6. Januar

Jesaja 49,16

Denken Sie einmal an die Zeit zurück, als Sie noch in die Grundschule gingen. Haben Sie sich damals den Namen von irgendjemandem auf Ihre Hand geschrieben? Von einem Jungen oder einem Mädchen, die Sie mochten, oder von jemandem, den Sie damals besonders bewunderten? Gott hat das mit Ihrem Namen getan! Aber er ist noch einen riesigen Schritt weitergegangen: „Ich habe dich unauslöschlich in meine Hände eingezeichnet“ (GN). Mit anderen Worten: Er schreibt sich nicht nur Ihren Namen auf seine Handfläche, er hat Sie sich gewissermaßen eintätowiert – nicht nur Ihren Namen, sondern alles, was Sie sind und was Sie haben: Ihre Hoffnungen und Träume, Ihre Schwächen und Ihr Versagen, Ihre Ängste und Sorgen, alles, was Sie ausmacht. Er hält Sie nicht nur fest; er schließt seine Hände und spürt den Eindruck, den Sie dort hinterlassen, die kostbare, einzigartige Gravur. Sie sind ein Teil von ihm, und er wird Sie und das, was Sie brauchen, niemals aus den Augen verlieren.

Vater, es fällt mir schwer, mir das vorzustellen, aber du hast mich an einen Platz gestellt, an dem du mich immer sehen und dich immer an mich erinnern wirst. Nichts an mir entgeht deinem Blick. Andere sehen vielleicht über mich hinweg, vergessen, für mich zu beten, oder nehmen mich noch nicht einmal wahr, aber das wird dir niemals passieren. Nicht heute, nicht morgen und nicht in einer Million Jahren.

3. April

Matthäus 19,16

Ist es nicht faszinierend, dass ein kleines Wort in einem Bibelvers manchmal alles verändern kann? Nehmen Sie einmal die Frage, die der reiche Mann Jesus stellte: „Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu bekommen?“ (NL). Denken Sie einen Augenblick über das Wort bekommen nach. Es impliziert, dass man etwas leistet und sich anstrengt, um etwas zu erhalten. Kein Wunder, dass dieser junge Mann traurig wegging! Er wollte wirklich etwas Gutes tun, um etwas Großartiges zu bekommen. Aber er begriff nicht, dass Gott etwas Gutes getan hatte, um uns etwas Großartiges zu schenken.

Wir können uns unsere Rettung nicht erarbeiten – wir können sie uns nur schenken lassen. Wir können demütig unsere Hände ausstrecken, um die Gnade Gottes in Empfang zu nehmen – nicht weil wir irgendetwas getan hätten, um sie uns zu verdienen, sondern weil Gott alles getan hat, um sie uns zu schenken.

Herr, ich habe die Fenster und Türen meines Lebens weit geöffnet, damit dein erfrischender Wind hindurchwehen und die alte, verbrauchte Luft vertreiben kann. Bitte lass deinen Heiligen Geist frischen Wind in jeden Winkel meines Herzens bringen. Ich öffne meine Hände, Herr, um deine Gnade, deine Gaben, deine Gunst, deinen Rat und deine Barmherzigkeit zu empfangen.

4. April

Epheser 5,20

Der heutige Bibelvers wirft große – und ehrliche – Fragen auf. Paulus fordert uns auf: „Dankt Gott, dem Vater, zu jeder Zeit für alles im Namen unseres Herrn Jesus Christus“ (GN). Für alles? Wirklich? Wie habe ich mit diesen Worten gerungen! Die Bibel macht uns deutlich, dass wir nicht nur für die guten Sachen und die glücklichen Augenblicke danken sollen, sondern auch für jene schmerzhaften, herzzerreißenden Momente, in denen uns alles entgleitet und wir verzweifelt am Boden liegen.

Gott fordert uns dazu auf, die Dinge aus seinem Blickwinkel zu betrachten. Paulus beginnt seine Aussage damit, dass wir Gott, dem Vater, danken sollen, und endet mit dem Namen unseres Herrn Jesus. Alles, was in unserem Leben passiert, geschieht nach dem Willen des Vaters und des Sohnes. Alles, was uns widerfährt, kommt aus seiner Hand. Er weiß, wie alles zusammenpasst. Er sieht schon jetzt, dass Sie eines Tages geheilt sein werden und dass all die Tränen, Verletzungen, Rückschläge und Schmerzen dieses Lebens doch zu etwas Gutem dienen werden, das ihm Ehre macht.

Herr, ich danke dir auch für meine Lähmung und den Schmerz, der mein ständiger Begleiter ist. Ich kann ertragen, was immer du in meinem Leben zulässt, denn ich weiß, dass ich mit all meinen Ängsten in deiner Hand geborgen bin. Du liebst mich und wirst dafür sorgen, dass jeder Augenblick meines Lebens zu meinem Besten und zu deiner Verherrlichung dient.

5. April

Philipper 1,27

Was auch immer geschieht“, fordert Paulus in seinem Brief auf, „führt euer Leben so, dass ihr der rettenden Botschaft von Jesus Christus Ehre macht.“2 Als Paulus diese Worte an die Gemeinde in Philippi schrieb, meinte er nicht nur: „Was auch immer mit mir geschieht – ob ich nun lebe oder sterbe –, lebt weiterhin so, dass ihr Jesus Ehre macht.“ Der Bibelvers beinhaltet viel mehr als das. Was auch immer geschieht schließt jedes mögliche Ereignis in unserem Leben ein. Wenn Sie einen schrecklichen Unfall erleiden oder eine furchtbare Krankheit bekommen. Wenn Ihre beste Freundin Ihnen in den Rücken fällt. Wenn Ihr Nachbar Sie anzeigt. Wenn Ihre Kollegin sich kalt lächelnd vordrängt, um die Beförderung zu bekommen, die eigentlich Ihnen zustände. Was auch immer in Ihrem Leben geschieht: Halten Sie an Ihrem Glauben fest, strahlen Sie den Frieden Christi aus, und leben Sie in der Freude, die der Heilige Geist schenkt. Zeigen Sie Ihren Mitmenschen, wie jemand, der durch die Botschaft von Jesus Christus verändert wurde, damit umgeht, wenn ihm der Wind ins Gesicht bläst. Was auch immer geschieht, richten Sie Ihren Blick immer auf Gott.

Ach, Herr, ich bin heute noch nicht einmal annähernd dazu imstande, das zu schaffen. Ich kann nicht so leben, dass es dir Ehre macht. Wenn es auf mich allein ankommt, bin ich gar nicht in der Lage, dieses Ideal zu erfüllen. Deshalb erfülle mich bitte mit deiner Kraft, schenke mir deine Ausdauer, ja dein Leben selbst, damit mein Leben deine große Güte und Freundlichkeit widerspiegelt.

6. April

Offenbarung 2,9–10

Es gibt Christen, vielleicht sogar in Ihrer unmittelbaren Nähe, die unter chronischen Schmerzen leiden. Manche können kaum noch ihren Alltag bewältigen. Und doch vertrauen sie in all dem Schmerz weiterhin Jesus und bleiben fröhlich. Natürlich sehnen diese Menschen sich nach dem Tag, an dem sie in den Himmel kommen und keine Schmerzen mehr haben. Aber in der Zwischenzeit halten sie mit einer positiven Einstellung an Jesus fest. Könnten sie der verfolgten Gemeinde angehören, von der wir in der Bibel lesen?

Halten Sie sich Folgendes vor Augen: Satan und seine Dämonen wollen uns leiden sehen, und sie machen uns das Leben schwer, weil sie uns dazu verleiten wollen, an Gott zu zweifeln, unserem Glauben abzuschwören oder in Bitterkeit und Verzweiflung zu verfallen. Aber ebenso wie die verfolgten Christen, die im Laufe der Jahrhunderte ihr Leben verloren haben, müssen auch wir an Jesus festhalten. Es mag sein, dass wir tagtäglich durch das Leid und die Schmerzen, denen wir ausgesetzt sind, „unser Leben verlieren“. Aber wenn wir in alldem die Hand Gottes festhalten, hat er uns eine Krone versprochen, die herrlicher ist als das Leben selbst.

Schenke mir heute die Kraft, um trotz meiner Schmerzen an dir festzuhalten, Herr. Wenn ich am Ende bin, stelle meine Füße auf weiten Raum. Dein Name, Herr, ist ein starker Turm. Ich komme zu dir – ich laufe durch die Tür, die du mir geöffnet hast. Ich suche Zuflucht bei dir.

7. April

Richter 10,9–16

Wussten Sie schon, dass Gott etwas gegen Leid hat? Im heutigen Bibeltext steht, dass die Ammoniter das kleine Volk Israel auf grausame Weise unterdrückten, bis die Menschen „in große Not gerieten“ (Hfa). Schließlich erkannten sie, was sie tun mussten: Sie brachten ihr Leben in Ordnung, trennten sich von ihren Götzen und „schrien zum Herrn“. Zuerst sagte Gott, dass er ihnen nicht helfen würde. Aber dann „konnte er ihr Elend nicht länger ertragen“ und befreite sie von ihren Feinden. Diese Bibelstelle macht deutlich, dass Gottes Mitgefühl geweckt wird, wenn Menschen leiden. Tatsache ist: Er weiß, was Sie heute durchmachen. Er sieht Ihre Tränen. Er sehnt sich danach, Sie zu trösten. Und er wird Ihnen zu Hilfe kommen.

Wie wird er das tun? Wahrscheinlich auf eine Weise, mit der Sie nie gerechnet hätten. Aber gleichgültig, wie Ihnen Hilfe zuteilwird: Sie kommt vom Herrn des Universums. Er sieht Ihren Schmerz – darum dürfen Sie heute damit rechnen, dass er die Hand nach Ihnen ausstreckt.

Danke, Herr, dass du genau weißt, wie es mir heute geht – gerade in diesem Moment. Es ist nicht nötig, lange Erklärungen abzugeben, dich in die Hintergründe einzuweihen oder dich von meinem gegenwärtigen Schmerzpegel in Kenntnis zu setzen. Du bist ein Arzt, der nicht nur meine Krankenakte sieht, sondern mit seiner zärtlichen väterlichen Liebe für mich da ist.

8. April

Offenbarung 21,4

In einem alten Andachtsbuch stieß ich auf die Frage: „Wie soll Gott im Himmel die Tränen von Ihren Augen abwischen, wenn Sie nicht geweint haben?“3 Gott wendet sich Ihnen voller Liebe zu und trocknet zärtlich Ihre Augen – ein berührendes Bild dessen, was einmal im Himmel geschehen wird. Ihr irdisches Leid hat also einen tiefen Sinn: Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Gott Sie einmal persönlich trösten kann. Kein Wunder, dass David schrieb: „Du zählst alle meine Klagen und sammelst alle meine Tränen in einem Gefäß, ja, du hast jede einzelne in deinem Buch festgehalten.“4 Mit anderen Worten: Gott entgeht keine einzige Ihrer Tränen. Sie werden einmal den Grund für Ihr Leid erfahren, wenn Gott Ihnen seine liebevollen Pläne enthüllt, die auch die Verletzungen beinhalten, die Sie im Laufe der Jahre erlitten haben. Und wenn er im Himmel Ihre Tränen trocknet, wird dies ein deutlicher Beweis für seine tiefe Zuneigung sein. Lassen Sie sich schon heute davon trösten!

Herr, es erstaunt und bewegt mich, dass du über jede Gelegenheit, bei der ich weine, Buch führst. Aus irgendeinem Grund hältst du es für wichtig, jede einzelne Träne zu sammeln, die ich vergieße. Hilf mir, meine Tränen nicht zu verbergen und mich von meinem Schmerz nicht entmutigen zu lassen. Erinnere mich daran, dass du mein Leid siehst und dass es dir nicht gleichgültig ist.

9. April

Lukas 10,40

Lukas berichtet in seinem Evangelium: „Marta aber war unentwegt mit der Bewirtung ihrer Gäste beschäftigt“ (Hfa). Marta war eigentlich auf dem richtigen Weg, auch wenn sie sich „unentwegt“ um ihre Besucher kümmerte. Sie liebte Jesus von ganzem Herzen, und man sollte sie nicht dafür tadeln, dass sie die Ärmel hochkrempelte, um ihm und seinen Jüngern ein besonderes Mahl zuzubereiten.

Das Problem war aber ihr Fokus. Es geht Lukas nicht darum, dass sie zu beschäftigt war oder ein Menü mit zu vielen Gängen plante. Es geht ihm darum, dass Marta zuließ, dass diese Dinge sie von dem Wichtigsten ablenkten – ihrem Retter. Sie verlor die Freude an ihrer Aufgabe. Es machte sie nicht mehr glücklich, Jesus zu dienen. Es begeisterte sie nicht länger, die Gaben einzusetzen, die Gott ihr geschenkt hatte. So wurde sie zunehmend wütender und richtete ihre Unmut nicht nur auf all die Töpfe und Pfannen, sondern auch auf ihre Schwester Maria.

Manchmal besteht die Gefahr, dass uns die anstrengenden, kräftezehrenden Aufgaben, die wir in seinem Dienst erfüllen, von dem Eigentlichen ablenken. Dienen Sie Jesus heute – doch achten Sie darauf, dass es Ihnen dabei auch wirklich um Jesus selbst geht und darum, ihm Ehre zu machen.

Herr Jesus, zeige mir, wenn ich mich durch die Aufgaben, denen ich in deinem Namen nachgehe, von dir selbst ablenken lasse – sei es zu Hause, am Arbeitsplatz oder in der Gemeinde. Du selbst und die Gemeinschaft mit dir sollen immer im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit stehen.

10. April

Psalm 18,36–37

Am vergangenen Sonntag fuhr ich nach dem Gottesdienst mit meinem Rollstuhl nach vorn, um für mich beten zu lassen. Wenn zu meiner Querschnittslähmung auch noch chronische Schmerzen hinzukommen, übersteigt das manchmal einfach meine Kraft. Nach dem Gebet verließ ich die Gemeinde mit dem überraschenden und wundervollen Gefühl, einige meiner Sorgen und Nöte losgeworden zu sein. Ich dachte: Ich kann das schaffen.

Dieses Gefühl erinnerte mich an die Worte von Patricia St. John:

Er beugt sich tief hinab zu uns und schreibt

Den Namen in den Staub, der ewig bleibt.

Und aus der Asche unsrer tiefen Not

Erhebt die Flamme sich, die sprühend loht,

Die Flamme einer Hoffnung, die vertraut,

Die weiterglüht, voll Demut und voll Mut –

Er braucht kein neues Fundament, auf dem er baut,

Das alte Lebenshaus, er macht es gut.

Auch wenn der Schmerz entmutigend sein kann – und es ist unendlich deprimierend, mit dem Gesicht auf dem kalten, harten Steinboden zu liegen –, Gott liegt direkt neben Ihnen auf dem Fußboden. Das ist die wahre Bedeutung von Immanuel: Gott mit uns. Gott mit Ihnen.

Herr, ich will mit David beten: „Herr, deine Hilfe war für mich wie ein schützender Schild, deine starke Hand eine sichere Stütze. Du beugst dich zu mir herab und machst mich groß.“ Es bewegt mich zutiefst, dass du dich zu mir herabbeugst, um mir in meiner Not nahe zu sein.

11. April

2. Korinther 9,15

Die meisten Wörter verwenden wir, ohne groß darüber nachzudenken, was sie wirklich bedeuten. Nehmen Sie einmal das Wort danke. Auf Spanisch sagt man muchas gracias, was so viel heißt wie viel Gnade. Wenn Sie also in Madrid jemandem danken, sagen Sie in Wirklichkeit: „Sie haben mir viel Gnade erwiesen. Ich habe Ihre Gunst und Freundlichkeit nicht verdient.“ Auf Französisch sagt man merci, was dem englischen mercy – Barmherzigkeit – entspricht. Wenn Sie jemandem in Paris sagen, dass Sie seine Hilfe wertschätzen, sagen Sie wörtlich: „Sie haben mir Barmherzigkeit erwiesen.“

Unser Dank bezieht sich also letztlich auf die uns erwiesene Gnade und Barmherzigkeit, die beide ihren Ursprung bei Gott haben. Wenn Sie Gott von Herzen loben und danken, bringen Sie damit zum Ausdruck: „Ich bin auf deine Barmherzigkeit angewiesen, Herr. Ich preise dich für die unverdiente Gnade und Gunst, die du mir schenkst.“ Und mit Paulus können wir alle sagen: „Dank sei Gott für dieses unbeschreibliche Geschenk!“ (WD).

Vater, manchmal kommt es mir so vor, als würde ich auf Wasserskiern über die Oberfläche des Lebens hinweggleiten – ich denke überhaupt nicht über die Abgründe nach, die sich unter mir befinden. Ich bin dankbar für viele, viele wunderbare Menschen und Dinge, aber all das kommt von dir, und darum bist du der wahre Empfänger meiner Dankbarkeit. Ohne deine Gnade und Barmherzigkeit, die du mir so großzügig durch das schenkst, was Christus für mich getan hat, könnte ich nicht wirklich leben. Ich danke dir für Jesus.

12. April

1. Petrus 1,21

Was ist eigentlich Glaube? Manche sagen, man erkenne Glaube daran, dass jemand „sich klar zu Jesus bekennt“. Ist das wahr? Geht es beim Glauben nur um unsere Hingabe, unsere Loyalität oder unseren Mut im Angesicht von Kritik?

Wenn Sie Ihren Glauben an Jesus festmachen, bedeutet das weniger, dass Sie sich „zu Jesus bekennen“, es bedeutet vor allem, dass Sie selbst Ja dazu sagen, dass er sich zu Ihnen bekannt hat! Im heutigen Bibelvers lesen wir: „Durch Christus seid ihr zum Glauben an Gott gekommen. Und weil Gott ihn von den Toten auferweckt und ihm große Herrlichkeit gegeben hat, setzt ihr nun euren Glauben und eure Hoffnung auf Gott!“ (NL). Sie können sich nur deshalb zu Jesus bekennen, weil er sich bereits zu Ihnen bekannt hat. Glaube bedeutet also, sich sicher zu sein, dass Jesus sich zu Ihnen bekannt hat, und fest darauf zu vertrauen, dass er ohne Wenn und Aber zu Ihnen steht. Alle Geduld, Freude oder Freundlichkeit, die Sie als jemand, der Jesus nachfolgt, im Zusammenleben mit Ihren Mitmenschen an den Tag legen, ist Ihnen von Gott geschenkt und hat nichts mit Ihren eigenen Verdiensten oder Anstrengungen zu tun.

Herr, aus irgendeinem Grund, der meinen begrenzten Verstand übersteigt, wolltest du, dass ich Teil deiner Familie werde. Vor dem himmlischen Vater und seinen Engeln hast du meinen Namen ausgesprochen, hast dich zu mir bekannt und gesagt: „Das ist mein Kind.“ Du hast dich zwischen mich und meinen mächtigen Feind gestellt, der mich bis zum heutigen Tag vernichten will. Ich möchte mich gern zu dir bekennen, aber das kann ich nur deshalb tun, weil du dich zu mir bekannt hast.

7. Januar

Hebräer 3,13

Viele Menschen, die unter schweren körperlichen Beeinträchtigungen, chronischen Schmerzen, Trauer oder Depressionen leiden, neigen dazu, schnell den Mut zu verlieren. Am einen Tag scheinen sie ganz gut mit dem Leben zurechtzukommen, aber am nächsten hat sich all ihre Zuversicht in Luft aufgelöst.

Die heutige Bibelstelle nimmt auf solche Situationen Bezug, und ihr Verfasser fordert uns auf: „Ermutigt einander jeden Tag, solange es ‚Heute‘ heißt, damit keiner von euch von der Sünde überlistet wird und hart wird gegen Gott!“ (NL). Die Wahrheit ist, dass wir alle täglich Ermutigung brauchen, wenn wir eine positive Einstellung behalten wollen. Der Verfasser des Hebräerbriefs macht deutlich, dass wir Gefahr laufen, uns vor Gott zu verschließen, wenn wir diese Ermutigung nicht bekommen – und das muss sich nicht einmal in bewusstem Fehlverhalten äußern, sondern kann auch durch Gleichgültigkeit, Bitterkeit oder Verzweiflung geschehen. Wir brauchen Menschen in unserem Umfeld, die von Hoffnung erfüllt sind, Freunde, die uns aufbauen und uns an Gottes Güte, Gnade und Macht erinnern. Und wir selbst sollten auch solche Ermutiger sein. Wir sollten anderen Mut zusprechen und dafür sorgen, dass die Hoffnung, die wir vermitteln, ein Lächeln auf das Gesicht unserer Mitmenschen zaubert.

Herr, ich danke dir für die wunderbaren Ermutiger, die du mir im Laufe der Jahre an die Seite gestellt hast. Und ich danke dir auch für all die Worte der Wahrheit, mit denen sie mir Mut gemacht und mich davor bewahrt haben, verzweifelt aufzugeben. Bitte gib mir heute die Gelegenheit, ebenfalls einem anderen Menschen Mut zu machen.

13. April

Johannes 15,12–13

Ray, ein schwerbehinderter Mann, der ständig Sauerstoff benötigt, nahm auf einer christlichen Familienfreizeit an einem Workshop teil, als eine Frau in der Gruppe plötzlich nach Luft schnappte. Obwohl Ray kaum laufen konnte, rappelte er sich auf, riss sich seine Sauerstoffmaske herunter und humpelte quer durch den Raum auf sie zu. „Hier!“, rief er und streckte ihr sein Gerät entgegen. „Ich habe Sauerstoff!“ Ohne einen Augenblick des Zögerns war Ray dazu bereit, seinen kostbaren Sauerstoff – seine eigene Atemluft – jemandem zu schenken, der in Not war. Im heutigen Bibeltext heißt es: „Es gibt keine größere Liebe, als sein Leben für seine Freunde einzusetzen“ (WD). Und diese Frau war noch nicht einmal Rays Freundin! Er kannte sie kaum.

Jesus tat dasselbe – und noch so viel mehr – für uns. Er opferte sich selbst für seine Freunde – und für diejenigen, die einmal seine Freunde werden würden. Wir existierten noch gar nicht, als Jesus schon sein Leben für uns gab. Holen Sie heute einmal tief Luft, und danken Sie Jesus für das ewige Leben, das er zu einem solch hohen Preis für Sie erworben hat.

Danke für Ray, Herr, für seine Bereitschaft, sein Leben für jemand anderen zu opfern, so wie du dein Leben für mich hingegeben hast. Als ich noch gar nicht geboren war, wolltest du schon mein Freund sein. Ich kann mir keine größere Liebe vorstellen.

14. April

4. Mose 11,3

Mose erreichte einen Punkt in seinem Leben, an dem er von Gott nur eines wissen wollte: „Warum tust du mir, deinem Diener, dies alles an?“ (Hfa). Das ist eine Frage, die wir Gott wahrscheinlich alle schon das eine oder andere Mal gestellt haben. „Gott, warum tust du ausgerechnet mir – deiner Dienerin – das alles an? Ich dachte, ich bin dein Kind?!“

Es gibt Antworten auf diese Frage. Hier ist eine, an die Sie vielleicht noch nicht gedacht haben: Die Schmerzen, die wir heute erleben, und die Schwierigkeiten, die wir gerade durchmachen, können dafür sorgen, dass wir morgen viel mehr Grund zur Freude haben. Wann ist Friede am tröstlichsten? Direkt nach dem Streit. Wann schmeckt ein kaltes Getränk am besten? Wenn Sie an einem heißen Tag so richtig durstig sind. Wann wissen Sie eine Ruhepause am meisten zu schätzen? Wenn Sie stundenlang hart gearbeitet haben. Wann freuen Sie sich am meisten über nette Gesellschaft? Wenn Sie tagelang allein waren. Die Erinnerung an vergangenes Leid kann eines Tages die Segnungen des Himmels in umso hellerem Licht erstrahlen lassen. Die Ewigkeit mit Gott wird für diejenigen von uns, deren Glaube wieder und wieder geprüft wurde, besonders herrlich sein.

Herr Jesus, ich werde vermutlich auch einmal sagen können: Wann wird es am schönsten sein, über eine grüne Wiese zu laufen? Wenn man fünfzig Jahre in einem Rollstuhl gesessen hat! Ich bin dankbar für das Leben, das ich hier und jetzt führen kann, und auch für die Schwierigkeiten, durch die mein Glaube geprüft wird. Aber ich bin überglücklich, wenn ich daran denke, dass du mich eines Tages zu dir rufst und ich dann das Haus meines Vaters betreten darf.

15. April

Psalm 1,3 und Psalm 104,16

Mein Mann Ken hat wohl gedacht, dass unsere Bäume ein bisschen unterernährt aussähen, denn vergangene Woche hat er die Baumpfleger herbestellt, um sie düngen zu lassen. Sie stießen lange Pfähle in den Boden, durch die sie eine nährstoffreiche Suppe (oder was auch immer Bäumen am besten schmeckt) in den Boden fließen ließen. Ich versuchte mir vorzustellen, wie diese Bäume im Dunkeln – völlig unsichtbar – ihr feines Wurzelgeflecht ausstreckten, um nach Nahrung zu suchen. Und dann, nachdem sie gegessen hatten – bildete ich mir das nur ein oder sahen diese Bäume tatsächlich ein bisschen satter und zufriedener aus?

Die Bibel vergleicht uns oft mit Bäumen. So wie die richtigen Bäume im Boden verwurzelt sind, sind wir in Jesus Christus verwurzelt. Er schenkt uns unser Leben. Wenn wir uns von ihm „ernähren“ – ihn beim Wort nehmen, unsere Fehler bereuen, ihm gehorchen, uns von seiner Kraft erfüllen lassen –, macht uns Gott durch seinen Heiligen Geist Jesus ein wenig ähnlicher. Wir verändern uns und entwickeln uns zu kräftigen „Bäumen der Gerechtigkeit“5 und duftenden „Zedern des Libanon“. Darum graben Sie Ihre Wurzeln tief in Jesus ein!

Herr Jesus, niemand kann meine Wurzeln sehen, aber jeder sieht, was diese Wurzeln hervorbringen. Ist es wirklich so, dass ich mich weiterentwickle und dir immer ähnlicher werde? Merken meine Mitmenschen das? Können sie sehen, dass ich von deiner Kraft und Stabilität, deiner Anmut und Schönheit durchdrungen bin? Schenke mir tiefe Wurzeln, Herr. Ich brauche mehr von dem, was nur du mir geben kannst.

16. April

Jesaja 60,1

Der heutige Bibelvers lautet: „Steh auf und leuchte! Denn dein Licht ist gekommen und die Herrlichkeit des Herrn erstrahlt über dir“ (NL). Diese Worte haben für Menschen, die zu Jesus gehören, eine besondere Bedeutung. Er ist mit seinem Licht und seiner Herrlichkeit in unser Leben gekommen. Auch wenn wir manchmal das Gefühl haben, dass es in unserem Leben gerade sehr düster ist, sind wir doch von dem Licht des mächtigen Gottessohnes umgeben, der uns seine Gunst schenkt.

Manchen von uns, die schon älter sind oder an körperlichen Beeinträchtigungen leiden, fällt es vielleicht schwer, morgens in Gang zu kommen. Ja, wir stehen auf. Aber leuchten wir? Wir sind vielleicht dankbar für den neuen Tag, aber nicht für die steifen Gelenke und die Schmerzen. Aber die Wahrheit ist: In welcher Situation Sie heute auch immer sind, die Herrlichkeit Gottes geht über Ihnen auf wie die Sonne, ob Sie das nun spüren oder nicht. Sie strahlt an jedem neuen Tag über Ihnen. Sagen Sie sich deshalb diesen Vers jeden Morgen laut vor: „Steh auf und leuchte!“

Jesus, du machst mein Leben hell! Du selbst bist das strahlende, wunderschöne Licht, das über mir leuchtet. Ich lade dich ein, meine Gespräche, meine Gedanken, mein Handeln, ja sogar meinen Gesichtsausdruck mit deinem Licht zu erhellen. Die Segensgeschenke, die du mir heute machst, will ich mit offenen Armen und dankbarem Herzen entgegennehmen.

17. April

Philipper 4,1–3

Stellen Sie sich einmal vor, wie es gewesen sein muss, Seite an Seite mit dem Apostel Paulus zu arbeiten. Was für eine tolle Erfahrung es wohl gewesen sein muss, seine Predigten zu hören, die Leidenschaft für seinen Auftrag zu spüren, Zeuge seiner Wunder zu sein, mit ihm zu beten und beim gemeinsamen Kampf für die Gute Nachricht mit ihm durch dick und dünn zu gehen.

In Philippi lebten die beiden Christinnen Evodia und Syntyche, die zu diesem engen Kreis der Glaubensgeschwister gehörten. Aber irgendwie war Jesus aus dem Mittelpunkt ihres Lebens gerutscht und es war zu einem tiefen Zerwürfnis gekommen. Die Nachricht von ihrem Zwist und ihren verletzenden Worten war selbst Paulus zu Ohren gekommen, der zu diesem Zeitpunkt im Gefängnis saß. Die beiden Frauen hatten den Sinn ihres Lebens aus den Augen verloren. Sie dachten nicht daran, dass ihre Feindschaft auch einen negativen Einfluss auf die Menschen in ihrem Umfeld hatte. Selbst die Gute Nachricht von Jesus Christus verlor dadurch an Glaubwürdigkeit. Paulus ermahnte deshalb die beiden Frauen: „Bleibt … fest in eurem Glauben an den Herrn!“ (Hfa). Mit anderen Worten: Lasst euch neue Begeisterung schenken! Besinnt euch auf das, was wirklich zählt!

Herr, es gibt so viele Ablenkungen in meinem Umfeld – so viele Dinge, die meine Aufmerksamkeit fordern und meine Gefühle in diese oder jene Richtung lenken. Danke, dass die Geschichte von diesen beiden Frauen in der Bibel steht. Ich nehme sie als Warnung. Hilf mir, mich mit meinen Geschwistern in dem Bewusstsein zu vertragen, dass wir alle deine Kinder sind, und mich ganz auf unser gemeinsames Ziel auszurichten: dich.

18. April

2. Korinther 1,3–5

Paulus schrieb an die Gemeinde in Korinth: „Egal, wie groß die Not und die Bedrängnis waren, in denen wir uns befanden, er hat uns immer getröstet. Daher können wir jetzt auch anderen den Trost vermitteln, der allein von Gott kommt. Denn in dem Maß, in dem wir durch Leiden für Christus herausgefordert werden, in diesem überfließenden Maß beschenkt Gott uns auch mit seinem Trost“ (WD). Auch wenn unser Leid, unser Schmerz oder unsere Probleme riesig sind, so sind sie doch nicht ohne Sinn. Wenn Gott Ihnen Hilfe schenkt und Sie tröstet, wird er immer dafür sorgen, dass noch eine kleine Extraportion in Ihrem Tank übrig bleibt. Aus diesem Reservoir können Sie dann schöpfen und jemand anderem in seiner Not den wohltuenden, heilsamen Trost weitergeben, mit dem Gott Sie selbst beschenkt hat.

Wenn andere mit ansehen, wie Sie mit Ihren Schwierigkeiten umgehen, haben sie vielleicht den Mut und den Glauben, Gott in ihrer jeweiligen Situation auch um Hilfe zu bitten. Danken Sie Gott dafür, dass es irgendwann kein Leid und keine Tränen mehr in Ihrem Leben geben wird. Bis es so weit ist, hat unser Leben genau diesen Sinn. Und auch unser Schmerz.

Danke, Herr, für das Privileg, eines der kostbarsten Geschenke des Universums besitzen und weitergeben zu dürfen: deinen heilenden Trost. Es ist so wunderbar, dass du mir in meiner Not zur Seite stehst und mir noch eine kleine Extraportion Trost schenkst, damit ich sie an Menschen weitergeben kann, die leiden oder ihren Weg aus den Augen verloren haben.

19. April

Psalm 107,27–28

Im heutigen Bibeltext heißt es: „Sie waren mit ihrer Weisheit am Ende. Sie schrien zum Herrn in ihrer Not, der rettete sie aus der Todesangst“ (GN). Die Redewendung „mit seiner Weisheit am Ende sein“ ist schon sehr alt, aber sie wird heute noch gebraucht. Sie beschreibt eine Lebenssituation, in der man vor einem unüberwindlichen Hindernis steht oder sich selbst in eine Lage gebracht hat, in der man nicht mehr ein noch aus weiß. Der Psalmist berichtet jedoch von Menschen, die Gott inständig um Hilfe baten, als sie mit ihrer Weisheit am Ende waren – und er rettete sie!

Warum sind Sie mit Ihrer Weisheit am Ende? Gibt es familiäre Probleme? Finanzielle Schwierigkeiten? Machen Sie sich Gedanken um Ihre Gesundheit? Ist eines Ihrer Kinder gerade etwas schwierig? Die gute Nachricht ist: Wir sind vielleicht mit unserer Weisheit am Ende, aber Gott nicht. Wir wissen vielleicht nicht mehr ein noch aus, aber Gott hat alle Antworten. Die Lösung für Ihr Problem ist ganz einfach: Bitten Sie Gott um Hilfe – er wird Ihnen helfen!

Ich bin so glücklich, Herr, wenn ich daran denke, dass deine Weisheit grenzenlos ist. Kein Problem auf dieser Welt ist so verzwickt, dass du es nicht lösen könntest. Keine Situation ist zu kompliziert oder zu verwirrend für dich. Wenn mir nichts mehr einfällt, wenn ich mit meinem Latein am Ende bin, kannst du mich immer noch retten!

20. April

1. Korinther 3,8

Distinguierte Darsteller in Fernsehwerbespots sprechen davon, in Gold oder Silber zu investieren, weil das die einzigen Werte seien, die die Zeit überdauern. Und vielleicht ist das auch so – allerdings nur während Ihrer rasch vergehenden Lebenszeit. Aber was ist danach? Was sind diese Besitztümer noch wert, wenn Sie in der Ewigkeit vor Ihrem Herrn stehen?

Da ist es doch so viel sinnvoller, in etwas zu investieren, das in alle Ewigkeit Bestand hat. Das Neue Testament weist uns immer wieder darauf hin, dass die Menschen, die zu Jesus gehören, eines Tages vor Gott stehen und für all die geistlichen Investitionen belohnt werden, die sie in ihrem Leben auf dieser Erde getätigt haben. Wie werden diese Belohnungen wohl aussehen? Der Theologe Jonathan Edwards vermutete, dass in dem Maße, in dem wir Schätze im Himmel sammeln, unsere Fähigkeit zunimmt, uns zu freuen und Gott in alle Ewigkeit anzubeten und ihm zu dienen. Wenn wir ihm gefallen wollen, wenn wir ihm vertrauen, ihm gehorchen und uns auf ihn verlassen, wächst unser Vermögen, all die unaussprechlichen, unvorstellbaren Geheimnisse, Herrlichkeiten und Freuden unseres zukünftigen Lebens zu erfassen.

Herr, manchmal muss ich an solche Dinge erinnert werden. Wie ich auf Schwierigkeiten und Prüfungen hier auf dieser Erde reagiere, wie ich dir gehorche, auch wenn mein Körper und meine Gefühle sich mit aller Macht dagegen sträuben, wird sich in alle Ewigkeit auf meine unsterbliche Seele auswirken. Ich will das Beste, das du zu geben hast, Jesus. Ich will dir treu bleiben.

21. April

Epheser 3,20

Da ich mich in einer Organisation engagiere, die sich um Menschen mit Behinderung kümmert, höre ich ständig die Worte behindert und Behinderung. Deshalb ist es gut, sich immer wieder daran zu erinnern, dass uns Menschen zwar in der einen oder anderen Hinsicht Grenzen gesetzt sind, dass unser Gott aber allmächtig ist. Unser Gott ist fähig und in der Lage, alles zu tun. Fähig – ist das nicht ein tolles Wort? Fähig sein bedeutet, alle Kräfte, Fähigkeiten, Ressourcen und Qualifikationen zu besitzen, die für eine Aufgabe nötig sind.

Im Neuen Testament finden wir immer wieder Hinweise auf das, was Jesus alles tun kann: Er kann uns beschützen. Er kann viel mehr tun, als wir erbitten oder uns vorstellen können. Er kann uns davor bewahren, vom rechten Weg abzukommen. Er kann bei Gott für die Menschen eintreten, die ihm ihr Leben anvertraut haben.6 Wir denken vielleicht, wir seien nicht imstande, seinen Willen zu tun, ihm gehorsam zu sein, wenn es hart auf hart kommt, oder bestimmten Versuchungen zu widerstehen. Wir sagen uns: „Ich kann das nicht. Ich bin dazu nicht in der Lage.“ Aber er schon! Seine Fähigkeiten können unsere Beeinträchtigungen mehr als kompensieren. Ist unser Gott nicht großartig?

Vater, du weißt, dass es so vieles gibt, was ich aus eigener Kraft nicht tun kann. Ich werde ständig daran erinnert. Wenn ich überhaupt irgendetwas tun kann, dann nur, weil du mir die Kraft dafür gibst, mein allmächtiger Gott. Und du bist mehr als bereit dazu, mir neue Kraft zu schenken – und mein Herz zum Jubeln zu bringen.

22. April

2. Petrus 3,18

Ich hatte nie Hemmungen, Menschen offen davon zu erzählen, dass ich Christ bin. Schließlich war ich gerettet, ich hatte Jesus mein Leben anvertraut. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, wusste ich bloß viel über Jesus. Erst seit ich gelähmt war – erst nachdem ich so sehr gelitten hatte –, lernte ich ihn wirklich kennen. Erst ab diesem Zeitpunkt versuchte ich zu ergründen, was sein Tod am Kreuz für mich bedeutete. Im Laufe der Zeit wurde aus meinem „Wissen“ ein echtes, tiefes „Kennen“. Aber ich habe immer noch einen weiten Weg vor mir.

Selbst wenn Jesus meine Bedürfnisse befriedigt, ist es die Art von Befriedigung, die nach mehr verlangt. Ein Mensch, der Jesus kennt, will ihn noch besser kennenlernen. Sie können nie zu viel von ihm bekommen. Weil Sie ihn lieben, werden Sie sich immer nach mehr von ihm sehnen. Das ist mit dem heutigen Bibelvers gemeint: „Wachst aber immer mehr in ein Leben in der Gnade hinein. Lernt euren Herrn und Erlöser Jesus Christus immer besser kennen“ (WD). Geben Sie sich nicht damit zufrieden, nur etwas über Ihren Schöpfer und Retter zu wissen; lernen Sie ihn wirklich kennen.

Herr, ich weiß, dass ich die Ewigkeit damit zubringen werde, immer mehr über dich zu lernen, deine Nähe und Gegenwart immer intensiver zu erfahren und dabei doch niemals in der Lage zu sein, deine Größe und Herrlichkeit voll und ganz zu erfassen. Aber schon hier und jetzt will ich dich immer besser kennenlernen. Das ist das Beste und Schönste, was das Leben auf dieser Erde zu bieten hat.

8. Januar

Galater 6,9–10

Ein gewissenhafter Weinbergbesitzer hält aufmerksam Ausschau nach den ersten Fruchtansätzen. Er hat Monate damit verbracht, den Boden zu bearbeiten, zu düngen, zu beschneiden, zu gießen und die Trauben zu probieren. Nun erwartet er, dass seine Weinstöcke gute, reiche Frucht bringen.

Und der allmächtige Gott geht nicht weniger sorgfältig vor. Er möchte, dass Sie reiche Frucht bringen. Er bemerkt es jedes Mal, wenn Sie Samen in das Leben anderer Menschen einsäen. Er registriert es jedes Mal, wenn Sie diese Saat durch Ihre Gebete wässern. Er nimmt es zur Kenntnis, wenn Blüten und Früchte des Glaubens im Leben eines Menschen wachsen, in den Sie sich aus Liebe zu Jesus investiert haben. Wenn sie belohnt werden, ernten auch Sie. Wenn sie gelobt werden und verantwortungsvolle Aufgaben bekommen, fällt diese Ehre auch auf Sie zurück. Gehen Sie sorgsam mit den Menschen um, die sich in Ihrem Einflussbereich befinden. Sie streuen Samen aus. Ihre Gebete bewirken etwas. Und dem Herrn des Weinbergs entgeht nichts von alldem, was Sie tun.

Herr, mir wird heute bewusst, dass es bei meinem Leben mit dir vor allem darum geht, mich in andere zu investieren. Auch wenn es paradox klingt: Wenn ich mein Leben für dich aufgebe, werde ich das wahre Leben finden! Bitte zeig mir, wie ich mich klug in das Leben anderer einbringen kann. Wie ich anderen meine Worte, meine Zeit, meine Gebete, meine Fürsorge, meine Aufmerksamkeit, meine praktische Unterstützung, mein ermutigendes Lächeln schenken und die Liebe weitergeben kann, die du in mich hineingelegt hast.

23. April

Apostelgeschichte 9,24–25

Es bereitet Gott riesige Freude, alltägliche Dinge zu gebrauchen, um seine Ziele zu erreichen. Freunde retteten zum Beispiel den Apostel Paulus vor einem tödlichen Hinterhalt, indem sie ihn in einem Korb durch eine Öffnung in der Stadtmauer herunterließen. In einem Korb! Da war Paulus, der gewaltige Apostel der Heiden, ein Mann, der eines Tages fast ein Drittel des Neuen Testaments schreiben würde, und Gott benutzte einen Alltagsgegenstand, um sein Leben zu retten.

Ist das nicht eine schöne Erinnerung daran, dass Gott auch heute noch intensiv Anteil an Ihrem Leben nimmt, Sie beschützt und immer wieder rettet? Und dabei ist es Ihnen in den meisten Fällen noch nicht einmal bewusst, dass Sie gerettet werden. Das liegt daran, dass Gottes wunderbares Eingreifen oft auf so alltägliche Weise geschieht. Er gebraucht vielleicht einen Sicherheitsgurt, einen Wecker, eine Haarbürste, ein Taschenmesser oder ein Handy, um Sie vor Schaden zu bewahren und Sie zu leiten. Seine Mittel und Wege sind vielleicht unspektakulär, aber seine Fürsorge ist es schon.

Herr, es bewegt mich sehr, dass du dich für alle Einzelheiten meines Tages interessierst und dass du auch bei all meinen alltäglichen Beschäftigungen an meiner Seite bist. Nichts ist für dich zu belanglos. Nichts wird übersehen. Nichts ist dir egal. Du weißt, wie du in meinem Alltagsleben die einfachsten Dinge gebrauchen kannst, um mir zu helfen, mich zu leiten, mir etwas beizubringen oder mich vor Schaden zu bewahren.

24. April

Philipper 4,6–7

Manchmal ist die Lösung für ein Problem so naheliegend und offensichtlich, dass wir sie einfach übersehen. So kann es uns zum Beispiel auch mit unseren Sorgen gehen. Mit Sorge ist ein Gefühl der Unruhe oder Bedrückung gemeint, das wiederum durch Furcht ausgelöst wird. Selbst Christen haben ab und zu damit zu kämpfen. Leider lassen sich manche Menschen schnell von Sorgen überwältigen. Deshalb riet Paulus auch der Gemeinde in Philippi: „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren“ (Hfa).

Hier lesen wir gleich zwei nachdrückliche Ermahnungen: Macht euch keine Sorgen. Fangt an zu beten. Und genau das ist auch die Antwort auf Ihr Problem: Wenn irgendetwas Ihnen Ihren Frieden raubt, dann wenden Sie sich damit sofort an Gott. Legen Sie das Problem am Kreuz nieder und lassen Sie es dann auch wirklich dort. Und wenn Sie das tausendmal am Tag tun müssen, dann tun Sie es eben tausendmal! Sie werden merken: Gottes Friede wird wieder in Ihr Herz einziehen und Sie beschützen. Das hat er Ihnen versprochen!

Herr, du kennst mich gut. Sorgen und Zukunftsängste legen sich manchmal bleischwer auf mein Herz. Warum sollte ich diese zusätzlichen Lasten tragen? Ich bin ohnehin schon schwach! Deshalb will ich sie immer wieder neu zu dir bringen. Ich möchte heute deinen Frieden spüren, der sich wie eine warme Decke in einer kalten Nacht um mich legt.

25. April

Matthäus 26,30

Haben Sie sich jemals die Frage gestellt, ob Jesus während seiner Zeit auf dieser Erde gesungen hat? Wir wissen, dass die Gläubigen in den Synagogen sangen, und die Familie Jesu sang wahrscheinlich während der jüdische Festtage ebenfalls. Aber hat Jesus wohl gelegentlich eine Melodie gesummt oder ein Liedchen geträllert? Die einzige Stelle, an der tatsächlich ein solches Ereignis geschildert wird, ist Matthäus 26,30: „Dann sangen sie ein Loblied und gingen hinaus auf den Ölberg“ (NL). Das Ganze ereignete sich in der Nacht, in der Jesus verraten wurde. Ausgerechnet vor seiner Verhaftung, seiner Kreuzigung und seinem Tod sang Jesus mit seinen Freunden. Wahrscheinlich tun wir genau das Gegenteil – wir hören auf zu singen, wenn wir traurig und enttäuscht sind oder Schmerzen haben. Aber Jesus sang, als er seiner dunkelsten Stunde ins Auge sah, ebenso wie Paulus und Silas eines Tages singen würden, während sie in einem Kerker in Philippi in Ketten lagen.

Gleichgültig, wie es Ihnen heute auch geht: Folgen Sie dem Beispiel von Jesus, und bitten Sie Gott, Ihnen ein Lied ins Herz zu legen.

Herr, wenn ich auf meine Umstände starre, vergeht mir das Singen ganz schnell. Aber wenn ich meinen Blick auf dich richte und auf das, was du für mich getan hast, kann ich wieder singen und fröhlich sein. Selbst in dunklen Zeiten. Selbst unter Tränen. Ich singe mein Lob für dich, meinen Retter, Bruder, Herrn und Freund. Ich singe dir Dank- und Loblieder dafür, dass du mir meine Schuld vergeben hast, dass du mir immer nah bist und dass ich einmal für immer bei dir im Himmel sein darf.

26. April

Apostelgeschichte 14,21–22

Leid widerspricht allem, was Gott ist und tut – und Jesus hat einen großen Teil seiner Zeit auf dieser Welt damit zugebracht, Leid und Schmerz zu beheben und zu lindern. Und er antwortet auch heute noch auf den Schrei unseres Herzens: Er schenkt kinderlosen Frauen ein Baby, heilt Krebs, bewahrt Alzheimer-Patienten davor, in ein fahrendes Auto zu laufen, und schreibt Happy Ends für traurige Geschichten. Aber das bedeutet nicht, dass Gott unser Leid immer lindert oder dass er uns immer davon befreit. Ja, eines Tages wird er es für immer aus seiner Gegenwart verbannen, aber bis dahin sind Leid und Schmerz Bestandteil unserer gefallenen Welt, und Gott wird beides weiterhin gebrauchen, um seine Ziele mit uns zu erreichen.

Daran erinnert uns auch die heutige Bibelstelle: „Der Weg in Gottes Reich führt durch viel Leid und Verfolgung“ (Hfa). Nicht nur durch Leid und Verfolgung allgemein, sondern durch viel Leid und Verfolgung. Mit anderen Worten: Niemand kommt in den Himmel, der nicht zuvor am Leid Christi teilhatte. Beschäftigen Sie sich heute mit dieser Erkenntnis. Wenn Jesus selbst viel Leid und Verfolgung erlitt, können Sie damit rechnen, dass Ihnen dasselbe passieren wird. Aber die gute Nachricht ist, dass Sie mit alldem nicht allein fertigwerden müssen. Seine Gegenwart wird Sie wieder und wieder trösten und ermutigen.

Herr, du hast mit der Wahrheit nicht hinter dem Berg gehalten. Du hast gesagt: „Hier auf der Erde werdet ihr viel Schweres erleben.“7 Doch du willst mir in jedem Augenblick als Retter, Freund und Kämpfer zur Seite stehen. Ich werde zwar mit Schwierigkeiten und Schmerzen konfrontiert – aber du bist bei mir! Und du, der Treue und Wahrhaftige8, bist alles, was ich brauche.

27. April

Galater 5,25

Paulus erinnert uns daran, „alle Bereiche unseres Lebens vom Heiligen Geist bestimmen zu lassen“ (NL). Das ist eine Ermahnung, die wir Christen gar nicht oft genug hören können. Es passiert so leicht, dass wir uns in den Tag stürzen und Gott weit vorauseilen – oder weit hinter ihm zurückbleiben, wenn er uns vorwärtsdrängt. Er möchte, dass wir einen bestimmten Rhythmus einhalten – seinen Rhythmus für den Tag. Wir sollten auf seinen leisen Rat hören, ehe wir ein vorschnelles Urteil fällen oder eine unüberlegte E-Mail abschicken. Wir sollten auf seine leise Berührung achten, wenn er uns zu verstehen gibt, dass wir einen Richtungswechsel vornehmen müssen.

Sich vom Heiligen Geist bestimmen zu lassen bedeutet, für jede Aufgabe neue Gnade zu erbitten und nicht zu versuchen, aus eigener Kraft vorwärtszueilen oder auf die Gnade zurückzugreifen, die er uns für die gestrigen Aufgaben geschenkt hatte. Gott ist derjenige, der das Tempo vorgibt. Das bedeutet, dass wir am frühen Morgen seine Nähe suchen sollten, um zu bekennen, wo wir gefehlt haben, um unsere Beziehung zu ihm erneuern zu lassen und sowohl in unseren geschäftigsten Augenblicken als auch in unseren ruhigen Atempausen auf seine Stimme zu hören.

Vater, ich schäme mich, wenn ich daran denke, wie oft ich mich in meinen Tag gestürzt und mir eingebildet habe, alles, was ich von dir bräuchte, wären „ein paar allgemeine Anweisungen“. Ich brauche so viel mehr. Mich von deinem Geist bestimmen zu lassen bedeutet, innezuhalten und zuzuhören, wenn du sprichst – und mutig vorwärtszugehen, wenn du mir zu verstehen gibst, dass es Zeit ist aufzubrechen.

28. April

2. Petrus 3,9

Wenn es Gott gibt und wenn er gut ist, so wie du sagst“, fragen manche, „warum lässt er dann all das Leid in der Welt zu? Warum schafft er es nicht einfach ab?“ Es gibt eine Antwort auf diese Frage – wenn die Menschen bereit sind, sie zu hören.

Der Ursprung des Leids ist die Sünde. Sie ist der Preis, den wir dafür zahlen, dass wir in einer gefallenen Welt leben, die Gott ignoriert und ihren eigenen Weg geht. Wenn Gott das Leid abschaffen würde, müsste er auch unsere Freiheit abschaffen. Wir wären nicht länger frei, uns für oder gegen ihn zu entscheiden. Im heutigen Bibelvers steht: „Er hat Geduld mit euch und will nicht, dass auch nur einer von euch verloren geht. Jeder soll Gelegenheit haben, zu Gott umzukehren“ (Hfa). Gott verschließt dem Leid und der Sünde nicht die Tür, weil uns das mehr Zeit gibt, den Menschen, die ohne Gott leben, von der Barmherzigkeit unseres Retters Jesus Christus zu erzählen. Lassen Sie uns das gerade heute tun … solange wir Zeit haben.

Herr, bitte öffne mir die Augen für die Gelegenheiten, die du mir heute schenkst. Wenn ich eine Möglichkeit habe, einen Bibelvers weiterzugeben, weise mich darauf hin. Wenn jemand ein freundliches Wort braucht, hilf mir, dieses Wort auszusprechen. Wenn jemand nur ein Lächeln braucht, hilf mir, ihm von ganzem Herzen zuzulächeln.

29. April

1. Korinther 3,23

Im heutigen Bibelvers heißt es: „Ihr aber gehört Christus und dieser gehört Gott“ (WD). Sind jemals kraftvollere Worte geschrieben worden? Nehmen Sie sich eine Minute Zeit, um gemeinsam mit mir über diese Aussage nachzudenken. Gott hat Sie Jesus gegeben. Sie – ja, Sie! – sind das Geschenk Gottes an seinen Sohn. Er schätzte den Preis für Ihre Erlösung ein und entschied, dass Sie den qualvollen, blutigen Tod Jesu am Kreuz wert waren. Denken Sie mal einen Augenblick darüber nach. Glauben Sie mir, diese Gewissheit wird Sie gegen Versuchungen wappnen. Weil ich mir bewusst bin, wie leicht ich einer Versuchung erliege, habe ich mir den folgenden Satz eingeprägt: „Ich kann und werde diese falsche Sache nicht machen, denn ich gehöre Jesus.“ Dieser einfache Satz ist alles, was Gott braucht, um mich wieder auf den richtigen Weg zurückzuführen. Ich habe ihn auswendig gelernt, weil ich jederzeit darauf zurückgreifen können will, wenn ich auf die Probe gestellt werde. Tun Sie heute Ihr Bestes, um Ihrer Umwelt zu zeigen, dass Sie zu Jesus gehören.

Vater, danke, dass du einen so unvorstellbaren Preis dafür gezahlt hast, um mich aus einem leeren, hoffnungslosen Leben herauszuretten. Weil du mich Jesus geschenkt hast, will ich ein Geschenk sein, das ihm Freude bereitet. Ich möchte heute Entscheidungen treffen, die ihm – und dir, Vater – gefallen!

30. April

Jesaja 35,10

Was kann ein Christ, der von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht wird, tun, damit er sich nicht voller Bitterkeit von Gott abwendet und seinen Glauben verliert? Er muss sich an Folgendes erinnern: Unser Gott hat zuerst gelitten, und er hat mehr gelitten, als wir jemals leiden werden. Es gibt zwar viele Götter in vielen Religionen – aber keiner von ihnen kann das von sich behaupten.

Bei Jesus Christus kommt alles zusammen: Er litt zuerst, er litt am meisten, und er litt für uns. Er erlitt den unbeschreiblichen Schmerz des Kreuzes und er trug die erdrückende Last der Schuld der gesamten Welt auf seinen Schultern. Bald wird Jesus auf die Erde zurückkehren, um dem Leid ein Ende zu bereiten – für immer.

Im heutigen Bibelvers lesen wir: „Alle, die der Herr befreit hat, werden jubelnd aus der Gefangenschaft zum Berg Zion zurückkehren. Dann sind Trauer und Sorge für immer vorbei, Glück und Frieden halten Einzug, und die Freude hört niemals auf“ (Hfa). Wenn wir ihm bis dahin trotz all unserer Schwäche vertrauensvoll nachfolgen, wird er die Zeit nutzen, um unseren Glauben zu prüfen, zu läutern und zu stärken.

Herr, du hast mich niemals gebeten, irgendwohin zu gehen, wohin du nicht selbst schon gegangen bist. Wenn mein Weg mich durch Leid und Schmerz führt, kann ich deine Fußspuren vor mir sehen. Und ich weiß, was mich am Ende dieses Weges erwartet – eine Ewigkeit voller Freude! Hinter der nächsten Kurve wird all das Leid für immer vorüber sein – es wird nicht mehr sein als eine blasse Erinnerung an einem neuen, ewigen Morgen.

1. Mai

Psalm 149,4–9

Manchmal haben Menschen, die an einer Krankheit oder einer körperlichen Beeinträchtigung leiden oder verletzt sind, das Gefühl, in der Falle zu sitzen. Ihnen fehlt schier die Luft zum Atmen, und sie fühlen sich eingeengt und ohnmächtig. Die Erfahrung lehrt uns, dass Leid unseren Blick zunächst einmal nach innen lenkt. Wir konzentrieren uns auf unsere eigenen Nöte und Schwierigkeiten und unsere Seele zieht sich in sich selbst zurück und schrumpft förmlich. Es fällt uns schwer, den Blick nach außen und nach oben zu richten.