Die fetten
Lügen der
Übergewichts-
Industrie
Mit Dickmachen und Fettscham doppelt abkassieren
Von Dr. med. Jan-Dirk Fauteck, Imre Kusztrich
Dieses EBook ist eine erweiterte und aktualisierte Ausgabe von „Mein Speck kommt von eurem Dreck!“ (Juli 2020, IGK-Verlag). Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (insbesondere durch elektronisches oder mechanisches Verfahren, Fotokopie, Mikroverfilmung oder Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Ausgenommen davon sind kurze Text-Zitate in Rezensionen.
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Die folgende Veröffentlichung dient ausschließlich Informations- und Lehrzwecken. Sie ist nicht als Ersatz für ärztlichen Rat oder medizinische Behandlung gedacht. Vor jeder gesundheitlichen Maßnahme sollte ein medizinischer Experte konsultiert werden. Die kombinierte Einnahme von Nahrungs-Ergänzung oder pflanzlichen Substanzen und verschriebenen Medikamenten ohne Zustimmung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes wird nicht empfohlen. Die Autoren, der Verlag, der Vertrieb und alle jene, die in dieser Veröffentlichung namentlich genannt werden, übernehmen keinerlei Haftung oder Verantwortung für Verluste oder Schäden, die durch die Informationen, die in dieser Veröffentlichung vermittelt werden, entstanden oder angeblich entstanden sind.
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IGK-Verlag. 22393Hamburg
Autoren: Dr. med. Jan-Dirk Fauteck, Imre Kusztrich
Copyright © Oktober 2021 IGK-Verlag
ISBN: 9783986477790
„Der Trend geht zu einer Gewichtszunahme aus Profitsucht, vorangetrieben durch die großen Nahrungsmittelkonzerne, durch die Massenmedien und die Pharmaindustrie.“
Dr. med. David L. Katz,
Präsident des American College of Lifestyle Medicine,
Sprecher der Präventionsmedizinbewegung in den U.S.A
Editorial
Einleitung
Im Metabolischen Syndrom steckt ein verblüffendes Geheimnis
Google Street View deckt auf: Kinder als erste Zielgruppe
Wer zum Übergewichts-Industrie-Komplex zählt
Falsche Darmmikroben machen dick und krank
Bereits die Entbindung entscheidet
Die Anti-Übergewichtseffekte von Tomate, Karotte, Mais & Co.
Noch mehr erstaunliche Hilfen aus der Natur
Aus der grünen Apotheke
Das Immunsystem aus neuer Sicht
Silizium – Giftmagnet, Darmretter, Heilwunder
Riesenproblem: Was Menschen nicht essen
Unser Organismus mag Fett
Wegen Insulin bleiben Fettgewebe prall gefüllt
Verlorene Jahre
Calcium, die früheste Anti-Fett-Substanz
Auch Vitamin D hat Anti-Fett-Kräfte
Vitaminmangel ist mit Übergewicht verknüpft
Dauerkampf gegen Krankheit von außen
Günstige Fettsäuren gegen falsches Fett
Pflanzen drücken das Gewicht
Die Wahrheit über Körpersysteme auf Sparflamme
Stress füttert Fettzellen
Dem Stoffwechsel ausgeliefert
Der allererste Denkfehler
40 Jahre Desinformation
Angst vor ein paar Gramm
Die falsche Story vom Herzinfarkt durch Fett
Auch der Zeitgeist war gegen Fett
Statt Wissen Beweise minderer Qualität
Zucker problematischer als Fett und Salz zusammen
Die giftige Wahrheit über Zucker
Deutschlands Sonderweg mit Schonfrist
Verwirrung um richtiges Essen
Fünf Jahrzehnte guter Zucker, böses Fett
Gewicht entsteht im Gehirn
Industriemonster Transfett
Die Körner der Wahrheit
„Selbstmord mit dem Löffel“: High Fructose Corn Syrup
Fructose fördert Fettleibigkeit
Frei von-Getränke sind nicht wirklich ohne …
Jede Diät löst eine Gegenwehr aus
Das Versagen der Wissenschaft
Gegenspieler von Zucker: Schlankmacher Bitterstoffe
Cholesterin-Skeptiker werden aktiv
Fettgewebe ist intelligent
Fettzellen brauchen selbst Mikronährstoffe
Gewicht - Spielball der Hormone
Fremde Hormone im Bauch
BPA, BPS, BPF, BPB, BPE, BPAF
Schwierige Bezeichnung für Kohlenhydrate
Umstrittene Keto-Diät kontra Kohlenhydrate
Festmahl für die falschen Bakterien
Wie wir Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten vermehren
Geschmack und Gewicht hängen zusammen
Alter verändert die Darmeigenschaften
Gute Entzündung, schlechte Entzündung
Wie kann Joghurt helfen?
Antibiotika und Übergewicht: Das große Risiko ab Geburt
Entscheidend: Nahrung für das kindliche Gehirn
Die Wahrheit über das Ei
Länger leben mit mehr Fett
Schlank mit Torten
Ohne Mikronährstoffe, aber mit Baumrinde
Gesunde Pflanzenöle, ungesunde Rückstände
Wir essen fast pausenlos und die Entzündung gleich mit
Schlank mit den Fetten der Mittelmeerdiät
Weißmehl ist besser als sein Ruf
Erregungsstoffe aus dem Supermarkt
Ganz stark dabei: Glutamat und Aspartam
Hochprozessierte Nahrung, hochproblematische Belastung
Neun von zehn Menschen leben mit einer Sucht
Übergewicht und Krebs: Gefährliche Zusammenhänge
Auch Innenluft macht dick
Cholesterin ist Feuerwehr, nicht Ursache
Künstliche Süßstoffe verändern den Darm
Warten auf eine Entschuldigung durch die Nahrungsindustrie
Kinder als Opfer, und die Politik sieht zu
Vor 30 Jahren war es leichter
Ein logischer Umgang mit Fett fehlt
Zusatzstoffe tricksen die Körperintelligenz aus
Dick durch Krankheit und Fettscham
… und ebenfalls gut zu wissen
Empfehlungen: Gewürze, Getränke, Glücks-Food
Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente mit Hoffnungspotenzial
Gastkommentar: „Wir wissen es seit einem Jahrzehnt, und doch ziehen wir niemanden zur Rechenschaft“
Anhang
Neoliberalismus: Politik verkaufte die Gesundheit
Quellen
Drei Marktforscher an der Universität Göttingen, Niedersachsen, unter Leitung der Wissenschaftlerin Kristin Jürkenbeck veröffentlichten am 18. Februar 2020 in einer eigentlich unbedeutenden Studie auf Englisch alarmierende Informationen. Der vierte und der fünfte Satz lauteten: „Die jährlichen unmittelbaren Kosten für Übergewicht in Deutschland summieren sich auf ungefähr € 29,39 Milliarden und die indirekten Kosten (niedrigere Wirtschaftsleistung, Langzeitpflege und Schmerzen) zu zusätzlichen € 33,65 Milliarden. Die Gesamtzahl von 102.000 Personen stirbt frühzeitig jedes Jahr wegen Übergewicht.“
Diese Toten erzeugen bis zum heutigen Tag keine einzige Schlagzeile … und erregten auch damals keinesfalls die Öffentlichkeit, während Deutschland dem ersten Todesfall durch das Coronavirus entgegenzitterte!
Keine dicke Person stirbt am Gewicht. Das übernehmen zahlreiche nicht-übertragbare Erkrankungen: Herzleiden, Schlaganfall, Diabetes, nicht-alkoholische Fettleber, Nierenversagen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD, Depression, Osteoporose, Krebs, sowie Alzheimer, Parkinson und weitere neurodegenerative Leiden durch den schrittweisen Untergang von Nervenzellen.
Warum wirklich endet mitten unter uns im Durchschnitt jeden Tag das Leben von 279 Menschen, die zu viel wiegen? Drei typische Vorwürfe an sie räumen unabhängige Wissenschaftler aus. Gefräßigkeit. Faulheit. Willensschwäche. Wenn wir jedoch nicht den Betroffenen mit schwerem Gewicht und ihrem Verhalten die Schuld geben müssen, wem sonst?
Antworten stehen in diesem EBook.
Dieses Buch hat eine Schwäche. Selbst wer alle Seiten bis ans Ende liest, wird sich intuitiv immer noch gegen die Hauptaussage sträuben: Nicht Gefräßigkeit in erster Linie lässt Menschen dick werden. Ebenso wenig Faulheit und Willensschwäche. Diese Unterstellungen sind eine Erblast raffinierter Lügen.
Das Dickmacherkartell aus Nahrungsmittelproduzenten, Medikamentenherstellern, Werbeagenturen und Massennachrichtenmedien, den Mainstream Media, Social Media und Politik ist übermächtig. Es tätigt auch noch mit der Scham der Betroffenen anschließend fette Geschäfte. Sie haben es sogar geschafft, die krankmachenden Exzesse von ungesundem Essen erfolgreich übergewichtigen Personen anzulasten, die dann wegen ihrer korpulenten Figur auch noch diffamiert werden. Dafür brauchen sie ebenfalls gravierende Unwahrheiten. Es stimmt einfach nicht, dass kalorienreduzierte Nahrung, fettarme Lightprodukte dauerhaftes Abnehmen unterstützen. Das Problem sind nicht angeblich unersättliche Konsumentinnen und Konsumenten mit sündigem Verhalten. Es sind ihre Organe, die sich durch diverse Nahrungsinhaltsstoffe verführen und auf Dickwerden trimmen lassen.
Was unser Stoffwechsel aus dem Essen macht, bestimmen nicht hauptsächlich wir. Auch was und wie viel wir konsumieren, unterliegt nicht unserem freien Willen. Es ist das Ergebnis unzähliger Faktoren. Unter allen Dickmachern sind Kalorien die am wenigsten entscheidenden. Die Folgen ungesunder Nahrung können lebensbedrohend sein. Nebenbei verursachen sie auch Fettleibigkeit.
Darauf kann nicht oft genug hingewiesen werden.
Es ist ein Gebot der Stunde aus einer wissenschaftlichen Studie vom 30. November 2019 zu zitieren. Untersucht wurde die mögliche Rolle von ultra-prozessierter Nahrung für Fettleibigkeit, chronische Erkrankungen und buchstäblich alle Todesursachen in der Bevölkerung der U.S.A.
Menschen behandeln ihre Nahrung seit geschätzten 1,8 Millionen Jahren. Verarbeitung ist nicht das Problem. Jedoch seit etwa 50 Jahren verstärkt sich eine umfassende, ausufernde Veränderung des Essens mit Hilfe von chemischen und physikalischen Prozessen. Billige Bestandteile wie Stärke, Pflanzenöle aus Industrieproduktion und Zuckerarten werden mit so genannten kosmetischen Zugaben wie synthetische künstliche Farbstoffe, appetitfördernde Geschmacksstoffe und Emulgatoren kombiniert. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden extrahiert. Stark verarbeitete Nahrungsmittel haben auf dem Etikett eine lange Liste von Zutaten, die in keiner Küche zu finden sind. Bedauerlicherweise sind sie schlecht für unsere Gesundheit, und es werden mehr denn je verzehrt als Folge von aggressivem Marketing und Lobbying der Nahrungsindustrie.
Selbst wer jetzt nachdenkt, würde nur einige aufzählen können, etwa Wurstwaren, Burger, Frühstücksflocken, Energieriegel, Fertigsuppen, Soßen, Getränke mit Geschmack, Backwaren, Eiscreme, industrielles Brot und Nahrung, die nur noch aufgewärmt wird. Leider ist es viel komplizierter. Sehr viele Angebote haben jedoch auch bereits die Wellnessregale der Supermärkte erobert.
Frisch auf den Tisch? Das ist auch in 80 bis 90 Prozent der Restaurants in Deutschland Vergangenheit. Mit verarbeiteten Lebensmitteln, so genannten Convenience Foods, werden Personal und Kosten gespart. Schnitzel, Spiegelei, Kaiserschmarren, Bratkartoffeln - Essen wird nur noch zusammengestellt, von Personen, die noch nie Spargel geschält haben. Für die Gäste ist das meistens nicht zu erkennen, wie Fernsehdokumentationen des NDR vom 22. Januar 2018 oder TV-Nachrichten vom 4. Oktober 2021 aufzeigen. Tüte auf, fertig. Omelette tiefgekühlt, direkt aus der Mikrowelle. Sauce Hollandaise ohne Butter, aus dem Tetra Pak. Verdickungsmittel Emulsatoren oder Aromen werden nicht deklariert, weil das deutsche Lebensmittelinformationsgesetz lückenhaft ist.
Höhere Einkommen, eine Zunahme der städtischen Bevölkerungen und hohe Beschäftigung verstärken den Trend zu schmackhaften, günstigen und bequemen Produkten. Fast wirkungslos dagegen sind die Veröffentlichungen unabhängiger Wissenschaftler mit Überschriften wie „Der Aufstieg von stark verarbeiteten Nahrungsmitteln und warum sie schlecht für unsere Gesundheit sind“ (The rise of ultra-processed foods and why they’re really bad for our health. Deakin University 2020).
Die Erklärungen sind übereinstimmend. Viele sind reich an hinzugefügtem Zucker, Salz und Transfetten. Wer mehr Ultraprozessiertes verzehrt, isst vermutlich weniger frische und nicht stark verarbeitete Nahrung. Die Herstellungsmethode selbst kann schädigen. Am Ende können bestimmte Zusatzstoffe die Arbeit der Darmbakterien stören und anhaltende Entzündungsprozesse verursachen, während Weichmacher aus der Verpackung unser Hormonsystem beeinträchtigen.
Besonders nachdenklich muss die Entlarvung von künstlichem Zuckerersatz machen. Zitat: „Künstliche Süßstoffe wurden als Zuckerersatz entwickelt, um Insulinresistenz und schweres Übergewicht zu reduzieren, jedoch Ergebnisse aus Beobachtungen an Tieren und Menschen lassen vermuten, dass die Effekte von künstlichen Süßstoffen zum Metabolischen Syndrom und zur Übergewichtsepidemie beitragen. Sie scheinen das Darmmikrobiom zu verändern, zu vermindertem Sättigungsgefühl zu führen und den Zuckerstoffwechsel zu verändern und wir müssen sie mit erhöhter Kalorienaufnahme und mit Gewichtszunahme verbinden. Sie wurden als gesunde Alternative zu Zucker und als Mittel zur Gewichtsabnahme vermarktet. Daten zeigen jedoch, dass der beabsichtigte Effekt nicht mit dem übereinstimmt, was klinische Studien zeigen.“ (Quelle: „The Association Between Artificial Sweeteners and Obesity“. Current Gastroenterology Report, 2017).
Auch die Warnungen sind identisch, etwa: „Wir fanden heraus, dass mehr ultraprozessierte Produkte in der Ernährung in Verbindung stehen mit höheren Risiken in Bezug auf Fettsucht, Herzerkrankung, Schlaganfall, Diabetes, Krebs, Gebrechlichkeit, Depression und Tod.“
Die Medizinerinnen Dr. Janese Laster und Dr. Leigh A. Frame haben sehr viele Studien ausgewertet und ihre Ergebnisse 2019 zusammengefasst. Ihre Arbeit trägt den ins Deutsche übersetzten Titel „Über die Kalorien hinaus – Liegt das Problem in der Produktion?“ Jeder kann den Originaltext „Beyond the Calories - Is the Problem in the Processing?“ googlen und im bedeutendsten Medizinarchiv der Welt finden: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31786723; „Current Treatment Options in Gastroenterology“.
PubMed ist eine Meta-Datenbank mit kostenfreiem Zugang zum gesamten Bereich der Biomedizin der nationalen medizinischen Bibliothek der Vereinigten Staaten, National Library of Medicine.
Das ist die Kernaussage: „Wir sehen eine steigende Übergewichtsepidemie, entsprechende chronische Erkrankungen und eine Zunahme des Konsums von ultra-prozessierter Nahrung. Bei Menschen erweist sich stark verarbeitetes Essen als Faktor von verringertem Sättigungsgrad, erhöhter Essenshäufigkeit, sich verschlechternden Laborwerten und immer mehr Gewichtszunahme.“
An Mäusen haben die Wissenschaftlerinnen Studien absolviert, die in der Humanmedizin nicht möglich sind. Im Blickpunkt waren eigentlich unverdächtige Substanzen, Emulsatoren, mit denen in stark verarbeitenden Nahrungsmitteln ein feines Gemenge aus zwei nicht mischbaren Flüssigkeiten erzeugt wird. Allein diese harmlos anmutenden Füllstoffe verschlechterten die Zusammensetzung der Verdauungsbakterien, erhöhten die Blutzuckerspiegel, steigerten Übergewicht, verursachten Fettleibigkeit und verstärkten die Einlagerung von Fett in der Leber. Wörtlich heißt es in der Bewertung auch: „Verursachen Polyphagie“ – das ist abnormal erhöhter Appetit auf und Verzehr von Nahrung! Auch die mögliche Ursache hat es in sich: Auslöser ist wahrscheinlich eine Funktionsstörung im Appetitzentrum im Zwischenhirn durch chronische Entzündungen, die mit dieser Ernährung zusammenhängen.
Die Schlussfolgerung der beiden Ärztinnen ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert. Sie ist eine fulminante Anklage an die Nahrungsindustrie und an die Gesundheitspolitik … und niemand hat reagiert!
Ein Aufschrei war bereits im April desselben Jahres überfällig und blieb aus. Die Ernährungsangaben von 44.551 Menschen mittleren Alters in Frankreich waren mit Sterbedaten aus dem nationalen Register abgeglichen worden. Zwischen Mai 2009 und Dezember 2017 ereigneten sich in der Gruppe mit dem höchsten Anteil an stark prozessierten Nahrungsmitteln 602 Todesfälle – 14 Prozent über dem Durchschnitt [93].
Wir sprechen von Folgen für einen Organismus, der in jeder Sekunde geschätzte 30.000 bis 100.000 biologische Handlungen vollbringt. Am besten ohne irgendwelche Schadstoffe von außen.
Bevor Sie jetzt voreilige Schlüsse ziehen: Hochprozessierte Nahrung ist ein echtes Problem, aber wahrlich nicht das einzige und vielleicht nicht einmal das wichtigste. Aber Bequemlichkeit, Geschmack und unschlagbar niedrige Preise machen diese Art von ultraprozessiertem Essen fast unwiderstehlich. Was daran so fatal sein kann, begreift die Wissenschaft erst seit wenigen Jahren.
Während Ansteckung zu den Schreckenswörtern der letzten beiden Jahre zählt, wird vergessen, dass die weitaus häufigsten Sterbeursachen Krankheiten sind, die nicht durch Mikroben übertragen werden und nicht nach einer Infektion passieren. COVID-19 und seine Varianten haben die übrigen Todesursachen aus der Berichterstattung eliminiert. Die zu Grunde liegenden chronischen Erkrankungen sind längst als schicksalhafter Verlauf akzeptiert, während sie gemeinsam mit anderen Symptomen ernsthaft Leben bedrohen: Bluthochdruck, ein zu hoher Cholesterinspiegel, Fettleibigkeit, Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden, Nierenfunktionsstörung, Atemwegserkrankung, Osteoporose, Fettstoffwechselstörung, Insulinresistenz, nicht-alkoholische Fettleber, COPD, neurodegenerative Erkrankungen und Schlaganfall.
Es ist noch bedenklicher. Nachdenklich sollte auch stimmen, dass 95 Prozent der Menschen über 65 Jahre nicht mit einem einzigen chronischen Leiden leben, sondern mit Mehrfacherkrankung. Multimorbidität ist der Normalfall geworden. Statistisch betrachtet, hat zwischen 18 und 80 Jahren der einzelne Mann 1,7 und die einzelne Frauen 2,2 chronische Erkrankungen. Jedoch tatsächlich belasten Menschen zeitweise ihren Körper mit fünf und mehr problematischen Prozessen gleichzeitig und nehmen regelmäßig bis zu 14 verschreibungspflichtige Medikamente ein.
Im letzten Jahr vor dem Coronavirus starben in Deutschland 939.520 Menschen. Die wenigsten Todesfälle ereignen sich in aller Regel im Verlauf eines Tages im Monat August, oft nur etwa 2.100. Fast in jedem Jahr werden die meisten Todesfälle im kürzesten Monat registriert, an einem typischen Februartag nahezu 4.000.
Mit einer Verbreitung im Ausmaß einer globalen Pandemie bilden vier nicht-übertragbare Krankheiten die größten Risiken. Die typischsten Symptome sind als tödliches Quartett in der Bezeichnung Metabolisches Syndrom zusammengefasst. Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Nierenfunktionsstörungen und einige Arten von Krebs gefährden das Überleben von 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung in den meisten Staaten der Welt. Die Risiken steigen mit jedem Lebensjahr. Von zehn Menschen ab 60 bis 70 Jahren sind schon vier daran erkrankt. Im Vordergrund stehende und leicht messbare Merkmale sind die gestörte Verarbeitung von verzehrten Kohlenhydraten wie Mehl und Zucker, Bluthochdruck, schweres Übergewicht durch Bauchfett sowie eine drastische Verschiebung im Verhältnis der Bluteiweiße und Blutfette, deren bekannteste Vertreter Cholesterine sind.
Der Begriff Metabolismus – Griechisch für Veränderung - deckt den engen Zusammenhang dieser Zustände mit dem Stoffwechsel auf. Dabei werden diverse Nahrungsmoleküle und ihr Energiegehalt in Zwischenprodukte und Endprodukte umgewandelt, auch in Hormone, Vitamine und Neurotransmitter. Es handelt sich um die hochkomplizierten Prozesse sämtlicher biochemischen Vorgänge: die Bewahrung und die Erneuerung der Körpersubstanzen und die Energieerzeugung für alle Aktivitäten zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen.
Dabei können mehr Schwierigkeiten entstehen, als sich die meisten von uns ausmalen können.
Vor etwa 10.000 Jahren haben erste menschliche Hochkulturen Erstaunliches begriffen: Durch den Verzehr ausgewählter Nahrungsmittel lassen sich gewünschte Resultate erzielen. Im Umkehrschluss wird jedoch auch klar, dass auch der Griff zum falschen Essen im Körper Reaktionen auslöst.
In 1923 hat der schwedische Arzt Dr. Eskil Kylin erstmals als Ursache von Bluthochdruck und anderen Blutwerten eine schlechte Verwertung von Nährstoffen genannt. Gemessen an der immensen Bedeutung solcher Risiken ist beinahe ein Jahrhundert danach die Datenlage zum Auftreten des Metabolischen Syndroms in Deutschland sehr vage. Vermutet wird, dass es mit einem auffälligen Blutzuckerspiegel wegen Schwierigkeiten mit Zucker und anderen Kohlenhydraten beginnt. Etwa zehn Jahre später folgt die ultimative Verschärfung der Gefahrenlage. Auch jede Zunahme des Körpergewichts um fünf Kilogramm steigert die Wahrscheinlichkeit um 25 Prozent.
Bringen wir es auf den Punkt. Vier verschiedene Erkrankungen greifen speziell unsere wichtigsten Blutgefäße an und schädigen sie. Jede einzelne Komponente des Metabolischen Syndroms müsste aggressiv angegangen werden. Die größte Gefahr geht von Entzündungen aus. Herzinfarkt und Schlaganfall sind unmittelbar drohende Folgen. Dass bei uns der Herztod immer noch knapp vor Krebs der Killer Nummer 1 ist, hängt damit zusammen.
Die vier Krankheiten des Metabolischen Syndroms könnten kaum unterschiedlicher sein. Aber es vereint sie eine verblüffende Gemeinsamkeit. Das haben im Februar 2013 die belgischen Biowissenschaftler Professor Patrice D. Cani und Dr. Amandine Everard aufgedeckt. In einer Studie (Quelle: „Diabetes, obesity and gut microbiota“. Elsevier 2013) wiesen sie auf wirklich Bemerkenswertes hin: Voraussetzung für das so genannte tödliche Quartett ist immer eine krankhafte Störung der Verhältnisse im Verdauungsbereich. Die Wissenschaftler nennen sie Dysbiose, Ungleichgewicht der Darmbakterien.
Die Rede ist vom Darmmikrobiom, gebildet von geschätzten 100 Billionen bis einer Billiarde Mikroben. Grundsätzlich bilden vier Hauptstämme von Bakterien bei der Besiedelung die Mehrheit und machen im Idealzustand 98 Prozent der fremden Lebewesen aus: Bacteroides, Firmicutes, Proteobacteria und Actinobacteria. Die überwiegende Mehrzahl hat für uns günstige Effekte. Dazu zählen in erster Linie Laktobazillen, die durch Gärung Milchsäure erzeugen, und Bifidobakterien, die durch die Substanz Bifidin die Vermehrung schädlicher Bakterien eindämmen. Die beste Erstausstattung mit Bifidobakterien liefert die Muttermilch. Im Laufe des Lebens nimmt leider ihr Anteil von ursprünglich 95 Prozent der Darmflora auf etwa ein Viertel ab.
Ein wichtiger Nutzen besteht schon darin, dass freundliche Mikroben Bakterien wie Clostridien mit dem Potenzial, Krankheiten zu verursachen, gar nicht erst aufkommen lassen.
Mehr und mehr Funktionen der lebenswichtigen Mikroben-WG im Darm werden entschlüsselt.
Jedes einzelne Bakterium lebt und wirkt nur etwa 30 Sekunden. In dieser Zeitspanne beteiligen sie sich an der Aufbereitung und Verdauung von Kohlenhydraten, vor allem durch Fermentation. Klar ist, dass sie nicht nur Hilfe leisten bei der Absorption unserer Nahrung, und dass im Grunde genommen die von uns verzehrten Moleküle erst einmal ihnen dienen. Für uns bleibt, was sie damit und daraus machen.
Sie bilden Hormone und vitaminähnliche Vitalstoffe. Sie kommunizieren mit dem Immunsystem und der Krankheitsabwehr und schulen diese Systeme auf diese Weise. Sie wehren im Idealfall Krankheitskeime ab und entschärfen Giftstoffe. Über die im Darm endenden Nervenbahnen kommunizieren sie mit dem Gehirn.
Sie produzieren Fettsäuren mit Gesundheitswirkungen und setzen Vitamine frei.
Ihre Zusammensetzung ist entscheidend für unsere Gesundheit. Es ist ein Beispiel für das Zusammenleben verschiedener Arten zum gegenseitigen Nutzen.
Die sogenannte Darmflora ist bei jedem Menschen so individuell wie ein Fingerabdruck. Dabei spielen unsere Erbeigenschaften, das Alter, das Geschlecht, die Nahrung, Essgewohnheiten, körperliche Aktivität und Medikamente eine Rolle. Vor allem der Dickdarm ist stark besiedelt. Analysiert wurden mehr als 1.000 Unterarten, aber kaum jemand lebt mit mehr als 150. Eine große Vielfalt gilt als gesünder. Wenn die Diversität der Darmflora sinkt und zur Dysbiose verarmt, treten bestimmte Krankheiten häufiger auf. Dieser Hinweis gilt seit einer Studie der Chinese University of Hong Kong im April 2021 auch für COVID-19 („Gut microbiota composition may influence disease severity and immune response in patients with COVID-19“. Gut, 2021).
Hefepilze und Viren zählen ebenfalls zur Darmflora.
Im Magen tötet Magensäure die meisten Bakterien ab. Der Dünndarm ist etwas stärker besiedelt. Am höchsten ist die Mikrobendichte im Dickdarm. Jeder Nährstoff wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrat wirkt auf dieses Mikrobiom ein und kann für den Menschen günstige oder ungünstige Effekte haben.
Zwei wichtige Beispiele: Der Verzehr von tierischem Eiweiß – beispielsweise Fleisch, Milchprodukte – drängt im Verdauungstrakt wertvolle Fettsäuren zurück, die der Körper benötigt, um Entzündungen eindämmen. Es handelt sich um kurzkettige Fettsäuren, SCFAs. Sie werden durch günstige Bakterien aus Ballaststoffen herausgelöst. Deren Verringerung erhöht das Risiko von Darmentzündung und Herzerkrankungen. Umgekehrt steigt mit pflanzlichem Eiweiß – aus Gemüse, Obst – die körpereigene Produktion derselben Fettsäuren. Das stärkt die Gesundheit der Darmwände. Denn deren Zellen schätzen SCFAs als Nahrung.
Diese Darmschleimwände fungieren als wichtigste Barriere gegenüber Giftstoffen, die typisch für den Darmtrakt sind. Einige können bereits mit Nahrung in den Verdauungstrakt gelangen und andere entstehen erst dort beim Zerfall von Bakterien. Alle heißen Endotoxine. Wenn derartige Bakteriengifte im von den Darmwänden umschlossenen Hohlraum vermehrt auftreten, reagiert das Immunsystem bereits im Darm mit einer niedrigschwelligen Entzündung gegen sie. Das ist ebenfalls ein typisches Merkmal eines Metabolischen Syndroms.
In permanent zweifacher bis dreifacher Übermenge gegenüber dem Normalzustand können Giftmoleküle jedoch die Darmschleimhäute verletzen und überwinden und es bis in den Blutkreislauf schaffen. Diese Vergiftung heißt Endotoxämie.
Mit dem Blutstrom treffen die Eindringlinge überall im Körper auf Merkzellen und Killerzellen des Immunsystems. Nach Kontakt mit dem Rezeptor 4 an der Außenschicht dieser Immunzellen werden die Giftmoleküle als Feinde erkannt, und der Vernichtungskampf gegen sie wird gestartet. Vor allem anti-entzündliche Zytokine tragen die Hauptlast bei der Bekämpfung von Giftattacken und Virusinfektionen.
Es ist erwiesen, dass die Wahl der Nahrung die Zusammensetzung der Darmflora beeinflusst und im günstigen Fall zur Unversehrtheit der Darmwände beiträgt, damit Darmgifte nicht den Organismus überschwemmen.
Menschen mit schwerem Übergewicht und Diabetes haben jedoch bereits stark angegriffene Darmschleimhäute und zwei bis drei Mal so viel Endotoxine im Blut. Die gegen diese Bakteriengifte gestarteten entzündlichen Prozesse haben schwerwiegende Folgen für den ganzen Organismus. Zum Beispiel stören sie die Signale des Insulins. Dieses Hormon ist als entscheidender Partner in der Verwertung von Blutzuckermolekülen bekannt. Insulin reguliert jedoch zusätzlich zur Energiegewinnung unzählige biochemische Abläufe.
Speziell im Herzmuskel kann die Unterbrechung der Insulinsignale schwerwiegende Gesundheitsfolgen haben. Wie alle Muskeln verfügt er über spezielle Andockstellen für Insulin. Nur über sie kann das Hormon gewünschte Wirkungen am Herzen entfalten. Einmal soll Blutzucker in die Herzzellen aufgenommen und dort zu geeigneter Energie für die benötigte Pumpleistung umgewandelt werden. Besonders problematisch ist eine abgeschwächte oder unterbrochene Insulinwirkung in Herzgeweben, die durch fortgeschrittene Arteriosklerose bereits vorgeschädigt wurden. Die Literatur verweist auf Mindestdurchblutung, auf Calciummangel im Gewebe und auf Vergrößerung des Organs, weil es sich stark anstrengen muss. Eine gesunde Reaktion könnte die Bildung neuer Mini-Blutgefäße sein, um mehr Sauerstoff und Nährstoffe hereinzubringen. Dazu werden jedoch Wachstumsimpulse gebraucht, für die wiederum Insulin benötigt wird.
Das bedeutet: Menschen mit Diabetes – die sie nicht spüren - leben auf Grund einer Insulinstörung mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, und sollte es im Lauf der Jahre zu einer Herzattacke kommen, verläuft sie zwei bis dreimal so oft tödlich.
Google Street View deckt auf: Kinder als erste Zielgruppe
Eine Bestandsaufnahme zur Diabetessituation in Deutschland ist eine Ohrfeige für alle, die uns im Gesundheitswesen und in der Gesundheitspolitik die Erfüllung der ersten Staatspflicht schulden, Menschen vor Krankheit zu schützen.
Unter allen Stoffwechselstörungen nimmt die Zuckerkrankheit den ersten Rang ein. Falsche Ernährung, Fettsucht und Bewegungsmangel spielen eine bedeutende Rolle. Betroffene leben mit zu viel Glucose im Blut. Sie wird während der Verdauung aus Kohlenhydraten herausgebrochen, hauptsächlich aus Zucker, Mehl, Reis, Nudeln und Backwaren. Nach Erreichen des Blutstroms wird sie am Eindringen in die angrenzenden Gewebestrukturen gehindert und strömt mit dem Kreislauf ziellos durch den Körper, ohne Organe, Gefäße und die sensiblen Nervengewebe zu ernähren. Während diese Energie im Überfluss da ist, kann sie die Zellen nicht erreichen. Gleichzeitig wächst bei Betroffenen immer stärker der Appetit auf weitere fette, kalorienträchtige Nahrung, wodurch Übergewicht und alle übrigen Probleme durch einen gestörten Metabolismus vorprogrammiert sind.
Erst im Jahr 2019 begann das staatliche Robert Koch Institut, das Auftreten der Krankheit auf Grund von Daten gesetzlich Krankenversicherter zu erfassen. Seine im „Journal of Health Monitoring“ 2021 veröffentlichte Zahl der Betroffenen – 7,068.249 – wird von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als drastisch unterschätzt kritisiert. Im Diabetes Atlas der International Diabetes Federation wurde bereits Ende 2019 die Zahl der Menschen mit Zuckerkrankheit in Deutschland auf 9,5 Millionen geschätzt. Das sind 15,3 Prozent, ein Anstieg um ein Viertel gegenüber 2017. Darin ist die hohe Dunkelziffer von etwa zwei Millionen Männern und Frauen eingerechnet, die nicht wissen, dass sie mit dieser Zeitbombe leben.
Unter den Risikofaktoren nennt das Robert Koch Institut „Überangebot an energiereicher Nahrung“ und „Häufung von formal niedrigen Bildungsabschlüssen“.
Ein hoher Blutzuckerspiegel schädigt unmittelbar kleine Gefäße und Nerven. Zusätzlich wurde das Risiko von schweren Begleiterkrankungen dokumentiert. Die Wahrscheinlichkeit von Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schlaganfall und Depression bei Diabetes ist für Frauen um das 3,60-Fache und für Männer um das 2,35- Fache höher als in der Bevölkerung ohne Zuckerkrankheit. Höchst alarmierend ist das Auftreten der Zuckerkrankheit im letzten Lebensdrittel. Ab 60 Jahren leben 20,2 Prozent der Frauen und 27,1 Prozent der Männer mit diesen Belastungen für ihren Körper. Für Menschen über 80 steigen die Anteile auf 31.9, beziehungsweise 36,2 Prozent. Ungefähr für jede dritte Person bedeutet das den vorgezeichneten Weg in eine Adipositas. Das ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Fettsucht, Fettleibigkeit und übermäßige Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe. Bereits in der Altersgruppe der Frauen von 18 bis 29 Jahren sind siebenmal mehr korpulent als Frauen mit normalem Blutzuckerspiegel. Die meisten Männer trifft die Kombination von Diabetes und starkem Übergewicht im Alter zwischen 30 und 59 Jahren.
Von diesen Zusammenhängen haben viele Menschen eine zu geringe Ahnung, und hinter dem vom Robert Koch Institut als formal niedrige Bildungsabschlüsse eingeräumten Problem steckt vielleicht eher die Tatsache, dass die Politik Irreführung und Täuschung geschehen lässt und bereits Schulkinder ungeschützt den Verführungen durch die Nahrungsindustrie preisgibt.
In der Region Auckland, Neuseeland, sammelten sechs Wissenschaftlerinnen der School of Medicine, Faculty of Medical and Health Sciences der University of Auckland, sichtbare Belege, wie eine Umwelt aussieht, in der schamlos das Dickwerden gefördert wird. Mit Hilfe von Google Street View ermittelten sie, dass an jeder achten Bushaltestelle in der Nähe von Schulen für ungesunde Nahrung und Getränke geworben wird. Sie schreiben: „Kinder verstehen kaum das volle Ausmaß der verführerischen Absicht, wenn sich Werbung gezielt an ihr Essverhalten richtet.“ Weitere Fakten aus ihrer Studie: Das Auftreten von starkem Übergewicht und Fettsucht bei Kindern steigerte sich von vier Prozent auf 18 Prozent seit 1975. Viele Ungleichheiten bestehen. Nicht nur in Neuseeland, überall in der Welt treffen wir in sozioökonomisch benachteiligten Nachbarschaften mehr Menschen mit exzessivem Gewicht. Dort gibt es weniger Zugang zu gesundem Essen und eine stärkere Begegnung mit ungesundem. Laut United Nations haben Kinder aber ein Recht auf ein gesundes Umfeld in Bezug auf Ernährung. Neuseeland hat 1993 die Convention on the Rights of the Child unterzeichnet. Die Anwesenheit von ungesunden Anpreisungen von Essen und Getränken in Gegenden, die von Kindern täglich aufgesucht werden, hat starken Einfluss auf ihre Ernährungsentscheidungen (Quelle: „Bus Stops Near Schools Advertising Junk Food and Sugary Drinks“. Nutrients. April 24, 2021).
Aus der Diskussion um Ernährung ist ein aus den U.S.A. importierter Begriff, Junk-Food, nicht mehr zu eliminieren. Junk heißt Ausschuss, Ramsch. Es geht um Nahrung von geringem Nährwert, aber von hoher Kalorienzahl. Fehlernährung betrifft auch den übermäßigen Verzehr von Fertiggerichten, Fast Food und Street Food-Gerichten. Auch die beliebten Pommes frites und ein Großteil unserer Süßigkeiten fallen leider in diese Kategorie. Studien zeigen: Wer sich regelmäßig ohne wertvolle Mikronährstoffe ernährt, schadet seinem Körper mehr als wenn er sich nur ungesund ernährt, etwa mit zu viel Zucker und Fructose.
Speziell der Kampf gegen Junk-Food ist Anliegen der britischen Übergewichts-Gesundheits-Allianz OHA, Obesity Health Alliance, aus mehr als 40 Organisationen. Ihre Argumente haben nicht nur in Großbritannien Gewicht. Junk-Food-Werbung beeinflusst hauptsächlich Kinder. Das Ergebnis ist ein größer werdender Anteil von ungesunden Nahrungsprodukten zu Lasten von gesunden Alternativen. Vermutlich verzehren Jugendliche unter dem Einfluss von Fernsehwerbung in einem Jahr rund 500 extra Portionen von Snacks, Chips, Kuchen und Süßgetränken mehr, verglichen mit Altersgenossen und Altersgenossen, die weniger fernschauen. Es geht auch anders - Chile, Canada, Norwegen und Brasilien regulieren sehr streng diese Fernsehwerbung für Kinder bis elf Jahren und Jugendliche bis 18 Jahren, einschließlich dem Einsatz von Comicfiguren auf stark gesüßten Müslipackungen. Die Mehrzahl von Fernsehspots für ungesunde Nahrung wird zwischen 18 und 21 Uhr in den Unterhaltungsformaten für die Familie gesendet, wie die Nachwuchsshow „Britain Got Talent“. Die Pizzakette Domino verzeichnet nach dem Start einer neuen Showstaffel im Fernsehen am darauffolgenden Samstag in der Regel einen Mehrverkauf von 25 Prozent. Ein einziger Werbeblock nach 30 Minuten Programm enthält bis zu neun Beispiele für Produkte mit hohem Gehalt an Fett, Salz, und/oder Zucker mit der wissenschaftlichen Kategorisierung High in Fat, Salt, and/or Sugar, HFSS (Quelle: „A ‘Watershed’ Moment: Why it’s Prime Time to protect Children from Junk Food Adverts“. Obesity Health Alliance 2017). Allein in London sehen 1,2 Millionen Kinder im öffentlichen Nahverkehr täglich verführerische Angebote von Junk-Food.
Wer zum Übergewichts-Industrie-Komplex zählt
Die Einschätzung, dass vor allem falsche persönliche Entscheidungen gegen alle Interessen eines gesunden Organismus die Weichen zu einer solchen dramatischen Entwicklung wie Fettleibigkeit stellen, ist aus verschiedenen Gründen unwahr, unfair und gefährlich.
Das vermitteln auch die Medizinerinnen Dr. Janese Laster und Dr. Leigh A. Frame mit ihrer Frage „Über die Kalorien hinaus – Liegt das Problem in der Produktion?“ und der Antwort darauf.
Die in der Studie untersuchten Personen aßen zu wenig Ballaststoffe und nahmen in den stark verarbeiteten Nahrungsmitteln zu viele nicht natürliche Füllstoffe und chemisch wirkende Substanzen auf. Ihr Konsum veranlasste sie, rascher zu essen, häufiger zu essen, und das Verzehrte veränderte das Mikrobiom, die Verdauungsverhältnisse im Darm.
Die gesundheitlichen Folgen sind erheblich. Sie werden hingenommen. Sie werden vertuscht. Eine der Autorinnen, Dr. Leigh A. Frame, sieht die Regierungen in der Pflicht: „Statt hinterher Fettsucht und Stoffwechselkrankheiten mit Medikamenten zu behandeln, brauchen wir ernste Bemühungen, unser Essen als Medizin einzusetzen. Ein Rückgang der Gewichtskrise und damit verbundener Krankheiten wird weniger prozessierte Nahrung erfordern und einen größeren Verzehr von vollwertigem Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Obst und schlicht Wasser statt Softdrinks.“
Eine auf maximalen Profit ausgerichtete Nahrungsbranche lässt in Kombination mit einer laschen Regierung nichts Gutes erwarten. Sehr viel stärker als wir selbst beeinflussen fremde Kräfte das Verhältnis unseres Körpers mit Essen. Für sie hat 2014 die New Yorker Soziologin Dianne Rubinstein den Begriff Obesity-Industrial-Complex, Übergewichts-Industrie-Kartell, erfunden. Dazu zählte die Wissenschaftlerin mit jeweils unterschiedlichen Interessen die Nahrungsindustrie, Pharmahersteller, der Nahrungsmittelhandel, Werbeagenturen, Medien, die vom Schlankheitsprinzip profitierende Modebranche und die Politik für Landwirtschaft, Ernährung und Gesundheit. Unterm Strich sichern die von ihnen diktierten Verhältnisse Gewinne in Milliardenhöhe und Einfluss ohne wirkungsvollen Widerstand. Nicht zuletzt auch Trittbrettfahrern, die mit Schlankheitsprojekten in jeder Großstadt riesige Hallen füllen.
Spätestens nach den Diskussionen um den Einfluss von Social Media auf die Gesundheit der Jugend hätte die Soziologin Dianne Rubinstein vermutlich auch Facebook und sein Instagram den Nutznießern im Übergewichts-Industrie-Komplex zugerechnet. Breits im März 2021 wurde Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor einem Senatsausschuss in Washington mit dem Vorwurf konfrontiert, dass seine Social Media Kinder verletzen. Seine Antwort: „Das glaube ich nicht.“ Eine frühere Abteilungsleiterin, Frances Haugen, widersprach ihm im TV-Magazin „60 Minutes“ am 3. Oktober 2021 vehement. Als Whistleblowerin wiederholte sie vor dem amerikanischen Senat acht konkrete Vorwürfe. Einer betraf die Plattform Instagram und ihren Effekt auf Heranwachsende. In einer eigenen Untersuchung der Company bekannten 17 Prozent der befragten Teenager, dass Darstellungen von superschlanken Mädchen ihre eigenen Essstörungen wie Anorexia verschlimmerten. Für jedes dritte Mädchen werden durch Social Media Probleme mit dem Körper und dem Erscheinungsbild vergrößert.
Unterm Strich gilt: Gesundheit hat im Geschäft mit dem Dickmachen und mit dem Fettschämen keinen Stellenwert. Für einen größtmöglichen Erfolg verringern Unternehmen schamlos die Qualität der Nahrung und maximieren den Umsatz.
Hersteller haben zu oft nicht das geringste Interesse an den Lebensvorgängen im Organismus ihrer Kundschaft. Einige wischen alle Hemmungen beiseite. Und doch dürfen ausschließlich diese Kräfte die Spielregeln bestimmen. Immer verweisen Partner im Übergewichts-Industrie-Kartell auf das gleiche Schuldprinzip. Übergewicht ist eine Frage der Kalorien. In Wirklichkeit sind Dutzende, wenn nicht Hunderte Faktoren viel gravierender!
Möglich wurden diese Bedingungen durch den fast vollständigen Rückzug der Regierungen von ihren ureigensten Pflichten. Neoliberalismus mit der Devise „mehr privat, weniger Staat“ wurde zur Rechtfertigung für den weitestgehenden Verzicht auf Schutz, auf Regeln, auf Kontrolle, auf Bestrafung. Entfesselte Konzerne vervielfachten ihre Profite, aber auch unseren Bauchspeck und Erkrankungen. Keine Nation der Welt hat es bisher geschafft, den Anstieg der Übergewichtskrise zu stoppen. Zu lange ließ auch die Wissenschaft sich an den Rand drücken.
Es ist alarmierend. Schon seit drei Jahrzehnten hat angeblich der Kampf gegen Übergewicht höchste Priorität. Wichtigste Erkenntnisse haben jedoch erst die Jahreszahl 2019 oder 2020 oder 2021.
Als Belege zu konkreten und oft verblüffenden Aussagen in diesem Buch wurden mehr als 200 der fundamental elementarsten und aktuellsten Studien über die komplexe Entstehung von Fettleibigkeit ausgewertet. Mehr als ein Drittel stammt aus den letzten 24 Monaten.
Sie geben eine völlig andere Sicht wieder. Schon Medikamente im Mutterleib können verheerende späte Folgen auf die Bedingungen im Verdauungstrakt haben. Jedoch wahrlich katastrophal wirken sich Strategien einer Nahrungsindustrie aus, die sich bis heute ihrer Mitverantwortung für die globale Fettleibigkeitsepidemie entzieht. Raffinierte Zuckervarianten, Überdosierung mit Salz und minderwertige Fette sind die Säulen eines obersten Ziels aller Maßnahmen: ausufernder Mehrkonsum, auf Teufel komm raus! Substanzen, die dem Gehirn Schaden zufügen können, durchdringen die Blut-Hirn-Schranke. Sie heißen offiziell Exzitotoxine, Erregungsgifte und sind dennoch zugelassen. Sie animieren Geschmacksnerven und zerstören Gehirnzellen. Kopfschmerz, Nesselsucht, Unfruchtbarkeit, Schlafstörung, Schlaganfall? Selber schuld.
Hunderte Zusätze mit chemischen Wirkungen trimmen den Stoffwechsel dann endgültig in den roten Bereich. Und das Beschämendste: Kleinkinder werden schon vor dem dritten Lebensjahr raffiniert fast unstoppbar auf dick getrimmt. Hier einige ganz böse Mitspieler in der Übergewichtskrise:
• Antibiotika, noch im Mutterleib und ab Geburt.
• Zuckerversionen mit heimtückischen Wirkungen, allen voran High Fructose Corn Syrup, HFCS.
• Dubiose Zusätze mit chemischen Wirkungen in hochprozessierter Nahrung, Xenobiotika genannt.
• Gehärtete Fette, die auch ungekühlt nicht ranzig werden.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher sind Zusammenhänge überhaupt nicht durchschaubar. Nur den wenigsten ist bewusst, dass sie das Recht haben, ihren Frust herauszuschreien: „Mein Speck kommt von eurem Dreck!“
Die Wissenschaft weiß täglich mehr und wird konsequent totgeschwiegen.
Der überwiegende Teil der Seiten in diesem Buch widerlegt auf der Grundlage von seriösen Studien jeden Vorwurf von Gefräßigkeit, Faulheit und Willensschwäche. Auf den Punkt gebracht: Alles, was allgemein über das Dicksein unterstellt und behauptet wird, ist grundsätzlich falsch. Auf diese Weise kann ein vielleicht sogar Mut machender völlig anderer Blick auf das Dicksein, wie Sie es am eigenen Körper möglicherweise selbst erleben oder an anderen sehen, entstehen.
Dieses Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite eine Materialsammlung, die Besorgnis erregt. Aber zur Belohnung für die Lektüre finden Sie schon innerhalb der ersten 30, 40 Seiten geballte Informationen, die eine erstaunliche These stützen: Eigentlich nur mehr spezielle Mikronährstoffe der Natur selbst können reparieren, was Nahrungsindustrie, Pharmabranche, Medien und Politik mit unserem Körper anstellen. Sie finden dieses Wissen in den Kapiteln „Die Anti-Übergewichtseffekte von Tomate, Karotte, Mais & Co.“, „Noch mehr erstaunliche Hilfen aus der Natur“ und ziemlich verblüffend in „Calcium, die früheste Anti-Fett-Substanz“ und „Auch Vitamin D hat Anti-Fett-Kräfte“. Hilfreiche wissenschaftliche Erkenntnisse sind über das ganze Buch verteilt und konzentriert in „Empfehlungen: Gewürze, Getränke, Glücks-Food“ sowie „Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente mit Hoffnungspotenzial“.
Es sind Substanzen mit Reset-Effekt, wie bei einem Computer, der abgestürzt ist. Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente, Mineralstoffe, Fettsäuren, Enzyme, sekundäre Pflanzenstoffe. Ihnen gelingt die Wiederherstellung eines Ausgangszustandes.
In diesem Buch wird an vielen Stellen von Entzündung die Rede sein, von entzündlichen Prozessen, von inflammatorischem Stress. Aber auch vom Gegenteil, von anti-entzündlichen Mikronährstoffen. Entzündung ist eine geniale Waffe unserer Krankheitsabwehr. Stets ist sie der Versuch einer Korrektur durch das Immunsystem. Unser Fieber markiert krankmachende Erreger, und Killerzellen und Fresszellen beseitigen sie. Die Körperpolizei bekämpft mit aller Kraft jedoch auch gefährliche Nahrung. Mit negativen Folgen vom Verdauungstrakt bis hinauf in das Gehirn.
Anti-entzündliche Nährstoffe können den gefährlichen Stress beenden. Doch sie kommen in den allermeisten Produkten der Nahrungsindustrie nicht vor.
Nahrungszusätze, Umweltgifte und manche Medikamente können doppelt schädlich sein. Sie jagen auch vermehrt aggressive Sauerstoffmoleküle wie Brandfackeln durch die Gefäße. Das bewirkt eine Art Rostfraß im Körper durch oxidativen Stress. In der Natur lässt der Effekt von Oxidation aufgeschnittene Äpfel braun und Fette ranzig werden und Eisen rosten. Dieser aggressive biologische Prozess schafft eine Zellzerstörung mit der Geschwindigkeit eines Kurzschlusses. Im Körper startet er das langsame Erlahmen vieler Organfunktionen durch reaktive Sauerstoffteilchen. Die Folgen sind Alterungsprozesse, Entzündungen, Diabetes, Arteriosklerose, Übergewicht, Fettleber, Bluthochdruck, Schlaganfall, nicht-alkoholische Fettleber, Nierenfunktionsstörung, Bedrohungen für Herz und Gehirn, sowie die Bereitschaft für einige Krebserkrankungen. Alles vielleicht, weil wir das Falsche essen.
Wirksamsten Schutz bietet die anti-oxidative Selbsthilfe des Körpers. Dafür benötigt er ebenfalls bestimmte Mikronährstoffe, die in dem, was am besten schmeckt, womöglich nicht vorkommen.
Auf den Punkt gebracht: Moderne Nahrung startet nach Verzehr Belastungen im Körper, erneuert sie immer wieder und stoppt sie nicht. Die erste und eine der schädlichsten ist inflammatorischer Stress. Damit stehen die so genannten nicht-übertragbaren Krankheiten in einem Zusammenhang. Ein dadurch gefordertes Immunsystem entwickelt weniger Abwehrkräfte auch gegen Infektionen.
Essen könnte uns tatsächlich guttun. Doch diese Rechnung geht mit der Nahrungsindustrie nicht auf.
Menschen, die zusätzlich zu ihrem Essen vier Mal pro Woche auch noch diverse Nüsse konsumieren, erkranken seltener an Diabetes und Fettleibigkeit, unabhängig vom Körpergewicht. Trotz mehr Kalorien! Auch bestimmte weitere Todesrisiken werden reduziert. In einer Studie wurde das Essverhalten von Menschen, die häufig Nüsse essenden, mit solchen verglichen, die das nicht tun. Den Angaben war zu entnehmen, dass sich beide Gruppen eher schlecht ernähren. Aber Anhänger der zwölf Nussgruppen Walnüsse, Haselnüsse, Macadamia, Kokosnüsse, Mandeln, Maronen, Paranüsse, Pinienkerne, Pistazien, Erdnüsse und Cashewkerne schnitten gesundheitlich besser ab.
Wie kann das sein?
Die verschiedensten Nüsse sind reichhaltige Quellen für wertvollste Mikronährstoffe. Darunter sind die oft besonders vernachlässigten Mineralstoffe Selen, Eisen, Zink, Silizium, das Vitamin C, viele Vitamine der B-Gruppe und jede Menge Antioxidanzien gegen freie Sauerstoffradikale ... und schließlich reichlich gesunde Fettsäuren. Das sind sehr energiereiche Moleküle mit mehr als doppelt so vielen Kalorien je Gramm als Kohlenhydrate und Eiweiße. Aber sie besitzen viele günstig wirkende Eigenschaften. Statt dick machen sie gesund.
Davon profitieren in der Natur gleichermaßen sehr viele Pflanzen selbst, wie zum Beispiel die Olive von ihrem eigenen Öl. Aber 50 Jahre lang wurde den Menschen eingetrichtert, dass Fette für den Herztod verantwortlich sind! Gleichzeitig wurden mehr als 50 unterschiedliche äußerst nützliche Fettsäuren entdeckt. Sie fördern das Wachstum und entwickeln die Nervensysteme. Die Gehirngewebe bestehen größtenteils aus ihren Fettmolekülen.
Das ist das hartnäckigste Problem. Interessensgruppen diktieren uns eine völlig eingeengte Sicht auf schwere Körper und auf Fettleibigkeit. Ihre Schlussfolgerung lautet: Je mehr Kalorien, desto größer werden bestimmte Gefahren. Damit sind sie wahnsinnig erfolgreich. Auch deshalb ist dieses Buch notwendig.
Wenigstens ein dünner Hoffnungsschimmer für Dicke gleich in den allerersten Kapiteln war für die beiden Autoren eine wirkliche Herzensangelegenheit. Nüsse sind in guter Gesellschaft.
Also beginnen wir so: Karotten, rote Paprika, die Wassermelone, Aprikosen, Kürbis, Papaya, Tomaten, Spinat und Broccoli besitzen magisch wirkende Substanzen. Sie programmieren sowohl die Fettgewebe wie das Gehirn, möglichst mit dem Dickmachen aufzuhören, auch gegen vorhandene biologische Widerstände, und stellen die Weichen auf Gewichtsreduktion. Dutzende andere Lieferanten pflanzlicher Substanzen ebenso. Mit Haferflocken gelingt ein ähnliches Wunder dank ihrer 14 Gruppen wertvoller Mikronährstoffe und der Heilsubstanz Silizium.
Und es geht weiter. Braunalgen sagen ebenfalls im Verdauungstrakt der Kalorienflut den Kampf an. Auch Joghurt schafft dort bessere Verhältnisse mit Geduld. Und wenn wir die neun bis zwölf Stunden mit Nichtessen zwischen Abendessen und Frühstück auf vierzehn bis sechzehn Stunden ausdehnen, legt das ebenfalls einen Schalter um, auch wenn wir in den übrigen Stunden unverändert das Gleiche essen.
Lesen Sie also dieses Buch mit Block und Bleistift griffbereit.