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Herstellung und Verlag
BoD Books on Demand GmbH
Norderstedt
Printed in Germany
Bad Soden, im Februar 2019
ISBN 9 783 748 195 788
Einfachheit ist die freiwillige Beschränkung auf das Wesentliche. Andreas Tenzer
Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Douglas Adams in seinem Roman „Das Restaurant am Ende des Universums“
Wir haben uns abgewöhnt zu staunen, und wenn wir staunen, dann nicht mehr über das Wunder der Schöpfung, sondern das der Wissenschaft, deren Erklärungen wir heute ebenso blind vertrauen, wie wir einst nur der Bibel glaubten.
Hans Werner Woltersdorf in „Die Schöpfung war ganz anders“
Das Universum bringt mich in Verwirrung; ich kann nicht verstehen, wie ein solches Uhrwerk bestehen kann ohne einen Uhrmacher.
Voltaire
Es gibt zwei Arten sein Leben zu leben: Entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles eines. Ich glaube an letzteres.
Albert Einstein
Das Thema Schöpfung aus mehreren Aspekten und Kulturen heraus zu betrachten, ist wahrlich eine schwierige Aufgabe, da dieser Themenbereich so viele Facetten enthält.
In meinem Buch „Der Urknall – Eine Fiktion der Astrophysik“ bin ich auf die Fragen des Anfangs und seiner Geheimnisse aus einer mehr naturwissenschaftlichen Perspektive eingegangen.
Aber die Einseitigkeit dieser Betrachtung ließ mich nicht ruhen, auch wenn ich – wie der Titel schon vorgibt – dem Leser mehr Fragen als Antworten präsentieren konnte, wenn nicht sogar musste.
Hauptsächlich habe ich in diesem Buch die Schöpfungsmythen der Alten Ägypter, der Griechen und natürlich der hebräischen Bibel ausführlich ausgebreitet, denn diese Kulturen haben mit ihrem Denken, ihrer Religion und ihrer Philosophie unsere westliche Welt entscheidend geprägt.
Die jetzige westliche Denkweise mit einem Urknall am Anfang wird noch einmal kritisch betrachtet. Wenn ich auf den Titel dieses Buches zurückgreife, das im Untertitel Mythen und Erzählungen anführt, so kommt man nicht darum herum, auch das Kapitel über den „Urknall“ unter der Rubrik „Naturwissenschaftliche Mythen“ einzureihen, denn vieles bleibt unklar, um nicht sogar zu sagen, im großen Ausmaß unklar.
Mythen haben die Eigenschaft, keiner wissenschaftlich akzeptierten Logik zu unterliegen. Je mehr man versucht, die wissenschaftlichen Aspekte immer weiter und gründlicher zu hinterfragen, kann man oft nicht umhin, sie in die gleiche Rubrik einzuordnen.
Das Thema Schöpfung ist mit Sicherheit kein einfaches Thema. Die Menschen lesen heutzutage offensichtlich nicht mehr so viel und so intensiv, daher habe ich die Betrachtungen in diesem Buch so kurz wie möglich, aber so gründlich wie notwendig gestaltet.
In seinem Buch „Adam und der Affe“ beschreibt Peter Bamm – meines Erachtens einer der gescheitesten Essayisten der deutschen Sprache – den Zustand, dass irgendwann einmal – vorausgesetzt der Mensch stammt vom Affen ab – ein Zustand eingetreten sein muß, indem aus dem Menschenaffen ein Affenmensch wurde. Eine Entwicklung, die sich über Jahrtausende, wenn nicht noch länger, zugetragen haben mag. Mit einem Augenzwinkern, das unterstelle ich ihm einmal, beschreibt er die groteske Vorstellung, dass irgendwann einmal ein konkreter Affe einen konkreten Menschen zur Welt gebracht haben muß.
Wir bleiben der Einfachheit halber einmal bei dieser „Denkübung“. Der Affenmensch entwickelte sich weiter und wir setzen voraus, dass sich sein Gehirn entsprechend ausbildete und er begann, einige der typisch menschlichen Eigenheiten zu entwickeln: Nämlich zu fragen und nach Antworten zu suchen.
Eines der phänomenalen Worte dieser Wandlung war die Schaffung des kleinen, aber so bedeutsamen Wortes „Ich“ mit dem zugleich das „Du“ entstand.
Die Wörter „Wieso“, „Warum“, „Woher“ tauchen dann irgendwann durch die Veränderung der grauen Zellen in seinem Sprachschatz auf. Das bedeutet, er beginnt zu beobachten und aus der Beobachtung Sinn und Abfolgen abzuleiten.
Nur ein geistig ausgeprägtes Wesen ist in der Lage, wenn es nach der Schöpfung fragt zugleich seine eigene Entstehung mit in die Fragestellungen einzubeziehen.
Abgesehen einmal von den archaischen Notwendigkeiten wie Ernährung, Sicherheit und Vermehrung beginnt das Thema der Vergänglichkeit in seinem Gehirn zu kreisen.
Jeden Morgen wird es hell, die Sonne geht auf und geht am Abend wieder unter.
Der Mond durchläuft einen Zyklus von Neumond bis Vollmond.
Der Fluss – z.B. der Nil – schwillt an, überschwemmt das Land und zieht sich wieder zurück.
Ein Jahr beginnt mit Schwung und ebbt am Ende wieder etwas ab.
Die Bäume beginnen zu grünen und im Herbst fallen die Blätter wieder ab
Ein Mensch wird geboren und verlässt diese Welt am Ende wieder.
Alles scheint einem wie immer gearteten Anfang, einem Beginn zu unterliegen, der das Ende impliziert.
Er, der neugierig gewordene Mensch, begann, darüber nachzudenken, nach dem „Vorher“ zu fragen, das es ja irgendwie als Voraussetzung für ein „Jetzt“ gegeben haben muß. Für manche Entwicklungen konnte man durch Nachdenken und Beobachten einen Beginn oder eine Ursache herausfinden, wobei das deutsche Wort „Ur-Sache“ diesen Beginn besonders gut beschreibt, wenn man in der Lage ist, in die Wörter hineinzuhorchen. Die Vorsilbe „ur“ weist bereits auf einen Vorgang vor längerer Zeit hin.
Da der frühere Mensch sich außer Stande sah, diese Fragen exakt zu klären und sich die Welt noch nicht in unserer heutigen naturwissenschaftlich-physikalischen Sichtweise betrachten konnte, versuchte er sich diesem Manko durch Geschichten, Sagen, Mythen, Märchen und Mysterien zu entziehen.
Diese Mythen waren durch die Umgebung und das Erlebnis der Naturphänomene geprägt und waren in den verschiedenen Kulturen von der jeweiligen Landschaft und der Umgebung gefärbt.
Die Naturwissenschaft hatte und hat noch immer nichts Besseres im Sinn, als die zum Teil metaphysischen Annäherungen an das „Vorher“ zu verunglimpfen, zu belächeln und in den Bereich der Phantasie zu verweisen.
Aber spüren nicht viele Menschen, wie diese Versuche dazu angetan sind, den Menschen aus einer heilen Umgebung in eine kalte Welt des Zentimeter-Gramm-Sekunde-Denkens zu stoßen?
Im Herkunftswörterbuch des Dudens finden wir unter „schöpfen“ – „Flüssigkeit entnehmen“.
Im nächsten Absatz findet man das Wort „Schöpfer“, das vom Wort „erschaffen“ abgeleitet wird. Erst ab dem 18. Jahrhundert wird es auch auf Menschen angewandt im Sinn von „schöpferisch“ tätig sein. Im Zusammenhang mit Gottes Werken spricht man von Schöpfung und Geschöpf. Im Mackensen „Ursprung der Wörter“ liest man: Die Wörter „schöpfen“ und „schaffen“ sind vom Ursprung her identisch.
Interessant ist auf jeden Fall, dass das Wort „schöpfen“ und damit auch das Wort „Schöpfung“ mit Flüssigkeit in Verbindung gebracht werden kann. Und diese Flüssigkeit dürfte nach menschlichem Ermessen das Wasser sein, jenes geheimnisvolle Element oder besser diese seltsame Verbindung von Sauerstoff und Wasserstoff. In alten Geschichten sind es zumeist Frauen, die das Wasser aus Brunnen oder Quellen schöpfen. Auch heute scheint diese Aufgabe in vielen Entwicklungsländern noch immer den Frauen zu obliegen.
Zum Wort selbst: Ich kann es nur in der deutschen Sprache nachempfinden: Bei der Erschaffung von Begriffen und Wörtern für Gedachtes oder Gefühltes muß es eine Phase gegeben haben, in der der oder die Wortschöpfer intuitiv diese Zusammenhänge zwischen Entstehen und Wasser geahnt haben müssen und uns daher dieses Wortgeschenk in unsere Sprache hineinkomponiert haben.