Norbert Wickbolds Denkzettel
Norbert Wickbolds
Denkzettel
1. Auflage
Copyright © 2014 by Norbert Wickbold
Layout, Umschlaggestaltung und Illustration: Norbert Wickbold
Korrektorin: Irene Wickbold
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN: 978-3-7323-2611-2 (Paperback)
ISBN: 978-3-7323-2612-9 (Hardcover)
ISBN: 978-3-7323-2613-6 (e-Book)
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Norbert Wickbolds
Denkzettel
Die ersten zehn!
Vorwort
Schon in meiner Kindheit habe ich mich darüber gewundert, dass so viele Menschen bereitwillig fremde Meinungen ungeprüft übernehmen. Wird von den Medien oder der Politik ein Thema aufgegriffen, so ist diese Angelegenheit bald in aller Munde. Doch scheint es immer nur Befürworter und Gegner zu geben. Jeder ist stolz darauf, dass er eins und eins zusammenzählen kann. Das jemand mal ganz andere Gedanken zu dem Thema haben kann oder sogar über ganz andere Dinge nachdenkt, scheint in der als pluralistisch bezeichneten Zuschauer-Demokratie überraschend. Und für diejenigen, die sich auch im Erwachsenenalter täglich die Maxiversion eines Paperback-Großdruck-Bilderbuchs anschauen, um sich eine Meinung zu bilden, die sie dann für ihre eigene halten, ist es ungewohnt, sich eigenständig Gedanken zu machen.
Ich frage mich, ob es wohl möglich ist, Leser dazu anzuregen, sich wirklich eigene Gedanken zu machen, indem man ihnen vorführt, zu welchen paradoxen und kuriosen Ergebnissen es führen kann, wenn man die üblichen Phrasen konsequent weiter verfolgt? Vielleicht mit etwas Humor? Vielleicht, indem man die üblichen Gedankenfäden zuende spinnt und auf diese Weise auf ungeahnte Konsequenzen aufmerksam macht?
Die großen und kleinen Gedanken und Fragen der Welt, Begriffe und Ideen, Phrasen und Redewendungen in einer lockeren Folge auf humorvolle Weise zu hinterfragen und neu zu beleuchten, das ist das Anliegen dieser kleinen Denkzettel. Dabei geht es auf keinen Fall um Besserwisserei oder Aufklärung. Es soll einfach nur gezeigt werden: Ich kann auch anders! Man kann ganz anders über eine Angelegenheit denken, als es üblicherweise getan wird. Auch wenn dies im allgemeinen als »undenkbar« bezeichnet wird. Es gibt noch ganz andere Denkmöglichkeiten! Und so enthält jeder Denkzettel trotzdem ein Stück Wahrheit. Eine Art alternative Wahrheit. »So hab‘ ich das noch gar nicht gesehen«, mag da mancher Leser erstaunt ausrufen. Vielleicht gelingt es ja auf diese Weise, den einen oder anderen Leser zu eigenen Gedanken anzuregen und den Kopf frei zu machen, von dem ganzen, alten Ballast.
Was steckt hinter den Begriffen, die in aller Munde sind? »Volksmund tut Wahrheit kund – oder Dummheit?« Wie viele Begriffe und Redewendungen verwenden wir, ohne uns über deren Bedeutung im Klaren zu sein. Hier sei nur auf den Begriff »Schwein« verwiesen, der in vielfältiger Weise in unserem Sprachgebrauch zu finden ist, wie ich im siebten Denkzettel in humorvoller Weise gezeigt habe.
Wie viele Aussagen werden uns als bewiesene Tatsachen serviert, obwohl diejenigen, die uns von diesen Tatsachen berichten, oftmals nur wenig davon verstehen oder die vermeindlichen Tatsachen durch (absichtliche?) Weggelassenen oder durch eigene Ergänzungen entstellt haben?
Somit beleuchte ich einige »klassische« Themen aus den Bereichen Religion, Wissenschaft und Philosophie, die seit langem als eindeutig geklärt gelten. Doch schon im ersten Denkzettel kann ich zeigen, dass etwa die altbekannte Frage: »Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?« bis heute von den Experten nicht zufriedenstellend beantwortet werden konnte!
Obwohl das Zeitalter der Aufklärung schon zweihundert Jahre zurückliegt, heißt es bis heute im Volksmund: »Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich!« Wenn also auch die Experten ihre Grenzen haben, können wir uns ja auch selbst mal als Experten versuchen. Und wenn wir anschließend nicht mehr nur mit offenem Munde dastehen, sondern verwundert den Kopf schütteln – mit einem Schmunzeln, versteht sich – sind wir vielleicht ein Stück weiter. Zumindest so weit, wie die vermeintlichen Experten. Und können denen auch mal einen Denkzettel verpassen! Das wäre doch mal was – oder?
Norbert Wickbold