Laune

Ist es das, wenn jemand von innen

seinem Gefühl kann nicht entrinnen?

Oder wird gar sein Verhalten

voll Missbehagen erkalten?

Ohne Grund und üble Vokabel

fühlt er sich miserabel.

Dann zeigt sich voller Temperament,

ob dieser seine Grenzen kennt.

Es entscheidet sich nun, ob er fähig ist,

sich zu überwinden mit Willen und List.

Er möchte ja keinem schaden,

nur seine Laune entladen.

Die Stimme erhoben, die Faust in der Hand,

muss dieser Mensch mit dem Kopf durch die Wand.

Der Schmerz, den er jetzt fühlt, auch seinen Ärger kühlt.

Man höre und man staune:

Er hat wieder gute Laune.

Brita Rüsseler

Charakterkunde

Willst du Menschen kennen lernen, lade sie zum Essen ein

und betrachte ihr Verhalten. Dann wirst du im Bilde sein.

Onkel Egon grabscht sich meistens gleich das allergrößte Stück

von dem Braten und dem Schnitzel, lässt nicht viel für uns zurück.

Daraus schließe ich vermutlich, dass er ebenso verfahren,

als er sein Geschäft aufbaute in erstaunlich kurzen Jahren.

Dafür Tante Frieda wartet, sie kommt stets als Letzte dran.

„Hauptsache, es schmeckt den Kindern.“ So ist ihre Rede dann.

Unser alter Freund Herr Müller, mit dem haben wir es schwer.

Der isst niemals etwas Neues, stets das Gleiche, bitte sehr.

Er erwartet, dass wir´s wissen: Die Küche sei gut-bürgerlich.

Denn wie könnte er sonst essen? Ach, igitt, er schüttelt sich.

Ehrlich, ich hab gerne Gäste, und am meisten macht mir Spaß,

zuzusehen, wie sie essen. Hinterher, da weiß man was.

Gisela Darrah

Turnen

Ich steh auf der Waage: Weh nun!

Ich muss für die Linie was tun!

Da wär es das Beste, turnen zu gehen,

den Körper zu fordern von neun bis zehn.

Die Muskeln gelockert, den Speck geschüttelt,

das Ganze verkehrt rum aufgerüttelt.

Die Füß in der Luft, nach unten das Haupt,

auch so kann man leben, wenn es erlaubt.

Im Takt der Musik bewegen, entspannen,

leichtfüßig hüpfe ich tänzelnd von dannen.