Warnung!
Lies dieses Buch nicht in einem Zug von vorne bis hinten durch. Es enthält verschiedene Abenteuer, die du im alten Japan erleben kannst. Du kannst beim Lesen zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen. Wenn du dich für einen Weg entschieden hast, folge den Anweisungen, um herauszufinden, was als Nächstes passiert.
Aber Vorsicht! Nicht alles ist so, wie es scheint. Manches, was auf den ersten Blick harmlos aussieht, kann sich als sehr gefährlich entpuppen. Je nachdem, welchen Weg du wählst, wirst du ein tapferer Kämpfer, ein mutiger Retter, dreiste Diebe fassen oder als Feigling enden. Überlege dir gut, wem du vertraust. Denk nach, bevor du dich entscheidest. Denn wenn du einen Fehler machst, gibt es kein Zurück! Dein Überleben hängt von deinem schnellen und guten Urteilsvermögen ab.
Viel Glück!
Sie kommen! Zehn Reiter in aufwendigen Rüstungen: glockenförmige Helme, kurze Jacken aus zusammengeknüpften Stahlplättchen, lederne Brustpanzer, breite Schulterklappen, mit Metallspangen besetzte Bein- und Armschienen und grell bemalte Ledermasken, die an teuflische Fratzen erinnern.
Jeder der Krieger trägt zwei Schwerter: das lange Katana und das kurze Wakizashi.
Die Samurai!
Du stürzt ins Haus deines Vaters Hokosai, der Schmuckhändler und Goldschmied ist. In deinem Dorf munkelt man allerdings, dass er auch ein Ninja sei – einer der geheimnisvollen, stets schwarz gekleideten Kämpfer, die unglaubliche Tricks beherrschen. Aber das kannst du dir nicht vorstellen.
Mit großen Augen starrst du aus dem Fenster auf die herannahenden Samurai. Eigentlich bewunderst du diese stolzen Ritter. Sie können hervorragend mit ihren Schwertern oder mit Pfeil und Bogen umgehen. Außerdem gelten sie als mutig, gerecht und zuverlässig. Insgeheim wärst du auch gern ein Samurai!
Aber diese Männer, die gerade genau auf euer Haus zupreschen, jagen dir Angst ein.
Nicht nur dir. Jeder in deinem Dorf in der Nähe der Hauptstadt Edo fürchtet sich vor ihnen.
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Denn wer sich nicht vor ihnen verneigt, wird einen Kopf kürzer gemacht. Außerdem setzen diese Männer den Willen ihres Fürsten mit aller Härte durch. Ihr Herr ist der Daimyo Okubo. Er ist brutal und rücksichtslos. Gnadenlos unterdrückt er die Reisbauern, die seine Felder bewirtschaften, und verlangt einen großen Teil der Ernte.
Einen Teil davon gibt Okubo dem mächtigen Shogun Tokugawa ab, der jetzt – im Jahr 1727 – in Japan herrscht. Das meiste behält Okubo aber für sich. Kein Wunder, dass er sehr reich ist. Und jetzt sieht es so aus, als würde der grausame Fürst seine Samurai zu euch schicken …
Dein Herz beginnt zu rasen. Was wollen die Samurai von deiner Familie? Den Schmuck deines Vaters im Auftrag des gierigen Okubo beschlagnahmen?
Aber da preschen die Samurai an eurem Haus vorbei. Offenbar haben sie ein anderes Ziel.
Du atmest auf. Aber die Erleichterung ist nur von kurzer Dauer.
Zu wem sind die Samurai geritten? Welche Familie ist ihr Ziel?
Du spähst auf die Straße, die sich durch euer Dorf windet. Niemand ist zu sehen, keiner traut sich aus dem Haus.
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Die Samurai zügeln ihre Pferde vor der armseligen Hütte einer Reisbäuerin.
Oje!, denkst du. Es ist ausgerechnet die Hütte, in der deine Freundin Aya mit ihrer Mutter Reika lebt.
Du versteckst dich hinter einem Baum.
Die Samurai steigen von ihren Pferden und stürmen hinein. Kurz darauf zerren sie Ayas Mutter auf die Straße.
Aya ist bei ihr und schreit die Krieger an: „Lasst sie in Ruhe! Verschwindet!“
Du weißt, dass Aya ein hohes Risiko eingeht. Sich gegen die Männer von Okubo zu stellen, ist lebensgefährlich!
Jetzt beschimpfen die Samurai die Bäuerin: „Du hast unseren Herrn um seinen Teil der Ernte betrogen!“
Reika sinkt auf die Knie und bettelt um Gnade. Einer der Samurai zieht sein Katana!
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„Das … das kann ich nicht“, sagst du.
„Die Frage ist nicht, ob du es kannst, sondern ob du es willst, Kido“, erwidert Nakajima.
Du gehst in dich. Nakajima hat Recht. Du siehst nicht ein, warum eine Nacht auf dem Friedhof gut für deine Ausbildung sein sollte.
„Ja, ich will es nicht“, antwortest du schließlich.
Nakajima ist enttäuscht. „Du verstößt gegen den Bushido. Deshalb kannst du kein Samurai werden.“
Traurig senkst du den Blick.
Der Samurai überlegt einen Moment. „Eigentlich müsste ich dich nach Hause schicken. Aber ich mag dich, Kido. Ich werde daher unseren Herrn Katsukawa fragen, ob er eine andere Verwendung für dich hat.“
Du hast Glück. Der gütige Daimyo macht dich zu seinem Laufburschen. Dein erster Auftrag: Du sollst nach Edo zu einem Schmied namens Ihara und dort etwas abholen. Was es ist, verrät Katsukawa dir jedoch nicht.
Wenig später stehst du vor Iharas Werkstatt. Die Tür ist angelehnt, aber niemand antwortet auf dein Klopfen.
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Du schleichst dich aus dem Palast und legst dich auf die Lauer. Nach einigen Stunden verlässt auch der große Samurai das riesige Gebäude. Du heftest dich an seine Fersen. Der Mann läuft geradewegs zu einem edlen Schmuckgeschäft in Edo. Es gehört, wie du weißt, einem anderen Schmuckhändler namens Hiroki. Was will der Samurai denn dort?, fragst du dich.
Du wirfst einen Blick durchs Fenster und beobachtest, wie der Samurai von Hiroki empfangen und mit Tee bewirtet wird. Beide lachen. Dann gibt Hiroki dem Samurai einen goldenen Ring mit einem Rubin. Der ist bestimmt ein Vermögen wert. Für was hat der Samurai den Ring bekommen? Plötzlich hast du einen schlimmen Verdacht. Erhielt der Samurai den Ring als Lohn dafür, dass er den grünen Tiger bei deinem Vater versteckte? Will Hiroki deinen Vater ins Gefängnis bringen, um einen Konkurrenten auszuschalten?
Du jagst zurück zum Palast und teilst dem Shogun deinen Verdacht mit. Der Herrscher lässt den Samurai vorführen. Natürlich streitet der Mann alles ab. Doch du sorgst dafür, dass er seine Taschen leeren muss. Und dabei kommt der goldene Ring mit dem Rubin zutage.
„Wie kommt ein einfacher Samurai an ein so wertvolles Schmuckstück?“, fragt der Shogun.
Der Samurai gesteht, dass er tatsächlich im Auftrag von Hiroki gearbeitet hat!
Tokugawa lässt deinen Vater frei – alles wird gut.
Ende
Du holst deinen Vater. Hokosai ist ein besonnener Mann, der auch in gefährlichen Situationen ruhig bleibt.
„Misch dich nicht ein!“, blafft einer der Samurai ihn an, als ihr die Krieger erreicht. Die Bäuerin Reika muss immer noch vor ihnen knien.
Hokosai deutet eine Verbeugung an und fragt: „Es geht doch nur um Reis oder Geld, nicht wahr?“
Die Samurai nicken.
„Das lässt sich regeln.“ Dein Vater zückt einen Lederbeutel, in dem Münzen klimpern.
„Wir wollen aber kein Geld von dir, sondern von der Bäuerin!“
„Diese Frau ist arm“, sagt Hokosai. „Wenn ihr mein Geld nicht nehmt, werdet ihr mit leeren Händen zu eurem Daimyo zurückkehren. Das wird ihm nicht gefallen.“
Die Krieger beraten sich kurz. Dann zählen sie die Münzen und schwingen sich auf ihre Pferde.
„Wir sehen uns wieder!“, drohen sie zum Abschied.
Was soll das?, fragst du dich. Die Samurai haben doch bekommen, was sie wollten.
Aya und ihre Mutter bedanken sich tausendmal bei euch.
„Schon gut“, erwidert dein Vater. Dann sagt er zu dir: „Ich habe eine Aufgabe für dich. Jemand muss für mich zwei Ringe zu einem Kunden im fernen Osaka bringen. Traust du dir das zu?“
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Du hetzt den Korridor hinunter und suchst den Ausgang der riesigen Palastanlage. Schließlich findest du ihn. Natürlich ist das Tor bewacht.
„Wer bist du und wo willst du hin?“, fragt der Samurai.
„Ich bin Kido und will eigentlich nur eins: nach Hause“, sagst du mit gesenktem Blick.
„Kido? Dann bist du der Sohn von Hokosai, dem Schmuckhändler, richtig?“
Du nickst kaum merklich.
Da wirst du rüde am Arm gepackt und den Flur hinuntergeschleift. Der Samurai schleppt dich eine Treppe hinab und bringt dich zu deinem Vater ins Verlies.
„Ich habe nichts verbrochen“, sagt Hokosai zu dir.
„Ich glaube dir“, sagst du.
Aber leider bist du der Einzige …
Ende
„Ich werde heute Abend vom Shogun höchstpersönlich empfangen“, kündigt dein Vater an. „Ich darf ihm meine neuen Schmuckstücke zeigen. Vor allem aber den grünen Tiger!“
„Was ist das?“, fragst du.
Hokosai öffnet ein Geheimfach in seinem Schreibtisch und zieht ein Kästchen aus Pinienholz hervor. Er hält es dir unter die Nase und lässt den Deckel aufschnappen.
Du fährst zurück – was für eine Pracht! Auf einem kleinen Samtkissen liegt ein großer Smaragd. Er ist länglich geformt und mit etwas Fantasie erkennt man einen Tiger im Sprung.
„Irre!“, entfährt es dir.
„So kann man das auch nennen“, entgegnet dein Vater lachend. „Willst du mich zum Shogun begleiten, Kido?“
Du gehst in dich. Heute Abend hast du eigentlich schon etwas vor. Du wolltest mit deiner Freundin Aya heimlich ein Kabuki-Theater in Edo besuchen …
„Was ist nun?“, fragt dein Vater ungeduldig.
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Vorsichtig gehst du in die Bruchbude. Aya ist direkt hinter dir. Im Flur ist es verdammt düster, aber hell genug, dass du sehen kannst, wie ein Schatten auf dich zufliegt. Die Fußspitze des Diebes trifft dich an der Brust und du fliegst nach hinten gegen Aya. Ihr geht beide zu Boden. Der Täter stürzt sich auf dich, seine Hände schließen sich um deinen Hals. Er drückt zu. Du prügelst auf den Mistkerl ein, aber der Mann lässt nicht locker.
Unvermittelt schwindet der Druck, der Dieb wird von dir fortgerissen.
Aya! Sie zerrt den Täter an den Haaren! Jetzt schlägt der Kerl auf deine Freundin ein. Doch nicht lange, denn du kommst wieder auf die Beine und verpasst dem Dieb einen Tritt in den Hintern, dass er gegen die Wand kracht und besinnungslos liegen bleibt. Ihr nehmt dem Mann die Beute ab und bringt sie dem Händler.
Der reiche Mann ist überglücklich. Er sorgt dafür, dass der Dieb verhaftet wird. Als Belohnung lädt er Aya und dich zu einer privaten Kabuki-Aufführung mit der bekanntesten Schauspielgruppe im ganzen Land ein. Und als ihr auch noch die besten Plätze bekommt, seid ihr überglücklich!
Ende
Sich gegen Okubo mit Gewalt aufzulehnen, bringt nichts. Er und seine Samurai wären euch in jedem Fall haushoch überlegen. Vielleicht wäre es klüger, sich beim Shogun Tokugawa über den ungerechten Daimyo zu beschweren. Aber was ist, wenn sich der Shogun hinter seinen Fürsten stellt und dich hart bestraft?
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Der Weg nach Osaka ist lang. Du wirst etwa vier Wochen brauchen und verschneite Berge überqueren müssen. Aber du bist zuversichtlich, das hinzukriegen. Und als auch noch Aya anbietet, dich zu begleiten, weil du ihrer Mutter geholfen hast, hebt sich deine Laune. Allein zu reisen, wäre viel zu langweilig gewesen.
Dein Vater gibt dir einen Dolch als Waffe mit sowie die beiden kostbaren Ringe für den Kunden in Osaka. Bei dem Mann handelt es sich um einen reichen Fürsten. Jeder der Ringe ist mit einem großen Rubin verziert.
„Ich bin sehr stolz, dass ein Fürst aus Osaka auf meine Dienste zurückgreift“, sagt Hokosai.
Du nickst. Offenbar genießt dein Vater in ganz Japan einen herausragenden Ruf als Goldschmied.