Einleitung
Ich weiß, dass es ein äußerst kurzes Buch ist. Aber
ich hoffe, dass es Euch dennoch hilft, bzw. gefällt.
Zunächst möchte ich Euch mitteilen, dass
ich nicht aus der Sicht anderer schreiben
kann,
sondern nur aus meiner eigenen und dass ich nicht immer zwischen
den Einflüssen auf mich durch ADS und Autismus
unterscheiden kann.
Vielleicht sind es ja beides, eine und dieselbe
"Krankheit" und werden
deshalb vielleicht auch Relativ häufig zusammen
diagnostiziert.
Es versteht sich wohl von selbst, aber ich erwähne
es vorsichtshalber mal trotzdem;
Ich kann nicht spezifisch über andere schreiben bzw. auf
die Lage anderer eingehen,
Sondern nur im allgemeinen über ADS und Autismus
schreiben, aber in erster Linie nur über mich.
Daher sollten Sie davon ausgehen, dass es um einiges von
anderen abweicht und wen Sie sich ein Bild von
Autisten und AD(H)S'lern machen wollen,
in Erwähnung ziehen,
Die Bücher von verschiedenen Autisten und
AD(H)S'lern zu lesen.
Was ich auf jeden Fall meiner Erziehung zuschreiben möchte, ist folgende Sache:
„Jetzt konnte mich endlich mal aufraffen,
einen Arzt-Termin beim HNO auszumachen.
Hab am Donnerstag den Termin. Hab schon seit mindestens 2 Jahren
eine chronische, einseitig wechselnde, verstopfte Nase. Obwohl
meine Nase völlig trocken ist. Meine Mutter meinte
immer, das ich mich nicht so anstellen soll und deshalb
bin ich bis jetzt noch nicht zum Arzt. Eigentlich voll
idiotisch.
Ich hoffe das sich, das nicht recht und das
das nichts schlimmes ist.
...
Ps. Könntet ihr mir einreden, in solchen Fällen früher
zum Arzt zu gehen?
...
Egal was ich früher hatte, es hieß immer, so schlimm kann das
nicht sein, warten wir erst mal 2, 3 Wochen, bevor wir zum Arzt
gehen.
Dann habe ich schon immer 2, 3 Wochen gewartet, bis ich es gesagt habe und dann hieß es trotzdem, wegen jeder Kleinigkeit müssen wir nicht gleich zum Arzt,... deswegen habe ich auch, als ich mir den Finger gequetscht habe, bis zum Feierabend gearbeitet und bin dann erst zum Arzt gegangen,... der hat gemeint, das ich 2 oder 3 Stunden früher hätte kommen sollen und das man jetzt nichts mehr machen kann, aber zum Glück hing hinten noch ein Stück zusammen und ich habe das ordentlich zusammengelegt, als ich das Pflaster drauf gemacht habe,... deswegen ist es dann doch gut zusammen gewachsen.
Statt mich, wie es der Arzt empfohlen hat, krankzuschreiben, habe ich so sogar noch am nächsten Tag weiter gearbeitet (war in der Probezeit) und hatte nen Riesen Verband, weil die wunde nicht wieder aufgehen durfte. Konnte meine rechte Hand auch nur behelfsmäßig nutzen und habe überwiegend mit der linken Hand gearbeitet. Dann wurde ich gekündigt, wegen schlechter Leistung.“
Schrieb ich heute meinen Freunden, in der Hoffnung, dass ich in Zukunft vernünftiger sein werde.
Ein häufiger Fehler scheint zu sein, das Emotionen fehlinterpretiert und falsch eingeschätzt werden.
Da man mir die Emotionen (und den Schmerz) nicht immer so sehr ansieht, werde ich häufig als empfindlich, Weichei, Hypochonder und der gleichen angesehen. Das verändert auch das relative Schmerzempfinden, das natürlich nichts am individuellen Schmerz ändert.
Übrigens ist das auch bei Männern in unserer Gesellschaft so, das diese bei einen Messbaren gleichen Schmerz (mit der Stresshomoausschüttung gemessen) [weiß ich aus dem Gedächtnis, deshalb leider keine Quellenangabe möglich] niedriger wahrgenommen wird, das Jungs eher dazu erzogen werden, den Schmerz zu ertragen und Frauen eher dazu erzogen werden, sich bei Schmerzen zu Wort zu melden.
Da man Autisten den Schmerz nicht so ansieht, wird der Schmerz noch mal anders wahrgenommen.
So kommt es auch dazu, das ich mir beim Zahnarzt ohne Probleme (ich habe Angst vor Spritzen und Spitzen Gegenständen, die in meine Richtung zeigen) die Zähne bohren lasse, ohne davor eine Betäubungsspritze zu nehmen (Ich weiß das das eigentlich nicht erlaubt ist) und es wird von mir als unangenehm und leicht schmerzhaft wahrgenommen. Mein Tastempfinden und mein Schmerzempfinden ist nicht schlechter, als das anderer Menschen, aber es wird anders wahrgenommen.
Das andere wahrnehmen von Schmerz entsteht übrigens wirklich nicht direkt durch den Autismus.
Sondern dadurch das man nicht allen Autisten, ansieht, welchen Schmerz sie haben, und fühlen.
Dadurch wird der Schmerz prinzipiell (von außen/anderen) geringer eingeschätzt und weniger ernst genommen,
was dann irgendwann dazu führt, das man den Schmerz selbst nicht mehr so schmerzhaft empfindet/wahrnimmt, wie er eigentlich für den Körper ist. Man spürt ihn zwar noch genau so stark, aber man empfindet ihn eher als normal.
Als ich mir die Rippe angebrochen habe, habe ich den Schmerz eher als unangenehm empfunden, als, als schmerzhaft.
Damit andere jedoch auf mich Rücksicht nehmen, muss ich ab und zu jammern, damit sie verstehen, das sie Rücksicht nehmen müssen, was wiederum dazu führt, das sie mich für zu empfindlich halten und mich dann wieder tadeln.
Mich packen immer wieder Selbstzweifel und Ängste, wie ich mein Leben auf die Reihen bringen soll und wie ich meinen Zielen und wünschen, jemals näherkommen soll.
Da ich mir auch das ziel gesetzt habe, Künstler zu werden, ist das ganze für mich besonders schwer.
Schwierig ist es auch, weil immer wieder Kritik kommt und aussagen kommen, die mich verstören, traurig machen und in Selbstzweifeln versinken lassen,...
Seit langen glaube ich schon, da sich eigentlich nichts kann, außer Kunst,... und wen mir dann jemand sagt, das ich das auch nicht kann, heißt das für mich, das ich nichts kann,... ohne Kunst und Kreativität ist mein Leben verwirkt,... Was mich auch immer wieder stört ist, wen Leute sagen, das ich kein Künstler bin und das ich das ja, als Hobby machen kann und das das ja ein Hübsches/Schönes Hobby ist,... Die Leute sagen, das ich damit ja nichts verdiene und das das deswegen nur ein Hobby ist,... Und die Leute sagen, das man dafür kein Gelde verlangen kann, weil das Ja ein Hobby ist,... deren Meinung nach müsste ich also erst Geld damit verdienen, bevor ich Geld dafür verlangen kann,...
Zur Zeit habe ich auch mal wieder darüber nachgedacht, ob ich mich bei der Kunstakademie bewerben soll,... bis jetzt haben mir viele davon abgeraten,... als ich dazu eine Umfrage auf einer Webseite gemacht habe, was sie mir empfehlen würden und was sie selber in meiner Situation machen würden, haben mir viele dazu geraten, mein Abitur nachzuholen und das zu Studieren,... andere haben mir empfohlen, das ich mich auf der Kunstakademie bewerbe,...
In der Umfrage habe ich die Antwortmöglichkeiten natürlich vorgegeben,... und ich habe auch darauf hingewiesen, das ich in englisch zu schlecht bin, um ein Abitur zu machen,...