Das Buch
Franz

Botschaften eines Kaisers

Mit einem Vorwort von
Paul Sahner

Diederichs

Redaktion: Petra Kummermehr

© 2011 Diederichs Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: WEISS | WERKSTATT | MÜNCHEN

unter Verwendung eines Motivs
© picture-alliance/augenklick/Lacy Perenyi

Illustration Innenteil: WEISS | WERKSTATT | MÜNCHEN

ISBN 978-3-641-07457-9

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Vorwort

Es ist schon so: Egal, was der Kaiser spricht, die Menschen nicken. Ein Kaiser irrt nicht. Und wenn ein Kaiser irrt, hat er Narrenfreiheit. Außerdem muss eine Lichtgestalt seine Leuchtkraft nicht unter dem Scheffel stellen. »Ja mei«, lächelt der Franz. Hat er nicht manchmal etwas Entrücktes? Der ewige Libero, dessen juveniler Überschwang mit den Jahren wächst – schon weil er sich wie der geborene Sieger fühlen muss – haut Sprüche so locker raus wie früher Pässe, Flanken, Freistöße oder auch mal ein Eigentor.

Sein Selbstbewusstsein ist harmonisch verschmolzen mit dem Sendungsbewusstsein des Global Players. Natürlich mischt er es mit Koketterie: »Muss wohl so sein, dass der Himmel mich mag. So wie mein Leben verlaufen ist – besser geht es nicht. Fußball: Schüler, Jugend, Profi, Weltmeister, Trainer, Weltmeister, Funktionärslaufbahn als Präsident, FIFA, UEFA, beschweren kann ich mich wirklich nicht.«

Besonders gelungene Sprüche werden schnell zu Klassikern. Vor zwanzig Jahre wollte ich von ihm wissen, was er dereinst auf seinem Grabstein lesen möchte. »Gar nichts«, grummelte er. Ein leerer Grabstein? »Mein Name genügt«, sagte er. Helmut Kohl schätzte ihn, Gerhard Schröder sowieso und auch Angela Merkel gefiel es, sich in seinem Glanz zu sonnen. »Wo Beckenbauer ist, ist oben«, outete sich einmal Nelson Mandela, den ich in seiner Kapstadter Sommerresidenz besuchte: »Ich bin ein Franz-Fan.«

Selbst dem Dalai Lama fiel zunächst nur Beckenbauer ein, als wir in Ulan Bator über ihm bekannte Deutsche sprachen. Erst dann fiel der Name Roland Koch.

Muhammad Ali & Franz Beckenbauer – das wiederum ist die Geschichte einer langen Freundschaft. Sie begann am 29. September 1977 in New York. Franz spielte damals bei Cosmos New York. Ali hatte ihn nach seiner Titelverteidigung gegen Earnie Shawers in seine Suite im Pennsylvania-Hotel eingeladen. Es wurde es eine lange Nacht. Zwei schlagfertige Charmbolzen, die sich auf Anhieb sympathisch fanden – und immer wieder trafen.

Der grüne Franz sagt: »Früher habe ich leere Bierdosen über die Straße gekickt. Heute schmeiße ich sie in den Mülleimer.«

Der weise Franz klärt auf: »Weltmeister wird immer der, der das Endspiel gewinnt.«