte, mich auszuwählen. Vorab schilderte er mir kaum etwas davon, was er denn nun konkret vorhabe. Ich vertraute ihm und fiel durch seine professionelle Induktion auch sehr schnell und leicht in eine tiefe Voll-Trance. Dies ist ein Zustand wie eine Art Tiefschlaf, in dem der bewusste Verstand so weit ausgeschaltet ist, dass man sich an das, was während der Trance geschieht, später nicht erinnern kann. Roy brachte mich nach meinem Gefühl innerhalb von kürzester Zeit wieder aus der Trance zurück und wollte wissen, ob ich mich an das Geschehene erinnern konnte. Aber ich hatte rein gar nichts bewusst mitbekommen, es kam mir wie eine Art Sekundenschlaf vor. Es gab aber einen spürbaren Unterschied in meinem Körperempfinden und meinem mentalen Zustand. Ich fühlte mich so erholt und energetisiert wie nie zuvor in meinem Leben. Gleichzeitig war da auch eine Leichtigkeit in meinem Körper zu spüren, die ich in dieser Form nicht kannte. Geistig war ich klar und konzentriert, ein Zustand, der mir von den Meditationen in einem buddhistischen Kloster bekannt war. Aber nun konnte ich diesen Zustand auch im normalen Wachbewusstsein mühelos halten.
Meine persönliche Reise in die Welt des Channelns hatte also begonnen, und Roy hatte mit Elohijm Bekanntschaft machen dürfen, während ich mich in tiefer Trance befunden hatte. Elohijm war mir selbst zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Sie stellte sich als ein Engel vor, der zu einer Gruppe gehört, die sich selbst auch Elohijm nennt. Sie seien an der Schöpfung der Erde beteiligt gewesen und nun Erhalter des kosmischen Plans und unsere Beschützer. Erstaunlicherweise sprach Elohijm auf eine für uns Menschen sehr leicht verständliche und sympathische Weise, hatte Humor und lachte viel. Da Roy alles aufgezeichnet hatte, durfte ich im Nachhinein selbst auch auf bewusster Ebene die Botschaften empfangen. Für mich war das wohl einer der berührendsten Momente in meinem ganzen Leben. Ich war sowohl über Jenseitskontakte als auch Kontakte durch Geistführer immer wieder mit anderen Wesensarten in Berührung gekommen. Aber solche konkreten Durchsagen, die vollkommen jenseits meiner bewussten Wahrnehmung stattgefunden hatten, hatte es zuvor noch nie gegeben. Ich fühlte mich so gesegnet, dass ich diese direkte Verbindung herstellen durfte. Alle bisherige Zusammenarbeit mit der Geistigen Welt, sei es im Trance Healing oder in anderen spirituellen Sessions, geschah meist in einem bewussten oder halbbewussten Zustand. Was nun geschehen war, erfüllte mich mit solch einer Demut und Dankbarkeit, dass ich es kaum ausdrücken kann. Es zeigte mir, dass mein spirituelles Ich stärker war als mein Ego und dass ich wirklich gelernt hatte, der Geistigen Welt vollkommen zu vertrauen und mich fallen zu lassen. Sonst wäre diese starke Verbindung gar nicht zustande gekommen.
Elohijm sprach davon, dass sie ein Seelenaspekt von mir sei und eine Instanz, die über jegliche Informationen bezüglich meines Seelenplans und Lebensweges verfüge. Sie sei auch in der Lage, mich, die sie »der Körper« nannte, augenblicklich zu heilen, was sie auf Bitte von Roy Martina auch getan hatte. Meine Magenbeschwerden, die mir schon, seit ich denken kann, Sorgen bereiteten, waren nach der Heilung durch Elohijm komplett aufgelöst, so als wären sie nie existent gewesen. Ich hatte diesbezüglich schon an sehr vielen Orten Hilfe gesucht, letztendlich war es aber wohl nur ein Teil meiner Seele, der mich zu heilen vermochte, und das innerhalb eines Channelings. Ich verstand: Es ging also gar nicht nur um die Botschaften, die Elohijm an Roy zu vermitteln hatte, sondern Elohijm, als ein Teil meiner Seele, war gekommen, um mich zu heilen. Somit heilte eigentlich ich mich selbst, denn Elohijm gehört ja zu meiner Seele.
Mehr als Botschaften
An diesem Beispiel siehst du, dass Channeln weitaus mehr ist als die Übermittlung von Informationen. Es geht dabei vor allem darum, eine gewisse höher schwingende Energie zur Erde zu kanalisieren, die dem Wohle des Channelers, aber auch aller anderen, die mit dem Channeling in Berührung kommen, dient. Spontanheilungen können eintreten, Energien ins Fließen gebracht und heilvolle Impulse gesetzt werden. Für mich ist das Channeln heute das Wundervollste an meiner medialen Arbeit. Es eröffnen sich dabei so wertvolle neue Dimensionen der Spiritualität.
Aber wieso konnte es eigentlich sein, dass ich auf Anhieb channeln konnte und Elohijm einfach so durch mich sprach? Was war der Grund dafür, dass die Verbindung zu Elohijm so schnell hergestellt werden konnte? Wir gingen dem nach und suchten bei Elohijm selbst eine Auskunft. Was sie uns übermittelte, stellt die Basis für das Channeln dar, wie ich es heute lehre. Gestützt auf diese Informationen wollen wir unsere Reise fortsetzen, indem wir zunächst eine stabile Basis für deine Channel-Arbeit schaffen und uns erst einmal darüber klar werden, was Channeln überhaupt ist und auf welcher Tradition es basiert.
Channeln früher und heute
Botschaften aus der Geistigen Ebene gibt es seit Anbeginn der Zeit und vielerorts, ganz gleich, wie sie von Menschen genannt wurden und werden. Die Pythia von Delphi hat den Fragestellern Orakelsprüche mit auf den Weg gegeben. Vogelflug und Kaffeesatz, Tarotkarten und Horoskope, Engelorakel und vieles, vieles mehr haben Menschen eingesetzt, um Botschaften aus feinstofflichen Welten zu erhalten. Bis heute ist der Mensch auf der Suche nach einer Vereinigung mit der Geistigen Welt und nach kosmischem Wissen, das sein Leben in ein schöneres, liebevolleres und spirituell erwachtes Dasein verwandeln kann. Es scheint in uns allen ein tiefer Wunsch verwurzelt zu sein, uns mit dem Göttlichen zu verbinden.
Vieles wurde schon über geistige Botschaftenübermittlung geschrieben. Besonders populär sind die Bücher von Nostradamus, dem Arzt und Astrologen, der vieldeutige und eher verworrene Orakelsprüche channelte. Einige Jahr zuvor hatte Dante Alighieri seinen »Reiseführer« durch Hölle, Fegefeuer und Himmelssphären niedergeschrieben, die berühmte »Göttliche Komödie«. War das auch gechannelt? Später gab Emanuel Swedenborg Berichte aus »Himmeln, Höllen und Geisterwelten« weiter und beschrieb seinen Einblick in Engelssphären und seinen Austausch mit Engelwesen.
Aus welcher Bewusstseinswarte, von welcher geistigen Ebene kommen solche und unzählige weitere Botschaften? Von was für Menschen werden sie weitergereicht oder gedeutet? Das sind Fragen, mit denen wir uns im weiteren Verlauf des Buches auseinandersetzen werden. Betrachten wir zunächst einige bekannte Medien aus früheren Zeiten, die alle ihre je eigene Art und Methode des Channelns entwickelt haben.
Jakob Lorber: Der Schreibknecht Gottes
Lorber (1800 bis 1864), der sich selbst als »Schreibknecht Gottes« bezeichnete, zählt zu jenen Menschen, durch die sogenannte Neuoffenbarungen übermittelt wurden. Er war von Haus aus Musiker und christlicher Schriftsteller, lebte in der Zeit der Habsburger Monarchie in der heutigen Steiermark und dem heutigen Slowenien. Er berichtete, dass er am 15. März 1840 eine »innere Stimme« nahe seinem Herzen hörte, die ihn aufforderte zu schreiben. Für Lorber war es die »Gnadenstimme des Herrn Jesus Christus«, deren »Diktate« er aufnahm und getreulich zu Papier brachte, auf etwa 20 000 Seiten! Lorber war also ein »Schreibmedium«, das sich bei klarem Geist diktieren ließ.
Daniel Dunglas Home: Medium im viktorianischen Zeitalter
Der Schotte Home (1833 bis 1886) war zu seiner Zeit das wohl bekannteste Medium in Großbritannien. Er hatte, wie berichtet wird, wie Mutter und andere Verwandte das »zweite Gesicht«. Das war gar nicht so beliebt, weil solche Menschen im Wesentlichen Todes- und Unglücksfälle »vorhersahen«. Home, so heißt es, hatte schweben können, er konnte Kontakt zu Verstorbenen herstellen und psychokinetische Effekte bewirken, also Gegenstände nur durch geistige Konzentration bewegen.
Edgar Cayce: Der schlafende Prophet
Cayce (1877 bis 1945) war ein Voll-Trance-Medium, das in einer Art selbstinduzierten Hypnose detaillierte und verblüffend oft sehr wirkungsvolle Hinweise zur Heilung von Krankheiten gab, obwohl er keinerlei medizinische Ausbildung hatte. Cayce konnte aufgrund eines Briefes, in dem die Symptome der Hilfe und Heilung suchenden Person beschrieben waren, in Trance Auskünfte zur Therapie geben. Ausgangspunkt für seine Tätigkeit für andere war, dass Cayce in Trance Mittel herausfand, um sich von seinem eigenen Stimmverlust zu heilen. Er gab später auch Auskünfte über Atlantis, hatte Visionen vom Ende der Welt und äußerte sich zu einer ganzen Reihe von anderen Themen. Er gründete eine gemeinnützige Stiftung, ARE, die Association for Research and Enlightenment (Vereinigung zur Forschung und Erleuchtung), die auch heute noch arbeitet. Cayce, der sehr bekannt wurde, hatte selbst mehr Interesse an der Hilfe für Kranke und seiner Erforschung von Religionen als an dem öffentlichen Interesse für seine Prophezeiungen.
Helen Schucman: Ein Kurs in Wundern
Schucman (1909 bis 1981) war bis 1977 Professorin für klinische Psychologie an der medizinischen Fakultät der Columbia University in New York. 1965, nach einer klärenden Aussprache mit ihrem Vorgesetzten, bei der es um »einen anderen Weg« ging, wie man bei Meinungsverschiedenheiten mit Ärger und Aggression umgeht, begann Helen Schucman eine innere Stimme zu hören. In den folgenden sieben Jahren schrieb sie drei Bände von »Ein Kurs in Wundern« nieder. Dabei bezeichnete sie sich als »Schreiberin«, weil sie im Unterschied zu vielen anderen Channelingprozessen nie in einer Art Trance oder einem »anderen Bewusstseinszustand« war. Schucman gegenüber gab sich die Stimme, die ihr diktierte, als Jesus zu erkennen. Da sie um ihren Ruf als Professorin fürchtete, wollte sie die Niederschriften zunächst nicht veröffentlichen.
Die Ursprungsversion des englischen Buches ist übrigens 2003 von Gerichts wegen als »gemeinfrei« erklärt worden. Zentrale Botschaften dieses intuitiv gechannelten Werks könnte man so zusammenfassen: Diese Welt ist so, wie sie ist, nicht von Gott erschaffen worden, sondern von den Egos. Wenn sich Menschen für Jesus öffnen, indem sie Christus in allen Mitmenschen erkennen, wenn sie sich für die Wahrheit und für die Liebe öffnen, können sie heilen und aus der Unwirklichkeit herausfinden … »Ein Kurs in Wundern« ist in den USA vor allem durch Kenneth Wapnick, Herausgeber und Kommentator einer Ausgabe des Werks, durch Marianne Williamson und den auch bei uns bekannten Psychologen Chuck Spezzano bekannter geworden.
Rosemary Brown: Mediale Musik
Brown (1916 bis 2001) schuf in den 1970er-Jahren eine kleine Mediensensation, als sie Musikwerke präsentierte, die ihr als englischem »spirit medium«, wie sie sagte, von den verstorbenen Komponisten Liszt, Brahms, Bach, Beethoven, Chopin und anderen übermittelt wurden. Brown war erst sieben Jahre alt, als ihr zum ersten Mal ein »Geist« mit wehenden weißen Haaren und einem schwarzen Gehrock erschien und mitteilte, dass er ein Komponist sei und sie, Rosemary, eines Tages zu einer berühmten Musikerin machen würde. Erst später sah sie ein Foto von Liszt und erkannte ihren »Besucher«. Brown erzählte ihren Eltern zudem von Ereignissen, die vor ihrer Geburt stattgefunden hatten und von denen sie eigentlich nichts wissen konnte. Auf Nachfrage sagte sie, dass ihre geistigen Besucher ihr das berichtet hätten. Zahlreiche ihrer Musikwerke sind von hoher Qualität und strahlen tatsächlich den Geist der entsprechenden Komponisten aus. Rosemary Brown ist hier erwähnt, weil sie eines der wenigen Musik-Channels war.
Coral Polge: Mediale Kunst
Die Engländerin Polge (1924 bis 2001) hat ohne kommerzielle Interessen über 60 000 verstorbene Menschen porträtiert, die mit ihr von der geistigen Welt aus Kontakt aufgenommen hatten. Sie brachte mit einfachen Strichen, auch bei öffentlichen Demonstrationen, zum Beispiel bei den Basler PSI-Tagen, eine so verblüffende Ähnlichkeit mit den Verstorbenen aufs Papier, dass diese Zeichnungen wie Fotografien wirkten. Mit dieser Kunst wollte sie die lebenden Menschen wissen lassen, dass ihre Angehörigen und Freunde nicht »tot« sind, sondern in der geistigen Welt weiterleben. Sie war mit dem vor ihr verstorbenen Geistheiler Tom Johanson verheiratet.
Coral Polge wurde in diese Übersicht aufgenommen, da sie ein ungewöhnlich begabtes Malmedium war. Wulfing hat sie persönlich sowohl in Basel als auch noch bei ihr zu Hause in England kennengelernt und von dort Bilder mitgebracht, auf denen verstorbene Verwandte von ihm eindeutig zu erkennen sind.
Albert Best: Das Medium aus Nordirland
Best (1927 bis 1996) war zumindest im englischsprachigen Raum das bekannteste Medium des 20. Jahrhunderts. Sein erstes spirituelles Erlebnis, das dokumentiert wurde, hatte er im Alter von sieben Jahren, als er ein Wesen sah, das sich später als sein Ururgroßvater herausstellte. Bei einem Reading für Best durch ein Medium in einer spiritualistischen Kirche wurde ihm gesagt, dass er von seinem Geistführer und Licht um ihn herum begleitet werde. Man lud ihn ein, in einem »Zirkel« zur Entwicklung medialer Fähigkeiten mitzuarbeiten und sich weiter ausbilden zu lassen.
Albert Best war für seine sehr genauen, detaillierten Readings weithin bekannt, in denen er Kontakte zur Geistigen Welt herstellte und zu Verstorbenen. Vor allem auch bei öffentlichen Auftritten demonstrierte er auf glaubwürdige und nachprüfbare Weise, dass es Kontakte zur Geistigen Welt gibt und die Verstorbenen nicht »tot« sind, sondern als geistige Wesen weiterhin existieren.
Jane Roberts: Seth
Die Schriftstellerin Roberts (1929 bis 1984) channelte den spirituellen Lehrer Seth, während sie in Trance war. Seth-Bücher haben seit der ersten Veröffentlichung in den späten 1960er-Jahren eine Auflage von über sieben Millionen erreicht und erschienen in einem Dutzend Sprachen. Seth prägte den Satz: »Ihr schafft euch eure eigene Wirklichkeit.« Vor allem mit dieser Aussage beeinflussten die Channelings die gesamte New-Age-Bewegung nachhaltig. Seths klare Vorstellungen von der ewigen Gültigkeit der Seele und das Konzept, dass wir unsere eigene Wirklichkeit gemäß unseren Glaubenssätzen formen, hat das Leben von Menschen auf der ganzen Welt bewegt. Obwohl sie inzwischen fast nur doch direkt Channel-Interessierten etwas sagen, zählen die Seth-Bücher doch nach wie vor zu den wichtigen Stimmen, die entscheidend zum Erwachen eines neuen Bewusstseins beigetragen haben. Manchen Menschen gelten die Botschaften von Seth deshalb auch heute noch als eine dynamische, umfassende, brillante und am wenigsten verzerrte »Landkarte« zu inneren Realität und zum menschlichen Potenzial.
Nun noch kurz zu drei lebenden Medien bzw. Channels, die auf ihre jeweils ganz eigene Art arbeiten. Wir können daran ablesen, dass auch heutzutage manche Menschen besondere mediale Fähigkeiten haben, sie meist auch gezielt weiter ausbilden und diese Gaben dann auf unterschiedliche Weise einsetzen.
Lee Carroll: Kryon
Sehr bekannt geworden in den Jahren vor und nach 2000 ist der Amerikaner Lee Carroll, der ein »Engelwesen aus der Quelle« channelt, das Kryon genannt wird und seit Anbeginn die Erde begleitet. Im Wesentlichen geht es bei den Botschaften um den Aufbau bzw. die Erneuerung eines »magnetic grid«, eines magnetischen Gitternetzes, das die spirituelle Evolution der Menschheit fördern bzw. erst möglich machen soll.
Inzwischen sind zwar, wie wohl nicht anders zu erwarten war, auch andere Medien aufgetaucht, die mitteilen, sie würden Kryon channeln. Ursprünglich und original tut dies jedoch nach unserer Ansicht nur Lee Carroll, der 1989 zum ersten Mal Kryon durch sich sprechen ließ und seither zwölf Bücher dazu veröffentlicht hat, zudem drei Bücher als Koautor zu sogenannten Indigokindern. Carroll weist übrigens darauf hin, dass Channelbotschaften niemals hundertprozentig akkurat in unsere Sprache und unsere Begrenzung durch Raum und Zeit übermittelt werden können. Deshalb komme es mehr darauf an, was die feinstoffliche Energie der ursprünglichen Botschaft ist, nicht so sehr, was das niedergeschriebene Wort bedeutet.
Gordon Smith: Master Chi
Gordon Smith, der siebte Sohn eines siebten Sohnes aus Schottland, ist heute das bekannteste und wie viele meinen auch »beste« Medium aus Großbritannien. Gordon hat unter anderem bei Albert Best gelernt und viele Jahre lang nur in kleinem Kreis gewirkt, vor allem in spiritualistischen Kirchengemeinden. Dabei hat er Kontakte von Verstorbenen zu Angehörigen und Freunden vermittelt und so vielen Menschen helfen können, die unter dem Tod ihrer Lieben litten, weil sie vorher nirgends erfahren konnten, dass die Verstorbenen als Spirit oder Seele weiterexistieren. Über persönliche Botschaften hinaus channelt Gordon manchmal auch in seiner »Zirkelarbeit« seinen Geistführer Master Chi, dann auch zu allgemeinen, gesellschaftlichen und spirituellen Themen.
Mira Kudris: CE GE Jung
Eine kurze Erwähnung soll auch eine deutsche Frau erfahren, die Ende der 1980er-Jahre, als sie Mitte zwanzig war, Kontakt zum Geist von C. G. Jung bekam. Sie übermittelte verblüffend stimmige Botschaften, später auch von anderen Geistwesen. Aufgrund von Interventionen des C.-G.-Jung-Instituts hatte sie sich entschieden, ihr Geistwesen CE GE Jung zu nennen.