Handbuch der Kinderchorleitung
Karl-Peter Chilla
Handbuch der Kinderchorleitung
Ein praktischer Ratgeber
Aktualisierte Neuauflage
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Bestellnummer SDP 61
ISBN 978-3-7957-8609-0
© 2014 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz
Alle Rechte vorbehalten
Als Printausgabe erschienen unter der Bestellnummer ED 8727
© 2003 und 2009 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz
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Inhalt
Vorwort
1. Aufbau und Gründung eines Kinderchores
1.1 Werbung
1.2 Organisation
1.3 Die Chorgruppe
2. Die Entwicklung von Kindern
2.1 Mit wem haben wir es zu tun?
2.2 Kinder der 1. bis 3. Klasse
2.3 Kinder der 4. und 5. Klasse
2.4 Kinder der 6. und 7. Klasse
3. Pädagogische Arbeit im Kinderchor
3.1 Die Bedeutung der Gruppe für die Entwicklung der Kinder
3.2 Erwartungen und Voraussetzungen
3.3 Leitung von Gruppen unterschiedlichen Alters
3.4 Verschiedene Leitungsstile
3.5 Störungen während der Probe
3.6 Möglichkeiten der Motivationssteigerung
4. Singen und Bewegung
4.1 Der Bewegungsbedarf in den unterschiedlichen Altersstufen
4.2 Tipps für Bewegungsmöglichkeiten in der Probe
4.3 Spiele für Auflockerungs- und Entspannungsphasen
5. Musikalische Arbeit im Kinderchor
5.1 Altersentsprechende Liedauswahl
5.2 Methodik der Liedeinführung
5.3 Der Einsatz von Instrumenten
5.4 Hörschulung
5.5 Mehrstimmigkeit
5.6 Dirigieren im Kinderchor
5.7 Musiktheorie
5.8 Singen nach Zeichen
6. Stimmbildung
6.1 Zur Bedeutung der Stimmbildung
6.2 Körperhaltung
6.3 Atmung
6.4 Die Stimmwerkzeuge
6.5 Konsonanten und Artikulation
6.6 Vokalarbeit und Vokalausgleich
6.7 Körperresonanz
6.8 Höhen- und Tiefentraining, Registerausgleich
6.9 Dynamik
6.10 Staccato und Koloratur
6.11 Der Umgang mit Brummern
6.12 Singen während des Stimmwechsels
6.13 Altersspezifische Stimmbildungsübungen
7. Auftrittsmöglichkeiten
7.1 Gottesdienstsingen
7.2 Kurrendesingen
7.3 Elternnachmittage
7.4 Seniorennachmittage
7.5 Konzerte
7.6 Szenische Aufführungen
7.7 Tipps für Konzerte und szenische Aufführungen
8. Chorfreizeiten
8.1 Organisation
8.2 Elternbriefe
8.3 Die Aufsichtspflicht
9. Brisante Themen: Kopieren und die GEMA
9.1 Notenkopieren verboten – oder gibt es Ausnahmen?
9.2 Die GEMA – wozu braucht man sie?
Vorwort
Von diesem Buch dürfen Sie Tipps, Strategien, Hilfen und Konzepte für den Umgang und die Arbeit mit Ihrem Kinderchor erwarten, wenn Sie
–im Begriff sind, einen Chor aufzubauen,
–weitere Ideen für Ihren bestehenden Kinderchor suchen,
–zu bestimmten Problemen Vorschläge benötigen,
–Ihren Kinderchor musikalisch mehr fordern wollen.
Die Chorarbeit mit Kindern macht Freude. Sie bereichert sowohl die Kinder als auch uns, die Chorleiter. Sie ist in starkem Maße von der Persönlichkeit des Chorleiters1, d. h. von Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Engagement, abhängig. Von der Begeisterungsfähigkeit der Kinder, ihrer Bereitschaft zur Leistung, ihren Emotionen können wir uns anstecken lassen.
Kinderchorarbeit ist immer im Wandel und in der Entwicklung begriffen. So stellt der Umgang mit Kindern im Vorschulalter andere Anforderungen als mit Grundschulkindern. Das Singen mit Kindern ab der 5. Klasse fordert den Chorleiter in seiner musikalischen Arbeit und seinem Führungsstil wiederum anders.
Wie können Sie die Kinder in ihrem Verhalten besser verstehen und fördern? Wie können Sie sie mit ihren Bedürfnissen dort abholen, wo sie sich entwicklungsmäßig befinden? Wie können Sie sie zum engagierten Mitmachen in der Chorgruppe begeistern? Auf diese und viele andere Fragen möchte das vorliegende Buch Antworten geben.
Das Interesse am Thema »Kinderchorleitung« ist inzwischen groß. Es kommt aus seinem Schattendasein heraus. Dies beweisen die gut besuchten Fortbildungsveranstaltungen und die stetig wachsende Zahl an Kinderchören. In Vereinen, Schulen und Kirchengemeinden »kommt man um den Kinderchor nicht mehr herum«.
Auch an den Musikhochschulen hat man mittlerweile die Bedeutung des Faches »Kinderchorleitung« erkannt. Lange wurde jedoch davon ausgegangen, dass hierfür keine differenzierte Ausbildung notwendig sei. Geschick im Umgang mit Chorkindern wurden häufig als ausreichendes »Startkapital« angesehen. Dass dies auf Dauer nicht genügt, beweisen die vielen offenen Fragen der Kinderchorleiter – unter ihnen zahlreiche hauptberufliche Musiker. Haben vormals Instrumentalausbildung und die wissenschaftlichen Bereiche die Kinderchorleitung oft ins Abseits gedrängt, etabliert sich heute das Fach an immer mehr Ausbildungsstätten.
Viele Musikverlage haben den Bedarf an geeigneter Kinderchorliteratur bemerkt und veröffentlichen verstärkt Lieder und Singspiele. Wir sind froh darüber.
In über 20-jähriger Kinder- und Jugendchorarbeit, mit Höhen und Tiefen, Suche nach neuen pädagogisch-didaktischen Erkenntnissen, musikalischen Erfolgen, aber auch Rückschlägen und Enttäuschungen, haben sich Erfahrungen angesammelt, die ich hier zusammengefasst habe und weitergeben möchte.
Ich danke
–meinen Kinderchorgruppen, mit denen ich vieles ausprobieren, Begeisterungsfähigkeit erleben, aber auch Grenzen erfahren durfte;
–den Teilnehmern von vielen Fortbildungsveranstaltungen und Seminaren, von denen ich immer wieder Anregungen erhalten habe;
–meinen Studierenden für ihre Gespräche und Diskussionen, die mir deutlich machten, wie ich die Vermittlung noch verbessern konnte;
–meinen Kindern Simon, Hanna und Judith, die mir durch ihr langjähriges Singen in meinen Kinderchören und ihre Erzählungen über das, was sie in den Proben erlebten, immer eine spontane und direkte Rückmeldung gaben.
Karl-Peter Chilla
1. Aufbau und Gründung eines Kinderchores
1.1 Werbung
»In unserem Stadtteil gibt es durch das Neubaugebiet jetzt viele junge Familien. Für diese Kinder soll ich einen Kinderchor aufbauen, weiß aber nicht genau, wie ich vorgehen soll«, so eine junge Kollegin aus Frankfurt. – In Gesangvereinen und Kirchengemeinden stellt sich für die Verantwortlichen häufig dieselbe Frage: Wie spreche ich möglichst professionell und effektiv Kinder und Eltern für die Neugründung oder Erweiterung eines Kinderchores an?
Bedenken Sie dabei: Niemand interessiert sich dafür, ob Sie Kinder suchen oder ob Sie sich über weitere Chorinteressenten freuen. Es gibt so viele Konkurrenzangebote auf dem Freizeitsektor, dass sich Kinder und Eltern das Angebot herauspicken werden, das sie besonders anspricht. Deshalb ist für eventuelle Chorkinder und deren Eltern die Information wichtig: Was haben Sie zu bieten?
Möglichkeiten und Erfolg von Werbung hängen stark von den gegebenen Örtlichkeiten ab. Auch das Kindergarten- und Schulumfeld wirkt sich auf die Werbestrategien aus: In einer Großstadt wird es ungleich schwieriger sein, einen Hinweis auf den Kinderchor im Lokalteil der Tageszeitung zu platzieren als in ländlich geprägten Gebieten. Wenn in der nahe liegenden Grundschule schon ein Schulchor existiert, wird die Werbung für Ihren Kinderchor dort kaum möglich sein usw. – Das Umfeld muss also zu Ihrem Werbevorhaben passen. Wenn Sie aufgrund des Umfeldes zu große Schwierigkeiten sehen, für Ihren Chor zu werben, fragen Sie sich, ob die Gründung überhaupt sinnvoll erscheint: Wer ist interessiert?
Wenn z. B. trotz eines bereits bestehenden Chores in Ihrem Einzugsbereich an der Idee einer Neugründung festgehalten werden soll, überlegen Sie sich, ob besondere Schwerpunkte gesetzt werden können, z. B. ein Chor
–nur für ein bestimmtes Projekt,
–in dem auch mit Instrumenten gespielt wird,
–in dem auch Schauspieler eingesetzt werden können (Singspiele) usw.
Weisen Sie in Ihrer Werbung auf Besonderheiten und Highlights Ihrer Chorarbeit hin. Verschweigen Sie aber auch nicht Ihre Ansprüche!
Zeitungsartikel und Anzeige
Hier eine Checkliste für Werbung in der Tagespresse, in der Gemeinde- oder Werbe zeitung:
–Was ist an meinem Programm für Neueinsteiger besonders interessant?
–Wie lautet das aktuelle Programm, auf das Sie hinarbeiten?
–Nennen Sie den Namen des Chores.
–Erwähnen Sie Ort und Zeit der Chorprobe.
–Der Name und die Telefonnummer eines Ansprechpartners oder des Chorleiters dürfen für Rückfragen auf keinen Fall vergessen werden.
–Evtl. anfallende Mitgliedskosten sollten aufgeführt werden.
Pressebeispiele
Kinderchor »Nachtigall« bietet Neueinstieg für singbegeisterte Kinder an
Pünktlich um 15 Uhr geht es jeden Mittwoch los – die wöchentliche Probe des Kinderchores »Nachtigall« im Bürgerhaus in Singeslust. Zur Zeit nehmen 20 begeisterte Mädchen und Jungen den Ton Ihres Chorleiters Goldkehl auf und erlernen Chormusik aus vielen Epochen. Ein- bis dreistimmige Werke – vom Volkslied über geistliche und weltliche Werke bis hin zum Gospel und Spiritual in englischer Sprache – werden gesungen. »Interesse am Singen sollten die Kinder, die zu uns kommen, mitbringen. Notenlesen-Können ist keine Bedingung. Vor allem soll den Kindern die Sache Spaß machen. Eine regelmäßige Teilnahme an den Proben wird erwartet«, so der Chorleiter Christian Goldkehl.
Auch »Hausaufgaben« machen die Kinder für ihren Chor: Sie üben die Texte, setzen sich mit den fremdsprachigen Liedern auseinander, lernen die Einsatzfähigkeit ihrer Stimme verbessern und trainieren den richtigen Stimmsitz. Sie erleben, dass es bei mehrstimmiger Literatur nicht darauf ankommt, im »Alleingang« zu singen, sondern dass sie aufeinander angewiesen sind, ihre Stimme im Hören und Erleben der anderen Stimmen einzusetzen. Dieses Gemeinschaftsgefühl und das Aufeinander-angewiesen-Sein macht Kinder stark und gibt ihnen ein gutes Gefühl.
Die Teilnahme am Chorsingen ist kostenlos. Interessierte Kinder sind willkommen. Die nächste Probe findet am kommenden Mittwoch statt. Informationen bei Chorleiter Christian Goldkehl unter Tel.: 0101-11 11.
Der Kinderchor »Nachtigall« nimmt wieder neue Sänger auf
Nach dem großen Erfolg beim Auftritt des Kinderchores »Nachtigall« beim Wettbewerb im Juni und der wohlverdienten Sommerpause beginnen für die kleinen Sänger wieder die Gesangsstunden.
Interessierte Kinder sind eingeladen, zum ersten Treffen in das Bürgerhaus in Singstadt zu kommen: am 10. August um 15 Uhr. Chorleiter Christian Goldkehl beginnt mit den Proben für das Singspiel Max und Moritz, das am 20. Oktober in der Stadthalle aufgeführt werden soll. Die Kinder dürfen sich auf konzentrierte Probenarbeit freuen, bei der auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Sie sollten gerne singen und regelmäßig zu den Proben kommen können. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen sind bei Chorleiter Christian Goldkehl unter Tel.: 0101-11 11 zu erhalten.
Beispiele für die Lokalzeitung oder den Gemeindebrief
DER KINDERCHOR
der katholischen Kirchengemeinde lädt
KINDER DER 1. UND 2. KLASSE
zum Mitsingen ein.
Wir bieten:
–dem Alter der Kinder entsprechende Stimmbildung;
–Bewegungs- und Konzentrationslieder, die Kindern Spaß machen;
–Hinführung zum mehrstimmigen Singen.
–Das Mitsingen bei uns ist kostenlos.
Die Probenzeit ist jeweils montags von 15:00 bis 15:45 Uhr
im katholischen Gemeindezentrum, Hauptstr. 10.
Weitere Informationen bei: Kirchenmusiker Hans Lustig, Telefon: 000-00
Oder:
Die Kinderkantorei
der evangelischen Kirchengemeinde Singstadt
Wir laden nach den Herbstferien
Kinder der 1. und 2. Klasse
zum Mitsingen ein!
Die Advents- und Weihnachtszeit steht bevor. Die Kinder werden viele geistliche und weltliche Kinder- und Volkslieder kennen lernen. Sie erhalten im Chor Stimmbildung, lernen Noten kennen und werden Freude an Rhythmusspielen haben. Die Mitwirkung im Chor ist kostenlos. Wir erwarten regelmäßige Teilnahme an den Proben.
Die Leitung des Chores hat Kantor Daniel Stimme.
Probenzeit: jeweils montags von 15:00 bis 15:45 Uhr
im evangelischen Gemeindehaus
Infotelefon: 000-00
Kinderchor »Die Maxis«
Wir laden ein!
Kinder der 1. und 2. Klasse
sind herzlich willkommen.
Wir wollen singen und Spaß haben!
Den Kindern wird durch Bewegungs- und Aktionslieder, Spiele und Auftritte Freude am Singen vermittelt. Durch fundierte Schulung lernen sie, mit ihrer Stimme richtig umzugehen.
Chorsingen kann:
–die Konzentration verbessern;
–die Fähigkeit zu sozialer Gemeinschaft stärken;
–die Entwicklung und Kreativität fördern;
–helfen Hemmungen abzubauen.
Die Mitwirkung ist kostenlos.
Wir treffen uns – außer in den Ferien – jeden Mittwoch
im Bürgerhaus.
Das nächste Zusammensein findet am kommenden Mittwoch
von 15 bis 16 Uhr statt.
Auskünfte erteilt gerne der Vorsitzende des
Gesangvereins Goldkehle, Helmut Bariton, Tel.: 01234-5678
Persönliche Werbung in Kindergarten und Schule
Effektiver als ein Aufruf in der Presse ist der persönliche Besuch: Zeigen Sie sich Ihren potentiellen Chorkindern. Die Kinder wollen den zukünftigen Chorleiter sehen, wollen ihn erleben, möchten spüren, ob sie einen Bezug zu diesem »Fremden« aufbauen können. Wecken Sie den Wunsch in ihnen, in Ihrem Kinderchor mitzuwirken.
Da, wo es möglich ist, machen Sie einen Termin mit der Leitung der Grundschule oder dem Kindergarten aus und verabreden eine Singstunde. Weisen Sie gegebenenfalls darauf hin, dass die Teilnahme am Chor kostenlos ist. Diese Singstunde stellt einen wichtigen Meilenstein auf Ihrem »Werbeweg« dar und sollte gut vorbereitet sein. Die fünf Stufen des Zugangs zu den Kindern sind:
Aufgabe |
Ziel |
1.Kontakt herstellen. |
Bezug zu den Kindern aufbauen. |
2.Hörübungen aus der Stille heraus. |
Konzentrationsphase für die Kinder. |
3.Die Kinder aktiv werden lassen: Ein ihnen bekanntes Lied singen. |
Kinder sollen stolz zeigen dürfen, was sie gelernt haben. |
4.Ein neues Lied einüben. |
Den Kindern zeigen: »So lernen wir ein neues Lied.« (Dazu ein Lied auswählen, das auf alle Fälle »klappt«!) |
5.Einladungsbrief verteilen. |
Kontakt zu den Eltern herstellen mit einer Einladung an ihre Kinder zum Mitsingen im Chor. |
Zu 1. Kontakt herstellen: Stellen Sie sich als Person und mit Ihrer Arbeit vor. Die Kinder müssen Gelegenheit bekommen, sich an den Klang Ihrer Stimme, an Ihre Gestik und Mimik zu gewöhnen. Die ersten Augenblicke vor der Gruppe sind entscheidend. Bleiben Sie locker und freundlich, aber bestimmt.
Suchen Sie Kontakt zur Gruppe. Lernen Sie die Kinder kennen. Wenn es die Zeit erlaubt, können sich auch die Kinder vorstellen. Versuchen Sie sich die Namen zu merken und sprechen Sie die Kinder im Verlauf der Singstunde mit ihrem Namen an. Sie schaffen dadurch persönlichen Bezug. Sprechen Sie ruhig und langsam!
Zu 2. Hörübungen aus der Stille heraus: Leiten Sie die ersten musikalischen Übungen mit ruhigen Rhythmus- und Hörspielen ein. Klatschen Sie den Kindern ein kurzes Rhythmusmodell vor. Die Gruppe soll sofort im Anschluss nachklatschen. Achten Sie darauf, dass die Kinder alle zusammen und im richtigen Rhythmus nachklatschen. Ein hohes Anspruchsniveau schafft Konzentration und macht den Kindern Spaß.
Im Anschluss an diese Übung kann ein »Hörspiel« folgen. Öffnen Sie – nach Ankündigung – das Fenster des Raums und lassen Sie die Kinder auf die von außen hereinkommenden Geräusche achten. Erst wenn das Fenster geschlossen ist, dürfen die Kinder Ihnen ihre Wahrnehmungen mitteilen.
Zu 3. Kinder aktiv werden lassen: Singen Sie mit den Kindern ein Lied, das die Gruppe schon gesungen hat. Die Kinder werden Ihnen das Lied gerne vorsingen. Loben Sie die Kinder für ihren Vortrag!
Zu 4. Ein Lied einüben: Nach dem Motto »Üben Sie das, was geht« suchen Sie sich für diese »Werbestunde« ein leichtes Lied aus, das die Kinder nach Möglichkeit noch nicht kennen und zu dem sie sich bewegen können. Sie wollen mit Ihrer Werbeaktion ja nicht das Repertoire der Gruppe um ein mehrstrophiges Lied erweitern, sondern eine positive Atmosphäre erzeugen, die bei den Kindern Lust »auf mehr« macht. Dieses Lied können Sie in Ihrer ersten Probe mit den neuen Chorkindern dann wieder aufgreifen und so den Bezug zu Ihrem Kindergarten- oder Schulbesuch herstellen.
Gut bewährt hat sich für solch eine Vorstellung das Lied Lapadu, weil es einfach nachzusingen ist und die Bewegungen (s. u.) Spaß machen:
Die Kinder bilden einen Kreis und geben sich die Hände. Singen Sie das Lied einmal vor. Beim Singen tippen Sie dabei im Viertel-Rhythmus abwechselnd mit der rechten und linken Fußspitze nach vorn auf den Boden. Lassen Sie dann die Gruppe mitsingen und mittanzen. Korrigieren Sie falsche Töne oder Fußstellungen nicht.
Fragen Sie nach dem Singen der 1. Strophe: »Habt ihr schon einmal Lapadu getanzt?« Die Kinder rufen: »Ja!« Fragen Sie weiter: »Aber habt ihr schon einmal Lapadu getanzt und euch dabei
–mit den Armen eingehakt,
–an den Ohrläppchen festgehalten,
–an der Nase festgehalten,
–am Po festgehalten,
–am Knie festgehalten
–oder habt ihr die Hände durch die Beine gesteckt und dem Nachbarn dabei die Hand gegeben?
Fragen Sie bei jeder neuen Strophe alle bereits vorher durchgeführten Möglichkeiten erneut ab. Das Lied endet meist damit, dass einige Kinder umfallen. Es geht recht turbulent zu. Um wieder Ruhe in die Gruppe zu bringen, lassen Sie die Kinder auf Zehenspitzen, möglichst ohne irgendein Geräusch zu machen, auf ihren Platz gehen. Wer von den Kindern schafft das?
Zu 5. Einladungsbrief verteilen: Am Ende Ihrer Singstunde verteilen Sie nach Absprache mit den Erzieherinnen bzw. der Klassenleitung den mitgebrachten Einladungsbrief (siehe unten) und verabschieden sich mit der Bitte um Weitergabe des Schreibens an die Eltern und dem Wunsch, die Kinder bei der kommenden Chorprobe wiederzusehen.
Je früher Sie mit Kindern in Kontakt kommen und sie für das Mitsingen im Kinderchor bewegen können, desto besser. Beim persönlichen Besuch im Kindergarten oder in der Grundschule sollten Sie über die Kinder auf jeden Fall auch Kontakt zu den Eltern herstellen. Diese müssen den Besuch in Ihrem Kinderchor schließlich erlauben und unterstützen. Den Elternkontakt bekommen Sie am besten und leichtesten durch den Einladungsbrief. In diesem Schreiben sollten folgende Informationen enthalten sein:
Information |
Beispiel |
Name des Einladenden |
Chor, Kirchengemeinde, Gesangverein |
Alter der Gruppe |
1. und 2. Klasse |
Termin der Chorproben |
Mittwoch von 15 bis 16 Uhr |
Ort |
Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde |
Angebot |
Wir bieten: –Lieder, die Kindern Spaß machen, –Stimmbildung, –Auftritte, –Zusammenarbeit mit dem Erwachsenenchor, –Freizeiten usw. |
Teilnahme |
Kostenlos / Der Mitgliedsbeitrag beträgt … €. Regelmäßiger Probenbesuch wird erwartet. |
Informationen |
Weitere Informationen bei … |
Beispielbrief an Eltern
Gesangverein Singfroh
Vorsitzender: Gustav Bariton,
Telefon: 111-111
Neu ab kommenden Montag:
Kostenlose
Singausbildung im Kinderchor »Singspatzen«
für fünf- und sechsjährige Kinder
im Kulturzentrum, Hauptstr. 1
Kindergartenkinder sitzen oft viel zu häufig vor dem Fernseher. Sinnvolle Freizeitangebote, die Spaß machen, können die Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen. Je früher, desto besser! Besonders geeignet ist aktives Musizieren.
Die musikalische Ausbildung fördert die Konzentrationsfähigkeit der Kinder und beugt Aggressionen vor. Kinder, die sich intensiv mit Musik beschäftigen, verfügen über ein ausgeprägtes Sozialverhalten und ein gut ausgebildetes Lernvermögen. Konzentrationsübungen, die Kindern Freude machen, wirken sich auch auf Tätigkeiten in anderen Bereichen positiv aus. Wichtig ist für die Kinder, möglichst früh an Musik herangeführt zu werden.
Wir wollen Kinder mit Bewegungs- und Mitmachliedern, mit Gehörübungen und Spielen auf breit gefächerte musikalische Aktivitäten vorbereiten und zum Musizieren motivieren. Mütter und Väter können bei der Arbeit mit den Kindern gerne dabei sein oder mitmachen.
Beginn: Montag, der 1. April
Anmeldungen und weitere Informationen bei:
Frau Gustl Triller, Mozartstr. 1, 00000 Singstadt, Telefon: 000-00
Werbung in Zusammenhang mit einem Projekt
Die Neugründung eines Kinderchores bietet sich besonders auch in Zusammenhang mit einem bestimmten Projekt an:
–Im kirchlichen Bereich kann dies z. B. das Singen für einen Familiengottesdienst oder ein Gemeindefest sein;
–im kirchlich-weltlichen Bereich könnte es sich um die Aufführung eines Singspiels für die Advents- und Weihnachtszeit handeln.
Für projektbezogene Arbeit mit Schulen gilt: Die Schule stellt den Probenraum, die Kirchengemeinde oder der Verein den Chorleiter. Die Probe sollte dann direkt im Anschluss an die letzte Schulstunde stattfinden. Bei geeigneter Literatur empfiehlt sich ein Auftritt zusammen mit einem Erwachsenenchor. Der Kinderchor singt entweder die Oberstimme mit oder eine eigene Oberstimme. Nach der Durchführung eines gelungenen Projektes sind die Kinder meist sehr begeistert und für das weitere Mitsingen im Chor zu bewegen.
Nach diesen Werbestrategien sollte einem erfolgreichen Beginn Ihrer Kinderchorarbeit eigentlich nichts mehr im Weg stehen.
1.2 Organisation
Haben Sie erfolgreich für die Gründung Ihres Kinderchores geworben, wird sich eine mehr oder weniger große Gruppe einstellen. Erwartungsfrohe Augen werden Sie ansehen. Bevor Sie aber an die Erarbeitung eines pfiffigen Liedes gehen können, stellen sich folgende Fragen: Wie soll die Arbeit mit den Kindern organisiert und strukturiert werden? Welche Hilfsmittel werden gebraucht?
Voraussetzung für das Umsetzen von pädagogischen und kreativen Ideen sind Strukturen und eine gute Planung. Deshalb werden im Folgenden Vorschläge, Überlegungen und Tipps genannt, die Ihnen helfen, über die organisatorischen »Klippen« der Kinderchorarbeit zu springen.
Der Probenraum
Der Raum ist von den örtlichen Gegebenheiten abhängig und in der Regel nicht veränderbar. Er sollte aber möglichst groß, hell und gut zu belüften sein. Gerade bei einer Chorarbeit in mehreren Gruppen kommt es häufig zu Unruhe, weil die Luft von der jeweils vorher anwesenden Gruppe »verbraucht« ist. Achten Sie deshalb auf frische Luft nach jeder Probe.
• Bestuhlung
In den meisten Fällen werden Sie die Stühle Ihres Probenraums nicht auswählen können. Für Vorschulkinder wären dem Körperbau entsprechende Kindergartenstühle optimal. Aber auch die Kleinsten können einen Teil der Probe auf normalen Stühlen sitzen.
Bei der Nutzung eines Probensaals auch von Erwachsenenchören liegen bisweilen Sitzkissen auf den Stühlen. Für Ihre Kinderchorprobe sollten Sie diese jedoch zur Seite legen. Die Kissen werden gerne für »Neckereien« missbraucht. Ihren Kindern ist von der Schule her das Sitzen auf harten Stühlen hinlänglich bekannt.
• Sitzordnung
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Stuhlanordnung, die Sie, je nach Vorhaben und Gruppenerfordernissen, gezielt einsetzen können.
–Geschlossener Stuhlkreis: Diese Sitzordnung eignet sich besonders für die Singarbeit mit Vorschulkindern.
Vorteil: Der Stuhlkreis vermittelt Geborgenheit. Alle im Kreis Sitzenden haben die gleiche Rangordnung. Sie können innerhalb des Kreises bei Bedarf schnell die Plätze tauschen.
Nachteil: Sie haben schlechten Augenkontakt zu den unmittelbar neben Ihnen sitzenden Kindern. Bei Bewegungsliedern und Aktionen kommen die Kinder schlecht aus dem Stuhlkreis heraus.
–Leicht geöffneter Stuhlkreis: Der leicht geöffnete Stuhlkreis ist ebenfalls für Vorschulkinder gut geeignet.
Vorteil: Hierbei haben die Kinder die Möglichkeit, bei Bewegungsliedern leicht aus dem Kreis herauszugehen und sich gegebenenfalls im Raum zu verteilen.
Nachteil: Durch die Öffnung entsteht eine leichte Distanz zum Chorleiter. Das Gefühl des Behütetseins ist nicht mehr in dem Maß gegeben wie im geschlossenen Stuhlkreis.
–Halbkreis, Hufeisenform und Reihenbestuhlung: Diese Sitzordnung ist eher für ältere Chorkinder geeignet. Größere Gruppen können in zwei bis drei Reihen hintereinander gesetzt werden. Mehr Stuhlreihen sollten jedoch nicht gestellt werden, da der Kontakt zum Chorleiter sonst schwierig wird und es in den hinteren Reihen leicht zu Unruhe kommt.
Vorteil: Alle Kinder haben zum Chorleiter einen guten Blickkontakt.
Nachteil: Dadurch, dass der Chorleiter auf einem von der Gruppe getrennten Platz sitzt, entsteht eine deutliche Distanz, die das Gefühl von autoritärer Gruppenleitung vermitteln kann.
Günstig ist eine Sitzordnung, bei der sich die Fenster des Raumes im Rücken der Kinder befinden. Wenn die Kinder nicht aus dem Fenster schauen können, ist die Möglichkeit des Abgelenktwerdens geringer. Das Tageslicht kommt von hinten, sodass sie Text- bzw. Notenblätter gut lesen können. Der Chorleiter wird – ohne dass die Kinder geblendet werden – mit seiner Gestik und Mimik besser wahrgenommen.
Legen Sie die Sitzordnung in der Probe langfristig fest! Gerade für jüngere Kinder ist es ein sicheres, »behütetes« Gefühl, wenn sie wissen: Ich habe im Chor meinen festen Platz. Wird die Sitzordnung nicht festgelegt, ist es häufig so, dass die stärkeren, größeren Kinder die vermeintlich besten Plätze belegen.
Lassen Sie zweimal im Jahr (z. B. bei der ersten Probe im neuen Jahr und nach den Sommerferien) den Kindern die Wahl eines Sitzplatzes. Die jüngeren dürfen sich ihren Platz zuerst aussuchen. Freunde und Freundinnen sollten auf alle Fälle Gelegenheit bekommen, zusammenzusitzen. Ist eine Sitzordnung gefunden, werden die Kinder gefragt, ob alle mit ihrem Platz zufrieden sind. Änderungswünsche werden besprochen.
Viele Kinderchorleiter stehen zu dicht vor ihrem Chor. Die Kinder müssen zu ihm hoch sehen. Die Folge ist eine dauernde Anspannung der Halsmuskulatur mit ungünstigem Einfluss auf den Kehlkopf und somit auf das Singen. Bei einer zu geringen Distanz wird es auch schwierig, die am Rand sitzenden Kinder ansehen zu können. Vermeiden Sie den Eindruck »Riese und Zwerg« bei den vor Ihnen sitzenden Chorkindern. Halten Sie einen Abstand von mindestens zwei Metern zum Chor!
• Tafel
Die Einsatzmöglichkeiten einer Tafel (evtl. auch Flipchart) sind vielfältig. Sie braucht keine Notenlinien zu haben. Optimal sind Tafeln auf Rollen, die bei Bedarf herbeigeholt werden können, um z. B. einen Liedtext anzuschreiben, mit einer Zeichnung in ein Lied einzuführen, die Kinder mit den Notenwerten bekannt zu machen, ein Gruppenspiel mit einem Text vorzustellen usw.
• Notenschrank
Ein Notenschrank gehört in jeden Probenraum. In ihm werden Textblätter für die Kleineren, Noten für die Älteren, die Begrüßungsschreiben (s. u.), kleine Geschenke für Geburtstagskinder usw. aufbewahrt.
Einige Chöre besitzen zusätzlich einen Glasschrank im Probenraum, in dem sich Erinnerungstrophäen, Fotos von Auftritten oder Freizeiten u. Ä. befinden. Diese Dinge unterstützen die Identifikation der Kinder mit dem Chor.
• Garderobe
Wenn Kinder im Probenraum ihre Jacken, Mäntel oder Taschen auf dem Sitzplatz ablegen, ergibt sich nicht nur eine »optische Unruhe«, sondern die auf dem Stuhl liegenden Gegenstände bergen auch »Konfliktpotential«: Wie reagiert Katja, wenn man ihr in der Probe die Tasche wegnimmt? Gehen Sie dieser Unruhe und möglichen Streits aus dem Weg. Die Kleidungsstücke der Kinder sollten auf Kleiderständern oder auf gesonderten Stühlen aufbewahrt werden.
Anwesenheitskontrolle
Besonders bei größeren Chören müssen Sie die Anwesenheit der Kinder in geeigneter Form schriftlich festhalten und kontrollieren. So können Sie feststellen, welches Kind eher unregelmäßig kommt und gegebenenfalls mit den Eltern über die Gründe sprechen. Sie haben auf diese Weise auch die Möglichkeit – falls Sie aus zwingenden Gründen kurzfristig eine Probe ausfallen lassen müssen –, rasch zu erkennen, wer bei der vorangegangenen Probe gefehlt hat und welche Kinder noch informiert werden müssen.
Einige Möglichkeiten, die Anwesenheit zu registrieren, sollen hier genannt werden:
• Platzkarten
Platzkarten können Karten aus Karton im DIN A 6-Format sein, die in jedem Schreibwarengeschäft zu erhalten sind. Auf diesen Karten werden vom Chorleiter die Daten des Anmeldeformulars übertragen. Auf die Vorderseite gehören in großer Schrift Vorname und Nachname des Kindes, auf die Rückseite die übrigen Informationen mit dem Eintrittsdatum.
Vorderseite
Katja
Müller
Rückseite
Bergstr. 1, 1000 Berlin, Tel. 030-0000
Geb.-Datum: 1.1.00
Eintrittsdatum: 1.1.00
Gefehlt am:
____________
____________
____________
____________
Diese Platzkarten werden vor Beginn der Probe auf die Stühle verteilt, wobei die festgelegte Sitzordnung eingehalten werden muss. Sobald die Kinder Platz genommen haben, werden die Karten wieder in der Sitzreihenfolge eingesammelt. Das Fehlen eines Kindes wird auf der Rückseite der Karte eingetragen. Die Kinder rücken nach dem Einsammeln der Platzkarten auf, sodass keine Stühle frei bleiben. Kommen neue Kinder in den Chor, sollen sie sich natürlich neben ihre/n Freund/Freundin oder auf einen selbst gewählten Platz setzen dürfen. Durch diese Flexibilität ergeben sich immer wieder leichte Rückungen. Die Sitzordnung ist also – bei einer grundsätzlichen Beibehaltung – relativ variabel. Auch bei einem Ausscheiden oder Neueintritt in den Chor kann es zu Veränderungen kommen. Diese Art der Anwesenheitskontrolle ist für Kinder bis zur 4. Klasse geeignet.
• Punkte
Hierbei werden die Namen der Kinder auf eine große Liste geschrieben, die an einer Wand des Probenraums aushängt. Für jede besuchte Probe wird hinter dem Namen ein bunter selbstklebender Papierpunkt (im Schreibwarengeschäft erhältlich) angebracht. Die Kinder sehen, wer die meisten Punkte hat. Nach einer gewissen Zeit können die Kinder mit der höchsten Punktzahl belohnt werden. Das Anbringen eines Fotos neben dem Namen führt zu einem persönlicheren Bezug der Kinder zur Liste.
• Anwesenheitslisten
Die Namen der Kinder werden zu Beginn der Probe aufgerufen und in eine Anwesenheitsliste eingetragen. Diese Form der Kontrolle eignet sich wegen des etwas anonymen, autoritären Charakters für ältere Kinder.
Eine Variante – für alle Altersstufen geeignet – ist der stillschweigende Eintrag durch einen bei der Probe anwesenden Chorbetreuer.
Finanzierung der Kinderchorarbeit
Finanzielle Mittel werden für
–Notenanschaffungen,
–für die Bereitstellung organisatorischer Mittel (Kopien von Elternbriefen),
–den Kauf kleiner Geburtstagsgeschenke für die Kinder,
–die Durchführung von Freizeiten und evtl.
–die Bezahlung des Chorleiters
benötigt.
Die Grundfinanzierung ist im kirchlichen Chorbereich durch Etatmittel und im weltlichen Chorbereich durch die Mitgliedsbeiträge der Erwachsenenchöre gesichert. Die Finanzierung besonderer Ausgaben ist aber meist schwierig. Hier müssen Sie und der Chorvorstand sich nach weiteren Geldquellen umsehen.
–Drängen Sie auf einen besonderen Etatposten für die Kinderchorarbeit im Haushaltsplan der Kirchengemeinde.
–Richten Sie einen »Freundeskreis für Kirchenmusik« ein. Dieser Freundeskreis, der sich auch für die Kinderchorarbeit einsetzt, muss kein eingetragener Verein sein. Eine lockere Struktur, ggf. mit einem Mitglied des Kirchenvorstandes, Presbyteriums, Pfarrgemeinderates oder dem Pfarrer an der Spitze, genügt.
–Nutzen Sie die Möglichkeit der freiwilligen Elternspende.
–Erkundigen Sie sich nach Zuschussmöglichkeiten bei Ihrer Stadtverwaltung oder beim Kreis.
–Verbinden Sie Kinderchorkonzerte oder Musiziernachmittage mit Eintrittsgeld oder einer freiwilligen Spende.
–Bitten Sie Ihre Kirchengemeinde um eine Kollekte im Gottesdienst für die Kinderchorarbeit. Dies bietet sich bei Familiengottesdiensten, in denen der Kinderchor singt, besonders an.
–Erwägen Sie bei besonderen Notenanschaffungen die Möglichkeit einer Elternspende.
–Schlagen Sie bei Freizeiten Fahrgemeinschaften von Eltern vor. Ist der Freizeitort nicht zu weit entfernt, können so die Buskosten gespart werden.
Elternarbeit
• Begrüßungsschreiben und Anmeldung
Zur Kinderchorarbeit gehört ein regelmäßiger, guter Kontakt zu den Eltern. Um diesen Kontakt zu pflegen, neuen Kindern den Eintritt in die Gruppe zu erleichtern und bestimmte Erwartungen, die Sie als Chorleiter an das Verhalten in der Gruppe haben, von vornherein zu klären, empfiehlt es sich, ein »Begrüßungsschreiben« auszugeben. Alle Kinder, die zum ersten Mal in den Chor kommen, erhalten dieses Schreiben mit der Bitte um Weitergabe an die Eltern.
Es hat sich bewährt, in diesem Brief den genauen Termin der Chorprobe, die Gruppeneinteilung (Anschlusschöre), einige »Regeln« der Gruppe, Auftrittshäufigkeit und eventuelle Kosten anzusprechen. Die folgenden Musterschreiben müssen natürlich den örtlichen Gegebenheiten und Erwartungen angeglichen werden.
Beispiele für Begrüßungsschreiben
Kinderchor Do–Re–Mi
Vorsitzender: Karl Bariton, Waldstr. 2, 12345 Singstadt,
Telefon: 01234-5678
Chorleiterin: Susanne Nachtigall
Liebe Eltern,
Sie haben Ihre Tochter / Ihren Sohn zur Teilnahme im Kinderchor Do–Re–Mi angemeldet. Wir freuen uns über Ihr Interesse und hoffen, dass Ihr Kind viel Freude an der Mitwirkung im Chor hat.
Unserer Arbeit liegt ein spielerischer Umgang mit Musik zugrunde. Die Kinder bekommen Notenkenntnisse vermittelt und werden durch Atem- und Stimmschulung auf das Singen vorbereitet. Immer wieder erhalten sie die Möglichkeit, das Erlernte auch öffentlich vorzuführen. Die Mitwirkung im Chor ist kostenlos.
Unser Chor ist z. Zt. in folgende Gruppen aufgeteilt:
– Vorschulkinder |
Vorchor |
Montag, 15:00–15:40 Uhr |
– 1. bis 4. Klasse |
Kinderchor |
Montag, 16:00–16:45 Uhr |
– ab der 5. Klasse |
Hauptchor |
Montag, 17:00–18:30 Uhr |
Die Proben finden regelmäßig montags statt (Ausnahme: Ferien). Falls außerplanmäßig eine Probe ausfallen muss, geben wir den Kindern einen entsprechenden Brief mit. Ebenso werden anstehende Veranstaltungen schriftlich mitgeteilt.
Wir erwarten von den Kindern einen regelmäßigen Probenbesuch. (Es gibt natürlich Gründe, die ein Fehlen des Kindes nötig machen, wie z. B. Kindergeburtstage.) Wenn ein Kind dreimal hintereinander unentschuldigt fehlt, gehen wir davon aus, dass es nicht weiter mitsingen möchte. Das Kind scheidet dann aus dem Chor aus.
Ca. drei- bis viermal im Jahr haben wir Auftritte oder Vorsingen. Es ist wichtig, dass an diesen Terminen alle Kinder teilnehmen. Falls Ihr Kind aus zwingenden Gründen nicht mitsingen kann, bitten wir um vorherige schriftliche Nachricht.
Für Kinder aus weiter entfernt liegenden Stadtteilen bietet es sich an, Fahrgemeinschaften zu bilden. Bitte setzen Sie sich mit anderen Eltern in Verbindung.
Mit herzlichen Grüßen
(Unterschrift)
Verfolgt der Kinderchor einen höheren musikalischen Anspruch, so muss sich diese Anforderung auch im Begrüßungsschreiben wiederfinden: